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Literatur der Jahrhundertwende

Literatur der Jahrhundertwende

Die Kunst will jetzt aus dem Naturalismus fort und sucht Neues. [...] Nur fort, um jeden Preis fort aus der deutlichen Wirklichkeit, ins Dunkle, Fremde und Versteckte [...]1

Dieses Zitat stammt aus dem 1892 veröffentlichten Text "Symbolisten" des österreichischen Schriftstellers Hermann Bahr und bezieht sich auf die Literatur der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Der Zeitraum von 1890 bis 1910 war von der Gleichzeitigkeit verschiedener literarischer Strömungen gekennzeichnet. Expertinnen und Experten sprechen hierbei von einem sogenannten "Stilpluralismus". Trotz einiger Unterschiede verband diese Strömung eine Gemeinsamkeit: Sie wandte sich gegen die Prinzipien des Naturalismus. Daher wird sie als Gegenbewegungen zum Naturalismus verstanden.

Die Literaturepoche des Naturalismus wird auf den Zeitraum von 1880 bis 1900 datiert. Das Wort Naturalismus leitet sich vom lateinischen Wort natura ab, das übersetzt Natur bedeutet. Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Epoche verfolgen das Ziel, die Gesellschaft und Wirklichkeit möglichst genau und realitätsgetreu abzubilden. Auch gesellschaftliche Probleme wurden dargestellt und kritisiert.

Mehr Informationen zu dieser Literaturepoche erhältst Du in der Erklärung "Naturalismus Literatur" auf StudySmarter!

Literatur der Jahrhundertwende – historischer Hintergrund

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts litt ein Großteil der Bevölkerung unter Armut. Gleichzeitig kam es zu zahlreichen wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen, die einen großen Einfluss auf das Weltbild und die Rolle des Menschen nahmen.

Industrialisierung und Armut

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde stark von der Industrialisierung beeinflusst. Durch die Erfindung der Dampfmaschine wurde die Produktion von Gütern revolutioniert. Während auf dem Land viele Arbeitsplätze verloren gingen, entstanden in den Städten neue Arbeitsplätze. Auf der Suche nach Arbeit zogen Menschen daher massenweise vom Land in die Stadt. Es kam zur sogenannten Landflucht und Verstädterung (auch Urbanisierung genannt), in deren Folge auf dem Land weniger Menschen lebten als in der Stadt.

Aufgrund des hohen Zuzugs in die Städte fand jedoch nicht jeder Suchende einen Arbeitsplatz: Die Arbeitslosigkeit in der Bevölkerung nahm zu. Außerdem war der verfügbare Wohnraum begrenzt. Große Teile der Bevölkerung lebten in Armut. Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken waren von körperlich anstrengender Arbeit, langen Arbeitstagen und einer geringen Bezahlung geprägt. Krankheiten breiteten sich aus, Alkoholismus, Prostitution und Kriminalität nahmen zu.

Gleichzeitig bildete sich durch die Industrialisierung ein neuer Mittelstand heraus, der sich vom Handwerk und der Arbeiterschaft abgrenzte. Es kam zu einer zunehmenden Ungleichheit und gesellschaftlichen Spaltung.

Verändertes Menschenbild durch wissenschaftliche Erkenntnisse

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien veränderten das Menschenbild grundlegend. Der Mensch wurde als von äußeren Einflüssen determiniert, also als fremdbestimmt, aufgefasst. Insbesondere die Milieutheorie von Hippolyte Taine hatte einen großen Einfluss.

Die Milieutheorie geht davon aus, dass der Mensch durch die sozialen Verhältnisse, d. h. durch das Milieu, in das er hineingeboren wird, fremdbestimmt wird. Die Milieutheorie nimmt an, dass der Mensch von äußeren Faktoren geprägt und beeinflusst wird. Dazu gehören die Vererbung von Genen und seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht. Diese Faktoren schränken den Menschen in seiner Entwicklung und in seinen Entscheidungen ein.

Gleichzeitig beeinflusste die von Sigmund Freud entwickelte Psychoanalyse (1890) das Menschenbild nachhaltig. Seine Theorie ging davon aus, dass die Psyche des Menschen von zum Teil unbewussten, psychischen Vorgängen gesteuert wird. Freuds Theorie eröffnete einen völlig neuartigen Zugang zur menschlichen Psyche.

Albert Einsteins Relativitätstheorie (1905) postulierte einen Zusammenhang von Raum, Zeit und Gravitation und stellte

damit die bislang fest geglaubten Begriffe von Raum und Zeit infrage.

Im Zuge dieser neuen wissenschaftlichen Perspektiven und Theorien verlor das christliche Weltbild und die christliche Religion zunehmend an Bedeutung. Dieser Prozess wird auch als Säkularisierung bezeichnet.

Säkularisierung kommt vom lateinischen saeculum, was "Zeitalter" oder "Jahrhundert" bedeutet. Der Begriff beschreibt die Trennung von Kirche und Staat sowie die abnehmende Bedeutung von Religion im Alltag der Menschen.

Endzeit- und Aufbruchsstimmung

Die vielen Veränderungen führten bei einigen zu einer Aufbruchsstimmung und einem Fortschrittsoptimismus, bei anderen wiederum sorgten sie für eine Endzeitstimmung, mit der Angst, Pessimismus und Depressionen einhergingen. Das Ende des 19. Jahrhunderts markierte den Untergang einer Ära und die Menschen trauerten dieser Ära nach, indem sie sich in künstlerische Gefühls-, Märchen- und Traumwelten flüchteten.

Hinzu kam die militärische Aufrüstung, die im späteren Ersten Weltkrieg (1914–1918) mündete.

Literatur der Jahrhundertwende – Merkmale der Strömungen

Bereits während der Epoche des Naturalismus entstanden verschiedene Gegenbewegungen. Die Vertreterinnen und Vertreter dieser Strömungen interessierten sich im Gegensatz zu den Schreibenden des Naturalismus nicht für die aktuelle politische Situation Deutschlands. Zudem lehnten sie eine realitätsgetreue Darstellung der Welt ab.

Zu diesen Strömungen gehörten:

  • Impressionismus
  • Symbolismus
  • Fin de Siècle
  • Neuromantik

Die Strömungen werden oft auch unter der Epochenbezeichnung der Moderne zusammengefasst.

Die Moderne ist eine Literaturepoche zwischen 1880 und 1920. Da sie vom heutigen Standpunkt aus in der Vergangenheit liegt und die Bezeichnung somit irreführend ist, wird sie auch als "Klassische Moderne" bezeichnet. Die Moderne wandte sich von der vorangegangenen Literatur des Naturalismus und Realismus ab. Ziel war das Erschaffen von "Kunst um der Kunst willen", nach dem französischen Motto: L'art pour l'art. Politische Botschaften rückten in den Hintergrund der Kunst.

Unter der Epochenbezeichnung der Moderne werden neben den literarischen Strömungen des Impressionismus, Symbolismus, Fin de Siécle und der Neuromantik auch der Expressionismus (ca. 1910–1925) und die Avantgarde (ab dem frühen 20. Jahrhundert) zusammengefasst. Da sich die letzten beiden jedoch erst nach der Jahrhundertwende entwickelten, gehören sie nicht zur Literatur der Jahrhundertwende.

Weitere Informationen zu diesen beiden literarischen Strömungen erhältst Du in den Erklärungen "Expressionismus Literatur" und "Avantgarde Literatur".

Im Folgenden erhältst Du eine Übersicht über die Merkmale der einzelnen Strömungen der Jahrhundertwende.

Impressionismus

  • Der Impressionismus ist vor allem als Kunstepoche bekannt, jedoch gibt es auch einige impressionistische literarische Werke.
  • Die literarische Strömung des Impressionismus lässt sich zeitlich von 1890 bis 1920 datieren.
  • Der Begriff Impressionismus leitet sich vom lateinischen Wort impressio ab, was übersetzt "Eindruck" bedeutet.
  • Im Vordergrund der Strömung standen Gefühle, Gedanken, Sinneseindrücke und die damit verbundene Betonung des Moments, der vergänglich ist.
  • Zudem wurde der Subjektivität eine große Bedeutung zugeschrieben.
  • Autorinnen und Autoren wählten kurze literarische Formen: Besonders beliebte Formen waren Gedichte und Novellen.
  • Für die Strömung typisch waren die Erzählformen des inneren Monologs und der erlebten Rede.

Mehr Informationen zur Strömung des Impressionismus findest Du in der Erklärung "Impressionismus Literatur". Was ein innerer Monolog ist, erfährst Du in der Erklärung "Innerer Monolog".

Symbolismus

  • Der Symbolismus ist eine künstlerisch-literarische Strömung, die ihren Ursprung 1890 in der impressionistischen Kunst Frankreichs hatte. Das Ende des Symbolismus wird auf das Jahr 1920 datiert.
  • Seinen Namen erhielt der Symbolismus, da in fast jedem Werk dieser Strömung Symbole verwendet wurden, die von der Leserschaft entschlüsselt werden mussten.
  • Vertreterinnen und Vertreter des Symbolismus kreierten eine unwirkliche Fantasie- und Traumwelt.
  • Sie strebten zudem eine formvollendete Sprache an.
  • Vor allem die literarische Gattung der Lyrik war beliebt.

Ein Symbol ist ein Zeichen, das sinnbildlich für einen abstrakten Begriff steht und eine feste allgemeingültige Bedeutung hat. Das Herz steht beispielsweise für die Liebe. Falls Du mehr über das Stilmittel des Symbols erfahren möchtest, wirf gerne einen Blick in die Erklärung "Symbol"! Mehr Informationen zur Strömung des Symbolismus findest Du in der Erklärung "Symbolismus Literatur" auf StudySmarter.

Fin de Siècle

  • Die Bezeichnung Fin de Siècle ist französisch und bedeutet übersetzt "das Ende des Jahrhunderts".
  • Die Strömung wird auch als Décadence bezeichnet. Der Begriff ist ebenfalls französisch und bedeutet übersetzt "Verfall".
  • Die Literaturströmung wird auf den Zeitraum von 1890 bis 1914 datiert.
  • Charakteristisch für die Strömung war eine Endzeitstimmung: Vertreterinnen und Vertreter gingen vom Niedergang der Welt aus und drückten in ihren Werken einen Weltschmerz und Lebensüberdruss aus.

Mehr Informationen zu dieser Strömung erhältst Du in der Erklärung "Fin de Siècle und Wiener Moderne" auf StudySmarter!

Neuromantik

  • Die Neoromantik wird auf den Zeitraum von 1890 bis 1915 datiert.
  • Inhaltlich knüpften Autorinnen und Autoren an die Epoche der Romantik an.
  • Literarische Werke spielten beispielsweise im Mittelalter oder im Italien der Renaissance.
  • Thematisiert wurde Magisches, Geheimnisvolles und Skurriles sowie Sagen, Mythen und Märchen.
  • Auch Gefühle und das eigene Seelenleben wurden behandelt.

Literatur der Jahrhundertwende – Motive & Themen der Strömungen

Im Folgenden findest Du eine Übersicht über die Motive der unterschiedlichen Strömungen der Jahrhundertwende. Da die Strömungen sich gegenseitig beeinflussten, behandeln sie zum Teil sehr ähnliche Motive und Themen.

Literarische Strömung

Motive

Impressionismus
  • Natur
  • Großstadt
  • Alltag
  • Sinneswahrnehmungen
  • Subjektivität
Symbolismus
  • Träume
  • Mythen
  • Biblisches
  • Mystik
  • Erotik
  • Emotionen
  • Spiritualität
  • Tod und Vergänglichkeit
  • Unbewusstes
  • Halluzinationen
Fin de Siècle
  • Verfall des einzelnen Menschen, der Kultur und der gesamten Gesellschaft
  • Oberflächlichkeit
  • Tod und Vergänglichkeit
  • Ekel
  • Isolation und Einsamkeit
  • Handlungsunfähigkeit
  • Künstlichkeit
  • sehnsüchtiges Hoffen auf einen Neubeginn
Neuromantik
  • Heimat
  • Träume
  • Mythen
  • Märchen
  • Fantasie
  • Gefühle
  • Individualität

Literatur der Jahrhundertwende – Autoren & Werke

Zu den wichtigsten Autoren zur Zeit der Jahrhundertwende gehören:

  • Stefan George (1868–1933)
  • Hugo von Hofmannsthal (1874–1929)
  • Rainer Maria Rilke (1875–1926)
  • Arthur Schnitzler (1862–1931)
  • Frank Wedekind (1864–1918)

Die Autoren lassen sich in den meisten Fällen nicht nur zu einer einzigen Strömung zuordnen, sondern leisteten mit ihren Werken Beiträge zu mehreren Strömungen der Jahrhundertwende.

Literatur der Jahrhundertwende – Übersicht über die wichtigsten Werke

Werke der Strömungen der Jahrhundertwende heben sich durch ihre sprachliche Originalität sowie eine verdichtete Sprache ab. Letztere wird u. a. durch die Verwendung bestimmter rhetorischer Stilmittel wie Oxymora, Neologismen und Metaphern erzielt.

Weitere Informationen zu den Stilmitteln erhältst Du in den Erklärungen "Oxymoron", "Neologismus" und "Metapher" auf StudySmarter.

Literatur der Jahrhundertwende – Gedichte und Gedichtzyklen

  • "Das Jahr der Seele" (1897) – Stefan George

  • "Nach der Lese" (1897) – Stefan George

  • "Der Panther" (1903) – Rainer Maria Rilke

  • "Das Stunden-Buch" (1905) – Rainer Maria Rilke

Literatur der Jahrhundertwende – epische Werke

  • "Reitergeschichte" (1899) – Hugo von Hofmannsthal
  • "Leutnant Gustl" (1900) – Arthur Schnitzler
  • "Chandos Brief" (1905) – Hugo von Hofmannsthal

Literatur der Jahrhundertwende – Dramen

  • "Frühlings Erwachen" (1891) – Frank Wedekind
  • "Der Thor und der Tod" (1894) – Hugo von Hofmannsthal
  • "Der einsame Weg" (1904) – Arthur Schnitzler
  • "Jedermann" (1911) – Hugo von Hofmannsthal

Zu den Werken "Der Panther", "Leutnant Gustl", "Chandos Brief", "Frühlings Erwachen" und "Jedermann" findest Du auf StudySmarter ausführliche Erklärungen, die u. a. eine Zusammenfassung des Werks sowie Analysen enthalten.

Literatur der Jahrhundertwende - Das Wichtigste

  • Literatur der Jahrhundertwende – Epoche: Für die Literatur der Jahrhundertwende gibt es keine Epochenbezeichnung. Im Zeitraum von 1890 bis 1910 herrschte ein sogenannter Stilpluralismus: Verschiedene literarische Strömungen existierten zeitgleich als Gegenbewegungen zum Naturalismus.
  • Zu den Strömungen der Jahrhundertwende gehören der Impressionismus, Symbolismus, Fin de Siècle und die Neuromantik.
  • Literatur der Jahrhundertwende – historischer Hintergrund: Gegen Ende des 19. Jahrhunderts litt ein Großteil der Bevölkerung unter Armut. Gleichzeitig kam es zu zahlreichen wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen, die einen großen Einfluss auf das Weltbild und die Rolle des Menschen nahmen. Die vielen Veränderungen führten bei einigen zu einer Aufbruchstimmung, bei anderen wiederum sorgten sie für eine Endzeitstimmung.
  • Literatur der Jahrhundertwende – Merkmale: Die Vertreterinnen und Vertreter der Strömungen thematisierten nichts Politisches, sondern fokussierten sich auf subjektive Erfahrungen. Außerdem lehnten sie eine realitätsgetreue Darstellung der Welt ab.
  • Literatur der Jahrhundertwende – Motive:
    • Impressionismus: Natur, Großstadt, subjektive Sinneswahrnehmungen
    • Symbolismus: Träume, Mythen, Unbewusstes, Emotionen
    • Fin de Siècle: Verfall und Tod, Isolation, Handlungsunfähigkeit
    • Neuromantik: Heimat, Träume, Mythen
  • Literatur der Jahrhundertwende – Autoren: Zu den wichtigsten Autoren gehören Stefan George, Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Arthur Schnitzler und Frank Wedekind.

Nachweise

  1. Gotthart Wunberg, ed. (2000). Die Wiener Moderne: Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910. Reclam Verlag.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Literatur der Jahrhundertwende

Unter der Bezeichnung "Literatur der Jahrhundertwende" werden die Strömungen Impressionismus, Symbolismus, Fin de Siècle und Neuromantik zusammengefasst. Diese Strömungen verliefen etwa im Zeitraum von 1890 bis 1910 parallel zueinander und lehnten kollektiv die Epoche des Naturalismus ab.

Die moderne Lyrik legte Wert auf sprachliche Originalität und eine verdichtete Sprache. Um Letztere zu erreichen, wurden Stilmittel wie Oxymora, Neologismen und Metaphern verwendet. Gleichzeitig wurden freie Formen bevorzugt. 

Die literarische Moderne ist ein Sammelbegriff für viele literarische Strömungen. Dazu gehören Impressionismus, Symbolismus, Fin de Siécle, Neuromantik, Expressionismus und die Avantgarde. Die Vertreterinnen und Vertreter der Strömungen thematisierten nichts Politisches, sondern fokussierten sich auf subjektive Erfahrungen. Außerdem lehnten sie eine realitätsgetreue Darstellung der Welt ab. 

Die Jahrhundertwende ist keine Epoche. Unter der Bezeichnung "Literatur der Jahrhundertwende" werden die Strömungen Impressionismus, Symbolismus, Fin de Siècle und Neuromantik zusammengefasst. Diese Strömungen verliefen im Zeitraum von 1890 bis 1910 parallel zueinander und lehnten den Naturalismus kollektiv ab.

Finales Literatur der Jahrhundertwende Quiz

Frage

In welchem Land wurde der Begriff Fin-de-Siècle erstmals erwähnt? 

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Antwort

Frankreich, und zwar in einer Zeitung 

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Frage

Bezeichnete der Begriff Fin-de-Siècle eine bestimmte Stilrichtung oder eher ein bestimmtes Lebensgefühl? 

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Antwort

Eher ein bestimmtes Lebensgefühl, nach dem alles zu Ende gehen würde. 

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Frage

Wie ist die Epoche Fin-de-Siècle zeitlich zu verorten?

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Antwort

Zwischen 1890 und 1914 

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Frage

Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Fin-de-Siècle und der Dekadenz?

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Antwort

Dekadenz war eine etwas extreme Form des Fin-de-Siècle, weil die Dekadenz mitunter sogar den Untergang ganzer Zivilisationen zum Thema hatte.  

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Frage

Wer schrieb die Erzählung ,,Tod in Venedig" und welcher Epoche ist sie zuzuordnen?

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Antwort

Thomas Mann schrieb die Erzählung und aufgrund seiner Thematik kann die Erzählung der Epoche Dekadenz zugeordnet werden. 

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Frage

Wo entstand die Wiener Moderne?

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Antwort

In Wien und anderen Großstädten der Donaumonarchie wie Prag und Budapest. 

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Frage

Aus welchen Gründen entstand die Wiener Moderne?

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Antwort

Aus sozialen und politischen Gründen, aber auch weil viele Künstler und Intellektuelle in Kunst und Literatur eine Parallelwelt sahen. Auch war es der Wunsch vieler, sich von den Zwängen der Bourgeoise, des Großbürgertums, zu befreien und den Fokus auf die Kunst um der Kunst willen zu legen. 

Frage anzeigen

Frage

Welche der Künstler, Literaten und Intellektuelle unten wären der Wiener Moderne zuzuordnen? 

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Antwort

Hermann Bahr, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Gustav Klimt und Egon Schiele 

Frage anzeigen

Frage

Welche der folgenden Themen sind typisch für die Wiener Moderne?

Antwort anzeigen

Antwort

Sexualität der Bourgeoise, Bizarre Darstellung von Sexualität, Tod und Verfall

Frage anzeigen

Frage

Was wurden die Maler Egon Schiele und Oskar Kokoschka vorgeworfen? 

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Antwort

Angriff auf öffentlichen Anstand 

Frage anzeigen

Frage

Wie war die Situation von Künstlerinnen und weiblichen Intellektuellen während der Wiener Moderne?

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Antwort

Ungünstig bis schlecht, da die Mehrheit von Frauen weder ein Recht auf eine Tätigkeit in der Kunst noch gute Chancen hatte. 

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Frage

Wie verlief der Laufbahn der Bildhauerin Teresa Feodorowna Ries? 

Antwort anzeigen

Antwort

Gut bis sehr gut, weil sich nicht nur nicht entmutigen ließ, sondern auch den Auftrag erhielt, Mark Twain darzustellen. 

Frage anzeigen

Frage

Wäre auch der spätere Thomas Mann zur Epoche Dekadenz zuzuordnen? 

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Antwort

Nein, denn nur in seinen früheren Phasen als Schriftsteller behandelte er die Dekadenz als Grundmotiv.

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Frage

Wie war das Verhältnis zwischen dem Bürgertum, also der Bourgeoise, und dem Künstlertum?

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Antwort

Spannungsfrei, da beide dieselben Werte und Lebenseinstellungen hatten.

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Frage

Was bezeichnet L'art pour l'art?

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Antwort

L'art pour l'art bezeichnet den Wunsch vieler Künstler und Künstlerinnen der Wiener Moderne, die Kunst um der Kunst willen zu betreiben. 

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Frage

Welcher Ort bildete oft den Treffpunkt für die Kunstschaffenden während der Wiener Moderne? 

Antwort anzeigen

Antwort

Die Cafés

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Frage

Welcher Ort bildete oft den Treffpunkt für die Kunstschaffenden während der Wiener Moderne? 

Antwort anzeigen

Antwort

Die Cafés

Frage anzeigen

Frage

Was bezeichnet der Begriff Avantgarde ursprünglich? 

Antwort anzeigen

Antwort

Der Begriff Avantgarde stammt aus dem Militärwesen und bezeichnet eine kleine Einheit an Soldaten, die vor ihrem Heer reitete, um das Gebiet auszuspähen.

Frage anzeigen

Frage

Definiere die Bezeichnung Avantgarde in deinen eigenen Worten.

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Antwort

Avantgarde ist ein Oberbegriff für verschiedene europäische Bewegungen und Gruppierungen in der Kunst, der Literatur und der Musik. Die Avantgardist*innen forderten eine radikale Ablehnung der alten Traditionen und wollten eine Erneuerung der Kunst und der gesellschaftlichen Strukturen erreichen.

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Frage

Nenne drei avantgardistische Bewegungen.

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Antwort

Dadaismus, Surrealismus und Futurismus. 

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Frage

Wann begann die Avantgarde?

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Antwort

Den Anfang der avantgardistischen Bewegungen machten die Futurist*innen im Jahre 1909.

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Frage

Was waren die gemeinsamen Forderungen der avantgardistischen Bewegungen im Hinblick auf die Literatur?

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Antwort

Radikale Erneuerung der Sprache

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Frage

Was war die Grundhaltung des Dadaismus?

Antwort anzeigen

Antwort

Ablehnung des Kriegs

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Frage

Was war für die Literatur des Dadaismus typisch? 

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Antwort

Einhaltung von bestehenden Regeln 

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Frage

Definiere den Begriff "Lautgedicht".

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Antwort

Lautgedichte waren eine Form des Dadaismus, in der Laute und Lautmalereien aneinander gereiht wurden.

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Frage

Wie ist die Sprache der russischen Avantgardist*innen charakterisiert?

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Antwort

Die russischen Avantgardist*innen verwendeten Lautmalereien, Neologismen und die sogenannte "Zaum-Sprache".

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet die Bezeichnung "Surrealismus" wörtlich? 

Antwort anzeigen

Antwort

Wörtlich heißt Surrealismus "Über der Wirklichkeit". 

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Frage

Welche künstlerischen Techniken waren für den Surrealismus typisch? 

Antwort anzeigen

Antwort

Notieren von Träumen

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Frage

Wo entstand der Futurismus? 

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Antwort

Italien 

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Frage

Was waren Tendenzen des Futurismus?

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Antwort

Kriegsverherrlichung

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Frage

Was inspirierte die Futurist*innen besonders? 

Antwort anzeigen

Antwort

Technischer Fortschritt und Geschwindigkeit 

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Frage

Nenne ein Werk der russischen Avantgarde.

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Antwort

"Sieg über die Sonne" von Aleksej Krucenych

Frage anzeigen

Frage

Nenne einen wichtigen Vertreter des Dadaismus.

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Antwort

Hugo Ball

Frage anzeigen

Frage

Von wann bis wann dauerte die Literaturepoche des Impressionismus in etwa?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Impressionismus wird zwischen 1890 und 1920 datiert.

Frage anzeigen

Frage

Impressionistische Werke stellen die Welt vornehmlich ... dar.

Antwort anzeigen

Antwort

subjektiv

Frage anzeigen

Frage

Was wird in Werken des Impressionismus dargestellt?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Flüchtigkeit des Augenblicks

Frage anzeigen

Frage

Wie lautet der Sammelbegriff, der Literaturströmungen umfasst, die sich gegen den Naturalismus wenden?

Antwort anzeigen

Antwort

Fin de siècle 

Frage anzeigen

Frage

Welcher umfassenden Epoche wird der Impressionismus zugeordnet?

Antwort anzeigen

Antwort

Er ist eine Strömung innerhalb der übergeordneten Epoche Moderne.

Frage anzeigen

Frage

Der Impressionismus kann als Übergang vom Symbolismus zum Naturalismus verstanden werden.


Ist diese Aussage korrekt?

Antwort anzeigen

Antwort

Nein. Der Impressionismus kann als Übergang vom Naturalismus zum Symbolismus verstanden werden. 

Frage anzeigen

Frage

Werke des Impressionismus betonen...

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Antwort

Die Ästhetik des Hässlichen

Frage anzeigen

Frage

Welche rhetorischen Stilmittel wurden von Vertreter*innen des Impressionismus besonders häufig verwendet?

Antwort anzeigen

Antwort

1. Synästhesie

2. Onomatopoesie

3. Metapher

4. Neologismus 

Frage anzeigen

Frage

Welche Erzählform ist in der impressionistischen Literatur besonders vertreten?

Antwort anzeigen

Antwort

Schilderung aus einer Ich-Perspektive

Frage anzeigen

Frage

Wie nennt man ein kurzes Drama?

Antwort anzeigen

Antwort

Dramolett

Frage anzeigen

Frage

Epische Texte des Impressionismus waren häufig...

Antwort anzeigen

Antwort

Novellen

Frage anzeigen

Frage

Was versteht man unter der erlebten Rede?

Antwort anzeigen

Antwort

Die erlebte Rede ist eine Mischform aus Monolog und Bericht, sie steht zwischen direkter und indirekter Rede.

Die Gedanken und Wahrnehmungen des Charakters werden im Indikativ der dritten Person ausgedrückt. 

Frage anzeigen

Frage

Die Literaturepoche des Expressionismus erstreckte sich von _ bis _.

Antwort anzeigen

Antwort

von 1910 bis 1925

Frage anzeigen

Frage

Welche Veränderung des Lebens war für die Autor*innen des Expressionismus sehr besorgniserregend?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Industrialisierung 

Frage anzeigen

Frage

Expressionist*innen stellten sich gegen den Wilhelminismus. Wovon war die Gesellschaft in dieser Ära geprägt? 

Antwort anzeigen

Antwort

Die Ära des Wilhelminismus zeichnete sich durch einen starken Konservatismus und eine Betonung des Militärs aus. Weit verbreitete Werte waren unter anderem Gehorsam und Nationalismus. 

Frage anzeigen

Frage

Einige Mittel des Aufbegehrens der Expressionist*innen waren unter anderem ______.

Antwort anzeigen

Antwort

  • Die Empathie mit gesellschaftlich Ausgestoßenen
  • Die Ästhetisierung des Hässlichen
  • Die Auseinandersetzung mit Tod und Verderben

Frage anzeigen

Frage

Warum sahen expressionistische Autor*innen die Industrialisierung kritisch?

Antwort anzeigen

Antwort

Durch die Industrialisierung entstanden Großstädte, die nicht für die Massen an Menschen ausgebaut waren. Dadurch entstand eine große Armut. Auch die Entindividualisierung und die Anonymität wurden kritisch gesehen. 

Frage anzeigen

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