Gang nach Canossa

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Der Begriff „Gang nach Canossa“ bezieht sich auf ein Ereignis, das noch heute mit den Saliern verbunden wird. Genauer gesagt mit dem damaligen König und weltlichen Herrscher Heinrich IV.. Dieser veranlasste während seiner Herrschaft die Besetzung des Erzbischofsstuhls in Mailand. Daraufhin entfachte ein Streit zwischen Heinrich IV. und dem damaligen Papst Gregor VII., wobei der Papst den uneingeschränkten Gehorsam Heinrich IV. in allen strittigen Fragen zwischen Kirche und Krone verlangte.


Canossa


Der Konflikt zwischen Papst Gregor VII. und Heinrich IV. eskalierte, wobei Letzterem ein kirchlicher Bann auferlegt wurde. Diese Art der Exkommunikation entband Heinrich IV. von seiner weltlichen Herrschaft und daraufhin verweigerten sämtliche Fürsten Heinrich IV. die Gefolgschaft.


Abb. 1: Gang nach Canossa

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gang_nach_Canossa (Abruf: August 2020)


Bildunterschrift:

Heinrich IV. war nach Konrad II. und Heinrich III. der Dritte nachfolgende und herrschende Salier. Allerdings musste er Papst Gregor VII. reumütig um Absolution bitten. Dieser erniedrigende Bittgang wird auch als „Gang nach Canossa“ bezeichnet.


In seiner Verzweiflung trat Heinrich IV. im Winter 1077 n. Chr. den sogenannten Gang nach Canossa an. Im Büßerhemd zog er über die Alpen nach Süden in Richtung Canossa. In Canossa bat Heinrich IV. den Papst reumütig um Absolution. Papst Gregor VII. hob daraufhin den kirchlichen Bann auf.



Gang nach Canossa – Widersacher und nachfolgende Konflikte


Trotz der Aufhebung des kirchlichen Banns im Zuge des Gangs nach Canossa verweigerten die Fürsten im Reich Heinrich IV. weiterhin die Treue.


Es entfachte ein Bürgerkrieg zwischen Getreuen und Gegnern Heinrich IV., wobei Heinrich IV. mit seinem Gefolge schlussendlich nach Rom zog um Papst Gregor VII. zu stürzen. Heinrich IV. gelang es die Stadt einzunehmen, den Papst zu stürzen und sich von seinem Nachfolger zum Kaiser krönen zu lassen.


Dennoch kam es zu neuen Konflikten zwischen der Kirche und Kaiser Heinrich IV. und ihm wurde erneut ein kirchlicher Bann auferlegt. Schlussendlich wird Heinrich IV. durch seinen eigenen Sohn entmachtet, indem er gezwungen wird die Reichsinsignien herauszugeben. Schließlich stirbt Heinrich IV. im Jahr 1106 n. Chr. in Lüttich.



Gang nach Canossa - das Wichtigste auf einen Blick



  • Der Gang nach Canossa entstand aus einem Streit zwischen Heinrich IV. und dem damaligen Pabst Gregor VII. Ihr Konflikt bezog sich auf die Streitfragen zwischen Kirche und dem Adel

  • Da Heinrich IV von der Kirche exkommuniziert wurde, musste er Gregor VII um Erlösung bitten

  • Den Bittgang von Heinrich IV zu Pabst Gregor VII bezeichnet man als den Gang nach Canossa



INSIDER TIPP


Wusstest du, dass der Gang nach Canossa im Wesentlichen auch ein Macht-Konflikt zwischen der Kirche und den weltlichen Herrschern war? Dieses Ereignis war demnach der Höhepunkt des sogenannten Investiturstreits.


Leon Jerg 

StudySmarter Institute


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