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Prosa

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Prosa

Du liest gerne Kurzgeschichten oder Romane? Dann kennst Du die Prosa bereits. Sie umfasst nämlich sowohl die Alltagssprache als auch die künstlerische und gestaltete Sprache aus der Literatur.

Ein Roman ist die Langform einer schriftlichen Erzählung. Bei einer Kurzgeschichte werden alltägliche Situationen knapp erläutert.

Weitere ausführlichere Informationen zu den Themen "Roman" und "Kurzgeschichte" findest Du in den jeweiligen Erklärungen.

Definition und Bedeutung der Prosa

Der Begriff Prosa kommt aus dem Lateinischen. Er leitet sich von "prosa oratio" ab und bedeutet übersetzt so viel wie "geradeaus gerichtete Rede". Bei Prosatexten handelt es sich somit um eine Form der Rede, die nicht durch eine Regel oder ähnliches "gekrümmt" oder "gebunden" ist.

Die Prosa kann als eine freie, ungebundene, nicht durch Rhythmik, Reim und Vers gebundene Form der Sprache verstanden werden. Sie ist sowohl in der Literatur als auch in der Alltagssprache zahlreich vorhanden.

Somit grenzt sich die Prosa von der Poesie ab, denn sie hat keine Bindung in Versen, Reimen oder ein Metrum. Durch Stil, Melodie, Bildlichkeit, Rhythmus und Wortwahl kann sie kunstvoll sein.

Merkmale der Prosa

Prosatexte orientieren sich an den folgenden Merkmalen:

MerkmalFunktion
Die UngebundenheitDie Prosa folgt einer freien Sprache, die keine Regeln und Stilmittel benötigt. Die Texte müssen sich dementsprechend an keine bestimmten Vorgaben richten.
Grammatikalische RichtigkeitEin weiteres Merkmal der Prosa ist die grammatikalische Richtigkeit. Auch wenn es eigentlich keine Vorgaben gibt, so sind die Regeln der Grammatik essenziell. Ohne eine korrekte Grammatik würden die Texte nämlich unverständlich werden.
Wenige formgebende EinschränkungenAls bedeutendstes Merkmal der Prosa ist das Vorhandensein von nur sehr wenigen formgebenden Einschränkungen. Es gibt, wie bereits erwähnt, weder Reime noch Verse, noch Metren. Allerdings können durch rhetorische Mittel die Bildlichkeit und eine bestimmte Melodie geschaffen werden. Solche rhetorischen Mittel müssen in Prosatexten aber nicht immer verwendet werden.

Der geschichtliche Hintergrund der Prosa

Früher wurde der Begriff vorwiegend dafür verwendet, um wissenschaftliche Schriften zu beschreiben. Damals galten Texte als Prosa, die geschichtliche, naturwissenschaftliche oder philosophische Inhalte hatten. Auch Notizen wurden als Prosa bezeichnet.

Im Gegensatz hierzu war die Lyrik früher all das, was in Versform geschrieben, und für den mündlichen Vortrag bestimmt war.

Der Begriff Lyrik kommt vom griechischen Wort Lyra (Leier) und bezeichnet gegliederte, rhythmisierte Texte, die gesungen werden können.

Im Laufe der Zeit wandelte sich der Begriff der Prosa: Er wurde zur Sammelbezeichnung für sämtliche Formen der Rede, die man nicht als Lyrik bezeichnen konnte.

In der Antike wurden Prosatexte nicht zum Erzählen verwendet. Das lag daran, dass damals streng zwischen der gebundenen Rede (Epos, Lyrik, Drama) und der ungebundenen Rede (Prosa) unterschieden wurde. Die Prosa galt als zweckgebundene Darstellung und beinhaltete vorwiegend historische und philosophische Aspekte.

Erst sehr viel später, mit Beginn der Neuzeit, wurde die Prosa zum Erzählen verwendet. Somit lassen sich auch nur vereinzelt in den unterschiedlichen Literaturepochen, Prosawerke finden. Durch die neue Erzählkunst, dem Roman, wurde die Prosa erst zu einem wichtigen Ausdrucksmittel. Anschließend entstanden daher viele literarische Genres wie die Novelle, die Erzählung, die Saga, die Memoiren oder auch die Kurzgeschichte.

Theoretisch lassen sich unter dem Begriff Prosa fast alle Textsorten zusammenfassen, die nicht zur Lyrik gehören, jedoch ist im Allgemeinen meist nur die literarische Gattung der Epik und der Roman als das epische Hauptmedium sowie die Kurzgeschichte gemeint.

Ein Drama kann als eine, das Lustspiel und das Trauerspiel umfassende, literarische Gattung verstanden werden. Die Handlung wird durch die beteiligten Personen auf der Bühne vorgestellt.

Eine Novelle ist eine Erzählung mit einem mittleren oder kürzeren Umfang. Sie beschäftigt sich mir einem einzigen Sachverhalt, dessen geradliniger Handlungsverlauf zum Ziel gelangt.

Literarische Epochen sind Versuche, innerhalb der Literaturgeschichte bestimmte Phasen und Leitströmungen zu identifizieren und zu bezeichnen, das heißt sie zu "periodisieren".1

Ausführliche Informationen zu den Themen "Drama", "Novelle", "Literaturepochen", "Kurzgeschichte", "Roman", "Epik" und "Lyrik" findest Du in den jeweiligen Erklärungen.

Die Lyrik in Prosatexten

Dennoch ist es möglich, dass poetische Elemente Verwendung in Prosatexten finden. Ein Beispiel hierfür wäre die Verwendung von einer bestimmten Abfolge von Hebungen und Senkungen, metrischen Strukturen oder anderen Elementen. Trifft dies gehäuft auf spricht man oft von einem „Prosagedicht“.

Ein Prosagedicht gilt als lyrische Verarbeitung eines epischen Stoffes (oft einer Erzählung) in rhythmischer und klangvoller Prosa. Solche Gedichte weisen keine Elemente wie Verse oder Endreime auf, können aber andere lyrische Mittel verwenden. Zum Beispiel finden oft Binnenreime, Assonanzen oder andere Stilmittel, Verwendung.

Somit befindet sich das Prosagedicht in der Mitte zwischen der Prosa und den freien Rhythmen. Freie Rhythmen sind ungebundene Verse mit beliebiger Silbenzahl und ohne durchgängiges Metrum. Auch die Hebungen und Senkungen variieren und die Verse liegen nicht unbedingt in Strophen. So wie es der Name schon sagt, sind sie lediglich durch die wiederkehrenden Rhythmen gezeichnet.

Ein Metrum wird als das Versmaß eines Gedichtes verstanden.

Ausführliche Informationen zum "Metrum" befinden sich in der entsprechenden Erklärung.

Die verschiedenen Arten der Prosa

Wie bereits geklärt wurde, gilt fast jeder Text, der nicht der Lyrik zuzuordnen ist, automatisch als Prosa. Innerhalb dieser Abgrenzung lässt sich zwischen zwei Arten der Prosa unterscheiden: der Gebrauchsprosa und der literarischen Prosa.

Die Gebrauchsprosa

Die Gebrauchsprosa wird auch Gebrauchsliteratur genannt und meint alle Texte, die zu einem bestimmten Zweck geschrieben sind. Hierbei stehen Themen um Vordergrund, die im echten Leben von großer Bedeutung sind. Bekannte Beispiele hierfür wären:

Eine Argumentation kann als die zielgerichtete und durchdachte Zusammenstellung von Argumenten beschrieben werden. Diese werden dazu benutzt, einen Sachverhalt oder eine Meinung zu begründen.

Eine Erörterung dient dazu, sich intensiv und argumentativ mit einem Thema zu beschäftigen.

Ein Essay ist ein Text, in dem eine literarische oder wissenschaftliche Fragestellung in kurzer und anspruchsvoller Form erläutert wird.

Ein Brief ist eine schriftliche Nachricht oder Mitteilung an einen Dritten. Er kann aber auch zur Veröffentlichung der eigenen Meinung (Leserbrief) dienen.

Unter einem Sachtext werden alle Texte verstanden, deren Ziel es ist, allgemeines Wissen zu einem bestimmten Thema zu vermitteln.

Die Beschreibung dient dazu, eine Person zu charakterisieren, ein Bild darzustellen, einen Gegenstand zu erläutern, den Weg aufzuzeigen oder auch einen Vorgang zu erklären.

Weitere ausführlichere Informationen zu den Themen "Erörterung", "Brief schreiben", "Leserbrief", "Sachtext", "Essay", "Argumentation" und den einzelnen "Beschreibungen" findest Du in den jeweiligen Erklärungen.

Die literarische Prosa

Die literarische Prosa bezeichnet die Texte, die eigentlich als Geschichten bezeichnet werden. Diese Erzählungen weisen größtenteils einen künstlerischen Wert auf und bedienen sich poetischer Elemente wie einer bestimmten Wortwahl, außergewöhnlichem Satzbau, einer bestimmten Sprachmelodie, besonderer Bildhaftigkeit oder einem Sprachrhythmus.

Beispiele für die literarische Prosa sind:

Eine Novelle ist eine Erzählung mit einem mittleren oder kürzeren Umfang. Sie beschäftigt sich mir einem einzigen Sachverhalt, dessen geradliniger Handlungsverlauf zum Ziel gelangt.

Eine Anekdote kann als kurze und oftmals lustige Erzählung über eine einzelne Person verstanden werden.

Eine Satire ist ein künstlerisch gestalteter Prosatext, in dem Personen, Begebenheiten oder Ereignisse angeprangert werden.

Die Parabel ist eine lehrhafte, auf einem Vergleich basierende, Art der Dichtung.

Weitere ausführlichere Informationen zu den Themen "Novelle", "Anekdote", "Satire" und "Parabel" findest Du in den jeweiligen Erklärungen.

Die Formen der Prosa

Die Prosa kann nicht immer klar bestimmt werden. Sie kann sich nämlich mit anderen Gattungen vermischen bzw. sie überlappen und verschiedenen Genres angehören. Es gibt demnach verschiedene Formen der Prosa.

Die Kurzprosa

Die Kurzprosa kann auch als epische Kurzform bezeichnet werden, die oftmals nur wenige Seiten umfasst. Das Hauptmerkmal der Textarten der Kurzprosa ist demnach ausschließlich die geringe Länge.

Zu den epischen Kurzformen gehören Fabeln, Kurzgeschichten, Anekdoten, Legenden, Novellen und Märchen.

In einer Legende werden historische Begebenheiten durch spätere Ergänzungen erweitert und verfälscht.

Eine Fabel ist eine kurze Erzählung, in der Tiere menschliche Verhaltensweisen haben. Sie vermittelt eine moralische Lehre.

Märchen sind Erzählungen, die auf überlieferten Stoffen basieren. In den Geschichten tauchen meist übernatürliche Kräfte und Figuren auf.

Weitere ausführlichere Informationen zu den Themen "Fabel" und "Legende" findest Du in den jeweiligen Erklärungen.

Das Prosagedicht

Das Prosagedicht gilt, wie bereits beschrieben, als lyrische Verarbeitung eines epischen Stoffes (oft einer Erzählung) in rhythmischer und klangvoller Prosa. Da es keine Elemente wie Verse oder Endreime gibt, ähnelt die äußere Form eher der eines Prosatextes. Es können aber andere lyrische Mittel verwenden. So finden oft Binnenreime, Assonanzen oder andere Stilmittel, Verwendung.

Die Freien Rhythmen

Eine weitere Zwischenform der Prosa sind die, bereits benannten, freien Rhythmen. Bei dieser Textform sind Verse vorhanden. Diese haben allerdings weder eine vorgegebene Silbenzahl noch ein Metrum. Jedoch gibt es einen festen Rhythmus, der in einigen Textpassagen wiederholt vorkommen kann.

Die Kunstprosa

Die Kunstprosa bezieht sich auf die Rede (Schrift) in ungebundener Form. Sie fand ihren Höhepunkt und ihre Krönung (Vollendung) durch Cicero. Ciceros Reden und theoretische Schriften zur "Redekunst" zählen zu den bedeutendsten Erkenntnissen und Zeugnissen der römischen Rhetorik (Lehre von der wirkungsvollen Gestaltung der Rede).

Marcus Tullius Cicero war ein römischer Politiker, Anwalt, Philosoph, Konsul und Schriftsteller. Cicero war der berühmteste Redner Roms. Er wurde im Jahr 106 vor Christus geboren und ist im Jahr 43 vor Christus gestorben.

Die Textbeschreibung und Analyse eines Prosatextes

Während des Deutschunterrichtes wirst Du Dich mit zahlreichen Prosatexten befassen und diese im Zuge dessen auch analysieren. Hierzu gehören Textanalysen zu Kurzgeschichten, Romane, Romankapitel oder auch zu Sachtexten.

Auch wenn die Analyse der einzelnen Textarten sehr unterschiedlich ausfallen kann, so gibt es doch einige Kernelemente, die immer beachtet werden sollten:

Der Aufbau einer Textbeschreibung

Der Struktur einer Analyse ist immer gleich aufgebaut. Sie gliedert sich in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss. In der Einleitung erfolgt zunächst eine kurze und fundierte Inhaltsangabe. Anschließend wird die Interpretationshypothese (Deutungshypothese) erstellt.

Eine Interpretationshypothese stellt die Vermutung der Hauptaussage eines Textes oder der Intention des Autors oder der Autorin dar.

Die Interpretationshypothese bildet den Übergang in den Hauptteil. Hier finden zum einen alle formalen Aspekte des jeweiligen Textes und auch die allgemeine Interpretation und Bedeutung Beachtung.

Im Schlussteil werden alle Angaben noch einmal in einem Fazit zusammengefasst. Es wird zudem herausgestellt, ob sich die Deutungshypothese als richtig erwiesen hat. Sollte sich die Interpretationshypothese während der Analyse nicht bestätigt haben, so wird sie hier, im Schlussteil, umformuliert.

Weiterführende Informationen zu den Themen "Rhetorik", "Inhaltsangabe", "Figurenkonstellation" und "Erzähler" findest Du in den jeweiligen Erklärungen.

Die formalen Aspekte

Zu den formalen Aspekten, die bei der Analyse eines Prosatextes beachtet werden müssen, gehören die Beachtung der Rhetorischen Mittel, die Sprache, die Beschreibung der Zeitform und des Erzähltempos.

Die Textsorte

Die Bestimmung der Textsorte ist für die Analyse essenziell. Jede Textsorte hat nämlich eigene Eigenschaften und Merkmale, die bei einer Interpretation beachtet werden sollten.

Die Sprache

Gibt es Besonderheiten im Satzbau? Häufen sich bestimmte Satzkonstruktionen wie Hypotaxen (Aneinanderreihung von Hauptsätzen), Parataxen (Nebensätze werden den Hauptsätzen untergeordnet) oder Ellipsen (unvollständige Satzteile oder mehrere ausgelassene Wörter oder Satzteile)? Wie wirkt sich dies aus?

Die Rhetorischen Mittel

Stilmittel nehmen in jedem Prosatext eine bedeutende Rolle ein. Durch Rhetorische Mittel ist es nämlich möglich ausgewählte Aussagen zu betonen, Sachverhalte ausführlicher darzustellen und den Klag eines Textes zu ändern. Die gängigsten Stilmittel sind Metaphern und Vergleiche. Sie dienen dazu, die bildliche Ausdrucksweise anzuregen und Sachverhalte deutlicher darzustellen. Ein weiteres, in Prosatexten, sehr beliebtes Stilmittel ist die Anapher. Sie hilft dabei, den Klang des Textes zu ändern und so bestimmte Sachverhalte zu verdeutlichen.

Eine Metapher ist ein bildlicher Vergleich (Beispiel: Das lag ihm schwer, wie Blei, im Magen.).

Eine Anapher steht hingegen die Wiederholung eines einzelnen Wortes oder auch eines Satzteils am Anfang mehrerer Verse oder Sätze (Beispiel: Die Sonne lacht. Die Sonne streckt ihre Strahlen raus.).

Ein Vergleich kann als die Verbindung zweier Sachverhalte durch das Wort "wie" beschrieben werden (Beispiel: Das Wasser ist so kalt wie Eis.).

Ausführlichere Informationen findest Du auch in den entsprechenden Erklärungen zu den jeweiligen Stilmitteln.

Der Textzusammenhang

Leitmotive, Metaphern und Symbole dienen dazu, den Text zu gliedern. Deshalb ist es wichtig, herauszuarbeiten, welchen Situationen und Figuren sie zugeordnet werden.

Die Zeitform und das Erzähltempo

Raum und Zeit spielen in der Kurzprosa eine bedeutende Rolle. Hier werden die Begebenheiten nämlich meist aufbereitet und ausführlich erläutert. Von diesen Beschreibungen ist das Erzähltempo abhängig. Hierbei wird die erzählte Zeit in Relation zur Erzählzeit gebracht.

Ist die Erzählzeit kürzer als die erzählte Zeit, so liegt eine Zeitraffung vor. Die Begebenheiten wurden nämlich zusammengefasst. Sind die Erzählzeit und die erzählte Zeit jedoch gleich lang, so handelt sich dies um eine Zeitdehnung. Hierbei werden kurze Augenblicke so ausführlich und detailliert erläutert, dass das Lesen länger dauert, als die beschriebene Begebenheit. Hierbei sollten der Ort der Handlung und der Handlungszeitraum ebenfalls benannt werden.

Die allgemeine Interpretation und Bedeutung eines Prosatextes

Zu den Punkten, die zur allgemeinen Interpretation und Bedeutung eines Prosatextes wichtig sind, gehören die, bereits weiter oben beschriebene, Deutungshypothese, die Bestimmung des Erzählers und die Charakterisierung der Figuren. Im Folgenden werden die Bestimmung des Erzählers und die Charakterisierung der Figuren näher erläutert:

Die Bestimmung des Erzählers

In jedem erzählenden Prosatext gibt es immer einen Erzähler. Der Erzähler darf allerdings nicht mit den Autoren des Textes verwechselt werden. Auch wenn der oftmals distanzierte Standpunkt der erzählenden Instanz den Anschein erweckt, als würden der Autor oder die Autorin die Geschichte erzählen, handelt es sich stets um einen Erzähler. Im Gegensatz zum Ich-Erzähler nimmt der Er-/Sie-Erzähler nämlich nicht immer an der eigentlichen Handlung teil.

Die Autoren benutzen den Erzähler somit, um den Lesenden ihre Ansichten zu vermitteln. Bei einem Sachtext liegt hingegen definitiv eine persönliche Stellungnahme der Autoren vor.

Die Charakterisierung der, in der Erzählung auftretenden, Figuren

Auch die Charakterisierung der, in der Erzählung auftretenden, Figuren ist von großer Bedeutung für die Analyse eines Prosatextes. Es ist wichtig herauszuarbeiten, wie sich die einzelnen Figuren verhalten und welche Beziehung sie zueinander haben. Bei einer Romananalyse ist dies von besonderer Bedeutung, da hier die einzelnen Figuren ausführlich dargestellt werden. Hierbei sollte auch die Figurenkonstellation (die Anordnung der Figuren) Beachtung finden.

Des Weiteren sollten die jeweiligen Charaktereigenschaften der Figuren bestimmt werden. Hierbei sind die folgenden W-Fragen hilfreich: Was macht sie aus? Wie handeln die einzelnen Figuren. Es ist auch wichtig zwischen den tatsächlichen Handlungen der Figuren und dem wie sie an sich dargestellt werden zu unterscheiden.

Da in Sachtexten keine Figuren vorkommen, erfolgt bei der Analyse auch keine Charakterisierung. Dieser Analysepunkt fällt bei Sachtexten somit weg.

Weiterführende Informationen zu den Themen "Charakterisierung", "Interpretation", "Figurenkonstellation" und "Erzähler" findest Du in den jeweiligen Erklärungen.

Die Analyse eines Sachtextes

Sachtexte gehören ebenfalls zur Gattung der Prosa. Allerdings werden diese anders analysiert als erzählende Texte. Bei der Interpretation wird nämlich ganz besonders die Intention der Autoren beachtet. Ihre Argumentation ist ebenfalls von Bedeutung.

Die jeweiligen Argumente des Autors bzw. der Autorin sollten logisch betrachtet werden. Des Weiteren sollte herausgearbeitet werden, welche Stilmittel zur Stützung der Argumente benutzt wurden. Alle Ergebnisse sollten immer auf den Grundgedanken des Autors oder der Autorin zurückgeführt werden, so gelingt es, die Intention des Textes zu verstehen.

Prosa – Das Wichtigste

  • Prosa nennt man alle Texte, die man nicht der Lyrik zuordnen kann. Zur Prosa gehören deshalb auch Texte der Epik und der Umgangssprache.

  • Der Begriff Prosa kommt aus dem Lateinischen. Er leitet sich vom "prosa oratio" ab und heißt übersetzt so viel wie „geradeaus gerichtete Rede“. Bei Prosatexten handelt es sich somit um eine Form der Rede, die nicht durch eine Regel oder ähnliches „gekrümmt“ oder „gebunden“ ist.

  • Die Prosa kann als eine freie, ungebundene, nicht durch Rhythmik, Reim und Vers gebundene Form der Sprache verstanden werden. Sie ist sowohl in der Literatur als auch in der Alltagssprache zahlreich vorhanden.

  • Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Prosa, und zwar der Gebrauchsprosa und der Literarischen Prosa.

  • Das Prosagedicht und die Freien Rhythmen lassen sich zwischen diesen beiden Polen einordnen, da sie beide auf Elementen beider Bereiche basieren.

  • Eine weitere Form der Prosa ist die Kurzprosa. Zu den epischen Kurzformen gehören Fabeln, Kurzgeschichten, Anekdoten, Legenden, Novellen und Märchen.

  • Die Struktur der Analyse eines Prosatextes ist immer gleich aufgebaut. Sie gliedert sich in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss.

  • In der Einleitung erfolgt zunächst eine kurze und fundierte Inhaltsangabe. Anschließend wird die Interpretationshypothese (Deutungshypothese) erstellt.

  • Die Interpretationshypothese bildet den Übergang in den Hauptteil. Hier finden zum einen alle formalen Aspekte des jeweiligen Textes und auch die allgemeine Interpretation und Bedeutung Beachtung.

  • Im Schlussteil werden alle Angaben noch einmal in einem Fazit zusammengefasst. Es wird zudem herausgestellt, ob sich die Deutungshypothese als richtig erwiesen hat. Sollte sich die Interpretationshypothese während der Analyse nicht bestätigt haben, so wird sie hier, im Schlussteil, umformuliert.


Nachweise

  1. Abi last minute Deutsch (2016). Prosa, Drama, Lyrik. Schnell auffrischen, was wichtig ist. Klett Verlag.
  2. Duden (2020), 28. Edition. Duden.
  3. Deutschbuch für die Oberstufe (2016), Literatur und Film: Analyse, Interpretation und Erörterung. Cornelsen.
  4. Deutschbuch Orientierungswissen (2021), Cornelsen.
  5. Cicero (54 bis 51 vor Christus). De re publica (Über das Gemeinwesen). Cicero.
  6. Burdorf (2007). Epoche. Lexikon Literatur. Begriffe und Definitionen. J.B. Metzler Verlag.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Prosa

Die Zeitform eines Prosatextes ist von der Art der Textform abhängig. Eine Erzählung wird meist im Präteritum oder Präsens verfasst. Ein Sachtext, wie ein Informativer Text oder eine Argumentation eher im Präsens. Allerdings kann auch hier, bei der Beschreibung weiter zurück liegender Ereignisse, das Präteritum verwendet werden.

Die Prosa kann als eine freie, ungebundene, nicht durch Rhythmik, Reim und Vers gebundene Form der Sprache verstanden werden. Sie ist sowohl in der Literatur als auch in der Alltagssprache zahlreich vorhanden.

Die Prosa teilt sich in die Gebrauchsprosa und die Literarische Prosa. Unter der Gebrauchsprosa werden Texte verstanden, die aus einem bestimmten Grund angefertigt wurden. Hierzu gehören die Rede, das Gespräch, der Artikel, der Sachtext oder auch der Brief. Als Literarische Prosa werden Erzählungen und Geschichten verstanden (Kurzgeschichten, Bildergeschichten, Reizwortgeschichten, Roman etc.).

Ein Prosatext zeichnet sich durch eine ungebundene freie Sprache aus, die weder Stilmittel noch Regeln benötigt. Des Weiteren ist es wichtig, dass der Text grammatikalisch richtig verfasst wird und es kaum formgebende Einschränkungen gibt. Die Texte gliedern sich allerdings meist in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Wie man eine Erzählung (z. B. Bildergeschichte, Reizwortgeschichte etc.) oder auch einen Sachtext (z. B. informativer Text oder Argumentation etc.) schreibt, erfährst Du in den jeweiligen Erklärungen.

Finales Prosa Quiz

Frage

Was ist das auktoriale Erzählen?

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Antwort

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Frage

Was ist das personale Erzählen?

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Frage

Was ist das neutrale Erzählen?

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Frage

Was ist ein Erzählbericht?

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Frage

Was zählt zur Figurenrede?

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Frage

Was charakterisiert die indirekte Rede?

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Antwort

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Frage

Was charakterisiert die direkte Rede?

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Antwort

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Frage

Was charakterisiert die erlebte Rede?

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Frage

Was charakterisiert den inneren Monolog?

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Antwort

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Frage

Von was hängt die Figurenkonstellation ab?

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Frage

Wann wird ein Bericht eingesetzt?

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Antwort

Der Bericht wird eingesetzt, wenn die Darstellung eines Geschehens
auf der Bühne nicht sinnvoll erscheint (z. B. bei der Exposition, der
Teichoskopie, dem Botenbericht oder der Selbst- und Fremdbeschrei-
bung).

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Frage

Was ist die Prosa?

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Antwort

Die Prosa kann als eine freie, ungebundene, nicht durch Rhythmik, Reim und Vers gebundene Form der Sprache verstanden werden.

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Frage

Die Prosa grenzt sich von der _______ ab, denn sie hat keine Bindung in ______, _____ oder ein Metrum.

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Antwort

Die Prosa grenzt sich von der Poesie ab, denn sie hat keine Bindung in Versen, Reimen oder ein Metrum.

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Frage

Welche Merkmale hat die Prosa?

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Antwort

Grammatikalische Richtigkeit

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Frage

Früher wurde der _____ der Prosa vorwiegend dafür verwendet, um ______ Schriften zu beschreiben.


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Antwort

Früher wurde der Begriff der Prosa vorwiegend dafür verwendet, um wissenschaftliche Schriften zu beschreiben.

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Frage

Welche Arten der Prosa gibt es?

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Antwort

Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Prosa, und zwar der Gebrauchsprosa und der Literarischen Prosa.
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Frage

Was bedeutet die literarische Prosa?

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Antwort

Die literarische Prosa bezeichnet die Texte, die eigentlich als Geschichten bezeichnet werden. Diese Erzählungen weisen größtenteils einen künstlerischen Wert auf und bedienen sich poetischer Elemente, wie einer bestimmten Wortwahl, außergewöhnlichem Satzbau, einer bestimmten Sprachmelodie, besonderer Bildhaftigkeit oder einem Sprachrhythmus.

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Frage

Welche Textarten gehören zur literarischen Prosa?

Antwort anzeigen

Antwort

Roman

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Frage

Was ist die Gebrauchsprosa?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Gebrauchsprosa wird auch Gebrauchsliteratur genannt und meint alle Texte, die zu einem bestimmten Zweck geschrieben sind. Hierbei stehen Themen um Vordergrund, die im echten Leben von großer Bedeutung sind.

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Frage

Welche Texte gehören zur Gebrauchsprosa?

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Antwort

Erörterung

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Frage

Welche Formen der Prosa gibt es?

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Antwort

Es gibt die Kurzprosa, das Prosagedicht, die freien Rhythmen und die Kunstprosa.

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Frage

Ein Prosagedicht gilt als ______ Verarbeitung eines _____ Stoffes (oft einer ______) in rhythmischer und klangvoller ______. 


Antwort anzeigen

Antwort

Ein Prosagedicht gilt als lyrische Verarbeitung eines epischen Stoffes (oft einer Erzählung) in rhythmischer und klangvoller Prosa

Frage anzeigen

Frage

Was ist das Hauptmerkmal der Textarten der Kurzprosa?

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Antwort

Das Hauptmerkmal der Textarten der Kurzprosa ist demnach ausschließlich die geringe Länge

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Frage

Die Kunstprosa bezieht sich auf die _____ (Schrift) in _____ Form

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Antwort

Die Kunstprosa bezieht sich auf die Rede (Schrift) in ungebundener Form

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Frage

Die Kunstprosa erreichte ihren _________ und ihre _______ (Vollendung)  durch _______. 


Antwort anzeigen

Antwort

Die Kunstprosa erreichte ihren Höhepunkt und ihre Krönung (Vollendung) durch Cicero

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Frage

Die ______ eines Prosatextes gliedert sich in eine _________, einen _______ und einen Schluss

Antwort anzeigen

Antwort

Die Analyse eines Prosatextes gliedert sich in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss

Frage anzeigen

Frage

Was wird unter der Interpretationshypothese verstanden? 

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Antwort

Eine Interpretationshypothese stellt die Vermutung der Hauptaussage eines Textes oder der Intention des Autors oder der Autorin dar.

Frage anzeigen
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