Inhaltsverzeichnis▼
- Robespierre im Steckbrief
- Wer war Maximilien Robespierre?
- Herkunft, Ausbildung und Aufstieg
- Rolle in der Revolution und im Wohlfahrtsausschuss
- Was war die Schreckensherrschaft?
- Sturz und Ende am 9. Thermidor
- Historische Bewertung
- Robespierres Ideale und ihr Widerspruch
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Robespierre im Steckbrief
Maximilien de Robespierre (1758–1794) war ein französischer Jurist und einer der führenden Köpfe der Französischen Revolution. Als Wortführer der Jakobiner und Mitglied des Wohlfahrtsausschusses wurde er zur zentralen Figur der Schreckensherrschaft und 1794 selbst gestürzt und hingerichtet.
| Steckbrief | Maximilien Robespierre |
|---|---|
| Geboren | 6. Mai 1758 in Arras (Frankreich) |
| Gestorben | 28. Juli 1794 in Paris (hingerichtet) |
| Beruf | Jurist, Revolutionär, Politiker |
| Beiname | „der Unbestechliche“ (L’Incorruptible) |
| Rolle | Wortführer der Jakobiner, Mitglied des Wohlfahrtsausschusses |
| Bekannt für | zentrale Figur der Schreckensherrschaft 1793/94 |
Wer war Maximilien Robespierre?
Maximilien Robespierre war ein Jurist aus Arras, der in der Französischen Revolution zu einem der einflussreichsten Politiker aufstieg. Als Wortführer der Jakobiner und Mitglied des Wohlfahrtsausschusses prägte er die radikale Phase der Revolution 1793/94 entscheidend mit.
Robespierre gehört zu den bekanntesten und zugleich umstrittensten Gestalten der Französischen Revolution. Als überzeugter Anhänger der Aufklärung, besonders der Ideen Jean-Jacques Rousseaus, trat er für die Volkssouveränität, die Gleichheit vor dem Gesetz und eine Republik ein. Sein Ruf als prinzipientreuer Redner brachte ihm den Beinamen „der Unbestechliche“ ein.
Zugleich ist sein Name eng mit der Schreckensherrschaft verbunden, jener Phase, in der die Revolutionsregierung mit Gewalt gegen ihre Gegner vorging. In der Geschichtswissenschaft wird Robespierre deshalb bis heute widersprüchlich beurteilt: als Verfechter demokratischer Ideale einerseits und als Mitverantwortlicher für den Terror andererseits. Diese Doppelnatur macht ihn zu einer Schlüsselfigur, an der sich die Widersprüche der Revolution besonders deutlich zeigen.
Herkunft, Ausbildung und Aufstieg
Robespierre wuchs in Arras auf, studierte in Paris Rechtswissenschaften und arbeitete danach als Anwalt in seiner Heimatstadt. 1789 wurde er als Vertreter des Dritten Standes in die Generalstände gewählt und begann so seine politische Laufbahn in der beginnenden Revolution.
Geboren wurde Robespierre am 6. Mai 1758 in Arras im Norden Frankreichs. Nach dem frühen Tod der Mutter und dem Weggang des Vaters wuchs er bei Verwandten auf. Ein Stipendium ermöglichte ihm den Besuch des angesehenen Collège Louis-le-Grand in Paris, wo er auch die Schriften der Aufklärung kennenlernte, die sein Denken prägen sollten.
Nach dem Jurastudium ließ er sich um 1781 als Anwalt in Arras nieder. Schon dort fiel er dadurch auf, dass er sich für benachteiligte Mandanten einsetzte und mit den Idealen der Aufklärung argumentierte. Als König Ludwig XVI. 1789 die Generalstände einberief, wurde Robespierre als Abgeordneter des Dritten Standes, also des einfachen Volkes, nach Versailles entsandt.
In Paris schloss er sich dem Klub der Jakobiner an, einer politischen Vereinigung, die für radikale Reformen eintrat. Durch zahlreiche Reden gewann er rasch an Einfluss; im März 1790 wurde er zum Präsidenten des Jakobinerklubs gewählt. Damit war er zu einer festen Größe der revolutionären Politik geworden.
Rolle in der Revolution und im Wohlfahrtsausschuss
Ab September 1792 saß Robespierre im Nationalkonvent, dem neuen Parlament der Republik. Am 27. Juli 1793 trat er in den Wohlfahrtsausschuss ein, das damals mächtigste Regierungsgremium. Dort war er eine führende Stimme, entschied aber nicht allein: Der Ausschuss handelte als zwölfköpfiges Kollektiv.
Nach dem Sturz der Monarchie 1792 wurde Frankreich zur Republik. Im Nationalkonvent gehörte Robespierre zur radikalen Gruppe der Bergpartei (Montagne) und trat für ein hartes Vorgehen gegen die Feinde der Revolution ein. In der Frage um König Ludwig XVI. sprach er sich für dessen Hinrichtung aus, die im Januar 1793 vollzogen wurde.
Die Lage der jungen Republik war zu dieser Zeit dramatisch: Von außen führten mehrere europäische Mächte Krieg gegen Frankreich, im Inneren gab es Aufstände wie in der Vendée. In dieser Notlage schuf der Konvent den Wohlfahrtsausschuss, der mit weitreichenden Vollmachten die Regierung übernahm. Robespierre trat ihm im Juli 1793 bei und wurde dort zu einer der einflussreichsten Personen.
Robespierre war kein Alleinherrscher und hatte kein Staatsamt wie ein König oder Präsident. Er wirkte als eines von zwölf Mitgliedern eines Regierungsausschusses und über seinen Einfluss im Jakobinerklub und im Konvent. Die Maßnahmen der Schreckensherrschaft wurden von diesen Gremien gemeinsam beschlossen.
Was war die Schreckensherrschaft?
Als Schreckensherrschaft (La Terreur) bezeichnet man die Phase 1793/94, in der der Nationalkonvent mit Notstandsmaßnahmen, dem Revolutionstribunal und Massenverhaftungen gegen tatsächliche und vermeintliche Gegner der Revolution vorging. Schätzungen gehen von 25.000 bis 40.000 Todesopfern in ganz Frankreich aus.
Die Schreckensherrschaft war ein Notstandsregime, das der Konvent angesichts von Krieg und inneren Aufständen einrichtete. Ziel war es, die Revolution und die Republik mit allen Mitteln zu verteidigen. Grundlage war unter anderem das Gesetz der Verdächtigen (loi des suspects) vom 17. September 1793, das Verhaftungen auf bloßen Verdacht hin erlaubte. Ein Revolutionstribunal fällte Urteile, gegen die es keine Berufung gab.
Die Opfer kamen aus allen Lagern: Adlige, Priester und mutmaßliche Royalisten ebenso wie politische Gegner innerhalb der Revolution. Historikerinnen und Historiker betonen, dass der Terror kein Werk einer einzelnen Person war, sondern von den revolutionären Gremien insgesamt getragen wurde. Robespierre rechtfertigte die Maßnahmen als vorübergehend notwendig, um die Republik zu retten, eine Deutung, die schon zu seiner Zeit umstritten war.
| Instrument | Funktion |
|---|---|
| Wohlfahrtsausschuss | zwölfköpfiges Regierungsgremium mit Notstandsvollmachten |
| Revolutionstribunal | Sondergericht ohne Berufungsmöglichkeit |
| Gesetz der Verdächtigen (Sept. 1793) | Verhaftung auf Verdacht |
| Gesetz vom 22. Prairial (Juni 1794) | Verschärfung, Beginn der „Grande Terreur“ |
Die Gewalt erreichte im Frühsommer 1794 ihren Höhepunkt, die sogenannte „Grande Terreur“. Das Gesetz vom 22. Prairial (10. Juni 1794) beschleunigte die Verfahren und schränkte die Rechte der Angeklagten weiter ein. Gerade diese Zuspitzung trug dazu bei, dass sich immer mehr Abgeordnete gegen Robespierre und den Ausschuss wandten.
Sturz und Ende am 9. Thermidor
Als der Terror auch ehemalige Verbündete traf, fürchteten viele Abgeordnete um ihr eigenes Leben. Am 9. Thermidor (27. Juli 1794) beschloss der Nationalkonvent Robespierres Verhaftung. Einen Tag später, am 28. Juli 1794, wurde er zusammen mit engen Anhängern hingerichtet. Damit endete die Schreckensherrschaft.
Im Sommer 1794 hatte sich die politische Stimmung gedreht. Die äußere Bedrohung durch die Kriegsgegner ließ nach, während die Härte des Terrors im Inneren immer mehr Kritik hervorrief. Als Robespierre in einer Rede von neuen Verschwörern sprach, ohne Namen zu nennen, fühlten sich viele Abgeordnete bedroht.
Am 9. Thermidor des Revolutionskalenders, dem 27. Juli 1794, kam es im Nationalkonvent zum offenen Bruch. Die Verhaftung Robespierres und einiger Mitstreiter wurde beschlossen. Ein Befreiungsversuch scheiterte. Am folgenden Tag, dem 28. Juli 1794, wurde Robespierre gemeinsam mit rund 21 Anhängern hingerichtet. Sein Sturz markiert das Ende der Schreckensherrschaft und wird als Thermidorianische Reaktion bezeichnet.
Historische Bewertung
Die Bewertung Robespierres ist bis heute umstritten. Für die einen ist er ein früher Verfechter von Demokratie und Menschenrechten, für die anderen ein Mitverantwortlicher für staatliche Gewalt. Die Forschung sieht ihn meist differenziert: als Kind seiner Zeit in einer außergewöhnlichen Ausnahmesituation.
Schon kurz nach seinem Tod wurde Robespierre von den neuen Machthabern zum Sündenbock für den gesamten Terror gemacht, obwohl dieser von vielen getragen worden war. Spätere Deutungen schwankten stark: Im 19. und 20. Jahrhundert galt er je nach politischer Perspektive als Vorbild oder als Warnung.
Die heutige Geschichtswissenschaft ordnet ihn vorsichtiger ein. Sie betont, dass die Schreckensherrschaft in einer extremen Krisensituation aus Krieg und Bürgerkrieg entstand und dass Robespierre weder ihr alleiniger Urheber noch ihr einziger Nutznießer war. Zugleich weist sie darauf hin, dass er die Gewalt öffentlich rechtfertigte. Für den Unterricht eignet sich Robespierre deshalb besonders gut, um zu zeigen, wie Ideale und Gewalt in einer Revolution zusammenhängen können.
Robespierres Ideale und ihr Widerspruch
Robespierre berief sich auf die Ideale der Aufklärung: Volkssouveränität, Gleichheit und eine Republik der „Tugend“, geprägt von Jean-Jacques Rousseau. Im Terror rechtfertigte er zugleich staatliche Gewalt als vorübergehend notwendig. Genau dieser Widerspruch zwischen hohen Zielen und harten Mitteln macht ihn zu einer so umstrittenen Figur der Revolution.
Um Robespierre zu verstehen, lohnt der Blick auf seine politischen Überzeugungen, nicht nur auf seine Taten. Er war ein überzeugter Anhänger der Aufklärung und besonders der Schriften Jean-Jacques Rousseaus. Von ihm übernahm er die Vorstellung, dass der „allgemeine Wille“ des Volkes die Grundlage jeder legitimen Herrschaft sei und dass eine Republik nur bestehen könne, wenn ihre Bürgerinnen und Bürger von „Tugend“ (im Sinne von Gemeinsinn und Uneigennützigkeit) getragen werde.
Aus dieser Idee leitete Robespierre ein hohes Ziel ab: eine gerechte Republik freier und gleicher Menschen. Zugleich diente ihm dieselbe Idee als Begründung für Härte. Wer sich gegen die Revolution stellte, galt ihm nicht nur als politischer Gegner, sondern als Feind der Tugend und damit des Volkes. In der Ausnahmesituation von Krieg und Bürgerkrieg rechtfertigte er den Terror als vorübergehendes Mittel, um die Republik zu retten. Diese Verknüpfung von Tugend und Gewalt war bereits zu seiner Zeit umstritten und ist es in der Forschung bis heute.
| Robespierres Ideal | Umsetzung in der Praxis |
|---|---|
| Volkssouveränität und Gleichheit | Republik ohne König, aber mit Ausschaltung politischer Gegner |
| Republik der „Tugend“ (nach Rousseau) | Wer als „untugendhaft“ galt, geriet unter Verdacht |
| Schutz der Revolution | Notstandsregime mit Revolutionstribunal und Massenverhaftungen |
| Gewalt als vorübergehendes Mittel | Eskalation bis zur „Grande Terreur“ 1794 |
Robespierre lässt sich weder auf den „Verfechter der Menschenrechte“ noch auf den „Schreckensherrscher“ reduzieren. Beide Seiten gehören zu seinem Denken. Genau daran lässt sich zeigen, wie in einer Revolution hohe Ideale und harte Gewalt zusammenhängen können.
Karteikarten zu Robespierre
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Robespierre, das Wichtigste
Maximilien Robespierre (1758–1794) war Jurist, Revolutionär und Wortführer der Jakobiner. Als Mitglied des Wohlfahrtsausschusses war er eine zentrale Figur der Schreckensherrschaft 1793/94. Am 9. Thermidor 1794 wurde er gestürzt und einen Tag später hingerichtet. Seine Bewertung ist bis heute umstritten.
- Steckbrief: geboren 6. Mai 1758 in Arras, gestorben 28. Juli 1794 in Paris.
- Weg: Anwalt in Arras, Generalstände 1789, Präsident des Jakobinerklubs 1790.
- Nationalkonvent ab 1792; Eintritt in den Wohlfahrtsausschuss am 27. Juli 1793.
- Schreckensherrschaft 1793/94: kollektives Notstandsregime, 25.000–40.000 Opfer.
- Sturz am 9. Thermidor (27. Juli 1794), Hinrichtung 28. Juli 1794.
Häufige Fragen zu Maximilien Robespierre
Maximilien de Robespierre (1758–1794) war ein französischer Jurist und einer der führenden Köpfe der Französischen Revolution. Als Wortführer der Jakobiner und Mitglied des Wohlfahrtsausschusses wurde er zur zentralen Figur der Schreckensherrschaft 1793/94.
Robespierre wurde am 6. Mai 1758 in Arras im Norden Frankreichs geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und arbeitete zunächst als Anwalt in seiner Heimatstadt, bevor er 1789 in die Politik ging.
Robespierre galt als besonders prinzipientreu und lehnte persönliche Bereicherung ab. Weil er sich nach außen unbeirrbar an seinen Grundsätzen orientierte, erhielt er den Beinamen „der Unbestechliche“ (L’Incorruptible).
Am 27. Juli 1793 trat Robespierre in den zwölfköpfigen Wohlfahrtsausschuss ein, das damals mächtigste Regierungsgremium. Er war dort eine führende Stimme, entschied aber nicht allein: Der Ausschuss handelte als Kollektiv.
Als Schreckensherrschaft (La Terreur) bezeichnet man die Phase 1793/94, in der der Nationalkonvent mit Notstandsmaßnahmen, dem Revolutionstribunal und Massenverhaftungen gegen tatsächliche und vermeintliche Gegner der Revolution vorging. Schätzungen gehen von 25.000 bis 40.000 Todesopfern aus.
Als der Terror auch ehemalige Verbündete traf, fürchteten viele Abgeordnete um ihr eigenes Leben. Am 9. Thermidor (27. Juli 1794) beschloss der Nationalkonvent Robespierres Verhaftung. Einen Tag später, am 28. Juli 1794, wurde er hingerichtet.
Die Forschung nennt mindestens rund 16.600 offizielle Todesurteile; einschließlich der Opfer ohne Gerichtsverfahren und der Todesfälle in Haft reichen die Schätzungen von etwa 25.000 bis 40.000 Menschen in ganz Frankreich.
Quellen
Der Steckbrief stützt sich auf etablierte, wissenschaftlich fundierte Referenzen:
- Maximilien de Robespierre (Biografie-Artikel). Wikipedia. de.wikipedia.org
- Terrorherrschaft (Opferzahlen, Institutionen, Gesetze). Wikipedia. de.wikipedia.org
- Wohlfahrtsausschuss (Gremium und Datierung). Wikipedia. de.wikipedia.org