Kreuzzüge

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In diesem Artikel erklären wir dir, was es mit den historischen „Kreuzzügen“ im Mittelalter auf sich hat. Dieser Artikel gehört zum Fach Geschichte und erweitert das Thema Mittelalter.


ZUM AUSWENDIG LERNEN: Am Ende der Zusammenfassung findest du "Das Wichtigste auf einen Blick!" zum Thema "Kreuzzüge". Alles, was du dazu wissen musst, auf einem Cheat Sheet!   



Warum gab es die Kreuzzüge?


Der Ursprung der Kreuzzüge liegt im sogenannten „Heiligen Krieg“, der im November 1095 n. Chr. von Papst Urban II. auf dem Konzil von Clermont ausgerufen wurde. Hintergrund war es die bedeutenden christlichen Wallfahrtsstätten in Jerusalem für christliche Pilger wieder zugänglich zu machen, nachdem türkische Volksstämme (Seldschuken) etwa 1070 n. Chr. Jerusalem eroberten. Christlich Gläubige fühlten sich anschließend dazu berufen Jerusalem aus einer islamistischen „Herrschaft“ zu befreien. Darüber hinaus erhofften sich Sympathisanten des „Heiligen Kriegs“ neben dem Seelenheil auch neue Ländereien im Nahen Osten zu erlangen.



Was waren die wichtigsten Kreuzzüge?


Der historisch erste Kreuzzug fand im Anschluss an das Konzil von Clermont statt unter der Führung des Predigers Peter von Amiens. Aufgrund der schlechten Organisation endete dieser Kreuzzug bereits 1096 n. Chr., wobei in Kleinasien die Gefolgschaft von Amiens durch die Seldschuken besiegt wurde.


Anschließend an diese Niederlage und ebenfalls 1096 n. Chr. begann der eigentliche erste Kreuzzug mit dem Ziel bis nach Jerusalem vorzudringen. Die Gefolgschaft dieser Kreuzzugbewegung bestand aus französischen, lothringischen und normannischen Rittern und war weitaus besser organisiert. Über Konstantinopel (vgl. Istanbul) erreichte das Ritterheer 1099 n. Chr. schlussendlich Jerusalem, wobei die Stadt nach mehreren schweren Kampfhandlungen besetzt werden konnte und nunmehr wieder in christlicher Hand war. Anschließend wurde 1100 n. Chr. das Königreich Jerusalem ausgerufen, wobei Balduin von Boulogne zum ersten König dieses Reiches ernannt wurde. Neben Jerusalem konnten auch die Städte Edessa, Antiochia und Tripolis im Zuge dieser Kreuzzugbewegung erobert werden.



Im Jahr 1099 n. Chr. wurde Jerusalem durch Kreuzritter erobert. Quellen zufolge wurden bei den Kampfhandlungen bis zu 70.000 Muslime, Juden und orientalische Christen getötet.

Quelle: https://www.welt.de/geschichte/article166660980/So-mordeten-Glaubenskrieger-beim-ersten-Kreuzzug-in-Jerusalem.html (Abruf: Juli 2020)



Die Stadt Edessa wurde allerdings 1144 n. Chr. wiederum von einem muslimischen Heer zurückerobert, weshalb Papst Eugen III. anschließend zum zweiten Kreuzzug aufrief. Doch diese Kreuzzugbewegung endete aufgrund mangelnder Planung und schlechter Organisation bereits 1149 n. Chr., wobei Edessa unter muslimischer Herrschaft blieb.


Im Jahr 1187 n. Chr. konnten Muslime unter der Führung von Sultan Saladin Jerusalem zurückerobern. Daraufhin rief Papst Gregor VIII. zum dritten Kreuzzug auf, wobei unter anderem Kaiser Friedrich Barbarossa, König Philipp II. von Frankreich und der englische Herrscher Richard Löwenherz sich dieser Kreuzzugbewegung anschlossen.


Trotz vieler prominenter Mitstreiter scheiterte auch dieses Vorhaben nachdem Barbarossa auf der Reise in den Nahen Osten stirbt und Löwenherz einen Waffenstillstand mit Sultan Saladin vereinbarte. Jerusalem blieb demnach unter muslimischer Herrschaft und ein Ende der Kreuzzugbewegungen aufgrund mangelnder Ressourcen und finanziellen Mitteln war absehbar.


Kinderkreuzzug

Nicht nur Ritter fühlten sich dem „Heiligen Krieg“ verpflichtet. Auch Erwachsene und Kinder aus dem gemeinen Volk wagten den langen Weg in Richtung Osten bis nach Jerusalem, wobei viele Mitglieder dieser sogenannten „Kinderkreuzzugbewegungen“ Jerusalem nie erreichten und vermutlich versklavt wurden.


Kreuzzüge – Ende der Kreuzzugsbewegungen


Nach weiteren erfolglosen Versuchen Jerusalem zurückzuerobern verloren die Christen im Jahr 1244 n. Chr. endgültig die Kontrolle über die „Heilige Stadt“. Alle weiteren „Kreuzzugsstatten“ gingen ebenfalls im Laufe der Zeit wieder über in eine muslimische Herrschaft und das eigentliche Ziel der Kreuzzugbewegungen, die langfristige Herrschaft und Verteidigung von Jerusalem, wurde demnach verfehlt.


Dennoch brachten die Kreuzzugbewegungen auch positive Veränderungen für die westliche Welt. Zurückkehrende der Kreuzzüge brachten beispielsweise exotische Gewürze, Früchte oder Ähnliches nach Europa. Auch die orientalische Geisteswelt oder das arabische Zahlensystem kam über die Kreuzzüge nach Westen.


Wie viele Kreuzzüge hat es gegeben und wer war beteiligt?

Insgesammt gab es zwischen 1096 und 1270 sieben Kreuzzüge der Christen gegen den Orient. 


  • Erster Kreuzzug (1096-1099): Nach dem Aufruf von Papst Urban II. machten sich einfache Leute unter der Führung des Eremiten Peter von Amiens und ein Ritterheer unter Führung Gottfrieds von Bouillon auf den Weg und eroberten Jerusalem, Edessa, Antiochia und Tripolis.
  • Zweiter Kreuzzug (1147-1149): Nach dem Edessa von den Arabern zurückerobert wurde rüssten sich Ludwig VII. von Frankreich und der Deutsche Konrad III. zum Gegenschlag. Nach starker Gegenwehr und großen Verlusten ziehen sie sich allerdings ohne Erfolg zurück.
  • Dritter Kreuzzug (1189-1192): Durch den Verlust Jerusalems getrieben, machen sich der deutsche Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der französische König Philipp II. sowie der englische Monarch Richard Löwenherz auf um die Stadt zurückzuerobern. Trotz großer Erfolge auf ihrem Weg, gelang ihnen diese Ziel nicht.
  • Vierter Kreuzzug (1202-1204): Dem Aufruf von Papst Innozenz III. folgend eroberten und plünderten sie unter der Führung von Markgraf Bonifaz von Montferrat, Baldwin III. von Flandern und den Grafen von Blois Konstantinopel und errichteten ein Lateinisches Kaisertum.
  • Fünfter Kreuzzug (1228-1229): Nach dem der französisch-deutsche Kinderkreuzzug 1212 grausam scheiterte, gelang es Stauferkaiser Friedrich II. die Städte Jerusalem, Bethlehem und Nazaretz für 10 Jahre zu sichern. 
  • Sechster Kreuzzug (1248-1254): Die Franzosen unter Ludwig IX., dem Heiligen, machen sich diesmal auf den Weg über Zypern nach Damiette. Der Versuch zusätzlich noch Kairo zu erober scheiterte allerdings. 
  • Siebter Kreuzzug (1270): Seit 1261 greifen die Mamluken die Reste des Königreichs Jerusalem an. König Ludwig IX. unternimmt einen unerfolgreichen Kreuzzug gegen das Sultanat in Tunis um die Christen in Palästina zu unterstützen. Er und ein Großteil seines Herres stirbt an Seuchen. Dies war der letzte Kreuzzug der Christen gegen den Orient.



Das Wichtigste zu den Kreuzzügen auf einen Blick



  • Die Kreuzzüge beginnen während des 'Heiligen Krieges' im November 1095

  • Das Ziel sollte es sein, christliche Wallfahrtsstrecken nach Jerusalem wieder zugänglich zu machen

  • Christen fühlten sich dazu berufen, Jerusalem vom Islam zu 'befreien'

  • Erster Kreuzzug: endete bereits 1096, doch wurde kurz darauf wieder neu angetreten und dauerte bis 1100 an

  • Jerusalem konnte im Zuge der Kreuzzüge durch die Kreuzritter im Jahr 1099 erobert werden

  • Während der Kreuzzüge starben 70.000 Muslime, Juden und orientalische Christen.

  • 1144 begann der zweite Kreuzzug, denn die Stadt Edessa wurde erneut von Muslimen zurückerobert

  • 1187 fand der dritte Kreuzzug statt



INSIDER TIPP


Wusstest du, dass ein Kreuzritter das vier- fünffache seines Jahreslohns benötigte, um an einem Kreuzzug teilzunehmen?
Er brauchte unter anderem Kleidung, Zelte, Pferde, Knechte für die Pferde und viel Bargeld auf der Reise.


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