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In der Sprache gibt es eine Aufteilung von betonten und unbetonten Silben. Dabei werden betonte Silben auch als Hebungen und unbetonte Silben als Senkungen bezeichnet.
Eine regelmäßige Abfolge von Hebungen und Senkungen nennt man Metrum. In der Lyrik wird oft ein Sprechrhythmus durch ein regelmäßiges Metrum festgelegt. Die kleinste Einheit des Metrums ist der Versfuß. Dieser hat eine festgelegte Anzahl und eine bestimmte Reihenfolge von betonten und unbetonten Silben. Einer dieser Versfüße ist der Jambus.
Der Jambus ist einer der Versfüße, der aus zwei Verselementen besteht, einer unbetonten und einer betonten Silbe. Damit bildet der Jambus einen Teil des Metrums in einem Gedicht. Insgesamt gibt es neun Versfüße.
Zu den neun Versfüßen zählen neben dem Jambus:
Ein Metrum beschreibt den klanglichen Aufbau eines Gedichts und wird auch als Versmaß bezeichnet.
Bereits in der Antike setzte sich der Jambus aus einer kurzen und einer langen Silbe zusammen. Er wurde in Schmäh- und Spottgedichten verwendet. Doch in der deutschen Lyrik ist nicht die Länge, sondern die Betonung der Silben im Vers entscheidend. Die erste Silbe beim Jambus bleibt unbetont, während die zweite Silbe betont wird. Dadurch kann der Jambus eine gewisse Stimmung im Text oder in einem Gedicht erzeugen, dazu später mehr.
Der Jambus ist ein zweisilbiger Versfuß. In der Abfolge besteht er aus einer unbetonten und einer betonter Silbe.
In der Gedichtanalyse kürzt Du die Reihenfolge von unbetonten und betonten Silben mit "xX" oder "∪ –" ab.
Reihen sich drei Hebungen bestehend aus sechs Silben ( xX xX xX ) innerhalb einer Zeile im Text aneinander, spricht man von einem dreihebigen Jambus als Versmaß. Bei vier Hebungen und acht Silben ( xX xX xX xX ) wäre das Versmaß ein vierhebiger Jambus und so weiter.
In dem Gedicht "Erlkönig" von Johann Wolfgang von Goethe gibt es ein anschauliches Beispiel für einen vierhebigen Jambus. Das Gedicht besteht aus acht Strophen mit je vier Versen. Zwischendurch finden sich in unregelmäßigen Abständen aber auch dreihebige Versfüße (Anapäst).
Einen vierhebigen Jambus erkennt man in der fünften Strophe in Vers 17. Dabei wurden die Hebungen blau markiert:
"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?" ( xX xX xX xX x)
Wenn sich in einem Vers vier Jamben aneinander reihen, spricht man von einem vierhebigen Jambus. Hier in diesem Kurzbeispiel aus dem Gedicht "Erlkönig" liegt die Betonung auf der zweiten Silbe, die erste Silbe bleibt unbetont. Auch ist durch das Abwechseln der unbetonten und betonten Silben ein Rhythmus zu erkennen, vergleichbar mit einem schlagendem Herz oder galoppierenden Pferd. In dem Gedicht "Erlkönig" reitet tatsächlich ein Vater mit seinem Sohn durch die Nacht.
Wenn Du mehr über den "Erlkönig" wissen möchtest, dann schau Dir die Erklärung bei StudySmarter an.
In der deutschen Barockdichtung und in der französischen Klassik war eine beliebte Versform der Alexandriner. Dieser gehört zum jambischen Versmaß.
Dieses Versmaß beginnt mit einer unbetonten Silbe und besteht aus insgesamt zwölf Silben. Eine Verszeile besteht aus sechs Hebungen, gefolgt von je einer Senkung. In der Mitte des Verses erfolgt eine Zäsur, diese findet nach der dritten Hebung statt.
Eine Zäsur ist eine kleine Pause im Vers. Diese Unterbrechung wird meist als Sprech- oder Atempause eingesetzt.
Der Alexandriner kann um eine dreizehnte Silbe erweitert werden. Das Versende kann sowohl unbetont oder betont sein. Dann wäre der letzte Jambus als Versfuß katalektisch und somit unvollständig.
Katalektisch kommt aus der altgriechischen-lateinischen Sprache und bedeutet unvollständig.
Diese Versmaß kam oft in aufklärerischen Werken oder im Sonett, einem barocken Tonstück oder Gedicht, vor, um Empfindungen auszusprechen und besser zu transportieren.
Wie schon oben erklärt, folgt bei dem Jambus auf eine unbetonte Silbe eine betonte Silbe. Normalerweise wird die Kennzeichnung mit x x‘ angegeben. Es gibt auch die Schreibweise x X . Wenn Du einen lyrischen Text bearbeitest, solltest Du Dich für eine Kennzeichnung entscheiden und diese beibehalten. Damit kann der/die Leser/-in, insbesondere Dein/Deine Lehrer/-in, die Bearbeitung besser nachvollziehen.
Nimmt man den "kleinsten" Jambus, besteht dieser aus einem zweisilbigen Wort, wie "Gedicht" oder "Gehirn".
Ge-dicht = x X , oder Ge-hirn = xX
Nun solltest Du das Wort laut aussprechen - klingt zunächst ungewöhnlich, ist aber von Vorteil. Dadurch erkennst Du, welche Silbe mehr oder weniger betont wird.
Bei der lauten Aussprache fällt die Betonung der Silben am einfachsten auf. In der Regel werden die Silben nämlich unterschiedlich ausgesprochen. Die eine, ein wenig lauter und deutlicher als die andere. Damit kannst Du den Jambus in dem Wort "Ge-dicht" besser erkennen. Die Betonung liegt auf der zweiten Silbe, auf "-dicht", und die erste Silbe "Ge" bleibt unbetont. Damit handelt es sich eindeutig um einen Jambus.
Durch das Abwechseln von unbetonten und betonten Silben kann der Jambus sehr rhythmisch wirken. Diese Texte kannst Du zum Beispiel mit einem galoppierenden Pferd vergleichen. In der Ballade "Erlkönig" von Johann Wolfgang von Goethe, die er 1782 verfasste, wird dieser Rhythmus sehr deutlich.
Oft klingen solche Werke durch das Einsetzen des Jambus wie ein Singsang. Dadurch wurden damals viele Texte von Schriftstellern gern auch in der Musik verwendet und als Volkslieder vertont.
In der Romantik (ca. 1795-1835) ist die ausgeprägte Hinwendung zur Natur typisch und spürbar. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Epoche ist der Romantiker Joseph von Eichendorff. In seinem Gedicht "Mondnacht" wird diese Hinwendung zur Natur sehr deutlich. Er verlieh mittels dreihebigen Jambus seinem Gedicht einen melodischen und liedhaften Rhythmus.
Die gleiche Versanzahl in drei Strophen und das durchgehende Reimschema tragen dazu bei, eine harmonische und verträumte Stimmung in seinem Gedicht zu vermitteln. Liest man das Gedicht einmal laut vor, dann sollte es leichter fallen, durch die Betonung einen dreihebigen Jambus zu erkennen. Durch eine bestimmte Abfolge von Hebungen und Senkungen kann der Jambus als Metrum die Stimmung im Gedicht untermalen. Deshalb ist der Jambus oft in lyrischen Texten und Gedichten zu finden.
"Es war, als hätt der Him-mel
Die Er-de still ge-küsst,
Dass sie im Blü-tenschim-mer
Von ihm nun träu-men müsst.
Die Luft ging durch die Fel-der,
Die Ähr-en wo-gten sacht,
Es rausch-ten leis die Wäl-der,
So stern-klar war die Nacht.
Und mei-ne See-le spann-te
weit ihre Flü-gel aus,
flog durch die stillen Lan-de,
Als flö-ge sie nach Haus."
(Joseph von Eichendorff, Erscheinungsjahr, Mondnacht)
Fast durchgängig verwendet Eichendorff in den Strophen den dreihebigen Jambus als Metrum, die erste Silbe bleibt unbetont, die zweite Silbe betont xX. Außer in der dritten Strophe, im zehnten und elften Vers, da liegt die Betonung auf der ersten Silbe und die zweite bleibt unbetont Xx (Trochäus).
Die ersten und die dritten Verse sind jeweils steigend und die zweiten und vierten Verse fallend.
Das Gegenstück zum Jambus bildet der Trochäus. Der trochäische Versfuß wird, wie der Jambus, aus zwei Silben gebildet. Hierbei wird die erste Silbe betont und die zweite Silbe bleibt unbetont. Die Betonung liegt also auf der ersten Silbe und Du schreibst "Xx".
Trie-be = Xx
Dieses Versmaß kann den/die Leser*in durch einen bestimmten Rhythmus auch wieder in eine besonders feierliche Stimmung versetzen. Diesen Effekt des Trochäus verwendete Friedrich Schiller 1785 in seinem berühmten Gedicht "Ode an die Freiheit".
Die kleinste Einheit in einem Metrum ist der Versfuß. Dazu zählt der Jambus. Der kleinstmögliche Versfuß kann daher aus einem zweisilbigen Wort bestehen. Ein Beispiel dazu kann das Wort "Ge-dicht" sein.
Der Jambus ist ein Metrum, dass durch seine Betonung, also durch die Hebung und Senkung der Silben, eine gewisse Stimmung in einem Text erzeugen kann. Oft ist er daher in lyrischen Texten oder Gedichten zu finden.
Wenn sich in einem Vers vier Hebungen und Senkungen (xX-xX-xX-xX - vier Jamben) aneinander reihen, spricht man von einem vierhebigen Jambus.
Durch das Abwechseln von unbetonten und betonten Silben wirkt der Jambus oft rhythmisch und somit auch vergleichbar mit einem galoppierenden Pferd.
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