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Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe ist der wohl berühmteste Dichter und Denker im deutschsprachigen Raum. Als Stürmer und Dränger brach er bewusst mit den Regeln und Konventionen der vorigen literarischen Bewegung und gilt auch als Universalgenie. Vielleicht hast Du eines von Goethes bekanntesten Werken, wie "Faust" oder "Iphigenie auf Tauris" bereits im Deutsch-Unterricht besprochen?

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Johann Wolfgang von Goethe ist der wohl berühmteste Dichter und Denker im deutschsprachigen Raum. Als Stürmer und Dränger brach er bewusst mit den Regeln und Konventionen der vorigen literarischen Bewegung und gilt auch als Universalgenie. Vielleicht hast Du eines von Goethes bekanntesten Werken, wie "Faust" oder "Iphigenie auf Tauris" bereits im Deutsch-Unterricht besprochen?

Doch was ist noch über Johann Wolfgang von Goethes Leben und Schreiben bekannt? Genoss er eine klassische Schulbildung und war von Beruf schon immer Schriftsteller?

Johann Wolfgang von Goethe – Steckbrief Schule

Einen ersten Überblick über das Leben von Johann Wolfgang von Goethe gibt Dir dieser Steckbrief:

Johann Wolfgang von GoetheSteckbrief
Geburt28. August 1749 in Frankfurt am Main
Tod22. März 1832 in Weimar
AbschlüsseStudium der Rechtswissenschaften
Beruf
  • Schriftsteller
  • Dichter
  • Philosoph
  • Dramatiker
  • Anwalt
  • Naturforscher
Berühmteste Werke
Epoche
EhefrauChristiane Vulpius (1765–1816)

Johann Wolfgang von Goethe war Sohn eines wohlhabenden Juristen. Sein Großvater mütterlicherseits war Stadtschultheiß von Frankfurt, weshalb Goethe von Geburt an eine hohe Stellung hatte. Im Gegensatz zu vielen anderen Schriftsteller*innen wurde er noch zu Lebzeiten international bekannt. Dennoch erschienen einige seiner Werke, wie beispielsweise "Faust II", erst nach seinem Tod.

Ein Stadtschultheiß ist ein hoher Beamter. Der Beruf ist heute ungefähr vergleichbar mit einem/einer Bürgermeister*in.

Johann Wolfgang von Goethe Schulbildung

Johann Wolfgang von Goethes Schulbildung begann auf einer Spielschule in Frankfurt, die er von 1752 bis 1755 besuchte. Ab 1755 erfolgte seine Schulbildung über den Vater und eigene Privatlehrer.

  • Von 1765 bis 1768 studierte Johann Wolfgang von Goethe Jura in Leipzig.
  • Gleichzeitig nahm er aber auch an literaturwissenschaftlichen Vorlesungen teil.
  • So konnte er seine schriftstellerischen Fähigkeiten weiterentwickeln.

1768 erkrankte Goethe schwer an Tuberkulose. Die Krankheit zu überwinden kostete ihn knapp zwei Jahre, in denen er sein Studium pausieren musste. Er erholte sich bei seinen Eltern, schrieb und veröffentlichte währenddessen auch seinen ersten Lyrikband.

1770 setzte Goethe sein Jurastudium fort und machte 1771 seinen Abschluss in Straßburg. Er besuchte währenddessen auch naturwissenschaftliche Vorlesungen.

Johann Wolfgang von Goethe Beruf und Leben in Weimar

Johann Wolfgang von Goethes Beruf war nicht von Beginn an die Schriftsteller-Tätigkeit. Von 1771 bis 1775 arbeite er als Rechtsanwalt in Frankfurt am Main.

Wie Du bereits gelernt hast, fing Goethe während seiner Genesung von Tuberkulose an, zu schreiben und erste Werke zu veröffentlichen. Im Jahr 1773 veröffentlichte Goethe dann sein erstes Drama, "Götz von Berlichingen", und erlangte damit nationale Anerkennung. Sein internationaler Durchbruch gelang ihm ein Jahr später mit dem Briefroman "Die Leiden des jungen Werther".

Doch auch trotz seines Erfolgs als Autor, arbeitete Goethe weiterhin nicht nur als Schriftsteller:

  • Auf Wunsch des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach reiste Goethe 1775 nach Weimar.
  • Ab 1776 arbeitet er als Minister und gehörte zum engsten Beraterkreis des Weimarer Herzogs.
  • Zwischen 1786 und 1788 hielt sich Goethe in Italien auf, um die Kunst der klassischen Antike zu studieren.
  • Kurz nach seiner Rückkehr in Weimar begegnete er der jungen Christiane Vulpius, in die er sich verliebte.
    • 1789 kam ihr erster Sohn (August) zur Welt.
  • Ab 1794 pflegte Goethe eine enge Freundschaft mit dem Schriftsteller Friedrich Schiller.
  • 1806 heirateten Goethe und Vulpius.
    • In der Zwischenzeit hatten die beiden vier weitere Kinder bekommen.
    • Doch keines überlebte das Säuglingsalter.

Johann Wolfgang von Goethe starb am 22. März 1832 an einem Herzinfarkt.

Goethe – Lebenslauf für Schüler und Schülerinnen

Die folgende Grafik zeigt Dir einen visuellen Lebenslauf von Johann Wolfgang von Goethe. Der Steckbrief zeigt Dir alle wichtigen Stationen in Goethes Leben:

Johann Wolfgang von Goethe Steckbrief und Goethe Lebenslauf StudySmarterAbb. 1 - Steckbrief Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe – Epoche und Themen

Goethe wurde als Stürmer und Dränger bekannt, vielmehr prägte Goethe jedoch die Epoche der Weimarer Klassik. Während seiner Italienreise ließ er sich von dem klassischen Stil der italienischen Renaissance inspirieren, den er in seine Tragödien einarbeitete.

Als Stürmer und Dränger widmete sich auch Goethe der Emotionalität. Er versuchte, die menschlichen Gefühle in seinen Werken auf Papier zu bringen und zögerte nicht, auch seine eigenen Gedanken einfließen zu lassen. In seinem Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" verarbeitet er beispielsweise seine unerwiderte Liebe zu Charlotte Buff.

Auch "Faust" hat autobiografische Züge, obwohl das Werk aus einer anderen Literaturepoche stammt. Als Standardwerk der Weimarer Klassik beschäftigt sich der Protagonist in "Faust" mit der Suche nach Glück so, wie auch Goethe nach dem Glücklichsein strebte.

Der Sturm und Drang (1765 bis 1790) ist eine Epoche der deutschen Literaturgeschichte. Dabei wurde bewusst mit den Regeln und Konventionen der vorigen literarischen Bewegung gebrochen. Die jungen Autorinnen und Autoren setzten stattdessen auf ihr eigenes schöpferisches Genie. Sie rebellierten gegen

  • die Rationalität der Aufklärung
  • den Fortschrittsoptimismus
  • enge Moralvorstellungen
  • die steife Verwendung von Sprache, indem sie Emotionalität in ihre Werke einfließen ließen.

Die Antike galt als eine vollkommene Zeit der Harmonie und Humanität. Mit der Rückbesinnung auf diese Zeit versuchte die Weimarer Klassik Elemente der vernunftbezogenen Aufklärung und dem emotionalen Sturm und Drang miteinander zu verbinden. Ziel war es, eine perfekte Balance zwischen Verstand und Gefühl zu finden. Kunst und Wissenschaft sollten in dieser Ideologie nebeneinander existieren und sich nicht gegenseitig ausschließen.

Wenn Du mehr über die Epochen erfahren möchtest, sieh Dir die Erklärungen "Sturm und Drang" und "Weimarer Klassik" an!

Johann Wolfgang von Goethe Berühmteste Werke

Im Laufe seiner etwa 65-jährigen Schaffensperiode verfasste Goethe etwa 3.000 Gedichte und ein episches Werk aus nahezu jeder literarischen Form. Zu Johann Wolfgang von Goethes berühmtesten Werken zählen:

  • "Die Leiden des jungen Werther" (1774)
  • "An den Mond" (1778)
  • "Römische Elegien" (1788 bis 1790)
  • "Reineke Fuchs" (1794)
  • "Wilhelm Meisters Lehrjahre" (1795/1796)
  • "Die Wahlverwandtschaften" (1809)
  • "Wilhelm Meisters Wanderjahre" (1821)

Du interessierst Dich für Goethes Texte? Dann sieh Dir zum Beispiel die Analyse "Die Leiden des jungen Werther" auf StudySmarter an!

Johann Wolfgang von Goethe Stücke

Neben Gedichten und Epen befasste sich Johann Wolfgang von Goethe vor allem mit der Erschaffung dramatischer Stücke. Zu Goethes bekanntesten Stücken zählen:

  • "Götz von Berlichingen" (1773)
  • "Iphigenie auf Tauris" (1787)
  • "Egmont" (1788)
  • "Torquato Tasso" (1790)
  • "Faust I" (1808)
  • "Faust II" (1832)

Du möchtest Johann Wolfgang von Goethes dramatische Stücke besser kennenlernen? Dann sieh Dir die Erklärungen "Götz von Berlichingen", "Iphigenie auf Tauris" oder "Egmont" an!

Faust, eine Tragödie Johann Wolfgang von Goethe

"Faust" ist Goethes bekanntestes Werk und gleichzeitig das berühmteste Drama der deutschen Literatur. Fast vierzig Jahre arbeitete Goethe an der Tragödie "Faust", bevor sie 1808 erstmals veröffentlicht wurde. Er orientierte sich dabei an der historischen Figur Faust, die im 15. Jahrhundert lebte und als Wanderarbeiter, Wunderheiler, Alchemist und Wahrsager ihr Geld verdiente.

Johann Wolfgang von Goethe – Sprache und Stil

Stilistisches Vorbild Goethes erster Werke war der englische Dichter William Shakespeare. Später befasste sich Goethe intensiv mit den Schriften des Homer. Doch er wurde auch durch Dichterkollegen seiner eigenen Generation geprägt.

In seinem autobiografischen Werk "Dichtung und Wahrheit" berichtet Goethe von seiner ersten Zusammenkunft mit Johann Gottfried Herder, die er als das "bedeutendste Ereignis1" seines Straßburger Aufenthalts beschreibt.

Johann Gottfried Herder war neben Goethe einer der wichtigsten Vertreter der Weimarer Klassik. Wenn Du mehr über sein Leben und seine Werke erfahren möchtest, sieh Dir die Erklärung "Johann Gottfried Herder" auf StudySmarter an!

Goethes Schaffen zeichnet sich aus durch eine einheitliche, klare Sprache. Die meisten seiner dramaturgischen Werke sind in klassischen Blankversen verfasst.

Der Blankvers wird auch Vers Shakespeares genannt. Es handelt sich dabei um einen reimlosen, fünfhebigen Jambus. Bei einem Jambus folgt auf eine unbetonte Silbe (x) immer eine betonte (X). Fünf Hebungen entsprechen fünf Betonungen. Der Vers endet entweder betont (männliche Kadenz) oder unbetont (weibliche Kadenz).

Wenn Du mehr darüber erfahren willst, sieh Dir die Erklärung "Jambus" an!

Gemäß der Grundsätze des klassischen Dramas bediente sich Goethe an den Prinzipien der Kausalität und Katharsis.

  • Dieses klassische Dramenkonzept stammt von dem griechischen Dichter Aristoteles.
  • Er beschreibt darin die Notwendigkeit von Logik sowie räumlicher und zeitlicher Einheit.
  • Demzufolge soll es in einem klassischen Drama weder Ortswechsel noch Zeitumbrüche geben.
  • Die Handlung muss logisch aufeinander aufbauen und soll sich im Optimalfall selbst beeinflussen.

So sehr Goethe sich auch an den antiken Dichter*innen orientierte, ließ er dennoch stets seine Eigenheiten in die Literatur einfließen. Wie schon Shakespeare brach er mit den Konventionen der zeitlichen und räumlichen Einheit, indem er seine Dramen über Wochen, Monate und Jahre hinweg erzählte.

Zitat nach Johann Wolfgang von Goethe

Ein Beispiel für ein Zitat nach Johann Wolfgang von Goethe ist der sogenannte "Schwäbische Gruß" aus seinem "Götz von Berlichingen", der nationales Aufsehen erregte:

Mich ergeben! Auf Gnad und Ungnad! Mit wem redet Ihr! Bin ich ein Räuber! Sag deinem Hauptmann: Von Ihro Kaiserliche Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt. Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken (schmeißt das Fenster zu).2

Bewundert wurde Goethe vor allem für seinen einzigartigen Umgang mit der Sprache und der Fähigkeit, fiktive Figuren in seinen Schriften lebendig werden zu lassen. Er nutzte Umgangs- und Alltagssprache, sowie teils auch derbe Flüche, die er seinen Protagonisten in den Mund legte.

Johann Wolfgang von Goethe Das Wichtigste

  • Johann Wolfgang von Goethe ist einer der bekanntesten deutschen Dichter.
  • Johann Wolfgang von Goethe Steckbrief:
    • Geburt: 28. August 1749 in Frankfurt am Main
    • Tod: 22. März 1832 in Weimar
    • Studium der Rechtswissenschaften
    • Beruf: Rechtsanwalt, Minister, Schrifsteller
    • berühmteste Werke: "Götz von Berlichingen", "Die Leiden des jungen Werther", "Faust"
    • Epoche: Sturm und Drang, Weimarer Klassik
  • Johann Wolfgang von Goethe Schulbildung:
    • drei Jahre Frankfurter Spielschule
    • ab 1755 Privatunterricht von seinem Vater und Hauslehrern
  • Johann Wolfgang von Goethe Beruf:
    • Bevor er sich gänzlich der Schriftstellerei widmete, arbeitete Johann Wolfgang von Goethe fünf Jahre als Jurist in Frankfurt am Main.
    • Er gab seinen Beruf jedoch bald auf und zog auf Geheiß des Herzogs nach Weimar.
  • Johann Wolfgang von Goethe Berühmteste Werke:
    • "Faust - eine Tragödie"
    • "Die Leiden des jungen Werther".
  • Johann Wolfgang von Goethe Stücke:
    • "Faust
    • "Egmont"
    • "Iphigenie auf Tauris"
    • "Götz von Berlichingen"
  • Johann Wolfgang von Goethe Epoche: Er war ein Stürmer und Dränger, begründete aber ebenso die Epoche der Weimarer Klassik, die mit seinem Tod am 22. März 1832 endete.

Nachweise

  1. Projekt-Gutenberg.de: Johann Wolfgang von Goethe: Dichtung und Wahrheit, Erster und Zweiter Teil. Zehntes Buch. (03.10.2022)
  2. Johann Wolfgang von Goethe (1978). Götz von Berlichingen. Reclam Verlag.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Johann Wolfgang von Goethe

Goethes Steckbrief ist:

  • Geburt: 28. August 1749 in Frankfurt am Main
  • Tod: 22. März 1832 in Weimar
  • Studium der Rechtswissenschaften
  • Beruf: Rechtsanwalt, Minister, Schrifsteller
  • berühmteste Werke: "Götz von Berlichingen", "Die Leiden des jungen Werther", "Faust"
  • Epoche: Sturm und Drang, Weimarer Klassik

Der Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" hat ihn berühmt gemacht. 

Johann Wolfgang von Goethe war ein vielseitig interessierter Mensch und wurde auch als "Universalgenie" bezeichnet. Er befasste sich mit Studien der Naturwissenschaften und pflegte regen Austausch mit Gleichgesinnten.

Johann Wolfgang von Goethe schrieb beispielsweise "Faust", ebenso wie "Götz von Berlichingen", "Egmont", "Iphigenie auf Tauris" und "Torquato Tasso".

Johann Wolfgang von Goethe ist ein berühmter deutscher Dichter.

Johann Wolfgang von Goethe war vermutlich zwischen 1,70 m und 1,75 m groß.

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