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Tagebucheintrag

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Tagebucheintrag

"Liebes Tagebuch, heute war ein toller Tag. Gemeinsam mit Anna und Tobias habe ich nach der Schule noch ein Eis gegessen. Es schmeckte himmlisch gut!"

Du hast bestimmt schon mal Deine eigenen Gedanken und Gefühle zu einem Erlebnis niedergeschrieben, dass Dich sehr bewegt hat. Auch im Deutschunterricht kann Dir die Aufgabe begegnen, dass Du als Übung oder als Hausaufgabe einen Tagebucheintrag anfertigen sollst. Dies ist nicht immer einfach, weil es eben eine sehr persönliche Textart ist und Du oft aus der Perspektive einer Figur aus einer Erzählung schreiben sollst.

Merkmale und Definition eines Tagebucheintrages

In einem Tagebucheintrag erzählt man von selbst erlebten positiven und negativen Ereignissen. Hierbei schildert man seine eigenen Gedanken und Gefühle.

Ein Tagebucheintrag ist somit vornehmlich eine persönliche autobiografische Textform, da die eigenen Gefühle, Gedanken und Erlebnisse ganz ausführlich dargestellt werden. Das Tagebuch kann als eine Art Freund funktionieren, also als ein/e indirekte/r Zuhörer*in. Es dient zudem als Erinnerungsstütze und kann auch bei der Verarbeitung unschöner Erlebnisse helfen.

Im Deutschunterricht kann es allerdings auch vorkommen, dass der Tagebucheintrag aus der Perspektive einer bestimmten Figur einer Erzählung geschrieben werden soll, um so diese Geschichte zu interpretieren. Dabei wird der Tagebucheintrag immer in der Ich-Perspektive geschrieben.

Ein Tagebucheintrag wird entweder im Präteritum (wenn Sachverhalte, Gefühle oder Gedanken erläutert werden, die in der Vergangenheit geschehen sind) oder im Präsens (wenn beschrieben wird, welche Gefühle jetzt gerade im Moment auftreten) verfasst.

Innerer Monolog

Ein Tagebucheintrag folgt denselben Merkmalen wie ein innerer Monolog. Die eigenen Gedanken oder die einer Figur, aus einer Erzählung werden dabei erläutert und aufbereitet. Bei einem Tagebucheintrag kann die Figur in die Vergangenheit sehen oder in die Zukunft blicken. Bei einem inneren Monolog ist dies jedoch nicht möglich, da ein bestimmter Moment im Vordergrund steht. Die Figur befindet sich also in einer bestimmten Situation, in der ihre Gedanken wiedergegeben werden.

Im Folgenden siehst Du ein Beispiel für einen inneren Monolog zur besseren Veranschaulichung:

Der Unterricht ist mal wieder dröge und fade. Warum ist Herr Deppert einfach nicht dazu in der Lage, Mathematik verständlich zu erklären? Immer das Gleiche...

Einen Tagebucheintrag schreiben

In einem persönlichen Tagebucheintrag kannst Du selbst erlebte Geschehnisse aufschreiben und Deine persönlichen Gedanken und Gefühle schildern. Dies hilft Dir auch dabei, Deine eigenen Verhaltensweisen zu reflektieren. Auch in der Schule kann es vorkommen, dass Du einen persönlichen Tagebucheintrag schreiben sollst (zum Beispiel über Eure Klassenfahrt).

Wenn Du möchtest, kannst Du zunächst einen Schreibplan erstellen, um Deine Gedanken zu strukturieren. Der Aufbau eines persönlichen Tagebucheintrages gliedert sich, genauso wie der Eintrag aus der Sicht einer Figur, in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Die Inhalte sind jeweils identisch, allerdings beschreibst Du alles aus Deiner Sicht und nicht aus der einer Figur einer Erzählung. Du kannst Dich also an den folgenden Schilderungen orientieren.

Wenn Du einen Tagebucheintrag als Interpretation einer Erzählung aus der Sicht einer Figur schreiben möchtest, solltest Du die folgenden sechs Arbeitsschritte beachten:

Vorarbeit:

  1. Lies die Erzählung mehrmals gründlich durch.

  2. Schreib Dir auf, was die Figur in der besonderen Situation erlebt und fühlt (hierbei können Dir ein Brainstorming oder eine Mindmap helfen).

  3. Analysiere Deine Notizen und bring sie in eine Struktur.

  4. Erstelle einen Schreibplan.

Schreiben:

5. Schreibe Deinen Tagebucheintrag.

6. Kontrolliere Deinen Tagebucheintrag.

Die Schritte 1. bis 4. gehören zu der Vorarbeit, die Du leistest, bevor Du damit anfangen kannst, den Tagebucheintrag zu verfassen. Hast Du den Tagebucheintrag schließlich fertig geschrieben (Schritt 5.), so solltest Du ihn im Anschluss noch einmal kontrollieren (Schritt 6.). Die Kontrolle erfolgt hierbei sowohl nach formalen (Rechtschreibfehler etc.), als auch nach inhaltlichen Gesichtspunkten (Wurde der Tagebucheintrag ansprechend geschrieben? Wurden alle Gefühle und Gedanken der Figur anschaulich dargestellt? etc.). An welchen Fragen Du Dich bei der Kontrolle orientieren kannst, erfährst Du weiter unten in der Erklärung.

In einer Mindmap werden wichtige Inhalte und Informationen zu einem Thema systematisiert dargestellt. Bei einem Brainstorming werden hingegen eine Zeit lang ungefiltert alle Ideen aufgeschrieben, die zur Lösung des Problems beitragen könnten. Du schreibst also alles auf, was Dir zu Deinem Thema einfällt, um es danach zu strukturieren und zu ordnen.

Eine Interpretation dient dazu, einen Text zu deuten und zu analysieren. Weitere Informationen zur Interpretation findest Du in der Erklärung "Interpretation".

Vorarbeit

Ein Tagebucheintrag schreibst Du ähnlich wie einen Brief. Er dient als eine Art Freund, an den Du Dich wenden kannst. In die rechten Ecke schreibst Du das Datum, dann verfasst Du eine Anrede (beispielsweise: "Liebes Tagebuch!") und beginnst damit alles aufzuschreiben, was Du gerne erzählen möchtest.

Etwas anders verhält es sich allerdings, wenn Du einen Eintrag aus der Sicht einer Figur aus einer Erzählung schreiben sollst. Hier benötigst Du nämlich eine gewisse Vorarbeit. Zunächst solltest Du den Ausgangstext, also die Erzählung, mehrfach gründlich lesen. Markiere Stellen, die Dir wichtig erscheinen und mache Dir Notizen. Schwierige Wörter schlägst Du im Wörterbuch oder auch im Internet nach.

Anschließend erstellst Du einen Schreibplan.

Ein Schreibplan ist ein Grundgerüst, das Dir dabei hilft, alle Informationen und Aussagen für Deinen Text zu sammeln und zu sortieren. Die eigene Meinung wird hier also gegliedert und analysiert.

Weitere Informationen zum Schreibplan findest Du in der entsprechenden Erklärung "Schreibplan".

Beispiel für einen Schreibplan

Hier findest Du ein Beispiel für einen Schreibplan. Der Tagebucheintrag bezieht sich auf die Kurzgeschichte "Spaghetti für Zwei" von Frederica de Cesco und ist aus der Sicht der Figur Marcel geschrieben.

Inhaltsangabe von "Spaghetti für Zwei"

In der Kurzgeschichte "Spaghetti für Zwei" wird beschrieben, wie Marcel in einem Restaurant eine Gemüsesuppe essen möchte. Heinz möchte dies ebenfalls tun, er stellt hierzu seinen Teller Suppe auf einen Tisch, läuft dann aber noch einmal zur Theke, um sich einen Löffel zu holen. Auf dem Rückweg gerät er allerdings an den Tisch von Marcel. Aufgrund seiner rassistischen Vorurteile denkt Heinz nun, dass Marcel (ein People of Color) ihm seine Gemüsesuppe geklaut hätte. Deshalb setzt er sich ebenfalls an den Tisch und isst einfach von Marcels Suppe. Marcel wiederum wundert sich über dieses Verhalten, lässt es aber geschehen. Später, nachdem er Heinz auch noch auf einen Teller Spaghetti eingeladen hatte, fällt diesem beschämt auf, dass er sich an den falschen Tisch gesetzt hat. Er entschuldigt sich zögernd und zaghaft. Marcel lädt ihn daraufhin für den nächsten Tag erneut zum Essen ein.

Eine Aufgabenstellung im Deutschunterricht könnte so lauten: Verfasse einen Tagebucheintrag aus der Sicht der Figur Marcel. Erstelle hierzu zunächst einen Schreibplan.

Ein Schreibplan für einen Tagebucheintrag aus der Sicht der Figur Marcel kann folgendermaßen aufgebaut sein:

Gesichtspunkte bzw. KriterienStichpunkte bzw. Erläuterungen
Interpretationshypothese zum Textauszug (formuliert in einem Satz die Hauptaussage des Textes)Es wird beschrieben, wie schnell Vorurteile zu Missverständnissen führen können.
Perspektive der gewählten FigurIch-Perspektive aus der Sicht von Marcel
Zeitform des Tagebucheintrags (Präteritum und Präsens)Beim Beschreiben des Geschehnisses wird zwischen Präteritum und Präsens gewechselt.Beispiel: Ich, der Friedensmissionar schlechthin, denke mir: "Na gut, dann essen wir die Suppe halt zu zweit, so gibt es zumindest keinen Ärger." So kam es dann auch.
Inhaltliche GesichtspunkteAufgrund eines Missverständnisses ist es zu einem rassistischen Vorfall in einem Restaurant gekommen. Ein fremder Mann hat einfach angefangen, Marcels' Suppe zu essen. Als der Mann bemerkt, dass er im Unrecht ist, entschuldigt er sich. Heinz lädt ihn daraufhin zu einem weiteren Essen ein, um ihn besser kennenzulernen.
Momentanes GefühlMarcel ist zunächst verwundert und erschrocken, zuletzt aber glücklich und erleichtert, als sich die Situation aufgeklärt hat.
Schluss / AusblickEs kommt zu einem weiteren gemeinsamen Essen, bei dem sich die Figuren (Marcel und der Mann) besser kennenlernen.
Schreibstil des TagebucheintragesDer Schreibstil ist teilweise emotional und manchmal umgangssprachlich, also einem Jugendlichen angepasst.
Begründung und ReflexionDer rassistische Vorfall ist, aufgrund eines Missverständnisses entstanden und konnte aufgeklärt werden. Der Mann hat sich anschließend bei Marcel entschuldigt.

Aufbau eines Tagebucheintrages

Ein Tagebucheintrag gliedert sich, so wie viele Textarten, in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Im Folgenden wird Dir erklärt, wie ein Tagebucheintrag zur Interpretation einer Erzählung oder Geschichte geschrieben wird. Hierzu versetzt Du Dich in die jeweilige Figur und beschreibst ihre persönlichen Erfahrungen, Gefühle und Gedanken.

Einleitung

Bevor Du nun anfängst, den Eintrag zu verfassen, schreibst Du oben rechts das Datum des Ereignisses, über das Du berichten möchtest. Beachte, dass Du den Eintrag aus der Sicht der Figur der Dir vorliegenden Erzählung schreibst. Im Ausgangstext wird beschrieben, wann die geschilderten Ereignisse stattfinden bzw. stattgefunden haben. Anschließend formulierst Du die Anrede (Beispielsweise: "Liebes Tagebuch"). Jetzt erklärst Du, die bedeutende Situation und deutest an, wie sich die Figur dabei gefühlt hat. Du solltest die geschilderten Begebenheiten allerdings zunächst nur andeuten. Im Hauptteil erläuterst Du sie dann näher.

Hier findest Du ein Beispiel für die Einleitung. Der Tagebucheintrag bezieht sich auf die Kurzgeschichte "Spaghetti für Zwei" und ist aus der Sicht der Figur Marcel geschrieben:

München, 20.05.2022

Hey Tagebuch,

ich habe heute wieder viel an Opa gedacht. Er berichtet nämlich regelmäßig von den Zeiten als Leute, wie wir aufgrund ihrer Hautfarbe gemieden wurden. Glücklicherweise habe ich so etwas bisher noch nicht erleben müssen. Heute sollte sich das allerdings ändern.

Hauptteil

Im Hauptteil werden die Gedanken und Gefühle der Figur, aus dessen Sicht geschrieben wird, ausführlich erläutert. Hierbei können die folgenden W-Fragen hilfreich sein: Was ist geschehen? Wo war die Figur? Wer war ebenfalls dort? Welche anderen Personen haben sich gemeinsam mit der Figur dort aufgehalten? Wie fühlt sich die Figur jetzt? Was denkt die Figur darüber? Welche Auswirkungen könnte das Ereignis auf die Figur haben? Wurden Hoffnungen, Ängste oder Wünsche durch das Ereignis bei der Figur hervorgerufen?

Die Gefühle und Gedanken der Figur werden zudem analysiert. Es wird also beschrieben, was die Figur in bestimmten Situationen empfindet und warum sie so empfunden hat.

Hier findest Du ein Beispiel für den Einstieg in einen Hauptteil. Das komplette Beispiel befindet sich am Schluss dieser Erklärung. Der Tagebucheintrag bezieht sich auf die Kurzgeschichte "Spaghetti für Zwei" und ist aus der Sicht der Figur Marcel geschrieben.

Aber von vorne. Ich bin also, so wie ich das immer mache, mittags ins Restaurant gegangen. Ich hatte Hunger und die Gemüsesuppe sah wirklich lecker aus. Plötzlich kommt so ein seltsamer Mann auf mich zu. "Das wird Stress geben!" dachte ich direkt. Aber weit gefehlt, er ging einfach an mir vorbei.

Arrogant stellt er die Suppe ab - so ein Angeber - dann denkt er kurz über irgendetwas nach, dreht schließlich um und geht zurück zur Theke. Als ich auf die Suppe blicke, fällt mir auf, dass kein Besteck vorhanden ist. "Er wird sich also bestimmt einen Löffel holen." dachte ich ganz erleichtert. Doch dann setzt er sich einfach zu mir an den Tisch und tunkt seinen Löffel in meine Suppe. Ich, der Friedensmissionar schlechthin, bleibe ruhig und denke nur: "Na gut, dann essen wir die Suppe halt zu zweit, so gibt es zumindest keinen Ärger."

So kam es dann auch.

Also, wir haben die Suppe tatsächlich gemeinsam leer gelöffelt. Ich war danach zwar pappsatt, überlegte mir aber: Dem werde ich jetzt zeigen, was Benehmen und Anstand ist." So machte ich mich also auf den Weg zur Theke, um einen zweiten Teller Suppe zu holen. Dort angekommen bemerkte ich jedoch, dass der Spaghetti-Topf wieder voll war. Es roch so himmlisch gut und so entschied ich mich, anstatt eines zweiten Tellers Suppe, lieber für einen Teller Spaghetti.

Der seltsame Mann hockte immer noch an meinem Tisch und starrte mich nur an. Ich hielt ihm wortlos eine zweite Gabel hin. Wieder aßen wir gemeinsam. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie lecker das war! Schließlich habe ich mich dann zurückgelehnt und abgewartet, denn irgendwann musste der Mann ja mal was sagen. Das tat er dann auch. Plötzlich erblickte er nämlich einen Teller Suppe an einem anderen Tisch. Er war also der Meinung gewesen, dass ich seinen Teller Suppe essen würde und hatte deshalb so reagiert. Tja, dumm gelaufen! Die ganze Sache war ihm sichtlich peinlich.

Er entschuldigte sich und sah mich dabei so seltsam an, dass ich ganz laut lachen musste. Schließlich lachte er auch, wenn auch eher zurückhaltend. Danach stellte ich mich ihm vor (ich sagte ihm also, wie ich heiße). Da ich meinen Bus nicht verpassen wollte und ich gerne mehr über ihn erfahren wollte, lud ich ihn ein, morgen erneut mit mir gemeinsam, hier im Restaurant zu essen. Du wirst es nicht glauben, aber er nahm meine Einladung tatsächlich an.

Schlussteil

Im Schlussteil beschreibst Du nun, welche Auswirkungen das Geschehene auf die Figur hatte. Beschreibe auch, welche Gefühle im Anschluss an die Situation bei der Figur aufgetreten sind. Des Weiteren kannst Du zum Beispiel auch erläutern, wie sie in Zukunft mit solchen Begebenheiten umgehen könnte.

Der Eintrag schließt mit einer Grußformel ab, wie: "Dein/e" oder "Alles Liebe". Die Anrede und Grußformel passt Du dem Stil bzw. der Perspektive Deiner Figur an. Wenn Du beispielsweise aus der Sicht einer sehr höflichen Dame geschrieben hast, so sollte die Grußformel förmlicher ausfallen. Ist die Figur der Ausgangs-Erzählung ein Kind, so darf sie ruhig auch etwas verspielter sein. Eine verspielte Grußformel kann sich reimen, sie kann witzig oder auch in Umgangssprache formuliert werden (beispielsweise: "Alles gut - Morgen habe ich wieder Mut, Deine Lina").

Da ein Tagebuch auch als eine Art Freund gedeutet werden kann, ist es durchaus üblich, es auch direkt anzusprechen, wie es bei einem Brief an Freund*innen auch oft getan wird.

Zur besseren Veranschaulichung folgt hier ein Beispiel für den Schlussteil. Der Tagebucheintrag bezieht sich auf die Kurzgeschichte "Spaghetti für Zwei" und ist aus der Sicht der Figur Marcel geschrieben:

Morgen werde ich ihn dann fragen, was er zu diesem Vorfall wohl in sein Tagebuch geschrieben hat. Aber vielleicht schreibt er ja auch keins? Dann frage ich ihn einfach, was er im Nachhinein über den Vorfall denkt. Ich muss schließlich auf alle Fragen gefasst sein, wenn ich Opa von der Geschichte erzähle. Ist es nicht super, wenn Menschen sich von ganz alleine von ihren rassistischen Gedanken befreien und man gar nicht dabei helfen muss?

Ich bin schon ganz gespannt, wie unser gemeinsames Essen morgen wird.

Bis denne,

Dein Marcel

Abschließende Kontrolle des Tagebucheintrages

Nachdem der Tagebucheintrag nun fertig geschrieben ist, solltest Du den Text noch einmal kontrollieren. Beachte hierbei die folgenden Fragen:

  • Ist es Dir gelungen, die zentrale Hauptaussage der Erzählung bzw. Geschichte in Deinem Tagebucheintrag darzustellen?

  • Wurde Dein Tagebucheintrag gegliedert und strukturiert?

  • Hast Du die Gefühle und Gedanken der Figur ausführlich beschrieben? Hierbei sind Adjektive besonders hilfreich.

  • Kommt es durch Deinen Tagebucheintrag zu einem besseren Verständnis des Ausgangstextes?

  • Hast Du Deinen Text nachvollziehbar aufgebaut?

  • Hast Du die Deutung Deiner Figur und der jeweiligen Begebenheiten nachvollziehbar erläutert?

  • Hast Du im Schlussteil einen Ausblick formuliert?

  • Hast Du die Argumente, Gegenargumente und die entsprechenden Beispiele anhand von passenden Verknüpfungswörtern und Überleitungen zusammengefügt?

  • Sind Deine Rechtschreibung und Kommasetzung richtig?

  • Hast Du Deinen Text in der passenden Zeitform geschrieben (Gegenwärtiges im Präsens und Vergangenes im Präteritum)?

  • Hast Du die Ich-Perspektive eingehalten?

Geschichtlicher Hintergrund des Tagebucheintrages

Vorreiter des Tagebuches im heutigen Sinne gab es bereits in der Antike. Ein Beispiel sind die assyrischen Tontafelkalender aus dem sechsten Jahrhundert. In diesen Kalendern wurden Notizen über Marktpreise, Wetterverhältnisse, Wasserstände und andere Sachen festgehalten. Des Weiteren können auch die Tatenberichte babylonischer Herrscher und die Aufzeichnung von Träumen und ihre jeweilige Deutung als einen ersten Versuch eines Tagesbucheintrages verstanden werden. Im Mittelalter gab es ebenfalls Vorreiter des Tagebuches. Hierzu gehören Logbücher, Chroniken und Aufzeichnungen von Mystikerinnen.

Das assyrische Reich war ein Staat im alten Orient, der ca. 1200 Jahre existierte, und zwar vom 18. Jahrhundert vor Christus bis zum Jahr 609 vor Christus.

Die Tatenberichte babylonischer Herrscher, also der Könige, wurden angefertigt, damit die Nachwelt von den Ruhmestaten und Geschehnissen erfährt.

Babylonien ist eine Landschaft, die zwischen der irakischen Stadt Bagdad und dem Persischen Golf liegt.

Das Tagebuchschreiben, so wie es heute üblich ist, entstand in Europa mit der Kulturepoche der Renaissance. Die Bedeutung bezüglich der Aufbereitung der eigenen Meinung wurde mit dem Wachsen des Ich-Bewusstseins des Menschen und dem damit einhergehenden selbstbewussten Heraustreten aus der Anonymität immer wichtiger. Ein Beispiel hierfür ist das "Journal d'un bourgeois de Paris" (übersetzt: Tagebuch eines Bürgers von Paris), dessen Autor nicht bekannt ist.

Die Kulturepoche der Renaissance (französisch für "Wiedergeburt") erstreckt sich zwischen 1400 und 1620. Ein zentrales Merkmal dieser kunst- und geistesgeschichtlichen Epoche ist die Wiederbelebung antiker Kunst und Gedanken. Des Weiteren kam es zu einer Überwindung des Mittelalters und zu einem Umbruch in die Neuzeit.

Im "Journal d'un bourgeois de Paris" wurden wichtige Beobachtungen über das Zeitgeschehen vom Jahr 1405 bis zum Jahr 1449 aufbereitet und durch Kommentare verdeutlicht.

Im Laufe der Zeit hat sich das Tagebuch immer weiterentwickelt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt es erneut zu einer Änderung. Die Tagebucheinträge werden wieder objektiver verfasst, um sie als Erinnerungshilfe oder auch als literarische Werkstatt benutzen zu können.

Im 20. Jahrhundert wird das Tagebuchschreiben sehr beliebt. Es dient dazu, persönliche Erlebnisse und Empfindungen aufzuschreiben. Das wohl bekannteste Tagebuch des 20. Jahrhunderts ist das Tagebuch der Anne Frank.

Im 21. Jahrhundert haben sich die Formen des Tagebuches schließlich gewandelt. So werden Tagebucheinträge auch öffentlich im Internet in Blogs verfasst. Ein Blog ist eine Art Online-Tagebuch, in dem persönliche Erlebnisse geschildert werden. Dies geschieht sowohl schriftlich als auch mit der Hilfe von Videos oder Audioaufnahmen.

Anne Frank war ein jüdisches Mädchen. Sie lebte von 1929 bis zum Jahr 1945, wo sie im Konzentrationslager Bergen-Belsen starb. In ihrem Tagebuch beschrieb sie ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie führte das Buch vom 12.06.1942 bis zum 01.08.1944.

Tagebucheintrag - Das Wichtigste

  • Ein Tagebucheintrag ist eine persönliche Textform, die in der Ich-Perspektive geschrieben wird. Er wird entweder aus der eigenen Sicht oder als Variante zur Interpretation literarischer Texte aus der Perspektive einer Figur aus einer Erzählung geschrieben.
  • Ein Tagebucheintrag gliedert sich in Einleitung, Hauptteil und Schluss. In der Einleitung folgt eine kurze Einführung in das Geschehene. Im Hauptteil wird das Geschehene ausführlich beschrieben und auch Gedanken und Gefühle hierzu werden angeführt. Im Schlussteil wird nun alles reflektiert.
  • Bei einem Tagebucheintrag aus Figurensicht sollte der Ausgangstext zuerst gründlich gelesen und wichtige Dinge markiert und notiert werden. Anschließend kannst Du mithilfe eines Schreibplans Deinen Text strukturieren und schreiben. Danach sollte er noch einmal Kontrolle gelesen werden.
  • Ein Tagebucheintrag wird entweder im Präteritum (wenn Sachverhalte, Gefühle oder Gedanken erläutert werden, die in der Vergangenheit geschehen sind) oder im Präsens (wenn beschrieben wird, welche Gefühle jetzt im Moment auftreten) geschrieben.
  • Bei einem Tagebucheintrag werden Gedanken und Gefühle ausführlich beschrieben. Hierbei sind Adjektive sehr hilfreich.

Nachweise

  1. Tilmann, Siebert (2001). Anne Frank: Tagebuch. Oldenbourg
  2. Deutschbuch Orientierungswissen (2021). Cornelsen
  3. Duden (2020), 28. Edition. Duden
  4. De Cesco, Frederica (1986). Spaghetti für zwei. In: Freundschaft hat viele Gesichter. Rex Luzern
  5. Deutschbuch für die Oberstufe (2016), Literatur und Film: Analyse, Interpretation und Erörterung. Cornelsen

Häufig gestellte Fragen zum Thema Tagebucheintrag

Ein Tagebucheintrag ist eine subjektive Textsorte, bei der eigene Gefühle und Gedanken geschildert werden. Es handelt sich um eine autobiografische Aufzeichnung.

Wird der Eintrag jedoch als Interpretationsmethode aus der Sicht einer literarischen Figur verfasst, so handelt sich um eine fiktionale Textform.

In einem Tagebucheintrag beschreibst Du Deine eigenen Erlebnisse, Gefühle und Gedanken. Wenn Du jedoch einen Eintrag aus der Sicht einer Figur aus einer Erzählung schreiben sollst, benötigst Du eine gewisse Vorarbeit. Zunächst solltest Du den Ausgangstext gründlich lesen, wichtige Stellen markieren und Notizen machen.

Anschließend erstellst Du einen Schreibplan als Grundgerüst, um alle Informationen und Aussagen für Deinen Text zu sammeln und zu sortieren. Dann schreibst Du den Eintrag unter Berücksichtigung des Aufbaus: Einleitung (mit Ort, Datum, Anrede und Thema), Hauptteil und Schluss (Auswirkungen oder Ausblick, Verabschiedung).

Ein Tagebucheintrag ist eine persönliche Textform, in der offen und ehrlich von den Gefühlen, Gedanken, Erlebnissen berichtet wird. Im Deutschunterricht hingegen dient ein Tagebucheintrag auch als Interpretationsmethode, wenn er aus der Sicht einer literarischen Figur geschrieben wird.

Ein persönlicher Tagebucheintrag wird in der Ich-Perspektive beschrieben.

Ein Tagebucheintrag als Interpretationsmethode hingegen wird aus der Ich-Perspektive einer Figur aus einer Erzählung oder Geschichte geschrieben. Als Zeitform werden Präsens und Präteritum verwendet.

Finales Tagebucheintrag Quiz

Frage

Ein Tagebucheintrag gliedert sich in ______ , _______ und _______ .

Antwort anzeigen

Antwort

Ein Tagebucheintrag gliedert sich in Einleitung, Hauptteil und Schluss.

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Frage

Was ist ein Tagebucheintrag?

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Antwort

Ein Tagebucheintrag ist eine persönliche Textform, in der offen und ehrlich von den Gefühlen, Gedanken, Erlebnissen berichtet wird. 

Im Deutschunterricht hingegen dient ein Tagebucheintrag auch als Interpretationsmethode, wenn er aus der Sicht einer Figur aus einer Erzählung oder Geschichte geschrieben wird.

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Frage

In welcher Zeitform wird ein Tagebucheintrag geschrieben?

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Antwort

Präteritum

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Frage

Was ist ein innerer Monolog?

Antwort anzeigen

Antwort

Bei einem inneren Monolog werden die eigenen Gedanken oder die einer Figur aus einer Erzählung in einem bestimmten Moment erläutert und aufbereitet.

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Frage

Bei einem inneren ______ steht nur der momentane ______ im Vordergrund.

Antwort anzeigen

Antwort

Bei einem inneren Monolog steht nur der momentane Augenblick im Vordergrund.

Frage anzeigen

Frage

Bei einem ________ kann die Figur auch in die  ______ sehen oder in die ______ blicken.

Antwort anzeigen

Antwort

Bei einem Tagebucheintrag kann die Figur auch in die Vergangenheit sehen oder in die Zukunft blicken.

Frage anzeigen

Frage

Wie ist das Tagebuch entstanden?

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Antwort

Vorreiter des Tagebuches im heutigen Sinne gab es bereits in der Antike. Ein Beispiel sind die assyrischen Tontafelkalender aus dem sechsten Jahrhundert

Frage anzeigen

Frage

Welches ist das wohl bekannteste Tagebuch des 20. Jahrhunderts?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Tagebuch der Anne Frank

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein Schreibplan?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein Schreibplan ist ein Grundgerüst, das Dir dabei hilft, alle Informationen und Aussagen für Deinen Text zu sammeln und zu sortieren. 

Frage anzeigen

Frage

Im Hauptteil werden die ________ und _______ der Figur, aus dessen _______ geschrieben wird, ausführlich erläutert.


Antwort anzeigen

Antwort

Im Hauptteil werden die Gedanken und Gefühle der Figur, aus dessen Sicht geschrieben wird, ausführlich erläutert.

Frage anzeigen

Frage

In der _______ wird beschrieben, wann das in der _________ geschilderte _________ stattgefunden hat. 

Antwort anzeigen

Antwort

In der Einleitung wird beschrieben, wann das in der Erzählung geschilderte Ereignis stattgefunden hat. 

Frage anzeigen

Frage

Was wird im Schlussteil beschrieben?

Antwort anzeigen

Antwort

Im Schlussteil beschreibst Du, welche Auswirkungen das Geschehene auf die Figur hat. 

Frage anzeigen

Frage

Welche Wortart ist bei der Beschreibung von Gefühlen oder Gedanken hilfreich?

Antwort anzeigen

Antwort

Adjektive

Frage anzeigen

Frage

Wobei ist ein Tagebucheintrag als Interpretationsmethode hilfreich?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein Tagebucheintrag soll als Interpretationsmethode dabei helfen, den Ausgangstext (die Erzählung oder die Geschichte) besser zu verstehen.

Frage anzeigen

Frage

Wozu dient ein persönlicher Tagebucheintrag?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein persönlicher Tagebucheintrag kann als Erinnerungsstütze dienen und dabei helfen, unschöne Erlebnisse zu verarbeiten.

Frage anzeigen

Frage

Im ______ dient ein Tagebucheintrag als ______ der literarischen Interpretation eines _________.


Antwort anzeigen

Antwort

Im Deutschunterricht dient ein Tagebucheintrag als Produkt der literarischen Interpretation eines Ausgangstextes. 

Frage anzeigen
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