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Tagebucheintrag

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Deutsch

"Liebes Tagebuch, heute war ein toller Tag. Gemeinsam mit Anna und Tobias habe ich nach der Schule noch ein Eis gegessen. Es schmeckte so himmlisch gut!"

Du hast bestimmt schon mal Deine eigenen Gedanken und Gefühle zu einem Erlebnis niedergeschrieben, dass Dich sehr bewegt hat. Auch im Deutschunterricht kann es vorkommen, dass du als Übung oder auch als Hausaufgabe einen Tagebucheintrag schreiben sollst. Dies ist nicht immer ganz einfach, weil es eine sehr persönliche Textart ist oder es vorkommen kann, dass du sogar aus der Perspektive einer Figur aus einer Erzählung schreiben sollst.

Merkmale und Definition eines Tagebucheintrages

In einem Tagebucheintrag erzählt man von selbsterlebten positiven und negativen Ereignissen. Hierbei schildert man seine eigenen Gedanken und Gefühle.

Ein Tagebucheintrag kann somit als eine sehr persönliche autobiographische Textform beschrieben werden. Hierbei werden die eigenen Gefühle, Gedanken und Erlebnisse ganz ausführlich dargestellt. Das Tagebuch fungiert hier als eine Art Freund, also als ein indirekter Zuhörer. Es dient zudem als Erinnerungsstütze und hilft bei der Verarbeitung unschöner Erlebnisse.

Im Deutschunterricht kann es allerdings durchaus auch vorkommen, dass der Tagebucheintrag aus der Perspektive einer Figur aus einer Erzählung (in einem Buch oder einem Zeitungsartikel) geschrieben werden soll, um so eine Erzählung oder Geschichte zu interpretieren. In beiden Fällen wird der Tagebucheintrag somit in der Ich-Perspektive geschrieben.

Ein Tagebucheintrag wird entweder im Präteritum (wenn Sachverhalte, Gefühle oder Gedanken erläutert werden, die in der Vergangenheit geschehen sind) oder im Präsens (wenn beschrieben wird, welche Gefühle jetzt im gerade vorherrschenden Moment auftreten) verfasst.

Innerer Monolog

Ein Tagebucheintrag folgt denselben Merkmalen, wie ein innerer Monolog. Die eigenen Gedanken oder die einer Figur, aus einer Erzählung, werden erläutert und aufbereitet. Bei einem Tagebucheintrag kann die Figur in die Vergangenheit sehen oder in die Zukunft blicken. Bei einem inneren Monolog ist dies jedoch nicht möglich, da hier nur ein bestimmter Moment im Vordergrund steht.

Beispiel innerer Monolog:

Der Unterricht ist mal wieder echt dröge und fade. Warum ist Herr Deppert einfach nicht dazu in der Lage Mathe verständlich zu erklären? Immer das Gleiche...

Geschichtlicher Hintergrund des Tagebucheintrages

Vorreiter des Tagebuches, im heutigen Sinne, gab es bereits in der Antike. Ein gutes Beispiel sind die assyrischen Tontafelkalender aus dem sechsten Jahrhundert. In diesen Kalendern wurden Notizen über Marktpreise, Wetterverhältnisse, Wasserstände und andere Sachen festgehalten. Des weiteren können auch die Tatenberichte babylonischer Herrscher oder Kaiser und zudem die Aufzeichnung von Träumen und ihre jeweilige Deutung als einen ersten Versuch eines Tagesbucheintrages verstanden werden. Im Mittelalter gab es ebenfalls Vorreiter des Tagebuches. Hierzu gehören Logbücher, Chroniken und Aufzeichnungen von Mystikerinnen.

Das Tagebuchschreiben, so wie wir es heute können, entstand in Europa mit der Kulturepoche der Renaissance. Die Bedeutung bezüglich der Aufbereitung der eigenen Meinung wurde, mit dem Wachsen des Ich-Bewusstseins des Menschen und des hiermit einhergehenden selbstbewussten Heraustretens aus der Anonymität, immer wichtiger. Ein gutes Beispiel hierfür ist das "Journal d'un bourgeois de Paris", dessen Autor nicht bekannt ist.

Die Kulturepoche der Renaissance (französisch für "Wiedergeburt") erstreckt sich zwischen 1400 und 1620. Ein Zentrales Merkmal dieser Kunst- und geistesgeschichtlichen Epoche ist die Überwindung des Mittelalters. Des Weiteren kam es zu einer Wiederbelebung antiker Kunst und Gedanken.

Im "Journal d'un bourgeois de Paris" wurden wichtige Beobachtungen über das Zeitgeschehen vom Jahr 1405 bis zum Jahr 1449 aufbereitet und durch Kommentare verdeutlicht.

Im Laufe der Zeit hat sich das Tagebuch immer weiterentwickelt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt es erneut zu einer Änderung. Die Tagebucheinträge werden wieder objektiver verfasst, um sie als Erinnerungshilfe oder auch als literarische Werkstatt benutzen zu können.

Im 20. Jahrhundert wird das Tagebuchschreiben sehr beliebt. Es dient dazu persönliche Erlebnisse und Empfindungen aufzuschreiben. Das wohl bekannteste Tagebuch des 20. Jahrhunderts ist das Tagebuch der Anne Frank. Im 21. Jahrhundert haben sich die Formen des Tagebuches schließlich gewandelt. So werden Tagebucheinträge auch öffentlich im Internet in Blogs verfasst. Ein Blog ist ein Online-Tagebuch, in dem persönliche Erlebnisse geschildert werden. Dies geschieht sowohl schriftlich, als auch mit der Hilfe von Videos oder Audioaufnahmen.

Anne Frank war ein jüdisches Mädchen. Sie lebte vom 12.06.1929 bis zum Jahr 1945. Sie starb im Konzentrationslager Bergen-Belsen. In ihrem Tagebuch beschrieb sie ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie führte das Buch vom 12.06.1942 bis zum 01.08.1944.

Einen Tagebucheintrag schreiben

Wenn Du einen Tagebucheintrag (als Interpretation einer Erzählung, aus der Sicht einer Figur) schreiben möchtest, solltest Du die folgenden sechs Arbeitsschritte beachten:

  1. Lese die Erzählung mehrmals gründlich durch.

  2. Schreibe Dir auf, was die Figur in der besonderen Situation erlebt und fühlt (hierbei können Dir ein Brainstorming oder ein Mind Map helfen).

  3. Analysiere Deine Notizen und bringe sie in eine Struktur.

  4. Ein Schreibplan wird erstellt.


5. Schreibe Deinen Tagebucheintrag

6. Kontrolliere Deine Tagebucheintrag

Die Schritte 1. bis 4. gehören zu der Vorarbeit, die Du leistest, bevor Du damit anfangen kannst den Tagebucheintrag zu verfassen. Hast Du den Tagebucheintrag schließlich fertig geschrieben (Schritt 5.), so solltest Du ihn im Anschluss noch einmal kontrollieren (Schritt 6.). Die Kontrolle erfolgt hierbei sowohl nach formalen (Rechtschreibfehler, etc.), als auch nach inhaltlichen Gesichtspunkten (wurde der Tagebucheintrag ansprechend geschrieben? wurden alle Gefühle und Gedanken der Figur anschaulich dargestellt), etc.).

In einem Mind Map werden wichtigen Inhalte und Informationen zu einem Thema dargestellt. Bei einem Brainstorming werden hingegen eine Zeitlang ungefiltert alle Ideen aufgeschrieben, die zur Lösung des Problems beitragen könnten. Du würdest also alles aufschreiben, was Dir zu Deinem Thema einfällt und es dann danach strukturieren und ordnen.

Eine Interpretation dient dazu einen Text zu deuten und zu analysieren.

Weitere, ausführlichere, Informationen zur Interpretation findest Du in der entsprechenden Erklärung.

Vorarbeit

Ein Tagebucheintrag schreibst Du ähnlich, wie einen Brief. Er dient als eine Art Freund, an den Du Dich wenden kannst. Etwas anders verhält es sich allerdings, wenn Du einen Eintrag aus der Sicht einer Figur aus einer Erzählung schreiben möchtest. Hier benötigst Du nämlich eine gewisse Vorarbeit. Zunächst solltest Du den Ausgangstext, also die Erzählung, mehrfach gründlich lesen. Markiere Stellen, die dir als wichtig erscheinen und mache Dir Notizen. Schwierige Wörter schlägst Du im Wörterbuch, oder auch im Internet nach.

Anschließend erstellst Du einen Schreibplan. Ein Schreibplan ist ein Grundgerüst, dass Dir dabei hilft, alle Informationen und Aussagen für Deinen Text zu sammeln und zu sortieren. Die eigene Meinung, Argumente und Gegenargumente werden hier also gegliedert und analysiert.

Weitere, ausführliche, Informationen zum Thema Schreibplan, findest Du in der entsprechenden Erklärung.

Beispiel für einen Schreibplan

Hier findest Du, zum besseren Verständnis, einen Beispiel für einen Schreibplan:

Gesichtspunkte bzw. KriterienStichpunkte bzw. Erläuterungen
Interpretationshypothese zum Textauszug (die Interpretationshypothese fasst den Hauptgedanken eines Textes kurz zusammen)Aufgrund eines Missverständnisses ist es zu einem rassistischen Vorfall in einem Restaurant gekommen. Ein fremder Mann hat einfach angefangen Heinz' Suppe zu essen. Als der Mann bemerkt, dass er im Unrecht ist, entschuldigt er sich. Heinz lädt ihn daraufhin zu einem weiteren Essen ein, um ihn besser kennenzulernen.
Perspektive der gewählten FigurIch-Perspektive aus der Sicht von Heinz
Zeitform (Präteritum und Präsens)Beim Beschreiben des Geschehnisses wird zwischen Präteritum und Präsens gewechselt.Beispiel: Ich, der Friedensmissionar schlechthin, denke mir: "Na gut, dann essen wir die Suppe halt zu zweit, so gibt es zumindest keinen Ärger." So kam es dann auch.
inhaltliche GesichtspunkteEs wird ein rassistischer Vorfall geschildert, den Heinz in einem Restaurant erlebt hat.
momentanes GefühlHeinz ist zunächst verwundert und erschrocken, zuletzt aber glücklich und erleichtert, als sich die Situation aufgeklärt hat.
Schluss / AusblickEs kommt zu einem weiteren gemeinsamen Essen, bei dem sich die Figuren (Heinz und der Mann) besser kennen lernen.
SchreibstilDer Schreibstil ist teilweise emotional und manchmal umgangssprachlich. Also einem Jugendlichen angepasst.
Begründung und ReflexionDer rassistische Vorfall ist, aufgrund eines Missverständnisses entstanden und konnte aufgeklärt werden. Der Mann hat sich anschließend bei Heinz entschuldigt.

Aufbau eines Tagebucheintrages

Ein Tagebucheintrag gliedert sich, so wie viele Textarten, in Einleitung, Hauptteil und Schlussteil. Im folgenden wird erklärt wie ein Tagebucheintrag zur Interpretation einer Erzählung oder Geschichte geschrieben wird. Hierzu versetzt Du Dich in die jeweilige Figur und beschreibst ihre persönlichen Erfahrungen, Gefühle und Gedanken.

Einleitung

Bevor Du nun anfängst den Eintrag zu verfassen, schreibst Du oben rechts das Datum des Ereignisses, über das Du berichten möchtest. Beachte, dass Du den Eintrag aus der Sicht der Figur, der Dir vorliegenden Erzählung schreibst. Im Ausgangstext wird beschrieben, wann die geschilderten Ereignisse stattfinden bzw. stattgefunden haben. Anschließend formulierst Du die Anrede (Beispielsweise: "Liebes Tagebuch"). Nun erklärst Du welche bedeutende Situation beschrieben wird und deutest an wie sich die Figur dabei gefühlt hat. Du solltest die geschilderten Begebenheiten allerdings zunächst nur andeuten. Im Hauptteil erläuterst Du sie dann näher.

Hier ist ein Beispiel für die Einleitung. Der Tagebucheintrag bezieht sich auf die Kurzgeschichte "Spaghetti für Zwei" und ist aus der Sicht, der Figur Heinz geschrieben:

München, 20.05.2022

Hey Tagebuch,

ich habe heute wieder viel an Opa gedacht. Er berichtet nämlich sehr oft von den Zeiten, als Leute wie wir, aufgrund ihrer Hautfarbe gemieden wurden. Glücklicherweise habe ich so etwas bisher noch nicht erleben müssen. Heute sollte sich das allerdings ändern.


Hauptteil

Im Hauptteil werden die Gedanken und Gefühle der Figur, aus dessen Sicht geschrieben wird, ausführlich erläutert. Hierbei können die folgenden W-Fragen hilfreich sein: Was ist geschehen? Wo war die Figur? Wer war ebenfalls dort? Welche anderen Personen haben sich gemeinsam mit der Figur dort aufgehalten? Wie fühlt sich die Figur jetzt? Was denkt die Figur darüber? Welche Auswirkungen könnte das Ereignis auf die Figur haben? Wurden Hoffnungen, Ängste oder Wünsche, durch das Ereignis, bei der Figur hervorgerufen?

Die Gefühle und Gedanken der Figur werden zudem analysiert. Es wird also beschrieben, was die Figur in bestimmten Situationen empfindet und warum sie so empfunden hat.

Hier ist ein Beispiel für den Hauptteil. Der Tagebucheintrag bezieht sich auf die Kurzgeschichte "Spaghetti für Zwei" und ist aus der Sicht, der Figur Heinz geschrieben.

Aber von vorne. Ich bin also, so wie ich das immer mache, mittags ins Restaurant gegangen. Ich hatte Hunger und die Gemüsesuppe sah wirklich lecker aus. Plötzlich kommt so ein seltsamer Mann auf mich zu. "Das wird Stress geben!" dachte ich direkt. Aber weit gefehlt, er ging einfach an mir vorbei.

Arrogant stellt er die Suppe ab - so ein Angeber - dann denkt er kurz über irgendetwas nach, dreht schließlich um und geht zurück zur Theke. Als ich auf die Suppe blicke, fällt mir auf, dass kein Besteck vorhanden ist. "Er wird mir also bestimmt einen Löffel holen." dachte ich mir. Doch dann setzt er sich einfach zu mir an den Tisch und tunkt seinen Löffel in meine Suppe. Ich, der Friedensmissionar schlechthin, bleibe ruhig und denke mir nur: "Na gut, dann essen wir die Suppe halt zu zweit, so gibt es zumindest keinen Ärger."

So kam es dann auch. Also, wir haben die Suppe tatsächlich gemeinsam leer gelöffelt. Ich war danach zwar pappsatt, überlege mir aber: "Dem werde ich jetzt zeigen, was Benehmen und Anstand ist." So machte ich mich also auf den Weg zur Theke, um einen zweiten Teller Suppe zu holen. Dort angekommen bemerkte ich jedoch, dass der Spaghetti-Topf wieder voll war. Es roch so himmlisch gut und so entschied ich mich, anstatt eines zweiten Tellers Suppe, lieber für einen Teller Spaghetti.

Der seltsame Mann hockte immer noch an meinem Tisch und starrte mich nur an. Ich hielt ihm wortlos eine zweite Gabel hin. Wieder aßen wir gemeinsam. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie lecker das war! Schließlich habe ich mich dann zurück gelehnt und abgewartet, denn irgendwann musste der Mann ja mal was sagen. Das tat er dann auch. Plötzlich erblickte er nämlich einen Teller Suppe, an einem anderen Tisch. Er war also der Meinung gewesen, dass ich seinen Teller Suppe essen würde und hatte deshalb so reagiert. Tja, dumm gelaufen! Die ganze Sache war ihm sichtlich peinlich.

Er entschuldigte sich und guckte mich dabei so seltsam an, dass ich ganz laut lachen musste. Schließlich lachte er ebenfalls, wenn auch eher zurückhaltend. Danach stellte ich mich ihm vor (ich sagte ihm also, wie ich heiße). Da ich meinen Bus nicht verpassen wollte und ich gerne mehr über ihn erfahren wollte, lud ich ihn ein, morgen erneut mit mir gemeinsam, hier im Restaurant, zu essen. Du wirst es nicht glauben, aber er nahm meine Einladung tatsächlich an!

Schlussteil

Im Schlussteil beschreibst Du nun, welche Auswirkungen das Geschehene auf die Figur hatte. Beschreibe auch welche Gefühle im Anschluss an die Situation, bei der Figur aufgetreten sind. Des Weiteren kannst Du, zum Beispiel, erläutern, wie sie in Zukunft mit solchen Begebenheiten umgehen könnte.

Der Eintrag schließt mit einer Grußformel ab, wie zum Beispiel: "Dein/e" oder "Alles Liebe". Die Anrede und Grußformel passt Du dem Stil bzw. der Perspektive Deiner Figur an. Wenn Du beispielsweise aus der Sicht einer sehr höflichen Dame geschrieben hast, so sollte die Grußformel förmlicher ausfallen. Ist die Figur, der Ausgangs-Erzählung, ein Kind, so darf sie ruhig auch etwas verspielter sein.

Da ein Tagebucheintrag auch, als eine Art Freund gedeutet werden kann, ist es durchaus üblich, ihn auch direkt anzusprechen. So wie es bei einem Brief an Freund*Innen eben oft und zahlreich gerne getan wird.

Hier ist ein Beispiel für den Schlussteil. Der Tagebucheintrag bezieht sich auf die Kurzgeschichte "Spaghetti für Zwei" und ist aus der Sicht der Figur Heinz geschrieben:

Morgen werde ich ihn dann fragen, was er zu diesem Vorfall wohl in sein Tagebuch geschrieben hat. Ich muss schließlich auf alle Fragen gefasst sein, wenn ich Opa von der Geschichte erzähle. Ist es nicht super, wenn Menschen sich von ganz alleine von ihren rassistischen Gedanken befreien und man gar nicht dabei helfen muss?

Ich bin schon ganz gespannt, wie unser gemeinsames Essen morgen wird.

Bis denne,

Dein Heinz

Abschließende Kontrolle des Tagebucheintrages

Nachdem der Tagebucheintrag nun fertig geschrieben ist, ist es ganz wichtig, ihn noch einmal zu kontrollieren. Beachte hierbei die folgenden wichtigen Gesichtspunkte und Kriterien:

  • Ist es Dir gelungen die zentrale Hauptaussage der Erzählung bzw. Geschichte in Deinem Tagebucheintrag darzustellen?

  • Wurde Dein Tagebucheintrag gegliedert und strukturiert?

  • Hast Du die Gefühle und Gedanken der Figur ausführlich beschrieben? Hierbei sind Adjektive besonders hilfreich.

  • Kommt es durch Deinen Tagebucheintrag zu einem besseren Verständnis des Ausgangstextes?

  • Hast Du Deinen Text gut nachvollziehbar und sinnvoll aufgebaut?

  • Hast Du die Deutung Deiner Figur und der jeweiligen Begebenheiten sinnvoll und nachvollziehbar erläutert?

  • Hast Du im Schlussteil einen Ausblick formuliert?

  • Hast Du die Argumente, Gegenargumente und die entsprechenden Beispiele anhand von passenden Verknüpfungswörtern und Überleitungen sinnvoll zusammengefügt?

  • Sind Deine Rechtschreibung und Kommasetzung korrekt und richtig?

  • Hast Du Deinen Text in der richtigen Zeitform geschrieben (gegenwärtiges im Präsens und vergangenes im Präteritum)?

  • Hast Du die Ich-Perspektive eingehalten?

Beispiel für einen Tagebucheintrag

Im folgenden findest Du ein Beispiel für einen Tagebucheintrag. Er ist aus der Sicht der Figur Heinz aus der Kurzgeschichte "Spaghetti für Zwei" geschrieben:

Hey Tagebuch,

ich habe heute wieder viel an Opa gedacht. Er berichtet nämlich sehr oft von den Zeiten, als Leute wie wir, aufgrund ihrer Hautfarbe gemieden wurden. Glücklicherweise habe ich so etwas bisher noch nicht erleben müssen. Heute sollte sich das allerdings ändern.


Aber von vorne. Ich bin also, so wie ich das immer mache, mittags ins Restaurant gegangen. Ich hatte Hunger und die Gemüsesuppe sah wirklich lecker aus. Plötzlich kommt so ein seltsamer Mann auf mich zu. "Das wird Stress geben!" dachte ich direkt. Aber weit gefehlt, er ging einfach an mir vorbei.

Arrogant stellt er die Suppe ab - so ein Angeber - dann denkt er kurz über irgendetwas nach, dreht schließlich um und geht zurück zur Theke. Als ich auf die Suppe blicke, fällt mir auf, dass kein Besteck vorhanden ist. "Er wird mir also bestimmt einen Löffel holen." dachte ich ganz erleichtert. Doch dann setzt er sich einfach zu mir an den Tisch und tunkt seinen Löffel in meine Suppe. Ich, der Friedensmissionar schlechthin, bleibe ruhig und denke nur: "Na gut, dann essen wir die Suppe halt zu zweit, so gibt es zumindest keinen Ärger."

So kam es dann auch.

Also, wir haben die Suppe tatsächlich gemeinsam leer gelöffelt. Ich war danach zwar pappsatt, überlegte mir aber: Dem werde ich jetzt zeigen, was Benehmen und Anstand ist." So machte ich mich also auf den Weg zur Theke, um einen zweiten Teller Suppe zu holen. Dort angekommen bemerkte ich jedoch, dass der Spaghetti-Topf wieder voll war. Es roch so himmlisch gut und so entschied ich mich, anstatt eines zweiten Tellers Suppe, lieber für einen Teller Spaghetti.

Der seltsame Mann hockte immer noch an meinem Tisch und starrte mich nur an. Ich hielt ihm wortlos eine zweite Gabel hin. Wieder aßen wir gemeinsam. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie lecker das war! Schließlich habe ich mich dann zurück gelehnt und abgewartet, denn irgendwann musste der Mann ja mal was sagen. Das tat er dann auch. Plötzlich erblickte er nämlich einen Teller Suppe an einem anderen Tisch. Er war also der Meinung gewesen, dass ich seinen Teller Suppe essen würde und hatte deshalb so reagiert. Tja, dumm gelaufen! Die ganze Sache war ihm sichtlich peinlich.

Er entschuldigte sich und guckte mich dabei so seltsam an, dass ich ganz laut lachen musste. Schließlich lachte er auch, wenn auch eher zurückhaltend. Danach stellte ich mich ihm vor (ich sagte ihm also, wie ich heiße). Da ich meinen Bus nicht verpassen wollte und ich gerne mehr über ihn erfahren wollte, lud ich ihn ein, morgen erneut mit mir gemeinsam, hier im Restaurant zu essen. Du wirst es nicht glauben, aber er nahm meine Einladung tatsächlich an.


Morgen werde ich ihn dann fragen, was er zu diesem Vorfall wohl in sein Tagebuch geschrieben hat. Ich muss schließlich auf alle Fragen gefasst sein, wenn ich Opa von der Geschichte erzähle. Ist es nicht super, wenn Menschen sich von ganz alleine von ihren rassistischen Gedanken befreien und man gar nicht dabei helfen muss?

Ich bin schon ganz gespannt, wie unser gemeinsames Essen morgen wird.

Bis denne,

Dein Heinz

Tagebucheintrag - Das Wichtigste

  • Ein Tagebucheintrag ist eine sehr persönliche Textform, die in der Ich-Perspektive geschrieben wird.
  • Ein Tagebucheintrag wird entweder aus der eigenen persönlich Sicht oder aus der Perspektive einer Figur aus einer Erzählung geschrieben.
  • Im Deutschunterricht dient ein Tagebucheintrag als Werk der literarischen Interpretation eines Ausgangstextes. Der Tagebucheintrag soll also dabei helfen einen Ausgangstext besser zu verstehen.
  • Ein Tagebucheintrag wird entweder im Präteritum (wenn Sachverhalte, Gefühle oder Gedanken erläutert werden, die in der Vergangenheit geschehen sind) oder im Präsens (wenn beschrieben wird, welche Gefühle jetzt im gerade vorherrschenden Moment auftreten) geschrieben.
  • Bei einem Tagebucheintrag werden Gedanken und Gefühle ausführlich beschrieben. Hierbei sind Adjektive sehr hilfreich.

Nachweise

  1. Tilmann, Siebert (2001). Anne Frank: Tagebuch. Oldenbourg
  2. Deutschbuch Orientierungswissen (2021). Cornelsen
  3. Duden (2020), 28. Edition. Duden
  4. De Cesco, Frederica (1986). Spaghetti für zwei. In: Freundschaft hat viele Gesichter. Rex Luzern

Tagebucheintrag

Ein Tagebucheintrag ähnelt einem Brief. Er ist eine subjektive Textsorte. Es handelt sich hier also, um eine autobiographische Aufzeichnung.

Wird der Eintrag, jedoch als Interpretationsmethode, aus der Sicht einer Figur, aus einer Erzählung oder Geschichte verfasst, so handelt sich um eine fiktionale Textform.

Wenn Du einen Eintrag aus der Sicht einer Figur aus einer Erzählung schreiben möchtest, benötigst Du eine gewisse Vorarbeit. Zunächst solltest Du den Ausgangstext, also die Erzählung, mehrfach gründlich lesen. Markiere Stellen, die dir als wichtig erscheinen und mache Dir Notizen. Schwierige Wörter schlägst Du im Wörterbuch, oder auch im Internet nach.

Anschließend erstellst Du einen Schreibplan. Ein Schreibplan ist ein Grundgerüst, dass Dir dabei hilft, alle Informationen und Aussagen für Deinen Text zu sammeln und zu sortieren. Ein Tagebucheintrag gliedert sich in drei Teile (Einleitung, Hauptteil und Schluss).


Ein Tagebucheintrag ist eine sehr persönliche Textform, in der offen und ehrlich von den Gefühlen, Gedanken, Erlebnissen berichtet wird. Im Deutschunterricht, hingegen, dient ein Tagebucheintrag auch als Interpretationsmethode, wenn er aus der Sicht einer Figur aus einer Erzählung oder Geschichte geschrieben wird.

Ein Tagebucheintrag, als Interpretationsmethode, wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht einer Figur aus einer Erzählung oder Geschichte geschrieben. Als Zeitform werden Präsens und Präteritum verwendet.

Finales Tagebucheintrag Quiz

Frage

Ein Tagebucheintrag gliedert sich in ______ , _______ und _______ .

Antwort anzeigen

Antwort

Ein Tagebucheintrag gliedert sich in Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein Tagebucheintrag?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein Tagebucheintrag ist eine sehr persönliche Textform, in der offen und ehrlich von den Gefühlen, Gedanken, Erlebnissen berichtet wird. 

Im Deutschunterricht, hingegen, dient ein Tagebucheintrag auch als Interpretationsmethode, wenn er aus der Sicht einer Figur aus einer Erzählung oder Geschichte geschrieben wird.

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Frage

In welcher Zeitform wird ein Tagebucheintrag geschrieben?

Antwort anzeigen

Antwort

Präteritum

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Frage

Was ist ein innerer Monolog?

Antwort anzeigen

Antwort

Bei einem inneren Monolog werden die eigenen Gedanken oder die einer Figur, aus einer Erzählung, erläutert und aufbereitet.

Frage anzeigen

Frage

Bei einem inneren ______ steht nur der momentane ______ im Vordergrund.

Antwort anzeigen

Antwort

Bei einem inneren Monolog steht nur der momentane Augenblick im Vordergrund.

Frage anzeigen

Frage

Bei einem ________ kann die Figur auch in die  ______ sehen, oder in die ______ blicken.

Antwort anzeigen

Antwort

Bei einem Tagebucheintrag kann die Figur auch in die Vergangenheit sehen, oder in die Zukunft blicken.

Frage anzeigen

Frage

Wie ist das Tagebuch entstanden?

Antwort anzeigen

Antwort

Vorreiter des Tagebuches, im heutigen Sinne, gab es bereits in der Antike. Ein gutes Beispiel sind die assyrischen Tontafelkalender aus dem sechsten Jahrhundert

Frage anzeigen

Frage

Welches ist das wohl bekannteste Tagebuch des 20. Jahrhunderts?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Tagebuch der Anne Frank

Frage anzeigen

Frage

Was ist ein Schreibplan?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein Schreibplan ist ein Grundgerüst, dass Dir dabei hilft, alle Informationen und Aussagen für Deinen Text zu sammeln und zu sortieren. 

Frage anzeigen

Frage

Im Hauptteil werden die ________ und _______ der Figur, aus dessen _______ geschrieben wird, ausführlich erläutert.


Antwort anzeigen

Antwort

Im Hauptteil werden die Gedanken und Gefühle der Figur, aus dessen Sicht geschrieben wird, ausführlich erläutert.

Frage anzeigen

Frage

In der _______ wird beschrieben, wann das, in der _________ geschilderte, _________ stattgefunden hat. 

Antwort anzeigen

Antwort

In der Einleitung wird beschrieben, wann das, in der Erzählung, geschilderte, Ereignis stattgefunden hat. 

Frage anzeigen

Frage

Was wird im Schlussteil beschrieben?

Antwort anzeigen

Antwort

Im Schlussteil beschreibst Du, welche Auswirkungen das Geschehene auf die Figur hat. 

Frage anzeigen

Frage

Welche Wortart ist bei der Beschreibung von Gefühlen oder Gedanken hilfreich?

Antwort anzeigen

Antwort

Adjektive

Frage anzeigen

Frage

Wobei ist ein Tagebucheintrag, als Interpretationsmethode, hilfreich?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein Tagebucheintrag soll, als Interpretationsmethode, dabei helfen, den Ausgangstext (die Erzählung oder die Geschichte) besser zu verstehen.

Frage anzeigen

Frage

Wozu dient ein persönlicher Tagebucheintrag?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein persönlicher Tagebucheintrag dient als Erinnerungsstütze und hilft dabei unschöne Erlebnisse zu verarbeiten.

Frage anzeigen

Frage

Im ______ dient ein Tagebucheintrag als ______ der literarischen Interpretation eines _________.


Antwort anzeigen

Antwort

Im Deutschunterricht dient ein Tagebucheintrag als Produkt der literarischen Interpretation eines Ausgangstextes. 

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