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Byzantinisches Reich

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Geschichte

In diesem Artikel geht es um das Byzantinische Reich. Wir erklären dir, was das Byzantinische Reich ist, wann und wie es entstand und führen dich durch seine wichtigsten geschichtlichen Ereignisse.


Dieser Artikel gehört zum Fach Geschichte und vertieft das Thema Mittelalter


  • Das Byzantinische Reich entstand nach der Reichsteilung des Imperium Romanum 395 n. Chr..
  • Mit dem Ende des Weströmischen Reichs 476 n. Chr. begann der Aufstieg des Byzantinischen Reichs.
  •  Die Geschichte des Byzantinischen Reichs ist geprägt von einem stetigen Hin und Her aus Eroberungskämpfen und Rückzügen. Dementsprechend verschoben sich die Reichsgrenzen immer wieder.
  • Das Byzantinische Reich musste sich vielen verschiedenen Feinden stellen. Vor allem die Provinzen in Kleinasien wurden immer wieder von Osten her angegriffen. So versuchten dort die Perser, die Araber und schließlich die Osmanen das Reich zu erobern.  An dieser Front wurden die bedeutendsten Schlachten des Reichs geführt. 
  •  Doch nicht nur außenpolitisch, sondern auch innenpolitisch hatte das Byzantinische Reich immer wieder große Konflikte zu bewältigen: Viele Bürgerkriege, vor allem verursacht durch unterschiedliche religiöse Ansichten, bedrohten das Reich (z.B. Bilderstreit).
  •  1453 n. Chr. gelang es den Osmanen schließlich die Hauptstadt Konstantinopel endgültig zu erobern. Damit endete das Byzantinischen Reich.



Byzantinisches Reich: Definition


Das Byzantinische Reich war ein Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum. Es existierte vom ca. 395 n .Chr. - 1453 n. Chr. Die Hauptstadt und auch der Regierungssitz des Byzantinischen Reichs war Konstantinopel. Alternativ wurde das Byzantinische Reich auch Ostrom oder Oströmisches Reich genannt.



Das Byzantinische Reich entsteht - die Reichsteilung von 395 n. Chr. 


Nach dem Tod des römischen Kaisers Theodosius I. im Jahr 395 n. Chr. wurde das Imperium Romanum seinem letzten Willen nach unter seinen beiden Söhnen aufgeteilt.  


Theodosius älterer Sohn Arcadius erhielt auf Wunsch seines verstorbenen Vaters hin die Herrschaft über Ostrom und wurde somit der erste oströmische Kaiser. 


Der jüngere Sohn Honorius erhielt die Herrschaft über Westrom und wurde zum ersten weströmischen Kaiser. 


Solche Akte der Herrschaftsteilung gab es in der Geschichte des Imperium Romanum schon öfter, doch hielten sie meist nicht lange an. Doch die Teilung von 395 n. Chr. sollte eine endgültige sein.



Oströmisches Reich 


In unseren Geschichtsbüchern wurde dieses Ereignis als "Reichsteilung" bekannt, doch im Grunde handelte es sich eher um eine Herrschaftsteilung. Westrom und Ostrom wurden anfangs nicht als strikt getrennt gesehen, sondern galten staatsrechtlich noch immer als zwei Teile eines Ganzen - des Imperium Romanum. So teilten sie sich z. B. weiterhin das Civitas Romana (das römische Bürgerrecht) und hatten als vereinte Großmacht noch immer die alleinige Kontrolle über den Mittelmeerraum. 


Viele Historiker sehen in der Reichsteilung den "Beginn" des Byzantinischen Reichs. Doch wurde es zu seiner Zeit nicht so genannt, sondern war als Ostrom oder das Oströmische Reich bekannt.



Völkerwanderung und Zusammenbruch des weströmischen Reichs


Um zu verstehen, wie das Oströmische Reich aufstieg, muss man zeitlich etwas vor die Reichsteilung gehen.


Völkerwanderung 


Zur Zeit der Völkerwanderung (ca. 375/376 - 568 n. Chr.), also der Migration von germanischen Stämmen in Richtung des Gebietes des Imperium Romanum, sah sich nach der Reichsteilung vor allem Ostrom feindlichen Angriffen gegenüber. Ende des 4. und Anfang des 5. Jh. kam es immer wieder zu Kampfhandlungen mit West- und Ostgoten.


Doch bei Zeiten fokussierten sich die germanischen Kriegs-Verbände zunehmend auf das Weströmische Reich. Westrom hatte geringere militärische und finanzielle Ressourcen aufzuweisen als Ostrom und war somit die leichtere "Beute". Das Oströmische Reich kam seiner "zweiten Hälfte" zur Hilfe und unterstützte Westrom so gut es ging finanziell und militärisch. 


Zusammenbruch des Weströmischen Reichs


In Ostrom:


Bald schon sah sich Ostrom aber selbst mit innenpolitischen Konflikten konfrontiert, welche nach der vollen Aufmerksamkeit des Reichs verlangten. 


Wichtige politische Positionen wurden durch nicht-römische Militärs übernommen bzw. annektiert - dies stellt eine ernst zu nehmende Gefahr für die kaiserliche Führung Ostroms dar. Um dieses Problem musste sich gekümmert werden.


Dem byzantinischen Kaiser ging nun die Sicherheit und Stabilität des eigenen Reichs vor. Die Unterstützung für Westrom konnte nicht aufrecht erhalten werden, denn die Kräfte wurden im eigenen Reich benötigt.  


In Westrom:


Nachdem Westrom nicht mehr auf die umfassende Unterstützung Ostroms hoffen konnte, dauerte es nicht lange bis es den einfallenden Feinden unterlag. Im Jahr 476 n. Chr. wurde schließlich der letzte weströmische Kaiser Romulus Augustulus  gewaltsam vom germanischen Feldherrn Odoaker seines Amtes enthoben. Das Weströmische Reich endete. 


Die Folgen für Ostrom:


Mit dem Untergang Westroms wurde aber auch Ostrom ein herber Schlag versetzt. Es verlor nicht nur seinen wichtigsten Verbündeten, sondern damit auch militärische, politische, finanzielle und ökonomische Beziehungen. 

Andererseits war es nun das letzte und somit einzige verbleibende Römische Reich und hatte noch immer die Herrschaft über das Mittelmeer, und das auch ohne Westrom. 


Mit dem Untergang des Weströmischen Reichs beginnt nun die eigentliche Geschichtsschreibung des Byzantinischen Reichs, unabhängig von seiner "zweiten Hälfte" Westrom... 



Abb. 1: Karte des Imperium Romanum nach der Reichsteilung 395 n. Chr.
Quelle via Wikipedia
 
 

Die Epochen des Byzantinischen Reichs


Die Geschichte des Byzantinischen Reichs, nach dem Untergang Westroms, lässt sich grob in drei Epochen unterteilen:


  1. Frühbyzantinische Epoche (476 n. Chr. - Mitte 7 Jh. n. Chr.)
  2. Mittelbyzantinische Epoche (Mitte 7 Jh. - 1204 n. Chr.)

  3. Spätbyzantinische Epoche (1205 n. Chr. - 1453 n. Chr.


Die gesamte Geschichte des Byzantinischen Reichs ist eine der Eroberung, des Rückzuges und der Verteidigung. Ostrom sah sich vielen Feinden gegenüber, die die Gebiete des Reichs erobern wollten. 



Frühbyzantinische Epoche (476 - Mitte 7 Jh. n. Chr.):

Diese Epoche zeichnete sich aus durch:

  • die Rückeroberungsversuche des ehemaligen weströmischen-Territoriums
  • Eroberungen des oströmischen Reichs durch die Perser


Rückeroberungen und Expansion des oströmischen Reichs unter Kaiser Justinian I.:


Die frühbyzantinische Epoche war von den Rückeroberungsversuchen des weströmischen Reichs durch Kaiser Justinian I. (Regierungszeit: 527 – 565) geprägt. Innerhalb weniger Jahre konnten Provinzen in Nordafrika, Italien und auch Spanien zurückerobert werden. 


Doch die Jahre des Erfolges sollten ein jähes Ende finden, als die Grenzen Ostroms von mehreren Seiten bedroht wurden. Im Osten drangen die Sassaniden (Perser) immer weiter ins Land vor und im Westen marschierten die Vandalen und Goten auf. Das Byzantinische Reich hatte einen Kampf an mehreren Fronten zu schlagen. 


Am Ende seiner Regentschaft hinterließ Justinian I. aufgrund der erheblichen finanziellen Kriegsaufwendungen das Reich so gut wie bankrott. Ebenso hinterließ er Provinzgrenzen, welche militärisch nicht mehr verteidigt werden konnten.


Doch auch andere Ereignisse trugen zur weiteren Schwächung des Byzantinischen Reichs bei:

  • Ein Pestausbruch im Mittelmeerraum
  • Anhaltende religiöse Spannungen zwischen orthodoxen und monophysitischen Christen


Kaiser Justinian I. erbrauchte aber auch große Errungenschaften für das Oströmische Reich: 

  • so ließ er die Hagia Sofia erbauen, eine der bedeutendsten Kirchen des Christentums
  • er ließ das Gesetzeswerk Corpus iuris civilis verfassen, welches die antiken römischen Gesetze kodifizierte


Kaiser Herakleios und der Kampf gegen die Perser 


Auch die Nachfolger von Justinian I. konnten die Grenzen des Reichs nicht ausreichend verteidigen.
 

  • Teile Griechenlands fielen den Awaren zum Opfer. 
  • Auf dem Balkan näherten sich die Vandalen und Slawen der Grenze. 
  • Kaiser Justinian II. provozierte die Perser, woraufhin diese ihre Kriegshandlungen ausweiteten. Sie übernahmen die Kontrolle in Ägypten und anderen orientalischen Provinzen des Byzantinischen Reichs und drangen immer tiefer ins Reich vor.

Doch das Oströmische Reich sah sich nicht nur durch äußere Konflikte bedroht: Eine erneute Übernahme von Staatspositionen durch das Militär erschütterte das Reich und stürzte es in einen Bürgerkrieg.


Erfolgreich aus diesem Bürgerkrieg kam Kaiser Herakleios (Regierungszeit: 610 – 641) hervor. Unter seiner Führung erfuhr das Oströmische Reich einen erneuten Aufschwung.
 

Nach der fehlgeschlagenen Belagerung Konstantinopels durch die Perser und Awaren (626) gelang es Herakleios das persische Heer zurückzudrängen und die östliche Grenze zu stabilisieren. Schließlich boten die Perser Ostrom den Frieden an, wobei aber nur einige Teile der zuvor eroberten Gebiete wieder in das Oströmische Reich reintegriert wurden.

Doch der Erfolg währte nur kurz. Wenig später traten die muslimischen Araber, angetrieben durch ihren neuen Glauben des Islams, an die Stelle der Perser und eroberten die orientalischen Provinzen nun vollständig. Nach den langen Kriegshandlungen mit den Persern war das Oströmische Reich geschwächt und stellte kein Hindernis für die Araber dar. 



Mittelbyzantinische Epoche (Mitte 7 Jh. - 1204)


Diese Epoche zeichnete sich aus durch:

  • die islamische Expansion  
  • innerpolitische Stabilisierung des oströmischen Reichs und der "Wandlung" vom Oströmischen zum Byzantinischen Reich 
  • die Begründung des bulgarischen Staates auf byzantinischem Boden
  • Verlust Kleinasiens durch die türkischen Seldschuken
  • Plünderung Konstantinopels durch die westlichen Mächte während der Kreuzzüge 


Islamische Expansion


Im 7 Jh. schritt die islamische Expansion der Araber immer weiter voran. In vielen Schlachten von Mitte bis Ende des 7 Jh. eroberten die Araber unter anderem die Gebiete Syriens, Palästinas und Ägyptens. Dies war ein herber Schlag, denn in den verlorenen Provinzen lag erheblicher Reichtum (v. a. die Getreideproduktion in Ägypten). 


Das Oströmische Reich sah sich gezwungen sich nach Kleinasien zurückzuziehen und verlor so erhebliche Teile seiner Hoheitsgebiete. Doch so konnte sich das Reich gegen eine vollständige Übernahme durch die Araber verteidigen. 


Durch die massiven Eroberungen der Araber im Osten und Nordafrika gelang es diesen, Ostrom die Herrschaft über das Mittelmeer strittig zu machen und schließlich zeitweise die Kontrolle über die Gewässer zu erlangen. 


Um das Jahr 700 umfasste das oströmische Reich nur noch einen Bruchteil seiner einstigen Reichsgröße und zählte nunmehr lediglich Kleinasien sowie Teile Griechenlands und Italiens zu seinen Provinzen. 


Abb. 2: Phasen der islamischen Expansion in Asien und dem Mittelmeerraum von 622 - 750 n. Chr.
Quelle via Wikipedia

 

Innerpolitische Stabilisierung  - vom Oströmischen Reich zum Byzantinischen Reich


Bereits nach Kaiser Justinian I. schwanden die römischen Einflüsse im Byzantinischen Reich. Im 7 Jh. schließlich traten einige Änderungen und Reformen auf, welche das Reich von ihrer antik-römischen Tradition lossagten. Eine staatliche Neuordnung wurde vollzogen:

 

  1. Bereits unter Kaiser Herakleios löste Griechisch Latein als Amtssprache ab. → Somit wich die lateinische Bezeichnung Imperator für den Kaiser dem griechischen Basileus .
  2. Die in antik-römischer Tradition weitergeführten Strukturen von Saat und Gesellschaft wurden abgeschafft. → Die Trennung von Militär- und Zivilverwaltung wurde aufgehoben. → Die Unterteilung des Reichs in Präfekturen und Provinzen wurde aufgehoben und wich einem neuen Organisationsprinzip: Das Reich wurde in sog. Themata unterteilt, welche jeweils unter der Leitung eines Verwalters standen, dem sog. „Strategos".


Viele sehen die Zeit dieses Umbruchs als Ende des Oströmischen und als Anfang des mittelalterlichen Byzantinischen Reichs.


Abb. 3: Die Themata des Byzantinischen Reichs im Jahre 750 n. Chr.
Quelle via Wikipedia

 

Das Byzantinische Reich und die Bulgaren


Kaum war die islamische Expansion über Ostrom hereingebrochen, marschierte auch schon der nächste Feind gen Reichsgrenze - die Bulgaren. Aus der Heimat vertrieben suchten sie einen neuen Platz zum Leben und siedelten sich auf byzantinischem Boden an. Nach anfänglichen Kämpfen gründeten die Bulgaren 681 ihren eigenen Staat. Dem damaligen byzantinischen Kaiser Konstantin IV. blieb nichts anderes übrig, als die Staatsgründung anzuerkennen. Das Byzantinische Reich verlor erneut Boden.


Die Folgejahre:

  • In den nächsten Jahrzehnten setzten sich die (Abwehr-)Kriege gegen die Araber, die Slawen im Balkan und die Bulgaren fort.
  • Kaiser Justinian II. und somit auch die Herakleische Kaiser-Dynastie wurden gewaltsam abgesetzt.
  • 717 - 718 n. Chr. wurde Konstantinopel durch die Araber belagert. → Die Belagerung scheiterte angeblich aufgrund des Einsatzes von Griechischem Feuer durch die Byzantiner und einen harten Winter.
  • In der Schlacht von Akroinon 740 n. Chr. gelang den Byzantinern ein entscheidender Sieg gegen die Araber.

Es begann ein Tauziehen zwischen dem Byzantinischen Reich und seinen Feinden mit stetigen Expansionen und Rückzügen. 


Die Makedonische Dynastie und die Rückeroberung Bulgariens


Unter Kaiser Michael III. erlebte das Byzantinische Reich einen Aufschwung. Kreta und auch weite Teile Kleinasiens konnten zurückerobert werden. 


Unter Kaiser Basileios II. (Regierungszeit: 976 – 1025), dem Begründer der makedonischen Dynastie erreichte das Byzantinische Reich der Mittelbyzantinischen Epoche schließlich seine größte Ausdehnung. Basileios II. gelang es das komplette bulgarische Reich zurückzuerobern und unter seine Herrschaft zu stellen. 


Abb. 4: Das Reich auf seinem Machtzenit in mittelbyzantinischer Zeit beim Tode des Kaisers Basileios II. im Jahr 1025
Quelle via Wikipedia

 


Die Türken und der Verlust Kleinasiens


In der zweiten Hälfte des 11 Jh. taucht ein neuer Feind des Byzantinischen Reichs auf: die türkischen Seldschuken. Sie besetzten die arabischen Gebiete und starteten eine neue Offensive gegen das Byzantinische Reich. 1071 n. Chr. erlitt Byzanz eine verehrende Niederlage bei Mantzikert und weite Teile Kleinasien gingen in die Hand der Seldschuken über. 

Weitere Verluste ließen nicht lange auf sich warten: das Byzantinische Reich verlor sowohl Süd-Italien als auch die Balkanprovinzen an seine vielzähligen Feinde. 


Abb.5: Kaiser Alexios I.
Quelle via worldhistory

 

Kaiser Alexios I. und die Kreuzzüge


Im Jahre 1081 n. Chr. kam Kaiser Alexios I. an die Macht. Im Kampf gegen die feindlichen Mächte im Osten bat er die westlichen Staaten um Unterstützung. Doch statt militärischen Kräften, welche er unter sein Kommando stellen konnte, erreichten bald die eigenständig agierenden Heere des Ersten Kreuzzuges das Byzantinische Reich (Aufruf zum ersten Kreuzzug im Jahre 1095 n. Chr.).


Dies führte zu Spannungen zwischen Kaiser Alexios I. und den westlichen Mächten. Diese verschlechterten sich zunehmend, als Kaiser Alexios I. sich in einem Brief gegen den "Heiligen Krieg" aussprach und seine Beteiligung an den Ereignissen leugnete. 



Die Eroberung Konstantinopels während des Vierten Kreuzzuges


Auch die folgenden Jahre waren von einem regen Hin und Her geprägt. Die Situationen um Kleinasien und im Balkan stabilisierten sich und Territorien wurden reintegriert, nur um schon bald wieder in die Hände der Bulgaren oder Seldschuken zu fallen. 


Kaiser Alexios IV. bat schließlich die Kreuzritter erneut um Hilfe und besiegelte somit das Schicksal der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel. Denn Alexios IV. war nicht in der Lage die Kreuzritter zu bezahlen und so beschlossen diese die Hauptstadt 1204 n. Chr. zu plünderten.


Die Hauptstadt Konstantinopel hieß ursprünglich Byzantion. Den Namen Konstantinopel verdankt sie dem römischen Kaiser Konstantin dem Großen, welcher sie im Jahre 330 n. Chr. zu seinem Hauptsitz machte. In dieser Zeit wurde sie zu einer blühenden Metropole.  


Die spätbyzantinische Epoche (1204 – 1453)

Diese Epoche zeichnete sich aus durch:

  • die Zersplitterung des Reichs
  • die Rückeroberung Konstantinopels
  • den Untergang des Byzantinischen Reichs 1453 n. Chr. durch die Großmacht der Osmanen


Die Zersplitterung des Reichs nach 1204 n. Chr. und die Rückeroberung Konstantinopels


Nach der Eroberung Konstantinopels im Jahre 1204 n. Chr. zersplitterte das byzantinische Reich in drei Teile;

  • Kaiserreich Nikaia
  • Despotat Epirus
  • Kaiserreich Trapezunt


Vor allem das Kaiserreich Nikaia unter Kaiser Theodor I. Laskaris galt als die letzte potente Bastion des alten Byzantinischen Reichs. Nikaia konnte seine Grenzen erfolgreich stabilisieren. An der Ost-Front war dies vor allem den Mongolen zu verdanken, welche nun die Seldschuken angriffen und so dem Byzantinischen Reich eine Verschnaufpause verschaffte. 


Unter Kaiser Michael VIII. Palaiologos gelang es Nikaia 1261  n. Chr. schließlich die ehemalige Hauptstadt Konstantinopel zurückzuerobern. Diese war jedoch nur noch ein trauriges Abbild der einstigen Metropole. Dennoch erlebten beispielsweise die Kunst und Kultur des Byzantinischen Reichs einen erneuten Aufschwung. 


Trotzdem war auch das folgende Jahrhundert kein Leichtes für das Reich. Wieder wüteten Bürgerkrieg und alte und neue Feinde drangen gen Reichsgrenze.


Der Untergang des byzantinischen Reichs


Mitte des 14. Jh. betrat der letzte große Feind des Byzantinischen Reichs die Bühne - die Osmanen. Diese eroberten schnell weite Teile Asiens, Bulgariens und des Balkans. Eine erneute Eroberung Konstantinopels im Jahr 1403 n. Chr. konnte nur knapp verhindert werden, als die Osmanen an anderer Front von Mongolen angegriffen wurden. 


Die Grenzen des Byzantinischen Reichs verschoben sich immer mehr, bis das Reich eigentlich nur noch aus der Hauptstadt Konstantinopel bestand. Das Reich hatte keine Ressourcen mehr und auch auf Hilfe aus dem Westen konnte es nicht zählen. So wurde es schließlich widerwillig zu einem Versall-Staat des Osmanen Reichs.  


Nun stellten die Osmanen nicht mehr nur für die Byzantiner eine Bedrohung dar, sondern auch für viele der anderen westlichen Mächte. Doch auch deren Zusammenschluss in einer christlichen Allianz und ein erneuter Kreuzzug gegen die Osmanen konnten das Blatt nicht wenden. Bei der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 n. Chr. unterlag die christliche Allianz. 


Knapp 80 Jahre später versuchte man erneut die Osmanen zu besiegen. Doch sowohl bei der Schlacht von Warne 1444 n. Chr., als auch bei der zweiten Schlacht auf dem Amselfeld im Jahr 1448 n. Chr. wurde die christliche Allianz vernichtend geschlagen. Mit dieser Niederlage starb auch die letzte Hoffnung des Byzantinischen Reichs auf Rettung. 


Am 29. Mai 1453 wurde Konstantinopel schließlich vollständig von den Osmanen unter Führung Mehmed II. erobert und der letzte byzantinische Kaiser Konstantin XI. starb. 


Das Byzantinische Reich und die Religion

Das Byzantinische Reich erstreckte sich in seinen Hochzeiten über mehrere Kontinente und vereinte so die unterschiedlichsten Länder unter seiner Herrschaft. Bedenkt man dies, so ist es nicht verwunderlich, dass dort auch verschiedene religiöse Ansichten vertreten waren. 


Bereits in der Frühbyzantinische Epoche kam es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den orthodoxen Christen des Reichs und jenen Christen, welche dem monophysitischen Glauben angehörten.  


Später wurde der Monophysitismus zugunsten der Zweinaturenlehre des Christentums mehr oder minder "abgeschafft". Jedoch lebten Überreste dieses Glaubens in der orientalisch-orthodoxen Kirche weiter, welche nun den Widersacher der griechisch-orthodoxen Kirche darstellte.  


7. Jh. - Religiöse Stabilisierung:

Vor der islamischen Expansion im 7 Jh. (Mittelbyzantinische Epoche) war Ostrom von religiösen Streitigkeiten zwischen griechisch-orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Christen geprägt. Durch die Eroberungen der Araber fielen aber vor allem die orientalisch-orthodox geprägten Gebiete dem Feind zum Opfer. In den verbliebenen Provinzen herrschte nun weitestgehend einheitlich der griechisch-orthodoxe Glaube vor, welche eine zuvor ungekannte Einigkeit des Reichs zur Folge hatte. 


8. - 9 Jh. Religiöser Bilderstreit:

Die Einigkeit herrschte jedoch nur kurz, denn bereits unter Kaiser Leo III. (Regierungszeitraum: 717 n. Chr. - 741 n. Chr.) entfachte sich der sogenannte Bilderstreit. Gegenstand dieses Streites war die Frage danach, ob das göttliche Naturell in Bildern eingefangen werden konnte und somit, ob Ikonenverehrung "legitim" war. Den damaligen byzantinischen Kaiser wird hier geschichtlich oft eine ikonenfeindliche Einstellung zugeschrieben.

Mehr als 100 Jahre sollte dieser Bilderstreit immer wieder zu Bürgerkriegen im Byzantinischen Reich führen. 


Die griechisch-orthodoxe Kirche im Streit mit der katholischen Kirche:

Das zuvor schon schwierige Verhältnis zwischen den lateinisch-katholischen Christen und der griechisch-orthodoxen Kirche des Byzantinischen Reichs verschlimmerte sich zur Zeit der Kreuzzüge zunehmend (Mittelbyzantinische Epoche). Die Ablehnung des Ersten Kreuzzuges durch Kaiser Alexios I. trugt stark dazu bei. Und die Eroberung Konstantinopels beim Vierten Kreuzzug verstärkte den Zwist nur noch mehr.

Fertig, jetzt hast du einen Überblick über das Byzantinische Reich!






Byzantinisches Reich - Das Wichtigste auf einen Blick

Die  geschichtlichen Epochen des Byzantinischen Reichs:


  1. Frühbyzantinische Epoche (476 n. Chr. - Mitte 7 Jh. n. Chr.)
  2. Mittelbyzantinische Epoche (Mitte 7 Jh. - 1204 n. Chr.)

  3. Spätbyzantinische Epoche (1205 n. Chr. - 1453 n. Chr.) 


Die wichtigsten Kaiser-Dynastien und ihre bedeutendsten Vertreter:Frühbyzantinische Epoche

  • Arcadius (erster Kaiser Ostroms)
  • Justinian I. (Rückeroberung weströmischer Provinzen)
  • Herakleische Dynastie: Herakleios (Kampf gegen die Perser)


Mittelbyzantinische Epoche

  • Leo III. (Bilderstreit)
  • Makedonische Dynastie: Basileios II. (Machtzenit des Byzantinischen Reichs) 
  • Dynastie der Komnenen: Alexios I. (Erster Kreuzzug) 


Spätbyzantinische Epoche

  • Michael VIII. Palaiologos Kaiser von Nikaia (Rückeroberung Konstantinopels) 
  • Konstantin XI. (letzter Kaiser des Byzantinischen Reichs)


Die bedeutendsten Feinde des Byzantinischen Reichs:

  • Ost- und Westgoten & Slawen ( Völkerwanderung)
  • Perser
  • Araber (islamische Expansion)
  • Bulgaren
  • türkischen Seldschuken
  • Osmanen 


Wichtige Eckdaten in der Geschichte des Byzantinischen Reichs:

  • 395 n. Chr.:  Gründung des Oströmischen Reichs durch Teilung des Imperium Romanum
  • 476 n. Chr.:  Letzter weströmischer Kaiser wird angesetzt 
  • 7. Jh. Islamische Expansion & Staatliche Neuordnung
  • 8. - 9. Jh.: Bilderstreit 
  • 1025 n. Chr.:  Machtzenit des Reichs in der mittelbyzantinischen Epoche (Nach Tod Basileios II.)
  • 1071 n.Chr.: Niederlage bei Mantzikert gegen die türkischen Seldschuken und Verlust Kleinasiens
  • 1095 n.Chr.: Aufruf zum ersten Kreuzzug
  • 1204 n.Chr.: Plünderung Konstantinopels und Zersplitterung des Byzantinischen Reichs
  • 1261 n. Chr.:  Rückeroberung Konstantinopels durch Kaiser Michael VIII.
  • 1389 / 1448 n. Chr.:   Schlachten beim Amselfeld & 1444 Schlacht bei Warne → Christliche Allianz verliert 
  • 29. Mai. 1453 n. Chr.:  Eroberung Konstantinopel durch die Osmanen und Ende des Byzantinischen Reichs

Häufig gestellte Fragen zum Thema Byzantinisches Reich

Das Byzantinische Reich war ein Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum. Es existierte vom ca. 395 n .Chr. - 1453 n. Chr. 

Es entstand nach der Zweiteilung des imperium romanum in West- und Ostrom. Das Oströmische Reich entsprach dem Byzantinischen Reich.

Die Geschichte des Byzantinischen Reichs ist eine der Eroberung und des Rückzuges. Je nach Jahrhundert war das Reich unterschiedlich groß, d. h. zählte unterschiedlich viele Provinzen zu seinem Herrschaftsgebiet. 

Während seines Machtzenits im 11 Jh. gehörten große Teile des Balkans, Süd-Italiens, Griechenlands, sowie komplett Kleinasien dazu.

Das Byzantinische Reich war ursprünglich von zwei Glaubensrichtungen geprägt: dem griechisch-orthodoxen und dem orientalisch-orthodoxen. Nach der islamischen Expansion im 7. Jh. herrschte im verbleibenden Gebiet des Reichs aber der griechisch-orthodoxe Glaube vor. 

Das Byzantinische Reich unterlag im 14. & 15. Jh. den Eroberungen der asiatischen Großmacht der Osmanen. Byzanz hatte zur Zeit seines Unterganges keine militärischen Ressourcen mehr vorzuweisen. Am 29. Mai 1453 wurde die Reichshauptstadt Konstantinopel von den Osmanen erobert und der letzte byzantinische Kaiser Konstantin XI starb. 

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