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Eichhörnchen

Sie sind klein, flink und sehen mit ihren Ohren aus wie kleine Kobolde. Bestimmt konntest Du schon das ein oder andere Eichhörnchen beobachten, wie es seine Vorräte versteckt. Eichhörnchen gehören zu den beliebtesten Wildtieren und sind aus der Natur nicht wegzudenken. 

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Eichhörnchen

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Sie sind klein, flink und sehen mit ihren Ohren aus wie kleine Kobolde. Bestimmt konntest Du schon das ein oder andere Eichhörnchen beobachten, wie es seine Vorräte versteckt. Eichhörnchen gehören zu den beliebtesten Wildtieren und sind aus der Natur nicht wegzudenken.

Eichhörnchen – Arten

Innerhalb der Familie der Hörnchen (lat. Sciuridae) bilden die Eichhörnchen eine eigene Gattung. Ihre erste Erwähnung erfuhren die Eichhörnchen in dem Werk Systemae Naturae von dem schwedischen Forscher Carl von Linné. Dort erwähnte er neben dem eurasischen Eichhörnchen auch noch fünf weitere Arten wie das amerikanische Fuchseichhörnchen oder das Atlashörnchen.

Heute gehören insgesamt etwa 190 Arten zu der Gattung der Eichhörnchen. Die Vielfalt reicht dabei von den Riesenhörnchen bis zu den Zwerghörnchen.

Eichhörnchen Steckbrief

In Deutschland ist das Eurasische Eichhörnchen heimisch und erfreut sich einer großen Beliebtheit. In der folgenden Tabelle findest Du eine Übersicht der Merkmale des eurasischen Eichhörnchens.

NameEurasisches Eichhörnchen
Wissenschaftlicher Name:Sciurus vulgaris
Klasse:Säugetiere
Ordnung:Nagetiere
Familie:Hörnchen
Gattung:Baumhörnchen
Verbreitung:Europa und Asien
Aussehen:meist rot-braunes bis dunkelbraunes Fell, buschiger Schwanz, spitze Pinselohren
Größe:Körperlänge: 20 bis 25 cm
Schwanzlänge: 10 bis 20 cm
Gewicht:200 bis 400 g
Geschwindigkeit:max. 25 km/h
LebensraumLaub-. Nadel- und Mischwälder, Parks, Gärten
Lebenserwartung2 bis 8 Jahre
Lebensweisetagaktive Einzelgänger(nur während Paarung zu zweit)
Paarungzwei Paarungszeiten (Dezember bis Februar & Juni bis August), 38 Tage Tragzeit, 2 bis 6 Junge pro Wurf
FeindeGreifvögel, Marder, Schlangen
NahrungSamen, Knospen, Früchte/ Beeren, Pilze, Vogeleier, Jungvögel

Eichhörnchen Eurasisches Eichhörnchen StudySmarterAbbildung 1: Aussehen des eurasischen Eichhörnchens

Eichhörnchen – Aussehen und Merkmale

Eichhörnchen haben einige auffällige äußerliche Merkmale. Dazu gehören ihre Fellfärbung, der Schwanz sowie ihre Pfoten mit den scharfen Krallen.

Fellwechsel der Eichhörnchen

Wenn Du an Eichhörnchen denkst, fällt Dir bestimmt zuerst ihre rot-braune Fellfärbung auf. Die Fellfarbe eines Eichhörnchens umfasst allerdings viele verschiedene Nuancen von Hellrot bis Schwarzbraun. Nur ihr Bauch bleibt immer weiß.

Die Fellfärbung eines Eichhörnchens ist abhängig von ihrer Umwelt und den genetischen Komponenten. Sie bestimmen, welche Färbung sich zeigt und wie gut sie sich ihrer Umwelt anpassen können.

Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst findet bei Eichhörnchen ein Fellwechsel statt. Der Fellwechsel dient der Anpassung an die kommenden Außentemperaturen. So ist ihr Winterfell um einiges dichter und dunkler gefärbt als das Sommerfell. Außerdem sind die Haarpinsel, also die langen Haare an ihren Ohren, im Winter deutlich länger als im Sommer.

Hinterbeine und Krallen der Eichhörnchen

Wenn Du Dir ein Eichhörnchen genauer anschaust, siehst Du, dass die Hinterbeine überproportional zum Körper sind. Mit ihren muskulösen Beinen sind sie hervorragend an ihre Lebensweise als Kletterer angepasst. Sie haben lange Greifzehen an ihren Vorder- und Hinterpfoten und scharfe Krallen. Damit können sie sogar an glatten Baumstämmen klettern, ohne herunterzufallen. Zusätzlich befinden sich an den Unterseiten der Pfoten sogenannte Haftballen, die ein Abrutschen verhindern.

Schwanz der Eichhörnchen

Ihren buschigen Schwanz nutzen die Eichhörnchen nicht nur beim Klettern, sondern auch beim Springen. Er hilft ihnen dabei, das Gleichgewicht zu halten. Bei einem Sprung dient er zudem als Steuerruder und ermöglicht es den Eichhörnchen bis zu fünf Meter zu springen. Um mit anderen Artgenossen in Kontakt zu kommen, nutzen sie ihren Schwanz zusätzlich als Kommunikationsmittel.

Der Schwanz hilft z. B. während der Balz, um dem Weibchen zu imponieren. Zeigt ein Eichhörnchen ein seitliches Schwanzwedeln, bedeutet das meist Nervosität oder Erregung.

Im Winter dient ihr Schwanz als natürliche Wärmequelle. Er ermöglicht es ihnen, sich komplett in ihren Schwanz zu hüllen und somit eine zusätzliche Wärmeschicht zu bilden.

Der wissenschaftliche Name der Eichhörnchen "Sciurus" steht in einem besonderen Zusammenhang mit ihrem Schwanz. Das Wort Sciurus setzt sich aus den altgriechischen Worten skia (dt. "Schatten") und oura (dt. "Schwanz") zusammen und bedeutet so viel wie "Schattenschwanz". Während der Antike ging man davon aus, dass Eichhörnchen sich mit ihrem gewaltigen Schwanz selbst Schatten geben können. Besonderheit – Eichhörnchen

Gebiss Eichhörnchen

Eichhörnchen besitzen das typische Nagetiergebiss. Das Gebiss der Eichhörnchen besteht aus vier scharfen Nagezähnen, die in ständigem Wachstum sind und sich stetig abnutzen. Weiter hinten in ihrem Kiefer befinden sich die Mahlzähne, die der Zerkleinerung der Nahrung dienen. Zwischen den Nagezähnen und den Mahlzähnen ist eine größere Lücke, die es ermöglicht, die Mahlbewegung des Kiefers zu machen.

Besonderheit – Eichhörnchen

Kennst Du die Besonderheiten der Eichhörnchen? Sie bilden als tagaktive Baumbewohner eine Ausnahme unter den Nagetieren. Anders als die meisten Nagetiere, die eher Dämmerungs- bzw. Nachtaktiv sind, schlafen Eichhörnchen in der Nacht in ihren Kobeln.

Als Kobeln bezeichnet man die Nester der Eichhörnchen. Wenn Du wissen möchtest, wie genau ein Kobel aufgebaut ist, schau am besten gleich unter dem Abschnitt Nest in dieser Erklärung vorbei!

Am aktivsten sind Eichhörnchen daher in der Zeit nach dem Sonnenuntergang und nachmittags. Um sich vor der Wärme in den Mittagsstunden zu schützen, verbringen Eichhörnchen die Mittagsstunden überwiegend in ihren Schattenkobeln und schlafen. Wenn sie nicht in den Bäumen unterwegs sind, dann findet man sie auf dem Boden für die Nahrungssuche.

Die Nahrung der Eichhörnchen

Eichhörnchen gehören zu den Allesfressern, daher umfasst ihr Speiseplan eine Vielzahl von verschiedenen Nahrungsmitteln. Häufig kannst Du die Eichhörnchen dabei beobachten, wie sie Nüsse, Samen oder Früchte von Bäumen oder Sträuchern fressen. Daneben stehen aber auch Knospen, Wurzeln, Pilze, aber auch Jungvögel und Vogeleier auf ihrem Speiseplan.

Eichhörnchen gehören zu den sogenannten Nesträubern. Das bedeutet, dass sie für die Nahrungssuche auch in fremde Nester eindringen und die Vogeleier oder Jungvögel rauben.

Im Winter kommt es häufig zu einer natürlichen Nahrungsknappheit für die Eichhörnchen. Um trotzdem genug zu fressen, legen sich die kleinen Nager bereits in Zeiten des Nahrungsüberflusses verschiedene Vorräte in Verstecken an. Diese suchen sie im Winter auf und finden so einen großen Teil ihrer benötigen Nahrung.

Eichhörnchen sorgen mit dem Verstecken von Nahrung für eine natürliche Aufforstung. Das liegt daran, dass sie im Winter nicht alle ihre Verstecke wiederfinden und so aus den Samen und Nüsse neue Pflanzen wachsen können.

Eichhörnchen – Lebensraum

Wenn Du durch die Natur gehst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du ein Eichhörnchen entdeckst hoch. Besonders in Wäldern, Parks oder auch im Garten sind sie oft zu finden. Generell sind Eichhörnchen weitverbreitet und ihr Lebensraum umfasst, bis auf ein paar Inseln im Mittelmeer, so gut wie alle bewaldeten Regionen Europas und Asiens.

Grundsätzlich gilt, dass Eichhörnchen sich überall dort aufhalten, wo sie eine günstige Nahrungsvielfalt haben. Daher kannst Du sie auch in Städten finden, da sie hier zusätzlich vom Menschen gefüttert werden und so das Nahrungsangebot ausreicht. Eichhörnchen sind deshalb auch sogenannte Kulturfolger.

Als Kulturfolger bezeichnet man Pflanzen- oder Tierarten, die in der Nähe einer menschlichen Ansiedlung günstige Lebensbedingungen für sich finden und sich deshalb dort ansiedeln.

Das Nest des Eichhörnchens

Das Nest der Eichhörnchen wird auch Kobel genannt. Es ist ein kugelförmiges Nest, was sich meist auf den Astgabelungen weit oben in den Baumkronen befindet. Ein Eichhörnchen baut sich neben der Hauptkobel noch mehrere Ausweichkobeln, die unterschiedliche Funktionen haben können.

Der Kobel eines Eichhörnchens besteht aus zwei Schichten. Die äußere Schicht bildet das Grundgerüst und besteht aus Blättern, Zweigen und Ästen. Die innere Schicht dient als Polster sowie Wärmepolster und wird daher mit Hilfe von Moosen, Rinden, Federn, Fell und Gras ausgestattet.

Wurfkobel

Der sogenannte Wurfkobel wird für die Jungenaufzucht genutzt. Nach einer Tragezeit von 38 Tagen bringt das Weibchen ihre Jungen in dem sogenannten Wurfkobel zur Welt. Da das Nest aufgrund seiner Beschaffenheit sehr anfällig für Parasiten ist und eine ständige Bedrohung durch Feinde vorhanden ist, wechseln Weibchen häufig die Kobeln mit ihren Jungen.

Um bei Gefahr schneller aus den Kobeln zu entkommen, besitzen sie meist zwei Eingänge. Dadurch kann das Weibchen bei Gefahr ihre Jungen schneller in die Ausweichkobeln bringen.

Schlafkobeln/ Schattenkobeln

Der Kobel dient nicht nur zur Aufzucht von Jungtieren. Kobeln werden ebenfalls nach der Aufzucht als Schlafplatz genutzt. Hier halten Eichhörnchen ihren Mittagsschlaf und ihre Nachtruhe. Auch hierbei wechseln sie ihre Kobeln. So nutzen Sie für ihre täglichen Ruhephasen bevorzugt Schattenkobeln, während sie für ihre Nachtruhe andere Schlafkobeln nutzen.

Winterruhe in den Kobeln

Da der Kobel sehr stabil und robust gebaut ist, dient er auch als idealer Rückzugsort für die Winterruhe. Durch die dicken Außenwände und die weiche Polsterung dringt Wasser und Kälte kaum ein. Um ihre Winterruhe zu halten, kuscheln sich die Eichhörnchen in ihren buschigen Schwanz ein und schlafen in ihrem Kobel.

Nachwuchs bei den Eichhörnchen

Bei Eichhörnchen kannst Du Dir grundsätzlich zwei Paarungszeiten merken. Die Erste umfasst vorwiegend den Zeitraum von Dezember bis Februar und die zweite Paarungszeit geht von Juni bis August. Nur während der Paarungszeit kommen Männchen und Weibchen zusammen.

Balztanz und Paarungszeit

Die Paarungszeit wird meist mit einem ausgiebigen Balztanz des Männchens eingeleitet. Du erkennst ihn daran, dass sich die Eichhörnchen förmlich über die Bäume jagen. Der Balztanz kann mehrere Tage andauern, bis sich das Weibchen schließlich für ein Männchen entscheidet. Sollte es dann zu einer erfolgreichen Paarung kommen, bringt das Weibchen nach etwa 38 Tagen zwei bis fünf Jungen zur Welt.

Aufzucht der Jungen

Anfangs sind die Jungen noch nackt, taub und blind. Man zählt sie daher auch zu den Nesthockern, da sie kaum entwickelt sind und eine höhere Pflege der Mutter benötigen. Im Alter von etwa vier Wochen öffnen die Jungtiere erstmals ihre Augen. Mit sechs Wochen gehen die Jungen dann das erste Mal auf Entdeckertour nach draußen und verlassen das Nest. Jungtiere werden in der Regel zehn Wochen von der Mutter gesäugt. Danach halten sich die Jungtiere mehrheitlich noch einige Monate in der Nähe der Mutter auf.

Aufgrund von Fressfeinden überlebt meist nur etwa jedes vierte bis fünfte Jungtier das erste Lebensjahr.

Eichhörnchen Winterschlaf vs. Winterruhe

Eichhörnchen gehören ebenso wie andere Säugetiere zu den Tieren, die keinen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe während der Wintermonate halten.

Die Winterruhe beschreibt einen Ruhezustand, der für die Nahrungsaufnahme unterbrochen wird. Der Schlaf ist daher nicht so tief wie bei einem Winterschlaf.

Während ihren Wachphasen durchstreifen Eichhörnchen ihre Umgebung auf der Suche nach Nahrung. Aufgrund ihrer sensiblen Riechknospen finden sie auch unter einer Schneedecke ihre Depots, in denen sie Nahrung gelagert haben.

Wenn Du noch mal genau wissen möchtest, was der Winterschlaf ist, dann schau am besten direkt bei der passenden StudySmarter Erklärung vorbei!

Eichhörnchen – Das Wichtigste

  • Eichhörnchen bilden eine eigene Gattung innerhalb der Klasse der Nagetiere.
  • Insgesamt gibt es etwa 190 Arten innerhalb der Gattung der Eichhörnchen, wovon das eurasische Eichhörnchen in Deutschland heimisch ist.
  • Sie zählen zu den Allesfressern und ernähren sich von Nüssen, Vogeleiern etc.
  • Ihr buschiger Schwanz und ihre Krallen sorgen dafür, dass sie sich schnell und geschickt über die Bäume bewegen können.
  • Eichhörnchen sind tagaktiv und Einzelgänger. Sie kommen nur zur Paarungszeit zusammen.
  • Pro Wurf bringen die Weibchen etwa zwei bis fünf Junge zur Welt, wobei die Jungen anfangs Nesthocker sind.
  • Die Nester der Eichhörnchen nennt man Kobeln, die in den Astgabelungen der Bäume zu finden sind.
  • Eichhörnchen halten Winterruhe und suchen im Winter ihre versteckten Vorräte.

Nachweise

  1. deutschewildtierstiftung.de: Eichhörnchen (19.08.2022)
  2. tierenzyklopaedie.de: Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) (19.08.2022)
  3. biologie-seite.de: Eichhörnchen (19.08.2022)
  4. Abb. 1: Bild von Pexels auf Pixabay

Häufig gestellte Fragen zum Thema Eichhörnchen

Eichhörnchen fressen hauptsächlich Samen und Früchte wie von den Bäumen Eiche, Ahorn, Kiefer oder Fichte. Zusätzlich fressen sie auch Knospen, Blüten oder Pilze. Sie verschmähen allerdings auch keine Eier oder Jungvögel.

Du findest das Eichhörnchen hauptsächlich in Wäldern, Parks oder Gärten. Manchmal findest Du sie auch in Städten. Ihren Lebensraum machen sie dabei weniger vom Baumbestand sondern von der verfügbaren Nahrung aus.

In Europa, also auch in Deutschland, ist das eurasische Eichhörnchen (lat. Sciurus vulgaris) heimisch.

Zwischen März und August bringt ein Eichhörnchenweibchen bis zu sechs Junge auf die Welt. Diese werden in ihren Nestern, den sogenannten Kobeln, etwa drei Monate gesäugt und umsorgt.

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