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Rote Kapelle

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Rote Kapelle

In der Zeit des zweiten Weltkriegs gab es einige Gruppen, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten. Diese Gruppen fasste die Gestapo als Rote Kapelle zusammen. Zu ihren Aktionen gegen das NS-Regime gehörten Spionage, das Drucken illegaler Flugblätter, das Helfen von Juden und Oppositionellen und das Dokumentieren der Nazi-Verbrechen.

Eine der bekanntesten dieser Gruppen war der Freundeskreis um Harro Schulze-Boysen. Diese stellen wir euch in diesem Artikel vor.

Das Thema "Rote Kapelle" wird im Fach Geschichte behandelt.

Der Ursprung der Roten Kapelle

“Rote Kapelle” war ein Fahndungs- und Sammelname der Gestapo für Gruppen die Widerstand gegen das NS-Regime während des zweiten Weltkriegs leisteten.

Der Name Rote Kapelle kommt hierbei vom Glauben, dass es sich um ein organisiertes Spionagenetzwerk der Sowjetunion handelte. Dies lag daran, dass Funkkontakt zwischen einigen Gruppen und den Sowjets nachgewiesen wurde. Ein Funker der Morsecodezeichen klopfte, war ein Pianist und eine Gruppe davon eine Kapelle. Da die abgefangenen Morsezeichen aus Moskau kam, war diese Kapelle kommunistisch, also rot. So entstand der Name Rote Kapelle.

Die interne Struktur der Roten Kapelle

Entgegen dem damaligen Glauben des NS-Regime waren die verschiedenen Widerstandsgruppen kaum untereinander organisiert aber oft in Kontakt miteinander. Jedoch gab es aber auch einige Gruppen wie der Kreisauer Kreis und die Schulze-Boysen-Gruppe, die sich regelmäßig austauschten.

Auch gab es Kontakt zwischen Hans Scholl von der Weißen Rose mit Mitglieder der Schulze-Boysen-Gruppe.

Innerhalb der Gruppen agierten die Mitglieder oft unabhängig voneinander und organisierten ihre eigenen Aktionen.

Quelle: ard.de

Der Schulze-Boysen-Kreis

Der Schulze-Boysen-Kreis war eine der größeren Widerstandsgruppen innerhalb Deutschlands während des zweiten Weltkriegs. Ansässig in Berlin verübten sie aber bereits seit der Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933 Aktionen gegen das NS-Regime. Sie bildeten sich um den Luftwaffenoffizier Harro Schulze-Boysen, dem Schriftsteller Adam Kuckhoff und dem Ökonomen Arvid Harnack.

Schulze-Boysen und Harnack waren beide ablehnend gegenüber dem Versailler Vertrag und der aktuellen Gesellschaftsordnung. Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 wollten diese planwirtschaftliche Elemente der kommunistischen Sowjetunion in Deutschland einführen, was also im direkten Gegenzug zur antikommunistischen Position der NSDAP und Hitlers stand.

Im Jahr 1933 wurde Schulze-Boysen kurzzeitig von der SA inhaftiert und gefoltert wegen seiner überparteilichen Zeitschrift “Der Gegner”.

Nach seiner Entlassung und der Hochzeit mit seiner Frau im Jahr 1936 freundete er sich mit immer mehr jungen Intellektuellen an die ebenfalls gegen das NS-Regime waren, ebenso wie Harnack. Diese waren von unterschiedlichster religiöser und politischer Meinung, waren aber in ihrer Ablehnung des Nationalsozialismus vereint. So entstand ein loses Netzwerk aus verschiedenen Freundeskreisen mit über 150 NS-Gegnern, die sich ab 1939 auf Drängen von Adam Kuckhoff zusammengeschlossen hatten und Aktionsmöglichkeiten gegen die Nazis suchten.

Aktionen des Schulze-Boysen-Kreis

Der Schulze-Boysen-Kreis verübte ab 1933 eine Reihe von Aktionen gegen das NS-Regime. Unter anderem wurden ab 1933 Regimegegner der frisch verbotenen Parteien SPD und KPD sowie der verbotenen Gewerkschaften versteckt oder bei der Ausreise unterstützt. Dies taten sie noch bis weit in den zweiten Weltkrieg hinein. Seit der Reichskristallnacht halfen sie auch jüdischen Bewohnern beim Verstecken, organisieren von Dokumenten oder der Ausreise.

Auch wurden viele verschiedene Flugblätter vom Schulze-Boysen-Kreis gedruckt und verteilt. So wurde unter anderem der spanische Bürgerkrieg thematisiert, bei dem das faschistischen Putschisten von Hitler und den Nationalsozialisten unterstützt wurde. Dieser wurde von der Gruppe als Schritt zum nächsten Weltkrieg angesehen.

Nach dem Münchner Abkommen und der Eingliederung des Sudetenlandes im Oktober 1938 erschien ein weiteres Flugblatt auf dem vor einem neuen Weltkrieg gewarnt wird.

Die Gruppe konnte auch mit Hilfe ihrer Positionen an wichtige Informationen gelangen, die über Funk auch an Vertreter im Ausland gesendet wurden. Unter anderem sammelte Schulze-Boysens Frau Libertas Bildmaterial über die deutschen Kriegsverbrechen, welche sie im Reichspropagandaministerium zu Gesicht bekam. Außerdem versuchte Schulze-Boysen, die Sowjetunion vor dem bevorstehenden Russlandfeldzug zu warnen, von dem er in seiner Position als Luftwaffenoffizier erfuhr. Der Bericht wurde aber von Stalin selber als Desinformation zurückgewiesen.

Auch verfasste die Gruppe zu Beginn des Jahres 1942 die sogenannte Agis-Flugschrift, in der alle Deutschen zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten aufgerufen wurden. Der Text machte die Desinformation der NS-Propaganda öffentlich, und sprach auch die Kriegsverbrechen der Deutschen an. Zuletzt wird zum Sturz der Regierung aufgerufen, um Deutschland von vor 1939 zu retten. Der Text wurde an mehrere Hunderte Akademiker im Berliner Umkreis versendet.

Enttarnung und Hinrichtungen der Roten Kapelle

Der Schulze-Boysen-Kreis wurde im Jahr 1942 enttarnt. Nach der Abfangung eines Moskauer Funkspruchs wurde zunächst erst eine Brüsseler Widerstandsgruppe um den sowjetischen Agenten Anatoli Gurewitsch aufgedeckt. Gurewitsch konnte noch fliehen, wurde aber durch Folter einer seiner Männer wieder ausfindig gemacht. Um zu überleben und der Todesstrafe zu entkommen, ließ er sich erpressen und nannte viele seiner Kontaktpersonen, darunter Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack.

In einem geheimen Prozess wurden der Großteil der Verratenen der Spionage für schuldig empfunden. Das galt als Hoch- und Landesverrat, was mit der Todesstrafe geahndet wurde. Harro Schulze-Boysen, Arvid Harnack und einige ihrer Komplizen wurden am 22. Dezember 1942 erhängt, was als besonders “ehrlos” galt. Schulze-Boysens Frau Libertas und weitere Unterstützer wurden geköpft.

Das Wichtigste zur Roten Kapelle auf einen Blick!

  • Die Rote Kapelle war zu Zeiten des Nationalsozialismus, aber besonders während des zweiten Weltkriegs, ein Sammelbegriff für verschiedene Widerstandsorganisationen gegen das NS-Regime.
  • Der Name beruht auf der angeblichen Verbindung zum sowjetischen Geheimdienst, die aber nur bei wenigen Gruppen nachgewiesen werden konnte.
  • Die bekannteste Gruppe im deutschsprachigen Raum war der Kreis um die Freunde Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack, welche aus Berlin stammten.
  • Ab 1933 versuchten sie mit verschiedenen Aktionen, Widerstand gegen das NS-Regime zu leisten. So wurden Juden und anderen Regimegegnern geholfen, und wichtige Informationen an die Öffentlichkeit und sogar das Ausland weitergebracht.
  • Für ihren Mut bezahlten viele der über Mitglieder am 22. Dezember 1942 mit dem Tod.

Rote Kapelle - Extra Fact

Auch nach dem Sturz des Nationalsozialismus gab es noch ein großes Interesse an der Roten Kapelle. Die westlichen Geheimdienste erhofften sich Informationen über den sowjetischen Geheimdienst. Auch wurden die Mitglieder vor allem in den USA aufgrund ihrer kommunistischen Orientation misstrauisch betrachtet.

Rote Kapelle - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Rote Kapelle war zu Zeiten des Nationalsozialismus, aber besonders während des zweiten Weltkriegs, ein Sammelbegriff für verschiedene Widerstandsorganisationen gegen das NS-Regime.
  • Der Name beruht auf der angeblichen Verbindung zum sowjetischen Geheimdienst, die aber nur bei wenigen Gruppen nachgewiesen werden konnte.
  • Die bekannteste Gruppe im deutschsprachigen Raum war der Kreis um die Freunde Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack, welche aus Berlin stammten.
  • Ab 1933 versuchten sie mit verschiedenen Aktionen, Widerstand gegen das NS-Regime zu leisten. So wurden Juden und anderen Regimegegnern geholfen, und wichtige Informationen an die Öffentlichkeit und sogar das Ausland weitergebracht.
  • Für ihren Mut bezahlten viele der über Mitglieder am 22. Dezember 1942 mit dem Tod.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Rote Kapelle

Der Name der Roten Kapelle besteht auf einer Verbindung zum sowjetischen Geheimdienst, die manchen Gruppen der Kapelle bestand.

Kommunistischer Widerstand war Widerstand der politischen Oppositionellen gegen den Nationalsozialismus. Dabei widersetzten sich Kommunisten aktive den Nazis.

Der Widerstand der Roten Kapelle war vielfältig. Vor allem halfen Gruppierungen der Roten Kapelle Juden und Regimegegner, zum Beispiel bei der Flucht. Aber auch wichtige Informationen gegen die Nazis wurden in der Öffentlichkeit verbreitet und ans Ausland weitergereicht.

Finales Rote Kapelle Quiz

Frage

Wer waren die Rote Kapelle?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Gruppen, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten
  • Diese Gruppen fasste die Gestapo als Rote Kapelle zusammen
Frage anzeigen

Frage

Woher hat die Rote Kapelle ihren Ursprung?

Antwort anzeigen

Antwort

  • “Rote Kapelle” war ein Fahndungs- und Sammelname der Gestapo für Gruppen die Widerstand gegen das NS-Regime während des zweiten Weltkriegs leisteten
  • Der Name Rote Kapelle kommt hierbei vom Glauben, dass es sich um ein organisiertes Spionagenetzwerk der Sowjetunion handelte
Frage anzeigen

Frage

Wie sah die  Struktur der roten Kapelle aus?

Antwort anzeigen

Antwort

  • die Widerstandsgruppen waren kaum untereinander organisiert aber oft in Kontakt miteinander
  • Jedoch gab es aber auch einige Gruppen wie der Kreisauer Kreis und die Schulze-Boysen-Gruppe, die sich regelmäßig austauschten
  • Auch gab es Kontakt zwischen Hans Scholl von der Weißen Rose mit Mitglieder der Schulze-Boysen-Gruppe
  • Innerhalb der Gruppen agierten die Mitglieder oft unabhängig voneinander und organisierten ihre eigenen Aktionen
Frage anzeigen

Frage

Was war der Schulze-Boysen-Kreis?

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Antwort

  • Eine der größeren Widerstandsgruppen innerhalb Deutschlands während des zweiten Weltkriegs
  • Ansässig in Berlin verübten sie aber bereits seit der Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933 Aktionen gegen das NS-Regime
  • Sie bildeten sich um den Luftwaffenoffizier Harro Schulze-Boysen, dem Schriftsteller Adam Kuckhoff und dem Ökonomen Arvid Harnack
Frage anzeigen

Frage

Wogegen hatten Schulze-Boysen und Harnack eine Abneigung?

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Antwort

Sie waren ablehnend gegenüber dem Versailler Vertrag und der aktuellen Gesellschaftsordnung

Frage anzeigen

Frage

Wie ging der Schulze-Boysen-Kreis ab 1933 mit Regimegegner und jüdischen Bewohnern um?

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Antwort

  • Regimegegner der frisch verbotenen Parteien SPD und KPD sowie der verbotenen Gewerkschaften wurden versteckt oder bei der Ausreise unterstützt
  • Dies taten sie noch bis weit in den zweiten Weltkrieg hinein
  • Seit der Reichskristallnacht halfen sie auch jüdischen Bewohnern beim Verstecken, organisieren von Dokumenten oder der Ausreise
Frage anzeigen

Frage

Was für Flugblätter wurden verteilt?

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Antwort

  • Es wurde unter anderem der spanische Bürgerkrieg thematisiert, bei dem das faschistischen Putschisten von Hitler und den Nationalsozialisten unterstützt wurde
  • Dieser wurde von der Gruppe als Schritt zum nächsten Weltkrieg angesehen
  • Nach dem Münchner Abkommen und der Eingliederung des Sudetenlandes im Oktober 1938 erschien ein weiteres Flugblatt auf dem vor einem neuen Weltkrieg gewarnt wird
Frage anzeigen

Frage

Worum geht es in der Agisflugschrift?

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Antwort

  • Die Gruppe verfasste zu Beginn des Jahres 1942 die sogenannte Agisflugschrift, in der alle Deutschen zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten aufgerufen wurden
  • Der Text machte die Desinformation der NS-Propaganda öffentlich und sprach auch die Kriegsverbrechen der Deutschen an
  • Zuletzt wird zum Sturz der Regierung aufgerufen, um das Deutschland von vor 1939 zu retten
  • Der Text wurde an mehrere Hunderte Akademiker im Berliner Umkreis versendet
Frage anzeigen

Frage

Wann wurde der Kreis entarnt?

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Antwort

1942

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Frage

Wie kam es zum Ende des Kreises?

Antwort anzeigen

Antwort

  • In einem geheimen Prozess wurden der Großteil der Verratenen der Spionage für schuldig empfunden
  • Das galt als Hoch- und Landesverrat, was mit der Todesstrafe geahndet wurde
  • Harro Schulze-Boysen, Arvid Harnack und einige ihrer Komplizen wurden am 22. Dezember 1942 erhängt
  • Schulze-Boysens Frau Libertas und weitere Unterstützer wurden geköpft


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