Inhaltsverzeichnis▼
- Siebenjähriger Krieg im Überblick
- Warum es zum Krieg kam
- Die Umkehrung der Allianzen 1756
- Wer kämpfte gegen wen?
- Der Verlauf in Europa
- Ein Krieg auf mehreren Kontinenten
- Das Mirakel des Hauses Brandenburg
- Wie der Krieg 1763 endete
- Die Folgen des Krieges
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Siebenjähriger Krieg im Überblick
Der Siebenjährige Krieg dauerte von 1756 bis 1763. Preußen unter Friedrich II. und Großbritannien kämpften gegen Österreich (Maria Theresia), Frankreich und Russland. Ausgelöst wurde er durch den Streit um Schlesien; er wurde auch in den Kolonien geführt und endete 1763 mit den Frieden von Paris und Hubertusburg.
| Steckbrief | Siebenjähriger Krieg |
|---|---|
| Zeitraum | 1756–1763 (auch „Dritter Schlesischer Krieg“) |
| Beginn in Europa | 29. August 1756, Einmarsch Preußens in Sachsen |
| Hauptgegner | Preußen & Großbritannien vs. Österreich, Frankreich, Russland |
| Auslöser | Streit um Schlesien, Vormacht in Europa, Kolonien |
| Kriegsende | Frieden von Paris (10.02.1763) und Hubertusburg (15.02.1763) |
| Ergebnis | Preußen wird Großmacht, Großbritannien führende Kolonialmacht |
Warum es zum Siebenjährigen Krieg kam
Kern des Konflikts war Schlesien. Preußen hatte die reiche österreichische Provinz 1740 erobert; Österreich unter Maria Theresia wollte sie zurück. Der Österreichische Erbfolgekrieg (1740–1748) hatte diesen Gegensatz nicht gelöst, dazu kam die koloniale Rivalität zwischen Großbritannien und Frankreich.
Als Friedrich II. von Preußen 1740 in Schlesien einmarschierte, verschob er das Machtgleichgewicht in Mitteleuropa. Schlesien war wegen seiner Bevölkerung, seiner Weberei und seiner Bodenschätze eine der wertvollsten Regionen der Habsburgermonarchie. Der Verlust traf Österreich hart, und Maria Theresia gab die Provinz nie freiwillig auf.
Der Österreichische Erbfolgekrieg endete 1748 mit dem Frieden von Aachen, doch er beruhigte die Lage nur oberflächlich. Schlesien blieb preußisch, der Groll blieb bestehen. Österreich arbeitete in den folgenden Jahren zielstrebig darauf hin, die verlorene Provinz zurückzugewinnen und Preußen wieder auf ein kleineres Maß zurückzustutzen.
Parallel dazu wuchs die Spannung zwischen Großbritannien und Frankreich, die sich vor allem in Nordamerika um Handel und Kolonien stritten. Diese beiden Konfliktlinien, der preußisch-österreichische Gegensatz in Europa und die britisch-französische Rivalität in Übersee, liefen im Siebenjährigen Krieg zusammen und machten ihn zu einem Konflikt von weltweitem Ausmaß.
Die Umkehrung der Allianzen 1756
Die Umkehrung der Allianzen (französisch renversement des alliances) beschreibt den überraschenden Bündniswechsel von 1756: In der Konvention von Westminster verbündete sich Preußen mit Großbritannien. Daraufhin schlossen sich die jahrhundertelang verfeindeten Mächte Österreich und Frankreich im Vertrag von Versailles zusammen.
Vor 1756 galt eine ganz andere Ordnung: Frankreich und Preußen waren traditionell verbündet, Österreich und Großbritannien standen auf der Gegenseite. Als Friedrich II. am 16. Januar 1756 in der Konvention von Westminster ein Schutzabkommen mit Großbritannien schloss, fühlte sich Frankreich verraten.
Die Reaktion folgte prompt. Am 1. Mai 1756 vereinbarten Österreich und Frankreich im Ersten Vertrag von Versailles ein Defensivbündnis, ein diplomatischer Umsturz, den Zeitgenossen als „Diplomatische Revolution“ bezeichneten. Damit standen sich plötzlich völlig neue Fronten gegenüber.
Wer sich die neuen Fronten merken will, denkt an das Prinzip: „Der Feind meines Feindes wird mein Freund.“ Österreich und Frankreich, jahrhundertelang Rivalen, verbündeten sich gegen das gemeinsam gefürchtete, aufstrebende Preußen.
Wer kämpfte gegen wen?
Im Siebenjährigen Krieg standen sich zwei Bündnisse gegenüber: Preußen (Friedrich II.) und Großbritannien auf der einen Seite, Österreich (Maria Theresia), Frankreich und Russland auf der anderen. Zeitweise kämpften auch Schweden und Spanien auf der österreichisch-französischen Seite.
| Bündnis | Hauptmächte | Anführer |
|---|---|---|
| Preußisch-Britisch | Preußen, Großbritannien, deutsche Fürstentümer | Friedrich II., Georg II. |
| Österreichisch-Französisch | Österreich, Frankreich, Russland, Schweden, Spanien | Maria Theresia, Ludwig XV., Zarin Elisabeth |
Für Preußen war die Lage bedrohlich: Es stand einer erdrückenden Übermacht gegenüber, die es von mehreren Seiten einkesseln konnte. Dass Großbritannien vor allem als Geldgeber und in Übersee half, während Preußen die Hauptlast der Landkämpfe in Europa trug, machte Friedrichs Position noch schwieriger.
Genau diese Konstellation erklärt, warum der Krieg oft als Kampf Preußens ums Überleben geschildert wird. Ohne die britischen Subsidien und den späteren Rückzug Russlands hätte Friedrich II. dem Bündnis kaum standhalten können.
Wie der Krieg in Europa verlief
In Europa begann der Siebenjährige Krieg am 29. August 1756 mit Preußens Einmarsch in Sachsen. Danach geriet Preußen zwischen die Fronten und musste sich jahrelang gegen Österreich, Frankreich und Russland gleichzeitig behaupten, mit Siegen und schweren Niederlagen im Wechsel.
Friedrich II. setzte auf schnelle, überraschende Vorstöße, um seine Gegner einzeln zu schlagen, bevor sie sich vereinigen konnten. Anfangs gelang das: Sachsen wurde rasch besetzt. Doch die zahlenmäßige Überlegenheit der Gegner zwang Preußen bald in die Defensive.
In den folgenden Jahren wechselten sich Erfolge und Rückschläge ab. Zeitweise standen russische und österreichische Truppen tief auf preußischem Gebiet, und Berlin wurde vorübergehend besetzt. Bis 1761 war Preußen militärisch und finanziell am Rand der Erschöpfung, seine Lage schien nahezu aussichtslos.
Was Preußen am Leben hielt, war eine Mischung aus zäher Verteidigung, geschicktem Ausnutzen des Geländes und den britischen Geldzahlungen. Trotzdem war absehbar, dass Friedrich diesen Zermürbungskrieg gegen die Übermacht auf Dauer nicht gewinnen konnte, es sei denn, es geschah etwas Unvorhergesehenes.
Ein Krieg auf mehreren Kontinenten
Der Siebenjährige Krieg wurde nicht nur in Europa geführt, sondern auch in Nordamerika, Indien und der Karibik. Wegen dieser weltweiten Schauplätze bezeichnen ihn manche Historiker als „ersten Weltkrieg“, eine Deutung, die jedoch umstritten ist.
In Nordamerika kämpften Großbritannien und Frankreich um Handelswege und Kolonien; dort ist der Konflikt als „French and Indian War“ bekannt. In Indien trugen die beiden Mächte den „Dritten Karnatischen Krieg“ aus, und auch in der Karibik und auf den Philippinen wurde gefochten.
Die Bezeichnung als „erster Weltkrieg“ ist deshalb umstritten, weil der Krieg nicht mit den globalen, industriell geführten Kriegen des 20. Jahrhunderts vergleichbar ist. Trotzdem verdeutlicht der Begriff einen wichtigen Punkt: Zum ersten Mal entschied sich das Kräfteverhältnis der europäischen Mächte auch außerhalb Europas, vor allem im Kampf um die Kolonien.
Das Mirakel des Hauses Brandenburg
Das Mirakel des Hauses Brandenburg bezeichnet die überraschende Rettung Preußens im Jahr 1762. Nach dem Tod der russischen Zarin Elisabeth am 5. Januar 1762 stieg ihr Nachfolger Peter III. aus dem Krieg gegen Preußen aus und schloss im Mai 1762 Frieden. Damit entging Friedrich II. der drohenden Niederlage.
Ende 1761 schien Preußens Lage aussichtslos. Doch dann starb Zarin Elisabeth, die entschiedenste Gegnerin Friedrichs. Ihr Nachfolger Peter III. war ein glühender Bewunderer des Preußenkönigs. Er beendete die russischen Kämpfe gegen Preußen und schloss am 5. Mai 1762 den Frieden von Sankt Petersburg.
Mit dem Ausscheiden Russlands fiel der stärkste Druck von Preußen ab. Zwar wurde Peter III. schon im Juli 1762 gestürzt und seine Nachfolgerin Katharina II. löste das Bündnis mit Preußen wieder auf, doch sie hielt am Frieden fest. Dieser überraschende Wendepunkt gab Friedrich die Chance, den Krieg glimpflich zu Ende zu bringen, weshalb er später als „Mirakel“, also als Wunder, bezeichnet wurde.
Wie der Krieg 1763 endete
Der Siebenjährige Krieg endete 1763 mit zwei Verträgen: dem Frieden von Paris (10. Februar 1763) zwischen Großbritannien und Frankreich und dem Frieden von Hubertusburg (15. Februar 1763) zwischen Preußen, Österreich und Sachsen. In Europa wurde der Vorkriegsstand wiederhergestellt.
Der Frieden von Paris regelte den Krieg in Übersee. Frankreich musste große Kolonialgebiete in Nordamerika und Indien an Großbritannien abtreten, das damit zur führenden See- und Kolonialmacht der Welt aufstieg.
Der Frieden von Hubertusburg beendete den Krieg in Mitteleuropa. Er schrieb den Zustand von vor dem Krieg fest: Schlesien blieb preußisch, Österreich erhielt seine verlorene Provinz nicht zurück. In Europa hatte sich der jahrelange Krieg territorial also kaum ausgezahlt.
Für die Klausur wichtig: Der Frieden von Paris betraf die Kolonien (Großbritannien und Frankreich), der Frieden von Hubertusburg das europäische Festland (Preußen, Österreich, Sachsen). Beide zusammen beendeten 1763 den Siebenjährigen Krieg.
Welche Folgen der Siebenjährige Krieg hatte
Die Folgen des Siebenjährigen Krieges waren einschneidend: Preußen stieg zur fünften europäischen Großmacht auf und behielt Schlesien, der deutsche Dualismus mit Österreich vertiefte sich. Großbritannien wurde führende Kolonialmacht, während Frankreich Kolonien und viel Geld verlor, ein Schritt auf dem Weg zur Französischen Revolution.
Preußen ging trotz enormer Verluste als politischer Gewinner hervor. Rund 180.000 preußische Soldaten waren gefallen, Sachsen und Teile Preußens verwüstet. Doch Friedrich II. hatte sich gegen die versammelte europäische Übermacht behauptet, und Preußen zählte fortan als gleichrangige Großmacht in der Pentarchie.
Für Frankreich war der Krieg ein Desaster. Der Verlust wichtiger Kolonien schwächte seine Weltgeltung, und die enormen Kriegskosten trieben den Staat tief in die Schulden. Diese Finanzkrise gilt heute als eine der Ursachen, die einige Jahrzehnte später in die Französische Revolution mündeten.
Auch langfristig wirkte der Krieg nach: Der verschärfte Gegensatz zwischen Preußen und Österreich prägte die deutsche Geschichte bis ins 19. Jahrhundert, und Großbritanniens Kolonialmacht legte den Grundstein für sein späteres Weltreich. Der Siebenjährige Krieg ordnete das Kräfteverhältnis der europäischen Mächte damit dauerhaft neu.
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Siebenjähriger Krieg, das Wichtigste
Der Siebenjährige Krieg (1756–1763) war ein Konflikt um Schlesien und die Vormacht in Europa, der auch in den Kolonien geführt wurde. Preußen und Großbritannien siegten gegen Österreich, Frankreich und Russland. Er endete 1763 und machte Preußen zur Großmacht und Großbritannien zur führenden Kolonialmacht.
- Zeitraum: 1756 bis 1763, auch „Dritter Schlesischer Krieg“.
- Fronten: Preußen & Großbritannien gegen Österreich, Frankreich, Russland.
- Ursache: Streit um Schlesien und die Vormacht in Europa.
- Umkehrung der Allianzen 1756: Westminster und Versailles.
- Wendepunkt: Mirakel des Hauses Brandenburg 1762.
- Ende 1763: Frieden von Paris und Frieden von Hubertusburg.
- Folgen: Preußen wird Großmacht, Frankreich verliert und rutscht in die Krise.
Häufige Fragen zum Siebenjährigen Krieg
Der Siebenjährige Krieg dauerte von 1756 bis 1763. In Europa begann er am 29. August 1756 mit dem preußischen Einmarsch in Sachsen und endete 1763 mit den Frieden von Paris und Hubertusburg.
Preußen unter Friedrich II. und Großbritannien standen einer Allianz aus Österreich (Maria Theresia), Frankreich und Russland gegenüber, zu der zeitweise auch Schweden und Spanien gehörten.
Kern war Schlesien, das Preußen 1740 erobert hatte und das Österreich zurückwollte. Der Österreichische Erbfolgekrieg hatte den Gegensatz nicht beendet, dazu kam die koloniale Rivalität zwischen Großbritannien und Frankreich.
Als renversement des alliances bezeichnet man den Bündniswechsel von 1756: Preußen verbündete sich mit Großbritannien (Westminster), woraufhin sich das bisher verfeindete Österreich und Frankreich im Vertrag von Versailles zusammenschlossen.
Weil auf mehreren Kontinenten gekämpft wurde, in Europa, Nordamerika (French and Indian War), Indien und der Karibik. Diese Deutung ist jedoch umstritten, weil moderne Weltkriege anders geführt wurden.
So nennt man die überraschende Rettung Preußens 1762: Nach dem Tod der Zarin Elisabeth am 5. Januar 1762 stieg ihr Nachfolger Peter III. aus dem Krieg aus und schloss im Mai 1762 Frieden. Damit entging Friedrich II. der Niederlage.
1763 mit zwei Verträgen: dem Frieden von Paris (10. Februar 1763) zwischen Großbritannien und Frankreich und dem Frieden von Hubertusburg (15. Februar 1763) zwischen Preußen, Österreich und Sachsen.
Preußen stieg zur fünften Großmacht auf und behielt Schlesien, Großbritannien wurde führende Kolonialmacht. Frankreich verlor Kolonien und Geld, ein Schritt auf dem Weg zur Französischen Revolution.
Quellen
Der Artikel stützt sich auf historische Fachquellen, ein Museumsportal und die politische Bildung:
- Siebenjähriger Krieg. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Mirakel des Hauses Brandenburg. Wikipedia. de.wikipedia.org
- 1763 – Das Ende des Siebenjährigen Krieges. Deutsches Historisches Museum, LeMO. dhm.de/lemo