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Burschenschaften

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Geschichte

Nachdem 1815 auf dem Wiener Kongress der Deutsche Bund von den Fürsten beschlossen wurde, gründeten sich die Burschenschaften. Die Burschenschaften waren Studentengruppen, die sich zusammenschlossen, um für ein geeintes Deutschland zu kämpfen. Wie genau diese aussahen, was sie machten und wie die Fürsten auf sie reagierten erfährst du im folgenden Artikel.

Vorgeschichte der Burschenschaften

In den Befreiungskriegen wehrten sich die Deutschen gegen eine Vorherrschaft Napoleons. Durch den Kampf im Krieg wuchs auch das deutsche Nationalbewusstsein heran. Daraus entstand in der deutschen Bevölkerung der Wunsch eines einheitlichen Nationalstaats mit einer freiheitlichen Verfassung für Deutschland. Nach den Napoleonischen Kriegen wurde auf dem Wiener Kongress 1815 die Neuordnung Deutschlands beschlossen. Die Fürsten lehnten die Forderungen der Bürger nach nationaler Einheit und Freiheitsrechten ab und gründeten den Deutschen Bund – einen losen Staatenbund.

Besonders die akademische Jugend in Deutschland war über die Restaurationspolitik des Wiener Kongresses maßlos enttäuscht. Sie waren größtenteils aktiv an den Befreiungskriegen beteiligt gewesen und hatten dabei auch ihre Märtyrer und Idole gefunden. Darauffolgend waren die Gedanken des Liberalismus und Nationalismus weit verbreitet. Weder die nationale Einheit noch eine freiheitliche Verfassung wurden aber erreicht. Ihnen blieb nur das als unzureichend empfundene System des Deutschen Bundes und das Versprechen landständischer Verfassungen.

Deutsche Burschenschaft

Die erste Burschenschaft

Als Reaktion auf den Beschluss der Fürsten bildete sich eine Vereinigung von Studenten in Jena. Die Jenaische Burschenschaft entstand am 12. Juni 1815 und bildete die erste deutsche Burschenschaft. Der Begriff "Bursche" stand für Student.

Burschenschaften, Definition Ziele Geschichte, Gründung der ersten deutschen Burschenschaft, StudySmarterAbb. 1: Gründung der ersten deutschen Burschenschaft, 12. Juni 1815, Almut Finck, Quelle: wdr.de

Allgemeine Deutsche Burschenschaft

Das Beispiel Jenas verbreitete sich schnell. Weitere Universitäten in allen deutschen Staaten gründeten ebenfalls Burschenschaften. Diese überall entstehenden Burschenschaften schlossen sich daraufhin zusammen. Am 18. Oktober 1818 entstand somit die Allgemeine Deutsche Burschenschaft. Zu dieser Zeit konnten nur Männer studieren, weshalb Frauen in diesen nicht mit einbezogen waren.

Ziele der Burschenschaften

Ihr "deutscher Studentenstaat" sollte als Symbol für den ersehnten Nationalstaat stehen. Die Grundsätze und Beschlüsse des 18. Oktobers bildeten ihr Programm, welches liberal-national war. Die Studenten wollten mit den Burschenschaften zeigen, dass Deutschland über die Grenzen der einzelnen Staaten hinwegreicht, dass sie zusammen arbeiten konnten und dass es möglich war, ein geeintes Deutschland zu schaffen.

Sie forderten staatliche und wirtschaftliche Einheit, also die Auflösung bzw. den Zusammenschluss des Deutschen Bundes. Dieser Nationalstaat sollte über eine frei gewählte Volksvertretung verfügen und der Monarch sollte, wie in der konstitutionellen Monarchie, an das Gesetz gebunden sein. Außerdem verlangten sie Rechtsgleichheit und Bürgerrechte, wie Freiheit der Person und Sicherheit des Eigentums.

Burschenschaften, Deutschland, Ziele, Geschichte, Definition, StudySmarterDie Burschenschaften stellten auch einen Wahlspruch auf. Dieser lautete:

Ehre, Freiheit, Vaterland

Ebenfalls wählten sie eine Farbkombination für die Symbolisierung der Burschenschaften aus. In Anlehnung des Lützow'schen Freikorps entschieden sie sich für Schwarz-Rot-Gold.

Das Lützow'sche Freikorps war ein Freiwilligenverband der preußischen Armee in den Befreiungskriegen.

Burschenschaften: Wartburgfest

Den Burschenschaften gelang es schnell auf sich aufmerksam zu machen. Bereits 1817 hatten sie auch schon das Misstrauen der Fürsten erregt. Ihre erste große Veranstaltung war das Wartburgfest am 18. Oktober 1817. Auf der Wartburg versammelten sich ca. 500 Burschenschaftler zum Gedenken der Reformation und der Leipziger Völkerschlacht. Sie gedachten dessen im Sinne der Wiedergeburt der freien Gedanken und der Befreiung des Vaterland. Das Fest sollte den Wunsch nach nationaler Einheit und Freiheitsrechten deutlich machen. Es kam neben patriotischen Reden auch zu demonstrativen Akten, wie die Verbrennung "undeutscher" Bücher und Schriften.

Hier f indest du Genaueres zum Wartburgfest!

Burschenschaften: Radikale Strömung

Schon auf dem Wartburgfest zeigten sich erste Anzeichen radikaler Strömungen innerhalb der Bewegung der Burschenschaften. Diese nannten sich die "Unbedingten" oder auch die "Schwarzen". Der Privatdozent Karl Follen war der Führer dieser radikalen Gruppierungen.

Attentate

Karl Follen ermutigte 1819 den Theologiestudenten Karl Ludwig Sand, der ebenfalls Teil der radikalen Gruppe war, den russischen Staatsrat und damals populären Lustspieldichter August von Kotzbue zu ermorden. Grund dafür war, dass sich Kotzbue über die Burschenschaften lustig gemacht hatte. Zudem hatte er als russischer Agent gedient.

Follen leitete im Juli einen weiteren Attentatsversuch auf den nassauischen Staatsrat von Ibell ein, der jedoch scheiterte.

Burschenschaften: Karlsbader Beschlüsse

Die Fürsten reagierten auf die Burschenschaften mit Repression und Unterdrückung.

Unter Repression versteht man die Unterdrückung von Kritik, Widerstand, politischen Bewegungen, individueller Entfaltung und individuellen Bedürfnissen, auch auf gewaltsamer Art und Weise.

Der Fürst von Metternich, der ein bekannter Gegner der liberal-nationalen Bewegung war, sah die Attentate als geeigneten Anlass, um Maßnahmen zur Unterdrückung der Bewegung einzuführen. So entstanden auf einer Konferenz in Karlsbad, in Absprache mit Preußen, am 20. September 1819 die Karlsbader Beschlüsse. Sie wurden von weiteren Regierungen angenommen und schließlich vom Deutschen Bund bestätigt.

Hier sind noch einmal die Karlsbader Beschlüsse kurz zusammengefasst:

  • Verbot der Burschenschaften
  • Entlassung der politisch auffällig gewordenen Professoren und Publizisten
  • Überwachung der Universitäten
  • Presse- und Meinungszensur
  • Einrichtung einer Zentral-Untersuchungskommission in Mainz
Die Karlsbader Beschlüsse lähmten die liberal-nationale Bewegung erstmals bis 1830.

Zu Karlsbader Beschlüsse haben wir ebenfalls einen Artikel

Hier kannst du nochmal Genaueres dazu lesen!

Burschenschaften im 20. Jahrhundert

Die Burschenschaften legten ihren Fokus nach der Revolution 1848/49 immer mehr auf die nationale Einheit, als auf die bürgerlichen Freiheiten. Der Kampf für ein geeintes Deutschland war oft gleichzeitig der Kampf gegen alles, was als "undeutsch" empfunden wurde. Dazu gehörten zum Beispiel ihre Erzfeinde, die Franzosen und auch das Judentum.

Vor allem ab 1920 wurden die Burschenschaften, mit dem wachsenden Nationalsozialismus in Deutschland durch die NSDAP, immer extremistischer. Es wurde beschlossen, dass Juden nicht Mitglied der Burschenschaften sein durften und dass Burschen keine jüdischen Frauen heiraten durften. Des Weiteren gliederten die Nazis die Burschenschaften, wie alle anderen Studentenverbindungen, in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund ein. Mit der "Gleichschaltung" gab es dann nur noch eine Studentenverbindung, die der Nazis.

Burschenschaften - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Während der Befreiungskriege gegen die Vorherrschaft Napoleons wuchs in Deutschland das Nationalbewusstsein der Bevölkerung.↪ Wunsch nach nationaler Einheit und Freiheitsrechten
  • Studenten gründeten als Reaktion auf Gründung des Deutschen Bundes ab 1815 Burschenschaften.
  • Sie wollten zeigen, dass Deutschland über die Grenzen der einzelnen Staaten hinwegreicht, dass sie zusammen arbeiten konnten und dass es möglich war, ein geeintes Deutschland zu schaffen.
  • Ziele: staatliche und wirtschaftliche Freiheit, frei gewählte Volksvertretung, Bindung des Monarchen an das Gesetz, Rechtsgleichheit, Bürgerrechte.
  • Sie veranstalteten Versammlungen und Reden (Wartburgfest) und es bildeten sich auch radikale Strömungen.
  • Nach der Ermordung August von Kotzbues reagierten die Fürsten mit Unterdrückung der Burschenschaften durch die Karlsbader Beschlüsse

Burschenschaften

  • Staatliche und wirtschaftliche Freiheit
  • Frei gewählte Volksvertretung
  • Bindung des Monarchen an das Gesetz
  • Rechtsgleichheit
  • Bürgerrechte

Die Burschenschaften waren Studentengruppen, die sich zusammenschlossen, um für ein geeintes Deutschland zu kämpfen.

Die erste deutsche Burschenschaft wurde am 12.06.1815 in Jena gegründet. Daraufhin entstanden in allen deutschen Staaten weitere Burschenschaften.

Das Beispiel Jenas verbreitete sich schnell. Weitere Universitäten in allen deutschen Staaten gründeten ebenfalls Burschenschaften. Diese überall enstehenden Burschenschaften schlossen sich daraufhin zusammen. Am 18.10.1818 entstand somit die Allgemeine Deutsche Burschenschaft. Zu dieser Zeit konnten nur Männer studieren, weshalb Frauen in diese nicht miteinbezogen waren.

Finales Burschenschaften Quiz

Frage

Was waren die Burschenschaften?

Antwort anzeigen

Antwort

Studentengruppen, die sich zusammenschlossen, um für ein geeintes Deutschland zu kämpfen.

Frage anzeigen

Frage

Warum entstanden die Burschenschaften?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Wunsch nach nationaler Einheit und Freiheitsrechten wuchs in der deutschen Bevölkerung
  • 1815 beschlossen die Fürsten auf dem Wiener Kongress, gegen die Wünsche des Volks, die Gründung des Deutschen Bunds
  • Studenten gründeten daraufhin ab 1815 Burschenschaften 
Frage anzeigen

Frage

Wodurch wuchs das Nationalbewusstsein der Deutschen?

Antwort anzeigen

Antwort

Durch den Kampf gegen Napoleons Truppen während der Befreiungskriege

Frage anzeigen

Frage

Wann wurde die erste Burschenschaft gegründet?

Antwort anzeigen

Antwort

12.06.1815

Frage anzeigen

Frage

Wo wurde die erste Burschenschaft gegründet?

Antwort anzeigen

Antwort

in Jena (Jenaische Burschenschaft)

Frage anzeigen

Frage

Was wollten die Burschenschaften mit ihren verschiedenen Gruppen in verschiedenen Staaten zeigen?

Antwort anzeigen

Antwort

Sie wollten zeigen,  dass Deutschland über die Grenzen der einzelnen Staaten hinwegreicht, dass sie zusammen arbeiten konnten und dass es möglich war, ein geeintes Deutschland zu schaffen.

Frage anzeigen

Frage

Was waren die Ziele der Burschenschaften?

Antwort anzeigen

Antwort

  • staatliche und wirtschaftliche Freiheit
  • frei gewählte Volksvertretung
  • Bindung des Monarchen an das Gesetz
  • Rechtsgleichheit
  • Bürgerrechte
Frage anzeigen

Frage

Wer gehörte zu den Burschenschaften?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Studenten, Schriftsteller etc.
  • akademische Jugend
  • nur Männer
Frage anzeigen

Frage

Wann entstand die Allgemeine Deutsche Burschenschaft?

Antwort anzeigen

Antwort

18.10.1818

Frage anzeigen

Frage

Was war die Allgemeine Deutsche Burschenschaft?

Antwort anzeigen

Antwort

​Sie war ein Zusammenschluss der deutschen Burschenschaften aus allen deutschen Staaten.

Frage anzeigen

Frage

Welche Farben beschlossen sie als Symbol der Burschenschaften?

Antwort anzeigen

Antwort

Schwarz-Rot-Gold

Frage anzeigen

Frage

Was war die erste große Veranstaltung der Burschenschaften?

Antwort anzeigen

Antwort

Wartburgfest 1817

Frage anzeigen

Frage

Was geschah auf dem Wartburgfest?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Reden
  • Bücherverbrennungen
  • öffentliche Aufmerksamkeit bezüglich des Wunschs nach nationaler Einheit und Freheitsrechten 
Frage anzeigen

Frage

Wie hießen die radikalen Strömungen? Wer führte sie an?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Unbedingten 
  • Schwarzen
  • Führer: Karl Follen
Frage anzeigen

Frage

Welches Attentat leitete Karl Follen erfolgreich an?

Antwort anzeigen

Antwort

Er ermutigte 1819 Karl Ludwig Sand den russischen Staatsrat August von Kotzbue zu ermorden.

Frage anzeigen

Frage

Wie reagierte die Obrigkeit auf die Burschenschaften?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Unterdrückung und Repression
  • Karlsbader Beschlüsse 1819
Frage anzeigen
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