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Schweinezyklus

Der Schweinezyklus ist ein Teil der Mikroökonomie der Volkswirtschaftslehre. Der Name stammt von dem früheren Ökonom Arthur Hanau, welcher 1928 in seiner Doktorarbeit die Schweinepreise prognostizierte. Was genau der Schweinezyklus ist, welche Auswirkungen er hat und was ein Beispiel für diesen speziellen Zyklus ist, erfährst du im Folgenden.

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Schweinezyklus

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Der Schweinezyklus ist ein Teil der Mikroökonomie der Volkswirtschaftslehre. Der Name stammt von dem früheren Ökonom Arthur Hanau, welcher 1928 in seiner Doktorarbeit die Schweinepreise prognostizierte. Was genau der Schweinezyklus ist, welche Auswirkungen er hat und was ein Beispiel für diesen speziellen Zyklus ist, erfährst du im Folgenden.

Schweinezyklus Definition – einfach erklärt

Der Schweinezyklus beschreibt eine zyklische Schwankung des Angebots und des Marktpreises. Das Phänomen tritt auf Märkten auf, an denen das Angebot eine längere Vorlaufzeit braucht, um an die Nachfrage angepasst zu werden.

Das Phänomen des Schweinezyklus betrifft nur Güter, bei der die Anpassung an die Nachfrage nur zeitverzögert stattfinden kann. Ein Anbieter kann sich also nicht direkt an der Nachfrage orientieren, sondern muss sich an der für die Zukunft prognostizierten Nachfrage orientieren.

Erweitert der Anbieter das Angebot zu stark, geht der Preis zurück und das Angebot wird wieder reduziert. Durch die Reduzierung des Angebotes entsteht zeitverzögert eine erhöhte Nachfrage und ein hoher Marktpreis.

Der Ökonom Arthur Hanau beschrieb dies als einen Markt, an dem Angebot und Nachfrage bei einem bestimmten Marktpreis ausgeglichen sind, welcher durch einen Nachfrageschock aus dem Gleichgewicht gebracht wird.

Wie du an der Abbildung 1 erkennen kannst, haben die Angebots- und die Nachfragekurve ihren Höhepunkt zeitversetzt. Wenn eine Kurve ihren Höhepunkt erreicht, ist die andere an ihrem Tiefpunkt. Diese Darstellung ist typisch für den Schweinezyklus, wodurch er leicht erkannt werden kann. Die zeitversetzten Höhepunkte sind eine Folge der Reaktionszeit auf die Nachfrage, durch die lange Vorlaufszeit der Güter.

Befindet sich die Nachfrage auf dem Höhepunkt, so befindet sich das Angebot auf dem Tiefpunkt. Dies zeichnet die Unterproduktion aus. Der Anbieter erhöht also sein Angebot, woraus sich ein Höhepunkt des Angebots und ein Tiefpunkt der Nachfrage ergibt. Dies ist das Signal für eine Überproduktion. Wie du auf der Abbildung auch erkennen kannst, wiederholt sich der Zyklus stets.

Schweinezyklus Beispiele – Agrarwirtschaft und Immobilien

Wie oben beschrieben, tritt das Phänomen nur bei Gütern auf, dessen Produktion nicht unmittelbar an die Nachfrage angepasst werden kann. Doch welche brauchen eine lange Vorlaufzeit?

Herr Schirrmann ist Landwirt und betreibt eine Viehzucht. Derzeit ist der Marktpreis hoch, weshalb er seinen Viehbestand aufstocken will. Dafür braucht er Ferkel. Durch seine erhöhte Nachfrage nach Ferkeln erhöht sich auch der Ferkelpreis. Durch den hohen Preis der Ferkel ist auch der Ferkelzüchter bestrebt sein Angebot auszuweiten.

Da der Ferkelzüchter die neuen Ferkel erst erzeugen lassen muss, kann er nur zeitlich verzögert auf die erhöhte Nachfrage reagieren und seine Ferkel am Markt anbieten.

Zum Zeitpunkt einer Überproduktion werden schlachtreife Schweine auf dem Markt zu niedrigen Preisen angeboten. Dieser Preis liegt also deutlich unter dem Wert, den Herr Schirrmann für seine Schweine erwartet hatte, weshalb er seine Zucht wieder reduziert.

Die Folge: Durch die reduzierte Nachfrage nach Ferkeln sinkt auch dieser Preis und die Aufzucht wird verringert. Später sind folglich weniger Tiere auf dem Markt, weshalb der Schweinepreis wieder steigt und der Zyklus von vorn beginnt.

Neben den Schweinen gehören fast alle Güter des Agrarsektors denen an, welche eine lange Vorlaufzeit brauchen, um sich an die Nachfrage anzupassen. Jedoch spielt der Schweinezyklus auch in anderen Gebieten eine große Rolle, wie auf dem Arbeitsmarkt. Lehrkräfte oder Ingenieure müssen, wenn nach ihnen eine erhöhte Nachfrage besteht, erst ein Studium abschließen, bevor sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Die Immobilienpreise sind derzeit hoch. Die ImmoInvest AG und viele andere Bauunternehmen beschließen daher zu investieren und neue Immobilien zu bauen. Die Reaktion auf den hohen Preis und die damit verbundene erhöhte Nachfrage findet nur zeitverzögert statt, da die Immobilien erst fertiggestellt werden müssen. Dies führt zwangsläufig zu einem Überangebot auf dem Wohnungsmarkt.

Dieses Überangebot führt dazu, dass die Preise wieder fallen und die Nachfrage sinkt. Als Folge werden Investitionen gekürzt. Die Nachfrage sinkt, bis sie das Angebot wieder übersteigt. Der Preis steigt wieder und der Zyklus beginnt von vorn.

Schweinezyklus – Preisbildung

Die Preisbildung des Schweinezyklus erfolgt durch das Angebot und die Nachfrage. Ist das Angebot für ein Produkt hoch, so ist der Preis niedrig. Ist das Angebot klein, steigt der Preis. Bei der Nachfrage ist dies der Umkehrfall. Eine kleine Nachfrage bedeutet niedrige Preise. So bedeutet eine hohe Nachfrage auch hohe Preise.

Dazu kommt, dass bei einer Überproduktion, welche eine Folge der zeitverzögerten Anpassungsreaktion ist, die Preise ebenfalls verringert werden. Bei einer Unterproduktion steigen die Preise.

Die Anbieter orientieren sich also am prognostizierten Nachfragewert für die Zukunft. Schätzen sie ihn jedoch zu hoch ein, kommt es zu einer Überproduktion. Wird er zu niedrig eingeschätzt, folgt eine Unterproduktion. Der Endpreis nach dem Nachfrageschock richtet sich am ursprünglichen Preis und dem letzten aus. Innerhalb dieser Preisspanne wird der am Markt realisierte Preis liegen.

Schweinezyklus – Auswirkungen auf die Wirtschaft

Der Schweinezyklus führt häufig zu einer temporären Über- bzw. Unterproduktion. Diese bringen den Marktpreis und die Nachfrage ins Schwanken. Durch den schwankenden Preis und die schwankende Nachfrage ist es möglich, dass ein Anbieter Verlust erleidet, wenn er sein Angebot zu stark erhöht.

Die Auswirkungen sind ebenfalls, je nach Markt, unterschiedlich. So ist es auf dem Arbeitsmarkt so, dass wenn eine Knappheit eines bestimmten Berufes entsteht, viele Menschen eine Ausbildung oder ein Studium für diesen Beruf anstreben. Dies führt zu einem Überangebot der Arbeitskräfte, woraus resultiert, dass viele in diesem Berufsfeld arbeitslos werden.

Die Auswirkungen in der Immobilienindustrie sind leerstehende Wohnungen, gekürzte Investitionen und Verlust für das. Auch in anderen Industrien kommt es zu ähnlichen Auswirkungen – beispielsweise in der Stahlindustrie.

Schweinezyklus – Das Wichtigste

  • Schweinezyklus = zyklische Schwankungen des Angebots und des Marktpreises
  • Grund: Ausbau des Angebots kann nur mit Verzögerung geschehen
    • Es entsteht ein Überangebot
  • Höhepunkt des Angebots immer bei Tiefpunkt der Nachfrage und umgekehrt
  • Häufig bei Agrargütern, aber auch beim Arbeitsmarkt o.ä.
  • Preisbildung durch Prognostizierung von zukünftiger Nachfrage
  • Folgen: Verluste und gekürzte Investitionen auf Anbieterseite

Häufig gestellte Fragen zum Thema Schweinezyklus

Der Schweinezyklus beschreibt eine zyklische Schwankung des Angebots und des Marktpreises. Das Phänomen tritt auf Märkten auf, an denen das Angebot eine längere Vorlaufzeit braucht, um an die Nachfrage angepasst zu werden.

Der Name Schweinezyklus stammt vom Ökonom Arthur Hanau, welcher in seiner Doktorarbeit "Die Prognose der Schweinepreise" die Schweinepreise analysierte und prognostizierte. Hanau gilt als Begründer des Schweinezyklus.

Durch den Schweinezyklus ensteht zeitweise eine Überproduktion bzw. eine Unterproduktion. Durch diese sinkt bzw. steigt der Preis. Es ist möglich, dass Anbieter durch ein Überangebot Verlust erleiden und Investitionen kürzen, wodurch sich der Zyklus wiederholt.

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