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Was ist ein Meer?
Ein Meer ist eine zusammenhängende Salzwasserfläche, die Teil des Weltmeeres ist und mit den Ozeanen in Verbindung steht. Alle Meere zusammen bedecken rund 71 Prozent der Erdoberfläche, etwa 361 Millionen Quadratkilometer, und enthalten mit rund 1,3 Milliarden Kubikkilometern über 96 Prozent des Wassers der Erde.
Das Meer ist damit das mit Abstand größte Ökosystem unseres Planeten. Anders als ein See, der als stehendes Binnengewässer meist mit Süßwasser gefüllt und vom Weltmeer abgeschnitten ist, sind alle echten Meere miteinander verbunden. Man spricht deshalb auch vom Weltmeer als der Gesamtheit aller Meere und Ozeane.
Der Begriff Meer ist im Alltag weiter gefasst als in der Wissenschaft. Gewässer, die vollständig von Land umschlossen sind und keinen Zugang zum Ozean haben, gelten trotz ihres Namens nicht als echte Meere, sondern als Binnengewässer. Bekannte Beispiele sind das Kaspische Meer und das Tote Meer. Das Meerwasser ist zudem ein zentraler Teil des Wasserkreislaufs: Von der Meeresoberfläche verdunstet ständig Wasser, das später als Regen über Land wieder abregnet.
| Kennzahl | Wert (Weltmeer) |
|---|---|
| Anteil an der Erdoberfläche | rund 71 % |
| Gesamtfläche | ca. 361 Mio. km² |
| Gesamtvolumen | ca. 1,338 Mrd. km³ |
| Anteil am Wasser der Erde | rund 96,5 % |
| Mittlere Tiefe | rund 3.680 m |
| Größte Tiefe | ca. 10.984 m (Marianengraben) |
| Durchschnittlicher Salzgehalt | ca. 3,5 % |
Meer, Ozean oder Randmeer?
Ozean, Randmeer und Binnenmeer unterscheiden sich durch Lage und Verbindung zum offenen Wasser. Ein Ozean ist ein riesiges, eigenständiges Meeresbecken. Ein Randmeer liegt am Rand eines Ozeans und ist nur teilweise abgetrennt. Ein Binnenmeer ist fast von Land umschlossen und nur über eine schmale Meerenge verbunden.
Diese Einteilung sorgt oft für Verwirrung, dabei folgt sie einer einfachen Logik: Je stärker ein Meer vom offenen Wasser abgeschnitten ist, desto eigenständiger wird es. Die großen Ozeane bilden die oberste Ebene, ihnen sind alle kleineren Meere zugeordnet. Ein Randmeer wie die Nordsee ist durch Inselketten oder Untiefen nur unvollständig vom Ozean getrennt und breit mit ihm verbunden. Ein Binnenmeer wie die Ostsee dagegen ist fast ringsum von Land umgeben.
Zwischen diesen Formen steht das Mittelmeer, das Fachleute als Zwischenmeer bezeichnen: Es trennt Kontinente wie ein Ozean, ist aber deutlich kleiner und nur über eine schmale Straße mit dem Atlantik verbunden.
| Typ | Verbindung zum Ozean | Beispiel |
|---|---|---|
| Ozean | eigenständiges Meeresbecken | Pazifik, Atlantik |
| Randmeer | breit offen, nur teilweise abgetrennt | Nordsee |
| Binnenmeer | nur über schmale Meerenge | Ostsee, Schwarzes Meer |
| Mittelmeer (Zwischenmeer) | schmale Straße, trennt Kontinente | Mittelmeer |
Vorsicht bei den Begriffen: Ein See ist ein stehendes Süßwasser-Binnengewässer, ein Meer dagegen salzig und mit dem Weltmeer verbunden. Und das Tote Meer? Es trägt zwar Meer im Namen, ist aber ein abflussloser Salzsee, also gerade kein echtes Meer.
Die fünf Weltozeane im Vergleich
Es gibt fünf Weltozeane: den Pazifik, den Atlantik, den Indischen Ozean, den Südlichen Ozean und den Arktischen Ozean. Der Pazifik ist mit rund 181 Millionen Quadratkilometern der größte und mit dem Marianengraben, fast 11 Kilometer tief, zugleich der tiefste Ozean der Erde.
Lange sprach man nur von vier Ozeanen. Seit dem Jahr 2000 wird auch der Südliche Ozean, das Südpolarmeer rund um die Antarktis, offiziell als eigener Ozean geführt. Die Ozeane sind nicht nur unterschiedlich groß, sondern reichen auch verschieden tief hinab. In den Tiefseegräben stürzt der Meeresboden mehrere Kilometer in die Dunkelheit ab, während die Schelfmeere an den Küsten oft nur wenige Dutzend Meter tief sind.
| Ozean | Fläche (ca.) | Größte Tiefe | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Pazifik | 181 Mio. km² | 10.984 m (Marianengraben) | größter und tiefster Ozean |
| Atlantik | 90 Mio. km² | 8.400 m (Milwaukeetief) | trägt den Golfstrom |
| Indischer Ozean | 75 Mio. km² | 7.290 m (Sundagraben) | wärmster der großen Ozeane |
| Südlicher Ozean | 20 Mio. km² | 7.235 m (Süd-Sandwich-Rinne) | umschließt die Antarktis |
| Arktischer Ozean | 14 Mio. km² | 5.669 m | kleinster, von Meereis bedeckt |
Die Flächenangaben schwanken je nach Quelle leicht, weil unterschiedlich festgelegt wird, wo die Nebenmeere zugerechnet werden. An der Rangfolge ändert das aber nichts: Der Pazifik allein ist größer als alle Landflächen der Erde zusammen.
Rand- und Nebenmeere: Nordsee, Ostsee, Mittelmeer
Nord- und Ostsee, Mittelmeer und Schwarzes Meer sind Nebenmeere des Atlantiks. Die Nordsee ist ein Randmeer, das breit zum Ozean offen liegt. Ostsee, Mittelmeer und Schwarzes Meer sind Binnenmeere, die nur über schmale Meerengen wie den Öresund oder die Straße von Gibraltar mit dem Ozean verbunden sind.
Für den deutschsprachigen Raum sind vor allem zwei Meere wichtig. Die Nordsee ist ein flaches Randmeer mit starken Gezeiten und dem einzigartigen Wattenmeer, das bei Ebbe trockenfällt. Die Ostsee dagegen ist ein Binnenmeer mit Brackwasser: Weil viele Flüsse Süßwasser einleiten und der Austausch mit dem Atlantik gering ist, sinkt der Salzgehalt nach Osten hin immer weiter ab.
Das Mittelmeer ist das bekannteste Zwischenmeer der Erde. Es ist über die nur rund 14 Kilometer schmale Straße von Gibraltar mit dem Atlantik verbunden. Weil dort viel Wasser verdunstet und wenig nachfließt, ist es wärmer und salzreicher als der offene Ozean.
| Nebenmeer | Typ | Merkmal |
|---|---|---|
| Nordsee | Randmeer des Atlantiks | flach, starke Gezeiten, Wattenmeer |
| Ostsee | Binnenmeer des Atlantiks | Brackwasser, kaum Gezeiten |
| Mittelmeer | Zwischenmeer | warm, salzreich, über Gibraltar verbunden |
| Schwarzes Meer | Binnenmeer | über Bosporus und Marmarameer verbunden |
Meerwasser: Salzgehalt und Schichtung
Meerwasser enthält im Durchschnitt rund 3,5 Prozent Salz, also etwa 35 Gramm je Liter. Der Salzgehalt schwankt aber stark: Die Ostsee ist mit unter einem Prozent fast süß, das Rote Meer erreicht rund vier Prozent. Nach unten gliedert sich das Meer in warme und kalte, unterschiedlich salzige Schichten.
Das Salz stammt vor allem aus dem Gestein der Kontinente: Flüsse lösen Mineralien heraus und tragen sie ins Meer, wo sich das Salz über Jahrmillionen anreichert. Wie salzig ein Meer ist, hängt davon ab, wie viel Wasser verdunstet und wie viel Süßwasser durch Flüsse und Regen zufließt. In heißen, abgeschlossenen Meeren steigt der Salzgehalt, in kühlen Randmeeren mit vielen Flüssen sinkt er.
| Gewässer | Salzgehalt (ca.) | Typ |
|---|---|---|
| Ostsee | 0,8 % | Binnenmeer, Brackwasser |
| Nordsee | 3,5 % | Randmeer |
| Weltmeer (Durchschnitt) | 3,5 % | Ozean |
| Mittelmeer | 3,8 % | Zwischenmeer |
| Rotes Meer | 4,0 % | Nebenmeer, starke Verdunstung |
| Totes Meer | ca. 28 % | Salzsee, kein echtes Meer |
Meeresströmungen und Gezeiten
Meeresströmungen und Gezeiten halten das Meer ständig in Bewegung. Große Strömungen wie der Golfstrom transportieren Wärme über tausende Kilometer und prägen das Klima ganzer Kontinente. Die Gezeiten, das regelmäßige Steigen und Fallen des Wassers als Ebbe und Flut, entstehen durch die Anziehungskraft von Mond und Sonne.
Die Meeresströmungen bilden ein weltumspannendes Förderband. Angetrieben von Wind, Temperatur- und Salzgehaltsunterschieden verteilen sie Wärme von den Tropen zu den Polen und wieder zurück. Der Golfstrom etwa bringt warmes Wasser aus dem Golf von Mexiko nach Nordwesteuropa und sorgt dafür, dass es dort deutlich milder ist als in vergleichbaren Breiten anderswo.
Die Gezeiten wiederum folgen dem Lauf des Mondes. Zweimal am Tag steigt und fällt der Wasserspiegel. Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser, der Tidenhub, ist im Mittelmeer kaum messbar, an der Nordseeküste beträgt er mehrere Meter und in einzelnen Buchten sogar über zehn Meter.
Warum die Meere lebenswichtig sind
Die Meere sind lebenswichtig für das gesamte Erdsystem. Sie speichern Wärme und CO2, produzieren einen großen Teil des Sauerstoffs, treiben den Wasserkreislauf an und liefern Nahrung für Milliarden Menschen. Der Ozean hat rund ein Drittel des vom Menschen ausgestoßenen CO2 aufgenommen und bremst so die Erderwärmung.
Als riesiger Wärmespeicher gleicht das Meer das Klima aus: Es nimmt im Sommer Wärme auf und gibt sie im Winter langsam wieder ab, was Küstenregionen mildere Temperaturen beschert. Gleichzeitig ist das Meer eine gewaltige Kohlenstoffsenke. Der Ozean nimmt jeden Tag rund 24 Millionen Tonnen Kohlendioxid auf und hat seit Beginn der Industrialisierung etwa ein Drittel des menschengemachten CO2 geschluckt.
Winzige Algen im Meer, das Phytoplankton, betreiben Fotosynthese und liefern einen erheblichen Anteil des Sauerstoffs, den wir atmen. Und für die Ernährung ist das Meer unersetzlich: Fisch und Meeresfrüchte sind für einen großen Teil der Menschheit eine zentrale Eiweißquelle.
Ein großer Teil des Sauerstoffs in unserer Atmosphäre stammt nicht aus Wäldern, sondern aus dem Meer. Mikroskopisch kleine Algen an der Meeresoberfläche produzieren ihn, während sie Kohlendioxid binden.
Bedrohung der Meere: Plastik, Übersäuerung, Überfischung
Die Meere sind durch den Menschen stark bedroht. In den Ozeanen schwimmen geschätzt 100 bis 142 Millionen Tonnen Müll, jedes Jahr kommen bis zu 10 Millionen Tonnen Plastik hinzu. Dazu kommen Überfischung und die Ozeanversauerung: Der Säuregrad des Wassers liegt heute rund 28 Prozent höher als vor der Industrialisierung.
Das Plastik zerfällt im Meer nur langsam zu immer kleineren Teilchen, dem Mikroplastik, das von Tieren gefressen wird und so bis in unsere Nahrung gelangt. Rund 70 Prozent des Mülls sinken auf den Meeresboden, der Rest treibt an der Oberfläche oder wird an Stränden angespült.
Ebenso gefährlich ist die Ozeanversauerung, die als das andere CO2-Problem gilt. Wenn das Meer Kohlendioxid aufnimmt, entsteht Kohlensäure, und das Wasser wird saurer. Das macht kalkbildenden Tieren wie Korallen, Muscheln und Plankton schwer zu schaffen, weil ihre Schalen und Skelette angegriffen werden. Zusammen mit der Überfischung, bei der Bestände schneller gefangen als nachwachsen können, gerät das Gleichgewicht der Meere aus dem Takt.
Wenn sich am Umgang mit Kunststoff nichts ändert, könnte nach manchen Schätzungen bis Mitte des Jahrhunderts mehr Plastik als Fisch in den Meeren treiben. Jährlich gelangen bis zu 10 Millionen Tonnen neuer Müll ins Wasser.
Karteikarten zu den Meeren
Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Fakten über die Meere, von der Definition über die fünf Ozeane bis zum Salzgehalt, ideal zur schnellen Wiederholung. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und navigiere mit den Pfeilen durch das Set.
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Meere, das Wichtigste
Ein Meer ist eine zusammenhängende Salzwasserfläche und Teil des Weltmeeres, das 71 Prozent der Erde bedeckt. Man unterscheidet fünf Ozeane sowie Rand- und Binnenmeere. Meerwasser enthält im Schnitt 3,5 Prozent Salz. Die Meere regeln Klima und Sauerstoff, sind aber durch Plastik, Überfischung und Versauerung bedroht.
- Definition: zusammenhängende Salzwasserfläche, Teil des Weltmeeres, rund 71 % der Erdoberfläche.
- Abgrenzung: Ozean (eigenständig), Randmeer (breit offen), Binnenmeer (nur über Meerenge verbunden).
- Fünf Ozeane: Pazifik (größter und tiefster), Atlantik, Indik, Südpolarmeer, Arktik.
- Salzgehalt: im Schnitt 3,5 %, Ostsee unter 1 %, Rotes Meer rund 4 %.
- Bedeutung: Wärme- und CO2-Speicher, Sauerstoff, Nahrung, Antrieb des Wasserkreislaufs.
- Bedrohung: Plastikmüll, Überfischung und Ozeanversauerung (Säuregrad rund 28 % höher).
Häufige Fragen zu den Meeren
Ein Meer ist eine zusammenhängende Salzwasserfläche, die Teil des Weltmeeres ist und mit den Ozeanen in Verbindung steht. Alle Meere zusammen bedecken rund 71 Prozent der Erdoberfläche und enthalten über 96 Prozent des Wassers der Erde.
Ozeane sind die fünf größten, eigenständigen Meeresbecken der Erde. Der Begriff Meer ist weiter gefasst und umfasst auch die kleineren Nebenmeere an den Rändern der Ozeane, etwa die Nordsee oder das Mittelmeer. Jedes Meer gehört letztlich zu einem der fünf Ozeane.
Ein Randmeer liegt am Rand eines Ozeans und ist nur unvollständig, etwa durch Inselketten, vom offenen Wasser getrennt, zum Beispiel die Nordsee. Ein Binnenmeer ist fast vollständig von Land umschlossen und nur über eine schmale Meerenge mit dem Ozean verbunden, zum Beispiel die Ostsee oder das Mittelmeer.
Nach heutiger Einteilung gibt es fünf Ozeane: den Pazifik, den Atlantik, den Indischen Ozean, den Südlichen Ozean und den Arktischen Ozean. Zusammen bilden sie das Weltmeer, das rund 71 Prozent der Erdoberfläche bedeckt.
Der Pazifik ist mit rund 181 Millionen Quadratkilometern der größte Ozean. Er ist zugleich der tiefste: Im Marianengraben reicht das Meer mit rund 10.984 Metern fast 11 Kilometer in die Tiefe, das ist die tiefste bekannte Stelle der Erde.
Meerwasser enthält im Durchschnitt rund 3,5 Prozent Salz, also etwa 35 Gramm je Liter. Der Wert schwankt regional: Die Ostsee liegt mit unter einem Prozent fast im Süßwasserbereich, das Rote Meer erreicht durch starke Verdunstung rund vier Prozent.
Die Meere leiden unter Verschmutzung, Überfischung und der Ozeanversauerung. In den Ozeanen schwimmen geschätzt 100 bis 142 Millionen Tonnen Müll, jährlich kommen bis zu 10 Millionen Tonnen Plastik hinzu. Durch die Aufnahme von CO2 ist der Säuregrad des Wassers heute rund 28 Prozent höher als vor der Industrialisierung.
Quellen
Die Angaben stützen sich auf enzyklopädische Standardwerke sowie wissenschaftliche und amtliche Institutionen:
- Meer. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Weltmeer. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Salzgehalt. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Spektrum, Lexikon der Geographie: Meer. spektrum.de
- GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung: Ozeanversauerung, das andere CO2-Problem. geomar.de
- Umweltbundesamt: Welche Abfallmengen befinden sich in den Meeren? umweltbundesamt.de