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Trochäus

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Trochäus

Nicht nur Stücke der Musik habe ihren einzigartigen Rhythmus. Auch lyrische Werke besitzen einen eigenen Takt. Der Rhythmus eines Gedichts wird Metrum oder auch Versmaß genannt. Einer dieser Metren ist der Trochäus, auch Choreus genannt. Doch wie ist dieser Rhythmus aufgebaut? Und welche Wirkung hat er in einem Gedicht?

Definition des Trochäus

Der Begriff Trochäus leitet sich ab von dem griechischen Begriff trochaios und der lateinischen Bezeichnung trochaeus, was so viel wie "laufend", "Läufer" oder "schnell" bedeutet. In der Antike wurde der Trochäus häufig in Chorgesängen angewandt, woraus sich die zweite Bezeichnung Choreus ableitet.

Der Trochäus ist einer von neun Versfüßen und bildet einen alternierenden Vers. Dabei handelt es sich um einen Vers, in dem sich betonte und unbetonte Silben abwechseln. In seinem Aufbau ist er das exakte Gegenteil zu einem jambischen Rhythmus.

Als Versfuß wird der kleinste Teil eines Verses bezeichnet, also eine festgelegte Abfolge aus mindestens zwei Silben in einem Vers. Diese Silbenabfolge wiederholt sich immer wieder und bildet so das Metrum. Nicht alle neun Versfüße können allein stehen. Manche müssen auch innerhalb eines Verses miteinander kombiniert werden, um das Metrum zu bilden. Zu den neun Versfüßen zählen neben dem Trochäus:

Als Metrum oder auch Versmaß wird der Rhythmus eines Gedichts bezeichnet. Jeder Rhythmus bildet sich aus der Wiederholung verschiedener Versfüße. Um mehr zum Versmaß zu erfahren, sieh Dir gerne die Erklärung "Metrum" an! Möchtest Du mehr über ein bestimmtes Metrum erfahren? Dann helfen Dir die Erklärungen "Jambus", "Daktylus" und "Anapäst" weiter.

Aufbau und Wirkung des Trochäus

Wie auch der Jambus besteht der einzelne Versfuß des Trochäus aus zwei Silben. Eine unbetonte Silbe (kleines x) folgt auf eine betonte (großes X). Diese Abfolge wiederholt sich mehrfach. Der vollständige trochäische Vers lässt sich an dem Gedicht "Wünschelrute" von Joseph von Eichendorff veranschaulichen. Die betonten Silben (X) sind dabei farbig markiert:

Xx Xx Xx Xx

Und die Welt hebt an zu singen

Durch die betonte Silbe direkt zu Beginn des Verses wirkt der Trochäus oft sehr laut, schnell und dynamisch. Sein rhythmischer Takt wird oftmals mit dem Schlag eines Herzens verglichen.

Trochäus mit Auftakt

Nicht jedes Gedicht im trochäischen Versmaß beginnt mit einer Betonung. Manchmal wird auch eine unbetonte Silbe vorgestellt. Diese unbetonte Silbe am Anfang des Verses wird als Auftakt bezeichnet, hier gekennzeichnet durch das einzelne kleine x zu Beginn im Vers von Lessings Drama "Nathan der Weise":

x Xx Xx Xx Xx Xx

Es eifre jeder seiner unbestochnen

Durch diese unbetonte Silbe am Anfang des Verses ist der Trochäus mit Auftakt häufig nur schwer vom Jambus zu unterscheiden. Ob es wirklich einen Trochäus mit Auftakt gibt, oder es sich nicht einfach um einen Jambus handelt, ist daher umstritten und bietet immer wieder Platz für Diskussionen.

Da der Auftakt auch eine musikalische Bezeichnung ist und oft zu Verwirrungen führt, wurden im Laufe der Zeit alternative Bezeichnungen gesucht, darunter:

  • Vorsenkung
  • Vorschlag
  • Aufschlag

Du interessierst Dich für das Drama von Gotthold Ephraim Lessing? Dann sieh Dir gerne die Erklärung "Nathan der Weise" an!

Vierhebiger Trochäus

Eine Hebung ist eine betonte Silbe im Vers eines Gedichts. Die Anzahl der Hebungen errechnet sich also der Anzahl der betonten Silben. Ein vierhebiger Trochäus hat dementsprechend vier betonte Silben in einem Vers, ein dreihebiger dagegen nur drei. In diesem Beispiel sind die Hebungen farbig markiert:

Dreihebiger Trochäus: Xx Xx Xx

Vierhebiger Trochäus: Xx Xx Xx Xx

Der vierhebige Trochäus erfreute sich in der Romantik besonderer Beliebtheit. Eine Strophe mit vier Versen aus trochäischen Vierhebern wird daher auch Romanzenstrophe genannt. Das folgende Beispiel zeigt die erste Strophe aus Heinrich Heines Gedicht "Der Asra", das 1851 erschien:

"Täglich ging die wunderschöneSultanstochter auf und niederUm die Abendzeit am Springbrunn,Wo die weißen Wasser plätschern."

(Heinrich Heine, 1851, Der Asra)

Um mehr über die Literaturepoche der "Romantik" zu erfahren, sieh Dir gerne die Erklärung dazu an!

Fünfhebiger Trochäus

Der fünfhebige Trochäus wird auch Serbischer Trochäus genannt. Den Namen trägt das Metrum, da es besonders häufig in Serbien genutzt wurde. Johann Gottfried Herder, einer der berühmtesten Dichter der Weimarer Klassik, brachte den Serbischen Trochäus um 1800 nach Deutschland. Das Beispiel zeigt zwei Verse des 1829 entstandenen Gedichts "Die Abbasiden" von August von Platen:

"Tausend Zelten waren aufgeschlagenDurch’s Gefilde vor den Thoren Bagdads"

(August von Platen, 1829, Die Abbasiden)

Trochäische Verse, die über einen Fünfheber hinausgehen, sind eine Seltenheit. Auch der Dreiheber ist eher ungewöhnlich und zeigt sich meist nur in einzelnen Zwischenversen, nicht aber als durchgängiges Versmaß in ganzen Strophen.

Beispiel für den Trochäus im Gedicht – Betonung

Um den grundsätzlichen Aufbau des Trochäus zu veranschaulichen, eignet sich das Gedicht "An den Mond" von Johann Wolfgang von Goethe. Es wurde 1778 verfasst und wirkt trotz seines trochäischen Rhythmus ruhig und beschwichtigend, was zu der angestrebten nächtlich-mysteriösen Stimmung passt. Die betonten Silben in den ersten beiden Strophen wurden hier bunt markiert:

"Füllest wieder Busch und TalStill mit Nebelglanz,sest endlich auch einmalMeine Seele ganz;

Breitest über mein GefildLindernd deinen Blick,Wie des Freundes Auge mildÜber mein Geschick."

(Johann Wolfgang von Goethe, 1778, An den Mond)

Bei diesem Gedicht handelt es sich um einen unregelmäßigen Trochäus. Der erste und der dritte Vers jeder Strophe ist vierhebig, der zweite und der vierte dagegen dreihebig. Sämtliche Verse enden auf eine männliche Kadenz, wodurch die tragende, ruhige Wirkung zustande kommt.

Eine Kadenz ist die letzte Silbe eines Verses. Sie kann entweder betont oder unbetont sein. Betonte Endsilben werden als männliche Kadenz bezeichnet, unbetonte als weibliche. Eine Betonung am Ende lässt Lesende kurz innehalten und führt so zu einer kleinen Pause zwischen den einzelnen Versen.

Du möchtest mehr über Goethes Gedicht "An den Mond" wissen? Dann sieh Dir gerne die Erklärung "An den Mond" an!

Trochäus erkennen

Wenn Du das Metrum eines Gedichts ermitteln möchtest, lohnt es sich, zunächst die Silben der einzelnen Verse voneinander zu trennen. Hierfür kannst Du einfach mit einem Bleistift dünne Linien ziehen.

Im nächsten Schritt kannst Du Dir das Gedicht laut vorlesen. Achte darauf, welche Silben Du ganz natürlich stärker beziehungsweise schwächer betonst als andere. Die Hebungen lassen Deine Stimme beim Vorlesen etwas höher und schärfer klingen.

Wenn Du nicht sicher bist oder keinen Unterschied zwischen den einzelnen Silben erkennen kannst, betone ganz bewusst die erste Silbe im Vers und die zweite nicht. Dann betone wieder die Dritte und lasse die Vierte unbetont. Das führst Du fort, bis der Vers beendet ist. Wenn die Betonung natürlich klingt, liegt ein Trochäus als Versmaß vor. Wenn nicht, handelt es sich um ein anderes Metrum.

Trochäus — Das Wichtigste

  • Der Trochäus ist einer von neun Versfüßen. In einem Gedicht mit trochäischem Rhythmus wird dieser Versfuß mehrfach wiederholt und bildet so das trochäische Metrum.
  • Es handelt sich bei dem Trochäus um eines von zwei alternierenden Metren und das exakte Gegenstück vom jambischen Versmaß.
  • Eine alternative Bezeichnung für den Trochäus ist Choreus, da dieses Metrum häufig für antike Chorgesänge genutzt wurde.
  • Bei einem Trochäus folgt eine unbetonte Silbe auf eine betonte, das bedeutet ein Vers beginnt mit einer Hebung. Eine vierzeilige Strophe mit je vier Hebungen im Vers wird auch Romanzenstrophe genannt. Der trochäische Fünfheber nennt sich Serbischer Trochäus.
  • Die Frage, ob es einen Trochäus mit Auftakt gibt, oder ob es sich dabei schlichtweg um einen Jambus handelt, ist und bleibt umstritten. Alternative Begriffe für den Auftakt sind beispielsweise Vorsenkung, Vorschlag oder auch Aufschlag.
  • Du kannst das Metrum eines Gedichts erkennen, indem Du den Vers zunächst in seine einzelnen Silben zerlegst und ihn Dir dann mit trochäischer Betonung laut vorliest.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Trochäus

Der Trochäus ist einer von neun Versfüßen. In einem Gedicht mit trochäischem Rhythmus wird dieser Versfuß mehrfach wiederholt und bildet so das trochäische Metrum. 

Ein vierhebiger Trochäus ist ein Trochäus mit vier Hebungen, also vier betonten Silben im Vers. 

Der Trochäus bewirkt oft eine starke Dynamik innerhalb der Verse. Gedichte mit trochäischem Rhythmus lesen sich gleichmäßig, kräftig und schnell. 

Den Trochäus erkennst Du an seiner regelmäßigen Silbenabfolge. Eine unbetonte Silbe folgt immer auf eine betonte. Welche Silben Du intuitiv stärker beziehungsweise schwächer betonst, findest Du heraus, indem Du Dir den Vers mehrmals laut vorliest. 

Finales Trochäus Quiz

Frage

Was ist der Trochäus?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Trochäus ist einer von neun Versfüßen, aus dem sich ein Metrum, also der Rhythmus eines Gedichts ergibt.

Frage anzeigen

Frage

Wie wird der Trochäus noch genannt?

Antwort anzeigen

Antwort

Choreus

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet die griechische Bezeichnung trochaios übersetzt?

Antwort anzeigen

Antwort

"Läufer", "laufend" oder "schnell"

Frage anzeigen

Frage

Welches Metrum ergibt sich aus dem Trochäus?

Antwort anzeigen

Antwort

Xx Xx Xx Xx

Frage anzeigen

Frage

Wie bezeichnen Expert*innen einen Vers, indem sich betonte und unbetonte Silben abwechseln?

Antwort anzeigen

Antwort

Alternierender Vers

Frage anzeigen

Frage

Was ist das alternierende Gegenstück zum Trochäus?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Jambus

Frage anzeigen

Frage

Wie wirkt der Trochäus in einem Gedicht?

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Antwort

Durch die betonte Silbe direkt am Versanfang wirkt der Trochäus oft sehr dynamisch, kräftig und schnell.

Frage anzeigen

Frage

Welches Metrum ergibt sich aus einem Trochäus mit Auftakt?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Metrum eines Trochäus mit Auftakt sieht wie folgt aus:


x Xx Xx Xx Xx


Expert*innen sind sich uneinig, ob es sich dabei nicht einfach um einen gewöhnlichen Jambus handelt.

Frage anzeigen

Frage

Nenne drei alternative Bezeichnungen für den literarischen Auftakt!

Antwort anzeigen

Antwort

  • Vorschlag
  • Aufschlag
  • Vorsenkung
Frage anzeigen

Frage

Welches Versmaß weist das Gedicht "An den Mond" von Johann Wolfgang von Goethe auf?

Antwort anzeigen

Antwort

Johann Wolfgang von Goethes Gedicht "An den Mond" weist einen unregelmäßigen Trochäus aus Drei- und Vierhebern auf. Der erste und dritte Vers einer Strophe besitzt dabei jeweils vier Hebungen, der zweite und vierte nur drei.

Frage anzeigen

Frage

Was versteht man unter einem trochäischen Vierheber?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein trochäischer Vierheber ist ein Trochäus mit vier Hebungen, sprich vier betonten Silben im Vers.

Frage anzeigen

Frage

Wie wird der trochäische Vierheber noch genannt?

Antwort anzeigen

Antwort

Eine vierzeilige Strophe aus trochäischen Vierhebern nennt sich auch Romanzenstrophe. Sie war vor allem in der Literaturepoche der Romantik beliebt.

Frage anzeigen

Frage

Wie wird der trochäische Fünfheber noch genannt?

Antwort anzeigen

Antwort

Ein fünfhebiger Trochäus wird auch Serbischer Trochäus genannt, da er sich in Serbien großer Beliebtheit erfreute.

Frage anzeigen

Frage

Wie nennt sich eine betonte Silbe am Ende des Verses, wie sie in Goethes Gedicht "An den Mond" zu sehen ist?

Antwort anzeigen

Antwort

Männliche Kadenz

Frage anzeigen

Frage

Wer brachte den Serbischen Trochäus nach Deutschland?

Antwort anzeigen

Antwort

Johann Gottfried Herder

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