Die Pest

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In diesem Artikel erklären wir dir, was es mit der historischen „Pest“ im Mittelalter auf sich hat. Dieser Artikel gehört zum Fach Geschichte und erweitert das Thema Mittelalter.


ZUM AUSWENDIG LERNEN: Am Ende der Zusammenfassung findest du "Das Wichtigste auf einen Blick!" zum Thema "Die Pest". Alles, was du dazu wissen musst, auf einem Cheat Sheet!   

Die Pest - Ursprung


Die „Pest“, auch der „Schwarze Tod“ genannt ist, bzw. war eine seuchenartige Krankheit, die um das Jahr 1347 n. Chr. vermutlich eingeschleppt durch Seefahrer von China über das Rote Meer nach Europa kam. Ein Großteil der heutigen mitteleuropäischen Länder war zu dieser Zeit von der Pest betroffen. Die Krankheit verbreitete sich rasch über Handelswege. 


Um das 14. Jahrhundert war nur mutmaßlich bekannt, wie sich die seuchenartige Krankheit verbreitete und es konnte medizinisch nur sehr eingeschränkt dagegen vorgegangen werden. Es starb schätzungsweise zwischen 1347 und 1353 n. Chr. ein Drittel der damaligen europäischen Bevölkerung an den Folgen der Pest (ca. 20-50 Millionen Tote!).


Versuche gegen die Krankheit vorzugehen blieben weitestgehend erfolglos. Das lag zum einen an den primitiven Vorgehensweisen, wobei den Erkrankten beispielsweise literweise Blut entnommen oder Brechmittel verabreicht wurden, zum anderen aber auch an den mangelnden Isolations- und Quarantänemaßnahmen. So wurden zu Beginn der Pandemie beispielsweise Tote ohne besondere Vorkehrungen beerdigt oder in Krankenstationen gebracht.


Bildunterschrift: Zu Beginn der Pestpandemie wurden Erkrankte weder richtig isoliert, noch wirksam unter Quarantäne gestellt. Dies führte dazu, dass sich die Krankheit wie ein Lauffeuer innerhalb der Bevölkerung verbreitete.

Quelle: https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Pest-Cholera-Corona-Quarantaene-im-Wandel-der-Zeit,quarantaene100.html



Ausbreitung und Eindämmung der Pest


Die Pest verbreitete als hochansteckende und tödliche Krankheit schnell Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Zu Beginn wurde die Pest auch als eine göttliche Strafe angesehen. Häuser von Pestkranken wurden gezeichnet oder ihnen wurde geistlicher Beistand verwehrt. Familien und Freunde wandten sich von den Erkrankten ab und verstießen sie. 


Erst um das Jahr 1423 n. Chr. wurde erkannt, dass die Ausbreitung der Seuche durch Isolation der Erkrankten eingedämmt werden konnte. In Venetien entstanden zu dieser Zeit erste Quarantänestationen. Seefahrer die aus stark verpesteten Städten anreisten, wurden 40 Tage unter Beobachtung gestellt wurden.


Die Kirche vermittelte der Bevölkerung, dass die Pest eine Strafe Gottes sei und nur über Ablasszahlungen Buse getan werden konnte. Der Ablasshandel nahm entsprechend zu, wobei sich Betroffene für eine bestimmte Zeit von ihren Sünden „freikaufen“ konnten.


Heute ist bekannt, dass es sich bei der Pest um eine Infektionskrankheit mit bakteriellen Erregern handelt. Dabei wurden die Krankheitserreger hauptsächlich von Flöhen und Ratten auf den Menschen übertragen. Aufgrund der schlechten hygienischen Zustände im Mittelalter konnte sich die Krankheit ungehindert ausbreiten.-



Pestdoktoren


Künstlerisch dargestelltes Foto eines Pestdoktors
Quelle: Unsplash

 

Pestdoktoren oder auch Pestärzte genannt wurden in Zeiten von Epidemien besonders von Städten mit hohen Opferzahlen als Stadtangestellte einberufen. Sie wahren besonders wertvoll für die Stadt und bekamen zahlreiche Privilegien. Beispielsweise war es ihnen erlaubt Obduktionen durchzuführen.


Obwohl Schnabelmasken nur in Italien und Frankreich belegt sind und nur eine Randerscheinung waren, werden sie trotzdem retrospektiv mit dem Bild eines Pestarztes assoziiert. Um sich vor dem Pesthauch zu schützen, hielt man sich Riechäpfel, Duftschwämme oder Kräuterbeutel vor die Nase. Diese wurden auch in die Schnäbel getan. 


Das damalige Bild der Medizin war, dass kranke Menschen die Balance ihrer Körpersäfte (Blut, Wasser, gelbe und schwarze Galle) verloren hatten. Um diese wiederherzustellen wurden fragwürdige Methoden angewandt. Die Pestdoktoren verabreichten Aderlässe oder "behandelten" die Beulen mit Fröschen oder Egeln. All dies trug aber wenig bis gar nichts zur Genesung oder Eindämmung der Krankheiten bei.

 


Arten und Spätfolgen der Pest


Grundsätzlich wird zwischen der Beulenpest, der Lungenpest und der abortiven Pest unterschieden. Die Beulenpest zeichnet sich durch die Entstehung von eitrigen Beulen am ganzen Körper aus, wobei der Erreger durch Flohstiche übertragen wird. Die Lungenpest hingegen ist meist eine Folge der Beulenpest und führt unbehandelt in nur wenigen Tagen zum Tod. Die abortive Pest ist eine milde Form der Krankheit, wobei die Erkrankten meist nur leichtes Fieber oder Lymphknotenschwellungen aufweisen.


Im heutigen Zeitalter können die verschiedenen Pestarten durch Antibiotika sehr effektiv behandelt werden. Wirklich tödlich sind meist nur späte Entdeckungen oder wenn ein Arzt die ersten Symptome mit einer Erkältung verwechselt. Dennoch kommt es immer wieder zu Ausbrüchen der Krankheit vor allem in Regionen Nord- und Südamerikas, Asiens und Afrikas. Zuletzt wurde ein Ausbruch der Pest 2017 auf Madagaskar bekannt, wobei dieser Ausbruch sehr schnell durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingedämmt werden konnte.


Die Pest - Wichtige Fragen


Wann war die Pest?

Die Pest trat in verschiedenen Formen und Stärken immer wieder und teils auch heute noch auf der Welt auf. Das bekannteste Auftreten, der schwarzen Tod, war in Europa zwischen 1346 und 1353 und forderte ca. 25 Millionen Todesopfer.


Kann man die Pest heute heilen?

Ein Patient mit der Diagnose "Pest" wird unter strengste Isolation gestellt. Sie wird heutzutage mit Antibiotika behandelt, zum Beispiel mit Streptomycin, Gentamycin, Tetracyclinen oder Chloramphenicol.  Nach Beginn der Antibiotikatherapie müssen Patienten meistens noch zehn Tage isoliert bleiben.


Wo gibt es heute noch die Pest?

Es existieren zwar noch Verbreitungsgebiete, allerdings meist in ärmeren teilen der Erde verbreitet, beispielsweise in Ländern Afrikas (z.B. Uganda, Madagaskar, Demokratische Republik Kongo), Amerikas und Asiens. In Europa und Australien tritt sie hingegen so gut wie gar nicht auf. 



Die Pest - das Wichtigste auf einen Blick


  • eingeschleppt wurde die Pest um 1347 durch Seefahrer, welche von Asien über Europa reisten

  • ein Großteil der mitteleuropäischen Länder war zu dieser Zeit von der Pest betroffen und durch Handelswege verbreitete die Pandemie sich schnell weiter

  • aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung im Mittelalter gab es schätzungsweise 20-50 Millionen Todesopfer

  • Quarantäne- und Isoliermaßnahmen wurden quasi keine getroffen



INSIDER TIPP


Wusstest du, dass die mittelalterliche Pest ebenso wie das Coronavirus eine Pandemie war, beziehungsweise ist? Eine Pandemie bezeichnet eine seuchenartige Krankheit, die ganze Länder oder sogar Kontinente umfasst.
Wenn dich weitere Themen des Mittelalters interessieren, findest du hier beispielsweise die Kreuzzüge, Karl den Großen oder die Ständegesellschaft im Mittelalter.


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