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Dantons Tod

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Dantons Tod

Das Drama "Dantons Tod" wurde von Georg Büchner verfasst und 1835 veröffentlicht. Das Stück spielt vor dem Hintergrund der Französischen Revolution. Die Handlung setzt am 24. März 1794 mit der Ermordung der Hébertisten ein und endet am 5. April 1794 mit der Hinrichtung von Danton und seinen Anhängern.

Die Hébertisten waren eine radikale Gruppierung der Französischen Revolution. Sie forderten die Herrschaft des Kleinbürgertums. Die Bezeichnung geht auf den bekanntesten Vertreter, den Publizisten Jacques-René Hébert zurück.

Büchner orientiert sich dabei an den historischen Gegebenheiten dieser Zeit und verarbeitet sie in seinem Drama. Rund ein Sechstel der Redeanteile des Stücks hat der Autor wörtlich aus damaligen politischen Reden übernommen oder paraphrasiert.

Inhalt und Zusammenfassung von "Dantons Tod"

Im Zentrum des Dramas steht Danton, der – anders als sein Widersacher Robespierre – ohne Blutvergießen eine Republik erschaffen möchte. Am Ende fällt er jedoch der zunehmenden Radikalisierung Robespierres zum Opfer.

Die historischen Persönlichkeiten

Maximilien de Robespierre lebte von 1758 bis 1794 und war, wie Danton auch, ein führender Politiker der Französischen Revolution. Robespierre war als Rechtsanwalt tätig und gehörte zur politischen Gruppierung der Jakobiner. Bei den Jakobinern handelt es sich um einen politischen Klub, der sich zur Zeit der Französischen Revolution formierte. Sie forderten die Abschaffung der Monarchie.

Nachdem der König von Frankreich – Ludwig XVI. – 1793 hingerichtet wurde, radikalisierten sich die Jakobiner. Robespierre gewann immer mehr an politischem Einfluss. Sein Ziel war es, die zu diesem Zeitpunkt entstehende Republik mit allen Mitteln zu verteidigen. Zu diesem Zweck initiierte Robespierre die Schreckensherrschaft der Jakobiner, die bis zu seiner Hinrichtung 1794 andauerte.

Im Zuge der Schreckensherrschaft wurden alle, die unter dem Verdacht standen, Gegner der Revolution zu sein, aus dem Weg geschafft. Robespierre rechtfertigte diese Schreckensherrschaft mit dem Ziel der Tugend. Für ihn waren der Terror und die Tugend zwei Seiten derselben Medaille: Das Volk sollte durch Vernunft und Tugend geleitet, die Feinde der Revolution durch den Terror bekämpft werden.

Robespierres engster Vertrauter in "Dantons Tod" ist Louis Antoine de Saint-Just.

Georges Jacques Danton lebte von 1759 bis 1794 und war einer der führenden Politiker der Französischen Revolution. Er trat dabei als Justizminister und Leiter des Wohlfahrtsausschusses auf. Als im September 1792 Gefängnisse gestürmt und dabei 1200 inhaftierte Gegner der Französischen Revolution ermordet wurden, schritt Danton nicht ein – obwohl das als Justizminister in seiner Macht gestanden hätte. Stattdessen heizte er die ohnehin schon aufgeladene Stimmung weiter an. Die sogenannten Septembermorde gelten als dunkelste Stunde der Französischen Revolution.

Um eine Wiederholung der Septembermorde zu verhindern, war Danton daran beteiligt, das Revolutionstribunal einzurichten. Dabei handelt es sich um einen Gerichtshof. Dort wurden Prozesse gegen politische Gegner der Revolution geführt.

Mit zunehmender Radikalisierung der Jakobiner wandte sich Danton von seinem ehemaligen politischen Weggefährten Robespierre ab. Danton lehnte eine Fortsetzung der Terrorherrschaft ab und schlug einen gemäßigteren Kurs ein.

Zu Dantons Weggefährten in Büchners Werk zählen Camille Desmoulins, Pierre Philippeau und Jean-Francois Delacroix.

Erster Akt

Das Drama beginnt damit, dass Danton und seine Frau Julie an einem Spieltisch in einem Spielsalon sitzen. Danton beobachtet währenddessen den Abgeordneten Hérault-Séchelles beim Kartenspielen und philosophiert über die Einsamkeit und die Unmöglichkeit, sein Gegenüber ganz und gar zu kennen. Er gesteht seiner Frau, sie zu lieben wie das Grab. Bei ihr kommt er zur Ruhe.

Philippeau und Camille Desmoulins betreten die Szene und berichten den Anwesenden von der Guillotinierung von 20 Hébertisten. Die Anwesenden sind sich einig, darunter auch Danton und Camille, dass der Terror und die Gewalt, die Robespierre mit seinen Maßnahmen auslöst, nicht länger zu unterstützen sind. Robespierre tötete zahlreiche Personen, die er als Feinde der Revolution eingestuft hatte.

Die historischen Persönlichkeiten

Camille Desmoulins lebte von 1760 bis 1794 und war einer der führenden Politiker der Französischen Revolution. Wie Robespierre war auch er beruflich als Anwalt tätig. Desmoulins ist ein Jugendfreund von Robespierre, wandte sich mit zunehmender Radikalisierung der Jakobiner allerdings von diesem ab. Er war Danton sowohl freundschaftlich als auch politisch eng verbunden. Gemeinsam mit Danton wurde er am 30. März 1794 hingerichtet.

Pierre Philippeau lebte von 1754 bis 1794. Auch er war als Anwalt tätig. Politisch zeichnet er sich vor allem durch seine Mäßigung aus – entsprechend lehnte auch Philippeau die zunehmende Radikalisierung Robespierres und damit die Schreckensherrschaft der Jakobiner ab. Auch er wurde am 30. März 1794 hingerichtet.

Bei der Guillotine handelt es sich um ein sogenanntes Fallbeil, das zur Vollstreckung von Todesurteilen genutzt wird.

In der zweiten Szene verprügelt der betrunkene Souffleur Simon auf offener Straße seine Frau. Er wirft ihr vor, die gemeinsame Tochter zu prostituieren. Es bildet sich eine Ansammlung aus Bürgerinnen und Bürgern, die über die Freier des Mädchens empört sind.

Ein Souffleur ist jemand, der bei einer Theateraufführung den Text der verschiedenen Rollen leise mitliest und den Schauspielern damit ihren Einsatz signalisiert oder bei Texthängern weiterhilft.

Da einer der Anwesenden ein Schnupftuchs trägt, entsteht der Verdacht, Adelige könnten anwesend sein. Nur knapp entgeht der Mann mit dem Schnupftuch der Wut und der daraus resultierenden Gewalt der Bürger. Robespierre kommt hinzu und beruhigt die Gemüter. Er lädt das Volk ein, ihm in den Jakobinerklub zu folgen.

Zur Zeit der Französischen Revolution und insbesondere während der Schreckensherrschaft der Jakobiner verarmte das Volk immer mehr. Während die Adeligen sich vergnügten und ihrer Lasterhaftigkeit hingaben, hungerte die Mehrheit der Bevölkerung. Die Unzufriedenheit des Volkes nahm immer weiter zu und mündete in einer Wut, die diese Szene exemplarisch darstellt. Zunächst sind die Bürger wütend, da die wohlhabenden Aristokraten das hungernde Volk ausbeuten und damit auch das Mädchen in die Prostitution zwingen. Als sie später einen Mann mit einem Schnupftuch entdecken, reicht dies aus, um den Verdacht zu erwecken, dass es sich bei ihm um einen Adeligen handeln könnte.

Der Jakobinerklub wurde von Claude-Christophe Gourdan gegründet. Grundsätzlich traten die Jakobiner für das einfache Bürgertum ein, stammten allerdings selbst aus dem gehobenen Bürgertum. Im Juli 1791 spaltete sich der Klub und die Jakobiner radikalisierten sich.

In der folgenden Rede, die Robespierre im Jakobinerklub hält, verteidigt er zunächst die Hinrichtung der Hébertisten. Im Anschluss leitet er zu den Dantonisten über, ohne Danton allerdings persönlich beim Namen zu nennen. Robespierre verurteilt die Lasterhaftigkeit und Vergnügungssucht der Dantonisten und benennt auch sie als Feinde der Revolution. Weiterhin spricht Robespierre vom Schrecken als Waffe der Republik und von der Tugend als deren Kraft – für Robespierre handelt es sich dabei um zwei Seiten derselben Medaille.

Als Dantonisten bezeichnen sich die Anhänger und Freunde Dantons, eine Gemeinschaft von Männern, die durch ihre politischen Ansichten geeint werden. Ihr Ziel ist es, die Schreckensherrschaft von Robespierre zu beenden.

Draußen vor dem Jakobinerklub wirft Lacroix, ein Abgeordneter des Nationalkonvents, seinem Kollegen Legendre vor, die Dantonisten überhaupt erst in Robespierres Aufmerksamkeitsbereich gebracht zu haben. Lacroix führt an, dass Robespierre seine Schreckensherrschaft aufrechterhalten müsse, um seine Machtposition zu sichern.

Der Nationalkonvent war vom 20. September 1792 bis zum 26. Oktober 1795 die verfassungsgebende Volksvertretung während der Französischen Revolution. Er ersetzte die Nationalversammlung. Die ausführende Gewalt des Nationalkonvents waren der Wohlfahrts- und der Sicherheitsausschuss.

Die historischen Persönlichkeiten

Jean-Francois Delacroix (im Drama Lacroix) lebte von 1753 bis 1794. Er war ein Politiker der Französischen Revolution und ein politisch Gleichgesinnter Dantons. Gemeinsam mit Danton wurde er am 30. März 1794 hingerichtet.

Louis Legendre lebte von 1752 bis 1797. Auch er war ein Politiker der Französischen Revolution. Er war daran beteiligt, König Ludwig XVI. zu stürzen und forderte danach die Ausrufung der Republik. Dennoch mäßigte auch er seinen Kurs und schloss sich Danton an. Legendre wurde allerdings nicht gemeinsam mit den Dantonisten hingerichtet, sondern war nach deren Hinrichtung maßgeblich daran beteiligt, Robespierre zu stürzen.

Die Schreckensherrschaft (auch als Terrorherrschaft bezeichnet) umfasst den zeitlichen Abschnitt von Anfang Juni 1793 bis Ende Juli 1794 der Französischen Revolution. Gekennzeichnet ist diese Periode durch eine brutale Unterdrückung politischer Gegner der Revolution.

Im Vergnügungszentrum Palais-Royal unterbricht die Prostituierte Marion ihre Intimitäten mit Danton, um ihm von ihrer von Skandalen geprägten Lebensgeschichte zu erzählen. Die beiden werden in ihrer Unterhaltung von Lacroix unterbrochen, der eintritt und Danton vor der aufkommenden Gefahr durch Robespierre und den Wohlfahrtsausschuss warnt. Danton wähnt sich selbst in Sicherheit, obwohl er weiß, dass sein luxuriöser Lebensstil die Wut des Volkes schürt. Er beschließt, am nächsten Tag mit Robespierre zu sprechen, um mehr über dessen Absichten zu erfahren.

Der Wohlfahrtsausschuss wurde am 5. und 6. April 1793 vom Nationalkonvent eingerichtet. Er war einer von mehreren Ausschüssen des Parlaments und diente der öffentlichen Wohlfahrt und der Verteidigung. Der Wohlfahrtsausschuss fungierte als ausführende Gewalt (Exekutive) des Nationalkonvents. Unter dem Einfluss von Robespierre erhielt der Wohlfahrtsausschuss diktatorische Vollmacht. Damit wurde der Wohlfahrtsausschuss zu dem Instrument, mit dem die Jakobiner – vor allem Robespierre – ihre Schreckensherrschaft weiter ausbauen konnten.

Danton sucht das Gespräch mit Robespierre, der seine Grausamkeit als Notwehr darstellt. Danton wirft Robespierre vor, dem Volk seinen eigenen tugendhaften Lebensstil aufzuzwingen. Danton verlässt die Szene mit dem Vorhaben, das Volk auf die Seite der Dantonisten zu ziehen.

Robespierre bleibt alleine zurück. In einem Monolog legt er dar, warum Danton vernichtet werden muss. St. Just kommt hinzu. Er drängt Robespierre dazu, die Dantonisten augenblicklich hinrichten zu lassen, da er Danton bei seinem Vorhaben beobachten konnte. Nach einigen Zweifeln stimmt Robespierre der Beseitigung seiner ehemaligen Weggefährten zu.

Die historische Persönlichkeit

Louis Antoine de Saint-Just lebte von 1767 bis 1794 und war ein Politiker der Französischen Revolution. Saint-Just war ein Anhänger und enger Vertrauter von Maximilien de Robespierre, dabei wirkte er maßgeblich auf Robespierre ein und war an der Hinrichtung von Georges Danton beteiligt. Gemeinsam mit Robespierre wurde Saint-Just am 27. Juli 1794 hingerichtet.

Zweiter Akt

Lacroix, Philippeau und Camille – politisch Gleichgesinnte und Freunde von Danton – besuchen Danton, der sich des Lebens müde zeigt. Sie versuchen, ihn davon zu überzeugen, eine Rede vor dem Wohlfahrtsausschuss zu halten, um zu verhindern, dass die Dantonisten dasselbe Schicksal ereilt wie die Hébertisten. Danton ist nach wie vor davon überzeugt, dass Robespierre seinen ehemaligen Weggefährten nicht schaden wird. Er weigert sich zu fliehen.

In Begleitung von Camille und dessen Frau spaziert Danton eine Promenade entlang. Dort tummeln sich Menschen der unterschiedlichsten Schichten. Danton empfindet die Stimmung zwischen den Spaziergängern auf der Promenade als sexuell aufgeladen.

Camille beklagt sich bei seiner Frau Lucile und seinem Freund Danton darüber, dass die Menschen kein Auge für die Schönheit des Alltäglichen haben. Währenddessen erhält Danton die Nachricht, dass der Wohlfahrtsausschuss seine Verhaftung beschlossen hat. Erneut schlägt er die Möglichkeit zur Flucht aus. Lucile fürchtet um das Leben ihres Mannes, der aufbricht, ohne ihr sein Ziel zu nennen.

Danton will immer noch nicht glauben, dass Robespierre sich gegen ihn gewandt hat. Dennoch macht er sich auf die Flucht, beschließt aber schließlich, umzukehren. Nur im Tod kann er den quälenden Erinnerungen an seine Beteiligung an der Schreckensherrschaft der Jakobiner entkommen.

In Folge der Septembermorde wird Danton von Schuldgefühlen überwältigt. Als Justizminister hätte es in seiner Gewalt gestanden, etwas gegen die Morde zu unternehmen. Stattdessen hat Danton die Stimmung weiter aufgestachelt. Seine Frau Julie hört sein Schreien und versucht, ihren Mann und sein Gewissen zu beruhigen. Danton redet sich ein, kein Verbrechen begangen, sondern die Republik gegenüber ihren Feinden verteidigt zu haben.

Als Septembermorde bezeichnet man die Hinrichtung von über 1 200 inhaftierten Gegnern der Französischen Revolution im September 1792.

Dantons Haus ist plötzlich von Bürgersoldaten, angeführt von dem Souffleur Simon, umstellt. Sie wollen den Haftbefehl vollstrecken und nehmen Danton in Gewahrsam.

Im Nationalkonvent setzt sich Legendre für die Dantonisten ein und verteidigt sie. Er fordert, Danton vor dem Konvent sprechen zu lassen. Robespierre verlangt, den Dantonisten keine Sonderbehandlung zukommen zu lassen. In einer weiteren Rede verteidigt St. Just die Herrschaft des Schreckens. Er vergleicht die Maschinerie der Revolution mit einer Naturgewalt. Der gesellschaftliche Wandel sei nur durch ein Blutvergießen herbeizuführen.

Dritter Akt

Danton und seine Anhänger – Camille, Lacroix und Philippeau – wurden in Gewahrsam genommen und treffen im Gefängnis Palais Luxembourg ein. Dort schlägt ihnen Feindseligkeit entgegen, ihnen wird eine Mitschuld am bisherigen Blutvergießen der Revolution gegeben. Doch nicht nur von den anderen Gefangenen, auch von seinen eigenen Freunden wird Danton angefeindet. Lacroix wirft ihm vor, nicht vor der Verhaftung gewarnt worden zu sein, Camille kauft Danton seinen Lebensüberdruss nicht ab.

Das Palais Luxembourg liegt in Paris und wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert als Schloss der königlichen Familie erbaut. Während der Französischen Revolution fungierte das Palais Luxembourg als Gefängnis, in dem auch Danton und seine Anhänger gefangen gehalten wurden.

Der öffentliche Ankläger Fouquier-Tinville und Herman, einer von zwei Präsidenten des Revolutionstribunals, besprechen, wie eine rasche Verurteilung der Dantonisten sichergestellt werden könnte. Dabei kommt Herman auf die Idee, die Auswahl der Geschworenen gezielt zu manipulieren.

Das Revolutionstribunal wurde vom Nationalkonvent gegründet und fungierte als Gerichtshof. Dort wurden Prozesse gegen politische Gegner der Revolution geführt.

Im Gefängnis entschuldigt sich Danton für die Einrichtung des Revolutionstribunals und erklärt gleichzeitig, dass er dieses nur geschaffen habe, um eine Wiederholung der Septembermorde zu verhindern.

Danton darf nun doch vor dem Revolutionstribunal sprechen. Ihm wird vorgeworfen, an einer Verschwörung mit dem König beteiligt gewesen zu sein. Danton weist diese Anschuldigungen entschieden und leidenschaftlich zurück. Er zählt die Verdienste auf, die er im Zusammenhang mit der Republik erzielen konnte und verlangt, dass seine Ankläger sich öffentlich zu erkennen geben. Herman beendet die Sitzung des Revolutionstribunals als ersichtlich wird, dass es Danton gelingt, die Versammelten nach und nach auf seine Seite zu ziehen.

Ludwig XVI. war der letzte absolutistische Herrscher Frankreichs. Der extravagante Lebensstil des Königshauses und verlustreiche Kriegsführung trieben Frankreich in die Pleite. Im Zuge der Französischen Revolution lehnte sich der dritte Stand, die nicht privilegierten Bauern und Bürger, gegen die privilegierten Stände, Adel und Klerus, und den König auf, da diese nicht bereit waren, ihre Privilegien und Macht mit dem dritten Stand zu teilen. Der König wurde schließlich gestürzt und am 21. Januar 1793 hingerichtet.

In einer anderen Zelle im Gefängnis schmieden zur selben Zeit General Dillon und der ebenfalls inhaftierte Laflotte betrunken Pläne, um Danton zu befreien und damit einen Kurs der Mäßigung einzuleiten und die Schreckensherrschaft Robespierres zu beenden. Laflotte beschließt allerdings, Dillons Vorhaben zu verraten, um seinen eigenen Tod zu verhindern.

St. Just zeigt sich weiterhin fest entschlossen, die Dantonisten zu verurteilen und hinrichten zu lassen, um den Weiterbestand der Revolution und seine eigene Machtposition zu sichern. Er ändert kurzerhand die Prozessordnung und verbietet politische Reden.

Eine Prozessordnung bestimmt den formalen Ablauf einer Gerichtsverhandlung.

Lacroix befürwortet Dantons engagiertes Auftreten vor dem Revolutionstribunal. Dennoch ist den verhafteten Dantonisten klar, dass sie ihr Schicksal nicht mehr abwenden können. Sie versuchen, ihre Angst vor dem Tod zu bewältigen. Danton fürchtet, auch im Tod nicht die ersehnte Ruhe zu finden. Das führt dazu, dass er nun doch den verzweifelten Entschluss fasst, bis zum bitteren Ende um sein Leben zu kämpfen.

Zwei Mitglieder des Sicherheitsausschusses überreichen dem Ankläger die neue Prozessordnung, die die Verurteilung der Dantonisten beschleunigen soll.

Der Sicherheitsausschuss ist wie der Wohlfahrtsausschuss ein Exekutivorgan des Nationalkonvents und dabei für Polizei und Justiz zuständig.

In einer weiteren Rede vor dem Revolutionstribunal fordert Danton einen Untersuchungsausschuss. Er wird durch das Verlesen der neuen Prozessordnung unterbrochen, die als Reaktion auf die geplante Befreiungsaktion präsentiert wird. Danton hält eine leidenschaftliche Rede, in der er Robespierre und St. Just des Hochverrats anklagt. Während die Versammelten zustimmen, werden die Dantonisten wieder abgeführt. Camille ist in Sorge um seine Frau Lucile, da diese als Mitverschwörerin der geplanten Befreiungsaktion gilt.

Vor dem Gefängnis, in dem sich die Dantonisten befinden, hat sich eine Menschenmenge versammelt. Erst preisen sie Danton und sind klar auf seiner Seite. Als jedoch sein lasterhafter Lebensstil erwähnt wird, schlägt die Stimmung rasch um.

Vierter Akt

Der vierte Akt beginnt damit, dass Dumas, einer der zwei Präsidenten des Revolutionstribunals, sich damit rühmt, seine Scheidung geschickt durch die Hinrichtung seiner Frau eingeleitet zu haben.

Julie realisiert schließlich, dass ihr Mann Danton verloren ist. Da sie weiß, wie sehr er mit dem Tod hadert und die Einsamkeit fürchtet, schickt sie einen Boten ins Palais Luxembourg. Dieser soll Danton die Nachricht überbringen, dass sie ihm in den Tod folgen wird.

Im Palais Luxembourg verbringen die Dantonisten die letzte Nacht vor ihrer geplanten Hinrichtung. Camille vertraut sich Danton an: Er fürchtet die Konsequenzen, die seine Frau als Mitverschwörerin zu tragen hat, mehr als seine eigene Hinrichtung. Danton gibt sich seiner eigenen Verzweiflung hin, zeigt sich allerdings erleichtert darüber, dass Julie ihm in den Tod folgen wird.

Am nächsten Morgen sollen die Dantonisten zu ihrer Hinrichtungsstätte gebracht werden. Lucile mischt sich unter die Gaffer und ruft nach ihrem Mann, der daraufhin am Fenster erscheint. Sie spricht in wirren Sätzen und singt, ganz so, als habe sie den Verstand verloren. Sie verlässt die Szene und reagiert nicht auf Camilles Rufe.

Kurz vor der Hinrichtung ist Danton besorgt darüber, wie es nach seinem Tod mit seinem Land weitergehen soll, dabei prophezeit er den baldigen Untergang von Robespierre und damit ein Ende der Schreckensherrschaft der Jakobiner. Camille ist zutiefst betroffen von der Begegnung mit seiner dem Wahnsinn verfallenen Frau. Die Freunde verabschieden sich voneinander.

Währenddessen setzt Julie um, was sie Danton durch einen Boten hat übermitteln lassen: Sie schluckt Gift und beendet dadurch ihr eigenes Leben, damit Danton im Jenseits nicht einsam sein muss.

Kurz vor der Hinrichtung auf dem Revolutionsplatz sind die Dantonisten noch einmal Gehässigkeiten ausgesetzt. Camille wird zuerst hingerichtet, Danton zuletzt. Lacroix äußert sich vor seinem Tod noch einmal verurteilend und prophezeit ein baldiges Ende der Schreckensherrschaft, Philippeau gibt sich versöhnlich.

Der Place de la Concorde liegt in Paris und wurde zur Zeit der Französischen Revolution als Revolutionsplatz bezeichnet. Ludwig XVI. – der letzte absolutistische Herrscher Frankreichs wurde dort hingerichtet. Später wurden dort auch Georges Danton und Maximilien de Robespierre umgebracht.

Nach der Hinrichtung begreift Lucile, dass ihr Mann nicht mehr unter den Lebenden verweilt. Sie kann nicht verstehen, wie das Leben dennoch normal weitergehen kann. Ihr verzweifelter Aufschrei erregt keinerlei Aufmerksamkeit. Nach den Hinrichtungen wird die Guillotine wieder gereinigt und hergerichtet. Lucile stimmt ein Abschiedslied für ihren Mann an, ehe sie den König hochleben lässt und damit ihre eigene Verhaftung provoziert.

Charakterisierung der Figuren in "Dantons Tod"

Danton

  • Danton entspricht dem realhistorischen Georges Danton.

  • Er empfindet die Schreckensherrschaft Robespierres als übermäßig gewalttätig.

  • Danton lebt genussvoll und ist dem Laster zugeneigt.

  • Trotzdem zeigt er sich des Lebens überdrüssig.

  • Am Ende wird er auf Robespierres Befehl hingerichtet.

Robespierre

  • Robespierre entspricht dem realhistorischen Maximilien de Robespierre.

  • Er gilt als Hauptverantwortlicher für die Massenhinrichtungen während der Schreckensherrschaft.

  • Er gehört als unerbittlicher Politiker zu den Jakobinern.

  • Seine blinde Entschlossenheit lässt ihn zum Fanatiker werden.

  • Robespierre lebt enthaltsam, tugendhaft und nur für die Revolution.

St. Just

  • St. Just entspricht dem realhistorischen Antoine de Saint-Just.

  • Er fungiert als Vertrauter Robespierres und unterstützt dessen Schreckensherrschaft.

  • Gegenüber den zahlreichen Opfern der Revolution zeigt er sich mitleidlos.

  • Kalkulierend und skrupellos hetzt er das Volk mit leidenschaftlichen Reden auf.

Camille Desmoulins

  • Camille Desmoulins entspricht dem realhistorischen Camille Desmoulins.
  • Er ist ein schwärmerischer junger Mann.
  • Er ist ein ehemaliger politischer Weggefährte von Robespierre.
  • Allerdings wendet er sich aufgrund der Schreckensherrschaft gegen seinen Freund.
  • Camille vertritt dieselbe Meinung wie Danton und wird am Ende mit ihm zusammen hingerichtet.

Julie Danton

  • Julie Danton hat keine realhistorische Entsprechung mit der Frau von Danton. Diese hieß weder Julie noch nahm sie sich selbst das Leben.
  • Julie ist die Frau von Danton.
  • Sie fungiert als unschuldiges Opfer der grausamen Revolution.
  • Als treue Ehefrau unterstützt sie ihren Mann.
  • Am Ende tötet sie sich selbst, um Danton vor der Einsamkeit im Jenseits zu bewahren.

Lucile Desmoulins

  • Lucile Desmoulins entspricht der realhistorischen Lucile Desmoulins.
  • Sie ist die Frau von Camille Desmoulins und ihm in inniger Liebe zugeneigt.
  • Im Verlauf des Dramas wird sie als passiv leidend dargestellt.
  • Am Ende verfällt sie dem Wahnsinn.
  • Sie lässt den König hochleben und besiegelt damit ihr eigenes Schicksal, eine Verhaftung.

Marion

  • Marion hat keine realhistorische Entsprechung.

  • Sie ist eine Prostituierte, dabei aber unabhängig und kein Opfer sexueller Ausbeute.

  • Dabei verkörpert sie die Kehrseite der weiblichen Tugend. Sie ist keinem Mann in Liebe zugeneigt, sondern lebt frei nach ihrer eigenen Lust.

  • Marion ist durchweg von ihren Trieben geleitet.

Die Frauenfigur in "Dantons Tod"

Sowohl Julie als auch Lucile agieren als Frauenfiguren in privater Sphäre, während ihre Männer – Danton und Camille – in der Öffentlichkeit stehen. Die beiden Ehefrauen haben sich vollkommen auf ihre Männer ausgerichtet und sind ihnen in tiefer Liebe zugeneigt. Julie entscheidet sich, ihrem Mann in den Tod zu folgen, um ihn vor der Einsamkeit im Jenseits zu bewahren. Lucile provoziert ihr eigenes Schicksal, indem sie den König hochleben lässt und Camille so indirekt ebenfalls ins Grab folgt.

Die Prostituierte Marion bildet das Gegenbild zu den Frauenfiguren Julie und Lucile. Sie ist von ihren Trieben geleitet, lebt ihre Sexualität frei aus und ist emotional abgestumpft. Während Julie und Lucile sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Männern befinden, ist Marion unabhängig.

"Dantons Tod" – Aufbau und Sprache

Bei Büchners "Dantons Tod" handelt es sich um ein Drama, wie auch der Untertitel "ein Drama" deutlich macht. Die Handlung lässt sich klar von einem Trauerspiel oder einer Tragödie abgrenzen, denn der Aspekt der Tragik ist bis zuletzt abwesend. Das zeigt sich vor allem in der parallelen Struktur des Dramas: Zu Beginn sterben die Hébertisten, am Ende die Dantonisten. Das Schicksal, das Danton am Ende des Stücks ereilt, ist kein einzelnes. Unzählige Menschen vor und nach ihm sind durch die Guillotine gestorben. Auch handelt es sich bei Danton nicht um einen tragischen Helden, der sein Schicksal sinnerfüllt akzeptiert – er hadert bis zuletzt damit.

Zu Beginn des Dramas ist Danton lethargisch, will nichts unternehmen. Erst, als sein Leben konkret bedroht ist, zeigt sich in ihm ein leichter Kampfgeist. Eigentlich wissen Danton und seine Anhänger aber, dass die Hoffnung vergebens ist und sie ihr Schicksal nicht mehr abwenden können.

Aufbau des Dramas

Das Drama weicht von der klassischen Gliederung in fünf Akte ab. Mit nur vier Akten entfällt der mittlere Akt, der im klassischen fünfaktigen Drama den Höhe- und Wendepunkt beinhalten würde. So besiegelt Büchner bereits im ersten Akt den Untergang des Titelhelden Danton. Der Höhepunkt des Dramas – das Aufeinandertreffen von Robespierre und Danton – ereignet sich bereits am Ende des ersten Aktes. Danach tritt Robespierre in den Hintergrund. Ebenso ist die Handlung nicht stetig steigend oder fallend, sondern entfaltet sich wellenförmig.

Die Schlüsselszenen des Dramas sind:

1. Akt2. Akt3. Akt4. Akt
  • Robespierre kündigt an, gegen weitere Gegner der Revolution vorzugehen – darunter Danton und seine Anhänger (I, 3)
  • Höhe- und Wendepunkt: Danton und Robespierre treffen aufeinander (I, 6)
  • Danton erfährt von dem Haftbefehl gegen ihn (II, 3)
  • Abbruch zur Flucht (II, 4)
  • Danton wird in Gewahrsam genommen (II, 6)
  • Danton spricht vor dem Revolutionstribunal (III, 4)
  • Komplott zur Befreiung (III, 5)
  • Verschärfung der Prozessordnung (III, 6)
  • Ausschluss Dantons von der Verhandlung (III, 9)
  • Julie nimmt sich das Leben (IV, 6)
  • Danton und seine Anhänger werden hingerichtet (IV, 7)
  • Lucile provoziert ihre eigene Verhaftung (IV, 8)
Handlung steigend Handlung fallend, steigend, dann wieder fallend Handlung weiter fallend, steigend, dann fallend Handlung fallend

Einzelne Szenen sind für die Gesamtheit der Handlung nicht relevant und könnten beliebig ausgetauscht oder weggelassen werden. Allerdings lässt sich keine der austauschbaren Episoden zu einer Nebenhandlung ausweiten. Dadurch ist die Einheit der Handlung gegeben. Eine Einheit der Zeit hingegen gibt es nicht: Die Handlung des Stücks zieht sich über zwei Wochen. Ebenso liegt keine Einheit des Raums vor: Die Schauplätze sind vielfältig und wechseln schnell.

Bei den drei aristotelischen Einheiten handelt es sich um die Einheit der Zeit, der Handlung und des Ortes. Diese Prinzipien wurden vom griechischen Philosophen Aristoteles für den Dramenaufbau festgelegt.

Die Einheit der Handlung gibt vor, dass es lediglich eine Haupthandlung ohne ausgestaltete Nebenhandlung geben darf. Die Einheit der Zeit meint, dass das Drama sich nicht über einen zu langen Zeitraum erstrecken, sondern lediglich einen Sonnenlauf (also 24 Stunden) umfassen soll. Die Einheit des Ortes besagt, dass es keine Nebenschauplätze geben darf, sondern sich die Handlung auf einen Schauplatz begrenzen soll.

"Dantons Tod" stellt einen Ausschnitt der Französischen Revolution dar. Die Figuren befinden sich in einer chaotischen Zeit des Umbruchs, die Schauplätze wechseln häufig, es gibt Zeitsprünge und es treten individuelle Charaktere auf. Daher lässt sich "Dantons Tod" als offenes Drama kategorisieren.

Ein offenes Drama ist in seinem Aufbau freier gestaltet als ein geschlossenes Drama. Es gibt keine Einheit von Zeit, Handlung oder Ort. In einem Drama mit offener Form kann es Zeit- und Handlungssprünge geben. Es gibt mehrere Haupt- und Nebenhandlungen sowie viele Figuren und Handlungsorte. Auch der Sprachstil kann variieren und beispielsweise Dialekt oder Umgangssprache beinhalten. Es kommen Figuren aus verschiedenen sozialen Schichten vor, die miteinander in Interaktion treten.

Sprache des Dramas

Büchners Drama ist – ganz im Stil des offenen Dramas – durchzogen von einem parataktischen Satzbau.

Als Parataxe wird die Aneinanderreihung von Hauptsätzen bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Verbindung gleichrangiger Sätze.

Die Sprache im Drama spiegelt den sozialen Status der verschiedenen Rollen wider. Sie ist drastisch und direkt und verhüllt beispielsweise Sexualität nicht. Angehörige des Volks drücken sich vulgär aus, die Unterschicht spricht mit deutlichem Dialekt.

So verflucht Simon seine Frau, als er ihr vorwirft, die gemeinsame Tochter zu prostituieren:

"Du Kuppelpelz, du runzliche Sublimatpille, du wurmstichischer Sündenapfel!"

Alle Zitate stammen, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus Georg Büchners "Dantons Tod" (2002, Stuttgart, Reclam Verlag).

Grundsätzlich ist die Sprache des Stücks impulsiv, gefühlsgeladen und ausdrucksstark. Dadurch weist sie eine große Nähe zur Alltagssprache auf. Im Gegensatz dazu stehen die politischen Reden, die geschwungen werden, sowie die philosophischen Debatten, die im Gefängnis geführt werden. Die Sprache der Frauen ist emotional, Danton bedient sich häufig des Stilmittels der Ironie.

Die Sprache ist bildhaft und enthält viele Metaphern und Vergleiche.

Als Danton mit seinen Freunden und Anhängern über den Verlauf der Revolution spricht, findet er deutliche Worte für die Schreckensherrschaft von Robespierre und den Jakobinern:

[D]ie Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder.

In der römischen Mythologie erhielt Saturn die Weissagung, dass eines seiner Kinder ihn vom Thron stürzen würde. Um dies zu vermeiden, verschlang Saturn seine eigenen Kinder.

Interpretation von "Dantons Tod"

Das Drama "Dantons Tod" lässt sich vor allem vor dem Hintergrund der Fremdbestimmtheit interpretieren. In diesen Aspekt spielen sowohl der Fatalismus-Begriff als auch das Handeln unter Zwang rein.

Fatalismus bedeutet, dass ein Mensch einem übergeordneten Schicksal ausgeliefert ist, ohne dass er etwas dagegen unternehmen kann.

Fatalismus

Im Verlauf des Dramas sieht Danton sich den Ereignissen hilflos ausgeliefert. Er versucht durch seine Reden vor dem Revolutionstribunal zwar, das Blatt zu wenden und um sein eigenes Leben zu kämpfen. Letztlich ist er den Umständen der Schreckensherrschaft der Jakobiner jedoch unterlegen. Danton hat erkannt, dass die Prozesse der Revolution sich verselbstständigt haben und es nicht mehr um das Streben nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit geht. Stattdessen werden die Hinrichtungen nun zum Selbstzweck genutzt.

Mit "Dantons Tod" hat Georg Büchner den Begriff Fatalismus geprägt. Das bedeutet, dass ein Mensch einem übergeordneten Schicksal ausgeliefert ist, ohne dass er etwas dagegen unternehmen kann.

Handeln unter Zwang

Mit dem Fatalismus-Gedanken verwirft das Drama gleichzeitig das Konzept des freien und selbstbestimmten Handelns. Büchner entwirft seine Figuren als Marionetten, deren Handeln fremdbestimmt ist. Danton selbst spricht in diesem Kontext vom Zwang des Müssens. Die Figuren im Stück haben einen eingegrenzten Handlungsspielraum: Danton hätte es fast geschafft, Robespierre zu stürzen. Aber letztendlich muss er scheitern, da er der Maschinerie der Revolution nicht entkommen kann. Vor den Dantonisten wurden die Hébertisten guillotiniert, ihnen folgen die Jakobiner.

Historischer Kontext von "Dantons Tod"

"Dantons Tod" spielt vor dem Hintergrund der Französischen Revolution. Das Stück beginnt mit der Ermordung der Hébertisten und endet mit dem Tod der Titelfigur und seiner Anhänger. Mit dieser zeitlichen Eingrenzung hat Georg Büchner sich bewusst dafür entschieden, die blutigste Phase der Französischen Revolution abzubilden: die Schreckensherrschaft der Jakobiner.

Zu diesem Zeitpunkt ist das Streben nach Freiheit und Gleichberechtigung in eine Herrschaft der Tugend durch Terror umgeschlagen. Den handelnden Akteuren – insbesondere Robespierre und St. Just – geht es weniger um das Wohl des gemeinen Volkes, sondern eher um die Festigung ihrer eigenen Machtposition.

Für Robespierre waren Tugend und Terror zwei Seiten derselben Medaille. Mit dem Ziel der Tugend rechtfertigte Robespierre den Terror. Er wollte einen Tugendstaat errichten, in dem das Volk durch Vernunft und Tugend geleitet wird. Die Feinde des Volkes hingegen sollten durch den Terror bezwungen werden.

Die Terrorherrschaft der Jakobiner forderte ca. 20 000 Opfer, die das Schafott besteigen mussten, um mit der Guillotine hingerichtet zu werden. Die zunehmende Radikalisierung führte letztendlich zum Bruch von Robespierre und Danton, die bis dahin als politische Weggefährten agierten. Danton steuert daraufhin einen gemäßigteren Kurs an.

Bei einem Schafott handelt es sich um eine bühnenartige Erhöhung, auf der öffentliche Enthauptungen durchgeführt wurden.

Durch die Hinrichtung von Danton und seinen Anhängern am 5. April 1794 verloren Robespierre und seine Anhänger immer mehr den Rückhalt der Sansculotten. Die Hinrichtungen zahlreicher politischer Gegner führte nicht zu einer Besserung der Situation.

Als Sansculotten wurden während der Französischen Revolution die Arbeiter und Kleinbürger bezeichnet. Im Gegensatz zu den Adeligen, die zu dieser Zeit Kniebundhosen trugen, kleideten sich die Arbeiter und Kleinbürger in der Regel mit langen Hosen. Der Begriff Sansculotten leitet sich aus dem Französischen ab: sans culottes bedeutet übersetzt "ohne Kniebundhose".

Nachdem Robespierre vor dem Nationalkonvent weitere Hinrichtungen angekündigt hatte, verlor er den Rückhalt der Versammlung endgültig. Gegen ihn und seinen engen Vertrauten St. Just wurde ein Komplott geschmiedet. Die beiden Revolutionäre wurden verhaftet und ohne einen Prozess am 28. Juli 1794 hingerichtet. Damit endete die Schreckensherrschaft der Jakobiner.

"Dantons Tod" – Der Autor Georg Büchner

Georg Büchner wurde am 17. Oktober 1813 in Goddelau als Karl Georg Büchner geboren und verstarb im Alter von nur 23 Jahren am 19. Februar 1837 in Zürich.

Büchner studierte an der Universität Straßburg und später Gießen vergleichende Anatomie. Er engagierte sich stark für die politischen Ziele seiner Zeit und verfasste das Flugblatt "Der Hessische Landbote" (1834). Im selben Jahr, in dem der Hessische Landbote erschien, wurde Büchner zum Mitbegründer der politischen Gruppierung Gesellschaft für Menschenrechte. Diese Gruppierung forderte den Umsturz der politischen Verhältnisse und setzte sich für eine demokratische Verfassung ein. Ganz im Zeichen seines politischen Engagements entstand nur ein Jahr später eins seiner wichtigsten Werke: "Dantons Tod" (1935).

Büchner war deutscher Schriftsteller des Vormärz. Teile seiner Werke zählen zur Exilliteratur. Aufgrund seines politischen Engagements wurde Büchner steckbrieflich gesucht. Um einer Verhaftung zu entgehen, floh er nach Straßburg. Ganz im Sinne der literarischen Epoche des Vormärz war Büchner Gegner der wirklichkeitsfremden, romantischen Dichtung. Heute wird er als politisch kritischer Autor betrachtet.

Vormärz

Die Epochenbezeichnung "Vormärz" geht aus der Märzrevolution im Jahr 1848 in Deutschland hervor. Die Epoche beginnt mit dem Wiener Kongress im Jahr 1815. Dabei handelt es sich um die Definition der Epoche im weiteren Sinne. Wird die Epoche enger gefasst, ist in der Regel der Zeitraum von 1830 bis 1848 gemeint. Die Zeit zwischen 1815 und 1830 wird dann als Junges Deutschland bezeichnet.

Die Autoren der Epoche des Vormärz waren enttäuscht von den Ergebnissen des Wiener Kongresses, daher befasst sich die Literatur des Vormärz vor allem mit den politischen Verhältnissen dieser Zeit und kritisierten diese deutlich. Zudem wendeten die Autoren sich gegen das Verträumte und das Schweifen in die Ferne, das zuvor in der Romantik charakteristisch war. Der Vormärz bevorzugte das Hier und Jetzt, die Texte befassen sich mit der aktuell gegebenen Gegenwart.

Um mehr über diese Epoche zu erfahren, schau Dir gerne die passenden Erklärungen zu "Vormärz" an.

Weitere zentrale Werke Büchners sind "Leonce und Lena" (1836) und das Dramenfragment "Woyzeck" (1837).

Dantons Tod — Das Wichtigste

  • "Dantons Tod" wurde von Georg Büchner geschrieben und 1835 veröffentlicht.
  • Das Drama spielt vor dem Hintergrund der Französischen Revolution.
  • Die ehemaligen politischen Weggefährten Robespierre und Danton stehen sich als Widersacher gegenüber. Während Danton und seine Anhänger einen gemäßigteren Kurs einschlagen und ohne weiteres Blutvergießen eine Republik erschaffen möchten, radikalisiert sich Robespierre zunehmend. Danton und seine Anhänger werden in Gewahrsam genommen und am Ende des Dramas hingerichtet.
  • Die Sprache im Stück spiegelt den sozialen Status der Figuren wider. Sie ist emotional aufgeladen und gefühlsbetont.
  • Büchner bricht mit der klassischen Dramenform. So hat "Dantons Tod" nur vier Akte. Lediglich die Einheit der Handlung wird gewahrt, die des Raumes und der Zeit nicht.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Dantons Tod

Danton stirbt infolge einer öffentlichen Hinrichtung, die durch Robespierre in die Wege geleitet wurde. Gemeinsam mit seinen Anhängern – den Dantonisten – wird er am am 4. April 1794 guillotiniert. 

Büchner schrieb "Dantons Tod" (1835), "Lenz" (1835) und "Leonce und Lena" (1836). Sein Drama "Woyzeck" (1836) ist aufgrund seines frühen Todes ein Fragment geblieben. Das Drama "Pietro Aretino" gilt als verschollen. 

Finales Dantons Tod Quiz

Frage

Wer schrieb das Drama "Dantons Tod"? 

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Antwort

Das Drama wurde von Georg Büchner geschrieben.

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Frage

Wann wurde "Dantons Tod" veröffentlicht? 

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Antwort

"Dantons Tod" wurde 1835 veröffentlicht. 

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Frage

Vor welchem realhistorischen Hintergrund spielt "Dantons Tod"? 


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Antwort

"Dantons Tod" spielt vor dem Hintergrund der Französischen Revolution, genauer: zur Zeit der Schreckensherrschaft der Jakobiner im Jahr 1794.

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Frage

Warum wendet sich Danton gegen Robespierre? 


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Antwort

Danton möchte ohne weiteres Blutvergießen eine Republik erschaffen und schlägt einen gemäßigteren Kurs ein, der vollkommen im Gegensatz zu Robespierres zunehmender Radikalisierung steht. 

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Frage

In welcher literarischen Epoche lässt sich "Dantons Tod" verorten?

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Antwort

Vormärz

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Frage

Was unterscheidet die Frauenfiguren Julie und Lucile von Marion?

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Antwort

  • Julie und Lucile befindet sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Männern
  • Sie geben sich ihnen vollkommen hin und opfern sich am Ende selbst
  • Marion stellt das Gegenbild zu Julie und Lucile dar: Sie ist vollkommen unabhängig und folgt nur ihrem eigenen sexuellen Verlangen. 
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Frage

In wie viele Akte gliedert sich das Drama "Dantons Tod"?

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Antwort

4

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Frage

Was ist der Höhe- und Wendepunkt in "Dantons Tod"? 

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Antwort

Das Aufeinandertreffen vor Robespierre und Danton in der sechsten Szene des ersten Aktes gilt als Höhe- und Wendepunkt des Dramas. 

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Frage

Was bedeutet Fatalismus und inwiefern steht der Begriff in Zusammenhang mit "Dantons Tod"? 

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Antwort

Fatalismus bedeutet das einem übergeordneten Schicksal Ausgeliefertsein. In Bezug auf das Drama kann man sagen, dass Danton den Prozessen der Revolution, die sich im Laufe der Zeit verselbstständigt haben, hilflos ausgeliefert ist. 

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Frage

Inwiefern bricht Büchner in "Dantons Tod" mit der klassischen Dramenform?

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Antwort

In Bezug auf folgende Aspekte bricht Büchner in "Dantons Tod" mit der klassischen Dramenform: 

  • Das Drama hat nur vier Akte, der mittlere Akt, der normalerweise Höhe- und Wendepunkt beinhalten würde, fehlt. 
  • Nur die Einheit der Handlung wird gewahrt, die Einheiten von Raum und Zeit nicht. Das Stück spielt an vielen Schauplätzen, die rasch wechseln und erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. zwei Wochen. 
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Frage

Was spiegelt die Sprache in "Dantons Tod" wider? 

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Antwort

Die Sprache spiegelt den sozialen Status der verschiedenen Rollen wider. Die Angehörigen des Volkes drücken sich deutlich vulgär aus, Sexualität wird dabei nicht verhüllt. Die Unterschicht spricht mit deutlichem Dialekt. Dadurch ist die Sprache der Alltagssprache sehr nah. Im Gegensatz dazu stehen politische Reden und philosophische Debatten im Gefängnis. 

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Frage

Warum kann "Dantons Tod" als offenes Drama kategorisiert werden?

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Antwort

"Dantons Tod" kann als offenes Drama kategorisiert werden, da es mit der klassischen Dramenform und den drei aristotelischen Einheiten bricht. Lediglich die Einheit der Handlung ist gegeben, da sich keine der austauschbaren Episoden zu einer Nebenhandlung ausweiten lässt. Die Einheit des Ortes ist durch die vielen Schauplatzwechsel nicht gegeben, die Einheit der Zeit wird durch Zeitsprünge verletzt

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Frage

Wer ist Robespierres engster Vertrauter?

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Antwort

St. Just

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Frage

Was passiert im ersten Akt von "Dantons Tod"? 

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Antwort

Die Gefahrensituation für Danton und seine Anhänger wird geschaffen, in dem Robespierre ankündigt, gegen weitere Gegner der Revolution vorzugehen – darunter Danton und seine Anhänger. Danton wähnt sich in Sicherheit, beschließt aber, das Gespräch mit Robespierre zu suchen. Die beiden Kontrahenten treffen aufeinander

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Frage

Was passiert im zweiten Akt von "Dantons Tod"? 

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Antwort

Danton erfährt von dem Haftbefehl, der gegen ihn erlassen wurde. Er ergreift nun doch die Flucht, bricht diese aber wieder ab. Danton wird in Gewahrsam genommen. 

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Frage

Was passiert im dritten Akt von "Dantons Tod"?

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Antwort

Danton spricht vor dem Revolutionstribunal, es scheint, als würde es ihm gelingen, die Stimmung zu wenden. Eine Verschwörung zur Befreiung von Danton sorgt für eine Verschärfung der Prozessordnung. Danton wird von der Verhandlung ausgeschlossen. 

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Frage

Was passiert im vierten Akt von "Dantons Tod"? 

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Antwort

Julie nimmt sich selbst das Leben, sodass ihr Mann die Einsamkeit im Jenseits nicht fürchten muss. Die Dantonisten werden hingerichtet, Danton zuletzt. Lucile besiegelt ihr eigenes Schicksal, indem sie den König hochleben lässt. 

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Frage

Um welche Textsorte handelt es sich bei "Dantons Tod"?

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Antwort

Drama

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Frage

Welche Werke verfasste Georg Büchner neben "Dantons Tod" noch?

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Antwort

Neben "Dantons Tod" verfasste Büchner noch "Leonce und Lena" (1836) und das Fragment gebliebene Drama "Woyzeck" (1837). 

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Frage

Büchner war politisch sehr engagiert. Wie hieß das Flugblatt, das er verfasst hat? 

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Antwort

Das von Büchner verfasste Flugblatt ist der "Der Hessische Landbote" (1834).

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