Talformen

Eventuell ist Dir schon mal aufgefallen, dass durch jedes Tal ein Fluss fließt. Das ist kein Zufall, sondern der Fluss spielt bei der Talbildung die wichtigste Rolle. Wie genau wir ein Tal gebildet? Welche Talformen gibt es und wie unterscheiden sie sich?

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Inhaltsangabe

    Talformen – Geographie

    Bei einem Tal handelt es sich um eine Landschaft, die im Vergleich zu ihrem Umland tiefer liegt.

    Ein Tal ist außerdem länger als weit und sie können die verschiedensten Talformen annehmen.

    Durch ein Tal fließt immer ein Fluss, der zum einen dafür sorgt, dass die Landschaft geformt wird und zum anderen meist frisches Wasser und fruchtbare Böden garantiert.

    Mehr zum Thema Wasser und Böden findest Du in unseren jeweils gleichnamigen Erklärungen.

    Wenn man sich einmal den Rhein anschaut, fällt auf, dass er aus dem Bodensee austritt und vorerst ein ruhiger und breiter Strom ist. Nach einigen Kilometern wird er zu einem reißenden Fluss, wie es beim Rheinfall der Fall ist.

    Mit der Form des Flusses und der Stärke des Wassers verändert sich auch die jeweilige Talform.

    Die ersten Städte und Dörfer wurden dort gebaut, wo es frisches Wasser und fruchtbare Böden gab. Somit waren Täler die beste Wahl zur Erbauung der Dörfer und Städte. Auch der Transport von Waren wurde durch die Schifffahrt auf den Flüssen enorm erleichtert.

    Talformen – Entstehung

    Für die Entstehung eines Tals braucht es ein fließendes Gewässer, wie einen Fluss.

    Wo Wasser fließt, bildet sich ein Tal. Grund dafür ist, dass Wasser eine enorme Kraft besitzt und sich dadurch in den Untergrund eingraben, Material abtragen und es an eine andere Stelle transportieren kann.

    Beispiele für das Material, das abgetragen wird, sind Kies, Sand und Erde.

    Auch die höher liegenden Seiten eines Tals werden durch die Kraft des Wassers abgetragen oder porös und rutschen ab, wodurch ein Hang entsteht.

    Durch die Bildung des Hanges entsteht ein Tal entlang des Flusses.

    Bei einem Hang handelt es sich um eine schräg abfallende Seite eines Berges.

    Die entstandenen Täler können dabei sehr unterschiedlich aussehen. Die Formen sind jeweils dadurch bedingt, wie stark das Wasser den Boden und die Wände beeinflusst und abträgt und wie stabil der Boden und das Gestein sind.

    Im Folgenden beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Bereichen eines Flusses, die durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften unterschiedliche Täler formen. Genauer erläutert werden der Oberlauf und die Mündung.

    Abbildung 1 zeigt die erwähnten verschiedenen Bereiche eines Flusses und auch die jeweiligen Talformen, die sich daraus ergeben, sind schon zu unterscheiden.

    Talformen – Oberlauf

    Der Oberlauf eines Flusses befindet sich im Gebirge, daher ist es sehr steil und das Wasser fließt mit einer hohen Geschwindigkeit den Berg hinunter.

    Der Oberlauf ist der Teil eines Flusses, der der Quelle am nächsten ist.

    Die hohe Kraft und Geschwindigkeit sorgen dafür, dass viel Material, wie Geröll und Sand, abgetragen und transportiert wird. Das transportierte Geröll trägt weitere Teile des Bodens ab und gräbt sich dadurch tief ein. Bei diesem Vorgang entstehen tiefe und schmale Täler.

    Talformen – Mündung

    Je weiter der Fluss in Richtung Mündung zufließt, desto breiter wird er und kann mehr Wasser mit sich führen.

    Die Mündung ist die Stelle, an der ein fließendes Gewässer (Fluss oder Bach) in ein anderes fließendes oder auch in ein stehendes Gewässer (See oder Teich) übergeht.

    Dadurch, dass der Fluss breiter wird, fließt das Wasser langsamer und das Material, das in vorherigen Prozessen abgetragen und transportiert wurde, setzt sich wieder am Boden ab. Ab diesem Punkt ist der Wasserstrom zu schwach, um Material vom Boden abzutragen, daher wird das Material nur noch von den Seitenwänden abgetragen, wodurch flache und breite Täler entstehen.

    Typische Talformen

    Es gibt viele verschiedene Talformen, die jeweils noch weiter differenziert und unterteilt werden können.

    Die ausschlaggebendsten Faktoren zur Bildung eines Tals sind Wind und Wasser in Form von Regen und vor allem als Wasserstrom, wie einem Fluss.

    Wasser hat viel Kraft und sobald das Wasser schnell fließt, schneidet es tiefer in die Landschaften ein, als wenn es nur sehr langsam fließt.

    Das Tal verändert sich talabwärts in Richtung der Mündung hinsichtlich seiner Tiefe, Breite und Form, weil sich:

    • die Menge und die Art des abgetragenen und transportierten Materials verändert.
    • das Gefälle des Flusses ändert, was die Fließgeschwindigkeit beeinflusst.
    • die klimatischen Bedingungen ändern, wodurch unter anderem Regen die Wassermenge des Flusses beeinflusst.
    • die Landschaftsformen ändern, sodass der Fluss auf stabileres oder weniger stabiles Gestein treffen kann.

    Falls Du mehr zum Thema Gestein wissen möchtest, schau Dir am besten unsere gleichnamige Erklärung an!

    Kerbtal

    Ein Kerbtal wird auch V-Tal genannt, da es meist zwischen symmetrischen Talhängen im Mittel- und Hochgebirge vorzufinden ist.

    Die Entstehung vom Kerbtal hat zwei Faktoren. Zum einen findet die Tiefenerosion statt, bei der es zu einer Abtragung des Gesteins und des Materials des Bodens kommt.

    Die Erosion beschreibt das Abtragen und Verlagern von Bestandteilen des Bodens bedingt durch Wasser und Wind.

    Zusätzlich kommt es zu einer Denudation an den Talhängen, was bedeutet, dass die Hänge, ebenfalls durch Abtragung, „entblößt“ werden, sodass nur noch das Gestein zurückbleibt.

    Die Denudation beschreibt das Abtragen von Bodenmaterial, wobei am Ende nur die Festlandoberfläche zurückbleibt.

    Der Auslöser für die Entstehung vom Kerbtal und die damit verbundene Tiefenerosion und Denudation ist fließendes Wasser. Das Wasser sorgt für das Abtragen und den Transport des Materials.

    Eventuell fragst Du Dich nun, wie es möglich ist, dass das Wasser dafür sorgen kann, dass Oberflächen abgetragen werden. Die Antwort darauf ist die Kraft und die Geschwindigkeit des Wassers. Je schneller und je mehr Wasser fließt, desto höher ist die Kraft, die dann dafür sorgt, dass Oberflächen abgetragen werden.

    Abbildung 2 veranschaulicht die beschriebene Entstehung und Form vom Kerbtal. Durch die symmetrisch stattfindende Abtragung kommt es zu der markanten V-Form vom Kerbtal.

    Der Canyon ist eine Sonderform des Kerbtals. Es handelt sich dabei um eine Art Schlucht, also um ein stark eingeschnittenes Tal. Die Gesteinsarten, die in den Hängen zu sehen sind, sind horizontal gelagert.

    Ein Beispiel für einen Canyon ist der Grand Canyon in Arizona (USA).

    Talformen Grand Canyon StudySmarterAbbildung 3: Grand Canyon

    Auf Abbildung 3 ist der Grand Canyon in Arizona zu sehen. Die erwähnten horizontal gelagerten Gesteinsschichten sind hierbei besonders gut zu erkennen. Der Colorado River sorgte vor mehreren Millionen Jahren für die Freilegung des Canyons und die Formung des Tals.

    Der Grand Canyon gehört mit seinen 450 Kilometern Länge zu den großen Naturwundern der Erde.

    Kastental

    Beim Kastental handelt es sich um ein Tal, das sehr steile und zum Teil sogar senkrechte Hangwände aufzuweisen hat. Der Talboden ist meist als Felssohle ausgebildet und verläuft waagerecht.

    Eine Felssohle ist ein Talboden, bei dem wenig Tiefenerosion stattfindet, sodass das Material zum Großteil nur an den Seiten abgetragen und mit dem Wasser transportiert wird. Daher hat die Felssohle ihren waagerecht verlaufenden Talboden.

    Abbildung 4 zeigt die Entstehung und die markanten Merkmale vom Kastental. Der starke Hangabtrag und die geringer vorhandene Tiefenerosion sorgen dafür, dass die Hänge sehr steil ausgeprägt sind und der Talboden waagerecht verläuft. Das Kastental erscheint dadurch sehr eckig.

    Sohlental

    Das Sohlental entwickelt sich aus einem Kerbtal. Merkmale vom Sohlental sind eine breite Talsohle und ein kastenförmiges Tal.

    Bei Kerbtälern sorgt die einschneidende Wirkung des Wassers noch dafür, dass sich die Talform v-förmig ausprägt und viel Tiefenerosion stattfindet. Bei einem Sohlental ist die Wirkung des Wassers nicht so stark, sodass eine breite Talform entsteht.

    Es findet zwar kaum noch Tiefenerosion statt, jedoch gibt es unter anderem durch Verwitterung weiterhin Seitenerosion. Die Seitenerosionen sorgen dafür, dass die Hänge abflachen.

    Verwitterung ist die natürliche Zersetzung von Gesteinen. Faktoren wie die Sonneneinstrahlung, Regen und Wind sind dabei besonders ausschlaggebend.

    Da die Kraft des Wassers nicht mehr so stark ist, können die Sedimente, also das erodierte Material der Hänge, nicht mehr transportiert werden. Die Sedimente lagern sich am Talboden ab, wodurch der Fluss nur noch einen Teil des Talgrundes einnimmt.

    Dass die Kraft des Wassers nicht mehr so stark ist, liegt daran, dass es sich bei dem Sohlental um eine sehr breite Talform handelt. Weiter oben in der Erklärung hast Du schon gelernt, dass die Fließgeschwindigkeit des Wassers ausschlaggebend für die Kraft ist. Bei einem breiten Tal verteilt sich das Wasser mehr und es kann nicht mehr so schnell fließen. Somit ist die Kraft geringer, wodurch auch der Abtrag weniger ist.

    Sohlental – Beispiel

    Zu finden sind Sohlentäler hauptsächlich in den winterfeuchten Subtropen.

    Die Winterfeuchten Subtropen kommen isoliert auf allen fünf Kontinenten vor und entsprechen grundlegend dem Mittelmeerklima.

    Talformen – Das Wichtigste

    • Bei einem Tal handelt es sich um eine Landschaft, die im Vergleich zu ihrem Umland tiefer liegt.
    • Täler sind länger als breit und sie können die verschiedensten Talformen annehmen.
    • Talformen sind Kerbtal, Kastental und Sohlental.
    • Durch ein Tal fließt immer ein Fluss, der dafür sorgt, dass die Landschaft geformt wird und meist frisches Wasser und fruchtbare Böden garantiert.
    • Täler entstehen dadurch, dass Wasser eine enorme Kraft besitzt und sich dadurch in den Untergrund eingraben, Material abtragen und es an eine andere Stelle transportieren kann.
    • Das Tal verändert sich talabwärts in Richtung der Mündung hinsichtlich seiner Tiefe, Breite und Form

    Nachweise

    1. Abbildung 3: Grand Canyon (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Colorado_River,_Toroweap_Overlook,_Grand_Canyon_National_Park,_Arizona_(66044187).jpg) by Ken Lund (https://www.flickr.com/people/75683070@N00) licensed by CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en).
    Häufig gestellte Fragen zum Thema Talformen

    Was gibt es für Talformen?

    Talformen, die es gibt, sind Sohlentäler, Kastentäler, Kerbtäler und Muldentäler.

    Wie entsteht eine Talform?

    Eine Talform entsteht dort, wo Wasser fließt. Grund dafür ist, dass Wasser eine enorme Kraft besitzt und sich dadurch in den Untergrund eingraben, Material abtragen und es an eine andere Stelle transportieren kann. 

    Was ist ein Hochtal?

    Ein Hochtal ist ein Tal im oberen Abschnitt eines Gebirges.

    Wie entsteht ein Trogtal?

    Ein Trogtal entsteht durch das Abschmelzen der Gletscher. Viel Material mit abtransportiert, wodurch das markante U-Querprofil entstand.

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