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Deutsche Frage

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Geschichte

Die Deutsche Frage stellte sich zum ersten Mal im 19. Jahrhundert und spielte noch bis 1990 eine große Rolle für die deutsche Staatseinigung. Sie führte im 19. und 20. Jahrhundert zu mehreren Kriegen, Gebietsveränderungen und Staatsgründungen. Auch die Frankfurter Nationalversammlung stand 1848 lange Zeit vor der Aufgabe, die Deutsche Frage zu lösen. 

Im folgenden Artikel erfährst du, was genau die deutsche Frage war, wie sie sich entwickelte und ob sie gelöst wurde.


Die Deutsche Frage ist Bestandteil des Fachs Geschichte und ist ein Unterthema der Revolution 1848.


Beginn der Deutschen Frage

Seit dem Mittelalter existierte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, welches auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands lag. Das Heilige Römische Reich war ein Dachverband von mehreren Herrschaftsgebieten, an deren Spitze der römisch-deutsche Kaiser stand. Es bestand aus vielen verschiedenen Völkern, die auch unterschiedliche Sprachen sprachen.


Im 18. Jahrhundert begann das Reich aber zu zerfallen. Der Dualismus zwischen den Großmächten Preußen und Österreich trug unter anderem auch zu der Schwächung des Römisches Reichs bei. Während der Napoleonischen Kriege und aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusss, brach das “Alte Reich” im Jahr 1806 schließlich zusammen. Mit der Neuordnung Deutschlands begann auch die “Deutsche Frage”.


Der Deutsche Bund


Obwohl das Bürgertum sich daraufhin die nationale Einheit Deutschlands wünschte, entschieden sich die europäischen Fürsten 1815 auf dem Wiener Kongress mit dem Deutschen Bund für einen lockeren Staatenbund. 


Dieser bestand zunächst aus 34 Staaten und vier freien Städten, wobei die Souveränität der Mitgliedsstaaten erhalten blieb.
Es gab keine Zentralregierung, sondern lediglich den Bundestag in Frankfurt. Politische Entscheidungen wurden von den Großmächten Preußen und Österreich dominiert.


Wenn du mehr zu den Hintergründen des Deutschen Bund erfahren möchtest, lies unsere Zusammenfassung zum Thema Wiener Kongress!

Die Deutsche Frage im 19. Jahrhundert 

Revolution 1848/49


Der aus Frankreich überspringende Funke zündete 1848 die deutsche Revolution. Neben der Forderung nach Grundrechten, legten die Deutschen großen Wert auf die Gründung eines Nationalstaats. Die Frankfurter Nationalversammlung wurde einberufen, um zu entscheiden, wie Deutschland geeint werden könnte und wer dazu gehören sollte. 

Hierbei zerstritten sich die Fraktionen über die deutsche Frage. 


Sie konnten sich nicht entscheiden, ob Österreich in den neuen Nationalstaat mit aufgenommen werden solle oder nicht. 

Man spricht hier auch von der Frage der kleindeutschen oder großdeutschen Lösung. 


Die Revolution 1848/49 scheiterte unter anderem an diesen Gegensätzen und der fehlenden Einheit. Der Preußische König Friedrich Wilhelm IV. lehnte die Kaiserkrone, somit auch die kleindeutsche Lösung, ab. Der Deutsche Bund wurde nach dem Scheitern der Revolution erstmals wiederhergestellt.


Mehr zur Revolution 1848/49 erfährst du in unserer Zusammenfassung!


Deutsches Kaiserreich


Neuer Wandel kündigte sich in den 1860er Jahren an. 

Otto von Bismarck, Außenminister Preußens, setzte sich wieder stark für die deutsche Nationalbewegung ein. Die Deutsche Frage tauchte erneut auf. Diesmal ging es darum; Welchen Rang würde das neue Deutschland in Europa und in der Welt haben? 


Bismarck entfachte die sogenannten Einigungskriege, in denen Österreich als konkurrierende Großmacht im deutschsprachigen Raum ausgeschaltet wurde. Im Anschluss vereinigte Bismarck 1866 die nördlichen Staaten zum Norddeutschen Bund. Auch die süddeutschen Staaten schlossen sich diesem einige Jahre später nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 an. 

Am 18. Januar 1871 wurde Preußens König als Wilhelm I. zum Kaiser des vereinten Deutschen Reiches ausgerufen. Die Deutsche Frage war vorübergehend gelöst.


Wenn du mehr über das Deutsche Kaiserreich erfahren möchtest, schau dir unseren Themenblock dazu an, dort findest du viele weitere Hintergründe erläutert.


Die Deutsche Frage im 20. Jahrhundert


Erster Weltkrieg und Weimarer Republik


Der Erste Weltkrieg brachte einige Veränderungen mit sich. Vor allem Deutschland litt unter der Niederlage. Sie waren politisch isoliert, mussten Gebiete und Militär abgeben, sowie die alleinige Kriegsschuld auf sich nehmen. Durch die Oktoberreformen 1918,  eine Reihe von Verfassungs- und Gesetzesänderungen, welche gegen Ende des ersten Weltkrieges stattfanden wurde erstmals ein parlamentarisches Regierungssystem in Deutschland eingeführt. Das Parlament wurde generell auch gestärkt. Daraufhin kam die Deutsche Frage 1918/19 wieder auf. 


Deutschland versuchte das neue Deutsch-Österreich mit dem deutschen Staatsgebiet zu vereinen. Dies wurde jedoch von den Siegermächten abgelehnt. Ebenfalls musste Deutschland, aufgrund der Bedingungen des Versailler Vertrags, Elsass-Lothringen an Frankreich abgeben. Westpreußen und Posen fielen an Polen. 


Außerdem wuchs zur Zeit der Weimarer Republik die Macht der NSDAP, die rechtsnationale Partei Hitlers. Dies geschah durch die Unzufriedenheit der Bürger mit der Republik. Hitlers Ziel war es, den Versailler Vertrag zu revidieren und sich "Lebensraum im Osten" zu sichern. Am 30. Januar 1933 wurde Hitler dann zum Reichskanzler ernannt. Mit seiner Ernennung begann die nationalsozialistische Diktatur.


Genaueres zum Ersten Weltkrieg und zur Weimarer Republik kannst du hier erfahren!


Zweiter Weltkrieg


Mit der Regierung Hitlers expandierte Deutschland durch seine Eroberungspolitik erstmal.


1938 schloss sich Österreich an das Deutsche Reich an, bis 1939 erweiterte sich der deutsche Herrschaftsbereich durch Kriege und Übernahmen auch über Polen und die Tschechoslowakei. Außerdem gab 1940 es einen Neubeschluss über die Annektierung Elsass-Lothringens.


Die Deutsche Frage stellte sich wieder nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die deutsche Wehrmacht war im Mai 1945 gezwungen bedingungslos zu kapitulieren. So mussten die Alliierten entscheiden, was nun mit Deutschland geschehen sollte. Sie entschieden sich dafür, Deutschland in vier Besatzungszonen aufzuteilen. Jede Zone stand unter der Macht einer der Alliierten. Ebenfalls beschlossen sie eine Westverschiebung Polens, wodurch sich das deutsche Ostgebiet verkleinerte. Die Oder-Neiße-Linie wurde die neue Ostgrenze.


Jedoch gab es zwischen den Alliierten viele politische Gegensätze. Vor allem die Westmächte und die Ostmächte kamen nicht auf einen Nenner. Aufgrund von politischen Gegensätzen entwickelte sich ein Ost-West-Konflikt, der die staatliche Einheit zerbrach und 1949 in die Teilung in BRD und DDR führte. Die BRD wurde von der USA, der Westmacht übernommen und die DDR gehörte der Sowjetunion an.


Deutsche Frage nach 1945 


Die Deutsche Frage war ab der Teilung Deutschlands ein Symbol für den Ost-West-Konflikt. Es herrschte bis 1990 ein Kalter Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion. 


Die BRD unter der Leitung Adenauers, wollte eine Wiedervereinigung Deutschlands. Stalin machte 1952 ein Angebot, dass er einer Wiedervereinigung zustimmen würde, wenn Deutschland neutral, also unabhängig von der UdSSR und den USA, bleibe. Nun stellte sich wieder die Deutsche Frage. Diesmal war sie, ob es ein vereinigtes Deutschland geben soll und zu wem dieses gehören sollte. Adenauer lehnte jedoch die völkerrechtliche Anerkennung der DDR aufgrund des Alleinvertretungsanspruchs lange Zeit ab. Die Spannungen zwischen Ost und West verschärften sich immer mehr und wurden mit dem Mauerbau 1961 eindeutig gekennzeichnet. Die DDR befürwortete zudem die Zwei-Lager-Theorie. 


Nach der Kuba Krise 1962 begann eine Phase der Entspannung. Die USA- und UdSSR stellten direkt Kontakt her und versuchten die Krisen nun gemeinsam zu lösen. Trotzdem gewann die Idee einer Wiedervereinigung erst durch die Neue Ostpolitik des Bundeskanzlers Willy Brandt in den 1970er Jahren wieder an Bedeutung. Diese verfolgte das Prinzip der Entspannung durch Annäherung und er beschloss, anders als Adenauer, eine Anerkennungspolitik. Auch in der Bevölkerung war der Wunsch der nationalen Einheit stark verbreitet.


Der 9. November 1989 kennzeichnete den Tag des "Mauerfalls". Dieser verstärkte nochmal die Forderungen nach nationaler Einheit. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag legitimierte die deutsch-deutsche Wiedervereinigung, die am 3. Oktober 1990 vollendet wurde. Deutschland wurde wieder als gleichberechtigter Partner in die Europäischen Union aufgenommen. Somit ist die “Deutsche Frage” gelöst.


Deutsche Frage - Das Wichtigste auf einen Blick

  • 19. Jahrhundert  bis 1990 
  • entstand nach den Napoleonischen Kriegen mit der Neuordnung Deutschlands
  • Revolution 1848: kleindeutsche oder großdeutsche Lösung? 
  • Deutsches Kaiserreich: 1871 wurde Preußens König Wilhelm I. zum Kaiser des vereinten Deutschen Reiches ausgerufen 
  • Niederlage des Ersten Weltkriegs: Gebietsabgaben, Ausrufung der Weimarer Republik
  • NSDAP erstarkte und Hitler wurde im 1933 zum Reichskanzler ernannt
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in vier Besatzungszonen zwischen den Alliierten aufgeteilt
  • Nach 1945 war die Deutsche Frage das Symbol für den Ost-West-Konflikt und den Kalten Krieg
  •  1990:  Wiedervereinigung Deutschlands

Häufig gestellte Fragen zum Thema Deutsche Frage

Während der Revolution 1848/49 forderten die Bürger die Gründung eines deutschen Nationalstaats. Die Nationalversammlung konnte sich aber 

nicht entscheiden, ob Österreich in den neuen Nationalstaat mit aufgenommen werden solle oder nicht. Man spricht hier auch von der Frage der kleindeutschen oder großdeutschen Lösung. Die Revolution 1848/49 scheiterte unter anderem an diesen Gegensätzen und der fehlenden Einheit. Der Preußische König Friedrich Wilhelm IV. lehnte die Kaiserkrone, somit auch die kleindeutsche Lösung, ab. 

Zunehmend fordern die Menschen die staatliche Einheit als Weg zu Demokratie und Wohlstand. Ein Teil der Bürgerbewegungen hingegen sieht die Demokratisierung des Landes als Voraussetzung für die Einheit.

Von einer Regierung der Nationalen Einheit spricht man, wenn fast alle Parteien des Parlamentes auch in der Regierung vertreten sind. Es findet also eine Machtteilung zwischen vielen verschiedenen Gruppen statt. 

Besonders wenn sich ein Land in einer Krise befindet, wird oftmals eine Regierung der Nationalen Einheit gebildet. Sie soll dazu dienen, die Unruhen oder einen Bürgerkrieg im eigenen Land durch eine gemeinsame neue Regierung zu beenden. Bisher benachteiligte und ausgeschlossene Bevölkerungsgruppen bekommen so politische Mitsprache.

Der neue Deutsche Bund bestand als lockerer Staatenbund zunächst aus 34 Staaten und vier freien Städten. Die Souveränität der Mitgliedsstaaten blieb erhalten. Es gab keine Zentralregierung, sondern lediglich den Bundestag in Frankfurt. Politische Entscheidungen wurden von den Großmächten Preußen und Österreich dominiert.

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