Kraft durch Freude: Definition | StudySmarter
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Kraft durch Freude

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Geschichte

In diesem Artikel wird dir genauer erklärt, was es mit der Gemeinschaft "Kraft durch Freude" (KdF) während des Nationalsozialismus auf sich hatte. Du lernst dabei, wie es zu ihrer Entstehung kam, was ihre Ziele waren und was sie so attraktiv für ihre Mitglieder machte. Als wichtiger Bestandteil der Sozialpolitik des "Dritten Reichs" helfen dir die Infos über "Kraft durch Freude" die Geschichte des NS-Regimes besser zu verstehen.

Der Artikel zu "Kraft durch Freude" gehört zur Thematik des Nationalsozialismus und wird im Fach Geschichte unterrichtet.


Bereit etwas neues zu lernen? Super! Hier findest du schon einmal eine Übersicht über die wichtigsten Fakten zum Thema "Kraft durch Freude":

  • "Kraft durch Freude" war eine sozialpolitische Gemeinschaft der Nationalsozialisten im "Dritten Reich".
  • Sie wurde am 27. November 1933 als Unterorganisation der "Deutschen Arbeitsfront" gegründet.
  • Zu ihren Zielen zählte vor allem die Stärkung des "Volkes" und das Gewinnen der Sympathie der Arbeiterschaft.
  • Die KdF-Organisation veranstaltete verschiedenste kulturelle sowie touristische Angebote. Die Veranstaltung von Urlaubsreisen zählt jedoch zur wichtigsten Aufgabe von "Kraft durch Freude".



Was ist "Kraft durch Freude" eigentlich?


Wenn von "Kraft durch Freude" (KdF) die Rede ist, ist damit eine Gemeinschaft gemeint, die im "Dritten Reich", also in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus, gegründet wurde. Die KdF organisierte ein breites Spektrum an Freizeitangeboten für ihre Mitglieder und war für Spaß sowie Erholung außerhalb der Arbeit verantwortlich. Genaueres dazu findest du im weiteren Verlauf dieses Artikels.

So viel sei aber schon mal gesagt: "Kraft durch Freude" gilt als der größte Reiseveranstalter zur Zeit des Nationalsozialismus.



Die Gründung von "Kraft durch Freude"


Doch wann wurde "Kraft durch Freude" überhaupt gegründet? Und von wem?

Tatsächlich wurde die KdF-Organisation bereits im Jahr der Machtergreifung, also 1933, gegründet – um genau zu sein am 27. November 1933.


Sie wurde als Unterorganisation der "Deutschen Arbeitsfront" (DAF) ins Leben gerufen, um den Freizeitbereich der Arbeiter*innen mit unterschiedlichsten kulturellen sowie touristischen Aktivitäten zu füllen. Es waren die Nationalsozialisten selbst, die den Arbeiter*innen überhaupt erst zwei bis drei Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr ermöglichten. Neben den attraktiven Freizeitangeboten von "Kraft durch Freude", trug dies maßgeblich dazu bei, die Mehrzahl der Arbeiterschaft für die Partei zu gewinnen.


Wie kam es eigentlich zu der Idee eine solche Gemeinschaft zu schaffen? Robert Ley,  Leiter der DAF und Reichsleiter der NSDAP, wurde bereits 1929 auf einer Italienreise auf die "Opera Nazionale Dopolavoro" (Nationales Freizeitwerk) Mussolinis aufmerksam. Begeistert von dem Konzept schlug er Hitler vor etwas vergleichbares für das "deutsche Volk" auf die Beine zu stellen. Nach einer recht kurzen Planungsphase, an der Ley stark beteiligt war, genehmigte Hitler am 14. November 1933 das Vorhaben – zwei Wochen später, auf einer Sondertagung der "Deutschen Arbeitsfront", erfolgte dann die offizielle Gründung von "Kraft durch Freude".



Was waren die Ziele von "Kraft durch Freude"?


Im Zentrum der KdF-Organisation stand, wie ihr Name es bereits verrät, dem "deutschen Volk" Kraft zu verleihen. Dies sollte vor allem durch Sport,  aber auch Erholung, besonders in Form von Reisen, erreicht werden. Denn den NS-Machthabern war bereits klar, dass sich ein "Volk", welches von zu viel Arbeit zermürbt war, negativ auf den Staat ausüben würde. Es würde weder beim Voranbringen der Volkswirtschaft, noch im Kampf gegen Feinde, die gewünschte Leistung erbringen könnte. Robert Ley erklärte die Hintergründe der KdF selbst wie folgt:

Ich will, dass dem Arbeiter ein ausreichender Urlaub gewährt wird und dass alles geschieht, um ihm diesen Urlaub sowie seine übrige Freizeit zu einer wahren Erholung werden zu lassen. Ich wünsche das, weil ich ein nervenstarkes Volk will, denn nur allein mit einem Volk, das seine Nerven behält, kann man wahrhaft große Politik machen.

Es sollte allerdings auch eine Stärkung des Heimat- und Gemeinschaftsgefühls sowie des Nationalstolzes erreicht werden. Dies war durch die angebotenen Reisen sowie kulturellen Veranstaltungen und Aktivitätsangebote einfach und vor allem unterschwellig umsetzbar. 


Außerdem waren teure Urlaubsreisen bisher primär den Reichen und Bildungsbürgern vorbehalten. Die Angebote der KdF waren somit ein zusätzliches Mittel, um die Arbeiter für die NSDAP und Hitler zu gewinnen.


Des Weiteren war es dem NS-Regime so möglich noch größeren Einfluss auf das Privatleben der deutschen Bevölkerung auszuüben. Denn durch die Vielzahl an attraktiven Angeboten der KdF, wurde dafür gesorgt, dass die Menschen ihre Freizeit freiwillig in einer Umgebung verbrachten, die vom Regime kontrolliert wurde.



Abb. 1: Ein Sonderzug der KdF, Quelle: rothenburg-unterm-hakenkreuz.de 

 


Tätigkeiten und Angebote der KdF-Organisation


Im Folgenden wird dir näher erklärt, was die KdF überhaupt angeboten hat und welchen Projekten sie nachging. 

Die Gemeinschaft "Kraft durch Freude" organisierte neben Ausflügen und Reisen auch Konzerte, Bunte Abende, Nähkurse, Schwimmlehrgänge, Schachturniere und Gymnastik für ihre Mitglieder. Außerdem standen eine Vielzahl von Theatern im Besitz und unter Kontrolle der KdF.


Ämter der KdF


Einen guten Überblick über das breite Spektrum der KdF-Organisation bekommst du, wenn du allein die verschiedenen Ämter ansiehst, die zu "Kraft durch Freude" gehörten:


  • Amt für Kultur
  • Jugendamt
  • Amt für Urlaub, Reisen und Wandern
  • Amt für körperliche Ertüchtigung und Sport
  • Amt für Volkstum und Brauchtum
  • Amt für Schönheit und Würde der Arbeit
  • Amt für geistige Aus- und Fortbildung
  • Amt Werkscharen
  • Amt Wehrmachtheime


Die genauen Bezeichnungen für die verschiedenen Ämter, die zur KdF gehörten, wechselten im Laufe der Jahre immer mal wieder oder wurden gänzlich umstrukturiert. So hieß beispielsweise das Amt für körperliche Ertüchtigung und Sport ab 1937 nur noch "KdF-Sportamt".


KdF-Seebad Rügen  –  der Koloss von Prora


Geht es um das Thema "Kraft durch Freude" so lässt sich ein Blick auf die Insel Rügen nicht vermeiden. Genauer steht dabei der Binzer Ortsteil Prora im Fokus. Dort bauten die Nazis für die KdF etwas, das sie selbst als das  "Seebad der 20.000" bezeichneten.


In einem gigantischen Bauwerk sollten 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können – ein Mammutprojekt. 

1936 wurde mit den Bauarbeiten in Prora begonnen und innerhalb der nächsten drei Jahre entstand eine 4,5 Kilometer lange Anlage entlang der Prorer Wiek. Dort reihten sich die acht baugleichen Gebäudeblöcke des Seebades Prora nebeneinander auf. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 sorgte allerdings für einen Baustopp, wodurch die riesige Anlage nie komplett fertiggestellt wurde. Die Rohbauten des Kolosses von Prora blieben unbewohnbar. 1943 wurde der südliche Block jedoch für die Unterbringung ausgebombter Hamburger in Teilen ausgebaut.


Nach dem Krieg diente der Prora Komplex verschiedenen Zwecken. Drei seiner Blöcke wurden allerdings zwischen 1945 und 1949, mit Ausnahme weniger Segmente, zerstört. Übrig blieben Bauten auf einer Länge von 2,5 Kilometern.



Abb. 2: Panoramaaufnahme des Prora Komplex, Quelle: R. Weber

 

Wilhelm Gustloff


Wilhelm Gustloff... wer war das denn? Und was hat er mit der KdF zu tun? 

Wilhelm Gustloff war tatsächlich keine Person, sondern ein Schiff. Ein eigenes Passagierschiff der "Deutschen Arbeitsfront", welches Mitgliedern der KdF ermöglichte Kreuzfahrten zu unternehmen. Am 21. April legte die Gustloff in Hamburg zur "Frühjahrs-Lissabon-Madeira-Fahrt" ab, welche als "Jungfernfahrt des KdF-Dampfers Wilhelm Gustloff" beworben wurde.

Insgesamt unternahm das Passagierschiff 50 Kreuzfahrten und spielte somit eine wichtige Rolle, wenn es um die von der KdF organisierten Reisen ging.


Im Krieg wurde es dann unter anderem als Lazarettschiff genutzt. Am 30. Januar 1945 wurde die Wilhelm Gustloff schließlich von einem russischen U-Boot versenkt.


Der KdF-Wagen


Ein weiteres wichtiges Projekte von "Kraft durch Freude" war der sogenannte KdF-Wagen. Ein Auto, das für jedermann erschwinglich sein und daher bloß 990 Reichsmark kosten sollte. Beworben wurde das Sparen für den Kauf eines KdF-Wagens mit dem Satz: "Fünf Mark die Woche musst Du sparen – willst Du im eignen Wagen fahren."

Es wurden verschiedene Prototypen hergestellt und einige Wägen verließen auch die Fertigungshallen – tatsächlich an Privatpersonen ausgeliefert wurden sie aufgrund des Krieges allerdings nie.



Abb. 3: Werbeplakat für "Kraft durch Freude" Urlaubsfahrten 1937, Quelle: lotsearch.de

 


"Kraft durch Freude" – das Wichtigste auf einen Blick!



  • "Kraft durch Freude" (KdF) wurde am 27. November 1933 als eine Unterorganisation der "Deutschen Arbeitsfront" (DAF) gegründet. Die DAF war ein Zusammenschluss deutscher Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber, die nach der Zerschlagung der Gewerkschaften gegründet und von Robert Ley geleitet wurde.

  • Die Ziele der KdF waren die Stärkung der deutschen Bevölkerung zu durch touristische sowie kulturelle Freizeitangebote, ihr Heimat- und Gesellschaftsgefühl zu festigen. Die deutschen Arbeiter konnten so im Großen und Ganzen noch effektiver, aber dafür unterschwelliger, indoktriniert werden.

  • Die attraktiven Angebote der KdF ermöglichten vielen Menschen Reisen oder Unternehmungen, die sie ansonsten nie hätten machen können. Das und die Tatsache, dass zumeist keine zu offensichtliche Indoktrinierung stattfand, sorgte dafür, dass die Menschen ihre Zeit mit der KdF-Organisation als besonders schöne Erinnerungen behielten.

  • Das KdF-Seebad Rügen mit seinem einst 4,5 Kilometer langen "Koloss von Prora" zeigt deutlich den Größenwahn der Nationalsozialisten, aber auch wie viele Mittel in die Schaffung der "Kraft durch Freude" Freizeitangebote flossen.


"Indoktrination" beschreibt die Beeinflussung von Gruppen oder einer Gesellschaft durch das Nutzen psychologischer Mittel, um die Bildung einer bestimmten Einstellung oder Meinung zu erzielen.






Kraft durch Freude - Das Wichtigste auf einen Blick

  • "Kraft durch Freude" (KdF) wurde am 27. November 1933 als eine Unterorganisation der "Deutschen Arbeitsfront" (DAF) gegründet. Die DAF war ein Zusammenschluss deutscher Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber, die nach der Zerschlagung der Gewerkschaften gegründet und von Robert Ley geleitet wurde.

  • Die Ziele der KdF waren die Stärkung der deutschen Bevölkerung zu durch touristische sowie kulturelle Freizeitangebote, ihr Heimat- und Gesellschaftsgefühl zu festigen. Die deutschen Arbeiter konnten so im Großen und Ganzen noch effektiver, aber dafür unterschwelliger, indoktriniert werden.

  • Die attraktiven Angebote der KdF ermöglichten vielen Menschen Reisen oder Unternehmungen, die sie ansonsten nie hätten machen können. Das und die Tatsache, dass zumeist keine zu offensichtliche Indoktrinierung stattfand, sorgte dafür, dass die Menschen ihre Zeit mit der KdF-Organisation als besonders schöne Erinnerungen behielten.

  • Das KdF-Seebad Rügen mit seinem einst 4,5 Kilometer langen "Koloss von Prora" zeigt deutlich den Größenwahn der Nationalsozialisten, aber auch wie viele Mittel in die Schaffung der "Kraft durch Freude" Freizeitangebote flossen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Kraft durch Freude

"Kraft durch Freude" (KdF) ist das am 27. November 1933 gegründete Freizeitwerk des "Dritten Reichs". Die KdF-Organisation war eine Unterorganisation der "Deutschen Arbeitsfront" (DAF)  und bot ihren Mitgliedern ein breites Spektrum an kulturellen sowie touristischen Freizeitaktivitäten an. Die "Kraft durch Freude" Organisation gilt als einer der wichtigsten Bestandteile der NS-Sozialpolitik.

Die Aktion "Kraft durch Freude" hatte als Freizeitwerk des "Dritten Reichs" die primäre Aufgabe Reisen und kulturelle Angebote für ihre Mitglieder zu organisieren. Die KdF bot unter anderem Konzerte, Bunte Abende, Nähkurse, Schwimmlehrgänge, Schachturniere und Gymnastik für ihre Mitglieder an.

Die KdF hatte mehrere Ziele, die sich wie folgt zusammenfassen lassen:


  •     Das Stärken der Arbeiterschaft, um diese vor Zermürbung durch zu viel Arbeit zu bewahren. 

↳ Somit die Schaffung eines gesunden "Volkes".


  •     Stärkung des Heimat- und Gemeinschaftsgefühls sowie des Nationalstolzes.

    

  •     Gewinnung der Arbeiter für die NSDAP durch die Ermöglichung früher zu teuer gewesenen Urlaubsreisen.

    

  •     Noch mehr Kontrolle über die Bevölkerung.

Das KdF Bauwerk in Prora war früher 4,5 Kilometer lang. Nach dem Abriss von drei der acht Blöcke misst es noch 2,5 Kilometer.

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