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Ludwig XVI

Der letzte König des Ancien Régime, der letzte König des Absolutismus in Frankreich – das war Ludwig XVI. In Krisenzeiten zum Herrscher gekrönt, unfähig, die Probleme seines Landes in den Griff zu bekommen, provozierte Ludwig XVI. ungewollt die Französische Revolution und somit das Ende der französischen Monarchie.

Ludwig XVI. Steckbrief

Name: Ludwig-August de Bourbon (frz.: Louis-Auguste); als König: Ludwig XVI. von Frankreich

Geboren: 23. August 1754, Schloss Versailles

Gestorben: 21. Januar 1793, Paris

Beruf:

  • Von 1754 bis 1765: Prinz von Frankreich, Herzog von Berry
  • Ab 1765: Dauphin (Kronprinz) von Frankreich
  • Ab 1774 bis 1793: König von Frankreich und Navarra

Ludwig XVI Gemälde StudySmarterAbbildung 1: Ludwig XVI. im Jahr 1775. Gemälde von Joseph Siffred Duplessis

Die jungen Jahre von Ludwig XVI.

Ludwig-August wurde am 23. August 1754 als Sohn des französischen Dauphins Ludwig-Ferdinand de Bourbon und dessen Frau Maria Josepha von Sachsen geboren.

Ludwig-Augusts Vater war ein sehr strenger und gläubiger Mann und erzog seine Kinder auch in diesem Sinne – so lernte sein Sohn schnell die Prinzipien der Frömmigkeit, Gerechtigkeit, Standfestigkeit und Güte kennen. Zudem genoss der junge Prinz eine der Königsfamilie entsprechende Ausbildung, lernte diverse Sprachen, Mathematik und Geschichte.

Ludwig-August wurden ein gewinnbringender Charakter und eine aufrichtige Natur nachgesagt, doch scheinbar zeigte sich schon früh, dass er in Sachen Staatsangelegenheiten weniger begabt war.

Aufstieg in der Thronfolge

Im Jahre 1761 verstarb Ludwig-Augusts älterer Bruder und so rückte der junge Prinz nach seinem Vater an die zweite Stelle der Thronfolge. Als 1765 aber unerwartet auch Ludwig-Ferdinand verstarb, wurde sein Sohn zum Dauphin von Frankreich. Nun stand fest, dass Ludwig-August seinem Großvater Ludwig XV. auf den französischen Königsthron nachfolgen würde.

Der Dauphin – Der Delfin

Das Wort Dauphin heißt ins Deutsche übersetzt "Delfin". Doch wieso nannte man die Thronanwärter Frankreichs eigentlich so?

Der Adelstitel "Dauphin" stammt aus dem 12. Jahrhundert und geht auf die Grafschaft Albon im Viennois zurück. Zuerst war "Dauphin/ der Delfin" der Beiname des Grafen Guigues IV. von Albon, aber bald schon wurde der Delfin zum Wappentier seiner Familie und setzte sich auch als Adelstitel durch.

Auf Umwegen gelangte die Grafschaft Albon, die eigentlich Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war, in die Hände des französischen Königs Philipp VI. Damit Philip aber kein Lehnsmann des römisch-deutschen Kaisers wurde, übergab er die Grafschaft und damit den Titel "Dauphin" an seinen Sohn Karl V. Und auch Karl V. tat das Gleiche, als er gekrönt wurde – auch er übergab die Grafschaft samt Titel "Dauphin" an seinen Sohn und zukünftigen König Karl VI.

So etablierte sich in Frankreich die Tradition, dass der jeweilige Thronanwärter den Titel "Dauphin" trug – somit gab es auch immer nur einen Dauphin. Erst wenn der Träger des Titels verstarb oder zum König wurde, wurde der Titel nach Möglichkeit an den nächsten Anwärter weitergegeben.

Aber Achtung:

Nicht jeder französische König war vor seiner Krönung auch ein Dauphin! Den Titel Dauphin konnten nämlich nur direkte Nachfahren des amtierenden Königs erhalten, also etwa seine Söhne oder Enkel.

Könige, die aus familiären Nebenlinien stammten (Bruder, Cousin etc.) durften den Titel "Dauphin" nicht tragen.

Ludwig XVI. und Marie Antoinette

1770, im Alter von 15 Jahren, heiratete Ludwig-August auf Anweisung des Königs, die ein Jahr jüngere Maria Antonia von Österreich (frz: Marie Antoinette). Marie Antoinette war die Tochter des römisch-deutschen Kaisers Franz I. von Lothringen und dessen Frau Maria-Theresia von Habsburg-Lothringen (Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen).

Durch die Eheschließung von Marie Antoinette und Ludwig August sollte das Bündnis zwischen Österreich und Frankreich gefestigt und der zukünftige Frieden zwischen den beiden Ländern gesichert werden – es handelte sich also um eine rein politische Ehe.

Wenn Du mehr über Maria Antonia und ihre Rolle am französischen Königshof erfahren möchtest, dann wirf gerne einen Blick in die Erklärung "Marie Antoinette" hier auf StudySmarter!

Ludwig XVI Marie Antoinette StudySmarterAbbildung 2: Marie Antoinette um das Jahr 1775. Gemälde von Jean-Baptiste-André Gautier-Dagoty

Du wunderst dich vielleicht, warum Ludwig XVI. nicht bei seinem französischen Namen Louis genannt wird.

In der deutschen Geschichtsschreibung ist das "Eindeutschen" eine gängige Praxis und sie findet vor allem bei den Namen von Königen/Herrschern Anwendung. So wird dann aus einem König Charles ein Karl und aus einem König Louis wird eben ein Ludwig.

Bei anderen historischen Personen (außer Königen) ist dieses "Eindeutschen" aber eher weniger bis gar nicht verbreitet – deshalb wird beispielsweise Ludwigs XVI. Ehefrau Maria Antonia auch ab ihrer Heirat mit dem Monarchen gängigerweise bei ihrem französischen Namen Marie-Antoinette genannt.

Ludwig XVI. als König von Frankreich

Am 11. Juni 1774 wurde Ludwig-August nach dem Tod seines Großvaters Ludwig XV. in Reims offiziell zu König Ludwig XVI. von Frankreich gekrönt. Ganz in der Tradition seiner Vorfahren regierte er als absolutistischer Herrscher. Er sah seine Königswürde und seine uneingeschränkte Macht als gottgegeben an.

Doch das Erbe seines Großvaters war kein leichtes, Frankreich war ein von Krisen zerfressenes Land. Das Hauptproblem: die Staatsverschuldung.

Außenpolitik von Ludwig XVI.

In Europa hielt sich Ludwig von kriegerischen Konflikten so gut es ging fern und vertrat eine eher friedliche außenpolitische Haltung. Sowohl das Bündnis mit Spanien, als auch das mit Österreich wurden aufrechterhalten. Dennoch verweigerte Ludwig XVI., trotz des Drängens seiner Frau Marie Antoinette, Österreichs die Unterstützung im Kampf gegen das Königreich Preußen (zum Beispiel Bayerischer Erbfolgekrieg 1778/79) und verschrieb sich weitgehend der Neutralität.

Das Bündnis mit Österreich bestand seit der Unterzeichnung des Ersten Versailler Vertrages 1756, mit dem die beiden Länder ein Defensivbündnis geschlossen hatten. Und das Bündnis mit Spanien gab es seit dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714), bei dem es dem Sonnenkönig Ludwig XIV. gelungen war, seinen Enkel Philipp de Anjou aus dem Hause Bourbon auf den spanischen Thron zu setzen.

Zeitgleich war Ludwig XVI. jedoch auch bemüht, sein Land militärisch zu stärken, vor allem um sich gegen die Seemacht Großbritannien behaupten zu können. Im Jahr 1778 trat Frankreich schließlich aufseiten der 13 amerikanischen Kolonien dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien bei. Am Ende des Konfliktes stand zwar die Unabhängigkeit für die Vereinigten Staaten von Amerika, doch Frankreich selbst hatte nicht viel mehr aus diesem Krieg gewonnen als eine enorme Neuverschuldung.

Innenpolitische Probleme unter Ludwig XVI.

Die außenpolitischen "Finanzeskapaden" des Königs in Form von militärischen Auseinandersetzungen hatten auch direkte Auswirkungen auf die ohnehin schon angespannte innenpolitische Situation Frankreichs.

Finanzkrise

Die Finanzkrise in Frankreich war akut und der Staatsbankrott drohte. Umso argwöhnischer betrachtete die französische Bevölkerung die Verschwendungssucht am französischen Königshof in Versailles. Allein die Unterhaltung des Schlosses mit all seinen Bediensteten kostete ein kleines Vermögen, erschwerend hinzukam, dass Ludwig XVI. und Marie Antoinette in Luxus und Prunk lebten und regelmäßig große Festgelage veranstalteten.

Vor allem die Königin verstrickte sich immer wieder in Skandale, die dem Ansehen und dem Ruf Ludwigs XVI. zusätzlich schadeten.

Missernten und Hungersnöte

Während der absolutistische Ludwig XVI. in Versailles ein angenehmes Leben führte, sah es auf Frankreichs Straßen ganz anders aus. Harte Winter und Missernten sorgten für stark gestiegene Lebensmittelpreise und führten damit zu Hungersnöten in der einfachen Bevölkerung.

Das sorgte dafür, dass das Vertrauen der Menschen in Ludwig XVI. immer weiter schwand und der Unmut gegen den Monarchen zunahm – das Volk war sehr unzufrieden und Proteste wurden laut.

Die Aufklärung in Frankreich

Ein weiteres Ärgernis für Ludwig XVI. war die Verbreitung aufklärerischen Gedankengutes, das seine absolutistische Herrschaft anzweifelte.

Die Aufklärung plädierte für rationales und selbstständiges Denken, für die Freiheit und die Vernunft des Menschen und nicht für den Gehorsam gegenüber der Kirche und dem König. Je mehr Menschen sich der Aufklärung anschlossen und/ oder mit ihren Ideen sympathisierten, desto schwieriger konnte sich die Lage auch für den König gestalten.

Ludwig XVI. und die Französische Revolution

Zu Beginn ein Hinweis: Die Ereignisse, die im folgenden Abschnitt erläutert werden, decken sich in weiten Teilen mit den Informationen aus der Übersichtserklärung zum Thema "Französische Revolution". Doch im vorliegenden Text wird speziell auf die Rolle Ludwigs XVI. eingegangen und die revolutionären Geschehnisse vonseiten des Monarchen und der königlichen Familie geschildert.

Einberufung der Generalstände

Ludwig XVI. befand sich in einer prekären Lage. Obwohl seine Finanzberater immer wieder (teils auch sehr radikale) Finanzreformen vorlegten, konnten diese aufgrund der Zurückhaltung und Unentschlossenheit von Ludwig XVI. nicht umgesetzt werden – der König war nicht in der Lage, sich gegen den Adel zu behaupten. Wo Frankreich einen starken und durchsetzungsfähigen Herrscher gebracht hätte, versagte Ludwig immer wieder.

In dieser gesamten Zeit wurde Frankreich größtenteils durch Anleihekäufe über Wasser gehalten, was die Verschuldung schlussendlich nur noch verschlimmerte.

Als letzten Ausweg berief der König im Jahr 1789 die Generalstände ein, eine Versammlung von Vertretern aller drei Stände (Gesellschaftsschichten). Hier wollte der König offiziell über eine Besteuerung der ersten beiden Stände (Adel und Klerus) abstimmen lassen und so eine Lösung der Finanzprobleme erzwingen.

Bis dato zahlte nur die gesellschaftliche Unterschicht, auch "Dritter Stand" genannt, Steuern an den König. Die wohlhabenden und reichen Vertreter des Adels und des Klerus, die mit ihren Abgaben die Finanzkrise wohl größtenteils beenden hätten können, waren von den Steuern befreit – das wollte Ludwig nun ändern.

Ludwig XVI Generalstände StudySmarter

Abbildung 3: "Ouverture des États généraux à Versailles, 5 mai 1789" (Die Eröffnung der Generalstände in Versaill, 5. Mai 1789)

Gemälde von Auguste Couder, 1839

Die Nationalversammlung

Die Versammlung der drei Stände nahm allerdings eine ganz andere Wendung, als Ludwig XVI. das erhofft hatte. Statt den Staatsbankrott abzuwenden und seine Macht als absolutistischer Souverän erneut zu stabileren, fand sich der König plötzlich in einem revolutionären Aufstand des Dritten Standes wider.

Aufgrund der politischen Benachteiligung bei der Abstimmung der Generalstände riefen sich die Mitglieder des Dritten Standes am 17. Juni 1789 eigenmächtig zur "Nationalversammlung" und damit zu Vertretern der gesamten französischen Bevölkerung aus. Beim berühmten Ballhausschwur schwor sich die Nationalversammlung erst wieder auseinanderzugehen, wenn sie eine neue Verfassung für Frankreich erarbeitet hatten, die endlich allen Bürgern gleiche Rechte zusicherte.

Dies war der Auftakt der Französische Revolution.

Mehr Informationen rund um die Generalstände, den Dritten Stand, die politische Benachteiligung der Unterschicht und die Nationalversammlung erfährst Du in der Erklärung "Ballhausschwur" hier auf StudySmarter!

Machtverlust von Ludwig XVI.

Versuche Ludwigs XVI., die Nationalversammlung aufzulösen, schlugen fehl und schließlich musste er sich dem Druck beugen. Am 9. Juli 1789 wurde die Versammlung als "verfassungsgebend" erklärt und schränkte so die absolutistische Herrschaft des souveränen Königs ein – Ludwig XVI. hatte einen erheblichen Teil seiner Macht eingebüßt.

Zur selben Zeit ließ der König seine militärischen Truppen am Pariser Stadtrand zusammenziehen. Bis heute ist umstritten, mit welcher Intention Ludwig XVI. dies tat, doch die Stadtbewohner befürchteten damals, der König würde versuchen, die Nationalversammlung gewaltsam aufzulösen. Es kam zu großen Unruhen in der Stadt, die schließlich zum Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 führten. Die Französische Revolution breitete sich nun auch auf den Straßen Frankreichs aus.

Mehr über den "Sturm auf die Bastille" erfährst Du in der dazugehörigen Erklärung hier auf StudySmarter!

Brotmarsch der Poissarden

Am 04. August 1789 verabschiedete die Nationalversammlung offiziell das Ende des Feudalsystems in Frankreich. Nur 22 Tage später (26. August 1789) gaben sie die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte ab.

Ludwig XVI. gefielen diese Entwicklungen der Französischen Revolution nicht und daher verweigerte er die Unterzeichnung der entsprechenden Dokumente.

Die Nationalversammlung hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Verfassung erarbeitet und durchgesetzt. Trotz der revolutionären Zustände war Frankreich also immer noch eine absolutistische Monarchie und alle Beschlüsse bedurften der Zustimmung des Königs.

Mitte September 1789 ließ der König militärische Truppen nach Versailles verlegen, die erneut große und verschwenderische Festgelage auf Kosten des Staates veranstalteten.

Sowohl die Verstärkung der königlichen Leibgarde als auch die Festivitäten sorgten für großen Unmut in der Bevölkerung, vor allem in Paris, wo die Menschen Hunger litten.

So kam es am 05. Oktober 1789 zum Brotmarsch der Poissarden (übersetzt so viel wie: Fischweiber) von Paris, einem Demonstrationszug, dem sich zahlreiche weitere Menschen und auch Mitglieder der Nationalgarde anschlossen. Eine große Gruppe an Demonstranten zog mit erhobenen Waffen nach Versailles und wollte den König zur Rede stellen.

Schätzungen nach nahmen mehrere Tausend Personen am Brotmarsch teil.

Ludwig XVI Poissarden StudySmarterAbbildung 4: Darstellung der Pariser Poissarden

Als Ludwig XVI. und seine Familie versuchten, mit der Kutsche zu entkommen, wurde diese vom wütenden Mob aufgehalten. Dem König blieb in dieser Situation nichts anders übrig, als die Beschlüsse der Nationalversammlung zum Ende des Feudalsystems und zu den Menschen- und Bürgerrechten zu unterzeichnen, um die Situation zu entschärfen.

Umsiedlung nach Paris

Doch das war den Poissarden und den restlichen Demonstranten nicht genug. Die königliche Familie sollte nach Paris gebracht werden, damit sie das Leid ihrer Untertanen hautnah miterlebte und damit die Nationalversammlung sie besser unter Kontrolle halten konnte (zum Beispiel in Bezug auf ihren verschwenderischen Lebensstil). Und tatsächlich musste sich Ludwig XVI. den Forderungen beugen und siedelte mit seiner Familie in die Tuilerien (Königliche Residenz in Paris) um. Nun befand sich der König im Zentrum der Französischen Revolution, wo er unter Beobachtung stand.

Ludwigs XVI. Flucht nach Varennes

In den nächsten eineinhalb Jahren geriet die königliche Familie zunehmend in Verruf und die Gewaltbereitschaft der Revolutionäre nahm zu. Ludwig XVI. und Marie Antoinette fürchteten zunehmend eine Verhaftung durch die Nationalgarde und ihre endgültige Absetzung.

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1791 unternahm die königliche Familie deshalb einen Fluchtversuch. Als Bedienstete verkleidet, gelang es ihnen, Paris zu verlassen. Ludwig XVI. hatte zuvor ein Schreiben in der Hauptstadt zurückgelassen, in der er als König alle Zugeständnisse, die er im Zuge der Französischen Revolution gemacht hatte, widerrief.

Ziel des Königs war das Ausland, in dem er hoffte, sich mit geflohenen französischen Adeligen zu verbünden und eine neue Armee gegen die Revolutionäre aufstellen zu können. Doch im rund 250 km entfernten Dorf Varennes-en-Argonne wurde die Familie noch am selben Tag erkannt und festgesetzt. Vier Tage später wurden sie nach Paris zurückgebracht und in den Tuilerien unter Arrest gestellt.

Ludwig XVI Flucht nach Varennes StudySmarterAbbildung 5: Die Verhaftung Ludwigs XVI. in Varennes. Kupferstich von Jean-Louis Prieur, 1804

Ludwigs XVI. Fluchtversuch stellte für die Nationalversammlung und die von ihr angestrebte konstitutionelle Monarchie ein großes Problem dar. Durch sein Verschwinden hatte der König seine Untreue und offenkundige Gegnerschaft gegenüber der Versammlung und der revolutionären Ordnung erwiesen und dennoch war er fester Bestandteil der neuen Verfassung.

Nun stand die Nationalversammlung vor einer schwierigen Entscheidung. Während die radikalen Abgeordneten dem König den Prozess machen wollten, befürworteten die gemäßigten Mitglieder weiterhin die konstitutionelle Monarchie mit Ludwig XVI. Schlussendlich beschloss die Mehrheit der Versammlung, Ludwig XVI. doch in seinem Amt zu belassen und um die Volksmassen zu besänftigen, wurde die Flucht des reaktionären Monarchen kurzerhand als Entführung ausgegeben.

Eid auf die neue Verfassung von 1791

Am 03. September 1791 verabschiedete die Nationalversammlung schließlich eine neue Verfassung für Frankreich. Ein Meilenstein der Französischen Revolution, denn dadurch wurde Frankreich offiziell eine konstitutionelle Monarchie.

Und da Ludwig XVI. nach seinem gescheiterten Fluchtversuch unter strenger Kontrolle der Nationalgarde stand und froh sein konnte, sein Amt noch zu bekleiden, blieb ihm nichts anderes übrig, als die Verfassung am 14. September 1791 ebenfalls anzuerkennen und einen Eid auf sie zu schwören. Der König musste sich nun an die Regeln, Vorschriften und Regularien der Verfassung halten und hatte seine absolutistische Macht endgültig verloren.

"Verbrüderung" mit äußeren Mächten

Im Jahr 1792 erklärten Österreich und Preußen dem revolutionären Frankreich aus Angst, die Revolution könnte auch ihre Länder erfassen, den Krieg.

Ludwig XVI. hoffte auf einen Sieg der beiden Angreifer, da diese die Werte der Monarchie vertraten und seine Stellung restaurieren wollten. Das sah die französische Bevölkerung jedoch nicht gerne und Ludwig wurde immer öfter als Verräter beschimpft.

Am 25. Juli 1792 ließ der militärische Befehlshaber der feindlichen preußischen Truppen, der Herzog von Braunschweig, das sogenannte Braunschweiger Manifest an die Pariser Bevölkerung verkünden. Darin drohte der Herzog von Braunschweig offen mit der Zerstörung von Paris und einem Blutvergießen, wenn die Anhänger der Revolution es wagen sollten, ihrem König etwas anzutun.

Für die radikalen Revolutionäre stand spätestens zu diesem Zeitpunkt fest, dass Ludwig XVI. in die Angriffe Österreichs und Preußens auf Frankreich verwickelt war.

Sturm auf die Tuilerien

Als Reaktion auf das Manifest kam es am 10. August 1792 zum sogenannten Sturm auf die Tuilerien. Zahlreiche Revolutionsanhänger (vorwiegend Sansculotten) stürmten die königliche Residenz. Ludwig XVI. konnte entkommen und suchte Zuflucht bei der Nationalversammlung, doch dort wurde er festgenommen und unter Arrest gestellt – nun war Ludwig XVI. ein Gefangener.

Am 21. September 1792 wurde dann die Französische Republik ausgerufen und die Nationalversammlung durch den neu gewählten Nationalkonvent ersetzt. Der König wurde indes von all seinen Ämtern suspendiert.

Wenn Du wissen möchtest, wer genau die Sansculotten waren und welche Rolle sie bei der Französischen Revolution spielten, dann wirf gerne einen Blick in die Erklärung "Sansculotten" hier auf StudySmarter!

Prozess gegen Ludwig XVI.

Kurze Zeit später erwirkten die Jakobiner, die radikale Fraktion des Konvents unter Führung von Maximilien de Robespierre, ein Verfahren gegen Ludwig XVI. – die Anklage lautete Landesverrat.

Am 11. Dezember 1792 fand der Prozessauftakt statt. Am 17. Januar 1793 wurde Ludwig XVI. des Hochverrats für schuldig befunden und mit einer Mehrheit der Stimmen im Nationalkonvent zum Tode verurteilt.

Ludwig XVI. – Tod

Am 20. Januar 1793 hatte der Konvent darüber beratschlagt, ob das Todesurteil gegen Ludwig XVI. vollstreckt oder eventuell doch ausgesetzt werden sollte. Doch eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte gegen eine solche Aussetzung und so war das Schicksal des Monarchen besiegelt.

Nur einen Tag später, am 21. Januar 1793, wurde Ludwig XVI., der letzte absolutistische König Frankreichs, auf dem Place de la Révolution (heute: Place de la Concorde) in Paris mit der Guillotine hingerichtet.

Ludwigs Frau Marie Antoinette ereilte übrigens nur wenige Monate später das gleiche Schicksal wie ihrem Mann. Auch sie wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Ludwig XVI. – Letzte Worte

Bis zu guter Letzt beteuerte Ludwig XVI. immer wieder seine Unschuld und beharrte darauf, zu Unrecht verurteilt worden zu sein. Als er auf dem Schafott stand, richtete er sich ein letztes Mal an sein Volk und sagte:

Peuple, je meurs innocent! Je pardonne … (Volk, ich sterbe unschuldig! Ich vergebe…)

Wie genau seine Rede weiterging, ist umstritten. Lauter Trommelwirbel der Nationalgarde übertönte seine Stimme absichtlich, während er von seinem Henker gefesselt und unter die Guillotine gelegt wurde.

Die Französische Revolution nach dem Tod von Ludwig XVI.

Die Hinrichtung von Ludwig XVI. löste europaweit Empörung und Bestürzen aus. Anti-revolutionäre Strömungen erhielten Aufwind und Frankreich wurde erneut in einen Krieg mit Preußen, Großbritannien und Österreich verstrickt.

Weiter Informationen zur Französischen Revolution und zu den Entwicklungen in Frankreich nach Ludwigs XVI. Tod findest Du in den weiteren Erklärungen zum Thema hier im Unterset zur "Französischen Revolution".

Ludwig XVI. Zeitstrahl

Ludwig XVI - Das Wichtigste

  • Ludwig XVI. wurde am 23. August 1754 als Prinz Ludwig-August de Bourbon in Versailles geboren. Durch den Tod seines älteren Bruders und seines Vaters wurde Ludwig zum Dauphin und folgte 1774 seinem Großvater Ludwig XV. als König von Frankreich nach.
  • Ludwig XVI. gelang es nicht, die akute Finanzkrise und den drohenden Staatsbankrott Frankreichs in den Griff zu bekommen. Daher berief er 1789 die Generalstände des Landes ein, um über eine Steuerreform abstimmen zu lassen.
  • Durch politisch unkluge Entscheidungen und sein zögerndes Verhalten ebnete Ludwig XVI. aber den Weg für die revolutionäre Nationalversammlung – bald schon hatte die Revolution ganz Frankreich erfasst.
  • Ludwig XVI. versuchte sich immer wieder gegen die Beschlüsse der verfassunggebenden Nationalversammlung zu wehren und seine Macht als absolutistischer König durchzusetzen, musste sich dem Druck der (gewaltbereiten) Revolutionäre aber immer wieder beugen.
  • Nach einem Fluchtversuch mit seiner Familie aus Paris und nach Gerüchten, dass Ludwig XVI. heimlich mit revolutionsfeindlichen Truppen im Ausland in Kontakt stünde, um Frankreich zurückzuerobern, wurde er schließlich am 21. Januar 1793 wegen Landesverrats öffentlich hingerichtet.

Nachweise

  1. Taeger, Angela (2006). Ludwig XVI.: (1754–1793) König von Frankreich. Kohlhammer Verlag.
  2. Abbildung 1: Ludwig XVI. im Jahr 1775. Gemälde von Joseph Siffred Duplessis (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Louis_XVI_of_France.jpg) – Public Domain
  3. Abbildung 2: Marie Antoinette um das Jahr 1775. Gemälde von Jean-Baptiste-André Gautier-Dagoty (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Marie-Antoinette,_1775_-_Mus%C3%A9e_Antoine_L%C3%A9cuyer.jpg) – Public Domain
  4. Abbildung 3: "Ouverture des États généraux à Versailles, 5 mai 1789" (Die Eröffnung der Generalstände in Versaill, 5. Mai 1789) (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Couder_Stati_generali.jpg) – Public Domain
  5. Abbildung 4: Darstellung der Pariser Poissarden (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Poisarden.jpg) – Public Domain
  6. Abbildung 5: Die Verhaftung Ludwigs XVI. in Varennes. Kupferstich von Jean-Louis Prieur, 1804 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arrestation_de_Louis_Capet_%C3%A0_Varennes,_22_juin_1791,_Mus%C3%A9e_de_la_R%C3%A9volution_fran%C3%A7aise_-_Vizille.jpg) – Public Domain

Häufig gestellte Fragen zum Thema Ludwig XVI

Unter Absolutismus versteht man eine Herrschaftsform, bei der eine einzelne Person die uneingeschränkte Staatsgewalt innehat. Im absolutistischen Frankreich war das der König.

Ludwig XVI. war der letzte König des absolutistischen Frankreichs und hatte das Amt zu Beginn der Französischen Revolution 1789 inne. Ludwig XVI. gelang es nicht, die akute Finanzkrise und den drohenden Staatsbankrott des Landes abzuwenden und machte durch sein zögerndes Handeln den Weg frei für die Französische Revolution.  

Ludwigs XVI. Anklage lautete Landesverrat. In den Jahren seiner Herrschaft während der Revolution hatte er es sich immer wieder mit der Nationalversammlung und den Revolutionären verscherzt, so zum Beispiel bei seinem Fluchtversuch ins Ausland. Ludwigs Ruf litt stark und er wurde zunehmend als Verräter bezeichnet. Als das Braunschweiger Manifest verkündet wurde, wurde Ludwig die Zusammenarbeit mit dem feindlichen Preußen im Kampf gegen die Revolution vorgeworfen. 

Ludwig XVI. wurde am 21. Januar 1793 auf dem Place de la Révolution (heute: Place de la Concorde) in Paris mit der Guillotine hingerichtete.

Finales Ludwig XVI Quiz

Frage

Wann wurde Ludwig XVI. geboren?

Antwort anzeigen

Antwort

23. August 1754

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Frage

Wann und wo wurde Ludwig XVI. zum König gekrönt?

Antwort anzeigen

Antwort

11. Juni 1774 in Reims.

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Frage

Wen heiratete Ludwig XVI.?

Antwort anzeigen

Antwort

Marie Antoinette (Maria Antonia), die Tochter des römisch-deutschen Kaisers Franz I. und der österreichischen Erzherzogin Maria Theresia von Habsburg-Lothringen.

Frage anzeigen

Frage

Durch welche militärische Aktion sorgte Ludwig XVI. 1778 für eine enorme Neuverschuldung Frankreichs?

Antwort anzeigen

Antwort

Beitritt Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg

Frage anzeigen

Frage

Was waren die beiden Hauptprobleme Frankreichs zur Zeit von Ludwigs XVI. Herrschaft?

Antwort anzeigen

Antwort

Finanzkrise

Frage anzeigen

Frage

Was tat Ludwig XVI. als letzten Versuch, die Finanzkrise abzuwenden?

Antwort anzeigen

Antwort

Er wollte eine Steuerreform umsetzen und berief dazu 1789 die Generalstände ein. 

Frage anzeigen

Frage

Was geschah auf der Versammlung der Generalstände?

Antwort anzeigen

Antwort

Ludwigs XVI. Reform wurde zugestimmt und seine Macht gefestigt.

Frage anzeigen

Frage

Was tat Ludwig XVI. als ihm die Nationalversammlung zum ersten Mal die Dokumente für das Ende des Feudalsystems und für die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte vorlegte?

Antwort anzeigen

Antwort

Er unterzeichnete sie zustimmen.

Frage anzeigen

Frage

Weshalb kam es zum Brotmarsch der Poissarden?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Bevölkerung litt Hunger, während in Versailles üppige Feste gefeiert wurden.

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Frage

Ludwig XVI. und die königliche Familie schürten den Unmut der Bevölkerung vor allem durch ihre _____ am Hof von Versailles.

Antwort anzeigen

Antwort

Verschwendungssucht 

Frage anzeigen

Frage

Weshalb drängten die Demonstranten des Brotmarsches die königliche Familie zur Umsiedlung nach Paris?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Der König sollte das Leid vor Ort sehen.
  • Im Paris konnte die königliche Familie besser kontrolliert und beobachtet werden.

Frage anzeigen

Frage

Wieso kam es zur Flucht nach Varennes?

Antwort anzeigen

Antwort

Ludwig XVI. fürchtete die Gewaltbereitschaft der Revolutionäre, eine Verhaftung durch die Nationalgarde und seine Absetzung. 

Frage anzeigen

Frage

Was war Ludwigs XVI. Ziel bei der Flucht nach Varennes?

Antwort anzeigen

Antwort

Er wollte ins Ausland, vermutlich um dort mit anderen geflüchteten französischen Adligen eine neue Armee aufzustellen. 

Frage anzeigen

Frage

Die Flucht nach Verennes .....

Antwort anzeigen

Antwort

scheiterte.

Frage anzeigen

Frage

Nach dem gescheiterten Fluchtversuch musste Ludwig am 14. September 1791 _____.

Antwort anzeigen

Antwort

den Eid auf die neue Verfassung von Frankreich schwören. 

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutete die Verabschiedung der Verfassung für Ludwig XVI.?

Antwort anzeigen

Antwort

Der König musste sich nun an die Vorschriften und Regularien der Verfassung halten und hatte seine absolutistische Macht endgültig verloren. 

Frage anzeigen

Frage

Was wurde Ludwig XVI. nach dem Braunschweiger Manifest vorgeworfen?

Antwort anzeigen

Antwort

Heimliche Korrespondenz und Zusammenarbeit mit den feindlichen Truppen Preußens, die das revolutionäre Frankreich angriffen. 

Frage anzeigen

Frage

Was war die Folge des Braunschweiger Manifestes in Paris?

Antwort anzeigen

Antwort

Sturm auf die Tuilerien und Verhaftung Ludwigs XVI. 

Frage anzeigen

Frage

Wie lautete die Anklage beim Prozess gegen Ludwig XVI.?

Antwort anzeigen

Antwort

Landesverrat/ Hochverrat

Frage anzeigen

Frage

Wann und wo wurde Ludwig XVI. hingerichtet?

Antwort anzeigen

Antwort

Am 21. Januar 1793 auf dem Place de la Révolution (heute: Place de la Concorde) in Paris.

Frage anzeigen

Frage

Welche Folge hatte Ludwigs XVI. öffentliche Hinrichtung?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Anti-revolutionäre Strömungen erhielten Aufwind.
  • Frankreich wurde erneut in einen Krieg mit Preußen, Großbritannien und Österreich verstrickt. 

Frage anzeigen

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