Inhaltsverzeichnis▼
- Guillotine im Steckbrief
- Woher der Name Guillotine kommt
- Wer die Guillotine wirklich baute
- Warum eine neue Hinrichtungsmethode?
- Aufbau und Funktionsweise
- Einführung 1792 und erste Hinrichtung
- Symbol der Revolution und der Terrorherrschaft
- Spätere Verwendung und Abschaffung
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Guillotine im Steckbrief
Die Guillotine ist eine mechanische Hinrichtungsmaschine, ein sogenanntes Fallbeil, mit dem Verurteilte durch Enthauptung getötet wurden. Sie wurde 1792 in Frankreich eingeführt, ist nach dem Arzt Joseph-Ignace Guillotin benannt und gilt bis heute als eines der bekanntesten Symbole der Französischen Revolution.
| Steckbrief | Guillotine |
|---|---|
| Art | mechanisches Fallbeil zur Enthauptung |
| Benannt nach | Joseph-Ignace Guillotin (Arzt und Abgeordneter) |
| Vorschlag | 10. Oktober 1789 in der Nationalversammlung |
| Konstruktion | Entwurf: Antoine Louis · Bau: Tobias Schmidt |
| Eingeführt | Dekret vom 20. März 1792, erste Hinrichtung 25. April 1792 |
| Bekannt für | Symbol der Revolution und der Terrorherrschaft 1793/94 |
Die Guillotine gehört zu den bekanntesten Gegenständen der Französischen Revolution. Sie ist zugleich ein technisches Objekt und ein politisches Symbol: Gedacht war sie als eine Methode, die alle Verurteilten unabhängig von ihrem Stand gleich behandelt. Während der radikalen Phase der Revolution wurde sie jedoch zum Werkzeug massenhafter Hinrichtungen. Genau dieser Widerspruch macht sie für den Geschichtsunterricht so aufschlussreich.
Woher der Name Guillotine kommt
Die Guillotine ist nach dem Arzt Joseph-Ignace Guillotin benannt. Er erfand das Gerät nicht, sondern schlug 1789 in der Nationalversammlung eine mechanische, für alle Stände gleiche Hinrichtungsmethode vor. Weil sein Name im Sprachgebrauch hängen blieb, trägt die Maschine bis heute seinen Namen.
Am 10. Oktober 1789 hielt der Arzt und Abgeordnete Joseph-Ignace Guillotin in der französischen Nationalversammlung eine Rede. Er forderte, die damals üblichen, sehr grausamen und entehrenden Hinrichtungsarten abzuschaffen und durch eine einheitliche, mechanische Methode zu ersetzen. Sein Anliegen war ausdrücklich, das Leiden zu verkürzen und alle Verurteilten gleich zu behandeln.
Guillotin selbst hat die Maschine weder erfunden noch gebaut. Dass sein Name dennoch dauerhaft mit ihr verbunden blieb, empfand er später als schwere Belastung. Die Öffentlichkeit und die Presse setzten die Bezeichnung „Guillotine“ durch, obwohl das Gerät zunächst anders hieß. Für die Klausur ist dieser Punkt wichtig: Der Namensgeber ist nicht der Erfinder.
Wer die Guillotine wirklich baute
Den technischen Entwurf lieferte der Chirurg Antoine Louis, gebaut wurde die erste Maschine vom Klavierbauer Tobias Schmidt. Wegen dieses Ursprungs hieß das Gerät zunächst „Louisette“ oder „Louison“, ehe sich der Name Guillotine durchsetzte.
Nachdem der Vorschlag Guillotins angenommen worden war, beauftragte die Nationalversammlung Fachleute mit der Konstruktion. Den entscheidenden technischen Entwurf lieferte Antoine Louis, ein angesehener Chirurg und Sekretär der Chirurgischen Akademie. Er orientierte sich an älteren Fallbeil-Vorrichtungen, die in anderen Ländern bereits bekannt waren.
Gebaut wurde die erste Maschine vom deutschstämmigen Klavierbauer Tobias Schmidt in Paris. Nach dem Namen des Konstrukteurs Louis nannte man das Gerät anfangs „Louisette“ oder „Louison“. Erst später verdrängte der Name „Guillotine“ diese Bezeichnung. Wer die Guillotine für die Klausur einordnet, sollte diese drei Personen sauber unterscheiden können.
| Person | Rolle |
|---|---|
| Joseph-Ignace Guillotin | Arzt und Abgeordneter, schlug die Methode 1789 vor (Namensgeber) |
| Antoine Louis | Chirurg, lieferte den technischen Entwurf (Name „Louisette“) |
| Tobias Schmidt | Klavierbauer, baute die erste Maschine |
Warum eine neue Hinrichtungsmethode?
Die Guillotine sollte eine schnelle und für alle Stände gleiche Hinrichtung ermöglichen. Vorher hing die Art der Hinrichtung stark vom Stand ab: Adlige wurden mit dem Schwert enthauptet, während für andere qualvollere Methoden vorgesehen waren. Die neue Maschine passte zum Gleichheitsgedanken der Revolution.
Vor der Revolution war das Strafrecht in Frankreich stark vom Stand der verurteilten Person abhängig. Angehörige des Adels wurden mit dem Schwert enthauptet, was als vergleichsweise „ehrenvoll“ galt. Für Menschen aus einfacheren Verhältnissen waren dagegen deutlich grausamere Hinrichtungsarten vorgesehen. Diese Ungleichheit widersprach dem Grundgedanken der Revolution, dass alle Bürgerinnen und Bürger gleich sein sollten.
Ein weiterer Kritikpunkt betraf die Zuverlässigkeit: Enthauptungen mit dem Schwert misslangen immer wieder, was zusätzliches Leiden verursachte. Die Idee hinter der Guillotine war deshalb doppelt: Sie sollte den Tod möglichst schnell herbeiführen und sie sollte für alle gleich sein. In dieser Verbindung von Technik und Gleichheitsidee liegt der Grund, warum das Gerät gerade in der Revolutionszeit eingeführt wurde.
| Vor der Guillotine | Mit der Guillotine |
|---|---|
| Methode hing vom Stand ab | gleiche Methode für alle Verurteilten |
| Enthauptung mit dem Schwert (Adel), andere Methoden für den Rest | ein einziges mechanisches Verfahren |
| Ausgang von der Erfahrung des Henkers abhängig | gleichbleibender, mechanischer Ablauf |
Aufbau und Funktionsweise
Eine Guillotine besteht aus einem hohen Holzgestell mit zwei Führungsschienen, in denen ein beschwertes, schräg geschliffenes Fallbeil gleitet. Ein Halsbrett (Lünette) fixiert den Hals, ein Kippbrett (Bascule) hält den Körper. Wird der Mechanismus gelöst, fällt das Beil geführt herab und trennt den Kopf ab.
Der Aufbau der Guillotine ist bewusst einfach und robust gehalten. Zwei etwa drei Meter hohe senkrechte Pfosten bilden das Gestell und zugleich die Führung für das Fallbeil. Am oberen Ende hängt ein schwerer, beweglicher Schlitten, an dem die Klinge befestigt ist. Dieser beschwerte Block wird im Französischen „Mouton“ genannt und sorgt dafür, dass das Beil mit genügend Kraft nach unten gleitet.
Am unteren Ende befinden sich zwei zentrale Bauteile: die Lünette, ein zweiteiliges Halsbrett mit halbrunder Aussparung, das den Hals in Position hält, und die Bascule, ein Kippbrett, auf dem die verurteilte Person zunächst waagerecht liegt. Löst der Henker den Haltemechanismus, fällt das Beil in seiner Schiene herab. Der Vorgang ist damit rein mechanisch und läuft immer gleich ab.
Oft wird erzählt, König Ludwig XVI. habe als technikbegeisterter Hobby-Schlosser die schräge statt einer halbmondförmigen Klinge empfohlen. Diese Anekdote stammt aus späteren Erinnerungen und gilt in der Forschung als umstrittene Legende, nicht als gesicherter Fakt. Belegt ist dagegen, dass die schräge Schneide sich in Versuchen als zuverlässiger erwies.
Einführung 1792 und erste Hinrichtung
Die Nationalversammlung beschloss die Guillotine per Dekret am 20. März 1792. Ab April 1792 war sie die einzige zugelassene Hinrichtungsmethode. Die erste Hinrichtung fand am 25. April 1792 in Paris statt; hingerichtet wurde der wegen Raubes verurteilte Nicolas Jacques Pelletier.
Nach mehreren Versuchen mit der fertigen Maschine gab die Nationalversammlung grünes Licht. Mit dem Dekret vom 20. März 1792 wurde die Guillotine zur offiziellen und ab April einzigen zugelassenen Hinrichtungsmethode in Frankreich. Damit war der Gleichheitsgedanke im Strafrecht formal umgesetzt: Fortan sollte jede zum Tode verurteilte Person auf dieselbe Weise hingerichtet werden.
Die erste Hinrichtung mit der Guillotine erfolgte am 25. April 1792 auf der Place de Grève in Paris. Der Verurteilte war Nicolas Jacques Pelletier, der wegen Raubes zum Tode verurteilt worden war. In den folgenden Monaten verbreitete sich die Maschine rasch, und sie wurde bald zum festen Bestandteil des öffentlichen Lebens in der Revolutionshauptstadt.
Symbol der Revolution und der Terrorherrschaft
Während der Terrorherrschaft 1793/94 wurde die Guillotine zum Werkzeug massenhafter Hinrichtungen. Zu den bekanntesten Opfern zählen Ludwig XVI. (21. Januar 1793), Marie Antoinette (16. Oktober 1793) und Robespierre (28. Juli 1794). Schätzungen zufolge wurden allein in dieser Phase fast 17.000 Menschen guillotiniert.
Was als Instrument der Gleichheit gedacht war, wurde in der radikalen Phase der Revolution zum Sinnbild politischer Gewalt. Als Terrorherrschaft oder Schreckensherrschaft (La Terreur) bezeichnet man die Zeit ab Juni 1793 bis Juli 1794, in der die Revolutionsregierung mit Notstandsmaßnahmen und einem Revolutionstribunal gegen tatsächliche und vermeintliche Gegner vorging. Die Guillotine stand dabei im Zentrum der öffentlichen Hinrichtungen.
Am 21. Januar 1793 wurde König Ludwig XVI. auf der Place de la Révolution, der heutigen Place de la Concorde, hingerichtet. Seine Frau Marie Antoinette folgte am 16. Oktober 1793. Der Terror traf jedoch längst nicht nur die frühere Königsfamilie: Betroffen waren Adlige, Geistliche und mutmaßliche Royalisten ebenso wie politische Gegner innerhalb der Revolution. Schließlich wurde auch Maximilien Robespierre, eine der zentralen Figuren des Terrors, am 28. Juli 1794 selbst guillotiniert.
Die Guillotine war ein Werkzeug, keine handelnde Person. Über die Hinrichtungen entschieden politische Gremien wie der Nationalkonvent und das Revolutionstribunal. Die hohen Opferzahlen sind Schätzungen und stehen im Zusammenhang mit Krieg, inneren Aufständen und der Radikalisierung der Revolution.
Die Zahlen der Opfer sind bis heute nur schätzbar. Für die etwa einjährige Schreckensherrschaft nennt die Forschung eine Größenordnung von fast 17.000 Guillotinierten allein in Frankreich, hinzu kommen weitere Todesopfer außerhalb dieser Statistik. Gerade weil die Guillotine so eng mit dieser Phase verbunden ist, wurde sie zum bekanntesten Symbol der Französischen Revolution, mit einer widersprüchlichen Doppelbedeutung aus Gleichheitsidee und staatlicher Gewalt.
Spätere Verwendung und Abschaffung
Auch nach der Revolution blieb die Guillotine in Frankreich über lange Zeit die offizielle Hinrichtungsmethode. Die letzte Hinrichtung mit ihr fand am 10. September 1977 statt. 1981 schaffte Frankreich die Todesstrafe unter Präsident François Mitterrand vollständig ab.
Die Guillotine war kein bloßes Werkzeug der Revolutionszeit. Sie blieb in Frankreich über das 19. und einen großen Teil des 20. Jahrhunderts hinweg die reguläre Methode für die Vollstreckung der Todesstrafe. Damit ist sie ein seltenes Beispiel dafür, wie ein Gegenstand aus der Revolution weit über seine Entstehungszeit hinaus in Gebrauch blieb.
Die letzte Hinrichtung mit der Guillotine in Frankreich fand am 10. September 1977 statt. Nur wenige Jahre später kam das endgültige Ende: 1981 unterzeichnete Präsident François Mitterrand, auf Betreiben des Justizministers Robert Badinter, das Gesetz zur Abschaffung der Todesstrafe. Seither ist die Todesstrafe in Frankreich verboten und wurde 2007 zusätzlich in der Verfassung verankert. Die Guillotine ist damit heute ein historisches Museums- und Erinnerungsobjekt.
Karteikarten zur Guillotine
Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Daten und Fakten über die Guillotine, vom Namensgeber über die Konstrukteure bis zur Einführung 1792 und dem Ende in Frankreich, ideal zur schnellen Wiederholung. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und navigiere mit den Pfeilen durch das Set.
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Guillotine, das Wichtigste
Die Guillotine ist ein mechanisches Fallbeil, das 1792 in Frankreich eingeführt wurde. Benannt ist sie nach Joseph-Ignace Guillotin, der sie nur vorschlug; konstruiert wurde sie von Antoine Louis und Tobias Schmidt. Als Symbol der Revolution und der Terrorherrschaft 1793/94 wurde sie weltbekannt. Die letzte Hinrichtung war 1977, die Todesstrafe wurde 1981 abgeschafft.
- Was: mechanisches Fallbeil zur Enthauptung, eingeführt 1792.
- Name: nach dem Arzt Guillotin, der sie nur vorschlug, nicht erfand.
- Konstruktion: Entwurf Antoine Louis, Bau Tobias Schmidt („Louisette“).
- Idee: schnelle, für alle Stände gleiche Hinrichtungsmethode.
- Bedeutung: Symbol der Revolution und Terrorherrschaft (fast 17.000 Opfer 1793/94).
- Ende: letzte Hinrichtung 1977, Todesstrafe 1981 abgeschafft.
Häufige Fragen zur Guillotine
Den technischen Entwurf der Guillotine lieferte der Chirurg Antoine Louis, gebaut wurde die erste Maschine vom Klavierbauer Tobias Schmidt. Der Arzt Joseph-Ignace Guillotin, nach dem sie benannt ist, hat sie nicht erfunden, sondern 1789 nur eine mechanische Hinrichtungsmethode vorgeschlagen.
Der Name geht auf den Arzt und Abgeordneten Joseph-Ignace Guillotin zurück, der 1789 in der Nationalversammlung eine schnelle, für alle Stände gleiche Hinrichtungsmethode vorschlug. Ursprünglich hieß das Gerät „Louisette“ nach dem Konstrukteur Antoine Louis; die Öffentlichkeit setzte jedoch den Namen „Guillotine“ durch.
Joseph-Ignace Guillotin galt als Gegner besonders grausamer Hinrichtungen. Sein Ziel war eine möglichst schnelle und für alle Verurteilten gleiche Methode. Dass ausgerechnet sein Name dauerhaft mit der Maschine verbunden blieb, empfand er als Belastung.
Die Nationalversammlung beschloss die Guillotine per Dekret am 20. März 1792. Die erste Hinrichtung fand am 25. April 1792 in Paris statt; hingerichtet wurde der wegen Raubes verurteilte Nicolas Jacques Pelletier.
Die Guillotine besteht aus einem hohen Holzgestell mit zwei Führungsschienen. In ihnen gleitet ein beschwertes, schräg geschliffenes Fallbeil. Wird der Haltemechanismus gelöst, fällt das Beil herab und trennt den Kopf ab. Die schräge Schneide sorgt dafür, dass der Vorgang zuverlässig und schnell abläuft.
Zu den bekanntesten Hingerichteten zählen König Ludwig XVI. (21. Januar 1793), Königin Marie Antoinette (16. Oktober 1793) und Maximilien Robespierre (28. Juli 1794). Während der Terrorherrschaft wurden zudem tausende weitere Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen guillotiniert.
Schätzungen zufolge wurden allein während der etwa einjährigen Schreckensherrschaft ab Juni 1793 in Frankreich fast 17.000 Menschen mit der Guillotine hingerichtet. Die Zahlen sind Schätzwerte und schwanken je nach Quelle.
Die letzte Hinrichtung mit der Guillotine in Frankreich fand am 10. September 1977 statt. Wenige Jahre später, 1981, schaffte Frankreich die Todesstrafe unter Präsident François Mitterrand vollständig ab.
Die Guillotine stand zugleich für ein Ideal und für Gewalt: Sie sollte alle Verurteilten unabhängig vom Stand gleich behandeln, wurde aber während der Terrorherrschaft zum Werkzeug massenhafter Hinrichtungen. Diese Doppelbedeutung machte sie zum bekanntesten Symbol der Revolution.
Quellen
Die Darstellung stützt sich auf etablierte, wissenschaftlich fundierte Referenzen:
- Guillotine (Geschichte, Technik, Namensherkunft, Terror und Ende). Wikipedia. de.wikipedia.org
- Ludwig XVI. (Hinrichtung am 21. Januar 1793). Wikipedia. de.wikipedia.org
- Todesstrafe in Frankreich (letzte Hinrichtung 1977, Abschaffung 1981). Wikipedia. de.wikipedia.org