Lebensborn

Vereine erscheinen dir vermutlich auf den ersten Blick unscheinbar, doch in der Vergangenheit gab es einen Verein mit radikalen Absichten. Du erfährst, welche Aufgabe dieser hatte, auf welchen führenden Nationalsozialisten die Idee zurückging und welche menschenverachtende Idee hinter dem Lebensborn e. V. stand.

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Inhaltsangabe

    Lebensborn – Definition

    Der Lebensborn e. V. war während des "Dritten Reiches" ein von der SS getragener und vom Staat finanziell geförderter, rechtlich jedoch unabhängiger Verein. Die rechtliche Unabhängigkeit sollte auch nicht SS-Angehörigen den Beitritt ermöglichen. Der Ausdruck "Born" im Namen des Vereins ist ein altdeutscher Begriff für das Wort "Quelle" oder "Brunnen". Die Bedeutung des Namens als "Lebensquelle" oder "Lebensbrunnen" zeigt gut, wofür dieser zuständig sein sollte.

    Hauptaufgabe des Lebensborn e. V. war es auf Grundlage der NS Ideologie als eine von vielen Maßnahmen, die Geburtenrate "arischer" und "erbgesunder" Kinder zu erhöhen und Abtreibungen dieser zu verhindern. Der Initiator des Lebensborn e. V., Reichsführer der SS Heinrich Himmler, schätze fälschlicherweise, dass durch den Lebensborn e. V. 600.000 von circa 700.000 illegalen Abtreibungen im Jahr unterbunden werden konnten.

    Die Abkürzung e. V. steht im Deutschen für die Rechtsform "eingetragener Verein". Diese bezeichnet den Zusammenschluss unterschiedlicher natürlicher oder juristischer Personen.

    Grundlagen in der NS Ideologie

    In der Betrachtung des Lebensborn e. V. ist es wichtig zu verstehen, dass die Idee für diesen auf der Grundlage der NS Ideologie entstand. Ziel des Vereines war es zwar, Müttern durch betreuerische und finanzielle Unterstützung andere Wege als eine, oft risikoreiche, Abtreibung unter schlechten hygienischen Bedingungen zu ermöglichen, was auf den ersten Blick für die Zeit durchaus fortschrittlich erschien. Dieses Angebot wurde jedoch lediglich aus der Motivation der Rassenhygiene und NS Ideologie geschaffen.

    Ziel des "Dritten Reiches" war die Herbeiführung des Endsieges der "arischen Herrenrasse" über alle anderen "minderwertigen Rassen". Eines der entscheidenden Mittel für die Herbeiführung dieses Endsieges sollte die Vermehrung "erbgesunder" und "reinrassiger" Nationalsozialist*innen für den Einsatz im Kriegsdienst und an der Heimatfront, sowie zur Besetzung der eroberten Gebiete sein.

    In der NS Ideologie wurde zwischen unterschiedlichen "Menschenrassen" unterschieden. Als "überlegene Herrenrasse" galt dabei die der "Arier". Während des Nationalsozialismus galten die meisten Menschen mit einer weißen Hautfarbe und europäischer Abstammung, welche keine jüdischen Vorfahren hatten als "Arier".

    Die Begriffe "Arier" und "Rasse" werden bewusst in Anführungszeichen gesetzt, da die Existenz von "Menschenrassen" wissenschaftlich widerlegt ist.

    Lebensborn e. V. – Mythen

    Während der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch nach der Beendigung des "Dritten Reiches" rankten sich viele Mythen rund um die Heime des Lebensborn e. V.. Oft wurden diese alsSS-Bordelle bezeichnet. Auch wurden die Einrichtungen oft als Zuchtstationen für arischen Nachwuchs angesehen.

    Beide Vorwürfe sind falsch. Der Lebensborn e. V. agierte vor allem als Heim für "arische" Kinder (aus ungewollten Schwangerschaften). Dabei war er in seiner Idee und Vorgehensweise vor allem bei seiner Mitarbeit an der Verschleppung "arisch aussehender" Kinder aus den besetzen Kriegsgebieten allerdings nicht weniger grausam und menschenverachtend.

    Lebensborn e. V. – Bedeutung & Wirken

    Wie du in den vorherigen Absätzen bereits erfahren hast, war der Lebensborn e. V. vor allem für die Aufnahme und Unterstützung von "arischen" Kindern aus ungewollten Schwangerschaften sowie deren Mütter verantwortlich. Außerdem beteiligte er sich an der Verschleppung von "arisch aussehenden" Kindern aus den besetzen Gebieten und war für deren Eindeutschung zuständig. Wie der Lebensborn e. V. diese Verbrechen ausführte, erfährst du in den folgenden Absätzen.

    Betreuung "arischer" unehelicher Kinder

    In den Heimen des Lebensborn e. V. konnten "arische" Frauen unter bestimmten Voraussetzungen diskret Kinder zur Welt bringen. Voraussetzung für die Unterstützung des Vereines war die Vorlage eines "Ariernachweises", eines speziell ausgefüllten "Erbgesundheitsbogens", eines "ärztlichen Untersuchungsbogens zum Nachweis der Gesundheit und der rassischen Beurteilung", sowie eines Dokumentes mit den persönlichen Daten der Mutter und bei unehelichen Kindern eine eidesstattliche Versicherung über den Vater des Kindes.

    Der Ariernachweis war ein Nachweis über die "reine arische" Abstammung einer Person im "Dritten Reich". Beim Eintritt in die NSDAP oder eine andere NS-Organisation musste ein solcher Nachweis nach der Machtübernahme Hitlers nachgewiesen werden. In diesem mussten alle Vorfahren bis 1800 aufgelistet und von der "Reichsstelle für Sippenforschung" beglaubigt werden. Beim Eintritt in die SS mussten sogar alle Vorfahren bis 1750 aufgelistet werden.

    Durch die Nürnberger Gesetze wurde der "Ariernachweis" für alle Bürger*innen verpflichtend eingeführt. Als "arisch" galt, wer nachweisen konnte, dass sich unter seinen Vorfahren keine jüdischen Personen oder Angehörige anderer "minderwertiger Rassen" befanden.

    Im Deutschen Reich gab es deutlich mehr Entbindungs- statt Kinderheime. Nach der erfolgreichen Geburt erhielten die Neugeborenen in einer Zeremonie unter einer Mischung aus pseudochristlichen, nationalsozialistischen und pseudogermanischen Riten eine Taufe unter Auflegung eines silbernen SS-Dolches unter einer Hakenkreuzfahne. Danach konnten die Mütter zusammen mit ihren Neugeborenen noch einige Wochen in einem der Heime des Lebensborn e. V. verbringen.

    Nach der Entbindung durch eine "arische" Mutter war es in den meisten Fällen das oberste Ziel des Lebensborn e. V., die Mutter so zu unterstützen, dass diese ihr Kind selbstständig aufziehen konnte. Dafür wurden beispielsweise Förderungen bei der Wohnungssuche bereitgestellt. Diese Unterstützung erhielten Frauen jedoch nur, wenn sie "erbgesunde" Kinder zur Welt brachten. Wurde ein Kind mit Behinderung geboren, wurde dieses meist im Rahmen der Kinder-Euthanasie des "Dritten Reiches" ermordet.

    Selbst mit Krankheiten, die die Gesundheit eines Kindes wenig beeinflussten, wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, wurden diese als "nicht erbgesund" eingestuft.

    Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

    Die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist eine der bei Neugeborenen am häufigsten auftretenden angeborenen Fehlbildungen. Statistisch gesehen tritt sie in all ihren Abstufungen mit einer Inzidenz von 1:500 auf, das heißt, dass 0,2 % aller Neugeborenen eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte besitzen. Der Fehlbildung liegt in den meisten Fällen ein genetischer Fehler zugrunde, die genaue Ursache im Erbgang ist jedoch bis heute nicht eindeutig geklärt.

    In vielen harmlosen Fällen hat eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte bis auf das Aussehen kaum Auswirkungen auf die betroffenen Personen. Es gibt jedoch einige schwerere Formen, wo eine solche Fehlbildung zu Atembeschwerden, Problemen bei der Nahrungsaufnahme, Sprachproblem, Zahnfehlstellungen oder Hals-Nasen-Ohrenerkrankungen führen kann.

    Wollten die Mütter ihr Kind trotz dieser Unterstützung nicht behalten, wurde es über den Lebensborn e. V. zur Adoption freigegeben. Vorwiegend adoptierten Familien von SS-Anhängern die Kinder aus den Lebensborn-Heimen.

    Verschleppung "arisch" aussehender Kinder

    Ein weiteres grausames Verbrechen des Nationalsozialismus stellt die Verschleppung "arisch" aussehender Kinder aus den im Krieg besetzten Gebieten dar. Vor allem aus Osteuropa wurden während des Zweiten Weltkrieges 50.000 bis 200.000 Kinder von der SS und den Nationalsozialist*innen verschleppt und "eingedeutscht". Viele nicht "arisch" oder "erbgesund" aussehende Kinder wurden in den Konzentrationslagern des NS-Regimes getötet.

    Wie groß die Verantwortung des Lebensborn e. V. bei der Verschleppung von Kindern im Zweiten Weltkrieg war, lässt sich heute nicht mehr eindeutig sagen. Die Nationalsozialist*innen zerstörten die Dokumente von Kindern aus den besetzten Gebieten systematisch und trainierten ihnen ihre eigene Muttersprache ab. Viele Betroffene erfuhren erst Jahre später oder ihr ganzes Leben nichts von ihrer eigentlichen Herkunft.

    Sicher lässt sich heute nur noch die Verantwortung des Lebensborn e. V. bei der Verschleppung und "Eindeutschung" von 350 Kindern aus ehemaligen besetzten Gebieten nachweisen.

    Lebensborn – Verein

    Wie bereits oben beschrieben war der Lebensborn e. V. ein rechtlich unabhängiger Verein, der jedoch von der SS getragen und vom Staat gefördert wurde. Der Verein wurde offiziell am6. Dezember 1935 gegründet und nahm am 15. August 1936 mit der Eröffnung des Lebensborn-Heimes Steinhöring in Oberbayern seine Arbeit auf.

    Lebensborn Heim Steinhöring StudySmarterAbb. 1: Lebensborn Heim Steinhöring

    Lebensborn Heime und Lebensborn Kinder

    Der Lebensborn e. V. besaß innerhalb des Deutschen Reiches zwischenzeitlich neun Entbindungs- und zwei Kinderheime. Außerhalb des Landes besaß er in den besetzten Gebieten insgesamt 13 Heime. Allein 10 davon waren in Norwegen angesiedelt, da die "nordische Rasse" der Menschen in Skandinavien in der NS Ideologie einen besonders großen Stellenwert einnahm.

    Jeweils ein Heim existierte in Frankreich, Belgien und den Niederlanden. In Polen besaß der Lebensborn e. V. zwar Niederlassungen, jedoch keine Entbindungs- oder Kinderheime.

    Insgesamt wurden bis 1945 circa 17.000–18.000 sogenannte Lebensborn Kinder in diesen Heimen geboren. Schätzungen zur Folge kamen 9.000 bis 12.000 dieser Kinder allein aus den Heimen in Norwegen.

    Lebensborn Säuglingszimmer StudySmarterAbb. 2: Lebensbornheim, Säuglingszimmer

    Satzung

    In der Satzung des Lebensbon e. V. waren die Grundzüge der Arbeit des Vereines festgelegt. Sie legte fest, dass die vier Hauptaufgaben des Vereins seien:

    1. "Rassisch und erbbiologisch wertvolle, kinderreiche Familien zu unterstützen.

    2. Rassisch und erbbiologisch wertvolle ledige Mütter unterzubringen und zu betreuen, bei denen nach sorgfältiger Prüfung der eigenen Familie und der Familie des Erzeugers durch das Rasse und Siedlungshauptamt-SS anzunehmen ist, dass gleich wertvolle Kinder zur Welt kommen,

    3. für diese Kinder zu sorgen,

    4. für die Mütter der Kinder zu sorgen.“

    Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS (RuSHA) war als eines von drei Hauptämtern der SS vor allem für die Rassenselektionen Menschen "minderwertiger Rassen" in den von den Nationalsozialist*innen besetzten Gebieten und die Ansiedlung von Personen der "arischen Rasse" verantwortlich.

    Lebensborn – Bedeutung heute

    Der Lebensborn e. V. ist heutzutage eine der unerforschtesten Organisationen im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus. Die Öffentlichkeit, aber auch viele Opfer des Lebensborn e. V. wissen daher meist nicht über das Thema Bescheid.

    Lebensborn – Bedeutung für die Opfer

    Die Folgen für die Opfer des Lebensborn e. V. sind bis heute dramatisch. Wie du bereits erfahren konntest, erfuhren viele Betroffenen erst nach Jahren oder ihr ganzes Leben über nicht von ihrer eigentlichen Herkunft. Bei medizinischen, physiologischen und tiefenpsychologischen Untersuchungen fielen eine Reihe an Problemen bei den Opfern des Lebensborn e. V. auf.

    Die meisten der betroffenen Kinder konnten erst deutlich später aufrecht gehen und sitzen. Viele hatten Probleme beim Sprechen und stotterten. Knapp 10 % der Untersuchten nässten und koteten sich auch im erwachsenen Alter ein. Außerdem traten Anzeichen von wirklichkeitsfremden Einstellungen, Störungen der Umweltbeziehungen, Angst, Haltlosigkeit, Gefühlsarmut und Kontakthemmungen auf.

    Insgesamt erreichten die Organisator*innen der Heime des Lebensborn e. V. genau das Gegenteil ihres eigentlichen Ziels. Statt "aufrichtigen und starken" Menschen zur Unterstützung des nationalsozialistischen Staates lösten sie bei vielen ehemaligen Kindern der Heime mit ihren menschenverachtenden Methoden medizinische, physiologische und psychologische Probleme aus.

    Diskriminierung der "tyskerbarna" und "tyskertøser" in Norwegen

    Auch in Norwegen, wo der Lebensborn e. V. besonders aktiv war, hatte dieser schwerwiegende Folgen für die betroffenen Frauen und Kinder der deutschen Heime. Die "tyskertøser" (deutsch: Deutschenflittiche), also die Frauen, die in den Heimen des Lebensborn e. V. gelebt oder entbunden hatten, wurden nach dem Ende der deutschen Besatzung in Norwegen mit der Begründung der Eindämmung von Geschlechtskrankheiten in Internierungslagern eingesperrt.

    Für die jahrelange Diskriminierung der "tyskertøser" und "tyskerbarna" (deutsch: Deutschenkinder) entschuldigte sich der damalige norwegische Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik im Jahre 1998.

    Lebensborn – Öffentlicher Umgang

    Der Lebensborn e. V. war einer der zentralen Bestandteile des achten Nürnberger Folgeprozesses, des sogenannten "Prozess Rasse- und Siedlungshauptamt SS". Trotzdem konnte seine Rolle in der menschenverachtenden NS-Politik damit nicht geklärt werden. In einem der Urteile der Prozesse wurde der Lebensborn e. V. sogar fälschlicherweise als karitative Einrichtung bezeichnet. Die Verfahren gegen die angeklagten Täter*innen des Lebensborn wurden zusätzlich allesamt aufgrund von Mangel an Beweisen eingestellt.

    Als karitative Einrichtungen bezeichnet man Einrichtungen, die sich im Bereich der humanitären Hilfe oder anderen sozialen Bereichen engagieren. Da die Bezeichnung vom Wort Karitas (vom Lateinischen caritas) stammt, welches im Christentum für Nächstenliebe und Wohltätigkeit steht, sind ein Großteil der Einrichtungen, die sich selbst als "karitativ" bezeichnen, kirchlich organisiert.

    Die Beweise zur Verurteilung der Straftäter*innen des Lebensborn e. V. fehlten vor allem durch die systematische Aktenzerstörung zum Kriegsende. Dies hatte auch zur Folge, dass viele Betroffene erst Jahre später oder ihr ganzes Leben über nicht, von ihrer wahren Herkunft erfuhren.

    Die Opfer des Lebensborn e. V. hatten neben ihren häufig auftretenden medizinischen, physiologischen und psychologischen Schäden oft mit ihrer Anerkennung in der Gesellschaft zu kämpfen. Lebensborn Kindern wurden in der späteren Bundesrepublik Deutschland beispielsweise oft nicht die staatlichen Unterstützungen für die Opfer des Nationalsozialismus gewährt.

    MyChild: Lebensborn

    Das norwegische Computerspiel MyChild: Lebensborn setzt sich differenziert mit den Verbrechen des Lebensborn e. V. in den norwegischen Heimen auseinander. In dem Spiel schlüpft man in die Rolle der Zieheltern eines sieben Jahre alten, in einem Lebensborn-Heim geborenen Kindes und erfährt von dem Mobbing und der Ausgrenzung, welcher die "tyskerbarna" nach dem Zweiten Weltkrieg in Norwegen ausgesetzt waren.

    Obwohl in dem Spiel verfassungsfeindliche Symbole wie das Hakenkreuz gezeigt werden, ist das Spiel in Deutschland ab 12 Jahren freigeben, da es sich kritisch mit den Verbrechen des NS-Regimes auseinandersetzt.

    Lebensborn - Das Wichtigste

    • Der Lebensborn e. V. war ein von der SS getragener und vom Staat geförderter, jedoch rechtlich eigenständiger Verein.
    • Er ging auf eine Idee vom Reichsführer SS Heinrich Himmler zurück, illegale Abtreibungen von "arischen" Kindern durch die Schaffung von diskreten Entbindungsheimen weitgehend verhindern zu können.
    • Neben der Funktion als Träger von Entbindungsheimen für "arische" und "erbgesunde" Kinder fungierte der Lebensborn e. V. auch in einem historisch nicht einwandfrei geklärten Ausmaß bei der Verschleppung von "arisch" aussehenden Kindern und bei deren "Eindeutschung".
    • Außerdem beteiligte sich der Lebensborn e. V. mit der sogenannten Kinder-Euthanasie an den Verbrechen der Euthanasie im "Dritten Reich".
    • Viele Opfer des Lebensborn e. V. litten ihr ganzes Leben lang an medizinischen, physiologischen und psychologischen Problemen. Außerdem erfuhren viele Betroffene erst recht spät oder ihr ganzes Leben über nicht von ihrer eigentlichen Herkunft.

    Nachweise

    1. Abb. 1 - "Steinhöring, Lebensborn-Mütter-Heim" by Bundesarchiv, B 145 Bild-F051638-0059 (www.Bundesarchiv.de) licensed under CC-BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)
    2. Abb. 2 - "Lebensbornheim, Säuglingszimmer" by Bundesarchiv, B 145 Bild-F051638-0061 (www.bundesarchiv.de) licensed under CC-BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)
    Häufig gestellte Fragen zum Thema Lebensborn

    Wie viele Lebensborn Heime gab es?

    Insgesamt gab es in Deutschland 11 und im Ausland (Norwegen, Frankreich, Belgien und die Niederlande) 13 Lebensborn Heime. 10 der sich im deutschen Ausland befindlichen Heime waren in Norwegen angesiedelt.

    Was ist Lebensborn?

    Der Lebensborn e. V. war ein von der SS getragener und vom Staat geförderter, jedoch rechtlich eigenständiger Verein, der ursprünglich die Abtreibung "arischer" Kinder verhindern sollte. Später beteiligte er sich aktiv an der Verschleppung und "Eindeutschung" "arisch" aussehender Kinder aus den von NS-Deutschland im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten.  

    Was sind Lebensborn Kinder?

    Als Lebensborn Kinder bezeichnet man die Kinder, die zu Opfern des Lebensborn e. V. wurden. Sie wurden entweder von ihren Müttern in den Heimen geboren (oder in seltenen Fällen dort abgegeben) oder von den Nationalsozialist*innen aus den von NS-Deutschland im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten verschleppt und "eingedeutscht". 

    Wie viele Lebensborn kinder gab es?

    In den Heimen des Lebensborn e. V. wurden 17.000 - 18.000 Kinder geboren. Mindestens 350 "arisch" aussehende Kinder wurden vom Lebensborn e. V. aus den besetzten Gebieten eingeschleppt. Angesichts der 50.000 bis 200.000 von den Nationalsozialist*innen während des Zweiten Weltkrieges verschleppten Kinder, könnte die Dunkelziffer beim Lebensborn e. V. jedoch deutlich höher liegen. 

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