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Schlacht um Stalingrad

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Geschichte


Bis heute gilt die Schlacht um Stalingrad als eine der brutalsten und zermürbendsten Gefechte des zweiten Weltkrieges. Fast fünf Monate tobten die Kämpfe innerhalb der Stadt, rund eine Millionen Soldaten verloren dabei ihr Leben. Doch nicht nur die Brutalität ist der Menschheit in Erinnerung geblieben, auch der umfassende Einfluss, den ihr Ausgang auf den zweiten Weltkrieg nahm, gibt der Schlacht eine immense Bedeutung. 


Dieser Artikel gehört zum Fach Geschichte und ergänzt das Thema Zweiter Weltkrieg.


Gründe für die Eroberung Stalingrads 

Nachdem die Wehrmacht 1941 ihre Ziele bezüglich des Sommerfeldzugs nicht erfüllen konnte und im Winter einen herben Rückschlag einsteckte, musste 1942 ein neuer Plan her, um den Krieg gegen die Sowjetunion erfolgreich weiterzuführen. Schnelle Erfolge waren auch zur Fortführung der Heimatpropaganda vonnöten, um Unruhen und Aufstände zu verhindern. Die Eroberung Stalingrads hatte folglich sowohl militärische und logistische als auch ideologische Gründe. 


Eroberung der Ölfelder im Kaukasus 

Nachdem 1941 der seitens der Wehrmacht erwartete durch das Unternehmen "Barbarossa" herbeigeführte Zusammenbruch der Sowjetunion ausblieb, sollte dieser 1942 durch die Eroberung der Ölfelder im Kaukasus erzwungen werden. hierbei spielte Stalingrad als wichtiger Verkehrsknotenpunkt eine entscheidende Rolle, durch die Einnahme der Stadt sollte der Sowjetunion vollends der Zugang zu den für die Kriegsmaschinerie unentbehrlichen Ölquellen verwehrt werden. 


Die propagandistische Vermarktung 

Aufgrund des Namens der Stadt war Stalingrad für die deutsche Propaganda von großer Bedeutung. Die Eroberung der Stadt, die nach dem Feind benannt wurde sollte weitflächig vermarktet werden und der deutschen Bevölkerung den Eindruck vermitteln, den endgültigen Sieg über die Sowjetunion errungen zu haben. 


Stalins persönlicher Bezug zu der Stadt 

Für Stalin selbst wiederum besaß die Stadt nicht nur militärstrategischen oder propagandistischen Wert. Sie prägte ihn zutiefst, da er hier seinen entscheidenden politischen Aufstieg erfuhr. Dies führte dazu, dass sich die Eroberung Stalingrads mit der Zeit von einer strategisch wichtigen Operation zu einem verbissenen Zweikampf zwischen Hitler und Stalin entwickelte. Dieser persönliche Bezug zur Schlacht sollte später auch mehrere strategisch unvorteilhafte Entscheidungen Hitlers nach sich ziehen. 


Schlacht um Stalingrad - Einkesselung statt Einnahme 

Der Beginn der Belagerung

Nach einer bis dato recht erfolgreichen Sommeroffensive begann am 13. September 1942 der Angriff Stalingrads. Zuvor wurde die Stadt großflächig durch zahlreiche Bombardements aus der Luft in Schutt und Asche gelegt. Aufgrund der deutschen Lufthoheit und der besseren Ausrüstung erwarteten viele optimistische Soldaten der Wehrmacht eine schnelle Einnahme der Stadt. 



Entgegen den Erwartungen der Wehrmacht erwies sich die sowjetische Verteidigung jedoch als äußerst widerstandsfähig.

Ausschlaggebend hierfür waren unter anderem kaltblütige Maßnahmen der sowjetischen Armee sowie des NKWD. Häufig wurden Zivilisten in Kampfhandlungen mit eingebunden, um ein Defizit an Soldaten auszugleichen. Unerlaubte Rückzüge wurden nach dem berüchtigten Befehl Nr. 227 schwer bestraft, die meisten Betroffenen erwartete der Tod oder eine Versetzung in eine Strafkompanie, welche die gefährlichsten Aufgaben übernehmen mussten. Die harten Maßnahmen zeigten jedoch Erfolg, die Eroberung der Stadt ließ weiterhin auf sich warten, da diese sich mit allem verteidigte was sie aufzubieten hatte. 


Ausbleibender Erfolg und daraus resultierende Demoralisierung 

Nach zwei Monaten kontrollierten sowjetische Einheiten nur noch kleine Bereiche der Stadt, doch die Stellungen wurden weiter gehalten. Sowohl sowjetische als auch deutsche Soldaten hatten unter den blutigen und psychologisch zermürbenden Straßenkämpfen gelitten, beide Seiten mussten große Verluste verzeichnen. Vor allem für deutsche Einheiten war diese neue Art des Kampfes ein Kulturschock. Vorteile des Blitzkrieges konnten hierbei nicht mehr ausgenutzt werden, anstatt von raschen Vormärschen über weite Gebiete standen nun tagelange Kämpfe um wenige Häuserblocks an der Tagesordnung. Die neue Härte im Kampf nach dem Motto "Mann gegen Mann" sowie ausbleibende größere Erfolge trieb die Demoralisierung deutscher Soldaten weiter voran. 


Operation "Uranus"




Trotz der zähen Verteidigung durch die rote Armee zeichnete sich eine Eroberung der Stadt weiterhin ab, weshalb eine neue Idee Seiten der Sowjetunion aufkommen musste. Während die Kämpfe in Stalingrad andauerten, gelang es der sowjetischen Heeresführung, zwei umfassende Armeen aufzustellen, um eine Einkesselung unter der Bezeichnung Operation "Uranus" vorzunehmen.

Am 19. November brachen diese Verbände an den schwach gedeckten Flanken durch und kreisten die 6. Armee, die weiterhin in Stalingrad kämpfte, innerhalb weniger Tage vollständig ein. 



Schon vor der Einkesselung zeichnete sich das Vorhaben der roten Armee ab, jedoch entschied sich Hitler gegen einen Rückzug aus Stalingrad, da er befürchtete, die Stadt sonst nie erobern zu können. Auch während und nach der Einkesselung änderte er seine Meinung nicht. Hitler ging weiterhin davon aus, dass eine Gegenoffensive den sowjetischen Ring durchbrechen würde. Das sogenannte Unternehmen "Wintergewitter" scheiterte jedoch, die Einschließung blieb bestehen. Daraufhin sollte die 6. Armee bis zur Wiederherstellung der Verbindung zum Rest der Heeresgruppe über eine Luftbrücke versorgt werden. Diese konnte jedoch ihren Zweck nicht vollständig erfüllen, eine derartig große Armee per Luft zu versorgen stellte sich schlichtweg als unmöglich heraus. 


Das Ende der 6. Armee

Nach einer fast dreimonatigen Einkesselung ergaben sich Anfang Februar 1943 die letzten deutschen Einheiten. Ungefähr 330.000 Soldaten saßen zu Beginn der Einkesselung in Stalingrad und im Umland fest, circa 110.000 überlebten die folgenden Kämpfe, den Hunger und die Kälte und gerieten in Kriegsgefangenschaft. Nur die wenigsten sollten lebend nach Deutschland zurückkehren 



Stalingrad: Eine Kriegswende? 

Mit der Vernichtung der sechsten Armee in Stalingrad endete auch die Erfolgssträhne der Wehrmacht im zweiten Ostfeldzug. 

Im Süden wurden deutsche Einheiten weiter zurückgedrängt, das wichtige Ziel der Sommeroffensive 1942, die Eroberung der Ölfelder im Kaukasus, konnte nicht erreicht werden. Nachdem die entscheidenden Etappen der Wehrmacht im Ostfeldzug nun mehrere Male nicht erreicht werden konnten, gab diese aufgrund hoher Einbußen an Ressourcen und Soldaten immer mehr die Initiative an die Sowjetunion ab. Stalingrad stellt somit nicht den Untergang der Sowjetunion, sondern eher ihre wiederkehrende Hoffnung dar.



Auch in Deutschland sorgte der Ausgang der Schlacht für einen Stimmungsumschwung. Mit der Vernichtung der sechsten Armee löste sich in der deutschen Bevölkerung nun deutlich stärker der Schein einer unbesiegbaren Wehrmacht auf. Die Propaganda reagierte auf diesen Stimmungswandel. Schon bald nach der Niederlage in Stalingrad rief Joseph Goebels in seiner Sportpalastrede den "totalen Krieg" aus. Hiermit sollte nun nicht mehr der Eindruck vermittelt werden, dass ein Sieg der Wehrmacht unumgänglich wäre, die Angst vor der Niederlage und deren Konsequenzen sollte ab sofort die radikale "totale" Kriegsführung rechtfertigen. Stalingrad sollte hierbei das blutige Beispiel darstellen. 



Ob die Schlacht um Stalingrad den entscheidenden Wendepunkt im Ostfeldzug darstellt, ist zu diskutieren. Das Scheitern des Unternehmens "Barbarossa" im Jahr 1941 und der darauf folgende Rückschlag im Winter werden beispielsweise ebenfalls häufig als entscheidender Meilenstein bezeichnet. Ohne Zweifel führte die Schlacht jedoch zu einem unübersehbaren Stimmungsumschwung und einer daraus folgenden Umstellung der Propaganda. 


Die Schlacht um Stalingrad - Das wichtigste auf einen Blick! 

  • Nach der Sommeroffensive 1941 sollten im folgenden Jahr aus deutscher Sicht die Ölfelder im Kaukasus erobert werden, um einen Zusammenbruch der Sowjetunion zu erzwingen. 
  • Die Eroberung Stalingrads war hierbei aus militärstrategischen Gründen äußerst wichtig, die Propaganda sollte wiederum den Sieg zur Aufrechterhaltung der Motivation nutzen. 
  • Aufgrund Stalins persönlichem Bezug zu der Stadt gewann diese sowohl für den sowjetischen Diktatoren als auch für Hitler immer mehr an Bedeutung, was zufolge hatte, das vor allem Hitler strategisch unvorteilhafte Entscheidungen traf, um den Kampf um die Stadt nicht aufzugeben. 
  • Aufgrund einer äußerst widerstandsfähigen sowjetischen Verteidigung zog sich die Eroberung in die Länge und zermürbte die Soldaten beider Parteien. 
  • Während der Kämpfe werden sowjetische Einheiten für eine geplante Einkesselung der sechsten Armee versammelt, die zwei Monate nach Beginn der Angriffe auf die Stadt erfolgreich durchgeführt wird. 
  • Sowohl Durchbruchversuche von außen als auch eine temporäre Luftbrücke können die sechste Armee nicht vor ihrem Untergang schützen, 330 000 Mann starben in Kämpfen, an Hunger oder Erfrierungen oder geraten in die nicht weniger gefährlichere Kriegsgefangenschaft. 
  • Sowohl in der Sowjetunion als auch in Deutschland führt der Ausgang der Schlacht zu einem Stimmungsumschwung in der Bevölkerung.



Die Schlacht um Stalingrad: Extra Fact 

Im Laufe der Schlacht um Stalingrad besetzte der Feldwebel Jakow Pawlow mit seinen Einheiten ein Haus und verteidigte es 58 Tage lang gegen schwere deutsche Angriffe. Zuvor war es der Wehrmacht gelungen, in etwas mehr als zwei Monaten viele Hundert Kilometer tief in feindliches Gebiet bis nach Stalingrad vorzudringen, nun scheiterte sie in einem ähnlich langen Zeitabschnitt an einem einzigen Haus.  





Häufig gestellte Fragen zum Thema Schlacht um Stalingrad

Die Schlacht um Stalingrad wurde von der Sowjetunion gewonnen, nachdem sie zunächst Wochenlang deutschen Angriffen standhielt und mithilfe einer Einkesselung die deutschen Einheiten schlussendlich besiegte. 

Rund 226.000 deutsche Soldaten starben im Kessel von Stalingrad

Der Ausgang der Schlacht führte sowohl im deutschen Reich als auch in der Sowjetunion zu einem Stimmungsumschwung in der Bevölkerung. Des weiteren musste die Wehrmacht ihren Plan der Eroberung der Ölfelder im Kaukasus vorerst verwerfen. Die dadurch fehlenden Ressourcen sollten einen großen Einfluss auf den weiteren Kriegsverlauf haben. 

Im bisherigen Ostfeldzug lag der Vorteil der Wehrmacht in der Taktik des Blitzkrieges. Dieser Vorteil verfiel in der Schlacht um Stalingrad, anstatt von Artillerie, Panzerkraft und Luftunterstützung waren nun Nahkampffähigkeiten gefragt. Ebenfalls entscheidend war das Ignorieren der sich abzeichnenden Gefahr einer Einkesselung. Die Situationen an den geschwächten Flanken war der Wehrmacht durchaus bewusst, jedoch schätzte Hitler die Bedrohung durch eine Gegenoffensive der Sowjetunion als gering ein, er ging weiterhin fälschlicherweise davon aus, das sie kurz vor dem Kollaps stünde. 

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