Dantons Tod

Das Drama "Dantons Tod" wurde von Georg Büchner verfasst und 1835 veröffentlicht. Das Stück spielt vor dem historischen Kontext der Französischen Revolution. Die Handlung von "Dantons Tod" setzt am 24. März 1794 mit der Ermordung der Hébertisten ein und endet am 5. April 1794 mit der Hinrichtung von Danton und seinen Anhängern.

Dantons Tod Dantons Tod

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Inhaltsangabe

    Dantons Tod Inhaltswarnung StudySmarter

    Die Hébertisten waren eine radikale Gruppierung der Französischen Revolution. Sie forderten die Herrschaft des Kleinbürgertums. Die Bezeichnung geht auf den bekanntesten Vertreter, den Publizisten Jacques-René Hébert zurück.

    Der Inhalt von "Dantons Tod" orientiert sich an den historischen Gegebenheiten dieser Zeit und Büchner verarbeitet sie in seinem Drama. Rund ein Sechstel der Redeanteile des Stücks hat der Autor wörtlich aus damaligen politischen Reden übernommen oder paraphrasiert.

    "Dantons Tod" – Zusammenfassung

    Für die Zusammenfassung von "Dantons Tod" ist es hilfreich zu wissen, dass Danton im Zentrum des Dramas steht. Danton möchte – anders als sein Widersacher Robespierre – ohne Blutvergießen eine Republik erschaffen. Am Ende fällt er jedoch der zunehmenden Radikalisierung Robespierres zum Opfer.

    "Dantons Tod" Handlung Erster Akt

    Die Handlung des Dramas "Dantons Tod" beginnt damit, dass Danton und seine Frau Julie an einem Spieltisch in einem Spielsalon sitzen.

    • Danton beobachtet den Abgeordneten Hérault-Séchelles beim Kartenspielen.
    • Er philosophiert über die Einsamkeit und die Unmöglichkeit, sein Gegenüber ganz und gar zu kennen.
    • Er gesteht seiner Frau seine tiefe Liebe.

    Philippeau und Camille Desmoulins betreten die Szene und berichten den Anwesenden von der Guillotinierung (Tod durch Fallbeil) von 20 Hébertisten. Alle im Salon sind sich einig, dass der Terror und die Gewalt, die Robespierre mit seinen Maßnahmen auslöst, nicht länger zu unterstützen sind. Denn Robespierre tötete zahlreiche Personen, die er als Feinde der Revolution eingestuft hatte.

    In der zweiten Szene verprügelt der betrunkene Souffleur Simon auf offener Straße seine Frau.

    • Er wirft ihr vor, die gemeinsame Tochter zu prostituieren.
    • Es bildet sich eine Menschenansammlung, die über die Freier des Mädchens empört sind.
    • Einer der Anwesenden trägt ein Schnupftuch, sodass der Verdacht entsteht, Adelige könnten anwesend sein.
    • Nur knapp entgeht der Mann mit dem Schnupftuch der Wut und der Gewalt der Bürger.
    • Robespierre kommt hinzu und beruhigt die Gemüter.
    • Er lädt das Volk ein, ihm in den Jakobinerklub zu folgen.

    Bei den Jakobinern handelt es sich um einen politischen Klub, der sich zur Zeit der Französischen Revolution formierte. Sie forderten die Abschaffung der Monarchie.

    Der Jakobinerklub wurde von Claude-Christophe Gourdan gegründet. Grundsätzlich traten die Jakobiner für das einfache Bürgertum ein, stammten allerdings selbst aus dem gehobenen Bürgertum. Im Juli 1791 spaltete sich der Klub und die Jakobiner radikalisierten sich.

    In der folgenden Rede von Robespierre verteidigt er die Hinrichtung der Hébertisten. Dann leitet er zu den Dantonisten über, ohne Danton allerdings persönlich beim Namen zu nennen. Die Dantonisten sind die Anhänger und Freunde von Dantons. Ihr Ziel ist es, die Schreckensherrschaft von Robespierre zu beenden.

    • Robespierre verurteilt die Lasterhaftigkeit und Vergnügungssucht der Dantonisten.
    • Er benennt auch sie als Feinde der Revolution.

    Draußen vor dem Jakobinerklub wirft Lacroix seinem Kollegen Legendre vor, die Dantonisten überhaupt erst in Robespierres Aufmerksamkeitsbereich gebracht zu haben. Lacroix führt an, dass Robespierre seine Schreckensherrschaft aufrechterhalten müsse, um seine Machtposition zu sichern.

    Im Vergnügungszentrum Palais-Royal unterbricht die Prostituierte Marion ihre Intimitäten mit Danton, um ihm von ihrer von Skandalen geprägten Lebensgeschichte zu erzählen. Die beiden werden in ihrer Unterhaltung von Lacroix unterbrochen, der eintritt und Danton vor der aufkommenden Gefahr durch Robespierre und dem Wohlfahrtsausschuss warnt. Danton wähnt sich selbst in Sicherheit, obwohl er weiß, dass sein luxuriöser Lebensstil die Wut des Volkes schürt. Er beschließt, am nächsten Tag mit Robespierre zu sprechen, um mehr über dessen Absichten zu erfahren.

    • Robespierre stellt in diesem Gespräch seine Grausamkeit als Notwehr dar.
    • Danton wirft Robespierre vor, dem Volk seinen eigenen tugendhaften Lebensstil aufzuzwingen.
    • Danton verlässt die Szene mit dem Vorhaben, das Volk auf die Seite der Dantonisten zu ziehen.

    Robespierre erklärt in einem Monolog, warum Danton vernichtet werden muss. St. Just kommt hinzu. Er drängt Robespierre dazu, die Dantonisten augenblicklich hinrichten zu lassen. Nach einigen Zweifeln stimmt Robespierre der Beseitigung seiner ehemaligen Weggefährten zu.

    Der Wohlfahrtsausschuss diente der öffentlichen Wohlfahrt und der Verteidigung. Unter dem Einfluss von Robespierre erhielt der Wohlfahrtsausschuss diktatorische Vollmacht. Damit wurde der Wohlfahrtsausschuss zu dem Instrument, mit dem die Jakobiner ihre Schreckensherrschaft weiter ausbauen konnten.

    "Dantons Tod" Inhalt Zweiter Akt

    Lacroix, Philippeau und Camille – politisch Gleichgesinnte und Freunde von Danton – besuchen Danton, der sich des Lebens müde zeigt. Sie versuchen, ihn davon zu überzeugen, eine Rede vor dem Wohlfahrtsausschuss zu halten, um zu verhindern, dass die Dantonisten dasselbe Schicksal ereilt wie die Hébertisten. Danton ist nach wie vor davon überzeugt, dass Robespierre seinen ehemaligen Weggefährten nicht schaden wird. Er weigert sich, zu fliehen.

    Camille beklagt sich bei seiner Frau Lucile und seinem Freund Danton darüber, dass die Menschen kein Auge für die Schönheit des Alltäglichen haben. Währenddessen erhält Danton die Nachricht, dass der Wohlfahrtsausschuss seine Verhaftung beschlossen hat. Erneut schlägt er die Möglichkeit zur Flucht aus. Lucile fürchtet um das Leben ihres Mannes, der aufbricht, ohne ihr sein Ziel zu nennen.

    • Danton will immer noch nicht glauben, dass Robespierre sich gegen ihn gewandt hat.
    • Dennoch flieht er, beschließt aber schließlich, umzukehren.

    Dann wird Danton von Schuldgefühlen überwältigt. Als Justizminister hätte er etwas gegen die Septembermorde, bei denen mehr als 1200 inhaftierte Gegner der Französischen Revolution hingerichtet wurden, tun können.

    • Stattdessen hat er die Stimmung weiter aufgestachelt.
    • Seine Frau hört Danton Schreie deswegen.
    • Sie versucht, ihren Mann und sein Gewissen zu beruhigen.
    • Danton redet sich ein, kein Verbrechen begangen, sondern die Republik gegenüber ihren Feinden verteidigt zu haben.
    • Dantons Haus ist plötzlich von Bürgersoldaten, angeführt von Simon, umstellt.
    • Sie wollen den Haftbefehl vollstrecken und nehmen Danton in Gewahrsam.
    • Im Gericht setzt sich Legendre für die Dantonisten ein und verteidigt sie.
    • Er fordert, Danton sprechen zu lassen.
    • Robespierre verlangt, den Dantonisten keine Sonderbehandlung zukommen zu lassen.
    • Außerdem verteidigt St. Just die Herrschaft des Schreckens.

    "Dantons Tod" Inhalt Dritter Akt

    Danton und seine Anhänger wurden in Gewahrsam genommen und treffen im Gefängnis Palais Luxembourg ein.

    • Dort schlägt ihnen Feindseligkeit entgegen.
    • Ihnen wird eine Mitschuld am bisherigen Blutvergießen der Revolution gegeben.
    • Doch nicht nur von den anderen Gefangenen, auch von seinen eigenen Freunden wird Danton angefeindet.
    • Lacroix wirft ihm vor, nicht vor der Verhaftung gewarnt worden zu sein.
    • Camille kauft Danton seinen Lebensüberdruss nicht ab.

    Der öffentliche Ankläger Fouquier-Tinville und Herman, einer von zwei Präsidenten des Gerichtshofs, besprechen, wie sie die Dantonisten schnell verurteilen können. Dabei kommt Herman auf die Idee, die Auswahl der Geschworenen gezielt zu manipulieren.

    Im Gefängnis entschuldigt sich Danton für die Einrichtung des Gerichtshofs. Er erklärt, dass er den Gerichtshof nur geschaffen habe, um eine Wiederholung der Septembermorde zu verhindern.

    • Danton darf nun doch vor dem Gerichtshof sprechen.
    • Ihm wird vorgeworfen, an einer Verschwörung mit dem König beteiligt gewesen zu sein.
    • Danton weist diese Anschuldigungen entschieden zurück.
    • Er zählt die Verdienste auf, die er im Zusammenhang mit der Republik, erzielen konnte.
    • Er verlangt, dass seine Ankläger sich öffentlich zu erkennen geben.

    Herman beendet die Sitzung, als ersichtlich wird, dass es Danton gelingt, die Versammelten nach und nach auf seine Seite zu ziehen.

    St. Just zeigt sich weiterhin fest entschlossen, die Dantonisten zu verurteilen und hinrichten zu lassen, um den Weiterbestand der Revolution und seine eigene Machtposition zu sichern. Er ändert kurzerhand die Prozessordnung und verbietet politische Reden.

    Zwei Mitglieder des Sicherheitsausschusses überreichen dem Ankläger die neue Prozessordnung, die die Verurteilung der Dantonisten beschleunigen soll.

    In einer weiteren Rede fordert Danton einen Untersuchungsausschuss. Er wird durch das Verlesen der neuen Prozessordnung unterbrochen, die als Reaktion auf die geplante Befreiungsaktion präsentiert wird.

    • Danton hält eine leidenschaftliche Rede, in der er Robespierre und St. Just des Hochverrats anklagt.
    • Während die Versammelten zustimmen, werden die Dantonisten wieder abgeführt.
    • Camille ist in Sorge um seine Frau Lucile, da diese als Mitverschwörerin der geplanten Befreiungsaktion gilt.

    Vor dem Gefängnis, in dem sich die Dantonisten befinden, hat sich eine Menschenmenge versammelt. Erst sind sie auf Dantons Seite. Als jedoch sein lasterhafter Lebensstil erwähnt wird, schlägt die Stimmung um.

    "Dantons Tod" Handlung Vierter Akt

    Julie realisiert, dass ihr Mann Danton verloren ist. Da sie weiß, wie sehr er mit dem Tod hadert und die Einsamkeit fürchtet, schickt sie einen Boten ins Palais Luxembourg. Dieser soll Danton die Nachricht überbringen, dass sie ihm in den Tod folgen wird.

    Im Palais Luxembourg verbringen die Dantonisten die letzte Nacht vor ihrer geplanten Hinrichtung. Camille vertraut sich Danton an: Er fürchtet die Konsequenzen, die seine Frau als Mitverschwörerin zu tragen hat, mehr als seine eigene Hinrichtung.

    • Danton gibt sich seiner eigenen Verzweiflung hin.
    • Er zeigt sich allerdings erleichtert darüber, dass Julie ihm in den Tod folgen wird.
    • Am nächsten Morgen sollen die Dantonisten zu ihrer Hinrichtungsstätte gebracht werden.
    • Lucile mischt sich unter die Gaffer und ruft nach ihrem Mann, der daraufhin am Fenster erscheint.
    • Sie spricht in wirren Sätzen und singt als habe sie den Verstand verloren.

    Kurz vor der Hinrichtung ist Danton besorgt darüber, wie es nach seinem Tod mit seinem Land weitergehen soll. Er prophezeit den baldigen Untergang von Robespierre und damit ein Ende der Schreckensherrschaft der Jakobiner.

    • Camille wird zuerst hingerichtet.
    • Danton zuletzt.
    • Auch Lacroix prophezeit kurz vor seinem Tod das Ende der Jakobiner.
    • Phillippeau gibt sich versöhnlich.

    Lucile stimmt ein Abschiedslied für ihren Mann an, ehe sie den König hochleben lässt und damit ihre eigene Verhaftung provoziert.

    Währenddessen schluckt Julie Gift und beendet dadurch ihr eigenes Leben, damit Danton im Jenseits nicht einsam sein muss.

    "Dantons Tod" – Figuren

    Die zentralen Figuren in "Dantons Tod" sind Danton und Robespierre, die zwei verschiedene politische Ansichten in der Französischen Revolution repräsentieren. Auch ihre Freunde und Mitstreiter, wie z.B. Camille Desmoulins oder St. Just spielen eine Rolle.

    "Dantons Tod" Rollen: Danton

    Die zentralste Rolle in Büchners Drama spielt Danton. Die Figur Danton lässt sich mit diesen Merkmalen beschreiben:

    • empfindet die Schreckensherrschaft Robespierres als übermäßig gewalttätig

    • lebt genussvoll

    • ist dem Laster zugeneigt

    • zeigt er sich des Lebens überdrüssig

    • wird hingerichtet

    Die Rolle Danton ist angelehnt an den realhistorischen George Danton (1759 bis 1794), der einer der führenden Politiker der Französischen Revolution war.

    "Dantons Tod" Rollen: Robespierre

    Die nachfolgende Figurencharakterisierung ordnet Robespierre als den realhistorischen Maximilien de Robespierre in die Handlung von "Dantons Tod" ein. Weitere Merkmale der Figur Robespierre sind:

    • gilt als Hauptverantwortlicher für die Massenhinrichtungen während der Schreckensherrschaft

    • gehört als unerbittlicher Politiker zu den Jakobinern

    • blinde Entschlossenheit

    • Fanatiker

    • lebt enthaltsam, tugendhaft und nur für die Revolution.

    • engster Vertrauter ist Louis Antoine de Saint-Just.

    Die Rolle Robespierre ist angelehnt an den realhistorischen Maximilien de Robespierre (1758 bis 1794), der ebenfalls ein führender Politiker der Französischen Revolution war.

    "Dantons Tod" Rollen : St. Just

    Die nachfolgende Figurencharakterisierung ordnet St. Just als den realhistorischen Antoine de Saint-Just in die Handlung von "Dantons Tod" ein. Weitere Merkmale der Figur St. Just sind:

    • Vertrauter Robespierres

    • unterstützt Robespierres Schreckensherrschaft

    • Gegenüber den zahlreichen Opfern der Revolution zeigt er sich mitleidlos.

    • kalkulierend und skrupellos

    • hetzt er das Volk mit leidenschaftlichen Reden auf

    Die Rolle St. Just ist an den realhistorischen Louis Antoine de Saint-Just (1767 bis 1794) angelehnt. Dieser war Politiker der Französischen Revolution und als solcher Anhänger und enger Vertrauter von Maximilien de Robespierre.

    Charakterisierung Camille "Dantons Tod"

    Die nachfolgende Figurencharakterisierung ordnet Camille als den realhistorischen Camille Desmoulins in die Handlung von "Dantons Tod" ein. Weitere Merkmale der Figur Camille sind:

    • schwärmerischer junger Mann
    • ehemaliger politischer Weggefährte von Robespierre
    • wendet sich aufgrund der Schreckensherrschaft gegen seinen Freund
    • Camille vertritt dieselbe Meinung wie Danton.

    Die Rolle Camille ist angelehnt an den realhistorischen Camille Desmoulins (1760 bis 1794). Dieser war ebenfalls führender Politiker der Französischen Revolution und beruflich als Anwalt tätig. Er war Danton sowohl freundschaftlich als auch politisch eng verbunden.

    "Dantons Tod" Rollen: Julie Danton

    Die nachfolgende Figurencharakterisierung ordnet Julie Danton als die Frau von Danton in "Dantons Tod" ein. Julie Danton hat keine realhistorische Entsprechung. Merkmale der Figur Julie Danton sind:

    • unschuldiges Opfer der grausamen Revolution
    • treue Ehefrau
    • unterstützt ihren Mann

    "Dantons Tod" Rollen: Lucile Desmoulins

    Die nachfolgende Figurencharakterisierung ordnet Lucile Desmoulins als die realhistorische Lucile Desmoulins in die Handlung von "Dantons Tod" ein. Weitere Merkmale der Figur Lucile Desmoulins sind:

    • Frau von Camille Desmoulins
    • ihm in inniger Liebe zugeneigt
    • passiv leidend
    • verfällt dem Wahnsinn
    • lässt den König hochleben
    • besiegelt damit ihr eigenes Schicksal, eine Verhaftung

    "Dantons Tod" Rollen: Marion

    Die Figur Marion in "Dantons Tod" hat ebenfalls keine realhistorische Entsprechung. Merkmale dieser Figur sind:

    • Prostituierte

    • unabhängig

    • kein Opfer sexueller Ausbeute

    Marion verkörpert die Kehrseite der weiblichen Tugend. Sie ist keinem Mann in Liebe zugeneigt, sondern lebt frei nach ihrer eigenen Lust. Marion ist durchweg von ihren Trieben geleitet.

    Frauenfigur in "Dantons Tod"

    Sowohl Julie als auch Lucile agieren als Frauenfiguren in "Dantons Tod" in privater Sphäre, während ihre Männer – Danton und Camille – in der Öffentlichkeit stehen.

    • Die beiden Ehefrauen haben sich vollkommen auf ihre Männer ausgerichtet.
      • sind ihnen in tiefer Liebe zugeneigt
    • Julie entscheidet sich, ihrem Mann in den Tod zu folgen, um ihn vor der Einsamkeit im Jenseits zu bewahren.
    • Lucile provoziert ihr eigenes Schicksal, indem sie den König hochleben lässt .
      • folgt Camille so indirekt ebenfalls ins Grab

    Die Prostituierte Marion bildet das Gegenbild zu den Frauenfiguren Julie und Lucile.

    • von ihren Trieben geleitet
    • lebt ihre Sexualität frei aus
    • ist emotional abgestumpft

    Während Julie und Lucile sich in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Männern befinden, ist Marion unabhängig.

    "Dantons Tod" – Aufbau und Sprache

    Die Handlung von Büchners "Dantons Tod" lässt sich klar von einem Trauerspiel oder einer Tragödie abgrenzen. Der Aspekt der Tragik ist bis zuletzt abwesend. Das zeigt sich vor allem in der parallelen Struktur des Dramas:

    • Zu Beginn sterben die Hébertisten,
    • am Ende die Dantonisten.

    Das Schicksal, das Danton am Ende des Stücks ereilt, ist kein einzelnes. Unzählige Menschen vor und nach ihm sind durch die Guillotine gestorben. Auch handelt es sich bei Danton nicht um einen tragischen Helden, der sein Schicksal sinnerfüllt akzeptiert – er hadert bis zuletzt damit.

    • Zu Beginn des Dramas ist Danton lethargisch, will nichts unternehmen.
    • Erst, als sein Leben konkret bedroht ist, zeigt sich in ihm ein leichter Kampfgeist.
    • Eigentlich wissen Danton und seine Anhänger, dass die Hoffnung vergebens ist.
    • Sie wissen, dass sie ihr Schicksal nicht mehr abwenden können.

    "Dantons Tod" – Aufbau

    Der Aufbau des Dramas "Dantons Tod" weicht von der klassischen Gliederung in fünf Akte ab. Mit nur vier Akten entfällt der mittlere Akt, der im klassischen fünfaktigen Drama den Höhe- und Wendepunkt beinhalten würde.

    So besiegelt Büchner bereits im ersten Akt den Untergang des Titelhelden Danton. Der Höhepunkt des Dramas – das Aufeinandertreffen von Robespierre und Danton – ereignet sich bereits am Ende des ersten Aktes. Danach tritt Robespierre in den Hintergrund. Ebenso ist die Handlung nicht stetig steigend oder fallend, sondern entfaltet sich wellenförmig.

    Die Schlüsselszenen des Dramas "Dantons Tod" sind:

    1. Akt
    2. Akt
    3. Akt
    4. Akt
    • Robespierre kündigt an, gegen weitere Gegner der Revolution vorzugehen – darunter Danton und seine Anhänger (I, 3)
    • Höhe- und Wendepunkt: Danton und Robespierre treffen aufeinander (I, 6)
    • Danton erfährt von dem Haftbefehl gegen ihn (II, 3)
    • Abbruch zur Flucht (II, 4)
    • Danton wird in Gewahrsam genommen (II, 6)
    • Danton spricht vor dem Revolutionstribunal (III, 4)
    • Komplott zur Befreiung (III, 5)
    • Verschärfung der Prozessordnung (III, 6)
    • Ausschluss Dantons von der Verhandlung (III, 9)
    • Julie nimmt sich das Leben (IV, 6)
    • Danton und seine Anhänger werden hingerichtet (IV, 7)
    • Lucile provoziert ihre eigene Verhaftung (IV, 8)
    Handlung steigend
    Handlung fallend, steigend, dann wieder fallend
    Handlung weiter fallend, steigend, dann fallend
    Handlung fallend

    Einzelne Szenen sind für die Gesamtheit der Handlung nicht relevant und könnten beliebig ausgetauscht oder weggelassen werden. Allerdings lässt sich keine der austauschbaren Episoden zu einer Nebenhandlung ausweiten. Dadurch ist die Einheit der Handlung gegeben. Eine Einheit der Zeit hingegen gibt es nicht: Die Handlung des Stücks zieht sich über zwei Wochen. Ebenso liegt keine Einheit des Raums vor: Die Schauplätze sind vielfältig und wechseln schnell.

    "Dantons Tod" stellt einen Ausschnitt der Französischen Revolution dar. Die Figuren befinden sich in einer chaotischen Zeit des Umbruchs, die Schauplätze wechseln häufig, es gibt Zeitsprünge und es treten individuelle Charaktere auf. Daher lässt sich "Dantons Tod" als offenes Drama kategorisieren.

    Für mehr Infos zum Drama, lies Dir auch die Erklärung "Dramatik" durch. Viel Spaß beim Lesen und Lernen!

    "Dantons Tod" – Sprache

    Die Sprache in Büchners Drama "Dantons Tod" ist – ganz im Stil des offenen Dramas – durchzogen von einem parataktischen Satzbau.

    • Die Sprache in "Dantons Tod" spiegelt den sozialen Status der verschiedenen Rollen wider.
    • Sie ist drastisch, direkt und verhüllt bspw. Sexualität nicht.
    • Angehörige des Volks drücken sich vulgär aus, die Unterschicht spricht mit deutlichem Dialekt.

    So verflucht Simon seine Frau, als er ihr vorwirft, die gemeinsame Tochter zu prostituieren:

    "Du Kuppelpelz, du runzliche Sublimatpille, du wurmstichischer Sündenapfel!" 1

    Die Sprache in "Dantons Tod" ist außerdem

    • bildhaft
    • und enthält viele Metaphern
    • und Vergleiche.

    Als Danton mit seinen Freunden und Anhängern über den Verlauf der Revolution spricht, findet er deutliche Worte für die Schreckensherrschaft von Robespierre und den Jakobinern:

    [D]ie Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder.1

    In der römischen Mythologie erhielt Saturn die Weissagung, dass eines seiner Kinder ihn vom Thron stürzen würde. Um dies zu vermeiden, verschlang Saturn seine eigenen Kinder.

    Die folgende Aufzählung bietet Dir noch einmal eine Übersicht über die sprachlichen Merkmale in "Dantons Tod":

    • Grundsätzlich ist die Sprache des Stücks impulsiv, gefühlsgeladen und ausdrucksstark.
    • Dadurch weist sie eine große Nähe zur Alltagssprache auf.
    • Im Gegensatz dazu stehen die politischen Reden in "Dantons Tod" sowie die philosophischen Debatten, die im Gefängnis geführt werden.
    • Die Sprache der Frauen ist emotional, Danton bedient sich hingegen häufig des Stilmittels der Ironie.

    "Dantons Tod" – Interpretation

    Die Interpretation des Dramas "Dantons Tod" kann vor allem vor dem Hintergrund der Fremdbestimmtheit erfolgen. In diesen Aspekt spielen sowohl der Fatalismus-Begriff als auch das Handeln unter Zwang hinein.

    Fatalismus bedeutet, dass ein Mensch einem übergeordneten Schicksal ausgeliefert ist, ohne dass er etwas dagegen unternehmen kann.

    Reden in "Dantons Tod": Fatalismus

    Im Verlauf des Dramas sieht Danton sich den Ereignissen hilflos ausgeliefert. Er versucht, durch seine Reden vor dem Revolutionstribunal zwar, das Blatt zu wenden und um sein eigenes Leben zu kämpfen. Letztlich ist er den Umständen der Schreckensherrschaft der Jakobiner jedoch unterlegen. Danton hat erkannt, dass die Prozesse der Revolution sich verselbstständigt haben und es nicht mehr um das Streben nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit geht. Stattdessen werden die Hinrichtungen nun zum Selbstzweck genutzt.

    Handeln unter Zwang

    Mit dem Fatalismus-Gedanken verwirft das Drama gleichzeitig das Konzept des freien und selbstbestimmten Handelns. Büchner entwirft seine Figuren als Marionetten, deren Handeln fremdbestimmt ist. Danton selbst spricht in diesem Kontext vom Zwang des Müssens. Die Figuren im Stück haben einen eingegrenzten Handlungsspielraum: Danton hätte es fast geschafft, Robespierre zu stürzen. Aber letztendlich muss er scheitern, da er der Maschinerie der Revolution nicht entkommen kann. Vor den Dantonisten wurden die Hébertisten guillotiniert, ihnen folgen die Jakobiner.

    "Dantons Tod" – Kernaussage

    Die Kernaussage von "Dantons Tod" kann sich auf das Ausgeliefertsein von Danton beziehen und wirft darüber hinaus verschiedene Fragen auf, wie z. B. was Fremdbestimmtheit mit einem Menschen macht. Mit "Dantons Tod" hat Georg Büchner den Begriff Fatalismus geprägt. Das bedeutet, dass ein Mensch einem übergeordneten Schicksal ausgeliefert ist, ohne dass er etwas dagegen unternehmen kann.

    "Dantons Tod" – Kapitel Historischer Kontext

    "Dantons Tod" spielt vor dem historischen Kontext der Französischen Revolution.

    • Das Stück beginnt mit der Ermordung der Hébertisten.
    • Das Stück endet mit dem Tod der Titelfigur und seiner Anhänger.

    Mit dieser zeitlichen Eingrenzung hat Georg Büchner sich bewusst dafür entschieden, die blutigste Phase der Französischen Revolution abzubilden: Die Schreckensherrschaft der Jakobiner. Zu dieser Zeit ist das Streben nach Freiheit und Gleichberechtigung in eine Herrschaft der Tugend durch Terror umgeschlagen.

    Den handelnden Akteuren – insbesondere Robespierre und St. Just – geht es weniger um das Wohl des gemeinen Volkes, sondern eher um die Festigung ihrer eigenen Machtposition.

    • Die Terrorherrschaft der Jakobiner forderte ca. 20.000 Opfer.
      • Sie wurden mit der Guillotine hingerichtet zu werden.
    • Die zunehmende Radikalisierung führte zum Bruch von Robespierre und Danton.
      • Bis dahin agierten sie als politische Weggefährten.
    • Danton steuert daraufhin einen gemäßigteren Kurs an.

    Durch die Hinrichtung von Danton und seinen Anhängern am 5. April 1794 verloren Robespierre und seine Anhänger immer mehr den Rückhalt der Sansculotten. Die Hinrichtungen zahlreicher politischer Gegner führte nicht zu einer Besserung der Situation.

    • Nachdem Robespierre weitere Hinrichtungen angekündigt hatte, verlor er den Rückhalt der Versammlung endgültig.
    • Gegen ihn und seinen engen Vertrauten St. Just wurde ein Komplott geschmiedet.
    • Die beiden Revolutionäre wurden verhaftet.
    • Sie wurden ohne einen Prozess am 28. Juli 1794 hingerichtet.
    • Damit endete die Schreckensherrschaft der Jakobiner.

    Als Sansculotten wurden während der Französischen Revolution die Arbeiter und Kleinbürger bezeichnet. Im Gegensatz zu den Adeligen, die zu dieser Zeit Kniebundhosen trugen, kleideten sich die Arbeiter und Kleinbürger in der Regel mit langen Hosen. Der Begriff Sansculotten leitet sich aus dem Französischen ab: sans culottes bedeutet übersetzt "ohne Kniebundhose".

    "Dantons Tod" – Epoche

    "Dantons Tod" gehört zur Epoche des Vormärz, obwohl es in der Zeit der Französischen Revolution spielt. Im Vormärz war auch Deutschland im Umbruch:

    • Ziel war es, einen deutschen Nationalstaat zu gründen und dem Volk mehr Mitspracherecht zu geben.
    • Genau wie in der Französischen Revolution standen also demokratische Ziele im Vordergrund.

    Die Gewalttaten in der Revolution, die auch Büchner in seinem Werk darstellt, waren jedoch ein abschreckendes Beispiel. Eine Kernaussage in "Dantons Tod" ist, dass Gewalt und Unterdrückung keine Lösung sind, denn am Ende leidet meist das Volk.

    Die Epoche des Vormärz beginnt mit dem Wiener Kongress im Jahr 1815. Wird die Epoche enger gefasst, ist in der Regel der Zeitraum von 1830 bis 1848 gemeint. Um mehr über diese Epoche zu erfahren, schau Dir gerne die passende Erklärung "Vormärz" an.

    "Dantons Tod" – Der Autor Georg Büchner

    Georg Büchner wurde am 17. Oktober 1813 in Goddelau als Karl Georg Büchner geboren. Büchner verstarb im Alter von nur 23 Jahren am 19. Februar 1837 in Zürich.

    • Büchner studierte an der Universität Straßburg und später Gießen vergleichende Anatomie.
    • Er engagierte sich stark für die politischen Ziele seiner Zeit.
    • 1834 wurde Büchner zum Mitbegründer der politischen Gruppierung "Gesellschaft für Menschenrechte".
      • Gruppierung forderte den Umsturz der politischen Verhältnisse
      • setzte sich für eine demokratische Verfassung ein

    Ganz im Zeichen seines politischen Engagements entstand nur ein Jahr später eins seiner wichtigsten Werke: "Dantons Tod" (1935).

    Büchner war deutscher Schriftsteller des Vormärz. Teile seiner Werke zählen zur Exilliteratur. Aufgrund seines politischen Engagements wurde Büchner steckbrieflich gesucht.

    • Um einer Verhaftung zu entgehen, floh er nach Straßburg.
    • Ganz im Sinne der literarischen Epoche des Vormärz war Büchner Gegner der wirklichkeitsfremden, romantischen Dichtung.
    • Heute wird er als politisch kritischer Autor betrachtet.

    Weitere zentrale Werke Büchners sind "Leonce und Lena" (1836) und das Dramenfragment "Woyzeck" (1837).

    "Dantons Tod" — Das Wichtigste

    • "Dantons Tod" wurde von Georg Büchner geschrieben und 1835 veröffentlicht.
    • Das Drama spielt vor dem Hintergrund der Französischen Revolution.
    • "Dantons Tod" – Inhalt: Die ehemaligen politischen Weggefährten Robespierre und Danton stehen sich als Widersacher gegenüber. Während Danton und seine Anhänger einen gemäßigteren Kurs einschlagen und ohne weiteres Blutvergießen eine Republik erschaffen möchten, radikalisiert sich Robespierre zunehmend. Danton und seine Anhänger werden in Gewahrsam genommen und am Ende des Dramas hingerichtet.
    • "Dantons Tod" – Figuren:
      • Danton:
        • empfindet Schreckensherrschaft Robespierres als gewalttätig
        • lebt genussvoll
        • zeigt sich des Lebens überdrüssig
        • wird auf Robespierres Befehl hingerichtet
      • Robespierre:
        • Hauptverantwortlicher für die Massenhinrichtungen
        • gehört zu den Jakobinern
        • unerbittlicher Politiker und Fanatiker
        • lebt enthaltsam, tugendhaft und nur für die Revolution.
      • Camille:
        • schwärmerischer junger Mann

        • ehemaliger politischer Weggefährte von Robespierre

        • wendet sich aufgrund der Schreckensherrschaft gegen seinen Freund

        • wird mit Danton zusammen hingerichtet

    • "Dantons Tod" – Sprache: Die Sprache im Stück spiegelt den sozialen Status der Figuren wider.
      • Sprache ist emotional aufgeladen und gefühlsbetont.
    • "Dantons Tod" – Aufbau: Büchner bricht mit der klassischen Dramenform. So hat "Dantons Tod" nur vier Akte. Lediglich die Einheit der Handlung wird gewahrt, die des Raumes und der Zeit nicht.
    • "Dantons Tod" – Interpretation: Mit "Dantons Tod" hat Georg Büchner den Begriff Fatalismus geprägt. Das bedeutet, dass ein Mensch einem übergeordneten Schicksalausgeliefert ist, ohne dass er etwas dagegen unternehmen kann.
      • Die Kernaussage von "Dantons Tod" kann sich deshalb auf das Ausgeliefertsein von Danton beziehen.
      • Darüber hinaus wird die Frage aufgeworfen, was Fremdbestimmtheit mit einem Menschen macht.
    • "Dantons Tod" – Kapitel Historischer Kontext: "Dantons Tod" spielt vor dem historischen Kontext der Französischen Revolution. Mit dieser zeitlichen Eingrenzung hat Georg Büchner sich bewusst dafür entschieden, die blutigste Phase der Französischen Revolution abzubilden:
      • die Schreckensherrschaft der Jakobiner.
    Dantons Tod Hilfe in Krisensituationen und Notlagen telefonseelsorge.de telefonseelsorge.at StudySmarter

    Nachweise

    1. Büchner (2002): Dantons Tod. Reclam Verlag.
    Häufig gestellte Fragen zum Thema Dantons Tod

    Wie ist Danton gestorben?

    Danton stirbt infolge einer öffentlichen Hinrichtung, die durch Robespierre in die Wege geleitet wurde. Gemeinsam mit seinen Anhängern – den Dantonisten – wird er am am 4. April 1794 guillotiniert. 

    Was schrieb Georg Büchner?

    Georg Büchner schrieb "Dantons Tod" (1835), "Lenz" (1835) und "Leonce und Lena" (1836). Sein Drama "Woyzeck" (1836) ist aufgrund seines frühen Todes ein Fragment geblieben. Das Drama "Pietro Aretino" gilt als verschollen. 

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    In welcher literarischen Epoche lässt sich "Dantons Tod" verorten?

    In wie viele Akte gliedert sich das Drama "Dantons Tod"?

    Wer ist Robespierres engster Vertrauter?

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