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Der Schiffer

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Der Schiffer

Im Jahr 1836 erschien das von dem Dichter Joseph von Eichendorff verfasste Gedicht "Der Schiffer". Innerhalb von sieben Strophen beschreibt das lyrische Ich darin die Einsamkeit und das verlorene Glück eines Seefahrers, der sich in einer schwierigen Lebensphase befindet.

Das lyrische Ich ist die Sprecherin oder der Sprecher eines Gedichts. Dabei handelt es sich um eine fiktive, von der Autorin oder dem Autor erfundene Stimme, die dem Lesenden ihre Gedanken und Gefühle mitteilt. Die Person des lyrischen Ichs bleibt meist unbekannt und ist fiktiv.

Eichendorff veröffentlichte bereits im Jahre 1808 ein gleichnamiges Gedicht. Dieses handelt von der Liebeserklärung des lyrischen Ichs an eine Meerjungfrau. Aufgrund der ähnlichen Thematik wird angenommen, dass diese beiden Gedichte miteinander zusammenhängen. Einerseits thematisieren beide Gedichte einen Schiffer bzw. Seefahrer, der sich auf dem offenen Meer befindet. Andererseits erwähnen beide Gedichte eine Meerjungfrau.

Das Gedicht "Der Schiffer"

Das Gedicht "Der Schiffer" (1836) von Joseph von Eichendorff besteht aus sieben Strophen mit jeweils vier Versen.

Als Strophe wird ein Abschnitt in einem Gedicht bezeichnet. Strophen werden durch Absätze voneinander getrennt und bestehen aus mehreren Versen. Ein Vers entspricht einer Zeile eines Gedichts.

Die Lüfte linde fächeln,Aus stillen Meeres SchaumSirenen tauchend lächeln,Der Schiffer liegt im Traum.Da faßt der Sturm die Wellen,Durchwühlt die Einsamkeit:Wacht auf, ihr Traumgesellen,Nun ists nicht Schlafenszeit! –In jenen stillen TagenWie war ich stolz und klug,In sichern Glücks BehagenMir selber gut genug.Du hast das Glück zerschlagen;Nimm wieder, was du gabst,Ich schweig und will nicht klagen,Jetzt weiß ich, wie du labst.Das sind die mächtgen Stürme,Die wecken, was da ruht,Es sinken Land und TürmeAllmählich in die Flut.Kein Meerweib will sich zeigen,Kein Laut mehr langt zu mir,Und in dem weiten SchweigenSteh ich allein mit dir.O führe an den RiffenAllmächtig deine Hand,Wohin wir alle schiffen,Uns zu dem Heimatstrand!1

Die Zusammenfassung von "Der Schiffer"

Innerhalb des Gedichts "Der Schiffer" (1836) wird thematisiert, wie ein in Einsamkeit lebender Schiffer auf dem Meer von einem Sturm überrascht wird. Dieser Sturm entreißt ihm das Glück.

Erste und zweite Strophe

In den ersten beiden Strophen thematisiert das lyrische Ich die Ausgangslage des Schiffers. An dieser Stelle ist es für die Lesenden noch unklar, ob es sich beim lyrischen Ich um den Schiffer handelt. Der Schiffer befindet sich auf dem Meer, wo "die Lüfte linde fächeln" (V. 1), bis plötzlich "Sirenen" (V. 3) läuten und "der Sturm die Wellen" (V. 5) fasst. Das lyrische Ich weist darauf hin, dass es Nacht ist und der Schiffer schläft.

Eine Schifferin oder ein Schiffer ist die Führerin oder der Führer eines Schiffes.

Ein aufziehender Sturm sorgt für starke Wellen, sodass "die Einsamkeit" (V. 6) "durchwühlt" (V. 6) wird. Gleichzeitig macht das lyrische Ich deutlich, dass es "nicht Schlafenszeit" (V. 8) ist.

Dritte und vierte Strophe

In den darauffolgenden beiden Strophen berichtet das lyrische Ich durch das Personalpronomen "ich" von seiner Empfindung, indem es auf die bereits vergangenen "stillen Tagen" (V. 9) verweist. Damals sei es glücklich und zufrieden gewesen.

Nun aber habe es seinem "zerschlagen[en]" (V. 13) Glück entgegenzublicken. Dieses zerschlagene Glück ist von jemandem zerschlagen worden, denn das lyrische Ich spricht in den darauffolgenden Versen von "du" (V. 13) und bittet dieses "du" in der direkten Anrede darum, wieder zu nehmen, was es gegeben hat. Außerdem will das lyrische Ich "nicht klagen" (V. 15), sondern schweigt, denn es weiß nun, wie dieses "du" (V. 13) labt.

Das Verb "laben" bedeutet so viel, wie jemanden beleben oder jemandem Stärke geben.

Vierte, fünfte und sechste Strophe

In den letzten drei Strophen beschriebt das lyrische Ich die großen Stürme auf dem Meer, die dazu führen, dass alles, was sich um das Meer herum befindet, "allmählich in die Flut" (V. 20) sinkt.

Daraufhin beklagt das lyrische Ich, dass sich "kein Meerweib" (V. 21) zeigen möchte und dass kein Geräusch wahrzunehmen ist. Das führt dazu, dass das lyrische Ich in Schweigen gehüllt allein mit "dir" (V. 24) steht.

Abschließend verwendet das lyrische Ich den Imperativ, um das angesprochene "du" (V. 13) der vierten Strophe dazu aufzufordern, die Hand allmächtig an die "Riffe" (V. 25) zu führen. Ziel hiervon sei es, "uns zu dem Heimatstrand" (V. 28) zu bringen.

Der Imperativ ist ein Modus des Verbs, mit dem Aufforderungen ausgedrückt werden. Er kann nur bei direkter Anrede in der Gegenwart verwendet werden. Sieh Dir doch die Erklärung "Imperativ" auf StudySmarter an, wenn Du mehr über diese Form der Aufforderung erfahren möchtest!

Die Analyse von "Der Schiffer"

Im Folgenden findest Du die Analyse des Gedichts "Der Schiffer". Diese Analyse umfasst den Aufbau des Gedichts, darunter Reimschema und Metrum, sowie die Sprache des Gedichts, zu der u. a. die rhetorischen Stilmittel gehören. Außerdem werden die Symbole des Gedichts analysiert.

Aufbau von "Der Schiffer"

Das Gedicht "Frische Fahrt" lässt sich keiner bestimmten Gedichtart zuordnen.

Unter dem Begriff "Gedichtart" wird die Form eines Gedichts verstanden. Gedichte können anhand bestimmter Eigenschaften verschiedenen Gedichtformen zugeordnet werden. Die Eigenschaften, die die Gedichtform vorgibt, können etwa das Versmaß, das Reimschema oder die Vers- und Strophenanzahl sein.

Ein Beispiel für eine Gedichtart ist das Sonett, das in der Zeit des deutschen Barocks als "Klinggedicht" übersetzt worden ist. Merkmal des Sonetts ist sein strenger Aufbau, bestehend aus zwei Quartetten (Strophen mit je vier Versen) und zwei Terzetten (Strophen mit je drei Versen).

Sieh Dir gerne die Erklärung "Lyrik Arten" auf StudySmarter an, wenn Du mehr über die verschiedenen Gedichtarten erfahren möchtest!

Reimschema

Die sieben Strophen des Gedichts "Der Schiffer" sind in Form von Kreuzreimen verfasst und weisen das Reimschema "abab" auf.

Der Kreuzreim ist eine Reimform, bei der sich das letzte Wort des Verses einer Strophe auf das letzte Wort des übernächsten Verses reimt. Der Kreuzreim wird deshalb auch Wechselreim genannt. Bei einer vierzeiligen Strophe würde das Reimschema "abab" lauten, bei einer sechszeiligen Strophe "ababab".

Den Kreuzreim kannst Du beispielhaft anhand der ersten Strophe erkennen:

a Die Lüfte linde fächeln,

b Aus stillen Meeres Schaum

a Sirenen tauchend lächeln,

b Der Schiffer liegt im Traum.

Bei diesem Reimschema reimt sich das letzte Wort des ersten Verses ("fächeln") auf das letzte Wort des dritten Verses ("lächeln"). Ebenso reimt sich das letzte Wort des zweiten Verses ("Schaum") auf das letzte Wort des vierten Verses ("Traum").

Metrum

Das Metrum des Gedichts "Der Schiffer" ist ein dreihebiger Jambus – das bedeutet, dass jeder Vers aus sieben Silben besteht, wobei sich unbetonte und betonte Silben dreimal abwechseln. Alle Verse beginnen mit einer unbetonten Silbe, auf die eine betonte Silbe folgt.

Das Metrum (auch Versmaß genannt) gibt Auskunft über die Struktur und den Rhythmus eines Gedichts. Die Abfolge von betonten Silben (Hebungen) und unbetonten Silben (Senkungen) in einem Vers bestimmen das jeweilige Metrum. Beispielsweise besteht der Versfuß des Jambus aus einer unbetonten Silbe, auf die eine betonte Silbe folgt.

Als Versfuß wird die kleinste rhythmische Einheit eines Verses verstanden. Für einen Überblick über die verschiedenen Metren, sieh Dir die Erklärung "Metrum" auf StudySmarter an!

Den dreihebigen Jambus erkennst Du beispielhaft anhand des ersten Verses des Gedichts. Das kleine "x" markiert im Beispiel die Senkungen, das große "X" markiert die Hebungen:

Die Lüf-te lin-de -cheln (V. 1)

xXxXxXx

Tipp: Wenn Du den Vers laut liest, kannst Du anhand Deiner Betonung erkennen, was mit "Hebung" und "Senkung" gemeint ist.

Analyse der sprachlichen Stilmittel in "Der Schiffer"

In dem Gedicht "Der Schiffer" (1836) können verschiedene sprachliche Stilmittel, darunter Personifikationen, Elisionen und Alliterationen, identifiziert werden.

Personifikation

Zu Beginn der vierten Strophe des Gedichts kann eine Personifikation identifiziert werden. Das lyrische Ich spricht in direkter Ansprache zum Sturm: "Du hast das Glück zerschlagen / Nimm wieder, was du gabst" (V. 13-14). Indem das lyrische Ich den zuvor thematisierten Sturm mit dem Personalpronomen "du" (V. 13) anspricht, weist es indirekt auf die Bedeutsamkeit des Sturms und dessen Verbundenheit mit dem lyrischen Ich hin.

Das rhetorische Stilmittel der Personifikation verleiht Tieren, Pflanzen oder Gegenständen menschliche Charakterzüge, Eigenschaften oder Fähigkeiten. Wenn Du mehr über dieses Stilmittel erfahren möchtest, sieh Dir gerne die Erklärung "Personifikation" auf StudySmarter an!

Dabei verleiht das lyrische Ich dem Sturm durch die Personifikation außerdem menschliche Züge, denn der Sturm sorgte dafür, dass "das Glück zerschlagen" (V. 13) worden ist, sodass sich das lyrische Ich in einer unglücklichen Lage befindet. Was dem lyrischen Ich bleibt, ist nichts als der Sturm, denn alles andere, das von Menschenhand geschaffen oder gestaltet wurde, geht unter: So sinken "Land und Türme" (V. 19) "allmählich in die Flut" (V. 20).

Elision

In der fünften Strophe des Gedichts lässt sich eine Elision in Form der Auslassung eines Vokals im Wortinnern ausmachen.

Das rhetorische Stilmittel der Elision meint eine Auslassung eines Vokals im Wortinnern oder am Ende eines Wortes. Ziel dieses Stilmittels ist es, die Aussprache zu erleichtern oder das Metrum eines Gedichts zu erhalten. Sieh Dir doch die Erklärung "Elision" auf StudySmarter an, wenn Du mehr über dieses Stilmittel erfahren möchtest!

In diesem Vers wird der Vokal "i" des Wortes "mächtigen" weggelassen:

"Das sind die mächtgen Stürme" (V. 17)

Die Elision sorgt in diesem Fall dafür, dass das Metrum des dreihebigen Jambus – und damit der Rhythmus des Gedichts – beibehalten wird.

Alliteration

In der ersten Strophe des Gedichts ist außerdem eine Alliteration zu erkennen.

Eine Alliteration ist dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehrere aufeinanderfolgende Wörter die gleichen Anfangsbuchstaben oder -laute haben. Das Stilmittel steigert die Einprägsamkeit der betreffenden Wörter. Schau Dir doch die Erklärung "Alliteration" auf StudySmarter an, wenn Du mehr über dieses Stilmittel erfahren möchtest!

"Die Lüfte linde fächeln" (V. 1)

Durch die einprägsame Wirkung der Alliteration wird der Fokus der Lesenden beeinflusst. Sie werden darauf hingewiesen, dass den linden Lüften im Gedicht eine bedeutsame Rolle zukommt. Die Alliteration stellt die Luft folglich zu Beginn des Gedichts in den Mittelpunkt. Da sich im weiteren Verlauf ein Sturm zusammenbraut, ist das Fächeln der linden Lüfte ein Vorbote dieses Sturmes. Es zeichnet sich folglich ab, dass die Luft und auch die Wetterverhältnisse im gesamten Gedicht eine zentrale Rolle einnehmen werden.

Symbole in "Der Schiffer"

In Joseph von Eichendorffs Gedicht "Der Schiffer" können mehrere Symbole identifiziert werden.

In der Literatur, insbesondere in der Lyrik, wird das rhetorische Stilmittel des Symbols stellvertretend für einen bestimmten Sachverhalt verwendet. Häufig wirken Symbole etwas abstrakt, da nicht immer klar ist, was das jeweilige Symbol genau meint.

Ein Beispiel für ein bekanntes Symbol stellt die blaue Blume in der Epoche der Romantik dar. Gedeutet wird die blaue Blume als Symbol für die Sehnsucht des Unerreichbaren und Unendlichen sowie als Symbol der Verbindung zwischen Mensch und Natur.

Das Symbol des Meeres

Dass das Meer eine zentrale Stellung in Eichendorffs Gedicht "Der Schiffer" einnimmt, wird bereits zu Beginn deutlich: "Die Lüfte linde fächeln, / Aus stillen Meeres Schaum" (V. 1-2). Auch der Titel "Der Schiffer" weist darauf hin, dass das Gedicht hauptsächlich die Geschehnisse, die sich auf einem Schiff und damit auf dem offenen Meer abspielen, thematisieren wird.

Das Symbol des Meeres lässt sich auf verschiedene Weise interpretieren. Die Gefährlichkeit des Meeres, erfordert z. B. bestimmte "Kenntnisse und Fähigkeiten"2 um zu überleben. Schiffsreisende werden insbesondere mit der "Tiefe und Unerschöpfbarkeit"2 der ozeanischen Gewässer konfrontiert.

Dass nun im Laufe des Gedichts ein "Sturm" (V. 5) heraufzieht, der die "Wellen" (V. 5) beschleunigt und diese damit zu einer Gefahr für die Reisenden werden lässt, führt dazu, dass das Meer als "Symbol der Herausforderung und der Bewährung"2 erscheint. Schließlich wird der Schiffer mit den Folgen des Sturms und einer daraus resultierenden Aufgabe konfrontiert: Der Seefahrer muss gegen den Sturm ankämpfen, um zu überleben und nicht gemeinsam mit dem Schiff unterzugehen.

Das Symbol des Schiffes

Auch wenn in Eichendorffs Gedicht "Der Schiffer" (1836) nicht explizit von einem Schiff die Rede ist, so erfahren die Lesenden, dass es sich um einen Schiffer handelt, der auf dem Meer unterwegs ist. Das Schiff kann als "Symbol der (Lebens-)Reise"2 interpretiert werden.

Die Interpretation von "Der Schiffer"

Mögliche Interpretationsansätze des Gedichts "Der Schiffer" (1836) thematisieren die Einsamkeit des Schiffers und das Ansprechen einer göttlichen Instanz.

Die Einsamkeit des Schiffers

Wie Du bereits durch die Deutung des Symbols "Meer" erfahren hast, kommt diesem eine bedeutende Stellung in Eichendorffs Gedicht "Der Schiffer" (1836) zu. Die Lesenden erfahren zu Beginn, dass sich der Schiffer auf dem Meer befindet, als plötzlich ein Sturm aufzieht und die Einsamkeit, in der der Schiffer lebt, unterbricht. Weil der Seefahrer an dieser Stelle aus seinem Traum aufwacht, scheint es, als sei das glückliche Leben des Schiffers plötzlich vorüber. Sein Glück ist ihm abhandengekommen.

Diese angedeutete Einsamkeit und das verlorene Glück erwecken das Bild einer langwierigen Schiffsreise, auf der sich der Schiffer nun befindet. Auf dem offenen Meer besteht für ihn und potenziellen Mitreisenden keine Möglichkeit, Kontakt mit Personen außerhalb des Schiffes aufzunehmen.

Die langwierige Schiffsreise kann nun in Gegenüberstellung zu den glücklichen Tagen als schwierige Lebensphase interpretiert werden. Dabei kann der aufbrausende Sturm ein schicksalhaftes Erlebnis verkörpern.

Weiterhin stellt das lyrische Ich heraus, dass es viele dieser Stürme gibt, die es selbst bereits erlebt hat. Diese Stürme – folglich die schicksalhaften Ereignisse – haben zur Folge, dass "Land und Türme" (V. 19) sinken. Letztlich werden diese weggespült von der "Flut" (V. 20). Die Flut könnte hierbei die Vergänglichkeit des Lebens veranschaulichen. Gleichzeitig verkörpert auch der Sturm diese Vergänglichkeit, denn er sorgt dafür, dass sich bestehende Verhältnisse ändern.

Der Verweis auf eine göttliche Instanz

In der vierten Strophe spricht das lyrische Ich die Einsamkeit an und gibt an, dass es allein ist mit "dir" (V. 24) – dieses Personalpronomen kann als Verweis auf eine göttliche Instanz gedeutet werden.

Unter dem Begriff "Instanz" wird eine zuständige Stelle bezeichnet, die über Entscheidungsgewalt verfügt. Im übertragenen Sinn kann sich der Begriff auf ein höheres Wesen beziehen, also z. B. Gott.

Diesen Verweis führt das lyrische Ich in der letzten Strophe weiter aus. Dabei spricht es in der Form des Imperativs einen möglichen Gott an: "O führe an den Riffen / Allmächtig deine Hand" (V. 25-26). Das Adjektiv "allmächtig" weist dabei auf Gott, den "Allmächtigen" hin. Dieser soll das lyrische Ich vor den gefährlichen Riffen schützen, da diese das Schiff beschädigen könnten. Dies kann als Hinweis darauf gedeutet werden, dass die Riffe eine Metapher für die Probleme des lyrischen Ichs sind.

Als Metapher wird ein sprachliches Bild bezeichnet, das so viel wie "Übertragung" bedeutet. Wenn Du mehr über das rhetorische Stilmittel der Metapher erfahren möchtest, sieh Dir die Erklärung "Metapher" auf StudySmarter an!

In Verbindung mit dem Symbol des Schiffes kann das Gedicht "Der Schiffer" (1836) eine Lebensreise des lyrischen Ichs veranschaulichen. Ob der Sturm letztlich zu Schiffbruch führt, geht aus dem Gedicht nicht hervor – dies würde jedoch weitere Deutungsansätze ermöglichen.

Als Schiffbruch wird ein Ereignis einer Schifffahrt bezeichnet, bei dem das Schiff in Seenot gerät und untergeht. Es handelt sich also um ein Schiffsunglück.

Literarische Epoche von "Der Schiffer"

Joseph von Eichendorffs Gedicht "Der Schiffer" wurde im Jahr 1836 veröffentlicht. Es wird der literarischen Epoche der Romantik (1795–1835) zugeordnet, auch wenn das Gedicht streng genommen ein Jahr nach dem festgelegten Ende der Epoche veröffentlicht wurde. Dies ist auf epochentypische Motive und Themen zurückzuführen, die in "Der Schiffer" festgestellt werden können.

Im Mittelpunkt der Epoche der Romantik stand die Freiheit des Individuums und dessen schöpferisches Schaffen sowie die Weltflucht und eine Sehnsucht nach dem Mittelalter. Die Vertretenden der Romantik kritisierten das rationale Menschenbild der Weimarer Klassik, das ihrer Meinung nach unvollständig war.

Bei der Weimarer Klassik handelt es sich um eine Literaturepoche, die von 1786 bis 1805 andauerte. Sie orientierte sich stark an klassischen antiken Dichtern und wurde von Goethe, Schiller, Herder und Wieland, dem sogenannten Viergestirn, vertreten und geprägt.

Sieh Dir doch die Erklärung "Weimarer Klassik" auf StudySmarter an, wenn Du mehr über diese Literaturepoche erfahren möchtest!

Nach Auffassung der Vertretenden der Romantik sollten rationale Denkkategorien nicht abgeschafft, sondern durch unerklärliche, fantastische und träumerische Aspekte ergänzt werden. Der Zustand, in dem sowohl rationales Denken, als auch übernatürliche Empfindungen und Träume möglich sind, wurde von den Vertretenden der Romantik als "universal poetisch" bezeichnet. Dieser Zustand kennzeichnete das Hauptanliegen der Künstlerinnen und Künstler der Romantik, da sie darin die Einheit von Körper und Geist begründet sahen.

Im Allgemeinen sehnten sich die Vertretenden der Romantik nach der Schönheit und Unverfälschtheit der Wildnis, von der sich die Menschheit durch rationale Denkkategorien immer weiter entfernte.

Über den Autor Joseph von Eichendorff

Joseph von Eichendorff (1788–1857) entstammte einer Adelsfamilie aus Oberschlesien und genoss eine gute Schulbildung. Bereits in seiner frühen Jugend verfasste Eichendorff literarische Werke, darunter insbesondere lyrische Werke. Er studierte Jura, kämpfte zwei Jahre als Soldat im Krieg gegen Napoleon und arbeitete später im preußischen Staatsdienst. Eichendorff galt als kluge, fleißige Persönlichkeit, die natur- und heimatverbunden war.

Eichendorffs Werke stehen repräsentativ für die Epochen der Hoch- und Spätromantik (1804–1835). Weitere bekannte Werke Eichendorffs sind unter anderem die Novelle "Aus dem Leben eines Taugenichts" (1826) sowie die Gedichte "Mondnacht" (1837), "In der Fremde" (1833) und "In einem kühlen Grunde" (1813).

Der Schiffer - Das Wichtigste

  • Das Gedicht "Der Schiffer" von Joseph von Eichendorff wurde im Jahre 1836 veröffentlicht.
  • Innerhalb von sieben Strophen beschreibt das lyrische Ich darin die Einsamkeit und das verlorene Glück eines Schiffers, der sich in einer schwierigen Lebensphase befindet.
  • Die sieben Strophen des Gedichts sind in Form von Kreuzreimen verfasst und weisen das Reimschema "abab" auf.
  • In dem Gedicht "Der Schiffer" (1836) können verschiedene sprachliche Stilmittel identifiziert werden, so z. B. die Personifikation.
  • Ebenfalls können mehrere bedeutende Symbole identifiziert werden, wie das Symbol des Meeres.
  • Zentrale Interpretationsansätze stellen die Einsamkeit des Schiffers sowie der Verweis auf eine göttliche Instanz dar.
  • Joseph von Eichendorffs Gedicht "Der Schiffer" (1836) ist der literarischen Epoche der Romantik zuzuordnen.
  • Eichendorffs Werke stehen repräsentativ für die Epochen der Hoch- und Spätromantik (1804–1835).

Nachweise

  1. gedichte.xbib.de: Der Schiffer. (09.08.2022)
  2. Günter Butzer / Joachim Jacob (2021): Metzler Lexikon literarischer Symbole. J.B. Metzler.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Der Schiffer

Innerhalb von sieben Strophen beschreibt das lyrische Ich in "Der Schiffer" (1836) die Einsamkeit und das verlorene Glück eines Schiffers, der sich in einer schwierigen Lebensphase befindet.

Joseph von Eichendorff hat das Gedicht "Der Schiffer" geschrieben.

Joseph von Eichendorffs Gedicht "Der Schiffer" wurde im Jahr 1836 veröffentlicht und ist der literarischen Epoche der Romantik zuzuordnen.

Das Metrum des Gedichts "Der Schiffer" ist ein dreihebiger Jambus – das bedeutet, dass jeder Vers aus sieben Silben besteht, wobei sich unbetonte und betonte Silben dreimal abwechseln.

Finales Der Schiffer Quiz

Frage

Wer verfasste das Gedicht "Der Schiffer" (1836)?

Antwort anzeigen

Antwort

Martin Opitz

Frage anzeigen

Frage

Welcher literarischen Epoche wird das Gedicht "Der Schiffer" (1836) zugeordnet?

Antwort anzeigen

Antwort

Aufklärung

Frage anzeigen

Frage

Worum geht es in dem Gedicht "Der Schiffer" (1836)?

Antwort anzeigen

Antwort

Innerhalb des Gedichts "Der Schiffer" (1836) wird thematisiert, wie ein in Einsamkeit lebender Schiffer auf dem Meer von einem Sturm überrascht wird. Dieser Sturm entreißt ihm das Glück.

Frage anzeigen

Frage

Vervollständige den folgenden Satz:


"Das Meer stellt in dem Gedicht "Der Schiffer" ... dar."

Antwort anzeigen

Antwort

ein Symbol

Frage anzeigen

Frage

Weshalb kann das Meer in dem Gedicht "Der Schiffer" (1836) als Symbol betrachtet werden?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Meer kann als Symbol betrachtet werden, da es sich in unterschiedlicher Weise deuten lässt. 

Die Gefährlichkeit des Meeres erfordert z. B. bestimmte "Kenntnisse und Fähigkeiten"2 um zu überleben. Dabei ist es insbesondere die "Tiefe und Unerschöpfbarkeit"2 der ozeanischen Gewässer, mit denen Schiffsreisende konfrontiert werden.  

Frage anzeigen

Frage

Welche der folgenden Themen sind zentral in dem Gedicht "Der Schiffer" (1836)?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Meer

Frage anzeigen

Frage

"Die Lüfte linde fächeln" (V. 1)


Welches Stilmittel kannst Du in diesem Vers identifizieren?

Antwort anzeigen

Antwort

Elision

Frage anzeigen

Frage

Welche Wirkung hat das Stilmittel "Personifikation" hier?


"Du hast das Glück zerschlagen / Nimm wieder, was du gabst" (V. 13-14)

Antwort anzeigen

Antwort

Das lyrische Ich spricht in direkter Ansprache zum Sturm. Indem das lyrische Ich den zuvor thematisierten Sturm mit dem Personalpronomen "du" (V. 13) anspricht, weist es indirekt auf die Bedeutsamkeit des Sturms und dessen Verbundenheit mit dem lyrischen Ich hin. Damit werden die Lesenden über die Wichtigkeit des Sturms informiert und darauf hingewiesen, dass dieser eine zentrale Stellung in dem Gedicht einnimmt.

Frage anzeigen

Frage

Welche Wirkung erzielt das Stilmittel Alliteration?


Nutze folgenden Vers als Hilfsmittel: "Die Lüfte linde fächeln" (V. 1)

Antwort anzeigen

Antwort

Durch die einprägsame Wirkung der Alliteration wird der Fokus der Lesenden beeinflusst. Sie werden darauf hingewiesen, dass den linden Lüften im Gedicht eine bedeutsame Rolle zukommt. Durch die Alliteration wird die Luft bereits zu Beginn des Gedichts in den Mittelpunkt gestellt. Da sich im weiteren Verlauf ein Sturm zusammenbraut, ist das Fächeln der linden Lüfte ein erster Hinweis auf diesen Sturm. Es zeichnet sich folglich ab, dass die Luft und auch die Wetterverhältnisse im gesamten Gedicht eine zentrale Rolle einnehmen werden. 

Frage anzeigen

Frage

Wie viele Strophen hat das Gedicht "Der Schiffer" (1836)?

Antwort anzeigen

Antwort

Vier Strophen

Frage anzeigen

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