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Fabel

Hast Du schon einmal davon gehört, dass ein Fuchs als schlau, listig oder durchtrieben beschrieben wird? Oder ein Hase den Namen Meister Lampe hat? Diese typischen Eigenschaften für Tiere stammen aus Fabeln. In einer Fabel sind nämlich Tiere die Protagonisten und haben stereotype menschliche Charakterzüge. Damit sollen sie der Gesellschaft den Spiegel vorhalten.

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Hast Du schon einmal davon gehört, dass ein Fuchs als schlau, listig oder durchtrieben beschrieben wird? Oder ein Hase den Namen Meister Lampe hat? Diese typischen Eigenschaften für Tiere stammen aus Fabeln. In einer Fabel sind nämlich Tiere die Protagonisten und haben stereotype menschliche Charakterzüge. Damit sollen sie der Gesellschaft den Spiegel vorhalten.

Eine Fabel folgt meist dem klassischen Aufbau und gliedert sich in

  • Einleitung: Ausgangssituation
  • Hauptteil: Konfliktsituation
  • Schluss: Lösung

Typische Merkmale einer Fabel sind die Moral am Ende sowie die Absicht, die Lesenden zu belehren, aber auch zu unterhalten. Weitere typische Themen und Beispiele einer Fabel erfährst Du im Folgenden.

Fabel – Definition

Was genau macht eine Fabel aus? Sieh Dir für eine erste Erklärung die folgende Definition an:

Fabeln sind kurze Geschichten oder Erzählungen, die eine lehrende Absicht verfolgen. Sie werden in Versform oder Prosa erzählt. Der Begriff "Fabel" stammt von dem lateinischen Begriff fabula ab und bedeutet so viel wie "Rede" oder "Erzählung".

Eine Fabel enthält immer eine Moral, die den/die Leser*in zum Nachdenken anregen soll. Dafür wird ein Einzelfall illustriert, aus dem eine allgemeine Lehre gezogen werden kann. Das Ziel der Fabel ist es, das Verhalten der Menschen zu kritisieren. So weisen die Geschichten oft einen Verweischarakter auf.

Wenn ein Text einen Verweischarakter hat, bedeutet das, dass er einen Hinweis darstellen soll. Im Fall der Fabel besteht dieser Hinweis in der Darstellung des menschlichen Verhaltens und der Kritik daran.

Merkmale einer Fabel

Was sind Merkmale einer Fabel? Das bekannteste Merkmal von Fabeln ist, dass die Hauptfiguren fast immer Tiere sind. Die Tiere haben in Fabeln menschliche Eigenschaften. Daher bezeichnet man Fabeln auch als Tierdichtung.

Weitere Merkmale von Fabeln sind:

Fabel Merkmale
Moral & LehrenFabeln haben immer eine moralische Botschaft oder eine Lehre, die am Ende der Geschichte präsentiert wird.
kurze ErzählformFabeln sind in der Regel sehr kurz und prägnant erzählt, oft mit nur wenigen Sätzen oder Versen.
einfache SpracheDie Sprache in Fabeln ist einfach und verständlich, damit sie von einem breiten Publikum verstanden werden können.
unterhaltsamFabeln sind oft humorvoll oder unterhaltsam geschrieben, um das Publikum zu unterhalten und zu fesseln.
allgemeingültigFabeln sind zeitlos und haben eine universelle Bedeutung, die auch heute noch relevant ist.

Fabel – Themen

Ein weiteres Merkmal von Fabeln sind die speziellen Themen, die in Fabeln besprochen werden. Meist geht es um

Konflikte in der Gesellschaft:

  • zwischen mächtigeren Personen und "den Schwachen"
  • Neid oder Eitelkeit
  • Freundschaft und Ehrlichkeit

Somit üben Fabeln mit diesen Themen oft Sozialkritik aus und zeigen den Menschen ihre Schwächen im Verhalten miteinander auf.

Lehren von Fabeln

Fabeln möchten eine Moral oder allgemeine Lehren vermitteln. Aus einem konkreten Einzelfall, der in der Fabel geschildert wird, sollen die Leser*innen eine allgemeingültige, praktische Lebensweisheit für ihr eigenes Handeln im alltäglichen Leben ziehen.

Deswegen kritisieren Fabeln auch oft das Verhalten der Menschen. Die Lehre der Fabel ergibt sich dabei direkt aus dem Geschehen oder wird in einem Lehrsatz deutlich.

Fabel – Zeitform und Sprache

Fabeln werden in der Zeitform Präteritum, also in der Vergangenheit, geschrieben. Sie haben den Anspruch, allgemein und auch für das einfache Volk verständlich zu sein.

  • Dafür nutzen die Autor*innen eine einfache Sprache und Gestaltungsmittel wie Ironie oder Satire.
  • In der Regel werden die Zeit und der Ort einer Fabel aber nicht genau benannt.
  • Fabeln bestehen oft nur aus wenigen Zeilen.
  • Ihre Handlung ist auf wenige Ereignisse reduziert, wobei es keine Nebenhandlungen und nur einen Handlungsstrang gibt.
  • Die Handlung soll knapp und unkompliziert sein, um die grundsätzliche Aussage deutlich hervortreten zu lassen.

Fabelwesen – Tiere als Charaktere in Fabeln

In der Fabel spielen meist Tiere die Hauptrolle. Die Tiere haben dann menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen, sodass sie wie Menschen reden und handeln. Die Tiere, die in Fabeln vorkommen, werden jedoch nicht Fabelwesen, sondern Fabeltiere genannt:

  • Fabelwesen sind erfundene Tiere, die ausschließlich in der Fantasiewelt existieren.
    • Zum Beispiel: Einhörner, Zwerge, Elfen oder Meerjungfrauen
  • Fabeltiere gibt es auch in der Realität.
    • Zum Beispiel: Widder, Kater, Storch, Wolf oder Fuchs.

In Fabeln kommen aber häufig nur wenige Tiere vor. Meistens sind es zwei Tiere, die im Dialog stehen.

Fabeltiere sind im Normalfall eindimensionale Charaktere.

  • Sie verkörpern eine oder wenige menschliche Eigenschaften.
  • Im Verlauf der Fabel ist dabei aber keine charakterliche Veränderung zu erkennen.

Die Personifikation der Tiere erfüllt mehrere Zwecke.

  • Den Lesenden wird ein Spiegel vorgehalten.
    • Menschliche Eigenschaften werden auf eine satirische und teils übertriebene Weise darstellt.
    • Grundsätzliche Dinge, wie menschliches Fehlverhalten, kann so kritisiert werden.
  • Die Darstellung der Charaktere in Tierform soll die Autor*innen vor Verfolgung und Strafen schützen.
    • So konnte indirekt Kritik geübt werden.

Eigenschaften von Fabeltieren

Jedes Tier steht in einer Fabel für eine oder mehrere allgemeine, festgelegte Eigenschaften. Dadurch verkörpern die Fabeltiere typische Stereotype. Zu den bekanntesten Tieren gehören etwa

  • der Widder in der Fabel
  • der Kater in der Fabel
  • der Storch in der Fabel
  • der Wolf in der Fabel sowie
  • der Fuchs in der Fabel.

Es gibt aber auch noch andere Tiere, die Du der folgenden Tabelle entnehmen kannst. Zur Unterstreichung des personifizierten Charakters erhält jedes Tier zudem einen eigenen Fabelnamen:

FabeltiereNameEigenschaften
AffeMartinintrigant, eitel
BärPetz, Meister Petz, Braunnett, freundlich, gutmütig, ein wenig naiv und einfältig
BiberBockert, Bokertfleißig, tatkräftig
DachsGrimbartausgeglichen, nachdenklich
EselLangohr, Boldewynstörrisch, faul, dumm
FuchsReinecke, Reinhartschlau, listig, durchtrieben
HahnHenninghochnäsig, eitel, stolz, hochmütig
HaseLampe, Meister Lampeängstlich, vorsichtig, vorlaut
HenneKratzefußeinfältig, dämlich
HundHylaxtreu, freundlich
IgelArbnora, Swineigelschlau, klug
KaterMurner, Murr, Hinzesturr, eigensinnig
KräheMerkenaunaiv, leichtgläubig
LammLambschutzlos, ohne Rechte, schwach, fromm
LöweLeo, Leu, König der Tiere, Nobelstolz, königlich, stark, mächtig
LuchsLynxschlau, vorsichtig
RabePflückebeutelbesserwisserisch, diebisch, dumm, eitel
StorchAdebar, Meister Adebarhochmütig, gelehrt, bringt die Kinder
WidderBellynängstlich und schwach, aber schlau
Wolf Isegrimgütig, gierig, rücksichtslos, böse
ZiegeMetkeleichtgläubig, naiv, unzufrieden

Die typischen Fabeltiere und ihre Eigenschaften zu kennen, kann Dir bei der Interpretation von Fabeln helfen. Vergiss dabei aber nicht, dass diese Zuschreibungen zwar häufig vorkommen, aber auch in einigen Texten abweichen können!

Fabel – Aufbau

Der Aufbau einer Fabel folgt dem Prinzip der Dreigliederung:

  • Einleitung: Ausgangssituation
  • Hauptteil: Konfliktsituation
  • Schluss: Lösung

Dieser dreiteilige Aufbau wird auch als strenger, klassischer Aufbau einer Fabel bezeichnet.

Außerdem sind Fabeln meist in Vers- oder Prosaform geschrieben und es liegt eine Einheit von Ort, Zeit und Handlung vor. Somit erstreckt sich die Handlung nur über einen kurzen Zeitraum hinweg, in dem sich der Ort nicht ändert. Dadurch hat die Fabel auch nur einen Handlungsstrang und keine Nebenhandlungen.

Anfang einer Fabel – Ausgangssituation Fabel

Am Anfang einer Fabel steht der Erzählteil. Hier wird die Ausgangssituation geschildert. Dabei soll der/die Leser*in in die Handlung eingeführt werden. Alle wichtigen Informationen zum Verständnis der Fabel und die Umstände des Konfliktes werden geschildert. Zudem wird beschrieben, welche handelnden Personen, beziehungsweise Tiere vorkommen.

Konfliktsituation

Als Nächstes folgt der Dialogteil, den man auch als Konfliktsituation bezeichnen kann.

  • In diesem Abschnitt führen zwei Tiere einen Dialog miteinander.
  • Sie zeigen dabei, welche menschlichen Eigenschaften sie repräsentieren.
  • Die Tiere haben in der Regel gegensätzliche Eigenschaften.
    • Wobei ein Merkmal als das moralisch gute und eines als das moralisch schlechte dargestellt wird.

Durch die Gegensätze geraten die Fabeltiere in einen Konflikt, der im Dialog durch Rede und Gegenrede oder auch Handlung und Gegenhandlung ausgetragen wird. Somit liegt überwiegend eine dialektische Erzählstruktur vor. Der Konflikt steigert sich dann hin zu einer Pointe, er führt also zu einem überraschenden Höhepunkt.

Lösung

Am Ende der Fabel folgt die Lösung des Konfliktes und das Ergebnis der Handlung. Es kann sowohl passieren, dass der Konflikt sich zum Guten wendet als auch, dass er ein schlechtes Ende nimmt. In diesem Teil der Erzählung wird in der Regel auch die Moral deutlich.

Lehrsatz & Moral – Fabel Beispiele

Eine Fabel enthält manchmal auch einen Lehrsatz. Dieser gehört aber nicht zum klassischen Fabelaufbau, da die Moral in den meisten Fällen nicht explizit genannt, sondern aus dem Text heraus verstanden wird.

Gibt es aber doch einen Lehrsatz, dann bezeichnet man diesen entweder als Promythion oder als Epimythion. Ein Promythion ist eine vorangestellte Lehre, die man nur selten in Fabeln findet. Die vorangestellte Lehre wird verwendet, wenn die Moral besonders verdeutlicht werden soll.

Viel häufiger findet man den Lehrsatz am Ende der Fabel. Dabei ist die Fabel dann die Geschichte, die den Lesenden auf ein Problem hinweist. In diesem Fall bezeichnet man die Lehre als Epimythion.

Fabel – Beispiel: Äsop Fabel

Ein Beispiel für eine Fabel ist "Das Lamm und der Wolf". Die Fabel wurde von dem altgriechischen Fabeldichter Äsop ungefähr im 6. Jahrhundert vor Christus verfasst und durch den römischen Dichter Phaedrus in Versform gebracht.

Die folgenden Stichpunkte fassen die Fabel "Das Lamm und der Wolf" kurz zusammen:

  • Ein Wolf und ein Lamm trinken am Bach.
  • Der Wolf beschuldigt das Lamm, ihm das Wasser zu trüben.
  • Das Lamm verteidigt sich, weil es viel weiter flussabwärts trinke.
    • Es sagt "Viel eher könnte ich sagen, dass du mir das Wasser trübst."
  • Der Wolf beschuldigt das Lamm des Fluchens und dass es wie sein Vater sei.
    • Der Vater des Lamms habe ihm das Wasser auch getrübt.
  • Lamm verteidigt sich, dass es nicht für Taten ihres Vaters verantwortlich gemacht werden kann.
    • Als der Vater das Wasser angeblich trübte, war das Lamm noch gar nicht geboren.
  • Trotzdem wird der Wolf wütend: "Du bist es, der mir Wiesen und Äcker abgenagt und verdorben hat!"
  • Das Lamm verteidigt sich erneut, es habe schließlich noch gar keine Zähne.
  • Trotzdem greift der Wolf das Lamm an und frisst es.

Interpretation von Fabeln – Beispiele

Eine Interpretation der Fabel "Das Lamm und der Wolf" könnte so aussehen:

  • Ausgangssituation zeigt zwei Gegenspieler auf
    • Ein Wolf und ein kleines Lamm kommen zur gleichen Zeit an einen Bach und trinken.
    • Der Wolf trinkt weiter oben am Fluss, das Lamm weiter flussabwärts.
  • Konflikt:
    • Der Wolf beschuldigt das Lamm, es habe ihm Unrecht getan.
    • Das Lamm reagiert friedlich darauf und versucht, den Wolf von seiner Unschuld zu überzeugen.
    • Der Wolf aber, der bereits weiß, dass er das Lamm fressen wird, hört nicht auf das Lamm.
    • Er nutzt dessen Aussagen nur, um sich immer weiter aufzuregen.
  • Nach der Diskussion folgt der Wendepunkt und schließlich die Schlusssituation:
    • Der Wolf frisst das Lamm.
  • Eigenschaften der Tiere:
    • Lamm: schutzlos, ohne Rechte, ängstlich und schwach
    • Wolf: stark, gierig und rücksichtslos.
    • Der Wolf steht dabei stereotypisch für die Stärkeren in der Gesellschaft.
    • Das Lamm steht für die schwachen Unschuldigen.
  • Lehre I: Der Stärkere siegt.
    • Es ist egal, was das Lamm tut oder sagt.
    • Der Wolf plädiert darauf, dass das Lamm ihm Böses getan habe, obwohl er im Unrecht ist.
  • Lehre II: Die Wahrheit findet bei Boshaften kein Gehör.
    • Obwohl das Lamm die ganze Zeit über die Wahrheit sagt und auf die Anschuldigungen des Wolfes wahrheitsgemäß reagiert, ist es dem Wolf gleichgültig.
  • Lehre III: Unrecht passiert dem Schwachen.
    • Das Lamm ist dem Wolf körperlich unterlegen und hat keine Chance, sich zu behaupten.
  • Lehre IV: Trau niemals einem Mächtigen.
    • In seiner Unerfahrenheit ist das Lamm auf das Gespräch mit dem Wolf eingegangen.
    • Stattdessen hätte es weglaufen sollen, sobald es den Wolf erblickte.

Auf diese Fabel ist auch die Redewendung "Kein Wässerchen trüben können" zurückzuführen. Dies kann einerseits wortwörtlich damit erklärt werden, dass das Lamm wirklich nicht in der Lage war, das Wasser des Wolfs zu trüben, da es ja weiter flussabwärts getrunken hat. Es wurde also zu Unrecht beschuldigt und war unschuldig.

Gleichzeitig verkörpert die Redewendung auch genau die Eigenschaften des Lammes. "Kein Wässerchen trüben zu können", bedeutet auch, völlig harmlos und unschuldig zu sein. Dies ist auch die Rolle des Lammes in der Fabel.

Wie sind Fabeln entstanden?

Bereits im 3. Jahrtausend vor Christus entstanden auf der ganzen Welt Fabeln zur Unterrichtung und Erziehung, wodurch sich kein explizites Ursprungsland festlegen lässt.

Der Dichter Äsop gilt als Begründer der europäischen Fabeldichtung. Er soll um 600 v. Chr. alte Fabeln gesammelt und erzählt haben. In seinen Fabeln wurden oft zwei Tiere gegenübergestellt, die den Zweck hatten, die Kritik an der Politik und der Gesellschaft zu verschleiern. Hauptsächlich sollten Äsops Fabeln damals aber die Leser*innen unterhalten, der Anspruch zur Belehrung entstand erst später.

Äsop soll ein Dichter gewesen sein, der wahrscheinlich im 6. Jahrhundert vor Christus im antiken Griechenland lebte. Obwohl Äsop als Vater der Fabeldichtung in Europa gilt, ist gar nicht belegt, ob er wirklich existiert hat. Zu Äsops Leben gibt es kaum sichere Informationen und sein Lebenslauf besteht weniger aus historischen Fakten als aus Legenden. Es wird jedoch angenommen, dass Äsop aus Thrakien im Norden Griechenlands stammte.

Auch wenn Äsops Existenz nicht bewiesen ist, wird die poetische Fabel heute noch als äsopische Fabel bezeichnet.

In der Antike wurde die Fabel noch nicht als literarische Gattung anerkannt, sondern als rhetorisches Element verwendet. Erst durch Überlieferungen fand die Fabel auch ihren Weg in das mittelalterliche Europa.

ZeitraumFabeln
Mittelalter
  • ältester deutsche Fabeldichter: "Der Stricker"
  • Motive und Charatere von Äsops wurden beibehalten
  • Regeln der Zusammensetzung von Fabeln wandelte sich
Humanismus & Reformationszeit
  • Fabelliteratur etablierte sich als eigene Gattung
  • Fabeln wurden realitätsnaher
  • wurden genutzt, um religiöse Botschaften und Erneuerungen zu verbreiten
    • Martin Luther verwendete Fabeln, um unangenehme Wahrheiten zu verkünden
    • Ideen der Reformation wurden mit Fabeln an einfaches Volk vermittelt
Barock
  • Fabeln erfreuten sich besonders in Frankreich großer Beliebtheit.
  • kurze, witzige und leicht zu lesende Fabeln
  • Beispiel: "Der Rabe und der Fuchs" von Jean de La Fontaine
Aufklärung
  • Fabeln wurden der "schwülstigen" Barockdichtung vorgezogen
  • Einfluss hatte vor allem Antoine Houdar de La Mottes Fabelbuch "Discours nur la Fable".
  • Es wurde sich an La Fontaines lockerer und volkstauglicher Schreibweise orientiert.
ab 1740
  • stilistische Übernahme der französischen Fabeldichtung
  • Verzicht auf explizite Nennung von Lebensratschlägen
  • Versuch Lesende nur indirekt zum richtigen Urteilen zu leiten
  • oft erhebliche Abweichungen von klassischen Fabeln
    • So gab es z. B. mehr Menschenfabeln.

Gottfried Ephraim Lessing (1729-1781) gilt heute als bedeutendster Referenzautor für die Definition der Fabel.

  • Mit ihm kam die Forderung zur Rückkehr zum antiken Fabelmodell und die Verfassung in Prosa.
  • Er lehnte die Fabeln in Versformen ab.
  • Lessings Schaffen stellte auch das Ende der Blütezeit der Fabeln dar.
  • Im 19. Jahrhundert nahm die Fabeldichtung dann stark ab und richtete sich nur noch an Kinder und Jugendliche.
  • Auch wurde sie mit dem Beginn der Neuzeit nicht mehr weiterentwickelt.

Mit dem 20. und 21. Jahrhundert folgte der Versuch der Modernisierung der Fabeln, um aktuelle Konflikte zu thematisieren. Diese Fabeln nennt man auch "Protestfabeln". Andererseits kam es zum Teil zur Ironisierung der eigentlichen Fabeltradition.

Wenn Du mehr über die Textarten wie das "Märchen", die "Parabel" oder das "Gleichnis" erfahren möchtest, dann schau Dir gerne die Erklärungen auf StudySmarter an!

Fabel - Das Wichtigste

  • Fabel Definition:
    • Fabeln sind kurze Geschichten oder Erzählungen, die eine lehrende Absicht verfolgen.
    • Eine Fabel enthält immer eine Moral, die den/die Leser*in zum Nachdenken anregen soll.
    • Das Ziel der Fabel ist es, das Verhalten der Menschen zu kritisieren.
  • Merkmale einer Fabel:
    • Tiere als Hauptfiguren
    • Moral & Lehren
    • unterhaltsam, kurz, einfache Sprache
    • Fabel Zeitform: Präteritum
    • Fabel Themen: Konflikte, Eitelkeit & Neid, Freundschaft & Ehrlichkeit
  • Eigenschaften von Fabeltieren:
    • Widder in der Fabel: ängstlich, schwach, schlau
    • Kater in der Fabel: sturr, eigensinnig
    • Storch in der Fabel: hochmütig, gelehrt, bringt die Kinder
    • Wolf in der Fabel: gütig, gierig, rücksichtslos, böse
    • Fuchs in der Fabel: schlau, listig, durchtrieben
  • Fabel Aufbau:
    • Einleitung: Ausgangssituation

    • Hauptteil: Konfliktsituation

    • Schluss: Lösung

    • Vers- oder Prosaform

    • kurz, Dialogform

  • Fabel Beispiele:

    • "Das Lamm und der Wolf",

    • "Der Rabe und der Igel"

Fabel – Das Wichtigste

    • Fabeln sind kurze Geschichten oder Erzählungen, die eine lehrende Absicht verfolgen.
    • Eine Fabel wird in Versform oder Prosa geschrieben.
    • Es gibt kein konkretes Ursprungsland, in dem Fabeln entstanden.
    • Äsop, der im 6. Jh. v. Chr. gelebt haben soll, gilt als Begründer der europäischen Fabeldichtung.
    • Ihren Höhepunkt hatte die Fabel zur Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert.
    • In einer Fabel personifizieren bekannte Tiere typische Stereotype von menschlichen Verhaltens- oder Charakterzügen.
    • Fabeltiere sind eindimensionale Charaktere. Deshalb bleiben die Namen und Eigenschaften von ihnen in vielen Fabeln gleich.
    • Fabeln behandeln oft gesellschaftliche Konflikte und wollen das menschliche Verhalten kritisieren. Indem die Hauptcharaktere Tiere sind, konnten sich Autor*innen vor Verfolgungen und Strafen schützen.
    • Eine Fabel ist kurz, wird in einfacher Sprache geschrieben und ist durch die Einheit von Ort, Zeit und Handlung gekennzeichnet.
    • Der klassische Fabelaufbau folgt dem Prinzip der Dreigliederung: Zunächst wird im Erzählteil die Ausgangssituation geschildert. Danach folgt der Dialogteil, in dem ein Konflikt in Form einer Diskussion ausgetragen wird. Die Fabel endet mit der Lösung des Konfliktes.
    • Die Fabel enthält dabei eine dialektische Erzählstruktur: Tiere mit gegensätzlichen Eigenschaften treten im Dialogteil in eine Diskussion.
    • In einer Fabel gibt es immer eine Moral, die den Leser zum Nachdenken anregen soll. Sie kann am Anfang (Promythion) oder Ende (Epimythion) der Fabel als Lehrsatz formuliert werden oder sich aus dem Text ergeben, ohne explizit genannt zu werden.
    • Eine der bekanntesten Fabeln ist "Das Lamm und der Wolf" vom altgriechischen Dichter Äsop. Sie stammt aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Sie soll zeigen, dass sich immer der/die Stärkere durchsetzt und Unrecht letztlich den Schwachen widerfährt.
    • Parabeln, Märchen und Gleichnisse sind verwandte Textarten der Fabel. Der Hauptunterschied zur Fabel ist, dass nur bei einer Fabel Tiere die Protagonist*innen sind.

Nachweise

  1. Dithmar, Reinhard (1988). Die Fabel. Geschichte, Struktur, Didaktik. Schöningh Verlag, Paderborn.
  2. Jacobs, Joseph (1894). The Fables of Aesop. Dover Publications, Mineola.
  3. Phaedrus. Der Wolf und das Lamm. In: Käthe Recheis, Janusz Grabianski (1965). Das große Fabelbuch. Verlag Carl Ueberreuter, Wien/Heidelberg.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Fabel

In Fabeln gibt es verschiedene Moral-Formen. Eine Moral kann sich beziehen auf: 

  • Ungerechtigkeit
  • Eitelkeit 
  • Neid

Eine Moral einer Fabel ist z. B. "Der Klügere gibt nach."

Fabeltiere haben verschiedene menschliche Eigenschaften, wie schlau, hinterhältig, fleißig, ängstlich oder rücksichtslos.

Die Moral von "Der Rabe und der Fuchs" ist wörtlich "Möchtet ihr euch nie etwas anders als Gift erloben, verdammte Schmeichler!". Die Moral von "Der Rabe und der Fuchs" besagt, dass Menschen aufrichtig sein sollen, statt sich durch Schmeicheleien ihre Erfolge zu erschleichen.

Eine Lehre in der Fabel ist eine allgemeine Moral oder eine praktische Lebensweiheit.

Eine Fabel ist so aufgebaut: Ausgangssituation, Konfliktsituation, Lösung. 

Fabeln werden in der Regel in der Zeitform Vergangenheit geschrieben

Fabeln werden erzählt, um moralische Lektionen auf unterhaltsame Weise zu vermitteln – ohne, dass konkrete Personen genannt werden.

Das Ziel einer Fabel ist, moralische Lektionen auf unterhaltsame Weise zu vermitteln – ohne, dass konkrete Personen genannt werden. 

Die Fabel ist eine kurze Geschichte oder Erzählung, die eine lehrende Absicht verfolgtt. 

In der Ausgangssituation einer Fabel werden die Lesenden in die Handlung eingeführt. Alle wichtigen Informationen zum Verständnis der Fabel und die Umstände des Konfliktes werden geschildert. Zudem wird beschrieben, welche handelnden Personen, beziehungsweise Tiere vorkommen. 

Ein Beispiel für eine Fabel ist "Der Rabe und der Fuchs" .

Fabeln behandeln zum Beispiel diese Themen:

  • Konflikte in der Gesellschaft
  • Neid und Eitelkeit
  • Freundschaft und Ehrlichkeit

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