Was sind die 7 Weltwunder der Antike?
Die sieben Weltwunder der Antike sind eine Liste besonders beeindruckender Bauwerke des Altertums: die Pyramiden von Gizeh, die Hängenden Gärten von Babylon, die Zeus-Statue von Olympia, der Artemis-Tempel von Ephesos, das Mausoleum von Halikarnassos, der Koloss von Rhodos und der Leuchtturm von Alexandria. Nur die Pyramiden von Gizeh sind heute noch erhalten.
Der Begriff geht auf griechische Reiseschriftsteller zurück, die die eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten ihrer bekannten Welt zusammenstellten. Es ging dabei nicht um Naturwunder, sondern um von Menschen geschaffene Meisterwerke der Baukunst und Bildhauerei. Alle sieben lagen rund um das östliche Mittelmeer und waren für gebildete Reisende der Antike theoretisch erreichbar.
Auffällig ist die geografische Verteilung: Vier der sieben Weltwunder standen in Kleinasien und Vorderasien, zwei in Ägypten und zwei in Griechenland, wobei manche Bauwerke doppelt gezählt erscheinen, weil die Liste über die Jahrhunderte leicht schwankte. Das folgende Schema ordnet die Bauwerke nach Regionen.
Die 7 Weltwunder in der Übersicht
Die folgende Übersicht zeigt alle sieben Weltwunder der Antike mit Ort, Erbauer, einer kurzen Beschreibung und ihrem heutigen Status. So erkennst du auf einen Blick, wo jedes Bauwerk stand, wann es entstand und ob es zerstört wurde oder noch existiert.
| Weltwunder | Ort | Erbauer / Zeit | Kurzbeschreibung | Heutiger Status |
|---|---|---|---|---|
| Pyramiden von Gizeh | Gizeh, Ägypten | Pharao Cheops, um 2560 v. Chr. | Größte der drei Pyramiden, einst weiß verkleidet, rund 146 m hoch | Erhalten (einziges) |
| Hängende Gärten von Babylon | Babylon (heute Irak) | zugeschr. Nebukadnezar II., um 600 v. Chr. | Terrassenförmige, bewässerte Gartenanlage | Verschollen, Existenz unsicher |
| Zeus-Statue von Olympia | Olympia, Griechenland | Bildhauer Phidias, um 435 v. Chr. | Fast 13 m hohe Statue aus Gold und Elfenbein | Zerstört (Brand) |
| Artemis-Tempel von Ephesos | Ephesos (heute Türkei) | griechische Baumeister, um 440 v. Chr. | Riesiger Marmortempel mit 127 Säulen | Zerstört (Brand, Krieg) |
| Mausoleum von Halikarnassos | Halikarnassos (heute Bodrum) | Artemisia für König Maussolos, um 350 v. Chr. | Rund 45 m hohes Prunkgrab, Namensgeber "Mausoleum" | Zerstört (Erdbeben) |
| Koloss von Rhodos | Insel Rhodos, Griechenland | Chares von Lindos, aufgestellt 290 v. Chr. | Rund 33 m hohe Bronzestatue des Sonnengottes Helios | Zerstört (Erdbeben) |
| Leuchtturm von Alexandria | Insel Pharos, Ägypten | unter den Ptolemäern, um 279 v. Chr. | Bis rund 113 m hoher Turm, erster Leuchtturm der Welt | Zerstört (Erdbeben) |
Die sieben Weltwunder im Einzelnen
Jedes der sieben Weltwunder hatte seinen eigenen Zweck: Grabmal, Tempel, Statue oder Leuchtturm. Die folgenden Kurzsteckbriefe fassen zusammen, wer jedes Bauwerk errichtete, wie groß es war und wodurch es verloren ging. Auffällig ist, dass fast alle einem Erdbeben, Brand oder der späteren Wiederverwendung ihrer Steine zum Opfer fielen.
1. Pyramiden von Gizeh
Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten sind das älteste und zugleich das einzige erhaltene Weltwunder. Die größte, die Cheops-Pyramide, wurde um 2560 v. Chr. errichtet und war ursprünglich rund 146 Meter hoch sowie mit glänzendem weißem Kalkstein verkleidet. Sie überdauert seit etwa 4500 Jahren und ist damit weit älter als alle anderen Bauwerke der Liste.
2. Hängende Gärten von Babylon
Die Hängenden Gärten, oft der sagenhaften Königin Semiramis zugeschrieben, sollen unter Nebukadnezar II. um 600 v. Chr. in Babylon angelegt worden sein. Überliefert werden terrassenförmige, künstlich bewässerte Gärten auf massiven Pfeilern. Bis heute wurden sie archäologisch nicht sicher nachgewiesen, weshalb sie das einzige Weltwunder sind, dessen Existenz und Lage umstritten bleiben.
3. Zeus-Statue von Olympia
Der Bildhauer Phidias schuf um 435 v. Chr. im Zeustempel von Olympia eine fast 13 Meter hohe, sitzende Statue des Göttervaters. Über einem Kern aus Holz thronte der Gott, überzogen mit Gold und Elfenbein. Die Statue galt als Höhepunkt griechischer Bildhauerkunst und ging später bei einem Brand verloren.
4. Artemis-Tempel von Ephesos
Der Artemis-Tempel im heutigen Westen der Türkei war einer der größten Tempel der griechischen Welt: eine Plattform von etwa 125 mal 65 Metern, getragen von 127 Säulen aus Marmor. Er wurde 356 v. Chr. durch Brandstiftung zerstört, prächtiger wieder aufgebaut und in der Spätantike endgültig aufgegeben. Heute steht nur noch eine einzelne Säule.
5. Mausoleum von Halikarnassos
Für den Herrscher Maussolos ließ seine Witwe Artemisia um 350 v. Chr. in Halikarnassos, dem heutigen Bodrum, ein monumentales Grabmal errichten. Es war rund 45 Meter hoch und so berühmt, dass sich davon unser Wort "Mausoleum" ableitet. Erdbeben zerstörten es im Mittelalter, seine Steine wurden später für eine Burg wiederverwendet.
6. Koloss von Rhodos
Der Koloss von Rhodos war eine rund 33 Meter hohe Bronzestatue des Sonnengottes Helios, die der Bildhauer Chares von Lindos in etwa zwölf Jahren schuf und 290 v. Chr. am Hafen aufstellte. Bereits um 226 v. Chr. stürzte sie bei einem Erdbeben um. Die Bronzeteile lagen jahrhundertelang, bevor sie 653 n. Chr. eingeschmolzen wurden.
7. Leuchtturm von Alexandria (Pharos)
Auf der Insel Pharos vor Alexandria stand der berühmteste Leuchtturm der Antike, fertiggestellt um 279 v. Chr. unter den Ptolemäern. Auf einem Fundament von 30 mal 30 Metern erreichte er samt Aufbauten eine Höhe von bis zu 113 Metern und gilt als erster dokumentierter Leuchtturm der Geschichte. Erdbeben zerstörten ihn bis ins 14. Jahrhundert.
Geschichte des Konzepts: Antipatros und die Zahl 7
Die bekannteste Liste der sieben Weltwunder geht auf den griechischen Dichter Antipatros von Sidon zurück, der sie im 2. Jahrhundert v. Chr. in einem Epigramm festhielt. Auch Philon von Byzanz beschrieb die Wunder. Die Zahl sieben galt in der Antike als vollkommen und heilig, etwa wegen der sieben klassischen Planeten.
Die Griechen sprachen nicht von "Wundern", sondern von den sieben "Sehenswürdigkeiten der bewohnten Welt" (griechisch theamata). Gemeint war eine Art antiker Reiseführer: eine Auswahl der Bauwerke, die ein gebildeter Mensch im Mittelmeerraum gesehen haben sollte. Weil die Liste in Vorderasien entstand, lag ein Schwerpunkt auf den dortigen Bauwerken.
Schon vor Antipatros hatte der Geschichtsschreiber Herodot einzelne dieser Bauwerke bestaunt und beschrieben. Die genaue Zusammensetzung der Liste schwankte in der Antike leicht, doch die klassische Sieben-Fassung setzte sich durch und prägt unser Bild bis heute. Die folgende Zeitleiste ordnet Entstehung und Ende der Bauwerke ein.
Welches Weltwunder existiert heute noch?
Von den sieben Weltwundern der Antike existiert heute nur noch eines: die Pyramiden von Gizeh. Sie sind zugleich das älteste Weltwunder und rund 4500 Jahre alt. Die anderen sechs wurden im Lauf der Jahrhunderte durch Erdbeben, Brände und Kriege zerstört oder ihre Reste als Baumaterial wiederverwendet.
Der häufigste Grund für den Untergang waren Erdbeben: Sie brachten den Koloss von Rhodos, das Mausoleum und den Leuchtturm von Alexandria zu Fall. Brände vernichteten die Zeus-Statue und beschädigten den Artemis-Tempel. In vielen Fällen wurden die wertvollen Materialien anschließend abgetragen, das Metall eingeschmolzen und die Steine für neue Gebäude genutzt.
Dass ausgerechnet die ältesten Bauwerke, die Pyramiden, überdauerten, liegt an ihrer massiven Bauweise aus Stein und ihrem stabilen Standort fernab starker Erdbeben. Sie sind damit ein einzigartiges Fenster in die Welt des alten Ägypten. Das folgende Schema stellt erhalten und zerstört mit den jeweiligen Ursachen gegenüber.
Die neuen 7 Weltwunder (2007)
Die neuen 7 Weltwunder sind nicht mit den antiken zu verwechseln. Sie wurden 2007 durch eine weltweite Abstimmung gewählt, an der rund 100 Millionen Menschen teilnahmen. Zu ihnen zählen die Chinesische Mauer, das Kolosseum in Rom, Machu Picchu und Petra. Die Aktion war privat organisiert und wissenschaftlich umstritten.
Initiiert wurde die Wahl von einer privaten Stiftung um den Schweizer Filmemacher Bernard Weber. Am 7. Juli 2007 wurden die Sieger in Lissabon verkündet. Weil nur ein Bauwerk der antiken Liste, die Pyramiden von Gizeh, noch existiert, konnten die alten Weltwunder gar nicht mehr vollständig antreten. Die Pyramide wurde daher außer Konkurrenz als Ehrenmitglied geführt.
| Neue 7 Weltwunder (2007) | Ort |
|---|---|
| Chinesische Mauer | China |
| Petra | Jordanien |
| Christusstatue | Rio de Janeiro, Brasilien |
| Machu Picchu | Peru |
| Chichén Itzá | Mexiko |
| Kolosseum | Rom, Italien |
| Taj Mahal | Indien |
Für die Klausur gilt: Die antiken sieben Weltwunder stammen aus der griechisch-römischen Welt vor über 2000 Jahren. Die neuen 7 Weltwunder von 2007 verteilen sich über die ganze Erde und wurden per Publikumsabstimmung bestimmt, nicht von Historikern.
Häufige Fehler und Fragen
Die häufigsten Fehler bei den sieben Weltwundern: Sie werden mit den neuen 7 Weltwundern von 2007 verwechselt, es wird angenommen, mehrere seien erhalten, oder die Hängenden Gärten gelten als sicher belegt. Tatsächlich existiert nur die Pyramide von Gizeh, und die Gärten von Babylon sind bis heute archäologisch nicht eindeutig nachgewiesen.
Chinesische Mauer, Kolosseum oder Machu Picchu gehören zu den neuen 7 Weltwundern. Die antike Liste umfasst ganz andere Bauwerke rund ums Mittelmeer.
Nicht mehrere, sondern ausschließlich die Pyramiden von Gizeh existieren noch. Alle sechs anderen Weltwunder sind zerstört oder verschollen.
Anders als die übrigen Wunder sind die Hängenden Gärten von Babylon archäologisch nicht zweifelsfrei belegt. Manche Forschende vermuten sie sogar in einer anderen Stadt.
Karteikarten zu den 7 Weltwundern
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7 Weltwunder der Antike, das Wichtigste
Die sieben Weltwunder der Antike sind Pyramiden von Gizeh, Hängende Gärten von Babylon, Zeus-Statue von Olympia, Artemis-Tempel von Ephesos, Mausoleum von Halikarnassos, Koloss von Rhodos und Leuchtturm von Alexandria. Die Liste geht auf Antipatros von Sidon zurück, und nur die Pyramiden von Gizeh sind bis heute erhalten.
- Die Liste: sieben Meisterwerke der antiken Baukunst rund ums östliche Mittelmeer.
- Autor: erste vollständige Fassung von Antipatros von Sidon (2. Jh. v. Chr.).
- Zahl 7: galt in der Antike als vollkommene, heilige Zahl.
- Erhalten: nur die Pyramiden von Gizeh, zugleich das älteste Weltwunder.
- Zerstörung: meist durch Erdbeben, dazu Brände und Kriege.
- Merke: die antiken Weltwunder sind nicht die neuen 7 Weltwunder von 2007.
Häufige Fragen zu den 7 Weltwundern
Die sieben Weltwunder der Antike sind: die Pyramiden von Gizeh, die Hängenden Gärten von Babylon, die Zeus-Statue von Olympia, der Artemis-Tempel von Ephesos, das Mausoleum von Halikarnassos, der Koloss von Rhodos und der Leuchtturm von Alexandria (Pharos).
Nur die Pyramiden von Gizeh sind erhalten. Sie sind zugleich das älteste und das einzige heute noch existierende der sieben antiken Weltwunder. Die anderen sechs wurden durch Erdbeben, Brände und Kriege zerstört.
Die bekannteste vollständige Liste stammt aus einem Epigramm des Dichters Antipatros von Sidon im 2. Jahrhundert v. Chr. Auch Philon von Byzanz schrieb über die sieben Wunder. Die Griechen nannten sie die sieben Sehenswürdigkeiten der bewohnten Welt.
Die Zahl Sieben galt in der Antike als vollkommene, heilige Zahl, unter anderem wegen der sieben klassischen Planeten. Die festgelegte Zahl sollte die ausgewählten Bauwerke in ihrer Bedeutung hervorheben.
Die häufigste Ursache waren Erdbeben, die Koloss, Leuchtturm und Mausoleum zum Einsturz brachten. Dazu kamen Brände (Zeus-Statue, Artemis-Tempel) sowie die spätere Wiederverwendung der Steine und Metalle als Baumaterial.
Die antiken Weltwunder wurden vor über 2000 Jahren von griechischen Autoren zusammengestellt. Die neuen 7 Weltwunder wurden 2007 per weltweiter Abstimmung gewählt, etwa Chinesische Mauer, Kolosseum, Machu Picchu und Petra. Sie sind nicht identisch.
Sie lagen rund um das östliche Mittelmeer: in Ägypten (Pyramiden, Leuchtturm), Griechenland (Zeus-Statue, Koloss), Kleinasien bzw. der heutigen Türkei (Artemis-Tempel, Mausoleum) und Babylonien im heutigen Irak (Hängende Gärten).
Quellen
Dieser Überblick stützt sich auf frei zugängliche, redaktionell geprüfte Standardquellen zur Antike:
- Weltwunder. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Weltwunder der Antike. Planet Wissen (WDR). planet-wissen.de