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Aralsee

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Aralsee

Der Aralsee gilt seit Jahren als Beispiel für rücksichtsloses Wirtschaften und fehlende Umweltpolitik. In dieser Erklärung erfährst du, wie sich der Aralsee von einem der größten Binnenseen der Welt in eine menschengemachte Umweltkatastrophe entwickeln konnte.

Aralsee - Definition

Bis zu den 1960er Jahre war der Aralsee der viertgrößte Binnensee der Welt.


Bevor der Aralsee in mehrere Teile zerfiel, war dieser ein abflussloser Salzsee in Zentralasien. An dem Zerfall war eine lang andauernde, menschengemachte Austrocknung schuld. Genaueres erfährst du weiter unten in der Erklärung.

Binnenseen sind Seen des Festlands ohne unmittelbare Verbindung zum Meer.

Aralsee - Karte

Auf dieser Abbildung siehst Du das Gebiet um den Aralsee im Jahr 1960 im Vergleich mit dem Jahr 2007. Die sich durch die Mitte ziehende pinke Linie stellt die Staatsgrenze zwischen Kasachstan und Usbekistan dar.

Hier kannst du bereits auf den ersten Blick gut erkennen, wie sich die Lage des Aralsees in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Der See ist in seiner Fläche deutlich zurückgegangen und die Flächen, die ehemals den Aralsee bildeten, sind heute Steppen und Wüsten.

Aralsee - Entwicklung der Lage

Der Aralsee entstand vor ungefähr 20.000 Jahren durch das Abschmelzen von Eiskappen. Die Wasserfläche, die bis 1960 bestand, bildete sich vor circa 3.000 bis 5.000 Jahren.

Der Aralsee befindet sich im Tiefland von Turan zwischen den zentralasiatischen GUS-Staaten Usbekistan und Kasachstan. Der See ist umgeben von Wüsten und Wüstensteppen, wie Karakum und Kysylkum.

Die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS-Staaten), ist ein Staatenbund, der die Nachfolgestaaten der Sowjetunion umfasst. Zu ihnen gehören: Russland, Weißrussland, Ukraine, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisien, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Georgien.

Die Trockenheit um den See herum, sowie die Austrocknung des Aralsees an sich, bieten keine Grundlage für eine aktive Landwirtschaft. Außerdem ist durch den hohen Salzgehalt das Wasser nicht mehr genießbar. Dies hat zur Folge, dass die Bevölkerungsdichte gering ist und es nur wenige Siedlungsverdichtungen um den Aralsee herum gibt.

Zentralasien ist Teil Mittelasiens, welches aus den ehemals sowjetischen Republiken Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan und Kirgistan besteht. Sie sind alle Anrainerstaaten der Flüsse Amu-Darja und Syr-Darja. Anrainerstaat des Amu-Darja ist auch Afghanistan. Die Menschen Mittelasiens leben traditionell als Nomaden in Steppen und Bergen und beschäftigen sich erster Linie mit der Landwirtschaft und der Schafzucht. Die Region zählt zu den ältesten Kulturräumen der Welt. Zahlreiche Handelswege (z. B. die Seidenstrasse) durchqueren sie und verbinden sie mit dem Rest der Welt.

Der Aralsee ist ein abflussloser Binnensee, in dem die beiden Flüssen Amu-Darja und Syr-Darja enden.


Der Amu-Darja und der Syr-Darja sind Flüsse im westlichen Zentralasien. Sie entspringen den niederschlags- und schmelzwasserreichen Gebirgen Pamir (7495) und Tienschan (7440 m). Die beiden Flüsse erreichen den Aralsee nur noch in extrem feuchten Jahren und versiegen in der mittelasiatischen Wüste.


Diese Abbildung zeigt die Grenzen von Kasachstan und Usbekistan, sowie den Aralsee und seine Zuflüsse.


Durch diese stetige Austrocknung hat sich sowohl der Aralsee, als auch seine Umgebung drastisch verändert. Hier sind einige Beispiele für diese Veränderungen:

  • vor ehemaligen Hafenstädte, wie Alarsk oder Muynak, erstrecken sich mittlerweile wüstenhafte Salzflächen
  • um den Aralsee herum bildet sich die Katastrophenzone: "Akkum" (Weiße Wüste)
  • im westlichen Teil des Aralsees zieht sich das Wasser jährlich um 500 Meter zurück
  • heftige Stürme sorgen dafür, dass jährlich ungefähr 100 Millionen Tonnen eines Sand-Staub-Gemisches aufgewirbelt wird
  • 90 % des Aralsees sind heute verschwunden
  • durch Erosion und im westlichen Abschnitt von Usbekistan entstand eine karge und zerklüftete Landschaft


Erosion bezeichnet die zerstörende Wirkung von fließendem Wasser, auch von Eis und Wind an der Erdoberfläche.

Um diese Entwicklung besser zu verstehen, findest du in der folgenden Tabelle einige Zahlen dazu.

Jahr
maximale Tiefe (m)
Oberfläche (km2)
Volumen (km3)
Mineralisierung (g/l)
1960
68
67.900
1090
10
1980
51
52.500
670
16,5
2000
34
33.000
220
31

In dieser Darstellung erkennst du, wie sich die Fläche des Aralsees durch die Austrocknung entwickelt hat.

Aralsee - Entwicklung Klima

Der Aralsee ist ein Paradebeispiel für fehlende Umweltpolitik und rücksichtsloses Wirtschaften. Durch das Eingreifen des Menschen hat sich auch das Klima des Aralsees geändert und verschlechtert.

Hier zunächst ein Überblick zum Klima des Aralsees:

    • im Gebiet des Aralsees herrscht arides Klima (Wüstenklima)

    • monatliche Niederschläge liegen bei 20 mm

    • Temperaturen liegen zwischen –13° im Januar und 26° im

      Juni/Juli

    • Jahresmitteltemperatur liegt unter 18 Grad

    • der See ist von zwei Wüsten umgeben: Karakum und

      Kysylkum

    • Bevölkerungsdichte in den Wüsten und Wüstensteppen

      des Großraumes ist gering

Aralsee - klimatische Änderungen

Jetzt hast du eine gute Vorstellung davon, wie das Wetter um den Aralsee herum aussieht. Doch wie genau hat sich das Gebiet klimatechnisch verändert? Hier einige Beispiele:

  • der Salzgehalt des Aralsees erhöhte sich um das Dreifache

  • See und Uferzonen sind biologisch tot

  • Fische können nicht mehr im salzhaltigen Wasser übergeben

  • wachsende, wüstenartige Katastrophenzone um den Aralsee herum

  • heftige Stürme wehen 100 Millionen Tonnen Sand über den ehemaligen Seeboden

  • Wassermenge des Sees verringerte sich um 60 %

Hier für dich ein Beispiel zum Vergleich:

Zu Beginn war der Aralsee so groß wie Bayern (68.000 Quadratkilometer). Heute sind gerade mal 10 % übrig. Also von umgerechnet ca. 9,5 Millionen Fußballfelder auf knapp 1 Million verringert.

Aralsee - Anbau von Baumwolle

Jetzt weißt du, wie sich das Klima und die Lage des Sees geändert hat und nun erfährst du, wer für diese Änderungen verantwortlich war. Um das zu verstehen, müssen wir in Zeit der Sowjetunion zurückreisen.

Die Sowjetunion, die auch UdSSR genannt wurde, war von 1922 bis 1991 ein Staat in Osteuropa und in Asien

Kasachstan und Usbekistan gehörten beide zur ehemaligen Sowjetunion und somit sich das Gebiet des Aralsees. Um sich wirtschaftlich unabhängig zu machen, sollte in das Ökosystem eingegriffen werden, um Gewinnung von Bewässerungsflächen für den Baumwollanbau zu optimieren.

Dazu wurden aus den beiden Zuflüssen ein riesiges Bewässerungssystem für die Baumwollplantagen errichtet, was zu der Austrocknung des Aralsees führte. Durch den Anbau der Baumwolle erreichte man jedoch die wirtschaftliche Unabhängigkeit und man war nicht mehr von Importen aus dem Ausland abhängig. Doch diese Regierungsentscheidung hatte fatale Folgen für Mensch und Natur, da die Menschen fortan an gesundheitlichen Beschwerden litten oder ihre Arbeitsplätze verloren.

Die Veränderungen haben dazu geführt, dass die Menschen, die von der Fischerei gelebt haben, keine Arbeit mehr hatte. Außerdem gab es zahlreiche, gesundheitliche Folgen: Allergien, Bronchialasthma, Krebs, Missbildungen, Anämie, Leber- und Nierenkrankheiten.

Die Natur litt ebenfalls: es wurden für die Bewässerung 84 Milliarden Kubikmeter Wasser verschwendet. Der Wasserverlust durch defekte Rohre betrug 100 Milliarden Kubikmeter. Zudem führte die Austrocknung zu massenhaften Artensterben in der Pflanzen- und Tierwelt und durch den hohen Salzgehalt konnte auch kein Fisch mehr überleben.

Aralsee - heute

Um gegen die negativen Veränderungen des Klimas, der Lage und der Bedingungen für die Menschen im Gebiet des Aralsees vorzugehen, bestehen bereits einige Lösungsansätze.

Beispielsweise konnte mit der Unterstützung der Weltbank ein kleiner Staudamm errichtet werden, wodurch wieder Wasser in den nördlichen Part zurückgeführt werden konnte. Dadurch konnten Fische in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückkehren, es kann erneut Fischerei betreiben werden und die Lebensverhältnisse der Menschen verbesserten sich.

Diese Rettungsmaßnahmen werden auch oft als "utopisch" bezeichnet, denn für die Rückführung von Wassermassen wären Maßnahmen wie die Auflösung aller Wüstenstauseen oder das Schmelzen von Eis im Pamirgebirge nötig.

Wie du also jetzt weißt, wird im Rahmen internationaler Projekte versucht, den Lebensraum des Sees, sowie den Aralsee selber zu retten. Im Folgenden liest du Zitate des Fond-Vorsitzenden Wadim Sokolow, der unter anderem diese Projekte organisiert und anleitet. Das ist seine Prognose für die weitere Entwicklung der Lösungsmaßnahmen:

Noch fünf bis sieben Jahre - und der Prozess wird unumkehrbar sein.

-Chef des Fonds, Wadim Sokolow

Und so bezeichnet er die gesamte Entwicklung der Austrocknung des Aralsees.

Symbol für die Zerstörung des Planeten durch den Menschen

-Chef des Fonds, Wadim Sokolow

Allein 400 Millionen US-Dollar würden gebraucht werden, um die nötige Infrastruktur zu bauen, damit der Status quo gehalten werden kann. Leider fehlt es aber aktuell noch an Koordination, um dieses Projekt weiterbringen zu können.

Aralsee - Syndrom

Da du jetzt weißt, wie es zu der Austrocknung des Aralsees gekommen ist, wirst du auch verstehen, was das Aralsee Syndrom ist.

Das Aralsee Syndrom steht stellvertretend für einen großtechnischen Prozess, bei dem durch Wasserbauprojekte die Umwelt sowie die Gesellschaft beschädigt werden.

Wie du bereits gelernt hast, schrumpfte der Aralsees durch solch ein Wasserbauprojekt. Dieser hatte verheerende Folgen für die Wirtschaft und die Gesellschaft. Bei diesem großtechnischen Prozess um den Aralsee herum würde durch eine Regierungsentscheidung beschlossen, den Anbau von Baumwolle auf Kosten des Klimas und der Lage zu maximieren. Dadurch folgte die Austrocknung des Aralsees, das Verschwinden von Lebensraum für Mensch und Tier, sowie die extreme Wandlung des Klimas und der Lage um den Aralsee herum.

Aralsee - Das Wichtigste

  • Bevor der Aralsee in mehrere Teile zerfiel, war dieser ein abflussloser Salzsee in Zentralasien

  • durch eine unüberlegte Regierungsentscheidung wurde durch den Menschen in das Ökosystem des Aralsees wirtschaftliche Unabhängigkeit eingegriffen

  • der Eingriff führte zu verheerenden Folgen für Mensch und Natur

  • 90 % des Aralsees sind bereits verschwunden

  • der nördliche Teil konnte stabilisiert und vor kompletter Austrocknung bewahrt werden

  • das Aralsee-Syndrom beschreibt weiträumige Umweltdegradation mit gravierenden ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen

Häufig gestellte Fragen zum Thema Aralsee

Der Aralsee entstand vor ungefähr 20.000 Jahren durch das Abschmelzen von Eiskappen.

Der Aralsee schrumpfte durch den Eingriff des Menschen in das Ökosystem, indem der intensive Anbau von Baumwolle für wirtschaftliche Vorteile forciert wurde. 

Nein. 90% des Aralsees sind zwar bereits verschwunden, aber es konnte beispielsweise der nördliche Part stabilisieren und vor dem Austrocknen bewahrt werden.

Das Aralsee- Syndrom beschreibt stellvertretend einen großtechnischen Prozess, bei dem durch Wasserbauprojekte die Umwelt, sowie die Gesellschaft beschädigt werden.

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