Sansculotten

Eine der treibenden Kräfte der Französischen Revolution waren die sogenannten Sansculotten, das Pariser Kleinbürger- und Arbeitertum. Sie organisierten einen Aufstand für mehr soziale Gerechtigkeit und politische Mitbestimmung. Welche Bedeutung die Sansculotten für die Französische Revolution hatten, erfährst Du hier.

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsangabe

    Sansculotten Definition

    Diese Definition fasst zusammen, um wen es sich bei den Sansculotten handelt:

    Der Begriff "Sansculotte" war im 18. Jahrhundert eine Bezeichnung für Mitglieder der französischen Unterschicht und war ursprünglich abwertend gemeint.

    Während der Französischen Revolution aber bezeichnete "Sansculotte" ein Kollektiv aus politisch aktiven Mitgliedern des Kleinbürger-, Arbeiter- und Handwerkertums (vorwiegend in Paris), die für die Revolution und gegen das Ancien Régime (alte Ordnung) kämpften. Die Sansculotten waren für ihre Radikalität und ihre teils hohe Gewaltbereitschaft bekannt.

    Sansculotte – Wortbedeutung

    Sansculotte bedeutet wörtlich übersetzt "ohne Kniebundhose" (sans = "ohne" ; culotte = "Kniebundhose"). Im 18. Jahrhundert war die Kniebundhose ein Kleidungsstück, das nur von Adeligen und reichen Großbürgern getragen wurde. Jemand "ohne Kniebundhose", also ein Sansculotte, war folglich jemand aus der gesellschaftlichen Unterschicht.

    Sansculotten – Kleidung

    Doch welche Kleidung trugen die Sansculotten, wenn sie keine Kniebundhose trugen? Normalerweise bestand ihre Kleidung aus einer für die tägliche Arbeit geeigneten langen Hose (meist gestreift, bei den Frauen war es ein langer Rock), dazu wurden oft einfache Hemden, kurz geschnittene Jacken und Holzschuhe getragen.

    Die langen Hosen wurden später zu einem Symbol in Opposition gegenüber dem Adel – die Sansculotten wollten sich mit ihrer Kleidung bewusst von der unbeliebten Oberschicht abgrenzen.

    Im Laufe der Französischen Revolution gesellte sich noch die rote Jakobinermütze zur Kleidung der Sansculotten hinzu – dazu erfährst Du aber später noch Genaueres!

    Sansculotten Kleidung StudySmarter

    Abbildung 1: Typische Kleidung der Sansculotten (mit Jakobinermütze)

    Weibliche Sansculotten

    Auch viele Frauen waren während der Französischen Revolution politisch aktiv und forderten soziale Gerechtigkeit. So ist es wenig verwunderlich, dass sich auch weibliche Mitglieder der Unterschicht der Bewegung der Sansculotten anschlossen oder zugehörig fühlten und/oder an Aufständen und Protesten des Sansculotten teilnahmen. Dennoch bildeten stets die Männer die Mehrheit der Sansculotten und waren federführend!

    Sansculottes und die Französische Revolution

    Die Gruppierung der Sansculotten (franz. Plural: Sansculottes) wurde durch die Französische Revolution begünstigt: Seit Beginn der Revolution 1789 hatte sich nach und nach eine Art Kollektivbewusstsein im politisch unzufriedenen Kleinbürger- und Arbeitertum (vor allem bei der Stadtbevölkerung in Paris) gebildet und so entstand die große Gruppe derjenigen, die sich als Sansculotten bezeichneten.

    Hinweis:

    Sansculotten gab es zwar in ganz Frankreich, doch vor allem in Paris machten sie sich einen Namen und hatten maßgeblichen Einfluss auf die Revolution. Wenn im Folgenden also von den Sansculotten die Rede ist, so sind die Pariser Sansculotten gemeint.

    Gründe für die Unzufriedenheit

    Die Unzufriedenheit der Bürger und Bürgerinnen resultierte in erster Linie aus der anhaltenden Hungersnot, der schlechten wirtschaftlichen Lage und der Untätigkeit des französischen Königs Ludwig XVI. etwas gegen diese Probleme zu unternehmen. Das Land und seine Bevölkerung hatten sehr unter der absolutistischen Herrschaft der Könige und deren Verschwendungssucht gelitten – der Staatsbankrott war nahe und die Lebensbedingungen der einfachen Bevölkerung waren miserabel.

    Im Jahr 1789 rief sich schließlich der Dritte Stand bei den Generalständen zur Nationalversammlung aus und die Französische Revolution begann – nun erhofften sich auch die einfachen Bürger und Bürgerinnen politische Repräsentation und Mitspracherecht und eine Besserung der Allgemeinsituation.

    Genaueres über den Dritten Stand, die Generalstände und die Nationalversammlung erfährst Du in der Erklärung "Ballhausschwur". Und wenn Du noch mehr zu König "Ludwig XVI." wissen möchtest, dann wirf einen Blick in die gleichnamige Erklärung hier auf StudySmarter!

    Die Forderungen der Sansculotten

    Im Angesicht der bevorstehenden Umwälzungen im Zuge der Französischen Revolution formulierten auch die Sansculotten konkrete Forderungen und Ziele, die sie verwirklicht sehen wollten. Unter anderem:

    • Soziale Gerechtigkeit und Gleichheit.
    • Wirtschaftliche Gerechtigkeit und Gleichheit.
    • Konkrete politische Mitbestimmung des Volkes.
    • Die Abschaffung der Privilegien, die der Adel und der Klerus genossen.
    • Die Einführung von Preiskontrollen, um eine Versorgung mit erschwinglichen Lebensmitteln zu gewährleisten.
    • Die Einführung von festen Arbeitslöhnen.
    • Bessere Bildung.
    • Einführung von Maßnahmen gegen konter-revolutionäre Strömungen, um die Französische Revolution zu schützen.

    Bei der Durchsetzung dieser Ziele zeichneten sich die Sansculotten durch ihre radikale Haltung aus. Wenn es sein musste, konnte der revolutionäre Umbruch auch durch Gewalt erwirkt werden.

    Die Organisation der Sansculotten

    Anfangs agierten die Pariser Sansculotten unorganisiert, gelegentlich kam es in einzelnen Stadtteilen zu Protesten oder Aufständen.

    Die Pariser Sektionen

    Doch in einem Beschluss der Nationalversammlung vom Mai 1790 wurde Paris, zur Stärkung der bürgerlichen Selbstverwaltung, neu geordnet, und zwar in insgesamt 48 "Sektionen" (Wahlkreise).

    Jede Sektion hatte ein eigenes Revolutionskomitee, ein Zivilkomitee und auch eine bewaffnete Truppe. Die Sansculotten etablierten sich zunehmend in diesen Komitees und nutzten sie dann, um sich gezielt in den Stadtteilen zu organisieren. Als Mitglieder der Komitees war es ihnen auch möglich, ihre Forderungen in Form von Petitionen an die Pariser Commune (Regierungsrat der Stadt Paris) und die Nationalversammlung weiterzuleiten.

    Unter dem steigenden Einfluss der Sansculotten radikalisierten sich die Komitees der Sektionen zunehmend.

    Die Pariser Commune

    Und auch in der Pariser Commune unterstützten die Sansculotten die radikalen Anhänger und Fraktionen und gaben diesen somit Rückhalt gegen die gemäßigteren Stimmen. Die Pariser Commune, unter zunehmendem Einfluss der Sansculotten und wachsender Dominanz anderer radikaler Vertreter (vor allem Jakobiner), organisierte im Zuge der Revolution immer wieder größerer Aufstände, an denen auch zahlreiche Sansculotten teilnahmen.

    Radikalisierung der Sansculotten

    Die Sansculotten waren bereits zu Beginn Vertreter einer eher radikalen Revolution, doch im Jahr 1791 verschärfte sich diese Haltung noch einmal. Der Grund dafür war folgender:

    Nach seinem gescheiterten Fluchtversuch im Juni 1791, hatte König Ludwig XVI. sein Ansehen und das Vertrauen der französischen Bevölkerung weitestgehend verloren. Dennoch beschloss die Nationalversammlung den König im Amt zu belassen und verabschiedete mit der neuen Verfassung 1791 eine konstitutionelle Monarchie unter Ludwig XVI.

    Zudem räumte die Verfassung dem Monarchen ein Vetorecht in der Nationalversammlung ein, von dem dieser auch ausgiebig Gebrauch machte, um radikal-revolutionäre Beschlüsse der Nationalversammlung immer wieder zu verhindern.

    Die Verfassung und das Wahlrecht

    Doch nicht nur das königliche Vetorecht verstimmte die Sansculotten, sondern auch das in der Verfassung neu eingeführte Zensuswahlrecht. Mit der Verfassung hatten das einfache Bürgertum die Hoffnung, nun endlich politisch mitbestimmen zu können, doch das war ein Trugschluss. Wählen durften nämlich nur die sogenannten "Aktivbürger".

    Aktivbürger war jeder, der:

    • männlich,
    • über 25 Jahre alt,
    • Steuern in einer bestimmten Höhe (drei Tageslöhne im Monat) bezahlte
    • und der Eigentümer oder Mieter eines Besitzes (Haus, Wohnung) war.

    Erneut konnten also nur Personen mit einem bestimmten Vermögen wählen. Du kannst Dir vielleicht vorstellen, dass das damals nur auf einen kleinen Teil der Bevölkerung zutraf. Frauen wurden prinzipiell von der Wahl ausgeschlossen und auch die meisten männlichen Landarbeiter, Kleinbürger und Handwerker waren im Auge der neuen Verfassung noch immer zu arm, um politisch mitbestimmen zu können.

    Auch deshalb trieben unter anderem die Sansculotten die Revolution nach 1791 noch immer weiter voran, denn für sie waren die Ziele noch nicht erreicht. Für die Sansculotten durfte die Revolution erst enden, wenn wirklich alle Mitglieder der Bevölkerung sozial und wirtschaftlich gleich waren.


    Durch die Französische Revolution hatten sich das Kleinbürger- und Arbeitertum eine Besserung der Lebensbedingungen erhofft – diese blieb jedoch aus. Und je länger das soziale und wirtschaftliche Elend andauerte, umso größer wurde die Wut der Bürger und Bürgerinnen auf den König und die konservativen und/oder gemäßigten Abgeordneten der Nationalversammlung, die einen radikalen Vorstoß der Revolution immer wieder verhinderten.

    So kam es auch, dass sich die Sansculotten immer stärker radikalisierten und ihre Gewaltbereitschaft gegenüber den Konter-Revolutionären und Feinden der Revolution enorm anstieg.

    Das revolutionäre Wirken der Sansculotten

    Im Laufe der Französischen Revolution waren die Pariser Sansculotten immer wieder an wichtigen Schlüsselereignissen beteiligt.

    Sturm auf die Tuilerien

    Als das revolutionäre Frankreich 1792 schließlich in einen Krieg mit Preußen und Österreich verwickelt wurde, eskalierte der Konflikt zwischen den radikalen Sansculotten und dem König endgültig.

    Im Juli 1792 erreichte ein Schreiben des preußischen Truppenanführers (Herzog von Braunschweig) die Pariser Bevölkerung. Darin forderte der Herzog die vollumfängliche Wiedereinsetzung Ludwigs als absolutistischen Herrscher und drohte den Revolutionären mit einem Angriff auf Paris und blutigen Kämpfen, sollten sie dem König etwas zuleide tun.

    Für die Sansculotten und die anderen radikalen Anhänger der Revolution stand nun fest, dass der König nicht nur aktiv versuchte, die Revolution mit seinem Veto zu behindern, sondern dass er auch mit feindlichen Truppen im Ausland kooperierte.

    Der König und die Monarchie schienen für die Revolution untragbar geworden zu sein.

    Sansculotten Sturm auf die Tuilerien StudySmarterAbbildung 2: Der Sturm auf die Tuilerien am 10. August 1792

    Als Reaktion auf die Ereignisse versammelten sich am 10. August 1792, organisiert durch die Paris Commune, rund 30.000 Sansculotten und Mitglieder der Nationalgarde und stürmten zusammen die Tuilerien, um den König festzunehmen. Ludwig XVI. gelang es vor dem wütenden Mob zu fliehen. Er begab sich zur Nationalversammlung, wurde dort aber auf Druck der verärgerten Demonstranten von den Abgeordneten festgenommen. Kurze Zeit später, am 21. September 1792, wurde in Frankreich offiziell die Republik ausgerufen und so die Monarchie beendet. Ludwig XVI. wurde der Prozess gemacht und er wurde wegen Hochverrats hingerichtet.

    Ohne die große Anzahl der radikalen und gewaltbereiten Sansculotten wäre es wohl nicht oder erst sehr viel später zum Sturz der französischen Monarchie gekommen.

    Die Jakobiner und Sansculotten

    Bereits in der ersten Phase der Revolution hatten die Sansculotten die radikalen Jakobiner unterstützt, da diese ihre Forderungen nach sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit am ehesten zu erfüllen schienen und ähnliche Ziele verfolgten.

    Die "Jakobiner" waren ein radikaler politischer Klub, der während der Französischen Revolution einen Umsturz durch Gewalt forderten. Ziel der Jakobiner war die Schaffung einer französischen Republik.

    Die Mitglieder der Jakobiner waren treibende Kräfte sowohl in der revolutionären Nationalversammlung als auch im darauffolgenden Nationalkonvent.

    Übrigens: Als Unterstützer der Jakobiner übernahmen die Sansculotten auch die bereits erwähnte rote Jakobinermütze, die bald ebenso wie die gestreifte lange Hose zu einem ihrer Erkennungsmerkmale werden sollte.

    Auch nach dem Ausruf der Republik und im 1792 neu gewählten Nationalkonvent konnten die Jakobiner ihre Vormachtstellung durch die Beihilfe der Sansculotten erneut behaupten. Die Sansculotten bildeten eine breite bürgerliche Unterstützerbasis für die Jakobiner und trugen so dazu bei, dass der Nationalkonvent unter deren Führung zunehmend radikalisiert werden konnte.

    Sansculotten – Aufstand

    Eines der bedeutendsten Ereignisse für das Bündnis der Sansculotten und der Jakobiner war der Aufstand der Sansculotten im Juni 1793.

    Die Jakobiner wollten die Mehrheit im Konvent erlangt, die einzigen, die ihnen dabei noch im Weg standen, waren die Abgeordneten der gemäßigten Girondisten. Oberstes Ziel des jakobinischen Anführers Maximilien de Robespierre und auch vieler Sansculotten war es, die gemäßigten Stimmen endgültig aus dem Konvent zu vertreiben. Denn auch den Sansculotten waren die Girondisten ein Dorn im Auge, da sie sich gegen wirtschaftliche Reformen aussprachen, die sich das Kleinbürger- und Arbeitertum aber wünschten.

    Im Mai 1793 mobilisierten sich die Sansculotten unter Einfluss der Jakobiner zunehmend. Dem Konvent unter der Führung der Girondisten blieb nichts anders übrig, als gegen die radikalisierte Pariser Commune und die Sektionskomitees vorzugehen. Doch statt die Lage unter Kontrolle zu bringen, kam es vom 31. Mai bis 02. Juni 1793 zu einem Aufstand.

    Schätzungen nach nahmen bis zu 80.000 Menschen an diesem Aufstand teil!

    Sansculotten Aufstand Sansculotten 1793 StudySmarterAbbildung 3: Belagerung des Sitzungssaals des Konvents in den Tuilerien durch die Sansculotten und die Nationalgarde während des Aufstandes vom 02. Juni 1793.

    Die wütenden Sansculotten belagerten den Sitzungssaal des Konvents in den Tuilerien und forderten unter Androhung von Kanonenfeuer die Auslieferung der führenden Girondisten. Sollte der Konvent ihren Forderungen nicht nachkommen, würden die Sansculotten den Konvent stürzen.

    Um den Konvent zu schützen, beschlossen die Abgeordneten, die 29 bedeutendsten Vertreter der Girondisten an die Demonstranten auszuliefern. Eben jene wurden schließlich von den Aufständischen hingerichtet und die radikalen Jakobiner nutzten diese Gelegenheit, um die Mehrheit im Konvent zu ergreifen.

    Die Sansculotten verhalfen den Jakobinern also dazu, den Konvent von gemäßigten Stimmen zu befreien und so die Vormachtstellung in der revolutionären Regierung zu ergreifen. Erst dieses Ereignis ebnete den Weg für Robespierre und die zweite Phase der Französischen Revolution – die Schreckensherrschaft der Jakobiner.

    Weitere Informationen rund um die "Jakobiner", ihre Politik und ihr Wirken während der Französischen Revolution findest Du in der gleichnamigen Erklärung!

    Ende der Sansculotten

    Im Zuge der jakobinischen Schreckensherrschaft wurden die Sansculotten immer mehr zu einem Machtinstrument von Robespierre. Die radikalen und gewaltbereiten Sansculotten unterstützten Robespierre im Kampf gegen die Feinde der Revolution und befürworteten sein hartes Vorgehen. Durch etwa ein stark ausgeprägtes Denunziantentum trugen die Sansculotten maßgeblich dazu bei, dass die Jakobiner ihrer Terrorherrschaft im revolutionären Frankreich so umfänglich installieren konnten.

    Zur Zeit des großen Terrors nutzten viele konter-revolutionäre Anhänger die markante Kleidung der Sansculotten, um sich als Unterstützer der Revolution und der Jakobiner zu tarnen.

    Robespierres Politik der Gewalt zeigte Wirkung und das Land konnte stabilisiert werden. Dennoch wollte Robespierre den Terror nicht beenden und die Hinrichtungen gingen immer weiter. Aufgrund dieser Brutalität verlor der Jakobiner-Anführer zahlreiche seiner Anhänger, auch viele der Sansculotten wandten sich von ihm ab.

    Im Juli 1794 wurde Robespierre schließlich gestürzt und hingerichtet. Damit endete nicht nur die Herrschaft der Jakobiner, sondern auch der politische Einfluss der Sansculotten – die radikale Bürgerbewegung verlor zunehmend an Bedeutung, als die Französische Revolution in ihre dritte Phase überging.

    Sansculotten – Bedeutung für die Französische Revolution

    Die Sansculotten waren eine reine Bürgerbewegung und hatten dennoch eine hohe Bedeutung, denn sie wurden zu einer treibenden Kraft der Französischen Revolution. Ohne ihren Einfluss hätte viele der Schlüsselereignisse der Revolution vermutlich niemals stattgefunden. Nur durch die Sansculotten wurde der französischen Monarchie ein Ende gesetzt, und nur durch die Unterstützung der Sansculotten konnten die Jakobiner ihre Schreckensherrschaft beginnen.

    Zwar wurden die Sansculotten oft von der revolutionären Regierung (primär unter den Jakobinern) instrumentalisiert, doch dadurch, dass die Regierung auf ihre Unterstützung angewiesen war, konnten die Sansculotten die Gelegenheit nutzten, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen.

    Sansculotten – Das Wichtigste

    • Sansculotten Definition: Die Sansculotten waren ein Kollektiv aus politisch aktiven Mitgliedern der sozialen Unterschicht, das für die Französische Revolution und gegen die alte Ordnung kämpfte.
      • Die Sansculotten waren für ihre Radikalität und ihre teils hohe Gewaltbereitschaft bekannt.
    • Die Sansculotten forderten:
      • mehr soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit und Gleichheit
      • mehr politische Mitbestimmung
      • die Abschaffung der adeligen Privilegien
      • feste Arbeitslöhne und eine Preiskontrolle für erschwingliche Lebensmittel
    • Ab 1790 begann die Pariser Sansculotten, sich in den Pariser Sektionen (Wahlkreisen) und in der Pariser Commune (Stadtregierung) zu organisieren.
    • Jakobiner und Sansculotten: Politisch unterstützten die Sansculotten die radikalen Jakobiner, da diese ihre Forderungen am ehesten zu erfüllen schienen und ähnliche Ziele verfolgten.
    • Sansculotten Aufstand: Die Pariser Sansculotten waren maßgeblich an Schlüsselereignissen der Französischen Revolution beteiligt:
      • Sturm auf die Tuilerien 1792, infolgedessen die französische Monarchie endete
      • Aufstand der Sansculotten 1793


    Nachweise

    1. Soboul, Albert (1978). Französische Revolution und Volksbewegung, die Sansculotten : die Sektion von Paris im Jahre II. Suhrkamp Verlag.
    2. Abbildung 1: Typische Kleidung der Sansculotten (mit Jakobinermütze) (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sans-Culottes.jpg) – Public Domain
    3. Abbildung 2: Der Sturm auf die Tuilerien am 10. August 1792 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tuileries10.Aug.1792.jpg) – Public Domain
    4. Abbildung 3: Belagerung des Sitzungssaals des Konvents in den Tuilerien durch die Sansculotten und die Nationalgarde während des Aufstandes vom 02. Juni 1793. (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:La_chute_des_Girondins.jpg) – Public Domain
    Häufig gestellte Fragen zum Thema Sansculotten

    Welche sozialen Gruppen bildeten die Sansculotten?

    Die soziale Unterschicht bildete die Sansculotten. Zu den Sansculotten zählten vor allem Kleinbürger, Arbeiter und Handwerker. 

    Warum ist der Einfluss der Sansculotten 1792 gewachsen?

    Der Einfluss der Sansculotten wuchs 1792, da mit ihrer Hilfe die französische Monarchie beendet und die Republik ausgerufen wurde. Die politisch von den Sansculotten unterstützten Jakobiner wurden daraufhin eine der beiden treibenden Kräfte im Nationalkonvent. Durch den Aufstieg der Jakobiner vergrößerte sich auch der Einfluss der Sansculotten als deren Verbündete.

    Wer waren die Sansculotten und Jakobiner?

    Die Sansculotten waren ein Kollektiv aus politisch aktiven Kleinbürgern, Arbeitern und Handwerkern. Sie hatten ähnliche Forderungen und eine ähnlich radikale Einstellung wie der politische Klub der Jakobiner, der sowohl in der Nationalversammlung als auch im Nationalkonvent vertreten war. So kam es auch, dass sie Sansculotten die Jakobiner politisch unterstützten. 

    Was waren die Ziele der Sansculotten?

    Die Ziele der Sansculotten waren primär mehr soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit und Gleichheit, mehr politische Mitbestimmung, die Abschaffung der adeligen Privilegien sowie feste Arbeitslöhne und eine Preiskontrolle für erschwingliche Nahrungsmittel. 

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