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Wetterleuchten Definition, Entstehung & Ursache

Wetterleuchten einfach erklärt: was das flächige Flackern am Himmel ist, wie es durch weit entfernte Gewitter und Wolkenblitze entsteht, warum man dabei keinen Donner hört, und woher der Name eigentlich kommt.

SS
Autor StudySmarter Geographie Redaktion
Erstellt 02.07.2026 · Aktualisiert 02.07.2026 · 4,7 (1.912 Stimmen)
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Geographie · Klimatologie Aktualisiert 2. Juli 2026
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Wetterleuchten im Steckbrief

Wetterleuchten ist der am Himmel oder an Wolken sichtbare Widerschein von Blitzen eines weit entfernten Gewitters. Man sieht ein diffuses, flächiges Flackern, aber nicht den Blitz selbst, und hört keinen Donner, weil das Gewitter zu weit weg ist. Es ist ein reines Lichtphänomen, kein eigener Blitz.

SteckbriefWetterleuchten
Art des Phänomensoptisches Wetterphänomen (Widerschein von Blitzen)
Ursacheweit entferntes Gewitter oder Wolkenblitze
Sichtbarflächiges Flackern, oft am Horizont
Donnernicht hörbar
Typische EntfernungGewitter über etwa 20 bis 25 km entfernt
Häufigste Zeitwarme Sommerabende und -nächte
Wetterleuchten: Licht kommt an, Donner nicht Beobachter fernes Gewitter Licht: sichtbar bis 100 km (nachts) Schall: verklingt nach ~20–25 km Merksatz: Man sieht das Leuchten, hört aber keinen Donner.
Prinzipskizze nach Wikipedia (Blitz), DWD und SRF Meteo.

Was ist Wetterleuchten?

Wetterleuchten ist der Widerschein von Blitzen, die man selbst nicht sehen kann. Ein weit entferntes Gewitter erhellt Luft und Wolken, sodass am Himmel ein diffuses Flackern erscheint. Der Donner bleibt aus, weil das Gewitter außerhalb der Hörweite liegt.

Wer an einem warmen Sommerabend zum Horizont schaut, sieht manchmal, wie der Himmel immer wieder kurz aufhellt, mal fahl, mal in einem gelblichen oder rötlichen Schimmer. Es blitzt, aber es donnert nicht. Genau dieses Bild meint der Begriff Wetterleuchten: das lautlose Aufleuchten des Nachthimmels über einem fernen Gewitter.

Der Deutsche Wetterdienst ordnet Wetterleuchten als sogenanntes Elektrometeor ein. Damit ist gemeint, dass man aufgrund der großen Entfernung des elektrischen Entladungsortes nur das Aufleuchten oder die Reflexion an den Wolken wahrnimmt, jedoch keinen Donner. Fachlich ist Wetterleuchten also nichts anderes als ein normaler Blitz, der aus der Ferne betrachtet wird.

Typischerweise zeigt es sich als flaches, fast linienhaftes Aufleuchten am nächtlichen Horizont, oft bevor ein Gewitter herannaht oder nachdem es weitergezogen ist. Weil das Auge nachts empfindlicher ist und der dunkle Himmel den Kontrast verstärkt, fällt Wetterleuchten in der Dämmerung und in der Nacht am deutlichsten auf.

Wie entsteht Wetterleuchten?

Wetterleuchten entsteht auf zwei Wegen: durch ein weit entferntes Gewitter, dessen Blitze hinter dem Horizont Luft und Wolken erhellen, oder durch Wolkenblitze, bei denen Wassertröpfchen und Eiskristalle das Blitzlicht streuen. In beiden Fällen sieht man nur ein flächiges Leuchten statt eines scharfen Blitzes.

1. Weit entferntes Gewitter

Der häufigste Fall: Ein Gewitter zieht in großer Entfernung vorbei, oft schon hinter dem Horizont. Der eigentliche Blitzkanal ist dann durch die Erdkrümmung, durch Berge oder durch dichte Wolken verdeckt. Sichtbar bleibt nur das Licht, das die Blitze in die höheren Luftschichten und an die Wolkenränder werfen. Statt eines gezackten Blitzes sieht man deshalb ein weiches, flächiges Aufhellen des Himmels.

2. Wolkenblitze

Beim zweiten Mechanismus entladen sich die Blitze innerhalb einer Wolke. Das Licht dieser Wolkenblitze wird von den unzähligen Wassertröpfchen und Eiskristallen in der Wolke gestreut, ähnlich wie eine Taschenlampe hinter einem Bettlaken. Man sieht dann nicht den Blitz, sondern die ganze Wolke, die für einen Moment von innen zu glühen scheint.

In beiden Fällen entsteht der typische Eindruck: kein klar abgegrenzter Blitz, sondern ein diffuses, oft mehrfach hintereinander aufflackerndes Leuchten. Ob das Gewitter dabei näher kommt oder sich entfernt, lässt sich am Wetterleuchten allein nicht sicher ablesen, dafür braucht es weitere Beobachtungen wie Windrichtung und Wolkenzug.

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Warum hört man beim Wetterleuchten keinen Donner?

Man hört keinen Donner, weil das Gewitter zu weit weg ist. Schall wird in der Luft geschluckt und ist meist nur bis etwa 20 bis 25 Kilometer zu hören. Das Licht des Blitzes reicht dagegen viel weiter, sodass man das Leuchten sieht, den zugehörigen Donner aber nicht mehr wahrnimmt.

Jeder Blitz erzeugt Donner, denn der Blitzkanal heizt die Luft schlagartig auf über 20.000 Grad Celsius auf, die Luft dehnt sich explosionsartig aus und erzeugt eine Schallwelle. Warum hört man diesen Donner beim Wetterleuchten also nicht? Der Grund liegt allein in der Entfernung.

Schall verliert auf seinem Weg durch die Luft ständig Energie. Er wird von Luftschichten, Wind, Bodenrelief und Hintergrundgeräuschen geschluckt. Bei typischen Gewittern in Mitteleuropa ist der Donner deshalb höchstens etwa 5 bis 20 Kilometer weit zu hören, was einer Zeitspanne zwischen Blitz und Donner von rund 15 bis 60 Sekunden entspricht. Ab einer Distanz von etwa 25 Kilometern ist der Donner normalerweise gar nicht mehr wahrnehmbar; nur unter sehr günstigen Bedingungen trägt er ausnahmsweise bis rund 50 Kilometer.

Licht dagegen wird auf dieser Strecke kaum geschwächt. Ein Blitz ist am Tag noch auf etwa 25 Kilometer, in klaren Nächten sogar bis zu 100 Kilometer weit sichtbar. Genau in dieser Lücke lebt das Wetterleuchten: Das Gewitter ist so weit entfernt, dass sein Licht noch ankommt, sein Donner aber längst verklungen ist.

💡
Kurz gesagt

Wetterleuchten ist das Fenster zwischen Seh- und Hörweite eines Gewitters: nah genug, um das Licht zu sehen, zu weit weg, um den Donner zu hören.

Schall und Licht: die Entfernung eines Gewitters berechnen

Weil Schall mit rund 343 Metern pro Sekunde viel langsamer ist als das praktisch sofort ankommende Licht, verrät die Zeit zwischen Blitz und Donner die Entfernung. Faustregel: die Sekunden zwischen Blitz und Donner durch drei teilen ergibt die grobe Entfernung in Kilometern.

Licht bewegt sich mit rund 300.000 Kilometern pro Sekunde. Das Blitzlicht ist also praktisch im selben Augenblick bei dir, in dem der Blitz entsteht. Der Schall ist mit etwa 343 Metern pro Sekunde fast eine Million Mal langsamer und braucht spürbar Zeit, um dieselbe Strecke zurückzulegen. Diese Differenz kannst du nutzen, solange du Blitz und Donner beide wahrnimmst.

Zählst du die Sekunden zwischen dem Blitz und dem Donner, dann gilt: Schall legt in drei Sekunden ungefähr einen Kilometer zurück (3 × 343 Meter ≈ 1.000 Meter). Deshalb funktioniert die einfache Faustregel:

Sekunden zwischen Blitz und Donner ÷ 3 = Entfernung in Kilometern

Ein Beispiel: Vergehen zwischen Blitz und Donner sechs Sekunden, ist das Gewitter etwa zwei Kilometer entfernt. Beim Wetterleuchten fehlt der Donner ganz, du kannst also keinen Zeitabstand messen. Genau das ist das Erkennungszeichen: Wenn der Donner ausbleibt, liegt das Gewitter jenseits der Hörweite, in der Regel mehr als 20 bis 25 Kilometer entfernt.

📏
Genauer rechnen

Wer es exakter mag, rechnet mit der Schallgeschwindigkeit selbst: Sekunden × 343 Meter pro Sekunde ergibt die Entfernung in Metern. Die Lichtlaufzeit wird dabei vernachlässigt, weil sie viel zu klein ist, um sie zu bemerken.

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Wetterleuchten, Blitz oder Wolkenblitz?

Ein Blitz ist die sichtbare elektrische Entladung selbst, meist mit Donner. Wetterleuchten ist nur der ferne Widerschein solcher Blitze, flächig und ohne Donner. Ein Wolkenblitz entlädt sich innerhalb der Wolke und kann sowohl als Blitz als auch, aus der Ferne, als Wetterleuchten erscheinen.

Die drei Begriffe werden oft durcheinandergebracht, weil sie zusammenhängen. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im physikalischen Vorgang, sondern im Standpunkt des Beobachters und in der Entfernung.

MerkmalBlitz (aus der Nähe)Wetterleuchten
Was man siehtscharfer, gezackter Lichtkanaldiffuses, flächiges Flackern
Donnerja, deutlich hörbarnein
Entfernungbis etwa 20 bis 25 km (Donner hörbar)meist über 20 bis 25 km
Physikidentisch, es ist derselbe elektrische Entladungsvorgang

Ein Wolkenblitz ist dabei kein Gegensatz zum Wetterleuchten, sondern eine mögliche Quelle davon: Entlädt sich ein Blitz innerhalb einer Wolke, sieht man aus der Nähe die aufleuchtende Wolke, aus der Ferne dasselbe Ereignis als lautloses Wetterleuchten. Für die Klausur reicht die Merkregel: Blitz ist das Ereignis, Wetterleuchten ist der ferne Anblick desselben Ereignisses ohne Ton.

Das große Missverständnis: kein eigenes elektrisches Phänomen

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, Wetterleuchten sei eine eigene Art von Entladung, etwa ein stiller Blitz ohne Donner. Das stimmt nicht. Wetterleuchten ist nur reflektiertes oder gestreutes Licht ferner, ganz normaler Blitze, kein eigenständiges elektrisches Ereignis.

Der Name legt eine falsche Fährte: Er klingt, als würde das Wetter selbst leuchten, als gäbe es einen besonderen Vorgang, der Licht ohne Blitz erzeugt. Genau das ist der häufigste Denkfehler zum Thema, und er lohnt sich, weil er sich mit einem Satz ausräumen lässt.

⚠️
Wetterleuchten ist kein stiller Blitz

Jedes Wetterleuchten geht auf einen echten Blitz zurück, der irgendwo weit entfernt Donner erzeugt hat. Du hörst diesen Donner nur nicht. Es gibt keine lautlose Blitzart und kein Leuchten ohne elektrische Entladung.

Auch die Vorstellung, Wetterleuchten trete nur bei ganz bestimmtem Wetter auf, führt in die Irre. Voraussetzung ist einzig ein Gewitter in ausreichender Entfernung. Deshalb sieht man es besonders im Sommer, wenn Wärmegewitter häufig sind, aber nicht, weil der Sommer ein besonderes Leuchten erzeugt, sondern weil es dann schlicht mehr ferne Gewitter gibt.

Und schließlich ist Wetterleuchten in dem Moment, in dem man es beobachtet, keine unmittelbare Gefahr, denn das Gewitter ist ja weit weg. Zieht es jedoch näher und wird der Donner hörbar, gelten die gewohnten Gewitterregeln, weil dann ein Blitzeinschlag in der Nähe möglich wird.

Woher kommt das Wort Wetterleuchten?

Das Wort Wetterleuchten ist eine volksetymologische Umdeutung. Ursprünglich hieß es wetterleichen oder wetterleicht und bedeutete schlicht blitzen; es geht auf althochdeutsch wetarleih zurück, wörtlich Wetterspiel. Erst die Anlehnung an leuchten machte daraus die heutige Schreibweise.

Der zweite Wortteil hat historisch also nichts mit dem Verb leuchten zu tun. Er stammt vom althochdeutschen wetarleih aus dem 10. und 11. Jahrhundert, das man ungefähr mit Wetterspiel oder Wettertanz übersetzen kann. Die alte Form wetterleichen oder wetterleicht meinte genau das, was wir heute meinen: das Blitzen am Himmel.

Weil das Verb leichen mit der Zeit ungebräuchlich wurde, deuteten Sprecher das Wort um: leuchten erschien ihnen als die sinnvolle, richtige Form, schließlich sieht man beim Phänomen ja Licht. So entstand aus wetterleichen das heutige wetterleuchten, ein hübsches Beispiel dafür, wie Sprache ein unverständlich gewordenes Wort an ein bekanntes anpasst.

Übertragen wird Wetterleuchten übrigens auch bildlich verwendet, etwa im Sinne eines fernen Vorzeichens für heraufziehende Schwierigkeiten. Diese Redewendung greift genau das Bild auf: Man sieht schon das Aufleuchten am Horizont, bevor das eigentliche Unwetter da ist.

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1Gewitter & Blitzentstehung2 Lektionen
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3Schall, Licht & Entfernung3 Lektionen
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Wetterleuchten, das Wichtigste

Wetterleuchten ist der ferne Widerschein von Blitzen: ein flächiges Flackern am Himmel ohne Donner. Es entsteht durch weit entfernte Gewitter oder Wolkenblitze. Kein Donner heißt: Das Gewitter ist über etwa 20 bis 25 Kilometer entfernt. Es ist kein eigenes Phänomen, sondern reflektiertes Blitzlicht.

  • Definition: sichtbarer Widerschein ferner Blitze, ohne dass man Blitz oder Donner direkt wahrnimmt.
  • Entstehung: weit entferntes Gewitter hinter dem Horizont oder gestreutes Licht von Wolkenblitzen.
  • Kein Donner: Schall reicht nur etwa 20 bis 25 km, Licht dagegen bis 100 km (nachts).
  • Physik: Schallgeschwindigkeit rund 343 m/s, Faustregel Sekunden ÷ 3 = km.
  • Missverständnis: Wetterleuchten ist kein stiller Blitz, sondern ganz normales Blitzlicht aus der Ferne.
  • Wortherkunft: von wetterleichen (blitzen), erst später an leuchten angelehnt.
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Häufige Fragen zum Wetterleuchten

Wetterleuchten ist der am Himmel oder an Wolken sichtbare Widerschein von Blitzen eines weit entfernten Gewitters. Man sieht ein diffuses Flackern, aber nicht den Blitz selbst, und hört keinen Donner, weil das Gewitter zu weit entfernt ist.

Es entsteht auf zwei Wegen: durch ein weit entferntes Gewitter, dessen Blitze hinter dem Horizont die Luft und Wolken erhellen, oder durch Wolkenblitze, bei denen Wassertröpfchen und Eiskristalle das Licht streuen. In beiden Fällen sieht man nur ein flächiges Leuchten.

Weil das Gewitter zu weit weg ist. Schall wird in der Luft geschluckt und ist meist nur bis etwa 20 bis 25 Kilometer zu hören. Das Licht des Blitzes reicht dagegen viel weiter, sodass man das Leuchten sieht, den Donner aber nicht mehr hört.

Bei typischen Gewittern in Mitteleuropa ist der Donner meist nur bis etwa 20 bis 25 Kilometer hörbar, unter sehr günstigen Bedingungen maximal bis rund 50 Kilometer. Darüber hinaus bleibt nur das sichtbare Wetterleuchten.

Nein. Wetterleuchten ist kein eigener Blitz und keine eigene Entladung, sondern nur das reflektierte oder gestreute Licht ferner Blitze. Es ist derselbe Vorgang wie ein normaler Blitz, nur aus großer Entfernung ohne hörbaren Donner beobachtet.

Blitze sind sehr weit sichtbar: am Tag etwa bis 25 Kilometer, in klaren Nächten sogar bis zu 100 Kilometer. Deshalb sieht man Wetterleuchten oft am nächtlichen Horizont, obwohl das Gewitter selbst längst außer Hörweite ist.

Ein Blitz ist die sichtbare elektrische Entladung selbst, meist mit Donner. Wetterleuchten ist nur der ferne Widerschein solcher Blitze: flächiges Leuchten ohne erkennbare Blitzform und ohne Donner, weil die Quelle weit entfernt liegt.

Das Wort ist eine volksetymologische Umdeutung des älteren wetterleichen beziehungsweise wetterleicht (blitzen), das auf althochdeutsch wetarleih (Wetterspiel) zurückgeht. Die Anlehnung an leuchten hat später die heutige Schreibweise geprägt.

Quellen

Die Erklärung stützt sich auf meteorologische und sprachwissenschaftliche Standardquellen:

  1. Blitz (Abschnitt Wetterleuchten). Wikipedia. de.wikipedia.org
  2. Deutscher Wetterdienst (DWD): Wetterlexikon, Wetterleuchten. dwd.de
  3. DWDS: Wetterleuchten, Etymologie. dwds.de
  4. SRF Meteo: Wetterleuchten, Blitze ohne Donner. srf.ch
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