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Maria Magdalena

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Maria Magdalena

Das Drama "Maria Magdalena" ist eines der bekanntesten Trauerspiele. Es wurde im Jahr 1843 von Friedrich Hebbel verfasst und am 13. März 1846 im Königsberger Stadttheater uraufgeführt. Das Stück gliedert sich in drei Akte.


Die Handlung dreht sich um eine junge Frau namens Klara. Diese ist schwanger und verzweifelt, da sie noch nicht verheiratet ist und somit ein uneheliches Kind erwartet, was zu dieser Zeit in der Gesellschaft ein absolutes Tabu darstellte. Aufgrund der intoleranten Moralvorstellungen des Bürgertums und ihrer eigenen Verzweiflung beschließt sie schlussendlich, Selbstmord zu begehen.

Inhaltszusammenfassung von "Maria Magdalena"

Das Drama "Maria Magdalena" spielt überwiegend in einem Zimmer im bürgerlichen Haus der Familie von Klara. Des Weiteren findet ein Teil der Handlung im Zimmer des Kassierers Leonhard statt. An beiden Orten steht das bürgerliche Leben im Vordergrund.

1. Akt

Der erste und der zweite Akt spielen in einem Zimmer des bürgerlichen Hauses von Meister Anton.

Die Heilung einer schweren Erkrankung

Klara ist die bürgerliche Tochter des Tischlers Meister Anton. Sie bestaunt und verehrt ihre Mutter Therese. Diese trägt nun zum zweiten Mal nach vielen Jahren ihr Hochzeitskleid. Therese hat kurz zuvor eine schwere Erkrankung überwunden. Das Hochzeitskleid hat sie nur angezogen, weil sie es als Leichenkleid bezeichnet. Sie sagt, dass es sie daran erinnern soll, nicht mehr zu sündigen. Nur deswegen hätte Gott sie von ihrer Krankheit geheilt.

Soeben betritt Klaras Bruder Karl das Haus. Er möchte, dass seine Mutter ihn finanziell unterstützt. Sie verweigert ihm diese Bitte allerdings, da sie selbst nicht genug Geld hat. Karl ist daraufhin wütend und wirft ihr vor, dass sie seine Schwester Klara bevorzugen würde. Daraufhin entgegnet die Mutter ihm, dass er unverschämt sei. Karl verlässt das Haus wieder.

Therese befürchtet nun enttäuscht, dass sie ihn als Kind zu sehr verwöhnt hat. Außerdem vermutet sie, dass sie von ihrem Sohn nicht geliebt wird. Auch um Klara sorgt sie sich, da deren Verehrer, der Kassierer Leonhard, schon länger nicht mehr zu Besuch war. Als sie Klara darauf anspricht, wird Klaras Wut auf Leonhard deutlich. Die Mutter versucht ihre Tochter zu beruhigen, indem sie betont, was für ein guter Partner der Kassierer darstellen würde.

Unheil voraussehende Träume

Nachdem ein Blumenstrauß geliefert wird, denkt die Mutter, dass Karl ihn geschickt hätte. Sie ist glücklich und verlässt mit den Blumen das Haus. Klara bleibt allein zurück und bedankt sich bei Gott für die Genesung der Mutter. Währenddessen sieht sie plötzlich, wie diese an einem Totengräber vorbeigeht und den Blumenstrauß in das Grab legt.


Klara ist mit dem Kassierer Leonhard verlobt, jedoch besteht keinerlei Liebe zwischen dem Paar. Leonhard hat es auf die Mitgift von Klaras Vater abgesehen. Als aber Klaras Jugendliebe, der Sekretär, wieder in ihren Heimatort zurückkehrt, flammt die alte Liebe erneut auf. Leonhard entgeht das Interesse Klaras an dem Sekretär nicht und drängt sie deshalb dazu, mit ihm zu schlafen. Er hofft, dass er Klara dadurch mehr für sich gewinnen kann.

Als Mitgift wird die finanzielle Unterstützung, die eine Braut früher mit in die Ehe nahm, bezeichnet.

Der Liebesakt, welcher mehr aus Eifersucht als aus Leidenschaft geschieht, hat zur Folge, dass Klara schwanger wird. Um ihre eigene Ehre und die ihrer Familie nicht zu beschmutzen, ist Klara nun auf eine Heirat mit Leonhard angewiesen.

Die Familientragödie

Gegen Ende des ersten Aktes klingeln zwei Gerichtsdiener, unter ihnen Adam an der Tür von Klaras Elternhaus, um das Haus zu durchsuchen. Klaras Bruder Karl steht unter Verdacht, Juwelen gestohlen zu haben. Karls Mutter Therese ist von der Nachricht über ihren kriminellen Sohn so schockiert, dass sie plötzlich zusammenbricht und stirbt.

Klara und ihr Vater sind allein

Der Vater ist von der Schuld seines Sohnes überzeugt und setzt nun alle seine Hoffnungen in Klara. Um den Druck auf sie zu erhöhen, zwingt er sie einen Schwur abzulegen. Diese schwört ihrem Vater daraufhin, keine Schande über ihn zu bringen, obwohl sie bereits von ihrer eigenen Schwangerschaft weiß.

Klara ist nun bewusst, dass sie Leonhard heiraten muss, weil ein uneheliches Kind ihren Vater zum Selbstmord veranlassen würde. Kurz darauf trifft jedoch ein Brief bei Klara ein. Leonhard schreibt ihr, dass er die Beziehung zu Klara beenden wolle, unter dem Vorwand, Klaras Familie hätte durch die Verhaftung ihres Bruders jegliche Ehre verloren. Der wahre Grund für Leonards Handeln ist jedoch nicht Karls Verhaftung, sondern das Verlieren der Mitgift. Klaras Vater hat die Mitgift von 1000 Talern an seinen alten, in finanzielle Not geratenen, Meister verschenkt.

2. Akt

Die Mutter wird beerdigt und Karl ins Gefängnis gebracht. Meister Anton bemerkt, indessen, dass seine Tochter nichts mehr isst. Trotz Klaras Einwand, dass Karls Schuld noch gar nicht nachgewiesen wurde, befürchtet er, dass eine zehnjährige Gefängnisstrafe gegen seinen Sohn verhängt wird. Er macht sich Gedanken darüber, wie er sich verhalten wird, wenn Karl nach Verbüßung der Haftstrafe mit einem kahl geschorenen Kopf nach Hause zurückkehrt. Seine ganzen Wünsche und Hoffnungen projiziert Meister Anton nun erneut auf seine Tochter Klara. Schließlich droht er ihr sogar damit, sich das Leben zu nehmen, wenn auch sie ihm Schande machen und so ihren Schwur würde.

Die Entlastung Karls

Klara ist aufgrund dieser großen Bürde sehr verzweifelt. Nachdem Meister Anton das Haus verlässt, kommt schließlich der Kaufmann Wolfram zu Besuch, um zu verkünden, dass er die Juwelen wieder gefunden hat. Seine psychisch kranke Frau hatte sie versteckt. So stellt sich heraus, dass Karl unschuldig ist. Klara spricht daraufhin mit Wolfram und erklärt ihm, weshalb der Gerichtsdiener Adam so wütend auf Anton ist. Aufgrund dessen hatte dieser sich auch so streng bei der Festnahme Karls verhalten. Wolfram beschließt daraufhin Anton ins Gebirge nachzureiten, um ihm so selbst von der Freilassung Karls berichten zu können. Trotzdem ist Meister Anton um seine bürgerliche Ehre besorgt.

Eine alte Liebe flammt auf

Kurz darauf kommt auch der Sekretär Friedrich. Er trifft Friedrich allein auf Klara. Er bittet sie um einen freundschaftlichen Kuss, als Lohn für die gute Nachricht. Klara ist allerdings mit den Gedanken woanders und hört ihm gar nicht zu. Sie hofft nämlich, dass Leonhard sie nach der Rehabilitierung ihres Bruders heiraten wird.

Eigentlich liebt Klara aber noch immer ihren ehemaligen Geliebten, den Sekretär Friedrich. Friedrich erwidert ihre Gefühle und macht Klara einen Heiratsantrag. Klara möchte ihrem Vater aber keine Schande machen und sieht ihre Pflicht darin, den Vater ihres Kindes mit aller Kraft zurückzuholen. Friedrich, welcher von dem herzlosen Brief von Leonhard weiß, möchte Klara rächen. Aus diesem Grund möchte er Leonhard zu einem Pistolenduell herausfordern.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurden Pistolenduelle als eine Art Zweikampf ausgeführt. Auslöser war immer eine schwere Herabsetzung der Ehre (durch z.B. eine Beleidigung). Je nach Schwere der Beleidigung gab es entweder einen, zwei oder drei Schusswechsel. Auch die Entfernung zwischen den beiden Kontrahenten orientierte sich hieran. Von der Schwere der Beleidigung war es auch abhängig, ob das Duell nur bis zur ersten Wunde, oder bis zum Tod gehen sollte.

3. Akt

Der dritte Akt hat zwei Schauplätze. Zum einen spielt er erneut im Zimmer des bürgerlichen Hauses von Meister Anton und zum anderen im Zimmer der Wohnung des Kassierers Leonhard.

Leonhard lehnt Klaras Heiratsantrag ab

Als Klara Leonhard aufsucht, wird ihr in einem langen Gespräch klar, dass dieser von Eifersucht zerfressen ist und sich von seinem Nebenbuhler stark gekränkt fühlt. Leonhard berichtet Klara, dass er in der Zwischenzeit eine Heirat mit der Tochter des Bürgermeisters in die Wege geleitet hat. Nach dem Gespräch sieht Klara nur zwei Möglichkeiten. Sie stellt sich selbst vor die Wahl: entweder mit der Schande zu ihrem Vater gehen oder sich selbst das Leben nehmen. Als sie sich für den Selbstmord entscheidet und dies Leonhard mitteilt, glaubt er ihr nicht.

Kurze Zeit später, als sich Leonhard besinnt und Klara nachlaufen möchte, wird er vom Sekretär aufgehalten. Dieser fordert Leonhard zu einem Pistolenduell auf. Leonhard geht nach längerem Zögern mit Friedrich in den Wald, um sich dort das Duell zu liefern.

Klaras Tod

In der Zwischenzeit kehrt Karl zurück nach Hause. Um dem heimatlichen Elend zu entkommen, möchte er ab sofort als Matrose arbeiten. Klaras Andeutungen über ihre missliche Lage und ihre Selbstmordgedanken hört er zwar, aber versteht sie nicht. Als er seine Schwester um Wasser bittet, geht diese zum Brunnen, fest entschlossen sich hinabzustürzen.

Währenddessen kommt der Sekretär schwer verletzt in das Haus. Er hat Leonhard erschossen, geht somit als Gewinner aus dem Duell hervor und konnte Klara rächen. In diesem Moment ahnt Karl, dass seiner Schwester etwas zugestoßen sein könnte. Er sieht nach ihr und kommt mit der Nachricht zurück, dass sie in den Brunnen gestürzt sei. Er macht Meister Anton Vorwürfe und entgegnet ihm, dass er aufgrund seiner kleinbürgerlichen Ansichten Schuld an ihrem Selbstmord hätte. Karl verlässt daraufhin endgültig das Haus, um als Matrose zu arbeiten. Der Vater zeigt immer noch keine Einsicht. Für ihn hat der Selbstmord seiner Tochter nur noch mehr Schande über die Familie gebracht. Schließlich bleibt er verwirrt und allein zurück.

Charakterisierung der wichtigsten Personen von „Maria Magdalena“

Klara

  • Klara ist eine bürgerliche junge Frau.
  • Sie ist schwanger von Leonhard, der sie verlässt. Eigentlich liebt sie aber den Sekretär Friedrich.
  • Klara ist das Opfer ihres Vaters und der gesellschaftlichen Moralvorstellungen.
  • Sie besitzt menschliche Züge und stellt ihre eigenen Wünsche und Leidenschaften hinter ihre bürgerlichen Pflichten. Sie hat nämlich Angst, das Ansehen der anderen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu verlieren.
  • Sie begeht aus Liebe zu ihrem Vater Selbstmord. Klara ist selbstlos und lädt die Schuld ganz allein auf sich.

Leonhard

  • Leonhard ist ein Kassierer und der Verlobte von Klara.
  • Er ist berechnend, ehrgeizig, habgierig, sehr eifersüchtig und dazu bereit, alles zu tun, um seine bürgerliche Existenz zu festigen.
  • Er hat Klara zu unehelichem Geschlechtsverkehr gedrängt und sie so geschwängert.
  • Leonhard möchte Klara nur heiraten, um eine hohe Mitgift zu erhalten und verlässt sie, als er die Mitgift nicht erhält.
  • Äußerlich scheint er nett zu sein, weil er alles tut, damit sein Schauspiel nicht durchschaut wird.
  • Leonhard folgt den gesellschaftlichen Normen und Werten, nach denen er ein normaler und ehrgeiziger Ehemann ist.

Friedrich

  • Friedrich ist ein Sekretär und der ehemalige Jugendfreund von Klara.
  • Er hat die Stadt zum Zweck einer Ausbildung verlassen, bei seiner Rückkehr verliebt er sich erneut in Klara. Friedrich möchte sie beschützen und rächt sie, indem er das Duell gegen Leonhard gewinnt.
  • Friedrich ist sehr freundlich und versucht, menschlich zu handeln, ohne gegen die gesellschaftlichen Moralvorstellungen zu verstoßen.

Meister Anton

  • Meister Anton ist ein Tischlermeister und der Vater von Karl und Klara.
  • Er vertritt die Moralvorstellungen der Gesellschaft und hat strenge Prinzipien – ohne bürgerliche Ehe geht es nicht.
  • Meister Anton ist egoistisch (denkt nur an sich), ungerecht, sehr brutal, und besitzt keine Menschlichkeit.
  • Er zwingt seine Familie, mit Gewalt nach seinen Fantasien und Wünschen zu leben.
  • Meister Anton sorgt sich um seine bürgerliche Ehre und hat Angst, dass seine Kinder Schande über ihn bringen.

Karl

  • Karl ist der Bruder von Klara und hat ein hohes Selbstbewusstsein.
  • Sein Ansehen ist ihm egal, er fürchtet eher materielle Nachteile.
  • Karl wurde von seiner Mutter verwöhnt.
  • Er verachtet die kleinbürgerliche Enge und möchte aus diesen Verhältnissen entfliehen.
  • Er wird verdächtigt, ein Dieb zu sein.
  • Karl verlässt seinen Vater, um als Matrose zu arbeiten.

Klaras Mutter Therese

  • Therese ist die Mutter von Klara und Karl und die Ehefrau von Meister Anton.
  • Klaras Mutter ist eine gute Hausfrau, die sehr naiv und gutmütig ist.
  • Sie ordnet sich ihrem Mann unter, verteidigt ihn und sorgt dafür, dass die Moralvorstellungen eingehalten werden (möchte das Klara heiratet).
  • Therese erholt sich von einer schweren Krankheit und stirbt, als sie die Vorwürfe gegen ihren Sohn hört.

Aufbau und Sprache von "Maria Magdalena"

Im Folgenden werden der Aufbau und der sprachliche Stil des Dramas "Maria Magdalena" näher erläutert.

Aufbau von "Maria Magdalena"

Das Drama "Maria Magdalena" gliedert sich in drei unterschiedlich lange Akte, die einen Zeitrahmen von ca. einer Woche umfassen. Der erste Akt beinhaltet sieben, der zweite Akt sechs und der dritte Akt elf Szenen.

Struktur des Dramas

Die Struktur folgt der des klassischen Dramas. Hebbel erreicht die Verkürzung der Handlung, indem er viele Aspekte in die Vorgeschichte einfügt. Deswegen gibt es verdeckte, nicht zur eigentlichen Handlung gehörende (Klara sieht ihre Mutter an einem offenen Grab) und gleichzeitig stattfindende Geschehnisse (während das Duell zwischen Leonhard und Friedrich stattfindet, wird Karl aus dem Gefängnis entlassen).

Zwischen dem ersten und dem zweiten Akt kommt es zu einem Zeitsprung von einer Woche. Die Anzahl der Personen ist ebenfalls sehr eng gehalten und begrenzt. Neben der bürgerlichen Familie und den beiden Liebhabern von Klara gibt es nur wenige Nebenpersonen. Nach dem Tod der Mutter kommt es zudem zu einer Verkleinerung der Familie. Hebbels "Maria Magdalena" gleicht somit einer Tragödie. Die aristotelische Forderung nach einer Einheit von Zeit, Handlung und Raum wird nämlich größtenteils beachtet.

Die drei aristotelischen Einheiten

Dabei handelt es sich um die Prinzipien, die vom griechischen Philosophen Aristoteles für den Aufbau von Dramen festgelegt wurden. Die "Einheit der Zeit" meint, dass sich die Handlung nicht über einen längeren Zeitraum erstreckt, sondern innerhalb von ein paar Tagen. Die "Einheit des Ortes" besagt, dass die Handlung an einem Ort stattfindet und es keine Nebenschauplätze gibt. Die "Einheit der Handlung" gibt eine Haupthandlung ohne Nebenhandlungen vor.

Funktion der Akte

Die Funktion der Akte folgt ebenfalls dem klassischen geschlossenen Drama. So werden im ersten Akt, der gleichzeitig den Höhepunkt darstellt, die Charaktereigenschaften der Personen dargestellt und eine Ansammlung von Schwierigkeiten eingeführt. Insbesondere der Tod der Mutter, die Vorwürfe gegen Karl, Klaras Schwangerschaft und das Verhalten des Vaters gegenüber Klara zählen dazu. Der Vater, Meister Anton, besitzt in diesem Akt den größten Redeanteil.

Im zweiten Akt fällt die Handlung ab und es wird deutlich, dass eine Einigung zwischen Tochter und Vater beinahe unmöglich ist. Im dritten Akt kommt es mit Klaras Selbstmord schließlich zu einer Tragödie. Diese war, aufgrund zahlreicher Andeutungen, bereits von Anfang an vorauszusehen.

Vorwegnahme des analytischen Dramas

Allerdings kommt es immer wieder vor, dass schicksalshafte Geschehnisse von Hebbel in die Vergangenheit verlegt wurden. Diese Begebenheiten werden zudem erst während der eigentlichen Haupthandlung verdeutlicht und erläutert. Diese Tatsache kann als eine Vorwegnahme des analytischen Dramas bezeichnet werden. Das analytische Drama entwickelte sich nämlich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Das analytische Drama basiert auf einer Begebenheit aus der Vorgeschichte des Hauptgeschehens. Diese Begebenheiten sind allerdings zunächst verdeckt, es werden lediglich die Auswirkungen dargestellt. Die Ursache dieser Auswirkungen wird erst im weiteren Verlauf der Handlung, nach und nach, erläutert.

Das letzte deutsche bürgerliche Trauerspiel

Das Drama „Maria Magdalena“ kann als bürgerliches Trauerspiel bezeichnet werden.

Das bürgerliche Trauerspiel entwickelte sich mit dem Aufstieg des Bürgertums im 18. Jahrhundert. Anstatt der Schicksale des Hochadels oder antiker Helden standen nun die Schicksale einzelner Menschen des Bürgertums im Vordergrund. Infolgedessen wandelte sich auch die Sprache. Anstatt in gebundener Form wurde nun in einer freien und ungebundenen Form (Prosa) geschrieben.

Die Entwicklung des bürgerlichen Trauerspieles lässt sich in drei Phasen einteilen. In der ersten Phase standen meist die Konflikte zwischen dem Adel und dem Bürgertum im Mittelpunkt. In der zweiten Phase wurden die Konflikte innerhalb des Bürgertums beschrieben. In der dritten Phase verändert sich das bürgerliche Trauerspiel hingegen zum sozialkritischen Drama. Nun wurde das Bürgertum nämlich kritisiert und der Arbeiterstand, der zuvor über keinerlei Rechte verfügte, stellte Forderungen.

"Maria Magdalena" lässt sich der zweiten Phase des bürgerlichen Trauerspiels zuordnen. Hebbel wollte mit seinem Drama nämlich etwas Neues schaffen. Sein Ziel war es, die Konflikte innerhalb des bürgerlichen Standes in den Vordergrund zu rücken. Dies erwähnt er auch in seinem Vorwort, dass er dem Drama vorangestellt hat. Anstatt, wie üblich, in fünf Akten verfasste er sein Stück zudem nur in drei Akten.

Hebbels "Maria Magdalena" ist damit eines der wichtigsten Dramen der deutschen Literatur. Es kann als das letzte deutsche bürgerliche Trauerspiel bezeichnet werden. Anschließend entwickelten sich die sozialkritischen Dramen. Es ist somit ein Meilenstein bzgl. der Entwicklung zur modernen Literatur.

Sprache in "Maria Magdalena"

Die Sprache des Trauerspiels "Maria Magdalena" entspricht der bürgerlichen Alltagssprache. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie umgangssprachlich oder naturalistisch ist. Das Drama ist vielmehr in einem sehr bildhaften und antithetischen Stil verfasst und enthält keine Verse. Eine antithetische Struktur ist ein Stilmittel innerhalb der Literatur. Hierbei werden gegensätzliche Gedanken und Begriffe beschrieben und verknüpft:

Mein Brautkleid ist's nicht mehr; es ist nun mein Leichenkleid."1

Der bildliche Stil wird hingegen durch zahlreiche Stilmittel wie Metaphern (Bildlicher Vergleich), Vergleiche (zwei Sachverhalte werden durch das Wort "wie" verknüpft) oder Personifikationen (Nichtmenschliches wird vermenschlicht) verdeutlicht:

Sei Du ohne Falsch, wie die Taube, ich will klug, wie die Schlange sein.1

...es war der Rosenbusch, der mein Kleid mit seinen Dornen, wie mit Zähnen, festhielt.1

Des Weiteren weisen die Satzkonstruktionen viele Einschübe (Parenthesen) auf und kommen deshalb oft schwerfällig daher:

Mein Vater arbeitete sich, weil er sich Tag und Nacht keine Ruhe gönnte, schon in seinen dreißigsten Jahre zu Tode, meine arme Mutter ernährte mich mit Spinnen so gut es ging, ich wuchs auf, ohne etwas zu lernen, ich hätte mir …1

Oftmals kommt es auch zu unvollständigen Sätzen, die sprechende Person verstummt dann einfach. Durch die Verwendung dieser Aposiopese (Verschweigen) werden die fehlende Kommunikation, die beängstigenden Andeutungen und die heimlichen Vorausahnungen verdeutlicht:

Meister Anton: ...., Wer weiß, ob die Tochter nicht -1

Meister Anton: ,Er ist unschuldig, und du - du -1

Kommunikation

Als Kommunikationsart gibt es den Dialog (Gespräch zwischen zwei Personen) und den Monolog (Selbstgespräch). Die Monologe fungieren auch als Kommunikation zu den Zuschauern des Stückes. Es fällt zudem auf, dass Klara im Verlauf des Dramas immer ruhiger wird und die Personen oft aneinander vorbeireden. Die Figuren sind frei von entfremdenden Charaktereigenschaften. Es wird deutlich, dass in diesem Fall die Kommunikation das Problem nicht löst und somit die Tragödie nicht verhindern konnte.

Interpretation und zentrale Motive von "Maria Magdalena"

Im Folgenden werden die wichtigsten Interpretationsansätze und die zentralen Motive von "Maria Magdalena" näher erläutert.

Die biblische Figur Maria Magdalena

Nach der Fertigstellung hatte das Stück noch den Namen "Klara" inne. Auf Wunsch des Verlegers wurde es jedoch kurz vor der Drucklegung in „Maria Magdalena“ umbenannt. Das soll auf die gleichnamige Bibelgestalt verweisen.

Maria Magdalena oder auch Maria von Magdala ist eine Figur des neuen Testamentes. Die Evangelisten bezeichnen sie als Begleiterin von Jesus und als Zeugin seiner Kreuzigung und Auferstehung. Der Beiname Marias bezieht sich auf den Ort Magdala am See vom Genezareth im Heiligen Land. Des Weiteren ist bemerkenswert, dass sie eine der wenigen Frauen, wenn nicht gar die einzige ist, die in der Bibel nicht als "Frau oder Mutter von …" bezeichnet wird. Sie wird als eigenständige Person eingeführt.

In dieser wird zum einen das Sinnbild der reumütigen Sünderin und zum anderen eine Gefährtin von Jesus gesehen. Indem Hebbel sein Stück nun nach der biblischen Figur benennt, schafft er einen Bezug zwischen der Figur Klara und der reumütigen Büßerin Maria Magdalena. Klara wird somit auch zu einer Büßerin, die die Sühne nach ihrem selbst begangenen Fehler übernehmen muss.

Der Autor Hebbel hat allerdings bereits in seinem Tagebuch beschrieben, dass er Klaras Handeln nicht als Fehltritt sieht. Sie hat also gar keine Sünde begangen, die sie bereuen müsste. Der erzwungene Geschlechtsverkehr mit Leonhard steht vielmehr für ein Opfer, welches die dienende und selbst aufopfernde Grundhaltung symbolisiert. Mit dem Titel soll also eigentlich kein Bezug auf Maria Magdalena, als reumütige Sünderin hergestellt werden, sondern vielmehr die weibliche Opferbereitschaft unterstrichen werden.

Weitere Verbindungen zwischen Maria Magdalena und Klara können in der Verweigerung der eigenen Identität, der Vorstellung der Sünde und der darauffolgenden Vergebung gesehen werden. Überdies stellt auch die Rolle der beiden Frauen als eine Art Dienerin eine Verknüpfung dar. Während Maria Magdalena als Jüngerin Jesus dient, dient Klara ihrem Vater und ihrer Familie. Auch die Religiosität ist eine weitere Gemeinsamkeit. Die Familie im Stück ist sehr gläubig und so kommt es, dass Klara immer wieder zu Gott betet.

In der Erstausgabe wurde das Stück allerdings noch "Maria Magdalene" benannt. Hebbel reklamiert dies nicht, betitelte das Werk in seinem Tagebuch allerdings als "Maria Magdalena". Aufgrund dessen kann angenommen werden, dass es sich bei dem Titel "Maria Magdalene" um einen Druckfehler gehandelt hat. Einige Germanisten sind allerdings der Meinung, dass der vermeintliche Fehler in Wirklichkeit eine Distanz zu der biblischen Figur zum Ausdruck bringen sollte.

Die Gesellschaftskritik

Hebbel übt mit seinem Drama Kritik an der Gesellschaft und deren bürgerlichen Wertevorstellungen. Dies wird besonders im Ungleichgewicht der Beziehungen deutlich.

Bürgerliche Wertvorstellungen

Im Gegensatz zu früher entstandenen Trauerspielen entwickelt sich der tragische Konflikt nicht durch die sozialen Unterschiede. Er entsteht vielmehr durch die vorherrschenden bürgerlichen Wertvorstellungen. In Wirklichkeit sind die bürgerlichen Wertvorstellungen allerdings sehr stark von Vetternwirtschaft und Betrug durchdrungen. Beispielsweise kommt Leonhard nur durch eine hinterhältige List an seine Arbeitsstelle (er macht seinen Mitbewerber betrunken).

Meister Antons übertriebene und starre Ehrvorstellungen gehen so weit, dass sie gefährlich und bedrohlich werden. Auch die christlichen Werte sind eigentlich bedeutungslos, denn im Vordergrund stehen nicht Tugend, Ehre und Anstand, sondern die Angst davor, dass das untugendhafte und unehrenhafte Fehlverhalten öffentlich wird. Jegliche Anstrengungen nach den Werten und Vorstellungen zu leben, beziehen sich demnach nur darauf, das äußerliche Ansehen zu wahren.

Asymmetrie der Beziehungen

Das Ungleichgewicht innerhalb der Beziehungen, insbesondere zwischen Frau und Mann, kann als Hauptgrund für die Tragödie angesehen werden. Während des 19. Jahrhunderts gibt es klare Rollenvorstellung bzgl. einer kleinbürgerlichen Familie: Meister Anton arbeitet und verdient so den Lebensunterhalt (patriarchalische Machtstruktur). Sein Sohn Karl soll an diese Rolle herangeführt werden, damit er sie später übernehmen kann. In der patriarchal geprägten Gesellschaft ist es nämlich stets der Mann, der über seine Familie herrscht.

Klaras Mutter erzieht hingegen die Kinder, überwacht die Einhaltung der Religion und kümmert sich um den Haushalt. Nach ihrem Tod werden diese Aufgaben von ihrer Tochter Klara übernommen. Im Drama "Maria Magdalena" ist Klara diesen Normen und Wertmaßstäben schutzlos ausgeliefert. So kann sie sich weder gegen ihren Vater noch gegen Leonhard wehren. Dieses Ungleichgewicht zwischen den Beziehungen mündet schließlich in einer Tragödie. Aber auch diese Tragödie (Klara opfert ihr eigenes Leben) kann die Problematik nicht lösen. Durch ihren Tod hat sie nämlich Schande über ihre Familie gebracht. Hierdurch wird die heuchlerische und ungleiche Gesellschaftsstruktur deutlich.

Die zentralen Motive des Dramas "Maria Magdalena"

Als zentrale Motive des Dramas "Maria Magdalena" können der Tod, der Schwur und die Enge benannt werden.

Das Todesmotiv

Das Todesmotiv schlängelt sich wie ein roter Faden durch das Werk und spiegelt sich in der Handlung, der Sprache und den Dingsymbolen wider. So trägt die Mutter im ersten Akt ein Brautkleid (Dingsymbol), das sie als Leichenkleid bezeichnet. Anschließend läuft sie an offenen Gräbern vorbei. Im weiteren Verlauf des Stückes träumt Klara vom Tod ihrer Mutter. Ihr Vater droht mit Selbstmord, sollte sie Schande über die Familie bringen. Nachdem Karl zu Unrecht des Diebstahl beschuldigt wird, stirbt die Mutter. Dies sind nur einige Beispiele, in denen das Todesmotiv deutlich wird.

Der Tod ist demnach ein Schwerpunkt des Dramas. Hierbei steht zunächst ein, durch Krankheit oder Schock ausgelöster, Tod (der Vater sieht auch diesen Tod als Mord durch den Sohn an) im Vordergrund, dann kommt es aber auch zum gewaltsamen Tod durch Selbstmord (entweder angedrohter oder vollendeter Selbstmord) oder Mord (Duell). Im Verlauf des Dramas sterben so fünf Menschen: die Mutter, Leonhard, der Sekretär Friedrich, Klara und ihr ungeborenes Kind.

Die männliche Aggressivität und die weibliche Selbstzerstörung sind jeweils angelehnt an ihre Rollenerwartung. Hierbei wird der Tod oftmals als Bestrafung für ehrverletzende Fehltritte beschrieben oder aber als Druckmittel (Selbstmorddrohung) benutzt.

Der Schwur

Das Motiv des Schwurs kommt in der Tradition des bürgerliches Trauerspieles regelmäßig vor. So entwickelt sich die Tragödie meist durch vorangegangene Schwüre. Gemäß dem bürgerlichen Wertesystem kann ein Schwur als eine Verpflichtung beschrieben werden. Eine Nichteinhaltung dieser Verpflichtung wird demnach als eine große Sünde angesehen. Bei "Maria Magdalena" wird deutlich, dass die Figuren unterschiedliche Ansichten haben. So sieht der Vater Meister Anton seinen Sohn Karl als Muttermörder an. Dass Karl seine Unschuld beteuert, lässt er hierbei vollkommen außer Acht.

Klara soll hingegen eine Kontrastrolle annehmen, der sie so aber gar nicht entsprechen kann. Engstirnig und unmenschlich belässt es der Vater aber nicht bei einem Versprechen, sondern zwingt sie zu einem Schwur. Durch diesen Schwur wird letztlich Klaras Tod ausgelöst. Sie nimmt nämlich lieber die Sünde des Selbst- und Kindermordes als die der Vatermörderin in Kauf. Die selbstsüchtigen Ansichten und Einstellungen Leonhards stehen im starken Widerspruch hierzu. Er nutzt bürgerliche Normen und Schwüre nur zu seinem Vorteil, nimmt sie für sich selbst aber nicht an.

Die Enge

Das Motiv der Enge und der zeitlichen und räumlichen Begrenzung wird ganz besonders durch die Starrheit, die Sturheit und den eingeengten Blickwinkel Meister Antons und sein unmenschliches Festhalten an den bürgerlichen Normen und Werten deutlich. Die räumliche Begrenzung und Enge findet sich auch in der Anwendung der aristotelischen Einheit von Zeit, Ort und Handlung wieder. Es gibt nämlich kaum Zeitsprünge und die Handlung des Dramas schreitet immer schneller voran. Zudem gibt es nur zwei Schauplätze (Zimmer im Haus von Meister Anton, Zimmer in der Wohnung Leonhards) und somit eine räumliche Beschränkung.

Alle Räume sind geschlossen und haben eine strenge Ordnung. Gegensätzlich ist nur Karls Wunsch von der Arbeit auf hoher See (freie und offene Umgebung). Hierdurch werden der Zwang und die nicht bestehende Freiheit der Personen und ihre Verpflichtung an die bürgerlichen Normen und Werte unterstrichen. Auch die religiösen Vorstellung und der Drang sich aus der bestehenden Enge zu befreien, werden hier deutlich.

Zuordnung des Dramas "Maria Magdalena" zur Epoche des Realismus

Das Drama "Maria Magdalena" gehört zur literarischen Epoche des Realismus. Diese Epoche ist geprägt von Umbrüchen und Veränderungen in allen Lebensbereichen. Das Hinterfragen, Denken und Zweifeln wurde gefördert und die Emanzipation vorangetrieben.

Der Realismus ist eine literarische Epoche im Zeitraum von ca. 1848 bis 1890. Im Mittelpunkt steht die Darstellung des Wirklichen und des Wahren, wobei die Realität jedoch verschönert und verherrlicht dargestellt wird. Die negativen Seiten der Wirklichkeit, wie Hässlichkeit, Krankheit oder Sexualität, werden dabei ausgeblendet. Humor und Ironie sorgen hingegen für die nötige Distanz.

Der Realismus erhält seinen Namen von dem lateinischen Wort res, was so viel heißt wie "Sache" oder "Ding". Realistisch ist eine Sache, wenn sie wirklichkeitsnah oder lebensecht ist.

Zu den zentralen Merkmalen, Themen und Motive dieser Epoche gehören die Verklärung und Verherrlichung der Wirklichkeit. Im Realismus wurden vor allem traditionelle Motive wie Liebe, Heimat, Vergänglichkeit und Naturerleben, aber auch historische Themen verarbeitet. Im Mittelpunkt standen dabei Lebensformen des Bürgertums, die genau beobachtet und so wirklichkeitsgetreu wie möglich mit ihren Alltagsfacetten dargestellt werden sollten.

Diese Themen, Merkmale und Motive bedient Hebbel in seinem Trauerspiel. So stammt die Familie von Klara aus dem Bürgertum und ihr ganz normales Leben wird wirklichkeitsgetreu beschrieben. Klaras Liebesbeziehungen und ihre Folgen stehen im Mittelpunkt des Geschehens.

Christian Friedrich Hebbel, der Autor des Dramas "Maria Magdalena"

Der Schriftsteller Christian Friedrich Hebbel wurde am 18.03.1813 in der Stadt Wesselburen in Dithmarschen (eine Region und ein Kreis in Schleswig-Holstein) geboren. Sein literarisches Schaffen beginnt er als Autodidakt. Im Laufe der Zeit entwickelt er sich jedoch zu einem erfolgreichen und engagierten Dramatiker. Durch seine vielen Reisen trifft er zahlreiche bedeutsame Literaten im In- und Ausland. Am 13.12.1863 stirbt Hebbel schließlich an einer Rheumaerkrankung. Er gilt heute als der bedeutendste Dramatiker des Realismus.

Maria Magdalena – Das Wichtigste

  • Das Drama "Maria Magdalena" wurde von Friedrich Hebbel im Jahr 1843 verfasst und gliedert sich in drei Akte.
  • Die Sprache entspricht der bürgerlichen Alltagssprache. Sie ist frei, sehr bildlich und enthält keine Verse.
  • "Maria Magdalena" ist eines der bekanntesten Dramen des 19. Jahrhunderts und ein bedeutender Bestandteil der deutschen Literatur.
  • Das Drama "Maria Magdalena" gilt als Bürgerliches Trauerspiel.
  • Es ist deshalb ein wichtiger Meilenstein bzgl. des Wandels zur modernen Literatur.
  • Anschließend wurden nämlich weitere offen sozialkritische Dramen verfasst, deren Ziel es war, das Leid der einfachen Leute in den Mittelpunkt zu stellen.
  • Die Handlung dreht sich um eine junge Frau namens Klara. Diese ist schwanger und verzweifelt, da sie noch nicht verheiratet ist und somit ein uneheliches Kind erwartet.
  • Aufgrund der intoleranten Moralvorstellungen des Bürgertums und ihrer eigenen Verzweiflung, beschließt sie schlussendlich Selbstmord zu begehen.


Nachweise

  1. Hebbel (2016). Maria Magdalena. Ein bürgerliches Trauerspiel in drei Akten. Hofenberg Verlag.
  2. Lektürehilfe.de: Maria Magdalena, Friedrich Hebbel. (2022)
  3. Keul (2015). Friedrich Hebbel, Maria Magdalena. Lektüreschlüssel. Reclam.
  4. Hein (1989), Friedrich Hebbel, Maria Magdalena. Interpretationen. Oldenbourg Verlag.
  5. Deutschbuch für die Oberstufe (2016), Literatur und Film: Analyse, Interpretation und Erörterung. Cornelsen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Maria Magdalena

Das Drama Maria Magdalena lässt sich der Epoche des Realismus (1848 - 1890).  In dieser wurden meist die Schicksale und Erlebnisse des Bürgertums beschrieben. In Hebbels Trauerspiel steht das Schicksal von Klara, einer Tochter aus bürgerlichem Hause, im Vordergrund.

"Maria Magdalena" ist ein Trauerspiel, weil es sich mit dem Schicksal eines Menschen des Bürgertums beschäftigt. Das beschriebene Schicksal entsteht durch einen Konflikt innerhalb des eigenen Standes. Klara unterwirft sich vollkommen den Wert- und Ehrvorstellungen des Bürgertums. Schließlich begeht sie deshalb sogar Selbstmord.

Das Drama "Maria Magdalena" thematisiert Schicksale innerhalb des Bürgertums und damit einhergehend Konflikte innerhalb des eigenen Standes. Die intoleranten Moralvorstellungen des Bürgertums führen dazu, dass Klara keinen anderen Ausweg sieht, als Selbstmord zu begehen.

Das Drama "Maria Magdalena" ist ein Meilenstein, weil es als letztes bürgerliches Trauerspiel gilt. Anschließend entwickelten sich soziale Dramen, deren Ziel es war, das Leid der einfachen Menschen in den Mittelpunkt zu rücken.

Finales Maria Magdalena Quiz

Frage

 Von wem stammt „Maria Magdalena“?
Antwort anzeigen

Antwort

Friedrich Hebbel. 
Frage anzeigen

Frage

Wie ist die Handlung des Dramas „Maria Magdalena“?
Antwort anzeigen

Antwort

Die Handlung dreht sich um eine junge Frau namens Klara. Diese ist schwanger und verzweifelt, da sie noch nicht verheiratet ist und somit ein uneheliches Kind erwartet. Aufgrund der intoleranten Moralvorstellungen des Bürgertums und ihrer eigenen Verzweiflung, beschließt sie schlussendlich Selbstmord zu begehen.
Frage anzeigen

Frage

Wie viele Akte hat die Tragödie?
Antwort anzeigen

Antwort

Drei Akte
Frage anzeigen

Frage

Wie sieht die Beziehung zwischen Maria und Leonhard am Anfang des Stückes aus?
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Antwort

Die beiden sind verlobt. Es besteht aber keinerlei Liebe zwischen dem Paar. 
Frage anzeigen

Frage

Wieso drängt Leonhard Klara mit ihm zu schlafen?
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Antwort

Da er aus Habgier handelt, und es auf die Mitgift von Klaras Vater abgesehen hat. Als Klara Gefühle für ihre alte Jugendliebe entwickelt, sieht Leonhard die Hochzeit in Gefahr. Er hofft Klara mehr für sich gewinnen zu können, wenn sie mit ihm schläft. 
Frage anzeigen

Frage

Wieso lastet ein großer Druck auf Klara?
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Antwort

Klara schwört ihrem Vater, die Familienehre zu achten. Er droht ihr mit seinem Selbstmord, sollte sie ihren Schwur nicht einhalten. Jedoch ist sie schwanger und unverheiratet. Deshalb muss sie Leonard heiraten, um keine Schande über die Familie zu bringen und ihren Vater nicht zu enttäuschen.
Frage anzeigen

Frage

Wieso löst Leonhard die Beziehung auf?
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Unter dem Vorwand, Klaras Familie hätte durch die Verhaftung von Karl jede Ehre verloren, beendet er die Beziehung. Der eigentliche Grund ist aber, dass Klaras Vater die Mitgift verschenkt hat. 
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Wer liefert sich in „Maria Magdalena“ ein Pistolenduell?
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Leonhard und Friedrich
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Wie endet „Maria Magdalena“?
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Klara ist verzweifelt. Als ihr Bruder ihre Andeutungen nicht versteht, bringt sie sich um. Der Sekretär gewinnt das Duell gegen Klara, kommt aber zu spät. Der Vater Klaras bleibt gebrochen und alleine zurück, da auch Karl ihn verlässt. 
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Wer ist Friedrich?
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Er ist der Sekretär und die Jugendliebe von Klara. Als er in die Stadt zurückkehrt, flammt seine Liebe zu Klara wieder auf. Er will Klara beschützen und rächt sie im Pistolenduell. 
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Wieso bleibt der Vater Meister Anton alleine zurück?
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Klara begeht Selbstmord und Karl verlässt die Stadt. Er will als Matrose arbeiten und ein neues Leben beginnen. 
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Wie ist die Sprache In „Maria Magdalena“ gestaltet? 
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Die Sprache entspricht der vorherrschenden bürgerlichen Alltagssprache. Dies bedeutet aber nicht, dass sie umgangssprachlich ist. Sie ist vielmehr von einem bildlichen und gegensätzlichen (antithetischen) Stil geprägt. Einige Sätze wurden nicht vollendet. Des Weiteren weisen die Satzkonstruktionen viele Einschübe (Parenthesen) auf.

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Das Drama "Maria Magdalena" lässt sich der Literaturepoche ____________  zuordnen.

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des Realismus

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Das Drama "Maria Magdalena" gilt als ____________.
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Das Drama "Maria Magdalena" gilt als Bürgerliches Trauerspiel.
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Das Drama "Maria Magdalena" weist die folgenden Motive auf:

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Die Enge, der Tod und der Schwur.

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Hebbel übt mit seinem Drama "Maria Magdalena" Kritik an der ______ und deren bürgerlichen _______. 


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Hebbel übt mit seinem Drama "Maria Magdalena" Kritik an der Gesellschaft und deren bürgerlichen Wertevorstellungen

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