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Heinrich Heine

Heinrich Heine

Er ist der unsterbliche Vater der modernen deutschen Prosa, ob sie nun die Schönheit der Landschaft und des Lebens widerstrahlt oder die Kümmerlichkeit des deutschen Spießbürgertums verhöhnt.1

(Arnold Zweig, deutscher Schriftsteller 1887–1968)

In diesem Zitat wird deutlich, wie Heinrich Heines Werke wahrgenommen wurden und werden. Einerseits war er einer der letzten Dichter der Romantik, wodurch einige seiner Texte einen träumerischen und sehnsuchtsvollen Charakter haben. Doch viele seiner Werke gehören in den Realismus. Dort äußerte er sich offen und kritisch zu den Themen seiner Zeit, unter anderem gegenüber den sogenannten Spießbürgern, also Menschen, die an Althergebrachtem hängen und sich neuen Entwicklungen verweigern.

Heinrich Heine war einer der wichtigsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten. Durch seine schriftstellerische und journalistische Tätigkeit wurden sowohl der Reisebericht als auch das Feuilleton zu Kunstformen. Er beeinflusste aber auch die Alltagssprache, in der Lyrik eine immer größere Rolle spielte. Viele seiner Werke sind auch heute noch bekannt und beliebt und haben einen festen Platz im Deutschunterricht.

Heinrich Heine – Biographie

Heinrich Heine war ein politisch engagierter und kritischer Mensch. Vor allem die sozialen und ideologischen Verhältnisse sowie die führenden Köpfe des Deutschen Bundes hinterfragte er kritisch und verarbeitete dies in seinen zahlreichen epischen und lyrischen Werken.

Der Deutsche Bund war ein loser Staatenbund, der 1815 auf dem Wiener Kongress beschlossen wurde. Dazu gehörten zahlreiche Fürstentümer und freie Städte des deutschsprachigen Raumes. Der Deutsche Bund existierte bis 1866.

Er war Journalist, Polemiker und Satiriker und wurde dabei sowohl bewundert als auch gefürchtet. Er war als Journalist, Polemiker und Satiriker bewundert und gefürchtet. Heine verspottete die politischen Zustände, das kleinbürgerliche Obrigkeitsdenken, den preußischen Militarismus und den Hass gegen die Franzosen gleichermaßen, womit er bei den Behörden im Deutschen Bund Unmut auslöste.

Möchtest Du mehr zur Satire wissen? Dann schau Dir die Erklärung "Satire" hier bei StudySmarter an.

Nach Publikationsverboten ging er nach Paris ins Exil. Auch nach seinem Tod wurde Heine von Antisemiten und Nationalsozialisten aufgrund seiner jüdischen Herkunft und seiner sozialistischen Haltung angefeindet. Vor allem die nationalistische Haltung der Politik und die Einschränkungen vieler Rechte und Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger verachtete er.

Heines Außenseiterrolle als Mensch jüdischen Glaubens mit ausgeprägtem linksliberalem Denken beeinflusste sein Leben sowie sein Werk und prägte dessen Rezeptionsgeschichte.

Linksliberalismus ist eine politische Strömung, die Elemente linker Politik und Liberalismus vereint. Grundsätzlich geht es dabei um Fragen der sozialen Gerechtigkeit und um Freiheit.

Wenn Du wissen möchtest, wie die Gesellschaft im Kaiserreich aussah, dann klick Dich doch in die Erklärung zum nationalen Selbstverständnis im Kaiserreich in Geschichte.

Heinrich HeineSteckbrief
Geburt13. Dezember 1797 in Düsseldorf im Herzogtum Berg als Harry Heine (vollständiger Name: Christian Johann Heinrich Heine)
ElternVater: Tuchhändler Samson Heine Mutter: Peira Heine, geborene van Geldern, wurde Betty genannt
Ausbildung und Studium1803–1814: israelitische Privatschule von Hein Hertz Rintelsohn, dann städtische christliche Grundschule und Lyzeum in Düsseldorf, ohne Abschluss1815–1817: Volontär beim Frankfurter Bankier Rindskopff, Ausbildung zum (Bank-)Kaufmann bei seinem Onkel Salomon Heine in Hamburg1819–1826: Studium der Rechts- und Kameralwissenschaft* in Bonn, danach Studium in Göttingen und Berlin, Promotion zum Doktor der Rechte
Ehe1841: Heirat mit Augustine Cresencene Mirat, die er Mathilde nannte
Krankheit
  • erkrankte zwischen 1848 und 1850 schwer
  • wurde beinahe gelähmt ans Bett gefesselt, genaue Krankheit bis heute unklar
  • erblindete fast vollständig
Tod17. Februar 1856 in Paris

Die Kameralwissenschaft ist eine veraltete Bezeichnung für Politik- und Wirtschaftswissenschaft. Im 18. und 19. Jahrhundert waren das jene Wissenschaften, welche die Kammerbeamten bei ihrer Tätigkeit in der Verwaltung brauchten.

Heinrich Heine – Kindheit und Jugend

Heine entstammte einer jüdischen Familie, die über viele Verbindungen zu einflussreichen Geschäftsleuten in ganz Europa verfügte. Sein Onkel Salomon, bei dem er später eine Ausbildung zum Kaufmann machte, war zur damaligen Zeit ein einflussreicher und reicher Bankiers.

Heines Kindheit und Jugend war glücklich und sorgenfrei. Er ging mit christlichen Kindern zusammen zur Schule. Die Französische Revolution prägte Heines Kindheit stark.

Als 13-jähriger erlebte Heinrich Heine 1811 den Einzug Napoleons in Düsseldorf, woraufhin das Herzogtum Berg, in dem die Familien Heine lebte, an die Franzosen fiel. Heine verehrte Napoleon, da dieser 1804 den "Code civil" ins Leben gerufen hatte, der das französische Zivilrecht regelte und die wesentlichen Forderungen der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit) garantierte.

Französische Revolution

Die Französische Revolution ereignete sich zwischen 1789 und 1799. Während dieser Zeit lehnten sich die Bürgerinnen und Bürger gegen die Herrschaft des Königs auf und setzten sich für mehr Mitbestimmung ein.

Liberté, Égalité, Fraternité! ("Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!") – Diese Schlagworte drücken die Werte der Französischen Revolution aus. Während dieser Zeit strebten die Bürgerinnen und Bürger nach sozialer und politischer Gleichstellung. Das führte auch zu weniger Antisemitismus.

Heinrich Heine wuchs zur Zeit der Französischen Revolution auf, die auch Auswirkungen auf den Deutschen Bund hatte. Vor allem die Errungenschaften von Menschenrechten und Freiheit beeinflussten die Menschen hierzulande. Auch Heine kämpfte für Freiheit und Gerechtigkeit, indem er die politischen Zustände zum Thema vieler seiner Werke machte.

Napoleon

Napoleon Bonaparte war ein Politiker Frankreichs. Er übernahm am 9. November 1799 die Herrschaft und beendete damit die Französische Revolution. 1804 führte er den Code Civil ein, der die Gleichheit und Rechte der Bürgerinnen und Bürger festlegte. Damit waren Juden und Nichtjuden gleichgestellt.

Heinrich Heine – Exil

Heine wurde wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Ansichten zunehmend angefeindet. Anfang der 1830-er Jahre wurde er der Zensur im Deutschen Bund zunehmend überdrüssig und siedelte nach Frankreich über. In Paris startete er seine zweite Lebens- und Schaffensphase.

Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem Umbruch in der Gesellschaft. Durch die Industrielle Revolution standen die Menschen vor einem weitreichenden Wandel. Viele arbeiteten bis zu 18 Stunden am Tag für sehr wenig Geld in Fabriken. Viele Menschen verarmten.

Die Probleme wurden immer größer und erreichten in der Wirtschaftskrise der 1870er-Jahre ihren Höhepunkt, die u.a. von Massenarbeitslosigkeit, Verelendung und sozialer Ungleichheit gekennzeichnet war. Zu dieser Zeit wandelte sich der Antisemitismus von einem religiösen mehr und mehr zu einem politischen. Antisemitische Parteien lasteten das wirtschaftliche Elend den Juden an und warnten vor einer jüdischen Weltherrschaft.

Seit 1830 gab es Anfeindungen gegen gebildete, meist konvertierte jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Künstlerinnen und Künstler, zu denen auch Heinrich Heine gehörte. Angeblich wiesen diese Menschen charakterliche Schwächen auf, wodurch sie nicht in der Lage seien zu dichten und deshalb fremde Werke kopierten.

Heines Werke wurden aufgrund seiner politischen Einstellung 1833 in Preußen und 1835 in allen Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes verboten. Zudem wurde von Preußen 1844 ein Grenzhaftbefehl gegen Heine erlassen, falls dieser versuchen sollte, in die Staaten des Deutschen Bundes einzureisen.

Damit war Heines freiwillige Übersiedlung nach Paris zu einem Exil geworden, aus dem er nicht mehr zurückkehrte.

Heinrich Heine – Werke

Kaum ein anderer Dichter der deutschen Sprache wurde bis heute so häufig übersetzt und vertont wie Heinrich Heine. Seine Werke sind vielfältig und reichen von Essays und Denkschriften über Polemiken und politische Artikel bis hin zu Gedichten und Prosawerken.

Seine ersten Erfolge feierte Heinrich Heine mit seinem Werk "Reisebilder", das 1826 von Julius Campe veröffentlicht wurde, sowie mit dem "Buch der Lieder", veröffentlicht 1827. Letzteres hatte bereits zu Lebzeiten Heines sehr großen Erfolg und erreichte 13 Auflagen.

Julius Campe war ein bedeutender deutscher Verleger, der mit Heinrich Heine befreundet war. Diese Freundschaft begann 1826, als Campe den ersten Band von "Reisebilder" von Heinrich Heine veröffentlichte und reichte bis zum Tod Heines im Jahr 1856. In den 30 Jahren haben sich die Freunde über 400 Briefe geschrieben.

Zu Lebzeiten Heinrich Heines wurde wenig gereist. Reisen waren teuer und beschwerlich – nur wenige Menschen kamen aus ihrem Dorf oder der Stadt, in der sie lebten, heraus. Deshalb erfreuten sich Beschreibungen von Reisen großer Beliebtheit. So erfuhren die Menschen nicht nur, wie in anderen Ländern gelebt, sondern auch, wie dort gearbeitet wurde, wie Handel getrieben wurde oder welche Kultur sie zu bieten hatten.

Heinrich Heine unternahm viele Reisen, vor allem in Metropolen wie Paris, Florenz oder London. Über seine Reisen schrieb er in "Reisebilder", die sich durch sachliche, aber auch ironische Schreibweise auszeichneten.

Das "Buch der Lieder" ist eine Gedichtsammlung von Heinrich Heine. Insgesamt enthält das Buch 237 Gedichte. Bereits bei dieser Veröffentlichung hatte Heine Probleme mit der Zensur, allerdings nicht aufgrund politischer Motive, sondern aufgrund der Sprache, die seinerzeit als obszön angesehen wurde, wie das Wort "Busen".

Auf deinen schneeweißen Busen
Hab’ ich mein Haupt gelegt

Im "Buch der Lieder" geht es um Gefühle, vor allem Angst, Ärger, Kummer, Traurigkeit und romantische Liebe werden immer wieder thematisiert.

Einige seiner bedeutendsten Werke findest Du in folgender Tabelle:

JahrWerke
1826–1831Reisebilder, erster bis vierter Teil
1827Buch der Lieder
1832Französische Zustände
1834–1840Der Salon, erster bis vierter Teil
1836Die romantische Schule (Kritik an der politischen Romantik)
1840Ludwig Börne. Eine Denkschrift
1844Deutschland. Ein WintermärchenDie schlesischen Weber
1847Atta Troll — Ein Sommernachtstraum
1851Romanzero

Zu "Deutschland. Ein Wintermärchen" und "Die schlesischen Weber" findest Du bei StudySmarter auch eine Inhaltsangabe und Interpretation. Klick Dich gerne rein.

Heinrich Heine – Gedichte

Heinrich Heine verfasste insgesamt mehr als 200 Gedichte. Viele davon wurden in Gedichtbänden gesammelt veröffentlicht. Der erste Band erschien bereits 1821. Unter seinen Gedichten gibt es viele, die bis heute bekannt und beliebt sind und die Dir vielleicht schon in der Schule begegnet sind. Dazu gehören beispielsweise:

  • Belsazar
  • Deutschland. Ein Wintermärchen
  • Die Schlesischen Weber
  • Die Loreley
  • Der Tod, das ist die kühle Nacht
  • Leise zieht durch mein Gemüt
  • Nachtgedanken
  • Das Fräulein stand am Meere
  • Die Heiligen Drei Könige

Auch zu "Belsazar" findest Du bei StudySmarter eine Erklärung mit der Zusammenfassung des Inhalts, sowie einer Analyse und Interpretation.

Nach Heines Reisen 1840 in die Pyrenäen und 1843 nach Hamburg wurde im Jahr 1844 der Lyrikband "Neue Gedichte" veröffentlicht. Darin verarbeitete er seine Eindrücke dieser Reisen, wie beispielsweise im Gedicht "Deutschland. Ein Wintermärchen". Heine setzt sich in diesem Gedicht satirisch mit der politischen Lage in Deutschland auseinander.

Zudem erschien im Jahr 1844 sein bekanntestes und bedeutendstes politisches Werk "Die schlesischen Weber". Heine wurde vom Weberaufstand in Schlesien zu diesem Gedicht inspiriert. Er thematisiert darin die Folgen der Industriellen Revolution. Das Gedicht ist auch als "Weberlied" bekannt.

Heinrich Heine – Zitate

Heinrich Heine war ein politisch engagierter Mensch und Autor. Aufgrund seiner jüdischen Abstimmung und seiner politischen Ansichten wurde Heine zunehmend angefeindet und übersiedelte bereits 1831 nach Paris, noch bevor seine Werke verboten und er nicht mehr in seine Heimat einreisen durfte. Seine Flucht inspirierte ihn zu einer ganzen Reihe von Werken, darunter das Gedicht "In der Fremde", das 1844 erschien.

Ich hatte einst ein schönes Vaterland.

Der Eichenbaum

Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft.

Es war ein Traum.

Das küßte mich auf deutsch und sprach auf deutsch

(Man glaubt es kaum Wie gut es klang)

das Wort: „Ich liebe dich!“

Es war ein Traum.2

Hier wird einerseits die Sehnsucht Heines nach seiner Heimat deutlich, aber auch die Resignation, denn er sieht diese Heimat nur noch im Traum. Seit 1844 durfte Heine nicht mehr in die Staaten des Deutschen Bundes einreisen.

Heine äußerte sich immer wieder kritisch über die nationalistischen Entwicklungen in im Deutschen Bund. In seinem Gesicht "Diesseits und jenseits des Rheins" schrieb er, wie er dies wahrnahm: als Hass gegen alles Fremde.

Aber wir verstehen uns bass,

Wir Germanen auf den Hass.

Aus Gemütes Tiefen quillt er,

Deutscher Hass! Doch riesig schwillt er,

Und mit seinem Gifte füllt er

Schier das Heidelberger Faß.2

Heinrich Heine lebte bis zu seinem Tod in Paris. Wie er sich selbst sah, wird in folgendem Zitat deutlich:

Ich hätte mir als lyrischer Dichter Ruhm erwerben können [...] und Deutschland hätte mich geliebt, als satirischer hätte es mich gefürchtet, als Polemiker hätte es auf mich gehört und mich gehaßt! Nun bin ich aber, Gott sei's geklagt, so ziemlich Alles gewesen und Niemand weiß mich zu classificiren ...3

Heine selbst sagt, dass er viele Rollen innehatte. Er war nicht einfach nur ein Dichter, sondern auch Satiriker und Polemiker. Außerdem erwähnt er hier das Publikum und wie es auf ihn reagiert hätte. Heine wusste sehr wohl, wie die Menschen ihn sahen, allerdings scheint ihn das nicht gestört zu haben. Dieses Zitat macht eher den Eindruck, dass er seine Rollen genossen hat.

Zitate anderer Autorinnen und Autoren

Heinrich Heine wurde schon zu Lebzeiten als politisch engagierter Mensch und Autor wahrgenommen. Viele seiner Zeitgenossen, aber auch Menschen, die nach seiner Zeit lebten, äußerten sich zu Heines Leben und Werk.

Heine sagt sehr bissige Sachen, und seine Witze treffen ins Schwarze. Man hält ihn für von Grund auf böse, aber nichts ist falscher; sein Herz ist so gut, wie seine Zunge schlecht ist.1

(George Sand, Pseudonym und Künstlername von Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil, französische Schriftstellerin, 1804–1876)

Heine wurde nach seiner Übersiedelung nach Paris gerne in Salons eingeladen, wo er mit anderen Autoren und Autorinnen, aber auch Künstlern und Künstlerinnen sowie Komponisten zusammentraf. Dazu zählten u. a. Liszt, Chopin und George Sand. Für die Frau, die unter einem männlichen Pseudonym schrieb, verfasste er lange Briefe. Sand hat Heine gut gekannt und ihn als Autor und Menschen geschätzt, was auch in ihrem Zitat deutlich wird.

Heine ist der amüsanteste deutsche Klassiker. Er hat alle Vorzüge eines genialen Journalisten, alle grimmigen Tugenden eines Humoristen. Er ist ein großer Lyriker. Mit dem ganzen Märchenglanz und Traumleben der Romantik blieb er der witzigste Realist der deutschen Literatur.1

(Hermann Kesten, deutscher Schriftsteller, 1900–1996)

Heinrich Heine war und ist für viele Autorinnen und Autoren ein Vorbild, so auch für Hermann Kesten. Der lebte erst viele Jahre nach dem Tod Heines und hob vor allem dessen Humor und die Tätigkeit als Journalist hervor, die Heines Werke beeinflussten.

Heinrich Heine – Epoche

Heines Werk lässt sich nicht eindeutig einer Epoche zuweisen.

Er gilt gleichsam als der letzte deutsche Vertreter der Romantik, wie auch als der Überwinder selbiger. Seine ersten Werke, z. B. "Die Loreley" gehörten in die Epoche der Romantik.

Literaturwissenschaftlich wird die Romantik von 1795 bis 1835 datiert und untergliedert sich in die Frühromantik (bis 1804), die Hochromantik (bis 1815) und die Spätromantik (bis 1835).

Mehr zu dieser Epoche findest Du in der Erklärung "Romantik Literatur".

Spätere Werke, wie z. B. "Deutschland. Ein Wintermärchen", werden dem Realismus zugeordnet. Er begegnete den Problemen und Themen seiner Zeit offen und kritisch. Dabei sparte er nicht mit Ironie, was ein bedeutendes Merkmal seiner späteren satirischen Werke war.

Der Realismus ist eine literarische Epoche im Zeitraum von ca. 1848 bis 1890. Im Mittelpunkt steht die Darstellung des Wirklichen und des Wahren, wobei die Realität jedoch verschönert und verherrlicht dargestellt wird.

Mehr zu dieser Epoche findest Du in der Erklärung "Realismus Literatur". Auch zur "Ironie" findest Du eine Erklärung hier bei StudySmarter.

Heine kritisierte in seinen späteren Werken immer wieder die politischen Zustände Deutschlands sowie die führenden Köpfe jener Zeit. Ein Beispiel eines solchen Werks ist "Die schlesischen Weber", das in die Epoche Vormärz eingeordnet wird.

Die Epoche Vormärz bezeichnet die Zeit zwischen 1815 und 1848 in Deutschland. Sie war die Vorbedingung der Deutschen Revolution 1848–1849, auch Märzrevolution genannt. In der Gesellschaft wuchs der Wunsch nach politischer Freiheit.

Mehr zu dieser Epoche findest Du in der Erklärung "Vormärz".

Heinrich Heine – Zeitgenossen

Heinrich Heine lebte und wirkte im 19. Jahrhundert. Er hatte viele Kontakte zu anderen Autorinnen und Autoren seiner Zeit, aber auch zu einigen Komponisten, die sein Werk zum Teil auch vertonten, wie beispielsweise Robert Schuhmann. Einige Zeitgenossen, mit denen Heine zu tun hatte, findest Du in folgender Liste:

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Heinrich Heine bewunderte Goethe und schickte ihm mehrere seiner Werke, darunter einen Sammelband "Gedichte" im Jahr 1821 und zwei Jahre später ein Exemplar von "Tragödien". Ein Jahr später besucht er Goethe. Es ist bei diesem einen Besuch geblieben, jedoch ging Heine immer wieder zu Lesungen des Dichters.

Friedrich Hebbel (1813–1863)

Der Kontakt zwischen Heine und Hebbel kam durch den Verleger Campe zustande, als dieser den zweiten Teil von "Reisebilder" durch Hebbel überbringen ließ. Hebbel und Heine besuchten sich daraufhin in den Jahren 1843/44 mehrmals.

Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847)

Im Jahr 1829 lernt Heinrich Heine den jungen Jakob Ludwig Felix Mendelssohn-Bartholdy in dessen Elternhaus kennen. In den Jahren 1835 bis 1837 vertonte Mendelssohn die ersten Gedichte Heines. Dazu gehörte das "Reiselied" aus dem Sammelband "Lyrisches Intermezo".

Robert Schumann (1810–1854)

Als Heine 1828 eine Galerie besucht, lernt er Robert Schuhmann kennen, der in den folgenden Jahren mehr als 30 Gedichte Heines vertont. Im Jahr 1840 komponiert Schuhmann den "Liederkreis von H. Heine". Dabei handelt es sich um einen Liederzyklus für Gesang und Klavier, das Schuhmann auf neun Gedichte von Heinrich Heine komponiert hat.

Heinrich Heine – Das Wichtigste

  • Heinrich Heine war ein politisch engagierter und kritischer Mensch. Er war als Journalist, Polemiker und Satiriker bewundert und gefürchtet, was zu Publikationsverboten führte. Eine Station in seiner Biographie war deshalb auch das Exil.
  • Heines Kindheit und Jugend war glücklich und sorgenfrei. Die Französische Revolution prägte Heines Kindheit stark.
  • Heinrich Heines Werke umfassen zahlreiche epische Texte und Gedichte.
  • Zitate über Heinrich Heine zeigen, dass seine Zeitgenossen und Zeitgenossinnen sowie spätere Generationen Heine als politisch engagierten Menschen und Autor wahrnahmen und wahrnehmen.
  • Zu Lebzeiten war er in den Salons in Paris ein gerne gesehener Gesprächs- und Diskussionspartner und für viele Autorinnen und Autoren war er ein Vorbild.
  • Heinrich Heines Werk ist vielfältig und lässt sich nicht eindeutig einer Epoche zuweisen. Er hat sowohl Texte verfasst, die sich der Romantik zuordnen lassen, als auch Schriften in den Epochen Realismus und Vormärz.

Nachweise

  1. Christian Liedtke (2006). Heinrich Heine. Rowolth Verlag.
  2. Projekt-gutenberg.org: Heinrich Heine. (24.10.2022)
  3. Presseportal.de: "Was soll er uns bedeuten?" SWR2-Sendungen zum 150. Todestag von Heinrich Heine. (24.10.2022)
  4. Rheinische-geschichte.lvr.de: Heinrich Heine. (20.10.2022)
  5. Gedichte-lyrik-online.de: Heinrich Heine. (20.10.2022)

Häufig gestellte Fragen zum Thema Heinrich Heine

Ein berühmtes Gedicht Heines ist "Deutschland. Ein Wintermärchen".

Heinrich Heine erkrankte zwischen 1848 und 1859 stark. Er war beinahe gelähmt ans Bett gefesselt und erblindete fast vollständig. Welche Krankheit er hatte, ist bis heute unklar.

Heinrich Heine erkrankte zwischen 1848 und 1859 stark. Er war beinahe gelähmt ans Bett gefesselt und erblindete fast vollständig. Welche Krankheit er hatte, ist bis heute unklar.

Heinrich Heine verließ 1831 den Deutschen Bund, da er aufgrund seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Einstellung angefeindet wurde. Seine Werke wurden 1833 in Preußen und 1835 in allen Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes verboten. Zudem wurde von Preußen 1844 ein Grenzhaftbefehl gegen Heine erlassen. Deshalb blieb Heine bis zu seinem Tod in Paris.

Einige von Heinrich Heines bekanntesten Werken sind "Reisebilder", "Buch der Lieder", "Französische Zustände", "Die romantische Schule", "Atta Troll — Ein Sommernachtstraum", "Deutschland. Ein Wintermärchen" und "Die schlesischen Weber".

Finales Heinrich Heine Quiz

Frage

Wann und wo wurde Heinrich Heine geboren?

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Antwort

Er wurde am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf im Herzogtum Berg als Harry Heine geboren.

Frage anzeigen

Frage

Wann und wo starb Heinrich Heine?

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Antwort

17. Februar 1856 in Paris

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Frage

Wie heißt ein berühmtes Werk Heinrich Heines?

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Antwort

Deutschland. Ein Wintermärchen

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Frage

Welche Krankheit hatte Heinrich Heine?

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Antwort

Heinrich Heine erkrankte zwischen 1848 und 1850 stark. Er war beinahe gelähmt ans Bett gefesselt und erblindete fast vollständig. Welche Krankheit er hatte, ist bis heute unklar.


Frage anzeigen

Frage

Zu welchem bekannten Werk wurde Heinrich Heine durch den Schlesischen Weberaufstand 1844 inspiriert?

Antwort anzeigen

Antwort

Die schlesischen Weber

Frage anzeigen

Frage

Welche politische Situation prägte Heines Kindheit?

Antwort anzeigen

Antwort

Französische Revolution

Frage anzeigen

Frage

Welche historische Figur, die Heine bewunderte, zog 1811 in Düsseldorf ein?

Antwort anzeigen

Antwort

Napoleon

Frage anzeigen

Frage

Wann wurden Heines Werke verboten?

Antwort anzeigen

Antwort

1833 in Preußen

Frage anzeigen

Frage

Mit welchen Werken feierte Heinrich Heine seine ersten Erfolge?

Antwort anzeigen

Antwort

  • "Reisebilder" (1826)
  • "Buch der Lieder" (1827) 

Frage anzeigen

Frage

Was sind die bekanntesten Werke von Heinrich Heine? 

Antwort anzeigen

Antwort

Einige von Heinrich Heines bekanntesten Werken sind: 

  • "Reisebilder" (1826-1831)
  • "Buch der Lieder" (1827)
  • "Französische Zustände" (1832)
  • "Die romantische Schule" (1836)
  • "Deutschland. Ein Wintermärchen" (1844)
  • "Die schlesischen Weber" (1844)
  • "Atta Troll — Ein Sommernachtstraum" (1847)

Frage anzeigen

Frage

In welche literarischen Epochen können Heines Werke eingeordnet werden?

Antwort anzeigen

Antwort

Romantik

Frage anzeigen

Frage

Welche Autorinnen und Autoren waren Zeitgenossen von Heinrich Heine?

Antwort anzeigen

Antwort

Friedrich Engels

Frage anzeigen

Frage

Welche Komponisten waren Zeitgenossen von Heinrich Heine?

Antwort anzeigen

Antwort

Frédéric Chopin

Frage anzeigen

Frage

Welcher literarischen Epoche wird "Deutschland. Ein Wintermärchen" zugeordnet?

Antwort anzeigen

Antwort

Realismus

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Frage

Welcher literarischen Epoche wird "Die schlesischen Weber" zugeordnet?

Antwort anzeigen

Antwort

Vormärz

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Frage

Welcher literarischen Epoche wird "Loreley" zugeordnet?

Antwort anzeigen

Antwort

Romantik

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