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Märzereignisse

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Geschichte


Der aus Frankreich überspringende Funke zündete auch die erste deutsche Revolution, die Märzrevolution 1848.

In diesem Artikel erklären wir dir, warum das Bürgertum eine neue Verfassung, die Grundrechte enthielt, forderte und warum sich viele Bürger nach der Einigung Deutschlands zu einem Nationalstaat sehnten. Außerdem erfährst du warum die Revolution am Ende und trotz aller anfänglichen Erfolge, scheiterte, nachdem die Fürsten die Kontrolle wieder an sich nahmen.


Die Märzrevolution ist Bestandteil des Fachs Geschichte und erweitert das Unterthema der Revolution 1848.


Hier findest du schonmal die wichtigsten Anhaltspunkte zu den Märzereignissen:

  • Forderungen zur Gründung eines Nationalstaats mit mehr Freiheits- und Grundrechten
  • Beeinflusst von der Revolution in Frankreich
  • Aufstände, Proteste und Demonstrationen im März 1848
  • Brutale Barrikadenkämpfe in Berlin bewegen König Friedrich Wilhelm IV. dazu sich der Revolution anzuschließen
  • In der Folge kam es zu Reformen und die Frankfurter Nationalversammlung wurde einberufen
  • Die Nationalversammlung scheiterte letztlich



Die Ausgangslage

Der Deutsche Bund bestand seit dem Wiener Kongress 1815  aus vielen souveränen Einzelstaaten. Sie waren also in einem Staatenbund miteinander verbunden. Die Deutschen entwickelten mit der Zeit ein immer größeres Nationalbewusstsein, was auch durch die Revolution in Frankreich bestärkt wurde. 


Die Bürger wurden politisch aufmerksamer und aktiver. Während des Vormärz forderten sie die Gründung eines Nationalstaats mit Freiheits- und Grundrechten. Sie wollten eine Abkehr der Fürstenherrschaft und wehrten sich gegen die ihre Repressionen.


Die industrielle Revolution führte zu der Entstehung einer Arbeiterschaft, die lohnabhängig war. Die Arbeiter waren vom Pauperismus geplagt und sehnten sich nach sozialen Verbesserung. Auch die Bauern litten vor allem 1846/47 an einer Missernte. Die unteren Gesellschaftsschichten sich deswegen ebenfalls den politischen Protesten an.

Auslöser

In Frankreich war im Februar 1848 die Februarrevolution ausgebrochen, bei der die Bürger sich gegen den König Louis Phillipe stellten. Der französische Revolutionsgeist verbreitete sich daraufhin auch in anderen Staaten Europas. Vor allem die südwestlichen Staaten des Deutschen Bundes schöpften aus ihr die Anregung für eine eigene Revolution.



Märzforderungen

Zu Beginn der Märzrevolution kam es in den deutschen Staaten, ermutigt durch das französische Beispiel, überall zu spontanen Demonstrationen, Flugblattaktionen, Versammlungen und Petitionen. 


Hierbei wurden die Märzforderungen verbreitet. Diese zielten auf die bürgerlichen Rechte, vor allem auf die Meinungs- Pressefreiheit, sowie auch auf eine verfassungsstaatliche Ordnung und eine nationalstaatliche Einigung Deutschlands. Außerdem forderten die Bürger öffentliche Gerichtsverfahren und höhere Löhne für die Arbeiter.


Vereinzelt, besonders in den politischen Brennpunkten Berlin und Wien, kam es zu Aufständen und Barrikadenkämpfen.



Politische Brennpunkte


Berliner Aufstand 1848 


In Berlin gab es großen revolutionären Aufschwung. Der Unmut über die politischen Verhältnisse wurde in Cafés oder auf spontan organisierten Volksversammlung außerhalb der Stadt, laut. Die politische Unruhe nahm immer weiter zu und der preußische König schickte schließlich das Militär in die Stadt, welches die angespannte Lage erneut verstärkte.


Auslöser

Abb1: Berliner Aufstand
Quelle: Wikipedia

 


Am Nachmittag des 18.März 1848 versammelte sich auf dem Berliner Schlossplatz eine große Menschenmenge, um auf die Antwort des Königs auf die Märzforderungen zu warten. Es hieß, dass alle Wünschen der Bürger erfüllt werden würden. Gegen 14:30 fielen aber zwei Schüsse. Diese wurden angeblich versehentlich ausgelöst, sorgten aber für große Unruhe.


Aufstand

                                                                                                   

Sie lösten innerhalb weniger Stunden einen Barrikadenkampf aus, der schnell das ganze Stadtzentrum Berlins umfasste. Die Kämpfer verschanzten sich hinter den Barrikaden und setzen die ihnen verfügbaren Waffen zur Wehr. Das Militär versuchte den den Aufstand niederzuschlagen, wobei auch unbeteiligte Menschen verletzt wurden. Jedoch gelang es ihnen nicht, sich durchzusetzen und der König musste als Bedingung für einen Waffenstillstand letztendlich sein Militär zurückziehen. Der Aufstand vom 18. März nahm etwa 250 Menschen das Leben. 180 zivile Opfer wurden einige Tage später in einem feierlichen Leichenzug zu Grabe getragen.


Folgen


Darauffolgend war der König Friedrich Wilhelm IV. gezwungen den Toten der Straßenkämpfe vom 18. März seine Entbehrung zu erweisen. Am 21. März erließ er eine Proklamation, in der er sich zur deutschen Einheit und Freiheit bekannte. Er zog vor den im Schlosshof aufgebahrten Leichen seinen Hut und verkündete, dass "Preußen ab sofort in Deutschland aufgehe".


Außerdem wurden die bislang verbotenen Farben Schwarz-Rot-Gold der deutschen Nationalbewegung nun von ihm als Symbole der Revolution anerkannt. Er demonstrierte mit einem feierlichen Umritt durch die Stadt seinen Willen, sich an die Spitze der deutschen Einheitsbewegung zu stellen. Die preußische Verfassung, die im Dezember 1848 erlassen wurde nahm auch einen Großteil der Märzforderungen auf und hatte einen liberalen Grundrechtskatalog. 



Wien


Auch in Wien kam es zu einer blutigen Auseinandersetzung. Der Wiener Staatsrat unter der Leitung des Fürsten Metternich verweigerte liberale Konzessionen, worauf es zu Demonstrationen und am 13. März zu Straßenkämpfen kam.


Wenn du mehr zum Fürst von Metternich erfahren möchtest, ließ doch mal unseren Artikel über sein Leben und Schaffen!


Folgen

Der verhasste Fürst Metternich, in dessen Person sich das gesamte System der Restauration beispielhaft verkörpert, war gezwungen noch am selben Abend abzudanken und zu fliehen. Er verließ Österreich und der Kaiser gestand wichtige Rechte zu.


Der überraschende Erfolg der Revolution war von den Revolutionären kaum zu erwarten gewesen und führte in allen Staaten zum Nachgeben der Monarchen.



Folgen der Märzforderungen

Die Monarchen gaben in allen Staaten der Revolution und Märzforderungen der Bürger und Arbeiter nach. Die Fürsten waren durch den starken Revolutionsgeist quasi zu politischen Reformen gezwungen.


Sie versprachen Verfassungen, übernahmen die Forderung eines deutschen Nationalstaats und setzten als Zeichen ihres guten Willens neue, liberale Minister, die Märzminister, ein. Zudem wurden vom Frankfurter Bundestag die Karlsbader Beschlüsse aufgehoben, was wieder Meinungs- und Pressefreiheit gewährte. Ebenfalls beschließen sie als Vorschritt der nationalen Einigung Schwarz-Rot-Gold, die Farben der Burschenschaften, zur deutschen Farbe.



Frankfurter Nationalversammlung

Der Erfolg der Märzrevolution brachte die Nationalversammlung, das erste frei gewählte Parlament Deutschlands, mit sich.
Die Nationalversammlung trat seit dem 18. Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche zusammen. Sie bestand aus Bürgern, Akademikern und Juristen aus allen deutschen Staaten. Aufgrund ihrer überwiegend akademischen Zusammensetzung sprach man von einem Professorenparlament.

Abb2: Frankfurter Paulskirche am Tag der Nationalversammlung
Quelle: Kinderzeitmaschine

 


Das Parlament hatte vorerst drei zentrale Probleme zu lösen:


  • die Einrichtung einer provisorischen Reichsregierung 
  • die Festlegung der Grenzen des Nationalstaats
  • die Erarbeitung einer Reichsverfassung


Die Frage der provisorischen Reichsregierung übernahm der österreichische Erzherzog Johann. Jedoch blieb diese vorläufige Regierung ohne reale Macht und konnte keine wirkliche Exekutive sein. Außerdem waren einige Staaten, darunter Österreich und Preußen, nicht bereit, ihre Truppen der Reichsregierung zu unterstellen.


Die Lösung der nationalen Frage erwies sich als besonders kompliziert. Das Hauptproblem war der Vielvölkerstaat Österreich und ob eine großdeutsche Lösung, also der Anschluss der deutsch-österreichischen Länder oder eine kleindeutsche Lösung, die Erhaltung Österreichs und Trennung aller seiner Bestandteile vom deutschen Bund, beschlossen werden sollte. Später, im März 1849, entschieden sie sich für die kleindeutsche Lösung.


Auch die Erarbeitung einer Verfassung nimmt viel Zeit in Anspruch, vor allem die Formulierung der allgemeinen Grundrechte. Die im Dezember veröffentlichten Grundrechte wurden traten dann nicht in Kraft. Trotzdem waren sie zukünftig ein bedeutsames Vorbild für die Verfassungen von 1919 und 1949. Letztendlich wird der Verfassungsentwurf der konstitutionellen Monarchie genommen.


Konterrevolution


Die letzte Phase der Revolution war durch das Wiedererstarken der alten Mächte geprägt. Preußen und Österreich gingen mit ihrem Militär gegen die nationalen Erhebungen vor. Österreich blieb als absolutistischer Vielvölkerstaat bestehen und in Preußen ließ Friedrich Wilhelm IV. die preußische Nationalversammlung unter Waffengewalt auflösen. Außerdem nahm er seine im März verkündeten Zugeständnisse zurück. Die Revolution befand sich also nun auf dem Rückzug.


Es kam aber weder in Preußen, noch in Österreich zu einer vollständigen Wiederherstellung des alten Zustandes. In beiden Staaten wurden Verfassungen oktroyiert, die immerhin gewisse liberal-konstitutionelle Zugeständnisse enthielten.



Scheitern der Revolution


Im März 1849  beendete die Nationalversammlung in der Paulskirche ihre Arbeit an der Verfassung des deutschen Reichs. Sie hatten sich für die kleindeutsche Lösung und eine konstitutionelle Monarchie entschieden. Jedoch bekam diese aufgrund der gegenrevolutionären Erfolge keine faire Chance mehr. Friedrich Wilhelm IV. lehnte die ihm angebotene Kaiserkrone ab, womit das Scheitern der Revolution vollbracht war.


Fertig!


Märzereignisse - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Deutschland war seit 1815 ein loser Staatenbund mit absolutistischer Fürstenherrschaft
  • es entstanden die Forderungen der Gründung eines Nationalstaats mit Freiheits- und Grundrechten

  • Revolutionsgeist aus Frankreich beeinflusst stark die deutsche Revolution

  • im März 1848 kommt es in ganz Deutschland zu Aufständen, Protesten und Demonstrationen

  • die politischen Brennpunkte sind Berlin und Wien

  • in Berlin kommt es zu tödlichen Barrikadenkämpfen, aus denen folgt, dass der König Friedrich Wilhelm IV. sich der Revolution anschließt

  • Folgen: politische Reformen, Gründung der Frankfurter Nationalversammlung

  • Die Revolution scheiterte jedoch aufgrund der mangelnden Diskussionsfähigkeit der Nationalversammlung. Sie brauchten zu lange, um die neue Verfassung aufzustellen und die alten Mächte nutzten die Gelegenheit sich ihre Macht zurückzugewinnen.

  • Friedrich Wilhelm lehnt 1849 die Kaiserkrone ab.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Märzereignisse

In Frankreich war im Februar 1848 die Februarrevolution ausgebrochen, bei der die Bürger sich gegen den König Louis Phillipe stellten. Der französische Revolutionsgeist verbreitete sich daraufhin auch in anderen Staaten Europas. Vor allem die südwestlichen Staaten des Deutschen Bundes schöpften aus ihr die Anregung für eine eigene Revolution. Es kam in den deutschen Staaten, ermutigt durch das französische Beispiel, überall zu spontanen Demonstrationen, Flugblattaktionen, Versammlungen und Petitionen. Hierbei wurden die Märzforderungen verbreitet. Diese zielten auf die bürgerlichen Rechte, vor allem auf die Meinungs- Pressefreiheit, sowie auch auf eine verfassungsstaatliche Ordnung und eine nationalstaatliche Einigung Deutschlands. 

Am Nachmittag des 18.März 1848 versammelte sich auf dem Berliner Schlossplatz eine große Menschenmenge, um auf die Antwort des Königs auf die Märzforderungen zu warten. Gegen 14:30 fielen aber zwei Schüsse. Sie lösten innerhalb weniger Stunden einen Barrikadenkampf aus. Der König musste als Bedingung für einen Waffenstillstand letztendlich sein Militär zurückziehen. Der Aufstand vom 18. März nahm etwa 250 Menschen das Leben. 180 zivile Opfer wurden einige Tage später in einem feierlichen Leichenzug zu Grabe getragen.

Die Deutschen entwickelten mit der Zeit ein immer größeres Nationalbewusstsein, was auch durch die Revolution in Frankreich bestärkt wurde. Die Bürger wurden politisch aufmerksamer und aktiver. Während des Vormärz forderten sie die Gründung eines Nationalstaats mit Freiheits- und Grundrechten. Sie wollten eine Abkehr der Fürstenherrschaft und wehrten sich gegen die ihre Repressionen. Die industrielle Revolution führte zu der Entstehung einer Arbeiterschaft, die lohnabhängig war. Sie wollten soziale Verbesserung. Auch die Bauern litten vor allem 1846/47 an einer Missernte.

 Die Fürsten waren durch den starken Revolutionsgeist quasi zu politischen Reformen gezwungen. Sie versprachen Verfassungen, übernahmen die Forderung eines deutschen Nationalstaats und setzten als Zeichen ihres guten Willens neue, liberale Minister, die Märzminister, ein. Zudem wurden vom Frankfurter Bundestag die Karlsbader Beschlüsse aufgehoben, was wieder Meinungs- und Pressefreiheit gewährte. 

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