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Marie Antoinette Steckbrief, Revolution & Mythen

Steckbrief und Lebenslauf von Marie Antoinette: Herkunft in Wien, Heirat mit Ludwig XVI., ihre Rolle in der Französischen Revolution, Prozess und Hinrichtung 1793, und die Legenden um ihre Person.

SS
Autor StudySmarter Geschichte Redaktion
Erstellt 02.07.2026 · Aktualisiert 02.07.2026 · 4,7 (2.431 Stimmen)
Steckbrief
Marie Antoinette
Königin von Frankreich
Geboren
2.11.1755
Gestorben
16.10.1793
Ehemann
Ludwig XVI.
Herkunft
Wien, Habsburg
🇫🇷 Geschichte · Frankreich 🎓 Sekundarstufe II ⏱ 9 Min. Lesezeit Steckbrief Französische Revolution Ludwig XVI.
Geschichte · Frankreich Aktualisiert 2. Juli 2026
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Marie Antoinette im Steckbrief

Marie Antoinette (1755–1793) war Erzherzogin von Österreich und ab 1774 als Ehefrau Ludwigs XVI. Königin von Frankreich. In der Französischen Revolution wurde sie zur Zielscheibe des Volkshasses und im Oktober 1793 durch die Guillotine hingerichtet.

SteckbriefMarie Antoinette
Geboren2. November 1755 in Wien (Österreich)
Gestorben16. Oktober 1793 in Paris (Frankreich)
ElternKaiser Franz I. Stephan und Maria Theresia
EhemannLudwig XVI. (Heirat 1770)
AmtKönigin von Frankreich (1774–1792)
Kindervier, zwei starben im Kindesalter
Marie Antoinette: die wichtigsten Stationen (1755–1793) rot = Prozess und Hinrichtung 1793 1755GeburtWien, Habsburg1770HeiratLudwig XVI.1774Königinvon Frankreich1789RevolutionSturm auf Versailles1791VarennesFlucht scheitert1793HinrichtungParis, 37 Jahre 16. Oktober 1793: Hinrichtung durch die Guillotine, neun Monate nach Ludwig XVI.
Zeitleiste: von der Erzherzogin aus Wien bis zum Ende auf dem Schafott.

Herkunft in Wien und Heirat mit Ludwig XVI.

Marie Antoinette kam am 2. November 1755 in Wien als Tochter von Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz I. Stephan zur Welt. 1770 heiratete sie den französischen Thronfolger, den späteren Ludwig XVI. Die Ehe sollte das Bündnis zwischen Österreich und Frankreich festigen.

Als Erzherzogin von Österreich wuchs sie am Wiener Hof auf. Ihre Heirat war eine klassische Verbindung der Dynastien: Sie sollte das seit 1756 bestehende Bündnis zwischen dem Haus Habsburg und dem französischen Königshaus stärken. Am 16. Mai 1770 wurde die eigentliche Trauung in Versailles gefeiert, vorausgegangen war eine Trauung in Abwesenheit des Bräutigams am 19. April 1770 in Wien.

Vier Jahre später, mit der Thronbesteigung Ludwigs XVI. am 10. Mai 1774, wurde sie Königin von Frankreich und Navarra. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, darunter die Tochter Marie-Thérèse-Charlotte (geboren 1778) und der spätere Louis-Charles (geboren 1785); zwei der Kinder starben bereits im Kindesalter. Ihre österreichische Herkunft blieb an einem stark national geprägten Hof allerdings ein dauerhafter Angriffspunkt.

Die Verbindung war Teil einer größeren politischen Strategie. Ihre Mutter, Kaiserin Maria Theresia, verfolgte mit der Heirat das Ziel, das Bündnis zwischen den lange verfeindeten Häusern Habsburg und Bourbon zu sichern. Für die junge Erzherzogin bedeutete das den Umzug an einen fremden Hof mit strengem Zeremoniell, in dem sie fortan als Repräsentantin österreichischer Interessen beobachtet wurde. Diese Rolle als Bindeglied zweier Mächte prägte ihr ganzes Leben und wurde ihr am Ende zum Verhängnis.

Königin am Hof: Petit Trianon und der Ruf der Verschwendung

Als Königin zog sich Marie Antoinette gern ins Petit Trianon bei Versailles zurück, wo sie einen eigenen kleinen Hofstaat pflegte. Aufwendige Mode und Feste brachten ihr früh den Ruf der Verschwendung ein, der ihr Bild in der Öffentlichkeit nachhaltig prägte.

Das Petit Trianon, ein kleines Schloss im Park von Versailles, wurde zu ihrem Rückzugsort. Dort umgab sie sich mit einem engen Kreis von Vertrauten und ließ sich sogar ein künstliches Bauerndorf, den Hameau de la Reine, anlegen. Zeitgenössische Karikaturen spießten ihre kostspielige Mode auf, von den hohen Frisurentürmen bis zu teuren Roben.

Ob ihr persönlicher Aufwand die Staatsfinanzen wirklich in die Krise trieb, ist historisch umstritten. Der Spottname „Madame Déficit“ verband sie mit den wachsenden Staatsschulden, doch die eigentlichen Ursachen lagen tiefer, etwa in der Beteiligung Frankreichs am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die Halsbandaffäre von 1785, ein Betrugsskandal um ein teures Diamantcollier, an dem sie nicht aktiv beteiligt war, beschädigte ihren Ruf zusätzlich. Viele Menschen trauten ihr die Verschwendung ohne Weiteres zu.

💡
Begriff: l'Autrichienne

Als „l'Autrichienne“, die Österreicherin, machte man ihre Herkunft zum Vorwurf. Das Wortspiel wurde in Flugschriften genutzt, um sie als Fremde und als angebliche Agentin fremder Interessen darzustellen.

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Marie Antoinette in der Französischen Revolution

Mit dem Sturm auf die Bastille 1789 wurde Marie Antoinette zur Hauptzielscheibe des Volkshasses. Sie galt als Gegnerin der Revolution und suchte heimlich Kontakt zu ausländischen Verbündeten. Der Fluchtversuch nach Varennes 1791 scheiterte und beschädigte das Ansehen der Königsfamilie schwer.

Am 5. und 6. Oktober 1789 zwang ein Zug aufgebrachter Menschen die königliche Familie, Versailles zu verlassen und nach Paris in den Tuilerienpalast umzuziehen. Von dort aus versuchte Marie Antoinette, die Lage durch entschlossenes Handeln zu beeinflussen. Sie stand der Revolution ablehnend gegenüber und setzte auf Kontakte zu europäischen Höfen, in der Hoffnung, die alte Ordnung zu bewahren.

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1791 versuchte die Familie zu fliehen. Die Flucht, mitorganisiert vom schwedischen Grafen Axel von Fersen, endete in Varennes mit der Festnahme. Für viele war damit klar, dass der König und die Königin nicht mehr hinter der Revolution standen. Nach Kriegsausbruch gegen Österreich im Frühjahr 1792 galt Marie Antoinette endgültig als Konterrevolutionärin, die im Bund mit dem Feind gegen das eigene Land handle.

Am 10. August 1792 stürmten Aufständische die Tuilerien, die Monarchie wurde gestürzt und die Familie im Temple gefangen gesetzt. Damit endete die Zeit Marie Antoinettes als Königin, und der Weg zum Prozess war vorgezeichnet.

Für das Verständnis der Klausur ist wichtig, wie stark sich das Bild der Königin in diesen Jahren wandelte. Anfangs vor allem als verschwenderische Hofdame verspottet, wurde sie mit dem Kriegsausbruch von 1792 zum politischen Feindbild schlechthin. In der Propaganda der Revolution verband sich der alte Vorwurf der Verschwendung mit dem neuen des Landesverrats. Marie Antoinette stand damit sinnbildlich für alles, was die Revolutionäre am Ancien Régime ablehnten: für ein Königtum, das sich vom eigenen Volk entfernt hatte und im Zweifel eher auf ausländische Verbündete setzte als auf die Nation.

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2Königin am Hof von Versailles3 Lektionen
3Marie Antoinette in der Revolution4 Lektionen
4Prozess, Hinrichtung & Mythen3 Lektionen
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Prozess und Hinrichtung 1793

Nach dem Sturz der Monarchie stand Marie Antoinette im Oktober 1793 vor dem Revolutionstribunal. Der Prozess gilt als Schauprozess, bei dem das Urteil vorab feststand. Am 16. Oktober 1793 wurde sie in Paris durch die Guillotine hingerichtet, im Alter von 37 Jahren.

Am 1. August 1793 wurde sie aus dem Temple in die Conciergerie überstellt. Der Prozess begann am 14. Oktober 1793. Die Anklage lautete auf Hochverrat, unter anderem wegen ihrer geheimen Kontakte zum Kriegsgegner Österreich. Hinzu kamen konstruierte Sittlichkeitsvorwürfe, die auf manipulierten Aussagen beruhten. Nach Einschätzung von Historikerinnen und Historikern war der Ausgang von Beginn an entschieden.

Am 16. Oktober 1793 wurde Marie Antoinette auf dem heutigen Place de la Concorde hingerichtet, neun Monate nach ihrem Mann Ludwig XVI. Augenzeugen berichteten, dass sie dabei Haltung bewahrte. Mit ihrem Tod verlor die gestürzte Monarchie ihre letzte prominente Repräsentantin.

ℹ️
Einordnung

Die Hinrichtung war Teil der radikalen Phase der Revolution. Sie zeigt, wie das Revolutionstribunal politische Gegner der Republik verurteilte. Die gegen Marie Antoinette erhobenen Sittlichkeitsvorwürfe gelten heute als haltlos.

Welche Mythen ranken sich um Marie Antoinette?

Um Marie Antoinette ranken sich mehrere Legenden. Das bekannteste angebliche Zitat, „Sollen sie doch Kuchen essen“, ist historisch nicht belegt. Auch der Spottname „Madame Déficit“ und viele Verschwendungsvorwürfe waren vor allem Propaganda, die ihr Bild bis heute prägt.

Kaum eine historische Figur wird so stark durch Legenden verzerrt wie Marie Antoinette. Wer die Fakten von den Mythen trennt, versteht auch, wie politische Propaganda in der Revolution funktionierte. Die folgenden drei Punkte tauchen in Klausuren und Referaten besonders häufig auf.

🍰
1. „Sollen sie doch Kuchen essen“

Dieser Satz ist Marie Antoinette nie zweifelsfrei zuzuordnen. Schon Jean-Jacques Rousseau schrieb die Brioche-Anekdote um 1766 einer „großen Prinzessin“ zu, also Jahre bevor Marie Antoinette Königin war. Es ist eine Wanderlegende.

💸
2. „Madame Déficit“

Der Spottname stellte sie als Alleinverursacherin der Staatsschulden dar. Tatsächlich waren die Ursachen der Finanzkrise vielschichtig; ihr persönlicher Aufwand war nur ein Faktor unter vielen und diente vor allem als Feindbild.

⚖️
3. Die Vorwürfe im Prozess

Die im Prozess von 1793 erhobenen Sittlichkeitsvorwürfe beruhten auf erzwungenen Aussagen und gelten heute als haltlos. Sie waren Teil der Strategie, die Königin moralisch zu diskreditieren.

Karteikarten zu Marie Antoinette

Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Daten und Fakten über Marie Antoinette, von der Herkunft über die Heirat mit Ludwig XVI. bis zur Hinrichtung 1793, ideal zur schnellen Wiederholung. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und navigiere mit den Pfeilen.

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Marie Antoinette
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Marie Antoinette, das Wichtigste

Marie Antoinette (1755–1793) war Erzherzogin von Österreich und ab 1774 Königin von Frankreich. In der Revolution wurde sie zur Zielscheibe des Volkshasses, ihre Flucht 1791 scheiterte, und 1793 endete sie unter der Guillotine. Viele der Vorwürfe gegen sie waren Legende oder Propaganda.

  • Steckbrief: geboren 2. November 1755 in Wien, gestorben 16. Oktober 1793 in Paris.
  • Herkunft: Tochter Maria Theresias, 1770 Heirat mit dem späteren Ludwig XVI.
  • Königin ab 1774; Ruf der Verschwendung, Petit Trianon, Halsbandaffäre 1785.
  • Revolution: Sturm auf Versailles 1789, gescheiterte Flucht nach Varennes 1791.
  • Prozess und Hinrichtung 1793; das Kuchen-Zitat ist historisch nicht belegt.
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Häufige Fragen zu Marie Antoinette

Marie Antoinette (1755–1793) war Erzherzogin von Österreich und ab 1774 als Ehefrau Ludwigs XVI. Königin von Frankreich. Während der Französischen Revolution wurde sie zur Zielscheibe des Volkshasses und 1793 hingerichtet.

Nach dem Sturz der Monarchie warf man ihr vor dem Revolutionstribunal Hochverrat vor, unter anderem geheime Kontakte zum Kriegsgegner Österreich. Der Prozess gilt als Schauprozess mit vorab feststehendem Urteil. Sie wurde am 16. Oktober 1793 hingerichtet.

Nein, dieser Ausspruch ist historisch nicht belegt. Die Brioche-Anekdote schrieb bereits Jean-Jacques Rousseau um 1766 einer „großen Prinzessin“ zu, also Jahre bevor Marie Antoinette überhaupt Königin war. Es handelt sich um eine Wanderlegende.

Sie heiratete 1770 den französischen Thronfolger, den späteren König Ludwig XVI. Die Trauung fand am 16. Mai 1770 in Versailles statt. Mit dessen Thronbesteigung am 10. Mai 1774 wurde sie Königin von Frankreich und Navarra.

Marie Antoinette und Ludwig XVI. hatten vier Kinder, darunter die Tochter Marie-Thérèse-Charlotte (geboren 1778) und den späteren Louis-Charles (geboren 1785). Zwei der Kinder starben bereits im Kindesalter.

Die Halsbandaffäre von 1785 war ein Betrugsskandal um ein teures Diamantcollier. Marie Antoinette war daran nicht aktiv beteiligt, doch der Skandal beschädigte ihr Ansehen schwer, weil viele Menschen ihr die Verschwendung zutrauten.

Sie galt als verschwenderisch und wurde als „l'Autrichienne“, die Österreicherin, misstrauisch beäugt. Spottnamen wie „Madame Déficit“ verbanden sie mit den Staatsschulden. Viele Vorwürfe waren übertrieben oder Propaganda, prägten aber ihr Bild.

Quellen

Der Steckbrief stützt sich auf etablierte Referenzen und historische Fachdarstellungen:

  1. Marie-Antoinette von Österreich-Lothringen (Biografie-Artikel). Wikipedia. de.wikipedia.org
  2. Planet Wissen (ARD): Französische Revolution: Marie Antoinette. planet-wissen.de
  3. Die Welt der Habsburger: Marie Antoinette und die Französische Revolution. habsburger.net
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