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Albanie Hoffmannswaldau

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Albanie Hoffmannswaldau

Das Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." des Dichters Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau wird der Epoche des Barocks zugeordnet. Ein genaues Entstehungsdatum des Werks ist jedoch nicht bekannt. In den sechs Strophen des Gedichts beschreibt das lyrische Ich seine körperliche Zuneigung zu Albanie, einer unbekannten Frau, und wirbt um diese.

Das lyrische Ich ist die Sprecherin oder der Sprecher eines Gedichts. Dabei handelt es sich um eine fiktive, von der Autorin oder dem Autor erfundene Stimme, die dem Lesenden ihre Gedanken und Gefühle mitteilt. Die Identität des lyrischen Ichs bleibt meist unbekannt und ist fiktiv.

Das Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."

Das Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau besteht aus sechs Strophen mit jeweils sechs Versen, wobei die vierte Strophe lediglich über fünf Verse verfügt.

Als Strophe wird ein Abschnitt in einem Gedicht bezeichnet. Strophen werden durch Absätze voneinander getrennt und bestehen aus mehreren Versen. Ein Vers entspricht einer Zeile eines Gedichts.

Albanie, gebrauche deiner Zeit,Und lass den Liebes-Lüsten freien Zügel,Wenn uns der Schnee der Jahre hat beschneit,So schmeckt kein Kuss, der Liebe wahres Siegel,Im grünen Mai grünt nur der bunte Klee.Albanie.

Albanie, der schönen Augen Licht,Der Leib, und was auf den beliebten Wangen,Ist nicht vor dich, vor uns nur zugericht,Die Äpfel, so auf deinen Brüsten prangen,Sind unsre Lust, und süße Anmuts-See.Albanie.

Albanie, was quälen wir uns viel,Und züchtigen die Nieren und die Lenden?Nur frisch gewagt das angenehme Spiel,Jedwedes Glied ist ja gemacht zum Wenden,Und wendet doch die Sonn sich in die Höh.Albanie.

Albanie, soll denn dein warmer SchoßSo öd und wüst, und unbebauet liegen?Im Paradies da ging man nackt und bloß,Welch Menschen-Satz macht uns dies neue Weh?Albanie.

Albanie, wer kann die SüßigkeitDer zwei vermischten Geister recht entdecken?Wenn Lieb und Lust ein Essen uns bereit,Das wiederholt am Besten pflegt zu schmecken,Wünscht nicht ein Herz, dass es dabei vergeh?Albanie.

Albanie, weil noch der Wollust-TauDie Glieder netzt, und das Geblüte springet,So lass doch zu, dass auf der Venus-AuEin brünstger Geist dir kniend Opfer bringet,Dass er vor dir in voller Andacht steh.Albanie.1

Inhaltsangabe zu "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."

Innerhalb des Gedichts "Albanie, gebrauche deiner Zeit" wird thematisiert, wie das lyrische Ich sexuelles Verlangen nach Albanie verspürt und dabei um die körperliche Zuneigung der Frau wirbt. Dabei endet jede Strophe des Gedichts mit der Erwähnung des Namens der angesprochenen Frau.

Das Adjektiv "sinnlich" bezieht sich auf den geschlechtlichen Genuss und meint so viel wie "begehrlich".

Erste Strophe

Die erste Strophe wiederholt den Titel des Gedichts: "Albanie, gebrauche deiner Zeit" (V. 1) und leitet unmittelbar in die Hauptthematik des Gedichts ein: Das lyrische Ich gibt an, dass die besagte Frau ihren "Liebes-Lüsten freie Zügel" (V. 2) lassen solle. Im Anschluss spricht das lyrische Ich von "uns" (V. 3) und dem "Schnee der Jahre" (V. 3), der die beiden "beschneit" (V. 3) habe. Dieser Schnee habe zur Folge, dass "kein Kuss" (V. 4) schmecke und "im grünen Mai" (V. 5) lediglich "der bunte Klee" (V. 5) blühe.

Zweite Strophe

In der zweiten Strophe legt das lyrische Ich sein Begehren für Albanie offen, indem es auf ihren "Leib" (V. 8) anspielt und auf die "Äpfel" (V. 10), die "auf [ihren] Brüsten prangen" (V. 10). Anschließend weist das lyrische Ich darauf hin, dass die Brüste der Frau die Lust der beiden wecken.

Dritte Strophe

In der dritten Strophe verwendet das lyrische Ich die Verben "quälen" (V. 13) und "züchtigen" (V. 14), indem es Albanie in direkter Ansprache fragt, weshalb die beiden sich durch Zurückhaltung quälten. Stattdessen möchte das lyrische Ich "das angenehme Spiel" (V. 15) wagen, da "jedwedes Glied [...] gemacht zum Wenden" (V. 16) sei.

Vierte Strophe

In der vierten Strophe stellt das lyrische Ich Albanie die Frage, ob denn ihr "warmer Schoß" (V. 19) "so öd und wüst, und unbebauet liegen" (V. 16) solle. Das lyrische Ich argumentiert, dass die Menschen im "Paradies" (V. 17) ebenfalls "nackt und bloß" (V. 17) gewesen seien. Abschließend stellt das lyrische Ich die Frage, zu welchen Menschen die beiden durch "dies neue Weh" (V. 18) werden.

Fünfte Strophe

In der fünften Strophe spricht das lyrische Ich von der "Süßigkeit" (V. 20) zweier "vermischte[r] Geister" (V. 21), und von "Lieb und Lust" (V. 22), die sowohl dem lyrischen Ich als auch Albanie ein "Essen" (V. 22) zubereitet haben. Dieses Essen schmeckt laut dem lyrischen Ich am besten, wenn es "wiederholt" (V. 23) zu sich genommen werde. Dabei stellt das lyrische Ich die Frage, ob sich nicht auch ein "Herz" (V. 24) bei einer solchen Situation wünsche, zu vergehen.

Sechste Strophe

In der letzten Strophe gibt das lyrische Ich die "Wollust" (V. 26) preis, die es empfindet. Diese Wollust soll Albanie zulassen, indem "ein brünstger Geist [ihr] kniend Opfer" (V. 29) bringen dürfe und vor ihr "in voller Andacht" (V. 30) stehe.

Das Nomen "Wollust" bezeichnet eine sinnliche und sexuelle Begierde oder Lust. Das Adjektiv "brünstig" meint so viel wie "paarungsbereit" und bezieht sich auf einen Zustand, in dem der Geschlechtstrieb dafür sorgt, dass körperliches Verlangen verspürt wird.

Analyse von "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."

Die Analyse des Gedichts "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." umfasst den Aufbau des Gedichts, darunter Reimschema und Metrum, sowie die Sprache des Gedichts, zu der u. a. die rhetorischen Stilmittel gehören. Außerdem werden die im Gedicht verwendeten Symbole analysiert.

Aufbau von "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."

Das Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." lässt sich keiner bestimmten Gedichtart zuordnen.

Unter dem Begriff "Gedichtart" wird die Form eines Gedichts verstanden. Gedichte können anhand bestimmter formaler Eigenschaften, wie Versmaß, Reimschema sowie Vers- und Strophenanzahl, verschiedenen Gedichtformen zugeordnet werden.

Ein Beispiel für eine Gedichtart ist das Sonett, das in der Zeit des deutschen Barocks als "Klinggedicht" übersetzt worden ist. Merkmal des Sonetts ist sein strenger Aufbau, bestehend aus zwei Quartetten (Strophen mit je vier Versen) und zwei Terzetten (Strophen mit je drei Versen).

Reimschema

Die sechs Strophen des Gedichts "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." sind in Form von Kreuzreimen verfasst. Die jeweils ersten vier Verse jeder Strophe weisen das Reimschema "abab" auf, die letzten beiden Verse sind als reimlose Verse ("xx") zu identifizieren.

Der Kreuzreim ist eine Reimform, bei der sich das letzte Wort des Verses einer Strophe auf das letzte Wort des übernächsten Verses reimt. Der Kreuzreim wird deshalb auch Wechselreim genannt. Bei einer vierzeiligen Strophe würde das Reimschema "abab" lauten, bei einer sechszeiligen Strophe "ababab".

Ein reimloser Vers wird in der Verslehre auch als Reimwaise bezeichnet. Der reimlose Vers kann zwischen Versen, die sich reimen, stehen oder auf Verse, die sich reimen, folgen. Reimlose Verse können durch den Buchstaben "x" gekennzeichnet werden.

Ausgenommen hiervon ist die vierte Strophe, da diese lediglich über fünf Verse verfügt, wovon der zweite, vierte und fünfte Vers reimlos sind. In dieser Strophe reimen sich lediglich der erste und dritte Vers.

Den Kreuzreim und die Reimwaisen kannst Du beispielhaft anhand der ersten Strophe erkennen:

a Albanie, gebrauche deiner Zeit,b Und lass den Liebes-Lüsten freien Zügel,a Wenn uns der Schnee der Jahre hat beschneit,b So schmeckt kein Kuss, der Liebe wahres Siegel,x Im grünen Mai grünt nur der bunte Klee.

x Albanie.

Metrum

Das Metrum (auch Versmaß genannt) gibt Auskunft über die Struktur und den Rhythmus eines Gedichts. Im Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." ist das Metrum wechselhaft, d. h. es gibt kein festes Metrum.

Das Metrum (auch Versmaß genannt) beschreibt den klanglichen Aufbau eines Gedichts. Für die Bestimmung des Metrums muss die Abfolge von Hebungen und Senkungen in einem Gedicht betrachtet werden. Betonte Silben werden als Hebungen, unbetonte Silben als Senkungen bezeichnet.

Unterschiedliche Abfolgen von betonten und unbetonten Silben ergeben unterschiedliche Metren. Für einen Überblick über die verschiedenen Metren, sieh Dir die Erklärung "Metrum" auf StudySmarter an!

Sprache in "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."

Im Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." können verschiedene sprachliche Stilmittel identifiziert werden, darunter Alliterationen und Epiphern.

Alliteration

In der ersten Strophe des Gedichts ist eine Alliteration zu erkennen.

Eine Alliteration ist dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehrere aufeinanderfolgende Wörter die gleichen Anfangsbuchstaben oder -laute haben. Das Stilmittel steigert die Einprägsamkeit der betreffenden Wörter. Schau Dir die Erklärung "Alliteration" auf StudySmarter an, wenn Du mehr über dieses Stilmittel erfahren möchtest!

"Und lass den Liebes-Lüsten freien Zügel" (V. 2)

Durch die einprägsame Wirkung der Alliteration wird der Fokus der Lesenden beeinflusst. Sie werden darauf hingewiesen, dass den Liebes-Lüsten des lyrischen Ichs im Gedicht eine bedeutsame Rolle zukommt. Die Alliteration stellt die Begierde des lyrischen Ichs bereits gleich zu Beginn des Gedichts in den Fokus. Es zeichnet sich ab, dass die Begierde im gesamten Gedicht eine zentrale Rolle einnehmen wird.

Epipher

Am Ende jeder Strophe lässt sich in Form der Verwendung des Wortes "Albanie" das Stilmittel der Epipher identifizieren. Die Epipher bezeichnet das wiederholte Verwenden von Wörtern in aufeinanderfolgenden Satz- oder Versenden.

Der Begriff "Epipher" leitet sich aus dem Griechischen von epiphora ab und bedeutet übersetzt "hinzufügen". Durch die Wortwiederholungen verstärkt die Epipher die Bedeutung einer Aussage oder eines Satzes. Sieh Dir gern die Erklärung "Epipher" auf StudySmarter an, wenn Du mehr über dieses Stilmittel erfahren möchtest!

Der Namensbezeichnung "Albanie" kommt durch die Wiederholung eine verstärkte Wirkung zu, sodass die Lesenden darüber informiert werden, dass jene Frau zentral für den Inhalt des Gedichts ist.

Symbole in "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."

In Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." können mehrere Symbole identifiziert werden.

In der Literatur, insbesondere in der Lyrik, wird das rhetorische Stilmittel des Symbols zur vereinfachten Darstellung eines Sachverhalts verwendet. Symbole sind Zeichen, die stellvertretend für einen bestimmten Sachverhalt stehen. Häufig wirken sie etwas abstrakt, da nicht immer klar ist, was das jeweilige Symbol genau meint.

Ein Beispiel für ein bekanntes Symbol stellt die blaue Blume in der Epoche der Romantik dar. Gedeutet wird die blaue Blume als Symbol für die Sehnsucht des Unerreichbaren und Unendlichen sowie als Symbol der Verbindung zwischen Mensch und Natur.

Das Symbol des Apfels

In der zweiten Strophe des Gedichts gibt das lyrische Ich an, dass "die Äpfel" (V. 10), die auf den "Brüsten [von Albanie] prangen" (V. 10), die "Lust" (V. 11) der beiden verkörpern. Der Apfel steht in der griechischen und hebräischen Tradition "als Liebes- und Fruchtbarkeitssymbol"3. Auch in der frühen Neuzeit wurde der Apfel als Symbol einer sinnlichen "Liebe und Lust"3 interpretiert. Dies deckt sich auch mit dem Inhalt des Gedichts, da das lyrische Ich mit körperlichem Verlangen um die Zuneigung der Frau wirbt.

Das Symbol des Siegels

In der ersten Strophe verweist das lyrische Ich auf den Kuss, der "der Liebe wahres Siegel" (V. 4) sei. Dieses Siegel kann als Symbol der "Kennzeichnung und der Liebe"3 interpretiert werden. Außerdem dient das Siegel als Hinweis einer besonderen "Zugehörigkeit und zukünftiger Bindung"3. Möglich ist also, dass sich das lyrische Ich und Albanie in einer Beziehung befinden, wobei das lyrische Ich angibt, dass der Kuss dieser Beziehung nicht mehr "schmeckt" (V. 4).

Gleichzeitig könnte das Siegel vom lyrischen Ich als Symbol der Kennzeichnung einer zukünftigen Liebe interpretiert werden, wobei das lyrische Ich dieses Siegel als Vorwand nutzten könnte, um Albanie zum Geschlechtsakt zu drängen.

Was dieses Symbol bedeuten kann, erfährst Du in der folgenden Interpretation dieser Erklärung.

Interpretation von "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."

Die Bedeutung des Gedichts "Albanie, gebrauche deiner Zeit" lässt sich durch den Interpretationsansatz des körperlichen Werbens eines Mannes um eine Frau erschließen.

Bereits in der ersten Strophe macht das lyrische Ich seine Absicht klar: Es möchte Albanie dazu bringen, ihren "Liebes-Lüsten freie Zügel" (V. 2) zu lassen. Daraufhin deutet es durch das Reflexivpronomen "uns" an, dass es sich mit Albanie in einer Beziehung befindet.

Reflexivpronomen werden auch rückbezügliche Pronomen genannt und beziehen sich immer auf das zugehörige Subjekt. Sieh Dir gern die Erklärung "Pronomen" auf StudySmarter an, wenn Du mehr über diese erfahren möchtest.

Doch habe die beiden "der Schnee der Jahre [...] beschneit" (V. 3), wodurch "kein Kuss" (V. 4) mehr schmecke. Anzunehmen ist, dass dieser Beziehung die Erotik fehlt, und das lyrische Ich deshalb (erneut) um die Frau wirbt. Des Weiteren blühe im "grünen Mai" (V. 5) nur noch "der bunte Klee" (V. 5). Dies könnte darauf hinweisen, dass selbst der Frühling – der für das Wecken von Frühlingsgefühlen bekannt ist – nicht dazu verhelfen kann, die körperliche Nähe zwischen Albanie und dem lyrischen Ich wiederherzustellen.

Ein weiterer Interpretationsansatz ist, dass das lyrische Ich eine sexuelle Beziehung mit Albanie eingehen möchte. Um sie davon zu überzeugen, verwendet das lyrische Ich das Argument, dass die beiden im hohen Alter ("Schnee der Jahre" (V. 3)) kein sexuelles Verlangen mehr zueinander verspüren würden, weshalb Albanie ihre Jugend "gebrauche[n]" (V. 1) und nicht verschwenden solle. Dabei ist es möglich, dass der Frühling für die Jugend steht, in der sich die beiden aktuell befinden, wohingegen der Schnee ein höheres Alter verkörpert.

Das rein körperliche Interesse

Die nachfolgenden Strophen sind allesamt auf das (erneute) Werben des lyrischen Ichs um Albanie ausgerichtet. Weil die erste Strophe eine Beziehung vermuten lässt, ist davon auszugehen, dass das lyrische Ich bereits in der Vergangenheit um diese Frau geworben hat.

In der zweiten Strophe legt das lyrische Ich "unsre Lust" (V. 11) – also seine eigene sowie Albanies Lust offen, indem es auf den Körper der Frau eingeht. Dieser Körper sei der Grund für die gemeinsame Lust, da das lyrische Ich die Brüste von Albanie mit Äpfeln gleichsetzt.

Wie bereits durch das Symbol des Apfels erschlossen, verkörpert dieser sinnliche Liebe und Lust. Weil das lyrische Ich außerdem angibt, dass der Körper von Albanie anmutig sei, nämlich ein "Anmuts-See" (V. 11), ist davon auszugehen, dass das Interesse des lyrischen Ichs rein sexueller Natur ist.

Das Adjektiv "anmutig" bezieht sich auf Attraktivität und Anziehung und meint so viel wie eine bestimmte (oftmals sinnliche) Ausstrahlung.

Die Andeutung des Geschlechtsakts

Dass das Interesse des lyrischen Ichs rein körperlich ist, lassen auch die nachfolgenden Strophen vermuten. Darin stellt das lyrische Ich immer wieder Fragen an Albanie, die auf ihre Ablehnung hindeuten: "Albanie, was quälen wir uns viel, / Und züchtigen die Nieren und die Lenden?" (V. 12-13). Das lyrische Ich deutet hier ganz offenbar den Geschlechtsakt an, der mit dem Körper, genauer durch die Bewegung der "Lenden" (V. 13) vollzogen wird. Folglich ist anzunehmen, dass die Absicht des lyrischen Ichs darin liegt, Albanie zum Geschlechtsakt zu bewegen.

Diesen möchte das lyrische Ich wiederholen, wenn es angibt, dass das Essen von "Lieb und Lust" (V. 26) "wiederholt" (V. 27) am besten schmecke. Letztlich bekennt das lyrische Ich seine "Wollust" (V. 30) und bittet Albanie beinahe darum, diese Lust zuzulassen. Einzig das Nomen "Geist" (V. 33) gibt Hinweis auf ein nicht körperliches Interesse, wobei dieses durch das vorangestellte Verb "brünstig" (V. 33) zugleich negiert wird.

Die kritische Auseinandersetzung mit dem Gedicht

Zusammenfassend thematisiert das Gedicht die Wollust eines Mannes und das darauffolgende Werben um eine Frau. Kritisch zu betrachten ist dabei das rein körperliche Interesse, das das lyrische Ich Albanie gegenüber aufbringt. Darüber hinaus scheint es allein seine eigene Lust darzustellen, und weniger auf das mögliche Interesse oder auch die Ablehnung der Frau einzugehen. Auch die gemeinsame Lust ("unsre Lust" (V. 11)), von der das lyrische Ich spricht, kann angezweifelt werden, da es keine Hinweise einer Zustimmung oder eines Verlangens seitens der angesprochenen Frau gibt.

Die Wiederholung des Namens "Albanie" am Ende jeder Strophe erweckt zudem den Eindruck, als drängte das lyrische Ich die Angesprochene dazu, ihm zuzuhören und seinem Interesse nachzukommen. Dies ist in Anbetracht der teils unverblümten Aussagen, wie z. B. der Frage, ob denn Albanies "warmer Schoß" (V. 19) "so öd und wüst, und unbebauet liegen" (V. 16) solle, durchaus kritisch zu betrachten. Schließlich ist das gleiche Maß an körperlichem Interesse die Voraussetzung für ein gelungenes Liebesverhältnis – das lyrische Ich aber thematisiert nur seine eigene Lust, nicht die der angesprochenen Frau.

Literarische Epoche von "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."

Auch wenn kein Erscheinungsdatum des Gedichts "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." bekannt ist, lässt sich das Gedicht aufgrund der Lebensdaten von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (1616–1679) und des Themas der Erotik der Epoche des Barocks zuordnen.

Der Barock ist eine Kunst- und Literaturepoche, die von 1600 bis in das Jahr 1750 vorherrschte. Die Epoche des Barock war geprägt von starken Gegensätzen. Gegenüber dem armen, hungernden Volk stand ein absolutistischer Staat, in dessen Schlössern die Reichen prunkvolle Feste feierten. Diese Gegensätze spiegeln sich in der Literatur des Barock wider.

Sieh Dir doch die Erklärung "Barock" auf StudySmarter an, wenn Du mehr über diese Literaturepoche erfahren möchtest!

Neben der thematisierten Erotik in dem Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." war in der Literatur z. B. die Tugend ein beliebtes Thema.

Über den Autor Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (1616–1679)

Der Dichter Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau wurde im Jahr 1616 in Breslau geboren und starb im Jahre 1679 in Schlesien. Bekannt war Hoffmansswaldau für seine Gedichte und für seine Stellung als Bürgermeister in Breslau (Polen). Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau gilt außerdem als Begründer der galanten Lyrik.

Galante Lyrik bezeichnet lyrische Werke, die vor allem durch Erotik und Freizügigkeit gekennzeichnet sind.

Albanie Hoffmannswaldau - Das Wichtigste

  • Das Entstehungsdatum des Gedichts "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." des Dichters Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (1616–1679) ist unbekannt. Aufgrund der Lebensdaten von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau und der Thematik der Erotik wird es der Epoche des Barocks zugeordnet.
  • Innerhalb von sechs Strophen beschreibt das lyrische Ich darin sein sexuelles Verlangen nach Albanie, einer unbekannten Frau, und wirbt um deren Zuneigung.
  • Das Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." lässt sich keiner bestimmten Gedichtart zuordnen.

  • Das Metrum des Gedichts ist wechselhaft, d. h. es gibt kein festes Metrum.

  • In dem Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." können mehrere Symbole identifiziert werden, so z. B. der Apfel, der als Symbol einer sinnlichen "Liebe und Lust"3 interpretiert werden kann.

  • Die Bedeutung des Gedichts "Albanie, gebrauche deiner Zeit" lässt sich durch den Interpretationsansatz des rein körperlichen Werbens eines Mannes um eine Frau erschließen.


Nachweise

  1. www.zgedichte.de: Albanie gebrauche deiner Zeit. (08.08.2022)
  2. Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (2012): Die erotischen Gedichte: »was spielen wir doch nicht in des gemüthes schrancken?« Max Niemeyer Verlag.
  3. Günter Butzer / Joachim Jacob (2021): Metzler Lexikon literarischer Symbole. J.B. Metzler.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Albanie Hoffmannswaldau

Das Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." wurde von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau verfasst.

Das Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." ist der Epoche des Barocks zuzuordnen.

In dem Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." beschreibt das lyrische Ich innerhalb von sechs Strophen seine körperliche Zuneigung zu Albanie, einer unbekannten Frau. Darüber hinaus wirbt er um diese.


Das Metrum des Gedichts "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." ist wechselhaft, d. h. es gibt kein festes Metrum.

Finales Albanie Hoffmannswaldau Quiz

Frage

Wer verfasste das Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."?

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Antwort

Martin Opitz

Frage anzeigen

Frage

Wovon handelt das Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."?

Antwort anzeigen

Antwort

Von einer Liebesbeziehung, die beendet wird.

Frage anzeigen

Frage

Welcher literarischen Epoche ist das Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." zuzuordnen?

Antwort anzeigen

Antwort

Sturm und Drang

Frage anzeigen

Frage

Vervollständige den folgenden Satz:


"Das Siegel stellt in dem Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." ein bedeutendes ... dar."


Hinweis: Mehrere Antworten können richtig sein.

Antwort anzeigen

Antwort

Problem

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Frage

Beschreibe, inwiefern der Apfel ein Symbol in dem Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." ist.

Antwort anzeigen

Antwort

In der zweiten Strophe gibt das lyrische Ich an, dass "die Äpfel" (V. 10), die auf den "Brüsten [von Albanie] prangen" (V. 10), die "Lust" (V. 11) der beiden verkörpere. Der Apfel steht in der griechischen und hebräischen Tradition "als Liebes- und Fruchtbarkeitssymbol"3. Auch in der frühen Neuzeit wurde der Apfel als Symbol einer sinnlichen "Liebe und Lust"3 interpretiert. Dies deckt sich auch mit dem Inhalt des Gedichts, da das lyrische Ich mit sexuellem Verlangen um die Zuneigung von Albanie wirbt. 

Frage anzeigen

Frage

Welche der folgenden Themen sind zentral in dem Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..."?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Geschlechtsakt

Frage anzeigen

Frage

Welches Stilmittel kannst du in dem folgenden Vers identifizieren?


"Und lass den Liebes-Lüsten freien Zügel" (V. 2)

Antwort anzeigen

Antwort

Es handelt sich um eine Alliteration. Durch die einprägsame Wirkung der Alliteration wird der Fokus der Lesenden beeinflusst. Sie werden darauf hingewiesen, dass den Liebes-Lüsten des lyrischen Ichs eine bedeutsame Rolle in dem Gedicht zukommt.

Frage anzeigen

Frage

Welche Wirkung hat das Stilmittel Epipher in den folgenden Versen?


"Albanie." (V. 6)

"Albanie." (V. 12)

Antwort anzeigen

Antwort

Der Namensbezeichnung "Albanie" kommt durch die Wiederholung eine verstärkte Wirkung zu, sodass die Lesenden darüber informiert werden, dass diese Frau zentral für den Inhalt des Gedichts ist. 

Frage anzeigen

Frage

Deutet das lyrische Ich in dem Gedicht "Albanie, gebrauche deiner Zeit..." ein anderes Interesse, als ein rein körperliches an?

Antwort anzeigen

Antwort

Nein, innerhalb der sechs Strophen des Gedichts wird lediglich das körperliche Interesse des lyrischen Ichs an Albanie deutlich. 

Frage anzeigen

Frage

Interpretiere die nachfolgende Zeile:


"Wenn uns der Schnee der Jahre hat beschneit" (V. 3).

Antwort anzeigen

Antwort

"Der Schnee der Jahre" (V. 3) könnte ein Hinweis auf die langjährige Beziehung zwischen dem lyrischen Ich und Albanie sein. Ferner ist anzunehmen, dass dieser Beziehung die Erotik fehlt, und das lyrische deshalb um die Frau wirbt.

Frage anzeigen

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