Ritter im Mittelalter

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Der Begriff „Ritter“ leitet sich vor allem von dem Wort „Reiter“ ab, wobei die Ursprünge des mittelalterlichen Rittertums bis in das 8. Jahrhundert zurückreichen. In diesem Zeitalter entstand, mit den „fränkischen Panzerreitern“, eine neue Truppengattung zur Bekämpfung der arabischen Heere, wobei sich diese Truppengattung schnell erfolgreich etablierte und anschließend zur Grenzsicherung und zur Kriegsführung auch unter Karl dem Großen eingesetzt wurde.


Der eigentliche Ursprung der Ritter im Mittelalter ist im Vasallentum zu finden. Ein Panzerreiter war sehr erfolgreich im Kampf, allerdings war seine Ausrüstung auch dementsprechend teuer. Deshalb vergaben Großgrundbesitzer (Lehnsherren) als Bezahlung einen Teil ihrer Ländereien an wichtige Gefolgsleute (Vasallen). Im Gegenzug erwarteten die Lehnsherren von ihren Vasallen Treue, Rat und Gefolgschaft bei Kampf- oder Kriegshandlungen. 


Das Merkmal des Dienens, bzw. der Treue des Vasallen gegenüber seinem Lehnsherrn ist ein wesentlicher Bestandteil des mittelalterlichen Rittertums.



Ritter im Mittelalter – Beginn und Blütezeit


Entscheidend für die Ausbreitung der Ritter im Mittelalter war vor allem die Einwilligung der Kirche zur Nutzung von Waffen. Adelige bezeichneten sich als tugendhafte Glaubenskämpfer und durch literarische Vorlagen, die meist über sogenannte Ministeriale verbreitet wurden, rückten die höfischen ritterlichen Tugenden immer mehr ins Bewusstsein der Adeligen.


Viele Ministeriale schrieben und dichteten selbst Heldenlieder über das Rittertum und verbreiteten sie an den adeligen Höfen. Die bekanntesten Ministerialen an deutschen Höfen waren beispielsweise Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach.


Bildunterschrift:

Walther von der Vogelweide huldigte in seinen Liedern dem Rittertum und war deshalb maßgeblich an der gesellschaftlichen Akzeptanz der ritterlichen Tugenden in einem von der Kirche geprägten Zeitalter beteiligt. Quelle: http://www.minnesang.com/Saenger/walther.html (Abruf: Juli 2020)


Ein einfacher Reitersoldat wurde nur zum eigentlichen „Ritter“, wenn er sich bestimmten Tugenden verpflichtet (vgl. Schwertleite oder Ritterschlag). Neben aus dem Lehnswesen stammende Werte wie Gehorsam, Tapferkeit und Treue beinhalteten diese Tugenden auch christliche Werte, wie beispielsweise die Verteidigung von Wehrlosen, die Barmherzigkeit gegenüber Armen, die Demut vor Gott und die Verteidigung des christlichen Glaubens und die Werte der Kirche. Als ideale ritterliche Tugenden werden in der mittelalterlichen Literatur häufig Mäßigung, Freigiebigkeit, Anstand, Tapferkeit, Würde und Mut genannt. 



Darüber hinaus war es adeligen Rittern nur erlaubt, die Liebe zu einer adeligen Dame über die höfische Tugend des Minnedienstes auszudrücken. Der Ritter durfte seine Geliebte demnach nur aus der Ferne durch Dichtung und Gesang verehren und Sie durfte die Liebe nicht erwidern. 


Dennoch war es den meisten Rittern in der Regel nicht möglich diese hohen Ideale und Tugenden einzuhalten. Dennoch waren die Bemühungen in der Realität meist im Ansatz vorhanden, denn diese Ideale und Tugenden hatten eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz und Achtung.


Bildunterschrift:

Der Minnedienst gehörte zu den ritterlichen Tugenden, wobei der Minnesang die deutschsprachige höfische Liebesdichtung umfasst. Quelle: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Minnesang (Abruf: Juli 2020)



Wirklich bekannt wurden die mittelalterlichen Ritter erst mit dem Beginn der Kreuzzüge. Könige, Fürsten, Adelige und Vasallen zogen als christliche Ritter ins Heilige Land um gegen die ungläubige Muslime zu kämpfen. Ritter aller Stände verfolgten demnach ein gemeinsames Ziel und einfache Ritter, die sich in der Realität oft gegenseitig bekämpften, zogen in der Annahme den christlichen Glauben zu verteidigen in den Kampf.



Ritter im Mittelalter – Niedergang einer Ära


Durch das Scheitern der Kreuzzüge schwand die gesellschaftliche Akzeptanz und die Achtung vor dem Rittertum zunehmend. Neue wirtschaftliche Verhältnisse schwächten den ritterlichen Zusammenhalt und die aufkommende Bedeutung von Geld anstelle von Ländereien und Vieh als Zahlungsmittel löste feudale Bedingungen vermehrt auf.


Neue Waffentechnologien, wie beispielsweise der Langbogen und bezahlte Söldnerheere machten den Einsatz von Rittern im Militärwesen überflüssig. Schlachten wurden nicht mehr im Nahkampf entschieden, sondern wurden vermehrt aus großer Entfernung geführt. Die stetige Weiterentwicklung der Feuerwaffe war ebenfalls ein Grund, weshalb gegen Ende des 15. Jahrhunderts das Rittertum schlussendlich vollständig abgelöst wurde.



Ritter im Mittelalter - das Wichtigste auf einen Blick


  • die fränkischen Panzerreiter prägten das Bild des Ritters

  • Charakteristika eines Ritters: dem Landherren dienen und loyal sein

  • Entscheidend für die Ausbreitung der Ritter war die Einwilligung der Kirche bzgl. der Nutzung von Waffen

  • ritterliche Tugenden: Mäßigung, Freigiebigkeit, Anstand, Tapferkeit, Würde und Mut



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