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Biedermeier

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Biedermeier

Der Biedermeier beschreibt eine literarische Strömung, die sich gegen eine ganze politische Revolution richtete und dennoch nur unpolitische Motive aufgriff.

Biedermeier Literaturepoche

Die literarische Strömung des Biedermeier umfasst eine Zeit von 1815 bis 1848. Die Epoche lässt sich zwischen der Romantik (1795–1835) und dem Realismus (1848–1890) verordnen. Parallel zum Biedermeier verläuft die Strömung des Vormärz.

Biedermeier Literatur Epochen Zeitstrahl StudySmarterAbbildung 1: Der Zeitstrahl zeigt die Literaturströmung des Biedermeier sowie vorherige, folgende und parallel verlaufende Strömungen/Epochen.

Die Grenzen zwischen den verschiedenen Literaturepochen sind fließend, weshalb auch mehrere Strömungen parallel zueinander verlaufen können.

Merkmale des Biedermeier

Im Gegensatz zum Vormärz, dessen Verteter*innen sich gegen die deutsche Politik richteten, lässt sich die Epoche des Biedermeier als konservativ bezeichnen.

Um Dich in das Thema einzulesen, schau gerne in die Erklärung "Vormärz" rein!

Unter Konservativismus versteht man politische und geistige Bewegungen, die den Erhalt bestehender Ordnungen als Ziel verfolgen oder frühere gesellschaftliche Ordnungen wiederherstellen wollen.

Die Literatur des Biedermeier ist unpolitisch. Dadurch grenzten sich Vertreter*innen der Epoche von liberal-revolutionären und radikal-demokratischen Tendenzen des Vormärz ab. Sie akzeptierten die zeitgenössischen politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten.

Als liberal bezeichnet man eine Gesinnung, die eine freiheitlich politische, soziale und ökonomische Ordnung befürwortet. Zudem werden Individualität und rechtliche Gleichheit betont. Radikal-demokratische Strömungen erkennen lediglich die Demokratie, also eine Regierung vom Volk aus, als politische Basis eines Staates an.

Außerdem verfolgten die Vertreter*innen des Biedermeier einen Rückzug aus der Politik ins Private und betonten dabei die Sicherheit des Häuslichen sowie das Ideal der Selbstbescheidung.

Der Begriff der Selbstbescheidung beschreibt den Verzicht auf Ansprüche.

Hintergrund des Biedermeier

Erst im 20. Jahrhundert wurde der Biedermeier als Literaturepoche anerkannt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts hin wurde der Begriff noch vornehmlich für die Architektur- und Kunstgeschichte verwendet. Zunächst beschrieb der Begriff einen Möbelstil, der für diese Zeit typisch war. Daneben wurden auch gewisse Modeerscheinungen der Bezeichnung untergeordnet.

Der Epochenbegriff

Der Name der Strömung geht auf den deutschen Dichter und Juristen Ludwig Eichrodt (1827–1892) zurück. Dieser kreierte zusammen mit dem Arzt Adolf Kußmaul (1822–1902) eine fiktive (ausgedachte) Figur namens Gottlieb Biedermaier.

Bis 1869 wurde der Kunstbegriff noch mit „ai” geschrieben. Erst danach verbreitet sich die heute geläufige Schreibweise mit „ei”.

Unter dem Namen "Biedermaier" veröffentlichten die beiden Männer ab 1855 verschiedene Gedichte in einer Münchner Wochenschrift. Zum Teil parodierten diese Gedichte die Poesie realer Dichter*innen.

Der fiktive Gottlieb Biedermaier wurde als ein dichtender Dorflehrer inszeniert, dem nach Eichrodt „seine kleine Stube, sein enger Garten, [...] und das dürftige Los eines verachteten Dorfschulmeisters zu irdischer Glückseligkeit verhelfen”. Eichrodt stellte den Herrn Biedermaier als Spießbürger dar.

Die Bezeichnung Spießbürger, auch Spießer, beschreibt abwertend eine Person, die Veränderungen in ihrer Lebenswelt ablehnt und bestehenden gesellschaftlichen Normen folgt bzw. diese nicht hinterfragt.

Im 20. Jahrhundert schrieb man den Vertreter*innen dieser literarischen Epoche die Eigenschaft der Biederkeit zu, da sich ihre Werke gegen einen politischen und gesellschaftlichen Wandel richteten. Auch der Name Gottfrieds ist an diesen Begriff angelehnt.

Biederkeit beschreibt einen braven Charakter, der sich in seinem Verhältnis zur Umwelt unkompliziert und naiv verhält.

In seinen Veröffentlichungen kritisierte und verspottete Eichrodt die Biederkeit und das politische Desinteresse des deutschen Bürgertums. Die Benennung der Literaturepoche wurde zunächst negativ konnotiert, da sich das Wort ursprünglich in abwertender Weise auf den „kleinen Bürger” bezog. Erst nach 1900 verlor der Begriff seine negative Wertung und stand fortan für das „Kleinbürgerliche”, das „Häusliche”.

Historischer Hintergrund des Biedermeier

Die Entstehung des Biedermeier – und auch die des Vormärz – ist mit den deutschen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen dieser Zeit zu begründen. Die Zeitspanne beider Strömungen (1815–1848) entspricht der Restaurationszeit.

Der Begriff Restauration stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Wiederherstellung”. Im geschichtlichen Kontext versteht man unter Restauration die Wiedererrichtung der alten politisch-sozialen Ordnung.

Nach der Französischen Revolution (1787–1799) führte Frankreich unter der Führung von Napoleon Bonaparte (1769–1821) Krieg gegen mehrere europäische Großmächte. Durch die militärischen Erfolge Frankreichs wurde das Heilige Römische Reich aufgelöst.

Das Heilige Römische Reich bezeichnete einen Staatenbund, der vom Mittelalter bis 1806 bestand. Er umfasste viele deutsche Klein- und Mittelstaaten (Fürstentümer). Ein einheitliches Deutschland mit festen Landesgrenzen, wie wir es heute kennen, gab es zu dieser Zeit noch nicht.

Über 300 kleinere deutsche Reichsstände wurden unter Napoleon zu umfassenderen Territorialstaaten vereint. Die Vorherrschaft der Kirche wurde aufgelöst. Diesen Prozess nennt man auch "Säkularisation/Säkularisierung".

Die Säkularisierung bezeichnet Prozesse, die die soziale und politische Bindung an die Kirche lockern. Kirchliches Eigentum wird vom Staat übernommen, die Kirche verliert an Macht und Einfluss.

Des Weiteren kam es zu großen politisch-sozialen Veränderungen im deutschsprachigen Raum: Der Staat war unabhängiger von den Monarchen (adelige Herrscher*innen), der Parlamentarismus wurde eingeführt und die rechtliche Gleichheit des Volkes betont.

Der Parlamentarismus ist eine Regierungsform, die auf eine vom Volk gewählte Vertretung aufbaut. Diese Vertretung ist dann das sogenannte Parlament. Heute wäre das beispielsweise unser Bundestag.

Nach dem Sturz Napoleons versammelten sich einige europäische Machthaber*innen zum Wiener Kongress (1814/15). Die deutschen Fürst*innen einigten sich auf die Gründung des Deutschen Bundes. Dieser umfasste einen lockeren Staatenbund, der die Souveränität (Unabhängigkeit) der Einzelstaaten garantierte.

Die Bildung eines deutschen Nationalstaats nach napoleonischem Vorbild, inklusive gleicher Bürgerrechte für alle, kam nicht zustande. Die Restaurationszeit begann. Einige Teile der deutschen Gesellschaft, besonders der Adel, strebten eine Wiederherstellung der Verhältnisse vor der Französischen Revolution an. Die Restaurationszeit ging mit einigen Zensuren (bspw. Pressezensur) einher. Dadurch sollten weitere Revolutionen unterdrückt werden.

Der Begriff Zensur leitet sich vom lateinischen Wort censura ab, das mit „Prüfung” übersetzt werden kann. Dabei gibt es gewisse Kontrollmechanismen seitens der Kirche oder des Staates, die „prüfen”, welche Texte an die Öffentlichkeit gelangen. So kann gesellschaftliche Kommunikation und Berichtserstattung gesteuert/verhindert werden.

Dem Adel standen liberale und pro-demokratische Bürger*innen gegenüber. Letztere vertraten die Werte des Vormärz, während der Biedermeier die Restauration akzeptierte bzw. sogar befürwortete.

Im Rahmen der einsetzenden industriellen Revolution entstand zudem ein neues Besitzbürgertum. Es gab neue Maschinen und Fabriken, die die menschliche Handarbeit ablösten. Die industrielle Produktion verhalf vielen Unternehmern zu neuem Wohlstand, während sie ihre Arbeitskräfte geringstmöglich bezahlten.

Themen und Motive des Biedermeier

In diesen Zeiten der stetigen Veränderung wünschten sich einige Menschen alte, vertraute Verhältnisse zurück. Die Vergangenheit wurde idealisiert. Im Zuge des Wiener Kongresses verloren viele Bürger*innen ihre Handlungsbereitschaft, der revolutionäre Geist schwand. Nicht zuletzt wegen der staatlichen Zensur wendeten sich die Menschen im Deutschen Reich von der Politik ab.

Damit ging ein Rückzug ins Private einher. Man suchte nach Stabilität und Sicherheit. Dieses Bedürfnis der Sicherheit konnte politisch und/oder wirtschaftlich motiviert sein (politische Instabilität, industrielle Revolution).

Typische Themen des Biedermeier waren außerdem Liebe, Selbstbescheidung und Selbstgenügsamkeit sowie Heimat und Familie. In Letzterer wurde eine starke Rollenverteilung vertreten – auch das kann als Suche nach Stabilität und als Zeichen des Konservativismus verstanden werden.

Die Vertreter*innen des Biedermeier hoben in ihren Werken bürgerliche Tugenden (z.B. Ordentlichkeit, Fleiß und Pünktlichkeit) hervor. Sie appellierten an die Moral der Bürger*innen. Trotz Säkularisierung fand auch die Religion einen Platz in der Literatur.

Der Industrialisierung stand im Biedermeier die Verehrung der Natur gegenüber. Die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur wurden unterstrichen.

Sprachliche Gestaltung im Biedermeier

Literarische Werke des Biedermeier zeichnen sich durch eine einfache, aber bildhafte Sprache aus. Diese entsteht durch den Einsatz von bestimmten rhetorischen Stilmitteln.

Rhetorische Stilmittel sind sprachliche Ausdrucksmittel, die bei den Leser*innen eine bestimmte Wirkung erzielen sollen. Sie können z. B. einzelne Wörter betonen oder ganze Aussagen hervorheben, einen Widerspruch intensivieren oder das Beschriebene dramatisieren.

Vor diesem Hintergrund der leicht verständlichen, aber bildlichen Sprache wurden vor allem Metaphern, Vergleiche und Personifikationen verwendet.

Formen der Literatur des Biedermeier

Literarische Werke werden in drei Gattungen unterteilt: Lyrik, Epik und Dramatik.

Die Gattung der Lyrik kennzeichnet sich dadurch, dass man sich bei der Darstellung und Vermittlung eines bestimmten Gegenstands (z.B. Erlebnisse, Gefühle, Gedanken) formaler Mittel wie Reimen und Rhythmen bedient. Zur Lyrik gehören Gedichte, Balladen, Lieder oder Elfchen.

Die Literatur der Epik wird von einem Erzähler vorgetragen bzw. vermittelt. Es handelt sich hierbei um erzählende Literatur. Dazu gehören z. B. Romane, Kurzgeschichten, Märchen und Fabeln.

Die Dramatik wird in Szenen und Akten verfasst und ist darauf ausgelegt, auf einer Bühne gespielt zu werden. Ein Drama ist in der Form eines Dialogs geschrieben. Die Gedanken der einzelnen Charaktere können als Monolog dargestellt werden.

Die Lyrik des Biedermeier

Die einfache, bildhafte Sprache tritt besonders in der Lyrik dieser Strömung zutage. Vor allem die Motive der Liebe, der Natur, des Häuslichen, der Selbstbescheidung und der Religion sind in lyrischen Werken vertreten. Außerdem konzentrierten sich Dichter*innen des Biedermeier auf die Betonung der Vergänglichkeit.

Die Lyrik im Biedermeier bringt häufig eine idyllisch-melancholische Stimmung zum Ausdruck.

Der Begriff Melancholie steht für einen Gemütszustand, der von Schwermütigkeit und Nachdenklichkeit, zum Teil auch Traurigkeit geprägt ist.

Das Auftreten von Melancholie kann an dem Gedicht „Im Moose” (1841) der deutschen Schriftstellerin und Komponistin Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) beobachtet werden. Annette von Droste-Hülshoff zählt zu den bedeutendsten Lyrikerinnen der deutschen Literatur.

Als jüngst die Nacht dem sonnenmüden Land

Der Dämmerung leise Boten hat gesandt,

Da lag ich einsam noch in Waldes Moose.

Die dunklen Zweige nickten so vertraut,

An meiner Wange flüsterte das Kraut,

Unsichtbar duftete die Heiderose.

(Annette von Droste-Hülshoff, 1841, Im Moose)

In diesem Gedicht wird von einer friedlichen, beschaulichen Idylle berichtet. Die Natur wird dabei sehr detailliert beschrieben.

Insbesondere die Personifikation der Natur tritt hier zutage. Die Dämmerung „sendet” einen Boten, die dunklen Zweige „nicken”, das Kraut „flüstert”. Der beschriebene Ort zeichnet sich durch eine Beseeltheit aus, er liegt fernab von jeglichem menschlichen Einfluss (Industrialisierung).

Der/Die Erzähler*in stellt keine Anforderungen, sondern genießt lediglich die Reinheit und den Frieden der Natur. Neben dem Naturmotiv zeigt sich in „Im Moose” auch das Motiv der Selbstbescheidung. Auch die Selbstgenügsamkeit wird durch das Adjektiv „einsam”, das hier allerdings positiv gemeint ist, vermittelt.

Zudem schaffen Wörter wie „flüstern” und „vertraut” eine Atmosphäre der Sicherheit.

Epik des Biedermeier

Obwohl der Biedermeier auch Romane hervorgebracht hat, wie z.B. „Der Nachtsommer” (1857) von Adalbert Stifter (1805–1868) oder „Maler Nolten” (1832) von Eduard Mörike (1804–1875), gilt vornehmlich eine kürzere Erzählprosa als eigentliche literarische Leistung der Autor*innen.

Der Begriff „Prosa” bezeichnet eine Form der Sprache, die nicht an Reime, Rhythmen oder Verse gebunden ist. Die Prosa wird der Gattung Epik untergeordnet.

Zu solchen literarischen Kurzformen zählen z. B. die Novelle und die Kurzgeschichte, aber auch Skizzen, Märchen, Tagebucheinträge und Briefe.

Eine Novelle (um lateinischen novus = neu) ist kurz, der Text geht selten über 100 Seiten hinaus. Sie handelt von einem Ereignis mit zentralem Konflikt. Ursprünglich bezeichnete der Begriff eine „kleine Neuigkeit".

Eine bedeutende Novelle des Biedermeier ist die „Judenbuche” (1842) von Annette von Droste-Hülshoff. Dabei handelt es sich um eine Kriminalgeschichte.

Die Handlung vollzieht sich in einem deutschen Kleinstaat des 18. Jahrhunderts, noch vor der Französischen Revolution und den damit einhergehenden Veränderungen. Abgesehen vom Handlungszeitraum lässt sich in der Novelle keine politische Neigung finden. Schon daran lässt sich der konservative Charakter und die Rückbesinnung auf vorrevolutionäre Zeiten erkennen.

Auch der Handlungsort – ein kleines Örtchen namens „Dorf B.” – verweist auf Abgeschiedenheit (als Gegenstück zur industriellen Stadt) und das enge, vertraute Zusammenleben der Dorfbewohner*innen.

In der Novelle geht es um einen unaufgeklärten Mord. Sie soll zugleich über den moralischen Verfall der Gesellschaft berichten: Die Gerechtigkeit erfolgt nicht durch die Gemeinschaft, sondern durch die mahnende Natur und das Gewissen des Täters.

Heimat, Moral, Natur und bürgerliche Tugenden sind zentrale Themen der Novelle.

Neben Novellen setzt sich die Epik des Biedermeier aus weiteren kurzen Prosatexten wie der Skizze oder Tagebüchern zusammen.

Eine Skizze ist im literarischen Sinne eine vorläufige Erstfassung, ein Erstentwurf. Dabei wurde der kurze Text sowohl formal als auch stilistisch nur wenig ausgearbeitet.

Durch Tagebucheinträge und Briefe können persönliche und emotionale Eindrücke festgehalten werden. Diese Schreibform stützt den unpolitischen Charakter der Epoche, sie betont den Rückzug ins Private.

Drama des Biedermeier

Der Biedermeier wird vor allem durch zwei Arten des Dramas geprägt: Rührstücke und Possen.

Das Rührstück soll die Zuschauer*innen zu Tränen rühren.

„Merlin: Eine Mythe” (1832) von Karl Leberecht Immermann (1796–1840) ist solch ein düsteres Drama aus der Zeit des Biedermeier.

Rührstücke gehören den pessimistischen und melancholischen Dramen der Epoche an. Auch außerhalb von Rührstücken weisen viele dramatische Werke dieser Zeit einen düsteren Charakter auf.

Demgegenüber stehen die Komödien, also lustige Stücke, die sich ebenfalls im Biedermeier stark verbreiten. Zu ihnen gehören die Possen.

Die Posse ist ein satirisches, d.h. übertrieben ironisches, Drama, dessen Komik auf stark übersteigerten und unwahrscheinlichen Zufällen basiert.

Ein Beispiel für eine beliebte Posse des Biedermeier ist „Der Zerrissene” (1844) von Johann Nestroy (1801–1862).

Bekannte Vertreter und Werke des Biedermeier

Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848)

  • „Der Knabe im Moor” (1842)
  • „Im Moose” (1841)
  • „Die Jugendbuche” (1842)
  • „Die Schlacht im Loener Bruch” (1838)

Karl Leberecht Immermann (1796–1840)

  • „Merlin: Eine Mythe” (1832)
  • „Trauerspiele” (1822)
  • „Das Trauerspiel in Tyrol” (1827)
  • „Die Epigonen” (1836)

Johann Nestroy (1801–1862)

  • „Der Zerrissene” (1844)
  • „Der Talisman” (1840)
  • „Einen Jux will er sich machen” (1841)

Eduard Mörike (1804–1875)

  • „Maler Nolten” (1832)
  • „Septembermorgen” (1827)
  • „Der Bauer und sein Sohn” (1839)

Jeremias Gotthelf (1797–1854)

  • Die schwarze Spinne” (1842)
  • „Der Bauernspiegel” (1837/39)
  • „Elsi, die seltsame Magd” (1843)

Adalbert Stifter (1805–1868)

  • „Der Nachsommer” (1857)
  • „Der Condor” (1840)
  • „Feldblumen” (1841)

Ferdinand Raimund (1790–1836)

  • „Der Verschwender” (1834)
  • „Der Alpenkönig und der Menschenfeind” (1828)
  • „Die gefesselte Phantasie” (1826)

Biedermeier — Das Wichtigste

  • Die Strömung des Biedermeier begann 1815 mit dem Wiener Kongress und endete ca. 1848. Sie bildet das Gegenstück zur Strömung des Vormärz.
  • Damit überdauert der Biedermeier die sogenannte Restaurationszeit, eine Zeit nach der Französischen Revolution (ab 1799), in der versucht wurde, zu vorrevolutionären sozialen und politischen Verhältnissen zurückzukehren.
  • Der Biedermeier ist eine konservative Strömung, die sich mit unpolitischen Themen beschäftigt, wie Liebe, Selbstbescheidung, Selbstgenügsamkeit, Heimat, Familie, Religion, Moral und Natur.
  • Literarische Werke des Biedermeier zeichnen sich durch eine einfache, aber bildhafte Sprache aus. Für diese bildhafte Sprache verwendet man die rhetorischen Stilmittel Metapher, Vergleich und Personifikation.
  • Die Lyrik ist idyllisch-melancholisch und zeichnet sich durch detailgetreue Darstellungen aus.
  • In der Epik widmen sich die Autor*innen überwiegend einer kürzeren Erzählprosa, wie Novellen, Kurzgeschichten, Skizzen, Märchen, Tagebucheinträge und Briefe.
  • Dramatische Stücke entstehen im Biedermeier vornehmlich in Form von Rührstücken und Possen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Biedermeier

Der Name der Biedermeier-Strömung geht auf eine ausgedachte Figur namens Gottlieb Biedermaier zurück. Der deutsche Dichter Ludwig Eichrodt kreierte ihn und veröffentlichte ab 1855 zahlreiche satirische Gedichte unter dem Namen. Abgeleitet ist der Name vom Begriff der Biederkeit. Die Biederkeit meint einen braven Charakter, der in seinem Verhältnis zur Umwelt sehr unkompliziert und naiv ist.

Die literarische Strömung des Biedermeier umfasst eine Zeit zwischen 1815 und 1848. Diese Zeitspanne gleicht jener der Restaurationszeit in Deutschland (vom Wiener Kongress 1815 bis zum Ende der sogenannten Märzrevolution 1848). 

Die Themen des Biedermeier sind unpolitisch, aber konservativ. Man wünscht sich die Vergangenheit vor der Französischen Revolution (1787 bis 1799) zurück. In der Literatur werden der Rückzug ins Private, die Liebe, die Selbstbescheidung und Selbstgenügsamkeit, sowie Heimat und Familie thematisiert. Man betont bürgerliche Tugenden und die Moral. Außerdem beschäftigt man sich mit religiösen Motiven und der Verehrung der Natur. 

Die bekanntesten Vertreter des Biedermeier sind Annette von Droste-Hülshoff, Karl Leberecht Immermann, Johann Nestroy, Eduard Mörike, Jeremias Gotthelf, Adalbert Stifter und Ferdinand Raimund. 

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