Inquisition

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Der Begriff „Inquisition“ leitet sich von „Inquisitio“ (Erforschung) ab und bezeichnet ein mittelalterliches Prozessverfahren im Umgang mit Häretikern (vgl. Gotteslästerer oder Ketzer). 

Inquisitoren im 12. Jahrhundert waren im Stande ohne weitere Befugnis einen Prozess einzuleiten, wobei sie gleichzeitig Ankläger, Verteidiger und Richter in einer Person waren.


Im Jahr 1231 n. Chr. wurden erstmals Angehörige des Dominikaner- sowie des Franziskanerordens durch Papst Georg IX. zu „Inquisitoren“ ernannt. Die Inquisitoren wurden mit einer kirchlichen Vollmacht ausgestattet um sogenannte ungläubige „Ketzer“ zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen. Durch die Zusage des damaligen weltlichen Herrschers Friedrich II. die Ketzerverfolgung zu unterstützen, wurde es Inquisitoren erlaubt Urteile zu fällen und zu vollstrecken.



Inquisition – Der Umgang mit „Ketzern“


Die mittelalterliche Inquisition hatte ihre Blütezeit noch vor dem 14. Jahrhundert. Bekannte Inquisitoren wie Bernard Gui oder Konrad von Marburg verurteilten in Prozessen Ketzer in der Regel zu Kerkerhaft oder milderen Strafen, wobei nur in seltenen Fällen Todesstrafen verhängt wurden. Den Angeklagten war es kaum möglich sich zu verteidigen, denn die Namen der Belastungszeugen wurden ihnen meist vorenthalten. Dementsprechend waren Denunziantentum und Selbstanzeige wichtige Druckmittel der Inquisitoren. Allerdings wurden auch in seltenen Fällen mutmaßliche „Ketzer“ nach der Urteilsverkündung durch den Inquisitor freigesprochen.



Bildunterschrift: Ein Inquisitor war Vorsitzender eines sogenannten Inquisitionsgerichts. In einem solchen Prozessverfahren wurden mutmaßliche Gotteslästerer oder Ketzer verurteilt. Allerdings wurde nur in äußerst seltenen Fällen die Todesstrafe verhängt.

Quelle: https://www.kinderzeitmaschine.de/mittelalter/spaetmittelalter/lucys-wissensbox/kirche-und-papst/was-war-die-inquisition/



Im Jahr 1542 n. Chr. gründet die katholische Kirche die „Heilige Römische und Universale Inquisition“ mit dem Zweck den katholischen Glauben reinzuhalten. Mit der Erfindung des Buchdrucks war die Kirche in Sorge, dass sich häretisches Gedankengut unkontrolliert verbreitet. Bücher wurden zensiert und das Aufkommen neuer wissenschaftlicher Ideen sollte mit aller Macht verhindert werden. So wurde beispielsweise Galileo Galilei zu lebenslanger Haft verurteilt, da er das kopernikanische Weltbild vertrat.



Niedergang und Folgebewegungen


Im Jahr 1965 wird die „Heilige Römische und Universale Inquisition“ endgültig abgeschafft und anstelle wurde eine bis heute bestehende Glaubenskongregation eingeführt. Die Glaubenskongregation wacht über die Einheit des katholischen Glaubens.

Papst Benedikt XVI. war während seiner Amtszeit als Kardinal viele Jahre Leiter dieser Glaubenskongregation und während seiner Amtszeit wurde beispielsweise den Theologen Hans Küng und Leonardo Boff die Lehrerlaubnis entzogen, da diese die Unfehlbarkeit des Papstes anzweifelten und das Abtreibungsverbot kritisierten.


Im Jahr 2000 gestand der damalige Papst Johannes Paul II. erstmals öffentlich Irrtümer und Fehlverhalten der katholischen Kirche ein. Mit Irrtümern und Fehlverhalten sind ins Besondere die Verfolgung Andersgläubiger, die Zwangsbekehrung, die Folter und eben auch die Inquisition gemeint.



Inquisition - das Wichtigste auf einen Blick


  • Inquisition = mittelalterliches Prozessverfahren im Umgang mit Ketzern


  • Inquisitoren = leiteten den Prozess ein und waren gleichzeitig Ankläger, Verteidiger und Richter in einer Person


  • Inquisitoren erhielten die sogenannte kirchliche Vollmacht, welche es ihnen ermöglichte, Ketzer zu verfolgen und zu bestrafen


  • erst 1965 wurde das Verfahren der Inquisition gänzlich abgeschafft



INSIDER TIPP


Wusstest du, dass auch heute noch eine Inquisitionsbehörde existiert? die von der katholischen Kirche initiierte Glaubenskongregation hat auch heute noch die Aufgabe die Glaubenslehre zu schützen.


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