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Hanse

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Hanse

Im 11. Jahrhundert schlossen sich in Mitteleuropa seefahrende Kaufleute zu einer Organisation zusammen. Sie nannten diesen Interessenverband ursprünglich die Hanse. Die Idee dahinter war die Erkenntnis, dass sich nur über den direkten Handel ohne Zwischenhändler gutes Geld verdienen ließ. Die Kaufleute der Hanse erweiterten im Laufe der Zeit ihre Handelsgebiete und bekamen schlussendlich im 13. Jahrhundert Zugang zum lukrativen Ostseehandel. Dadurch traten sie dem Handelsgeschäft mit Russland und Skandinavien bei.

Im frühen 13. Jahrhundert gründeten deutsche Kaufleute, die Mitglieder der Hanse waren in immer mehr europäischen Städten Handelsniederlassungen, die sogenannten Hansekontore. Dies waren Handelsstützpunkte die Fernhändlern eine sichere Unterkunft boten. Berühmte Hansekontore waren beispielsweise London, Brügge, Bergen und Nowgorod.

Hansekontore und deren Folgen

Durch die gezielte Vernetzung der einzelnen Kontore untereinander entwickelte sich in Europa schon bald ein Wirtschaftsraum welchen die Hanse kontrollierte. Die Hansemitglieder hatten im 14. Jahrhundert demnach großen politischen Einfluss und waren ein entscheidender Machtfaktor. Dementsprechend stieg auch das Selbstbewusstsein der Hansemitglieder gegenüber dem Adel aufgrund ihres erwirtschafteten Reichtums.

Städte in denen Hansekontore ansässig waren profitierten ebenfalls vom florierenden Handel. In Deutschland nahm die Bevölkerungsanzahl solcher Städte beispielsweise rasch zu. Später organisierten sich solche Städte in einem Bund, wobei dieser Bund im weiteren Verlauf der Zeit nur noch als Hanse bezeichnet wurde. Berühmte deutsche Hansestädte, bzw. Städte mit Hansekontore, zu dieser Zeit waren beispielsweise Lübeck und Hamburg. Bis heute wird der Begriff „Hansestadt“ eng mit der Stadt Hamburg verbunden. Die Hansestädte lagen oft nahe der Küste wie beispielsweise Hamburg oder Bremen, aber es gab auch Hansestädte im Landesinneren wie beispielsweise Köln oder Hannover.

Bildunterschrift: Berühmte Hansestädte wie Hamburg oder Lübeck profitierten vor allem von ihren Häfen. Der Seehandel führte zum Aufstieg der Hansestädte im Mittelalter und machte die beteiligten Kaufleute reich.

Quelle: https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Die-Geschichte-des-Staedtebundes-Hanse,hanse30.html (Abruf: 30.10.2020)

Zur Blütezeit der Hanse vom 14. bis zum 16. Jahrhundert befanden sich ca. 200 Städte im Bündnis der Hanse. Wenn eine Stadt dem Bund der Hanse beitreten wollte musste sie ein Entgelt an den Hansebund entrichten. Dieses Entgelt wurde ebenfalls Hanse genannt.

Regelmäßig trafen sich Abgesandte der Hansestädte in einem Gremium. Dieses Gremium nannten sie den Hansetag. Der Hansetag fand erstmalig im Jahr 1356 n. Chr. in Lübeck statt. Auf dem Hansetag wurden Handelsverträge, Handelsprivilegien, Neuaufnahmen und Ausschlüsse diskutiert.

Hanse – Der Niedergang

Im 15. Jahrhundert nahm der Handelswettbewerb stark zu. Die Hanse verlor ihre Vormachtstellung im Seehandel zunehmend und die Hansestädte mussten einige Privilegien abtreten. So begann Dänemark beispielsweise zu dieser Zeit Zölle auf durchfahrende Handelsschiffe zu erheben und das Hansekontor im russischen Nowgorod wurde geschlossen. Für die Mitglieder der Hanse wurde es immer schwieriger einheitliche Entscheidungen aufgrund der komplexen politischen Lage in Europa zu treffen. Als Ende des 15. Jahrhunderts innerhalb der europäischen Handelsstruktur neue Märkte in Übersee erschlossen wurden reagierte die Hanse zu statisch.

Der Niedergang der Hanse war besiegelt, da der hanseatische Bund aus Kaufleuten und Städten nicht länger den wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten in Europa trotzen konnte und es verpasst hatte sich den gegenwärtigen Strukturen anzupassen

Hanse – Alles Wichtige auf einen Blick

  • Mitte des 12. Jahrhunderts gründeten deutsche Kaufleute einen Interessensverband mit dem Namen Hanse.
  • Zuerst waren in diesem Interessensverband einzelne Kaufleute organisiert, später allerdings sogar unzählige Handelsstädte.
  • Zu Blütezeit der Hanse gehöhrten dem hanseatischen Städtebund über 200 See- und Binnenstädte an. Hansestädte waren aufgrund des betriebenen Handels sehr wohlhabend und wurden auch politisch bevorzugt behandelt.
  • Mitte des 15. Jahrhunderts verloren die Hansestädte allerdings ihre Machtposition aufgrund eines weltweiten politischen und wirtschaftlichen Wandels und mussten sich dem starken Wettbewerb beugen.

FERTIG! Jetzt kennst du die Historie der Hanse im Mittelalter. Verwandte und weitere Artikel wie diesen findest du auf StudySmarter.

INSIDER TIPP

“Hey, cool das du dich für das Thema Hanse interessierst! Wusstest du, warum beispielsweise Hamburg oder Bremen zu sogenannten Stadtstaaten wurden? Dies hängt unmittelbar mit der Geschichte der Hansestädte zusammen, wobei diese schon im Mittelalter einen besonderen politischen Status genossen.”

Leon Jerg

StudySmarter Institute

Häufig gestellte Fragen zum Thema Hanse

Die Hanse war ein Bündnis von Kaufleuten im Mittelalter. Später kamen auch Städte hinzu. Die Idee dahinter war die Erkenntnis, dass sich nur über den direkten Handel ohne Zwischenhändler gutes Geld verdienen ließ.

Insgesamt gab es rund 200 Hansestädte in Deutschland. 

Zur Hanse gehörten neben Küstenstädten wie Lübeck, Hamburg, Bremen, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald, Danzig und Königsberg auch Binnenstädte wie Köln, Dortmund, Hannover, Naumburg und Berlin. Eine wirkliche Definition für den Bund der Hanse hat es nie gegeben.

Die Farben der Hanse (weiß und rot) finden sich heute noch in den Stadtwappen vieler Hansestädte. Bis heute ist die Hanse ein aktives Netzwerk zwischen Städten.


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