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Romanisierung

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Romanisierung

In diesem Artikel geht es um die Romanisierung bzw. die Übernahme der Römer*innen von lokalen Völkern. Du wirst etwas über die kulturelle, religiöse, politische und wirtschaftliche Einflussnahme Roms lernen und wie diese zustande kam. Höhepunkt der Romanisierung war während der Römischen Kaiserzeit.

Romanisierung: Assimilation und Integration

Die Romanisierung wird durch eine sprachliche und kulturelle Anpassung an Rom der besetzten Völker definiert.

Umgang mit Kultur und Religionen während der Romanisierung

  • Umgang mit anderen Kulturen
  • Kulturelle Aneignung
  • römische Judenverfolgung

Die Römer*innen sorgten mit ihrer Begabung das Nützlichste aus anderen Kulturen mitzunehmen, dafür dass Rom immer weiter aufstieg. Die römische Philosophie, Literatur und Baukunst stammt ursprünglich von den Griechen. Das Alphabet haben sie von den Etruskern übernommen und von den Karthager*innen übernahmen sie die Kunst auf dem Wasser Krieg zu führen, Kanäle zu bauen, sowie Wasserleitungen und Fußbodenheizungen.

Auch Fremde Gottheiten wurden in die römische Mythologie mit aufgenommen. Als bekanntes Beispiel dient der Kult des Mithras, der eine Neuschöpfung der indisch-iranischen Mithras-Verehrung war.

Die monotheistischen Religionen Juden- und Christentum stellten die römische Mythologie aufgrund ihres Glaubens an nur einen Gott in Frage.

In den ersten Jahrhunderten n. Chr. konnten sowohl Juden als auch Christen das römische Bürger*innenrecht erwerben, was gewisse Rechte und Privilegien bedeutete. Dennoch wurden sie stigmatisiert, oft miteinander verwechselt und verfolgt.

311 n. Chr. konvertierte Kaiser Konstatin I zum Christentum, welches somit zur Staatsreligion wurde. Die bürgerliche Gleichberechtigung der Juden war somit beendet. Die Kirche, der christliche Staat und Kaisergesetze sorgten für eine systematische Judenverfolgung. Folgen der Romanisierung sind zum einen jahrhundertelange Judenverfolgung und die Ausbreitung des Christentums in Europa.

Romanums Sprache und Recht

  • romanische Sprachen
  • Latein als Zweitsprache
  • römische Rechte und Gesetze

Vermutlich ist dir aufgefallen, dass vieles der römischen Kultur überdauert. Ein Beispiel dafür sind die aus dem Lateinischen abstammen Sprachen, auch die romanischen Sprachen genannt: Spanisch, Französisch, Rumänisch und Portugiesisch. Aus diesen Sprachen haben sich weitere Sprachen gebildet, wie zum Beispiel Kastilisch und Katalanisch.

Die Sprachverbreitung trieb die Romanisierung zwar sehr an, wurde aber nicht von der Regierung veranlasst. Bestimmte Träger*innengruppen verbreiteten die Sprache Latein. Latein wurde nicht als Hauptsprache übernommen, sondern neben der Muttersprache gesprochen.

Das römische Recht, welches unser modernes Recht mit beeinflusst hat, ist ein weiteres Beispiel für den andauernden Einfluss Romanums. Schriftliche und allgemein gültige Gesetze galten für alle Bürger*innen. Jede Provinz erhielt eine individuelle Rechtsordnung. Die Provinzen im Osten waren von Konflikten gekennzeichnet, weshalb ihre Gesetzte darauf abgezielt waren diese zu klären. Zwei Beispiele für Gesetze sind das politische Bürger*innenrecht und das private Eigentumsrecht.

Rechtsprechungen fanden durch Gerichte und Stadthalter statt. Wenn Provinzen ungerecht von ihren Stadthaltern behandelt oder beraubt wurden, konnten sie gegen diese Klage einreichen.

Das römische Rechtssystem half bei der Sicherung der politischen Vorherrschaft, da es alle Bürger (bis auf Frauen und Sklaven) berücksichtigte.

Integration während der Romanisierung

  • Träger*innengruppen
  • Oberschicht
  • Germanien
  • Gegenwehr bei der Romanisierung

Die Romanisierung wurde oftmals durch Soldaten und Veteranen des römischen Heeres getragen, welche zuvor ebenfalls zu den lokalen Völkern gehörten. Als diese Soldaten jedoch den Status eines römischen Bürgers bekamen, konnten sie eine Römerin heiraten, wodurch sie römische Nachkommen zeugten. Die Soldaten nahmen ihre Familien auf ihre Missionen mit, weshalb ihre Kolonien eher Städten glichen.

Auch Händler*innen zählten zu den Träger*innengruppen, ebenso wie freigelassene Geiseln, die nach römischer Lebensweise erzogen wurden. Nach ihrer Heimkehr brachten sie zusätzlich die Romanisierung mit sich.

Die Oberschicht der besetzten Region passte sich den Römer*innen schnell an, da der Romanisierung eine rechtliche Besserstellung folgte bzw. eine Teilhabe an der Herrschaft. Sie durften städtische Ämter beziehen, erhielten das römische Bürger*innenrecht, bekamen Steuervorteile, erhielten Schutz vor den wahllosen Aktionen der Stadthalter*innen und stiegen sozial auf.

Die Ausdehnung Roms hatte nicht in jedem Gebiet eine Romanisierung zur Folge. Einige Völker wurden vollkommen ausgerottet. Die Germanen waren bekannte Widersacher Roms. Nachdem sie eingemeindet wurden, wurden die Germanen immer kriegerischer. Die Römer*innen verzichteten darauf Germanien als Provinz ins Reich einzugliedern, allerdings konnten sich die Germanen nicht aus der Besetzung befreien. Die Germanen werden kriegerischer, wohlhabender und bilden eine eigene Zivilisation.

Auch im östlichen Mittelmeerraum haben sich die orientalischen oder hellenistischen Völker behauptet. Die Dominanz der Griechischen Kultur war so groß, dass sie sogar Einfluss auf die römische Kultur nahmen. Romanisiert haben sich vor allem die nördlichen und nordwestlichen Gebiete Europas, vor ihrer Eroberung keine eigene hochentwickelte Kultur besaßen.

Verlauf der Romanisierung

  • kein aktiver Prozess
  • Verstädterung
  • Manipulation

Obwohl die Romanisierung jahrhundertelang vonstatten ging und für die Aneignung vieler Regionen und Roms Machtausbreitung sorgte, war sie kein geplanter Vorgang. Es gab kaum Übermittlungen von Fällen, in denen die Römer*innen diesen Vorgang aktiv voran getrieben hätten. Diese galten dann als Ausnahmen. Meist ging die Initiative von den besetzten Völkern aus und wurde von den Römer*innen begrüßt. Eine häufige Gegenleistung waren Geldgeschenke, um eine Region willig zu machen.

Auch die Verstädterung förderte die Romanisierung enorm. Die Städte wurden zu einem Abbild Roms und beeinflussten die Bevölkerung somit visuell. Allerdings wurde die Lebensqualität der Bevölkerung auch gehoben:

Es entstanden Tempel, Stätten für Freizeit, Erholung und Zusammentreffen, Märkte, Abwasseranlagen, Aquädukte, Brunnen, Wasserspiele, eine Abfallversorgung, prunkvolle Häuser für die Oberschicht sowie ausgedehnte Straßen, die von Rinnensteinen und Portiken umrahmt waren.

Es folgen drei Bilder, die die römische Architektur und Infrastruktur noch deutlicher veranschaulichen.

römische BaukunstQuelle: kunstplaza.de

Nach der VerstädterungQuelle: romaculta.com

Römische Stadtmauer Köln Quelle: guenter-lehnen-koeln.dehttps://www.guenter-lehnen-koeln.de/Koeln_roem.htm

Die einheimische Bevölkerung glich nun ihr Leben dem der Römer*innen an, in dem sie in einer nun mehr römischen Stadt lebten, die von der Römischen Lebensweise bestimmt war. Der Umbau der Stadt gab ihnen das Gefühl ein teil des Imperiums zu sein. Dies machte sich besonders bemerkbar als immer mehr lokale Bürger*innen dem Kaiser huldigten. Abseits der Städte hielt sich die einheimische Kultur weitaus länger.

Expansion und Sicherung des Römischen Reiches

Sechs Expansionsphasen bestimmten die Romanisierung:

1. Expansionsphase

Vor Roms Unabhängigkeitserklärung war es unter etruskischem Einfluss. Militärische Aktionen gegen Latinerstädte und die nördlich gelegene Stadt Veji (498-493 v. Chr. und 406- 396 v. Chr.) sicherten die Vorherrschaft über Rom. Aber erst die drei Kriege gegen die Samnit*innen (343-341 v. Chr. 326-304 v. Chr. 298-290 v. Chr. ), sowie die darauf folgenden Auseinandersetzungen (285-282 v. Chr. ) mit den Kelt*innen sorgten für eine endgültige Sicherung der Machtstellung im mittellateinischen Raum.

2. Expansionsphase

Nach dem Sieg im zehnjährigen Krieg mit der griechischen Kolonie Tarent (282-272 v. Chr.) geriet Rom in einen Konflikt mit der See- und Handelsmacht Karthago. Die Punischen Kriege, in denen Karthago versuchte die Vorherrschaft im Mittelmeerraum zu behalten, begannen. Rom vertrieb Karthago in den drei Kriegen soweit von der Landkarte bis es dort nicht mehr vorzufinden war. Dies wird Roms erste Provinz - Africa.

3. Expansionsphase

Um den 2. Punischen Krieg mischte Rom sich in die innenpolitischen Angelegenheiten Griechenlands ein. Im 2. Makedonischen Krieg beendete Rom Makedoniens Herrschaft über Griechenland.

In einem weiteren Krieg sicherte Rom seine Machtstellung im östlichen Mittelmeerraum. Makedonien wurde somit zu einer weiteren römischen Provinz. Roms jahrzehntelange Unterstützung Pergamons gegen Makedonen und Syria sorgte dafür, dass der letzte König von Pergamons sein Reich an die Römer*innen vererbte, was die Basis der Provinz Asia wurde.

4. Expansionsphase

Pompeius, Caesars Gegenspieler, eroberte um 64 v. Chr. Pontus, Cilicia sowie Syria und erweiterte somit die Provinz Asia.

Caesar besetzte in den Jahren 58-52 v. Chr. alle Gebiete westlich des Rheins und gelangte kurzzeitig bis nach Britannien. Durch Caesars Ermordung kam die Erweiterung des Imperiums für einige Jahrzehnte zum Stillstehen.

5. Expansionsphase

Kaiser Augustus fing wieder an Gebiete anzuetikettieren. Er beendete die Pharaon*innendynastie und gewann Ägypten als neue Provinz. Seine Stiefsöhne drangen in den Alpenraum vor und assimilierten zunächst die Gebiete bis zur Donau (15 v. Chr.) und daraufhin Pannonien (13-9 v. Chr.). Die Teile von Spanien, die noch nicht zum Römischen Reich gehörten wurden unter Augustus erobert.

6. Expansionsphase

Kaiser Claudius konzentrierte seine Aktivitäten zunächst auf Germanien und rundete seine Eroberungen mit dem heutigen Bundesland Baden-Württemberg ab. Der letzte Kaiser, der das Imperium Romanum erweiterte war Trajan. Er sorgte dafür, dass die Grenzen, des Reiches erstmals über die Donau hinausgingen, indem er Rumänien unterwarf. Er gewann noch einige Gebiete dazu, die aber unter seinem Nachfolger wegbrachen, weshalb die Sicherung des Reiches noch deutlicher im Vordergrund stand.

Kaiser Augustus fing wieder an Gebiete anzuetikettieren. Er beendete die Pharaon*innendynastie und gewann Ägypten als neue Provinz. Seine Stiefsöhne drangen in den Alpenraum vor und assimilierten zunächst die Gebiete bis zur Donau (15 v. Chr.) und daraufhin Pannonien (13-9 v. Chr.). Die Teile von Spanien, die noch nicht zum Römischen Reich gehörten wurden unter Augustus erobert.

6. Expansionsphase

Kaiser Claudius konzentrierte seine Aktivitäten zunächst auf Germanien und rundete seine Eroberungen mit dem heutigen Bundesland Baden-Württemberg ab. Der letzte Kaiser, der das Imperium Romanum erweiterte war Trajan. Er sorgte dafür, dass die Grenzen, des Reiches erstmals über die Donau hinausgingen, indem er Rumänien unterwarf. Er gewann noch einige Gebiete dazu, die aber unter seinem Nachfolger wegbrachen, weshalb die Sicherung des Reiches noch deutlicher im Vordergrund stand.

Im folgenden Bild siehst du die einzelnen Expansionsphasen genauer:

Romanisierung Expansionsgebiet der Römer StudySmarrter

Abb4: Expansionsgebiet der Römer

Sicherung und Verwaltung der Gebiete

  • Aufgaben der Soldaten
  • Antrieb der Romanisierung

Nach der zweiten Expansion war die Sicherung der Gebiete und Grenzen von besonderer Priorität. Die militärischen Missionen konzentrierten sich auf die Verbesserung der Verteidigungsanlagen, die Gegenwehr von Feinden und die Gewalt über die Provinzen. Auch die Erweiterung der Landwirtschaft, das Bilden der lokalen Kultur nach dem Leitbild Roms, sowie die gewerbliche Produktion und das Aufbauen einer Infrastruktur wurden bald Ziele der Soldaten.

Die Verwaltung der eroberten Gebiete wurde aber eine der wichtigsten Aufgaben. Diese war stark damit verbunden die Vorteile der römischen Kultur der unterworfenen Bevölkerung nahe zu bringen. Daher kam es zu der bereits angesprochenen Verstädterung. Auch der Straßenbau hatte sich stark verändert. Er half bei der Vernetzung der einzelnen Städte.

Durch konstanten Handel kamen Lebensmittel und weitere Güter in alle Regionen und Provinzen des Römischen Reiches. Diese Lebenserleichterungen trieben die Romanisierung immer weiter an bzw. die Einverleibung der römischen Kultur und lateinischen Sprache.

Fertig! Jetzt weißt, wie die Römer es geschafft haben eine so komplexe Kultur aufzubauen. Wenn du mehr über Rom und die Antike wissen willst, lies dir einfach unsere anderen Artikel durch.

Romanisierung - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Roms Gewalt über Kulturen bestimmte den geschichtlichen Verlauf
  • Ein Großteil der Romanisierung war nicht aktiv von Rom gesteuert, sondern passierte durch den Butterfly-Effekt
  • Expansionsphasen sorgten für die Ausdehnung Romanums
  • Die Armee hatte vielseitige Aufgaben
  • Sicherung des Imperiums durch Städtegründung/Verwaltung
  • Manipulation der Bevölkerung mittels Infrastruktur

Häufig gestellte Fragen zum Thema Romanisierung

Die kulturelle, religiöse, politische und wirtschaftliche Einflussnahme Roms, sowie die Verbreitung von Sprache und Lebensweise der Römer*innen und die geographische Ausdehnung des Reiches.

Die erste Expansionsphase fing 498 v. Chr. an und die sechste hörte 117 n. Chr. auf. 

Die Germanen wurden immer kriegerischer und die Römer*innen verzichteten darauf Germanien als Provinz einzugliedern, allerdings können sich die Germanen nicht aus der Besetzung befreien. Die Germanen werden kriegerischer, wohlhabender und bilden eine eigene Zivilisation.  

Caesar besetzte in den Jahren 58-52 v. Chr. alle Gebiete westlich des Rheins und führte somit die erste Expansion Roms an, bei der der Rhein überquert wurde.

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