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Kalendergeschichte

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Kalendergeschichte

Eine Kalendergeschichte ist eine kurze Erzählung, die unterhalten und belehren soll. Seinen Ursprung hat die Kalendergeschichte im 16. Jahrhundert. Damals gab es neben der Bibel nur wenige gedruckte Texte. Kalender fanden sich hingegen in jedem Haushalt.

Wie der Name Kalendergeschichte bereits andeutet, wurden diese Erzählungen auf der Rückseite von Kalenderblättern gedruckt. Vor allem im 17. Und 18. Jahrhundert waren diese sehr beliebt.

Merkmale einer Kalendergeschichte

Kalendergeschichten waren für das "einfache Volk". Sie sind deshalb einfach und verständlich geschrieben. Oft geht es um nachdenkliche oder witzige Dinge. Die Geschichten enthalten Lebensweisheiten, manchmal auch Gesundheitstipps oder Rezepte. Am Ende haben diese Geschichten oft eine Pointe und eine Moral.

Das Wort Pointe wird aus dem französischen abgeleitet und mit "Spitze" übersetzt. Das französische Wort pointe geht auf das spätlateinische Wort puncta zurück, was "Stich" bedeutet.

Als Pointe wird ein überraschender Schluss bezeichnet. Sie beruht auf einer plötzlichen Einsicht. Zusammenhänge zwischen Inhalten werden in einem neuen, unerwarteten Licht gesehen.

Kalendergeschichte: Johann Peter Hebel

Kalendergeschichten wurden im 17. und 18. Jahrhundert von vielen Autoren verfasst. Einer der bekanntesten ist Johann Peter Hebel.

Johann Peter Hebel war ein deutscher Schriftsteller, Geistlicher und Lehrer. Er wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren und starb am 22. September 1826 in Schwetzingen. Neben den Kalendergeschichten ist er auch für die "Alemannischen Gedichte" bekannt.

Johann Peter Hebel schrieb ab 1803 Kalendergeschichten für den "Badischen Landkalender" und ab 1807 für dessen Nachfolger, den "Rheinländischen Hausfreund".

Hebel war maßgeblich an der Neugestaltung des badischen Landkalenders beteiligt. Er schlug vor, den Textanteil zu vergrößern. Doch Hebel war nicht nur Redakteur, sondern verfasste jedes Jahr selbst bis zu 30 Geschichten für den Kalender.

Hebels Geschichten enthielten Neuigkeiten, abgewandelte Märchen und Ähnliches. Seine wohl bekanntesten Kalendergeschichten sind "Unverhofftes Wiedersehen" und "Kannitverstan".

Kannitverstan

Ein Beispiel für eine Kalendergeschichte ist "Kannitverstan". Der Name bedeutet auf Deutsch "kann nicht verstehen". Die Geschichte erzählt von einem Handwerksburschen aus Tuttlingen, der zum ersten Mal in seinem Leben die holländische Weltstadt Amsterdam besucht.

Inhalt

Der Handwerksbursche ist vor allem von einem prächtigen Haus und einem großen Schiff, das kostbare Waren an Bord hat, angetan.

… fiel ihm sogleich ein großes und schönes Haus in die Augen, wie er auf seiner ganzen Wanderschaft von Tuttlingen bis nach Amsterdam noch keines erlebt hatte …“

„… ein großes Schiff seine Aufmerksamkeit erregte …“

Alle Zitate stammen, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus Johann Peter Hebels' "Schatzkästlein" (1986, Ditzingen: Reclam)

Der Bursche fragt die Menschen nach dem Besitzer von beidem und erhält jedes Mal die Antwort "Kannitverstan" ("Ich kann euch nicht verstehen"), denn die Menschen in Amsterdam verstehen den jungen Handwerksburschen nicht.

„Der Mann aber, der vermutlich etwas Wichtigeres zu tun hatte und zum Unglück gerade soviel von der deutschen Sprache verstand als der Fragende von der holländischen, nämlich nichts, sagte kurz und schnauzig: »Kannitverstan« und ging weiter.“

Der Handwerksbursche denkt, dass Kannitverstan ein Familienname ist und ist umso beeindruckter, dass diesem nicht nur das Haus, sondern auch das Schiff gehört. Gleichzeitig ist er betrübt, denn er selbst ist arm. Er hadert mit seinem Schicksal.

„.Jetzt ging er wieder zurück und stellte eine recht traurige Betrachtung bei sich selbst an, was er denn selbst für ein armer Teufel sei unter soviel reichen Leuten in der großen weiten Welt.“

Kurz darauf trifft er auf einen Trauerzug und fragt, wer der Verstorbene sei. Wieder erhält er die Antwort: „Kannitverstan.“ Nun empfindet der Bursche sein Schicksal nicht als mehr schlimm, denn Kannitverstan ist trotz seines Reichtums verstorben.

„… und wenn es ihm wieder einmal schwer fiel, dass so viele Leute in der Welt so reich seien und er so arm, so dachte er nur an den Herrn Kannitverstan in Amsterdam, an sein großes Haus, an sein reiches Schiff und an sein enges Grab.“

Bedeutung

Die Kalendergeschichte "Kannitverstan" ist eine Erzählung, die leicht verständlich ist. Die Kernaussage erschließt sich mühelos. Der Handwerksbursche erkennt, dass jeder im Tod gleich ist, egal ob arm oder reich. Dies stellt die Pointe der Geschichte dar. Außerdem enthält diese die Moral: Gibt dich mit dem zufrieden, was du hast.

Bereits zu Hebels Lebzeiten wurde "Kannitverstan“ bekannt. Gemeinsam mit anderen Kalendergeschichten wurde sie in Schulbücher aufgenommen. Weitere bekannte Kalendergeschichten von Hebel sind "Unverhofftes Wiedersehen", "Der silberne Löffel", "Der Spaziergang am See" und viele mehr.

Kalendergeschichte: im Kontext ihrer Zeit

Kalendergeschichten waren vor allem im 17. und 18. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, verbreitet und beliebt. Die Menschen jener Zeit begannen Regeln, die bis dahin als Norm galten, zu hinterfragen. Vor allem die Naturwissenschaften trugen ihren Teil dazu bei, das Denken und Handeln der Menschen zu verändern. Sie bekämpften den Aberglauben und ersetzten ihn nach und nach durch ein aufgeklärtes, modernes Weltbild.

Kalendergeschichten waren, neben der Bibel, die einzigen gedruckten Texte in den Haushalten der ärmeren Bürger. Dadurch hatten sie einen großen Einfluss auf die Menschen, die diese Geschichten mit Begeisterung lasen. Sie wurden unterhalten, informiert und auch belehrt. Aber nicht wie in der Kirche durch Predigten, sondern durch unterhaltsame, witzige Geschichten aus dem Alltag normaler Menschen.

Die Aufklärung wird auf die Zeit von etwa 1650 bis 1800 datiert. Es war die Zeit, in welcher Strukturen, die den Fortschritt behinderten, durch rationales Denken überwunden wurden. Überholte Vorstellungen und Ideologien wurden kritisiert und die Naturwissenschaften setzen sich immer mehr durch.

Themen wie Emanzipation, Bildung, Bürgerrechte, Menschenrechte und das Gemeinwohl hatten in der Zeit der Aufklärung ihre Geburtsstunde.

Moderne Kalendergeschichte

Auch heute werden gern kurze Geschichten geschrieben. Zwar werden sie nicht mehr auf Kalenderblättern gedruckt, aber Du kannst sie in Büchern oder im Internet lesen. Kurze Geschichten mit einer Pointe und manchmal auch mit einer Moral finden sich dabei unter verschiedenen Namen.

Es gibt zum Beispiel Postkartengeschichten (Postkartenkrimis), aber auch tatsächlich Kalendergeschichten. Manche Autor*innen schreiben zu besonderen Zeiten kurze Geschichten, um sie dann mit ihren Leser*innen zu teilen.

Gerade zur Weihnachtszeit gibt es immer wieder solche Aktionen. Einer oder mehrere Autor*innen schreiben kurze Geschichten für einen Weihnachtskalender. Darin geht es oft um witzige oder nachdenkliche Themen. Diese Geschichten werden gesammelt und dann zum Anfang des Monats Dezember veröffentlicht.

Genau wie bei Deinem Weihnachtskalender, wird jeden Tag ein Türchen geöffnet.

Kalendergeschichte - Das Wichtigste

  • Kalendergeschichten sind kurze Geschichten, die belehren und unterhalten sollen.
  • Sie sind für die "einfachen" Leute geschrieben und sind deshalb leicht verständlich.
  • In Kalendergeschichten geht es um nachdenkliche oder witzige Dinge.
  • Am Ende der Geschichte gibt es eine Pointe und eine Moral.
  • Ein bekannter Autor für Kalendergeschichten war Johann Peter Hebel.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Kalendergeschichte

Kalendergeschichten sind kurze, unterhaltsame Geschichten. Sie sind leicht verständlich und haben eine Pointe und eine Moral.

In der 7. Klasse werden oft Kalendergeschichten von Johann Peter Hebel behandelt. Er hat viele Geschichten geschrieben, z. B. "Der silberne Löffel" oder "Kannitverstan".

Kalendergeschichten sind sehr kurz. Es wird etwas aus dem Alltag erzählt, was alle Menschen leicht verstehen können. Am Ende der Geschichte gibt es eine Pointe und eine Moral.

Kannitverstan ist eine kurze Geschichte von einem Handwerksburschen. Es wird eine kurze, leicht verständliche Geschichte erzählt, die am Ende eine Pointe und eine Moral hat.

Finales Kalendergeschichte Quiz

Frage

Eine Kalendergeschichte soll:

Antwort anzeigen

Antwort

unterhalten und belehren.

Frage anzeigen

Frage

Wann waren Kalendergeschichten besonders beliebt?

Antwort anzeigen

Antwort

Im 17. und 18. Jahrhundert.

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Frage

Wie sind Kalendergeschichten geschrieben.


Antwort anzeigen

Antwort

Einfach und verständlich.

Frage anzeigen

Frage

Worum ging es oft in Kalendergeschichten?

Antwort anzeigen

Antwort

Lebensweisheiten

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Pointe?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Pointe stammt aus dem französischen und wird mit Spitze übersetzt.
  • Sie bezeichnet einen überraschenden Schluss. 
  • Sie beruht auf einer plötzlichen Einsicht.



Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Moral?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Moral stammt vom lateinischen Begriff "moralis" ab und heißt „die Sitten betreffend“.
  • Gemeint sind Werte, die als allgemeingültig und anerkannt gelten.  
Frage anzeigen

Frage

Am Ende enthalten Kalendergeschichten oft eine                     und eine                    .


Antwort anzeigen

Antwort

Pointe, Moral 

Frage anzeigen

Frage

Wer ist ein bekannter Autor von Kalendergeschichten?

Antwort anzeigen

Antwort

Johann Peter Hebel.

Frage anzeigen

Frage

Johann Peter Hebel schrieb ab 1803 Kalendergeschichten für den                                   und ab 1807 für dessen Nachfolger, den                                       .

Antwort anzeigen

Antwort

„Badischen Landkalender“, „Rheinländischen Hausfreund“ 

Frage anzeigen

Frage

Ist "Kannitverstan" eine Kalendergeschichte?

Antwort anzeigen

Antwort

Ja

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet "Kannitverstan" auf Deutsch?

Antwort anzeigen

Antwort

„(Ich) kann nicht verstehen“.

Frage anzeigen

Frage

Kannitverstan


Ein Handwerksbursche ist in Amsterdam und fragt die Menschen auf den Straßen nach dem Besitzer eines Schiffes.

  • Warum bekommt er die Antwort "Kannitverstan"?
Antwort anzeigen

Antwort

Die Menschen verstehen ihn nicht, weil sie kein Deutsch können.

Frage anzeigen

Frage

Welche Moral enthält die Geschichte "Kannitverstan"?

Antwort anzeigen

Antwort

Gibt dich mit dem zufrieden, was du hast.

Frage anzeigen

Frage

Was sind moderne Kalendergeschichten?

Antwort anzeigen

Antwort

Postkartengeschichten

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