Inhaltsverzeichnis▼
- Hurrikan, tropischer Wirbelsturm
- Wie ein Hurrikan entsteht
- Aufbau: Auge, Augenwand, Spiralbänder
- Saffir-Simpson-Skala: die Kategorien
- Hurrikan, Taifun oder Zyklon: der Unterschied
- Zugbahn und Hurrikansaison
- Folgen: Wind, Regen und Sturmflut
- Hurrikane und der Klimawandel
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Hurrikan, ein tropischer Wirbelsturm
Ein Hurrikan ist ein tropischer Wirbelsturm über dem Atlantik oder dem Nordostpazifik mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von mindestens 119 km/h. Er entsteht über warmem Meerwasser, dreht sich um ein ruhiges Zentrum, das Auge, und bringt heftigen Wind, Starkregen und Sturmfluten mit sich.
Der Begriff Hurrikan bezeichnet also nicht irgendeinen starken Sturm, sondern eine ganz bestimmte Sorte: einen tropischen Wirbelsturm. Solche Stürme bilden sich nur über warmen Meeren in den Tropen und beziehen ihre Energie aus der Verdunstung von Meerwasser. Das unterscheidet sie grundlegend von den Tiefdruckstürmen der mittleren Breiten, die aus dem Aufeinandertreffen warmer und kalter Luftmassen entstehen.
Charakteristisch ist die rotierende Bewegung um ein Zentrum. Auf der Nordhalbkugel drehen sich Hurrikane gegen den Uhrzeigersinn. In der Mitte liegt das windstille Auge, außen wüten die stärksten Böen. Erreicht ein solcher Sturm anhaltende Winde von 119 km/h, gilt er offiziell als Hurrikan; darunter spricht man von einem tropischen Sturm oder einem tropischen Tief.
| Steckbrief | Hurrikan |
|---|---|
| Typ | tropischer Wirbelsturm |
| Region | Atlantik und Nordostpazifik |
| Ab wann Hurrikan | anhaltender Wind ab 119 km/h |
| Zentrum | Auge, ca. 15 bis 30 km Durchmesser |
| Entstehungswärme | Meerwasser ab 26 °C |
| Saison | 1. Juni bis 30. November (Atlantik) |
Wie ein Hurrikan entsteht
Ein Hurrikan entsteht über Meerwasser von mindestens 26 °C bis in etwa 50 m Tiefe. Feuchte Luft steigt auf, kondensiert und setzt Wärme frei, die den Sturm anheizt. Die Corioliskraft bringt das System ab etwa 5 bis 8 Grad Breite in Rotation, und nur bei geringer Windscherung kann es zum Wirbelsturm heranwachsen.
Man kann sich die Entstehung wie eine gigantische Wärmepumpe vorstellen. Über dem warmen Ozean verdunstet viel Wasser. Die feuchtwarme Luft steigt auf, kühlt in der Höhe ab und der Wasserdampf kondensiert zu Wolken. Bei diesem Übergang wird Kondensationswärme frei, die die Luft weiter antreibt. So entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf, der immer mehr Luft nach oben saugt.
Am Boden strömt Luft nach, um den entstehenden Unterdruck auszugleichen. Weil sich die Erde dreht, wird diese nachströmende Luft durch die Corioliskraft abgelenkt, und das ganze System beginnt zu rotieren. Direkt am Äquator fehlt diese Ablenkung, deshalb entstehen dort keine Hurrikane. Wichtig ist außerdem eine geringe vertikale Windscherung: Wenn die Winde in verschiedenen Höhen zu unterschiedlich wehen, wird der junge Sturm auseinandergerissen, bevor er sich organisieren kann.
Die vier Zutaten eines Hurrikans
Genau auf dem Äquator ist die Corioliskraft gleich null. Ohne diese ablenkende Wirkung der Erdrotation kann sich die nachströmende Luft nicht zu einem Wirbel organisieren. Deshalb entstehen tropische Wirbelstürme erst ab etwa fünf Grad nördlicher oder südlicher Breite.
Aufbau: Auge, Augenwand und Spiralbänder
Der Aufbau eines Hurrikans gliedert sich in drei Zonen: das ruhige Auge im Zentrum mit etwa 15 bis 30 km Durchmesser, die Augenwand mit den stärksten Winden und dem heftigsten Regen und die weiter außen liegenden Spiralbänder aus Schauer- und Gewitterwolken.
Das Auge ist der ruhigste Ort im ganzen Sturm. Hier sinkt Luft ab, es ist nahezu windstill und der Himmel oft klar. Wer im Auge steht, erlebt eine trügerische Pause, denn direkt dahinter folgt die Augenwand mit voller Wucht. In dieser Wand aus hoch aufragenden Gewitterwolken herrschen die extremsten Windgeschwindigkeiten und die stärksten Regenfälle des gesamten Systems.
Nach außen hin schließen sich die Spiralbänder an, lange, gebogene Wolkenstreifen, die sich um das Zentrum winden. Sie bringen wechselnde Schauer und Böen und markieren die äußere Ausdehnung des Sturms. Zwischen den Bändern kann es kurzzeitig aufklaren, bevor das nächste Band heranzieht.
Querschnitt durch einen Hurrikan
Saffir-Simpson-Skala: die fünf Kategorien
Die Saffir-Simpson-Skala teilt Hurrikane nach ihrer anhaltenden Windgeschwindigkeit in fünf Kategorien ein. Kategorie 1 beginnt bei 119 km/h, Kategorie 5 ab 252 km/h. Je höher die Kategorie, desto größer sind die zu erwartenden Schäden durch Wind, umstürzende Bäume, abgedeckte Dächer und zerstörte Gebäude.
Die Skala wurde in den 1970er Jahren von dem Bauingenieur Herbert Saffir und dem Meteorologen Robert Simpson entwickelt. Sie orientiert sich allein an der anhaltenden Windgeschwindigkeit, nicht an Regenmenge oder Sturmflut. Das macht sie einfach anwendbar, hat aber auch eine Schwäche: Ein Sturm niedriger Kategorie kann durch enorme Regenmengen trotzdem verheerend sein.
| Kategorie | Anhaltender Wind | Typische Schäden |
|---|---|---|
| Kategorie 1 | 119 bis 153 km/h | Schäden an Dächern, Bäumen und Leitungen |
| Kategorie 2 | 154 bis 177 km/h | größere Dach- und Baumschäden, Stromausfälle |
| Kategorie 3 | 178 bis 208 km/h | schwere Schäden, ab hier gilt der Sturm als schwerer Hurrikan |
| Kategorie 4 | 209 bis 251 km/h | verheerende Schäden, viele Häuser unbewohnbar |
| Kategorie 5 | ab 252 km/h | katastrophale Zerstörung ganzer Gebiete |
Hurrikan, Taifun oder Zyklon: der Unterschied
Der Unterschied zwischen Hurrikan, Taifun und Zyklon liegt allein in der Region: Es ist dasselbe Wetterphänomen mit verschiedenen Namen. Über Atlantik und Nordostpazifik heißt der tropische Wirbelsturm Hurrikan, über dem Nordwestpazifik Taifun und über dem Indischen Ozean sowie dem Südpazifik Zyklon.
| Name | Region | Beispiel |
|---|---|---|
| Hurrikan | Atlantik, Nordostpazifik | Karibik, US-Ostküste, Golf von Mexiko |
| Taifun | Nordwestpazifik | Philippinen, Japan, Ostchina |
| Zyklon | Indischer Ozean, Südpazifik | Indien, Bangladesch, Australien |
| Fachbegriff | alle drei sind tropische Wirbelstürme | |
Physikalisch gibt es also keinen Unterschied: Entstehung, Aufbau und Gefährlichkeit sind identisch. Nur der Name wechselt mit dem Ozeanbecken. In den Taifun-Regionen des Nordwestpazifiks treten dabei besonders viele und besonders starke Stürme auf, weil das Meer dort großflächig sehr warm ist.
Vorsicht bei einem verbreiteten Denkfehler: Ein Tornado ist kein kleiner Hurrikan. Tornados sind viel kleinere Wirbel über dem Festland, die aus Gewittern entstehen und nur Minuten bis Stunden bestehen. Ein Hurrikan dagegen ist ein riesiges, tagelang aktives Meeressystem. Auch ein Orkan der mittleren Breiten ist etwas anderes, denn er entsteht nicht über warmem Tropenmeer, sondern aus dem Gegensatz von Luftmassen.
Zugbahn und Hurrikansaison
Die atlantische Hurrikansaison dauert offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November, mit einem Höhepunkt Anfang bis Mitte September. Ein Hurrikan zieht mit nur etwa 15 bis 30 km/h über das Meer, obwohl in seinem Kern Windböen von über 300 km/h auftreten können.
Es lohnt sich, zwei Geschwindigkeiten sauber zu trennen: Die Zuggeschwindigkeit beschreibt, wie schnell sich der ganze Sturm über die Karte bewegt, und die ist mit 15 bis 30 km/h eher gemächlich. Die Windgeschwindigkeit dagegen beschreibt, wie stark der Wind im Sturm selbst weht, und die kann ein Vielfaches davon betragen. Gerade langsam ziehende Hurrikane sind oft besonders gefährlich, weil sie über einer Region extrem viel Regen abladen.
Typische Zugbahnen führen mit den Passatwinden zunächst nach Westen, bevor die Stürme in höheren Breiten nach Norden abbiegen. Sobald ein Hurrikan auf Land trifft oder über kälteres Wasser zieht, verliert er seine warme Energiequelle und schwächt sich rasch ab. Die Rotation selbst ist eine Folge der Corioliskraft, die auch die großräumige atmosphärische Zirkulation prägt.
Folgen: Wind, Starkregen und Sturmflut
Ein Hurrikan richtet auf drei Wegen Schaden an: durch Wind, der Dächer abdeckt und Bäume umwirft, durch Starkregen, der Überschwemmungen auslöst, und durch die Sturmflut, bei der der Sturm Meerwasser an die Küste drückt. Sturmfluten können dabei über 10 m über den normalen Wasserstand steigen.
Die tödlichste Gefahr geht in vielen Fällen nicht vom Wind aus, sondern von der Sturmflut. Der Sturm türmt vor sich das Wasser auf und schiebt es bei der Landung wie eine Wand über flache Küsten. Zusammen mit dem Starkregen führt das zu großflächigen Überschwemmungen weit ins Landesinnere. Mehr dazu, wie solche Sturmfluten entstehen und wirken, findest du im eigenen Beitrag dazu.
Der Starkregen entsteht in den hoch aufragenden Gewitterwolken der Augenwand und der Spiralbänder. Ähnlich wie bei einem heftigen Gewitter fallen in kurzer Zeit enorme Wassermengen, nur über Stunden und großflächig. Hurrikane gehören damit zu den folgenreichsten Wetterextremen überhaupt und werden in gefährdeten Regionen genau überwacht.
Wenn das Auge über einen Ort zieht, wird es plötzlich fast windstill. Wer das für das Ende des Sturms hält und ins Freie geht, wird kurz darauf von der Augenwand mit voller Wucht und aus der Gegenrichtung getroffen. Diese Pause ist keine Entwarnung.
Hurrikane und der Klimawandel
Der Klimawandel macht Hurrikane tendenziell stärker: Wärmeres Meer liefert mehr Energie. Der Anteil der stärksten Hurrikane der Kategorien 3 bis 5 stieg zwischen 1979 und 2017 von etwa 32 auf 40 Prozent. Zudem können wärmere Stürme mehr Niederschlag transportieren, was das Überflutungsrisiko erhöht.
Wichtig für eine saubere Argumentation in der Klausur ist die Unterscheidung zwischen Häufigkeit und Intensität. Ob es künftig insgesamt mehr Hurrikane gibt, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig. Deutlich klarer ist der Trend zu stärkeren Stürmen: Weil die Ozeane sich erwärmen, steht mehr Energie zur Verfügung, und der Anteil sehr starker Hurrikane nimmt zu.
Hinzu kommt, dass eine wärmere Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Modellstudien gehen davon aus, dass die Niederschlagsmengen im Sturmkern bei etwa zwei Grad Erwärmung um bis zu rund 15 Prozent zunehmen könnten. Zusammen mit dem steigenden Meeresspiegel verschärft das die Gefahr durch Sturmfluten. Hurrikane sind damit ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich der Klimawandel auf konkrete Wetterphänomene auswirkt, ähnlich wie beim Monsun oder bei Verschiebungen im Jetstream.
Intensität steigt bereits messbar, die Gesamthäufigkeit ist unsicher. Wer das trennt, argumentiert wissenschaftlich korrekt und punktet.
Karteikarten zum Hurrikan
Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Fakten über den Hurrikan, von der Definition bis zur Saffir-Simpson-Skala, ideal zur schnellen Wiederholung. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und navigiere mit den Pfeilen durch das Set.
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Hurrikan, das Wichtigste
Ein Hurrikan ist ein tropischer Wirbelsturm über Atlantik oder Nordostpazifik ab 119 km/h. Er entsteht über warmem Meer, ist aus Auge, Augenwand und Spiralbändern aufgebaut und wird mit der Saffir-Simpson-Skala in fünf Kategorien eingeteilt. Taifun und Zyklon sind dasselbe Phänomen mit anderem Namen.
- Definition: tropischer Wirbelsturm ab 119 km/h anhaltendem Wind.
- Entstehung: warmes Meer ab 26 °C, feuchte Aufwinde, Corioliskraft, wenig Windscherung.
- Aufbau: ruhiges Auge, sturmreiche Augenwand, äußere Spiralbänder.
- Skala: Saffir-Simpson, Kategorie 1 (119 km/h) bis Kategorie 5 (ab 252 km/h).
- Namen: Hurrikan (Atlantik), Taifun (Nordwestpazifik), Zyklon (Indik, Südpazifik).
- Klimawandel: stärkere Stürme und mehr Regen, Häufigkeit unsicher.
Häufige Fragen zum Hurrikan
Ein Hurrikan ist ein tropischer Wirbelsturm über dem Atlantik oder Nordostpazifik mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten ab 119 km/h. Er entsteht über warmem Meerwasser, dreht sich um das ruhige Auge und bringt Wind, Starkregen und Sturmfluten.
Über Meerwasser ab 26 °C steigt feuchte Luft auf, kondensiert und setzt Wärme frei, die den Sturm verstärkt. Die Corioliskraft bringt das System ab etwa 5 Grad Breite in Rotation, und nur bei geringer Windscherung wächst es zum Wirbelsturm heran.
Es ist dasselbe Phänomen mit verschiedenen regionalen Namen. Über Atlantik und Nordostpazifik heißt er Hurrikan, über dem Nordwestpazifik Taifun und über dem Indischen Ozean sowie dem Südpazifik Zyklon.
Das Auge ist das ruhige Zentrum mit etwa 15 bis 30 km Durchmesser, nahezu windstill und oft wolkenarm. Umgeben wird es von der Augenwand, dem Bereich mit den stärksten Winden und dem heftigsten Regen.
Nach der Saffir-Simpson-Skala in fünf Kategorien anhand der anhaltenden Windgeschwindigkeit. Kategorie 1 beginnt bei 119 km/h, Kategorie 5 ab 252 km/h. Ab Kategorie 3 spricht man von einem schweren Hurrikan.
Die atlantische Hurrikansaison dauert offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November. Die meisten und stärksten Stürme treten Anfang bis Mitte September auf, wenn das Meerwasser am wärmsten ist.
Wärmeres Meerwasser liefert einem Hurrikan mehr Energie. Der Anteil der stärksten Hurrikane der Kategorien 3 bis 5 stieg zwischen 1979 und 2017 von etwa 32 auf 40 Prozent. Zudem können wärmere Stürme mehr Niederschlag transportieren, was das Überflutungsrisiko erhöht.
Quellen
Die Angaben stützen sich auf enzyklopädische Standardwerke sowie amtliche und wissenschaftliche Wetterportale:
- Tropischer Wirbelsturm. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Deutscher Wetterdienst: Tropische Wirbelstürme. dwd.de
- Spektrum, Lexikon der Geographie: Hurrikan. spektrum.de
- NOAA National Hurricane Center: Saffir-Simpson Hurricane Wind Scale. nhc.noaa.gov