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Tod eines Handlungsreisenden

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Tod eines Handlungsreisenden

"Tod eines Handlungsreisenden" ist ein Drama des amerikanischen Schriftstellers Arthur Miller, das den Originaltitel "Death of a salesman" trägt. Das Stück entstand 1949 und wurde im selben Jahr in New York uraufgeführt. Darin wird das Scheitern des Handelsvertreters Willy Loman porträtiert, der für sich und seine Söhne ein erfolgreiches und wohlhabendes Leben erträumt hat. Jedoch muss Willy sich im Alter von 63 Jahren eingestehen, dass er sich mit den Vorstellungen über sein Leben schlussendlich selbst betrogen hat.

Zusammenfassung von "Tod eines Handlungsreisenden"

Das Drama "Tod eines Handlungsreisenden" ist in zwei Akte aufgeteilt. Die einzelnen Szenen wechseln zwischen den Geschehnissen der Gegenwart und Willy Lomans Halluzinationen. Das Stück wird mit einem kurzen Requiem beendet.

Ein Requiem ist in der katholischen Kirche eine Totenmesse, die in Gedenken an eine*n Verstorbene*n abgehalten wird.

Inhalt erster Akt

Gegenwart

Willy Loman ist ein 63-jähriger Handelsvertreter für Strümpfe, der in ganz Neuengland versucht, seine Waren zu verkaufen. An dem Tag, an dem die Geschichte beginnt, kehrt Willy zum Erstaunen seiner Frau Linda viel früher als erwartet zurück. Er erklärt, dass er einfach nicht in der Lage war, weiterzufahren, weil seine Gedanken immer wieder abschweiften. Deshalb befindet Linda, dass es besser für ihn wäre, sich beruflich in die Stadt versetzen zu lassen.

Die erwachsenen Kinder des Ehepaares, Biff und Happy, sind zu Besuch. Beide führen ein beruflich wenig erfolgreiches Leben, weshalb es vor allem zwischen Biff und Willy öfter zu Streitereien kommt.

In ihrem Zimmern äußern Biff und Happy Sorgen über den psychischen Zustand ihres Vaters, da dieser immer öfter Selbstgespräche führt, in denen er anscheinend mit Biff spricht. Happy denkt, dass die Erfolglosigkeit seines Bruders der Grund für den Zustand seines Vaters sei. Er selbst hat zwar einen sicheren Job, eine Wohnung und eine Frau, ist aber trotzdem meist unglücklich. Auch Biff zeigt sich unzufrieden mit seiner Arbeit als Farmarbeiter und möchte sich daher Geld von seinem ehemaligen Arbeitgeber leihen, um ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Vergangenheit

Willy schwelgt in Erinnerungen an den jungen Biff, der ein großes Talent im Sport war. Er erzählt seinem Sohn von seiner Bekanntheit als Handelsvertreter und den großartigen amerikanischen Städten, die er besucht. Der Nachbarsjunge Bernard kommt hinzu, weil er mit Biff für die Mathematikprüfung lernen will. Willy macht sich jedoch nur über den Jungen lustig, denn sein Sohn würde allein wegen seiner sportlichen Fähigkeiten Stipendien von großen Universitäten bekommen.

Gegenwart

Biff und Happy reißen ihren Vater aus seiner Traumwelt. Willy erzählt den beiden von seinem Bruder Ben, der in Afrika Diamanten gefunden habe und nun reich sei. Der Nachbar Charley kommt zum Kartenspielen vorbei und bietet Willy eine Stelle in seinem Unternehmen an, den dieser aber ablehnt. Willy verliert sich wieder in einer Halluzination, versucht dies aber zu verbergen, damit Charley nichts bemerkt.

Halluzination

Nachdem der Nachbar das Haus verlassen hat, kann sich Willy seinen Gedanken widmen, in denen ihm sein Bruder Ben erscheint und von seiner Suche nach den Diamanten in Alaska berichtet. Er sei mit 17 Jahren nach Alaska aufgebrochen, um ihren Vater zu finden, aber in Afrika gelandet. Dort musste er sich durch den Dschungel schlagen und stieß dabei auf Diamanten. Willy ist beeindruckt und möchte seine Söhne ebenfalls dazu erziehen, ein erfolgreiches Leben zu führen.

Gegenwart

Willy geht spazieren, was seine Frau zum Anlass nimmt, mit ihren beiden Söhnen zu sprechen. Sie machen sich Sorgen um den Zustand des Vaters. Auch Linda sieht die Auseinandersetzungen mit Biff und ihre finanzielle Notlage als Grund für Willys Verwirrungen und bittet deshalb, keinen Streit mit ihm anzufangen. Er sei ohnehin selbstmordgefährdet, da er seit Langem kein festes Gehalt, sondern nur noch Provision für seine Verkäufe erhalte und sich deshalb Geld von Charley leihen würde.

Willy hat bereits mehrere Autounfälle verursacht und auch einen Schlauch am Gasventil im Keller angebracht. Als Willy zurückkehrt, berichtet Biff von seinem Vorhaben, ein eigenes Unternehmen zu gründen, was den Vater sehr freut.

Inhalt zweiter Akt

Gegenwart

Am nächsten Tag sucht Willy seinen Arbeitgeber auf, da er sich in die Stadt versetzen lassen möchte. Statt jedoch seine Versetzung zu erwirken, wird Willy entlassen.

Halluzination

Ben taucht erneut auf und bietet seinem Bruder eine Stelle in Alaska an. Auch dieses Angebot schlägt Willy aus, denn er möchte sich an der Ostküste durchsetzen und sich dort einen Namen machen. Anschließend erscheint ihm Bernard, der ehemalige Schulfreund von Biff und ein mittlerweile erfolgreicher Anwalt.

Willy fragt ihn, warum Biff es beruflich zu nichts gebracht hat. Bernard macht die Mathematikprüfung dafür verantwortlich, die Biff damals nicht bestanden und auch nicht wiederholt hatte, weil er seinen Vater bei einem Besuch in Boston beim Fremdgehen erwischt hatte.

Gegenwart

Biff und Happy haben ihren Vater in ein Restaurant eingeladen. Als sie auf ihn warten, fragt Happy seinen Bruder nach dem Gespräch mit seinem ehemaligen Arbeitgeber und ob er das Startkapital geliehen bekommen hätte. Biff hatte jedoch keine Chance, mit dem Chef zu sprechen, da dieser sich nicht an ihn erinnern konnte.

Von diesem Rückschlag wolle er auch seinem Vater erzählen, bringt es jedoch nicht übers Herz, Willy wieder zu enttäuschen. Seit Willy das Restaurant betreten hat, befindet er sich wieder zwischen seiner Halluzination und der Realität hin- und hergerissen. Seine Söhne ertragen diesen Anblick nicht und verlassen das Restaurant.

Gegenwart und Halluzination

Zu Hause ist Linda verärgert darüber, dass die Kinder ihren Vater allein zurückgelassen haben und will sie herauswerfen. Biff möchte aber noch ein letztes Mal mit seinem Vater sprechen, der im Garten erneut ein Selbstgespräch führt. Er spricht von einem Angebot über 20.000 Dollar und seiner Beerdigung, zu der alle Bekannten von seinen Reisen kommen würden.

Biff konfrontiert seinen Vater damit, dass er daran schuld sei, dass aus ihm nichts geworden ist. Es war schließlich Willy, der ihm beigebracht hatte, dass jeder seine Träume erreichen könne und ihm eine unrealistische Zukunft prophezeite. Willy geht nicht auf das Gesagte ein, sondern meint optimistisch, dass Biff mit den 20.000 Dollar einen Neuanfang wagen könne. Daraufhin steigt er in sein Auto und fährt davon.

Requiem

Bei Willys Beerdigung sind nur Linda, Biff, Happy und Charley anwesend, der eine Rede hält. Die Brüder sind unterschiedlicher Meinung über die Erziehungsweise ihres Vaters. Happy meint, dass Willy recht hatte und es sich lohnt, nach dem Besten zu streben. Biff hingegen hält nichts von den Ansichten seines Bruders. Linda ist fassungslos über den Selbstmord ihres Mannes, denn er nahm sich erst das Leben, als ihre Schulden abbezahlt waren.

Charaktere in "Tod eines Handlungsreisenden"

Willy Loman

  • 63 Jahre alt
  • Handelsvertreter für Strümpfe in Neuengland
  • schafft es nicht, viele Waren zu verkaufen
  • träumte immer von großem Erfolg und Wohlstand
  • hält beruflichen Erfolg für das höchste Ziel
  • versuchte mehrfach sich umzubringen
  • hat immer wieder Halluzinationen
  • führt ein Leben voller Selbsttäuschung
  • begeht Selbstmord

Biff Loman

  • Willys ältester Sohn
  • beruflich erfolglos
  • Wanderarbeiter auf Farmen
  • möchte ein Unternehmen gründen und sein Leben in den Griff bekommen
  • streitet sich immer wieder mit Willy wegen seiner beruflichen Erfolglosigkeit
  • macht Willys Prophezeiungen über eine erfolgreiche Zukunft für seine Situation verantwortlich
  • Weg war durch die nicht bestandene Mathematikprüfung vorgezeichnet

Happy Loman

  • Willys jüngerer Sohn
  • ist erfolgreicher als Biff
  • hat einen festen Job, eine Wohnung, ein Auto und eine Frau, ist aber trotzdem unglücklich
  • bekommt keine Anerkennung von seinem Vater
  • ist derselben Ansicht wie Willy, dass man immer nach dem Besten streben soll

Linda Loman

  • Ehefrau von Willy
  • Mutter von Biff und Happy
  • sorgt sich um ihren Mann und will ihn schützen
  • sieht die Schuld für Willys psychischen Zustand bei ihren Söhnen

Ben Loman

  • Bruder von Willy
  • tritt nur in Willys Halluzinationen auf
  • ist auf Diamanten gestoßen
  • verwirklichte den amerikanischen Traum
  • soll als Vorbild für Biff und Happy dienen

Der American Dream (amerikanischer Traum) bezeichnet eine in den USA vorherrschende Gesinnung, wonach jeder Mensch, egal aus welchen Verhältnissen er stammen möge, durch harte Arbeit Ruhm und Wohlstand erlangen könne. Die Formulierung "Vom Tellerwäscher zum Millionär" ist dabei eine oft genutzte Phrase zur Veranschaulichung dieses Gedankens.

In "Tod eines Handlungsreisenden" werden nicht viele Figuren vorgestellt. Der Großteil der handelnden Figuren stammt aus der Familie Loman. Neben den Lomans treten die Nachbarn Charley und sein Sohn Bernard auf. Bernard und auch Ben Loman sind zwar reale Personen, tauchen aber nur in der Halluzination von Willy Loman auf.

Analyse von "Tod eines Handlungsreisenden"

"Tod eines Handlungsreisenden" zeichnet sich durch einen Aufbau aus, der zwischen der Gegenwart, einer Traumwelt und der Vergangenheit wechselt. Diese Unterteilung wird durch sprachliche Besonderheiten verdeutlicht.

Aufbau von "Tod eines Handlungsreisenden"

Das Drama gliedert sich in zwei Akte. Der erste Akt umfasst zehn und der zweite Akt zwölf Szenen. Abgeschlossen wird das Drama mit einem Requiem. Durch den Wechsel zwischen der Realität und Willys Halluzinationen kann der Autor Arthur Miller sowohl die Vergangenheit, als auch die Gegenwart darstellen und einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfigur geben.

Die Handlung der Gegenwart findet innerhalb eines Tages statt, die Rückblenden umfassen hingegen einen Zeitraum von über zehn Jahren.

Der erste Akt dient der Vorstellung der Figuren, sowie der Darstellung der Probleme bzw. Konflikte. Bereits im ersten Abschnitt der "Gegenwart" wird deutlich, dass Willy Loman in seinem Beruf als Handelsvertreter nicht erfolgreich ist. Als Willy früh von seiner Arbeit zurückkehrt, macht sich seine Frau Sorgen, dass er wieder einen Unfall hatte. Damit wird ein Schatten auf das Ende des Stücks vorausgeworfen, in dem sich Willy durch einen Autounfall das Leben nimmt.

Mit der Beschreibung, dass Willys Kinder Biff und Happy im Haus der Familie übernachten, werden die Konfliktherde des Dramas eingeführt. Dabei werden vor allem Biff und seine Erfolglosigkeit im Beruf sowohl von Happy, als auch von Linda Loman als Angriffspunkt für Streitereien benannt und für den psychischen Zustand von Willy verantwortlich gemacht.

Der zweite Akt lenkt das Geschehen auf die Katastrophe am Ende des Stückes. Der Wendepunkt ist die Entlassung Willy Lomans, als er sich in die Stadt versetzen lassen will, sowie seine anschließende Halluzination, in der er von dem ehemaligen Schulkameraden seines Sohnes Biff für dessen berufliches Scheitern verantwortlich gemacht wird. Nachdem auch Biff keinen Kredit für sein neues Unternehmen bekommt und seinem Vater ebenfalls die Schuld an seiner beruflichen Misere gibt, ist Willys Schicksal besiegelt.

Das Requiem ist der Abschluss des Dramas, das die unterschiedlichen Meinungen der Brüder Happy und Biff über das Streben nach dem Besten, gegenüberstellt.

Die Sprache in "Tod eines Handlungsreisenden"

Die Sprache in "Tod eines Handlungsreisenden" weist einige Besonderheiten auf. Durch sehr detaillierte Regieanweisungen zeichnet sich ein bestimmter Stil des Stückes ab. Die Handlung wird oft durch Hintergrundmusik und Abwechslungen in der Beleuchtungseinstellung untermalt. Damit wird der Halluzinationszustand von Willy Loman verdeutlicht.

Eine Melodie ist zu hören, auf einer Flöte gespielt. Sie ist zart und fein, spricht von Wiesen, Bäumen und Ferne. […]

Nur ein blauer Schein fällt vom Himmel auf das Haus und die Vorderbühne; die Umgebung liegt in einem aggressiven, orangefarbenen Dunst.

Alle Zitate stammen, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden" (1987, FISCHER Taschenbuchverlag).

Auch die Stimmung der Figuren wird durch bestimmte Ausdrucksweisen, die in den Regieanweisungen festgelegt sind, dargestellt. Dadurch lässt sich sehr gut zwischen Willys Zustand in den Szenen, seiner Halluzination und der Gegenwart unterscheiden.

[Willy in der Gegenwart] WILLY: (beunruhigt und verärgert) Er hat so eine Art an sich. Er ist richtig launisch geworden. Hat er sich entschuldigt, als ich heute morgen weg bin?

[Willy in seiner Vorstellung] WILLY: Dann, wenn du's geschafft hast, warten jede Menge Mädchen auf'n Jungen wie dich. (Er grinst einen Küchenstuhl an.) Stimmt das? Die Mädchen bezahlen für dich mit? (Er lacht.) Junge, du mußt ja ein toller Hecht sein.

Die Stimmungsunterschiede sind an diesen Beispielen deutlich zu erkennen. Während Willy in seiner Vorstellung glücklich, enthusiastisch und fröhlich klingt, ist er in der Gegenwart niedergeschlagen und oft wütend.

Die meisten Figuren sprechen in sehr kurzen Sätzen, die manchmal nur aus unvollständigen Einwürfen bestehen. Nur Willy äußert sich in längeren Sätzen und weist längere Redeanteile auf, in denen er entweder seine künftigen Vorhaben beschreibt, oder sich über die aktuellen Zustände beschwert. Biff hingegen äußert sich überwiegend in kurzen Einwürfen, als Reaktion, was seine Unsicherheit und Unzufriedenheit über seine eigene Situation ausdrückt.

WILLY: Wie kann er denn auf einer Farm zu sich finden? Ist das ein Leben? Als Landarbeiter? Anfangs als er noch jung war, dachte ich, na gut, ein junger Mensch soll ruhig herumreisen und alle möglichen Jobs annehmen. Aber das geht jetzt schon über zehn Jahre so und er verdient keine fünfunddreißig Dollar die Woche!

BIFF: Seine Augen lassen nach. [...] Vielleicht ist er farbenblind. [...] Ich geh' schlafen.

Interpretation von "Tod eines Handlungsreisenden"

Arthur Millers Drama bietet verschiedene Interpretationsansätze, da einige gesellschaftliche Themen, wie der American Dream oder der Konflikt zwischen der Eltern- und Kindergeneration aufgegriffen werden.

Scheitern des American Dream

Während die Figur des Ben Loman das Paradebeispiel für die Verwirklichung des amerikanischen Traums darstellt, ist Willy Loman das personifizierte Scheitern dieses Traums. Damit wird die Haltung eines ganzen Landes kritisiert, das seine Identität darauf begründet, das Land der "unbegrenzten Möglichkeiten" zu sein.

Der American Dream wird als Lüge entlarvt, der trotz des starken Glaubens von Willy Loman und seiner harten Arbeit nicht wahr geworden ist. Die Erfüllung des amerikanischen Traums durch seinen Bruder Ben wird nur in Willys Halluzination beleuchtet. Dadurch erhält der American Dream den Status eines unerreichbaren Traums.

Konflikt der Generationen

Der Konflikt der Generationen wird in "Tod eines Handlungsreisenden" durch die Beziehung zwischen Biff und seinem Vater Willy deutlich und drückt damit die hohen Erwartungen der Eltern an ihre Kinder aus, wobei oft auch eigene unerfüllte Ziele auf den Nachwuchs übertragen werden. Auch in Arthur Millers Drama wird Biff von seinem Vater Willy seit seiner Kindheit prophezeit, dass ihn eine goldene Zukunft erwarten würde und seine sportliche Begabung dafür genügen würde.

WILLY: "Was erzählst du da? Wo drei Unis ihm Stipendien anbieten, kann er doch nicht durchfallen?"

Die Erfolge, die Willy vorausgesagt hat, treten jedoch nie ein. Der Konflikt besteht einerseits darin, dass Willy davon enttäuscht ist, dass Biff beruflich erfolglos ist und andererseits darin, dass Biff seinem Vater die Schuld an seiner beruflichen Situation gibt.

Zeitgeschichtlicher Hintergrund

"Tod eines Handlungsreisenden" basiert auf dem gesellschaftlichen Umbruch in Amerika, der bis ca. 1920 andauerte. Der Wuchs im industriellen Sektor bewirkte, dass die kleinen, meist familiengeführten Betriebe immer mehr von großen Unternehmen verdrängt wurden. Die Bevölkerung in den Städten nahm in Folge zu, da die großen Unternehmen dort angesiedelt waren.

Der Wettbewerb der großen Firmen und der Umstieg auf ein auf Automobile gestütztes Gewerbe führte zu großem wirtschaftlichem Wohlstand. Durch das Auto als Verkehrsmittel konnten neue Wege erschlossen werden, den Handel zu führen, wie z. B. durch die mobilen Handelsvertreter.

Diesem wirtschaftlichen Aufstieg wurde mit dem Börsencrash 1929 abrupt ein Ende gesetzt.

Der Einbruch der Börsenkurse an der amerikanischen Börse am 24. Oktober 1929 war einer der erschütterndsten Brösencrashs aller Zeiten. Er war der Auslöser der Great Depression und der Weltwirtschaftskrise. Durch die massiven Wertsenkungen der Aktien weltweit brach die Börse zusammen, sodass die Händler gezwungen waren, ihre Wertpapiere zu jedem Preis zu verkaufen. Dadurch verloren viele Menschen ihr gesamtes Vermögen, das sie in Aktien investiert hatten.

Der amerikanische Wohlstand entpuppte sich als zerbrechlich, begann aber ab 1933 durch Wirtschaftsreformen wieder zu wachsen. Durch den Wiederaufbau der Wirtschaft, sowie den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg im Jahr 1941 bzw. dem Sieg der Alliierten 1945, zeigte sich einmal mehr, dass die Möglichkeiten des Erfolges scheinbar "unbegrenzt" sind.

Der Autor Arthur Miller

Arthur Miller wurde 1915 als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Textilfabrikanten geboren. Dadurch entstand auch die Inspiration für das Stück "Tod eines Handlungsreisenden", denn die Lebenswege von Millers Vater und die von Willy Loman weisen einige Ähnlichkeiten auf. Der Börsencrash 1929 hatte auch Einfluss auf die Familie Miller. Der Vater zog sich nämlich infolgedessen aus dem Unternehmen zurück. Für die Figur des Biff nahm sich Arthur Miller selbst als Vorbild, denn auch er war kein überragender Schüler und schlecht in Mathematik, aber gut in den sportlichen Disziplinen.

Trotz seiner schlechten schulischen Leistungen wurde Arthur Miller an der Universität von Michigan angenommen, an der er zunächst Journalismus und anschließend Englisch studierte, um Schriftsteller zu werden. Er begann seine Karriere mit dem Schreiben von Radio- und Broadwaystücken, die jedoch nur wenig Erfolg hatten. Der Durchbruch als Schriftsteller gelang ihm mit dem Werk "Alle meine Söhne" ("All my sons") im Jahr 1947. Ein Jahr später verfasste er das Drama "Tod eines Handlungsreisenden".

Arthur Miller war insgesamt dreimal verheiratet. Seine zweite Frau war die berühmte Hollywood Schauspielerin Marilyn Monroe, für deren letzten Film Miller das Drehbuch schrieb. Der Schriftsteller war bekennender Demokrat und Antifaschist. Außerdem pflegte er eine Abneigung gegenüber dem kapitalistischen Denken.

Zu den wichtigsten Werken von Arthur Miller zählen "Hexenjagd", "Tod eines Handlungsreisenden", wofür er mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, "Alle meine Söhne" und "Blick von der Brücke". Am 10. Februar 2005 starb der Schriftsteller in Connecticut.

Tod eines Handlungsreisenden – Das Wichtigste

  • "Tod eines Handlungsreisenden" ist ein Drama in zwei Akten des amerikanischen Schriftstellers Arthur Miller, das sowohl Sequenzen aus der Gegenwart, als auch Blicke in die Vergangenheit und Halluzinationen der Hauptfigur Willy Loman beinhaltet.
  • Das Drama handelt von Willy Loman, einem erfolglosen Handelsvertreter für Strümpfe, der sich sein Leben lang beruflichen Erfolg für sich und seine Söhne erträumt hat, aber mit 63 Jahren feststellen muss, dass er sich jahrelang selbst betrogen hat, da weder er, noch seine Söhne in Wohlstand leben.
  • Das Stück ist in zwei Akte, mit zehn und zwölf Szenen und ein Requiem aufgeteilt.
  • "Tod eines Handlungsreisenden" kritisiert die amerikanische Vorstellung des American Dream, sowie den Generationenkonflikt, in dem die Elterngeneration ihren Kindern ihre unerfüllten Träume aufzwingt.
  • Das Theaterstück weist detaillierte Regieanweisungen aus, die dazu beitragen, dass der Unterschied zwischen Realität und Traumwelt hervorgehoben werden.
  • "Tod eines Handlungsreisenden" basiert auf dem gesellschaftlichen Umbruch Amerikas vor der Weltwirtschaftskrise 1929.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Tod eines Handlungsreisenden

"Tod eines Handlungsreisenden" wurde von dem amerikanischen Autor Arthur Miller geschrieben. 

"Tod eines Handlungsreisenden" handelt vom  Scheitern des Handelsvertreters Willy Loman, der für sich und seinen Söhnen ein erfolgreiches und wohlhabendes Leben erträumt hat, sich jedoch im Alter von 63 Jahren eingestehen muss, dass er sich mit dem Vorstellungen über sein Leben schlussendlich selbst betrogen hat.

"Tod eines Handlungsreisenden" spielt in den späten 1940er Jahren in Amerika.

Finales Tod eines Handlungsreisenden Quiz

Frage

Wer schrieb "Tod eines Handlungsreisenden"?

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Antwort

Arthur Miller

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Frage

"Tod eines Handlungsreisenden" besteht aus zwei Akten und ________ ?

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Antwort

eine Requiem

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Frage

Aus welchen beiden Elementen bestehen die Szenen?

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Antwort

Die Szenen sind unterteilt in Realität und die Vorstellungen bzw. Halluzinationen von Willy Loman. 

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Frage

Willy Loman ist ein fahrender Handelsvertreter für welche Waren?

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Antwort

Strümpfe

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Frage

Welche Person erscheint Willy besonders oft in seinen Vorstellungen?

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Antwort

Sein Bruder Ben Loman.

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Frage

"Vom Tellerwäscher zum Millionär" ist eine Phrase zur Veranschaulichung welcher amerikanischen Vorstellung?

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Antwort

"Vom Tellerwäscher zum Millionär" steht sinnbildlich für den American Dream (amerikanischen Traum).

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Frage

Zwischen welchen Personen entsteht ein Konflikt in "Tod eines Handlungsreisenden"?

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Antwort

Es entsteht ein Konflikt zwischen dem Vater Willy Loman und seinem Sohn Biff Loman, da er keinen Erfolg im beruflichen Leben hat und als Farmarbeiter tätig ist. Biff sieht hingegen die Schuld für sein Scheitern bei seinem Vater, der ihm seit seiner Kindheit eine erfolgreiche Zukunft vorhergesagt hat, weshalb er seine schulischen Verpflichtungen vernachlässigt hat. Daraus resultiert seine jetzige Erfolglosigkeit. 

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Frage

Wie wird die Stimmung der Handlung und der Charaktere in "Tod eines Handlungsreisenden" verdeutlicht?

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Antwort

Durch sehr detaillierte Regieanweisungen, die musikalische Einwürfe angeben oder Vorgaben zur Ausdrucksweise der Figuren machen.

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Frage

Welche Figur besitzt die längsten Redeanteile im Stück? 

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Antwort

Willy Loman besitzt die längsten Redeanteilen, in denen er entweder seine künftigen Vorhaben beschreibt, oder sich über die aktuellen Zustände beschwert.

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Frage

An welchen gesellschaftlichen Themen übt "Tod eines Handlungsreisenden" Kritik? 

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Antwort

American Dream 

Frage anzeigen

Frage

Auf welchen gesellschaftlichen Entwicklungen basiert "Tod eines Handlungsreisenden"?

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Antwort

"Tod eines Handlungsreisenden" basiert auf dem gesellschaftlichen Umbruch, der in Amerika ab 1850 begann und bis 1920 andauerte. Im Rahmen dieses Umbruchs wuchs der industrielle Sektor, was bewirkte, dass die kleinen, meist familiengeführten, Betriebe immer mehr von großen Unternehmen verdrängt wurden.

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Frage

Wer diente als Vorbild für die Figur des Biff

Antwort anzeigen

Antwort

Arthur Miller war selbst Vorbild für die Figur des Biff, da sein Vater ein Unternehmen leitete und er selbst schlecht in Mathematik, aber gut in Sport war. 

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