Inhaltsverzeichnis▼
- Napoleon Bonaparte im Steckbrief
- Herkunft auf Korsika und Ausbildung
- Aufstieg in der Französischen Revolution
- Staatsstreich 1799 und Erster Konsul
- Kaiserkrönung 1804
- Code Civil und Napoleons Reformen
- Koalitionskriege und Kontinentalsperre
- Russlandfeldzug, Leipzig und Waterloo
- Wirkung und Bewertung Napoleons
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Napoleon Bonaparte im Steckbrief
Napoleon Bonaparte (1769–1821) war ein französischer General und Staatsmann korsischer Herkunft. Er stieg in der Französischen Revolution auf, ergriff 1799 durch einen Staatsstreich die Macht und krönte sich 1804 zum Kaiser der Franzosen. Als Feldherr und Reformer prägte er ganz Europa, bis er 1815 bei Waterloo endgültig scheiterte.
| Steckbrief | Napoleon Bonaparte |
|---|---|
| Geboren | 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika |
| Gestorben | 5. Mai 1821 auf St. Helena |
| Herkunft | korsischer Kleinadel, Familie Buonaparte |
| Ämter | General, Erster Konsul (ab 1799), Kaiser (ab 1804) |
| Bedeutendstes Werk | Code Civil (1804) |
| Bekannt als | Feldherr und Reformer Europas |
Herkunft auf Korsika und Ausbildung
Napoleon wurde am 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika geboren, nur ein Jahr nachdem die Insel an Frankreich gefallen war. Seine Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an. Ab dem zehnten Lebensjahr besuchte er Militärschulen in Frankreich und wurde 1785 mit 16 Jahren Artillerieoffizier.
Als zweiter Sohn von Carlo Buonaparte und Letizia Ramolino wuchs Napoleone Buonaparte, so die italienische Namensform, zunächst auf Korsika auf. Erst später französierte er seinen Namen zu Napoléon Bonaparte. Die korsische Herkunft blieb ein wichtiger Teil seiner Biografie: Der spätere Kaiser Frankreichs stammte von einer Insel, die zum Zeitpunkt seiner Geburt gerade erst französisch geworden war.
Weil die Familie zwar adlig, aber nicht wohlhabend war, konnte Napoleon königliche Stipendien nutzen und die Militärakademie in Brienne sowie die École militaire in Paris besuchen. Er galt als begabt in Mathematik und Geografie, Fächern, die für die Artillerie zentral waren. Diese solide Ausbildung als Artillerieoffizier legte den Grundstein für seine spätere militärische Laufbahn, in der er den Einsatz von Geschützen meisterhaft beherrschte.
Korsika kam 1768 durch den Vertrag von Versailles von Genua an Frankreich. Napoleon wurde also als Untertan des französischen Königs geboren, empfand sich aber lange als Korse. Erst die Revolution machte aus dem Außenseiter einen französischen Aufsteiger.
Aufstieg in der Französischen Revolution
Die Französische Revolution eröffnete Napoleon ungeahnte Chancen: Wer Talent zeigte, konnte in der Armee schnell aufsteigen. 1793 verhalf ihm die Rückeroberung der Hafenstadt Toulon zum Rang eines Generals mit erst 24 Jahren. Die Italien- und Ägyptenfeldzüge machten ihn danach in ganz Frankreich berühmt.
Vor 1789 hätte ein Offizier aus kleinadligem, korsischem Haus kaum Aussicht auf hohe Kommandos gehabt, da diese dem alten Hochadel vorbehalten waren. Die Französische Revolution öffnete diese Bahn: Als viele adlige Offiziere emigrierten, brauchte die Republik fähige Kommandeure, und Napoleon nutzte diese Lücke.
Der Durchbruch kam 1793 bei der Belagerung von Toulon, wo royalistische Aufständische die britische Flotte in den Hafen gelassen hatten. Napoleon führte die Artillerie so geschickt, dass die Stadt zurückerobert wurde. Zum Dank wurde er noch im Dezember 1793 mit 24 Jahren zum Général de brigade befördert. 1795 schlug er zudem in Paris einen royalistischen Aufstand nieder, was seinen Ruf als verlässlicher General der Republik festigte.
Italien- und Ägyptenfeldzug
Ab 1796 führte Napoleon die französische Armee in Italien und besiegte in einer schnellen Folge von Schlachten die Österreicher und deren Verbündete. Der Italienfeldzug machte ihn zum populärsten General Frankreichs. 1798 folgte der Ägyptenfeldzug, der militärisch zwar an der britischen Seemacht scheiterte, Napoleon in Frankreich aber weiter als kühnen Feldherrn erscheinen ließ. Diese Popularität war die Grundlage für seinen politischen Griff nach der Macht.
Staatsstreich 1799 und Erster Konsul
Am 9. November 1799 stürzte Napoleon mit dem Staatsstreich des 18. Brumaire die schwache Regierung des Direktoriums. Er wurde Erster Konsul mit fast diktatorischen Vollmachten und 1802 Konsul auf Lebenszeit. Damit endete die revolutionäre Republik faktisch, obwohl ihre Formen zunächst erhalten blieben.
Nach zehn Jahren Revolution war Frankreich politisch instabil: Das Direktorium galt als korrupt und handlungsschwach, Kriege und Wirtschaftskrisen zehrten das Land aus. In dieser Lage bot sich der populäre General als starker Mann an. Gemeinsam mit Verbündeten wie dem Politiker Sieyès organisierte er den Staatsstreich Napoleons, der die alte Regierung absetzte und eine neue Verfassung durchsetzte.
Als Erster Konsul konzentrierte Napoleon die Macht rasch in seiner Hand. Er beendete die inneren Kämpfe der Revolution, schloss 1801 ein Konkordat mit der katholischen Kirche und schuf eine straffe, zentralistische Verwaltung. Diese Jahre gelten als produktivste Reformphase: Vieles, was Frankreich bis heute prägt, entstand in der Konsulatszeit vor der Kaiserkrönung.
Kaiserkrönung 1804
Am 2. Dezember 1804 krönte sich Napoleon in der Kathedrale Notre-Dame de Paris selbst zum Kaiser der Franzosen. Zwar war Papst Pius VII. anwesend, doch Napoleon nahm die Krone in die eigene Hand. Damit machte er deutlich, dass seine Macht nicht von der Kirche, sondern vom eigenen Erfolg und vom Volk ausging.
Ein Volksentscheid hatte zuvor der Umwandlung des Konsulats in ein erbliches Kaiserreich zugestimmt. Napoleon gründete damit eine neue Dynastie, blieb aber formal ein Herrscher, der sich auf die Revolution und die Idee der Volkssouveränität berief, nicht auf das Gottesgnadentum der alten Könige wie Ludwig XVI.
Die Selbstkrönung wurde zum Symbol seiner gesamten Herrschaft. Der Maler Jacques-Louis David hielt die Zeremonie in einem berühmten Gemälde fest. In der Klausur ist die Krönung ein Schlüsselmoment: Sie zeigt, wie aus einem General der Revolution ein Monarch wurde, der zugleich alte Prunkformen und neue revolutionäre Legitimität verband.
Napoleon setzte sich die Krone selbst auf: kein Herrscher von Gottes Gnaden, sondern ein Kaiser aus eigener Kraft. Genau dieser Bruch mit der Tradition macht die Krönung von 1804 so prüfungsrelevant.
Code Civil und Napoleons Reformen
Der Code Civil von 1804 war Napoleons dauerhaftestes Werk: das erste einheitliche bürgerliche Gesetzbuch Frankreichs. Er sicherte Rechtsgleichheit, Eigentum, Zivilehe und Scheidung und wurde zum Vorbild vieler europäischer Rechtsordnungen. Dazu kamen eine moderne Verwaltung, die Banque de France und ein neues Bildungssystem.
Vor Napoleon galt in Frankreich ein Flickenteppich aus Rechtsordnungen: im Norden Gewohnheitsrecht, im Süden römisches Recht. Der Code Civil, zeitweise Code Napoléon genannt, fasste das Zivilrecht in einem klaren, für alle Bürger gültigen Gesetzbuch zusammen. Er verankerte Grundsätze der Aufklärung wie die Gleichheit vor dem Gesetz, den Schutz des Eigentums und die Trennung von Staat und Kirche.
Der Einfluss des Code Civil reichte weit über Frankreich hinaus. In den von Napoleon beherrschten oder verbündeten Gebieten, auch in Teilen der deutschen Länder, galt er teilweise bis 1900. Bis heute prägt er die Zivilrechtsordnungen zahlreicher Staaten in Europa und Lateinamerika. Deshalb sagte Napoleon selbst, sein wahrer Ruhm liege nicht in seinen Schlachten, sondern in diesem Gesetzbuch.
Weitere Reformen im Überblick
- Verwaltung: zentralistischer Aufbau mit Präfekten, der bis heute in Frankreich nachwirkt.
- Wirtschaft: Gründung der Banque de France 1800 und eine stabile Währung.
- Kirche: das Konkordat von 1801 regelte das Verhältnis zwischen Staat und katholischer Kirche neu.
- Bildung: Aufbau staatlicher Gymnasien, der Lycées, und einer leistungsorientierten Beamtenschaft.
- Ehrenlegion: 1802 als Orden für Verdienste eingeführt, unabhängig von der Herkunft.
Koalitionskriege und Kontinentalsperre
Napoleon führte fast pausenlos Krieg gegen wechselnde europäische Bündnisse. Seinen größten Sieg errang er 1805 bei Austerlitz gegen Österreich und Russland. Mit der Kontinentalsperre von 1806 versuchte er, Großbritannien wirtschaftlich in die Knie zu zwingen, was jedoch scheiterte und den Widerstand auf dem Festland verstärkte.
Gegen Napoleon bildeten sich immer neue Bündnisse, die Koalitionskriege. Am 2. Dezember 1805 besiegte er bei Austerlitz die vereinten Heere Österreichs und Russlands in seiner berühmtesten Schlacht, der Dreikaiserschlacht. Ein Jahr später löste sich das Heilige Römische Reich auf, und Napoleon fasste zahlreiche deutsche Staaten im Rheinbund unter seinem Einfluss zusammen.
Auf See war Napoleon dagegen unterlegen: Bei Trafalgar zerschlug die britische Flotte 1805 seine Pläne für eine Invasion Englands. Als Antwort verhängte er 1806 die Kontinentalsperre, ein umfassendes Handelsverbot für britische Waren auf dem europäischen Festland. Die Sperre sollte Großbritannien ruinieren, schadete aber auch den Verbündeten und der eigenen Wirtschaft und machte Napoleon zunehmend unbeliebt.
Russlandfeldzug, Leipzig und Waterloo
Napoleons Untergang begann 1812 mit dem Russlandfeldzug: Von rund 500.000 Mann kehrten weniger als 100.000 zurück. 1813 verlor er die Völkerschlacht bei Leipzig, 1814 dankte er ab und ging nach Elba. Nach der kurzen Herrschaft der Hundert Tage folgte am 18. Juni 1815 die endgültige Niederlage bei Waterloo.
Weil sich Russland der Kontinentalsperre entzog, marschierte Napoleon im Juni 1812 mit der größten Armee, die Europa bis dahin gesehen hatte, nach Russland. Die russischen Truppen wichen immer weiter zurück und gaben schließlich sogar das brennende Moskau preis. Ohne Nachschub und Winterquartier musste Napoleon den Rückzug antreten, auf dem Kälte, Hunger und Angriffe die Grande Armée fast vollständig vernichteten. Der Russlandfeldzug 1812 gilt als militärische Katastrophe und Wendepunkt.
Nun schlossen sich Russland, Preußen, Österreich und Schweden zur großen Koalition zusammen. In der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 erlitt Napoleon eine schwere Niederlage. Im April 1814 dankte er ab und wurde auf die Mittelmeerinsel Elba verbannt, während in Frankreich die Monarchie wiederhergestellt wurde.
| Ereignis | Zeit | Folge |
|---|---|---|
| Russlandfeldzug | Juni–Dezember 1812 | Grande Armée vernichtet |
| Völkerschlacht bei Leipzig | 16.–19. Oktober 1813 | Niederlage gegen die Koalition |
| Abdankung, Exil Elba | April 1814 | Monarchie in Frankreich zurück |
| Herrschaft der Hundert Tage | März–Juni 1815 | kurze Rückkehr an die Macht |
| Schlacht bei Waterloo | 18. Juni 1815 | endgültige Niederlage |
Im März 1815 kehrte Napoleon überraschend von Elba nach Frankreich zurück und übernahm für gut hundert Tage erneut die Macht. Diese Herrschaft der Hundert Tage endete am 18. Juni 1815 bei Waterloo im heutigen Belgien, wo ihn die Truppen des Briten Wellington und des Preußen Blücher entscheidend schlugen. Danach dankte Napoleon zum zweiten Mal ab und wurde auf die abgelegene Atlantikinsel St. Helena verbannt, wo er am 5. Mai 1821 starb, wahrscheinlich an Magenkrebs.
Wirkung und Bewertung Napoleons
Napoleon wird bis heute zwiespältig beurteilt. Als Reformer schuf er mit dem Code Civil und einer modernen Verwaltung dauerhafte Strukturen und trug die Ideen der Revolution nach Europa. Als Kriegsherr kosteten seine Feldzüge jedoch Millionen Menschen das Leben. Beide Seiten gehören in eine ausgewogene Beurteilung.
Die positive Seite ist unübersehbar: Der Code Civil, das Gleichheitsprinzip vor dem Gesetz, eine effiziente Bürokratie und ein modernes Bildungswesen überdauerten Napoleons Sturz und wirkten in ganz Europa fort. Zugleich verbreiteten seine Truppen, oft ungewollt, revolutionäre Ideen wie Bürgerrechte und die Auflösung feudaler Strukturen. Auch der deutsche Nationalgedanke erhielt durch die Erfahrung der Fremdherrschaft und der Befreiungskriege wichtige Impulse.
Dem stehen die Schattenseiten gegenüber. Napoleon führte fast ununterbrochen Krieg, seine Feldzüge forderten unzählige Tote, und im Inneren beschnitt er Presse- und Meinungsfreiheit. So bleibt er eine ambivalente Figur: bewundert als genialer Feldherr und Reformer, kritisiert als machthungriger Eroberer, dessen Ehrgeiz Europa jahrelang in Kriege stürzte. Genau diese Doppeldeutigkeit macht ihn zu einem so ergiebigen Thema für Referate und Klausuren.
Karteikarten zu Napoleon Bonaparte
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Napoleon Bonaparte, das Wichtigste
Napoleon Bonaparte (1769–1821) war General, Erster Konsul und Kaiser der Franzosen. Er stieg in der Revolution auf, ergriff 1799 die Macht, krönte sich 1804 zum Kaiser und reformierte mit dem Code Civil das Recht. Nach dem Russlandfeldzug 1812 zerfiel sein Reich, 1815 scheiterte er bei Waterloo.
- Steckbrief: geboren 15. August 1769 auf Korsika, gestorben 5. Mai 1821 auf St. Helena.
- Aufstieg: Karriere in der Revolution, Toulon 1793, Italien- und Ägyptenfeldzug, Staatsstreich 1799.
- Herrschaft: Kaiserkrönung 1804, Code Civil, Verwaltung, Sieg bei Austerlitz 1805.
- Untergang: Kontinentalsperre 1806, Russlandfeldzug 1812, Leipzig 1813, Waterloo 1815.
- Bewertung: Reformer und Kriegsherr zugleich, deshalb bis heute umstritten.
Häufige Fragen zu Napoleon Bonaparte
Napoleon Bonaparte (1769–1821) war ein französischer General und Staatsmann korsischer Herkunft. Er stieg in der Französischen Revolution auf, übernahm 1799 durch einen Staatsstreich die Macht und krönte sich 1804 zum Kaiser der Franzosen.
Am 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika, kurz nachdem die Insel an Frankreich gefallen war. Er starb am 5. Mai 1821 im Exil auf der Atlantikinsel St. Helena.
Nach dem Staatsstreich vom 9. November 1799 wurde er Erster Konsul und 1802 Konsul auf Lebenszeit. Am 2. Dezember 1804 krönte er sich in Notre-Dame de Paris selbst zum Kaiser der Franzosen.
Der Code Civil von 1804, zeitweise Code Napoléon genannt, war das erste einheitliche bürgerliche Gesetzbuch Frankreichs. Er sicherte Rechtsgleichheit, Eigentum, Zivilehe und Scheidung und wurde zum Vorbild vieler europäischer Rechtsordnungen.
Die Kontinentalsperre von 1806 war ein Wirtschaftskrieg gegen Großbritannien: Napoleon verbot dem Festland den Handel mit britischen Waren. Sie schadete jedoch auch dem Kontinent und trieb Staaten wie Russland in den Widerstand.
Napoleon marschierte mit rund 500.000 Mann nach Russland. Die russische Armee wich zurück, der Nachschub brach zusammen, und der Winter vernichtete die Grande Armée auf dem Rückzug. Weniger als 100.000 Soldaten kehrten zurück.
Nach seiner Rückkehr von Elba wurde Napoleon am 18. Juni 1815 bei Waterloo von den Truppen Wellingtons und Blüchers endgültig besiegt. Danach dankte er zum zweiten Mal ab und wurde nach St. Helena verbannt.
Am 5. Mai 1821 im Exil auf St. Helena, wahrscheinlich an Magenkrebs. 1840 wurden seine Gebeine nach Paris überführt und im Invalidendom beigesetzt.
Quellen
Der Steckbrief stützt sich auf etablierte Referenzen und Primärquellen:
- Napoleon Bonaparte (Biografie-Artikel). Wikipedia. de.wikipedia.org
- Planet Wissen (WDR/SWR): Napoleon Bonaparte (Persönlichkeiten). planet-wissen.de
- Russlandfeldzug 1812. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Code civil. Wikipedia. de.wikipedia.org