Deflation

Die Deflation ist das Gegenstück zur Inflation. Während bei der Inflation die Preise steigen und das Geld an Kaufkraft abnimmt, nimmt die Kaufkraft bei der Deflation zu und die Preise fallen. Die letzte große Deflation begann in den USA im Jahre 1929, als die New Yorker Börse zusammenbrach. Es folgte eine Weltwirtschaftskrise und die Preise sanken, da weniger Geld in den Umlauf gebracht wurde.

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Inhaltsangabe

    Schaue Dir gern auch unseren Artikel zur Weltwirtschaftskrise 1929 an!

    Deflation – Definition & Bedeutung

    Die Deflation ist ein Prozess der andauernden Preissenkungen in einer Volkswirtschaft. Es ist die Folge eines Überangebotes und einer zu geringen Nachfrage. Geld nimmt also an Kaufkraft zu, während Güter und Dienstleistungen günstiger werden.

    Die Deflation ist eine andauernde Preissenkung innerhalb einer Volkswirtschaft. Die Kaufkraft des Geldes nimmt zu, während der Preis von Produkten und Dienstleistungen abnimmt.

    Nicht jede andauernde Preissenkung ist jedoch eine Deflation. Einer Deflation werden nur die Preisrückgänge zugeordnet, welche zu Arbeitslosigkeit und zu nachlassenden Wirtschaftsaktivitäten führen.

    Schaue Dir auch unsere Zusammenfassung zum Thema Inflation an!

    Deflation einfach erklärt – Beispiel

    Um Dir den Begriff der Deflation näher zu bringen, soll folgendes Beispiel dienen:

    Die deutsche Zentralbank bringt 100 € in den Umlauf. Derzeit verkauft ein Bauer Spargel für fünf Euro pro Kilo. Ein Arbeiter mit einem Stundenlohn von 15 € kann sich drei Kilo Spargel kaufen.

    Bringt die Zentralbank aber beispielsweise nur noch 80 € in den Umlauf, muss der Bauer die Preise senken, damit man die gleiche Menge an Spargel kaufen kann. Er senkt den Preis auf 4 €. Der Arbeiter mit einem Stundenlohn von 15 € kann sich nun fast vier Kilo Spargel leisten.

    Der Arbeitgeber senkt jedoch während einer Deflation zumeist auch den Stundenlohn seiner Mitarbeiter. Somit haben auch die Mitarbeiter weniger Geld für Freizeit und Konsum. Durch das Agieren des Arbeitgebers werden die Preise immer weiter nach unten gedrückt und das Preisniveau sinkt weiter.

    Ursachen der Deflation

    Bei der Deflation kannst du zwischen zwei Arten unterscheiden. Es gibt einerseits die Geldmengendeflation und andererseits die Preisdeflation.

    Die Geldmengendeflation zeichnet sich dadurch aus, dass weniger Geld in einem Wirtschaftskreislauf im Umlauf ist. Grund hierfür ist oft eine Verringerung der Geldmenge durch die Zentralbanken. Die Preisdeflation ist daran erkennbar, dass Preise für Waren und Dienstleistungen längerfristig fallen. Als Folge verringert sich die Nachfrage an Produkten und Investitionen werden in die Zukunft verschoben.

    Die Geldmengendeflation beschreibt eine abnehmende Geldmenge in einer Volkswirtschaft als Folge der Verringerung der umlaufenden Geldmenge durch die Zentralbank.

    Die Preisdeflation zeichnet sich dadurch aus, dass Preise langfristig fallen und als Folge sinkt auch die Nachfrage und Investitionen werden verschoben.

    Grundsätzlich können die Ursachen für eine Deflation verschieden sein, wie zum Beispiel eine starke Verringerung der Geldmenge durch Maßnahmen der Zentralbank. Sie lassen sich jedoch in vier Kategorien einteilen. Die verschiedenen Ursachen wirken meist zusammen und beschleunigen den Prozess der Deflation.

    Wirtschaftliche Ursachen der Deflation

    Zunächst soll es um die wirtschaftlichen Aspekte gehen, welche eine Deflation hervorrufen können. Hier sind vor allem Sparmaßnahmen durch Privathaushalte und Unternehmen die Ursachen einer Deflation. Haushalte und Unternehmen verschieben Investitionen und Käufe in die Zukunft. Dadurch sinkt die Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot.

    Zusätzlich können negative Zukunftserwartungen die Deflation verstärken. Verbraucher sind weniger bereit Käufe zu tätigen und die Kaufkraft, so wie die Nachfrage, sinken. Ein weiterer wirtschaftlicher Aspekt, welcher eine Deflation vorantreibt, ist die Entlassung von Mitarbeitern und die Einschränkung der Produktion als Reaktion auf die sinkende Nachfrage.

    Lohndeflation in Unternehmen

    Unter Lohndeflation versteht man den Zustand bei dem Unternehmen aufgrund zurückgehender Nachfrage weniger Umsatz machen und sie somit auch den Lohn der Mitarbeiter kürzen müssen. Verbraucher können somit weniger ausgeben und die Unternehmen sind weiter gezwungen (aufgrund von mangelndem Konsum) die Löhne weiter zu senken.

    Die Lohndeflation ist eine bedingte, wiederholte Lohnminderung aufgrund sinkender Nachfrage.

    Auf die zunehmende Lohndeflation folgt meist Arbeitslosigkeit.

    Kreditdeflation

    Steigt der Geldwert, steigen auch die Schulden von Schuldnern und Haushalten. Es folgt eine Überschuldung. Als Konsequenz vergeben Banken weniger Kredite und sie verringern die Geldmenge weiterhin. Hierdurch wird der Deflationsprozess beschleunigt, da Verbraucher, weil sie weniger Geld haben, noch weniger ausgeben.

    Politische Ursachen der Deflation

    Politische Ursachen einer Deflation sind sowohl Staaten, die ihre Ausgaben kürzen, wodurch die Nachfrage sinkt, als auch eine Erhöhung des Leitzinses durch die Zentralbank. Auch hier verringert sich die Geldmenge und es wird weniger investiert. Eine Deflation wird somit begünstigt.

    Dadurch kann eine Deflationsspirale entstehen. Die Deflationsspirale erschwert es einer Volkswirtschaft zu wachsen oder macht es gar unmöglich, da es schwer ist, diesen Kreislauf zu stoppen, wenn er erst einmal angefangen hat.

    Wirtschaftliche UrsachenLohndeflationKreditdeflationPolitische Ursachen
    Sparmaßnahmen und Verschiebung von InvestitionenNegative Zukunftserwartungen führen zu einer sinkenden NachfrageEntlassungen von Mitarbeitern und Einschränkungen in der ProduktionWiederholte Lohnminderungen aufgrund sinkender Nachfrage heizen die Deflation anÜberschuldung, da durch steigenden Geldwert auch die Schulden von Schuldnern steigenKürzung der Ausgaben des StaatesErhöhung des Leitzinses

    Deflation – Folgen

    Die Folgen einer Deflation für eine Volkswirtschaft sind meist verheerend. Firmen besetzen keine neuen Stellen mehr und müssen, aufgrund von niedriger Nachfrage, Mitarbeiter entlassen. Dadurch steigt die Arbeitslosigkeit. Durch die erhöhte Arbeitslosigkeit können Konsumenten weniger konsumieren und die Nachfrage sinkt weiter. Zusätzlich verschieben Unternehmen große Investitionen wie Maschinen oder Anlagen.

    Durch die hohe Arbeitslosigkeit verschieben auch Konsumenten Investitionen oder Käufe, wie zum Beispiel Urlaube. Durch den sinkenden Konsum nimmt auch der Staat weniger Steuern ein. Unternimmt man an diesem Zeitpunkt keine Gegenmaßnahmen, so wird die Deflation zu einer Depression und somit zu einer harten Wirtschaftskrise.

    Die Depression ist der Tiefpunkt eines Konjunkturabschwungs. Er ist gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosigkeit und eine geringe Nachfrage an Gütern.

    Wenn Du Dich mehr in das Thema einlesen willst, dann schaue Dir auch unsere Artikel zu den Konjunkturphasen und Konjunkturschwankungen an!

    Maßnahmen gegen Deflation

    Da eine Deflation häufig mit einer Depression einhergeht, sind wirtschaftspolitische Maßnahmen gefordert, um beispielsweise die Nachfrage zu erhöhen. Die europäische Zentralbank verfolgt eine Niedrigzinspolitik, um eine Deflation vorzubeugen.

    Die Niedrigzinspolitik ist eine geldpolitische Maßnahme, um das Zinsniveau möglichst niedrig zu halten, damit die Nachfrage nach Investitionskrediten angeregt und einer Deflation vorgebeugt wird.

    Mögliche Gegenmaßnahmen wären beispielsweise Bauprojekte, welche der Arbeitslosigkeit entgegenwirken sollen, woraus sich ein erhöhter Konsum, sowie Steuereinnahmen ergeben. Des Weiteren haben Staaten die Möglichkeit Steuersenkungen einzuführen, um die Konsumenten und die Unternehmen zu entlasten.

    Nehmen wir an, dass in Deutschland eine Deflation herrscht. Der Staat beschließt nun die Einkommenssteuer zu senken, um die Konsumenten zu entlasten und die Körperschaftssteuer zu senken, um die Aktiengesellschaften zu entlasten, damit diese ihre Mitarbeiter nicht entlassen müssen.

    Als Folge steigt die Arbeitslosigkeit langsamer und die Nachfrage kann, dadurch dass Konsumenten ihren Job behalten und weniger Steuern zahlen, wieder steigen.

    Außerdem können Zentralbanken den Leitzins senken, damit Unternehmen und Privatpersonen Kredite in Anspruch nehmen, um Investitionen und Käufe durchzuführen. Jedoch erhalten Anleger durch diese Zinspolitik weniger Kapitalerträge, wovon auch Großinvestoren, wie Versicherungen, betroffen wären.

    Eine letzte Möglichkeit wären die Devisenkontrollen. Durch diese Kontrollen kann der Staat dafür sorgen, dass Devisen (Fremdwährungen) gegen die inländische Währung umgetauscht werden müssen. Hierdurch wird die umlaufende Geldmenge erhöht und die Deflation gemindert.

    Gegenmaßnahmen zur Deflation
    Niedrigzinspolitik durch die Zentralbank
    Bauprojekte, die der Arbeitslosigkeit entgegenwirken
    Steuersenkungen, um Konsumenten zu entlasten
    Senkung des Leitzinses durch die Zentralbank
    Devisenkontrolle durch den Staat

    Inflation vs. Deflation

    Im Gegensatz zur Deflation steigen bei der Inflation die Preise und die Kaufkraft nimmt ab.

    Die Inflation ist durch ein steigendes Preisniveau gekennzeichnet, welches durch eine hohe im Umlauf befindliche Geldmenge verursacht wird. Die Kaufkraft des Geldes nimmt ab.

    Der Geldwert sinkt folglich bei der Inflation und steigt bei der Deflation. Zudem sinkt das Warenaufkommen, da die Verbraucher sich die Waren oft nicht mehr leisten können (bei der Deflation gibt es ein Überangebot). Bei beiden Situationen geht die Nachfrage zurück und das Konsumverhalten erhöht sich erst, was sich aber nach kurzer Zeit wieder legt. Auch die Arbeitslosigkeit steigt bei der Inflation. Das Zinsniveau hingegen steigt. Bei der Deflation sinkt es.

    Wenn Du die genauen Unterschiede zwischen Deflation und Inflation wissen möchtest, lies` Dir gern unseren Artikel zum Thema Inflation durch!

    Deflation – Das Wichtigste

    • Bei der Deflation nimmt die Kaufkraft des Geldes zu, während der Preis von Produkten und Dienstleistungen fällt
    • Es wird zwischen der Geldmengendeflation und der Preisdeflation unterschieden
    • Eine Deflation hat viele Ursachen, hauptsächlich jedoch treiben wirtschaftliche und politische Ursachen die Deflation
      • z.B. Sparmaßnahmen, negative Zukunftserwartungen, Entlassungen oder eine Leitzinserhöhung
    • Die schlimmste Folge einer Deflation ist eine Depression
    • Gegenmaßnahmen werden hauptsächlich durch den Staat und die Zentralbank durchgesetzt
      • Gegenmaßnahmen:
        • Niedrigzinspolitik durch die Zentralbank
        • Bauprojekte, die der Arbeitslosigkeit entgegenwirken
        • Steuersenkungen, um Konsumenten zu entlasten
        • Senkung des Leitzinses durch die Zentralbank
        • Devisenkontrolle durch den Staat
    Häufig gestellte Fragen zum Thema Deflation

    Wie kann eine Deflation entstehen? 

    Eine Deflation kann unterschiedliche Ursachen haben - sowohl wirtschaftliche als auch politische Ursachen. Meist entsteht sie dadurch, dass weniger Geld im Umlauf ist und somit die Kaufkraft zunimmt und die Preise sinken.

    Was ist eine Deflation einfach erklärt? 

    Eine Deflation ist eine andauernde Preissenkung innerhalb einer Volkswirtschaft. Die Kaufkraft des Geldes nimmt zu, während der Preis von Produkten und Dienstleistungen abnimmt. 

    Was sind die Folgen einer Deflation? 

    Generell gibt es viele mögliche Folgen einer Deflation. Häufig gehen Arbeitslosigkeit und Absatzeinbußen von Unternehmen mit ihr einher.

    Was ist schlecht an einer Deflation? 

    Eine Deflation führt, ohne Gegenmaßnahmen, häufig zu einer Wirtschaftskrise und einer hohen Arbeitslosigkeit.

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