Inhaltsverzeichnis▼
- Ärmelkanal im Überblick
- Wo liegt der Ärmelkanal?
- La Manche, English Channel und der Ärmel
- Wie groß ist der Ärmelkanal?
- Die Straße von Dover als engste Stelle
- Wie ist der Ärmelkanal entstanden?
- Der Eurotunnel unter dem Kanal
- Ein Nadelöhr der Weltschifffahrt
- Historische und wirtschaftliche Bedeutung
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Ärmelkanal im Überblick
Der Ärmelkanal ist eine Meeresstraße, also ein natürlicher Meeresarm des Atlantiks. Er trennt die Insel Großbritannien vom europäischen Festland und verbindet über die Straße von Dover den Atlantik mit der Nordsee. Er ist rund 560 Kilometer lang und an seiner engsten Stelle nur etwa 34 Kilometer breit.
| Steckbrief | Ärmelkanal |
|---|---|
| Typ | Meeresstraße / Randmeer des Atlantiks |
| Andere Namen | English Channel (engl.), La Manche (frz.) |
| Anrainer | Großbritannien (Norden), Frankreich (Süden) |
| Länge | ca. 560 km |
| Breite | bis ca. 240 km, engste Stelle ca. 34 km |
| Besonderheit | Eurotunnel, meistbefahrener Seeweg |
Wo liegt der Ärmelkanal?
Der Ärmelkanal liegt zwischen Großbritannien im Norden und Frankreich im Süden. Er verbindet den offenen Atlantik im Westen mit der Nordsee im Osten. Damit ist er die Wasserstraße, die die britische Insel vom europäischen Festland trennt, an seiner Ostspitze über die Straße von Dover.
Der Kanal reicht von der westlichen Öffnung zum Atlantik, etwa auf Höhe der Scilly-Inseln und der Bretagne, bis zur Straße von Dover im Osten, wo England und Frankreich nur noch wenige Kilometer trennen. Im Norden grenzen die südenglischen Küsten von Cornwall bis Kent an, im Süden die französische Küste der Normandie und der Bretagne.
Im Ärmelkanal liegen mehrere Inseln. Die bekanntesten sind die britischen Kanalinseln (darunter Jersey und Guernsey), die dicht vor der französischen Küste liegen, sowie die Isle of Wight vor der Südküste Englands. Die Scilly-Inseln markieren die westliche Grenze zum offenen Atlantik.
Wichtige Hafenstädte am Kanal sind Southampton und Plymouth auf englischer Seite sowie Le Havre und Cherbourg auf französischer Seite. Bei Le Havre mündet die Seine in den Ärmelkanal, ein Beispiel dafür, wie Flüsse des Festlands ihr Wasser hierher entwässern.
La Manche, English Channel und der Ärmel
Der Name Ärmelkanal kommt daher, dass sich der Meeresarm von Westen nach Osten immer weiter verjüngt, wie ein Kleidungsärmel. Auf Französisch heißt er deshalb La Manche, wörtlich der Ärmel. Die Briten dagegen nennen ihn schlicht English Channel, den englischen Kanal.
Das deutsche Wort Ärmelkanal ist im Grunde eine Übernahme des französischen Bildes. Wer auf eine Landkarte schaut, erkennt die Form gut: Im Westen ist der Kanal weit geöffnet, nach Osten läuft er wie ein Ärmel spitz zusammen, bis er an der Straße von Dover nur noch wenige Kilometer breit ist.
Das Meer grenzt an zwei Länder mit zwei Sprachen, und beide haben ihren eigenen Namen. Für die Klausur reicht: Ärmelkanal, La Manche und English Channel meinen genau dasselbe Gewässer.
Wie groß ist der Ärmelkanal?
Der Ärmelkanal ist rund 560 Kilometer lang und im Westen bis zu etwa 240 Kilometer breit. Nach Osten verengt er sich stark. Er ist außerdem recht flach: nahe dem Atlantik im Schnitt rund 120 Meter tief, an der Nordsee-Einmündung nur noch etwa 45 Meter.
Die Länge von rund 560 Kilometern misst man vom offenen Atlantik im Westen bis zur Straße von Dover im Osten. Die Breite dagegen ändert sich enorm: Während der Kanal im Westen bis zu 240 Kilometer weit ist, schrumpft er im Osten auf wenige Kilometer zusammen. Genau diese Trichterform gab ihm seinen Namen.
Auch die Tiefe unterscheidet sich je nach Abschnitt. Im westlichen Teil, näher am offenen Ozean, liegt die durchschnittliche Tiefe bei etwa 120 Metern. Im flacheren Osten, wo der Kanal in die Nordsee übergeht, sind es im Mittel nur noch rund 45 Meter. Damit ist der Ärmelkanal ein vergleichsweise flaches Meer, was für die Schifffahrt und die Fischerei durchaus wichtig ist.
| Maß | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Länge | ca. 560 km | West (Atlantik) bis Ost (Dover) |
| Breite (maximal) | bis ca. 240 km | im westlichen Bereich |
| Breite (minimal) | ca. 34 km | Straße von Dover |
| Tiefe (Westen) | ca. 120 m im Mittel | nahe dem Atlantik |
| Tiefe (Osten) | ca. 45 m im Mittel | Übergang zur Nordsee |
Die Straße von Dover als engste Stelle
Die Straße von Dover (frz. Pas de Calais) ist der schmalste Teil des Ärmelkanals. Zwischen der englischen und der französischen Küste liegen hier nur etwa 34 Kilometer. Dieser Abschnitt verbindet den Ärmelkanal mit der Nordsee und ist zugleich sein am dichtesten befahrener Teil.
An klaren Tagen kann man von der englischen Küste bei Dover die französische Küste bei Calais tatsächlich mit bloßem Auge sehen. Der genaue Abstand hängt davon ab, zwischen welchen Punkten man misst und ob bei Hoch- oder Niedrigwasser: Zwischen Dover und dem französischen Cap Gris-Nez werden meist rund 34 Kilometer angegeben, an anderen Punkten liegt der Wert etwas darunter.
Weil hier zwei viel befahrene Meere aufeinandertreffen und der Weg so eng ist, gilt die Straße von Dover als Nadelöhr. Genau an dieser schmalsten Stelle verläuft auch der Eurotunnel unter dem Meeresboden, und hier verkehren die kürzesten Fährverbindungen zwischen Dover und Calais.
| Merkmal | Ärmelkanal (gesamt) | Straße von Dover |
|---|---|---|
| Lage | gesamte Meeresstraße West–Ost | östlicher Abschnitt |
| Breite | bis ca. 240 km | ca. 34 km (engste Stelle) |
| Funktion | trennt GB vom Festland | verbindet Kanal mit Nordsee |
| Verkehr | meistbefahrener Seeweg | dichtester Abschnitt, Eurotunnel |
Wie ist der Ärmelkanal entstanden?
Der Ärmelkanal entstand nach der letzten Eiszeit. Damals war das Gebiet noch Festland und verband England mit dem Kontinent. Als der Meeresspiegel stieg und die Kreide zwischen Dover und Calais erodierte, flutete das Meer das Tal und machte Großbritannien vor rund 8000 Jahren zur Insel.
Während der letzten Eiszeit waren große Wassermengen als Eis gebunden, der Meeresspiegel lag deutlich tiefer als heute. Dort, wo heute der Ärmelkanal liegt, konnte man damals trockenen Fußes von der heutigen englischen zur französischen Seite gehen. England war also noch kein Insel-, sondern Teil des europäischen Festlands.
Mit dem Ende der Eiszeit schmolzen die Gletscher, und der Meeresspiegel stieg an. Zusätzlich erodierte die weiche Kreide zwischen den heutigen Städten Dover und Calais. So bahnte sich das Wasser seinen Weg, füllte die Senke und trennte Großbritannien endgültig vom Kontinent. Der Ärmelkanal ist damit ein Musterbeispiel dafür, wie steigende Meeresspiegel Landschaften verändern, ein Thema, das in der Geographie bis heute hochaktuell ist.
Der Eurotunnel unter dem Kanal
Der Eurotunnel ist ein rund 50 Kilometer langer Eisenbahntunnel unter dem Ärmelkanal, davon etwa 38 Kilometer unter dem Meer. Er verbindet Folkestone in England mit Coquelles bei Calais in Frankreich und wurde 1994 eröffnet. Durch ihn fahren Züge in rund 35 Minuten von Land zu Land.
Der Eurotunnel führt genau unter der Straße von Dover hindurch, wo der Kanal am schmalsten ist. Er besteht aus drei parallelen Röhren: zwei Tunneln für die Züge und einem Servicetunnel in der Mitte. Sein tiefster Punkt liegt etwa 75 Meter unter dem Meeresspiegel.
Durch den Tunnel verkehren mehrere Zugtypen: der Hochgeschwindigkeitszug Eurostar für Reisende, der Autozug Le Shuttle, der Pkw, Busse und Lkw huckepack durch den Kanal bringt, sowie Güterzüge. Für Millionen Menschen im Jahr ist der Eurotunnel damit die schnellste feste Verbindung zwischen der Insel und dem Kontinent, eine ingenieurtechnische Meisterleistung, die den jahrhundertealten Traum einer festen Kanalquerung wahr machte.
Ein Nadelöhr der Weltschifffahrt
Der Ärmelkanal zählt zu den meistbefahrenen Seewegen der Welt. Vor allem durch die Straße von Dover fahren täglich rund 400 bis 500 Schiffe. Damit die Kollisionsgefahr sinkt, gelten hier strenge Verkehrsregeln mit getrennten Fahrspuren für die beiden Fahrtrichtungen.
Der Ärmelkanal ist die kürzeste Seeverbindung zwischen dem Atlantik und den großen Häfen der Nordsee, etwa Rotterdam, Antwerpen oder Hamburg. Frachter, Tanker und Fähren nutzen ihn als Abkürzung, statt außen um Großbritannien herumzufahren. Deshalb ist der Verkehr hier besonders dicht.
Wegen des engen Raums und des starken Verkehrs gibt es in der Straße von Dover ein festes Verkehrstrennungsgebiet: Schiffe in die eine Richtung fahren auf der einen, Schiffe in die andere Richtung auf der anderen Spur, ähnlich wie auf einer Autobahn. Dieses System hat die Zahl der Zusammenstöße deutlich gesenkt und macht den Kanal zu einem Musterbeispiel für organisierte Seeschifffahrt.
Historische und wirtschaftliche Bedeutung
Der Ärmelkanal war für Großbritannien über Jahrhunderte ein natürlicher Schutzgraben, der Invasionen erschwerte. Heute ist er vor allem eine wirtschaftliche Lebensader: Über den Kanal und den Eurotunnel läuft ein großer Teil des Handels und Reiseverkehrs zwischen der Insel und dem europäischen Festland.
Weil der Kanal Großbritannien vom Festland trennt, wirkte er in der Geschichte immer wieder als Barriere. Für angreifende Flotten und Heere war das Wasser ein Hindernis, das die Insel schützte. Diese Insellage hat die britische Geschichte und Politik stark geprägt.
Zugleich ist der Ärmelkanal eine der wichtigsten Handelsrouten Europas. Über ihn und den Eurotunnel werden Waren, Fahrzeuge und Millionen Reisende zwischen Großbritannien und dem Kontinent bewegt. Trennung und Verbindung gehören beim Ärmelkanal also untrennbar zusammen: Er grenzt ab und schafft doch zugleich einen der belebtesten Übergänge Europas.
Karteikarten zum Ärmelkanal
Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Fakten über den Ärmelkanal, von der Lage bis zum Eurotunnel, ideal zur schnellen Wiederholung. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und navigiere mit den Pfeilen durch das Set.
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Ärmelkanal, das Wichtigste
Der Ärmelkanal ist eine natürliche Meeresstraße des Atlantiks zwischen Großbritannien und Frankreich. Er verbindet den Atlantik über die Straße von Dover mit der Nordsee, ist rund 560 Kilometer lang, an der engsten Stelle nur etwa 34 Kilometer breit, und wird vom Eurotunnel unterquert.
- Typ: Meeresstraße und Randmeer des Atlantiks, keine künstliche Wasserstraße.
- Lage: zwischen Großbritannien (Norden) und Frankreich (Süden).
- Maße: ca. 560 km lang, bis ca. 240 km breit, engste Stelle ca. 34 km (Straße von Dover).
- Entstehung: nach der Eiszeit durch steigenden Meeresspiegel, machte England zur Insel.
- Eurotunnel: rund 50 km lange Bahnverbindung von 1994, Folkestone bis Coquelles.
- Bedeutung: meistbefahrener Seeweg und historische Invasionsbarriere Großbritanniens.
Häufige Fragen zum Ärmelkanal
Der Ärmelkanal ist eine Meeresstraße, also ein natürlicher Meeresarm des Atlantiks. Er trennt Großbritannien vom europäischen Festland (Frankreich) und verbindet über die Straße von Dover den Atlantik mit der Nordsee. Er ist keine künstlich gegrabene Wasserstraße.
Der Ärmelkanal gehört zum Atlantischen Ozean; er ist ein Randmeer beziehungsweise ein Meeresarm des Atlantiks. Er verbindet den Atlantik im Westen über die schmale Straße von Dover mit der Nordsee im Osten, ist aber selbst nicht Teil der Nordsee.
Der Meeresarm verjüngt sich von Westen nach Osten wie ein Kleidungsärmel. Daher der deutsche Name Ärmelkanal und der französische Name La Manche, was wörtlich der Ärmel bedeutet. Die Briten nennen ihn schlicht English Channel.
An seiner breitesten Stelle im Westen ist der Ärmelkanal bis zu rund 240 Kilometer breit. An der engsten Stelle, der Straße von Dover, liegen zwischen der englischen und der französischen Küste nur etwa 34 Kilometer.
Der Ärmelkanal ist vergleichsweise flach. Nahe dem offenen Atlantik beträgt die durchschnittliche Tiefe etwa 120 Meter, an der östlichen Einmündung in die Nordsee sind es nur noch rund 45 Meter.
Während der letzten Eiszeit war das Gebiet Festland. Nach der Eiszeit stieg der Meeresspiegel, und die Kreide zwischen Dover und Calais erodierte. So flutete das Meer das Tal und machte Großbritannien vor rund 8000 Jahren zur Insel.
Der Eurotunnel ist rund 50 Kilometer lang, davon etwa 38 Kilometer unter dem Meer. Er verbindet Folkestone in England mit Coquelles bei Calais und wurde 1994 für den Verkehr freigegeben.
Im Norden grenzt Großbritannien (England) an den Ärmelkanal, im Süden Frankreich. Im Kanal liegen unter anderem die britischen Kanalinseln und die Isle of Wight.
Quellen
Die Fakten dieser Seite stützen sich auf zwei enzyklopädische Referenzartikel und den Fachartikel zum Bauwerk:
- Ärmelkanal. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Straße von Dover. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Eurotunnel. Wikipedia. de.wikipedia.org