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Völkerbund

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Geschichte

In diesem Artikel lernst du das Wichtigste über den Völkerbund. Du erfährst, wie es zu seiner Gründung kam, was seine Ziele waren, wer alles Teil von ihm war und wieso er am Ende scheiterte. 

Der Völkerbund gehört zur Thematik des Ersten Weltkrieges und wird im Fach Geschichte unterrichtet.


Bevor es los geht kannst du hier schon einmal einen Überblick über die wichtigsten Punkte bekommen, die dich in diesem Artikel erwarten:


  • Der Völkerbund wurde am 10. Januar 1920 gegründet und hatte das Ziel die Einhaltung von Friedensverträgen zu überwachen und allgemein für Frieden und mehr Sicherheit auf der Welt zu sorgen
  • Gründungsmitglieder waren die 32 Siegermächte des Ersten Weltkrieges (ohne USA)
  • Deutschland verließ 1933 wegen Hitler den Völkerbund
  • 1946 wurde der Völkerbund aufgelöst


Abb. 1: Symbol des Völkerbunds, Quelle: wikimedia.org  


Was war der Völkerbund?


Der Völkerbund (engl.: League of Nations) war ein internationaler Zusammenschluss von Staaten aus fast allen Teilen der Welt. Er wurde am 10. Januar 1920 als Teil des Versailler Vertrags gegründet und hatte seinen Sitz in Genf. Sein Ziel war vor allem die Wahrung des Friedens. Es kam jedoch immer wieder, vor allem, wenn die Interessen von Großmächten berührt wurden, zu Uneinigkeiten. Am 18. April 1946 wurde der Völkerbund schließlich aufgelöst.

Der Versailler Vertrag, oder auch Friedensvertrag von Versailles, war der Friedensvertrag, der als Folge des Ersten Weltkrieges zwischen den alliierten Siegermächten abgeschlossen wurde. Er wurde während der Pariser Friedenskonferenz 1919 im Schloss von Versailles ausgehandelt und beendete den Ersten Weltkrieg somit auf völkerrechtlicher Ebene.



Vorgeschichte zum Völkerbund


Wenn man sich mit Geschichte beschäftigt, fällt schnell auf, dass es irgendwie fast immer um Kriege geht. Irgendwelche Länder bekriegten sich immer wegen irgendetwas. Dagegen wollten schon früher einige Menschen etwas unternehmen. Vielleicht hast du ja schon mal von dem Philosophen Immanuel Kant (22. April 1724 - 12. Februar 1804) gehört. Dieser hat bereits 1795 das Völkerrecht in seinem Buch "Zum ewigen Frieden" gefordert. Er beschrieb damit die Idee von einer 

durchgängig friedlichen Gemeinschaft der Völker.

Im 19. Jahrhundert verhalfen die Ideen der Aufklärung zu einer internationalen Friedensbewegung. Wie uns ein Blick ins frühe 20. Jahrhundert allerdings zeigt (Stichwort: Erster Weltkrieg), bewirkte diese Friedensbewegung nicht all zu viel.




Abb. 2: Sitzung des Völkerbundes am 15. November 1920 in Genf, Quelle: deutschlandfunk.de, dpa/akg 



Gründung des Völkerbundes


Als der Erste Weltkrieg dann im Jahr 1918 endete, setzte sich der US-amerikanische Präsident Thomas Woodrow Wilson (28. Dezember 1856 - 3. Februar 1924)  im Rahmen seines 14-Punkte-Programms dafür ein, die Kantschen Forderungen umzusetzen.

Das sogenannte 14-Punkte-Programm war ein Grundriss für eine Friedensordnung nach dem Ersten Weltkrieg. Es wurde von Woodrow Wilson am 8. Januar 1918 erstmals in einer Rede vor den Gebäuden des US-Kongresses vorgestellt. 

Die Satzung des Völkerbundes war Teil des Friedensvertrags von Versailles. Die beteiligten Staaten unterschrieben am 28. Juni 1919 also nicht nur den Versailler Friedensvertrag sondern gleichzeitig auch die Satzung des Völkerbundes.


Am 10. Januar 1920 wurde der Völkerbund schließlich offiziell gegründet und am traf sich am 15. November 1920 zum ersten Mal in Genf, wo er seinen Sitz hatte.


Die wichtigsten Organe des Völkerbundes waren die Bundesversammlung und dem Völkerbundrat

Die Bundesversammlung traf sich ein mal im Jahr und bestand aus Vertretern aller Mitgliedsländer, diese hatten jeweils eine Stimme. Der Rat bestand anfangs aus vier ständigen Mitgliedern: Frankreich, Japan, Italien und dem Vereinigten Königreich.
Die Hauptaufgabe des Rats lag in der Vermittlung in internationalen Konflikten. Des Weiteren war es der Völkerbundrat, der den Ständigen internationalen Gerichtshof 1921 in Den Haag aufbaute.



Ziele des Völkerbundes


Die Ziele des Völkerbundes waren vor allem die Wahrung der Friedensverträge, die Förderung internationaler Kooperationen sowie die Vermeidung und Schlichtung von Konflikten. Zusammenarbeit und Abrüstung auf internationaler Ebene sollte für anhaltenden Weltfrieden und mehr Sicherheit sorgen. Brach jemand Friedensverträge, war der Völkerbund berechtigt Sanktionen auszusprechen.



Wirken des Völkerbundes


Dem Völkerbund gelang es bei kleineren Konflikten erfolgreich einzuschreiten und diese zu schlichten. Bei größeren Auseinandersetzungen, wie zum Beispiel der Sudetenkrise und dem Spanischen Bürgerkrieg, überlies der Völkerbund die Regelung den Ländern selbst. Besonders in der Kritik steht, dass er beim Japanischen Angriff auf China, im Jahr 1931, nicht eingeschritten ist. Des Weiteren steht die koloniale Politik des Völkerbundes in der Kritik.


Auch beim Versuch Sanktionen bei anderen Konflikten zu verhängen wird die geringe Autorität des Völkerbundes deutlich. Besonders als die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kommen und nach und nach den Versailler Vertrag aushebeln, ist der Völkerbund weitestgehend machtlos.


Anzumerken ist allerdings der Einsatz des Völkerbundes im gesundheitlichen Bereich. Er verfügte sogar über eine eigene Gesundheitsorganisation. Der Völkerbund ging auch gegen Drogenkriminalität und Menschenhandel vor.



Mitglieder des Völkerbundes


Grundsätzlich kannst du dir merken, dass zu Beginn die 32 Siegermächte des Ersten Weltkrieges Mitglieder des Völkerbundes waren sowie 13 weitere neutrale Staaten. Viele Länder kamen später noch dazu, das Deutsche Reich am 10. September 1926. Es traten allerdings eine Vielzahl an Staaten auch wieder aus. Die USA waren tatsächlich nie Teil des Völkerbundes. 

Der Vollständigkeit halber hier trotzdem eine Liste von den Gründungsmitgliedern:

  • Australien
  • Belgien
  • Bolivien
  • Brasilien
  • Republik China
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Guatemala
  • Honduras
  • Britisch-Indien
  • Italien
  • Japan
  • Jugoslawien
  • Kanada
  • Kuba
  • Liberia
  • Neuseeland
  • Nicaragua
  • Panama
  • Peru
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Siam
  • Südafrika
  • Tschechoslowakei
  • Uruguay
  • Vereinigtes Königreich


Diese Karte bietet einen guten Überblick über die Mitgliedsstaaten:



Abb. 3: Weltkarte, die die Mitgliedsstaaten des Völkerbundes (engl.: League of Nations) zeigt, Quelle: wikimedia.org 
 


Wieso waren die USA kein Mitglied des Völkerbundes?


Nachdem du gelernt hast, dass die USA maßgeblich an der Initiierung des Völkerbundes beteiligt waren, fragst du dich sicherlich auch, wieso sie selbst kein Mitglied waren. 

Die USA traten dem Völkerbund nicht bei, da der US-Senat die Ratifizierung des Versailler Vertrages abgelehnt hatten. Dadurch waren sie automatisch kein Teil des Völkerbundes. Der Senat hatte das Gefühl von Präsident Wilson übergangen worden zu sein, da dieser vorher auf eigene Faust, ohne Rücksprache mit dem Senat, die Ratifizierung angetrieben hatte.

Ratifizierung beschreibt im juristischen Fachjargon die verbindliche Bestätigung eines bereits abgeschlossenen, völkerrechtlichen Vertrages.


Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund


Wie oben schon kurz erwähnt ist das Deutsche Reich dem Völkerbund am 10. September 1926, zur Zeit der Weimarer Republik, beigetreten. Nach der Machtergreifung Hitlers (1933) wurde Deutschlands Mitgliedschaft im Völkerbund allerdings recht bald beendet.


Von Februar 1932 bis Juni 1934 fand die Genfer Abrüstungskonferenz statt. Im Jahr 1932 war Deutschland kurz vor der militärischen Gleichberechtigung, doch auf einmal schlug das Vereinigte Königreich vor, das Deutsche Reich in seiner Aufrüstung stärker zu kontrollieren. Als Folge dessen verkündete Hitler am 14. Oktober 1933 Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund und brach die Abrüstungsverhandlungen ab.



Scheitern des Völkerbundes


Am 18. April 1946 löste sich der Völkerbund offiziell auf. Doch was brachte nun aber diesen internationalen Zusammenschluss, der das Ziel der Friedenswahrung hatte, zum scheitern?

Es gibt mehrere Punkte, die am Ende für die Auflösung des Völkerbundes gesorgt haben:


  • Durch das Vetorecht, das jedes Mitglied innehatte, war es schwer Entscheidungen zu treffen und festzulegen.
    ↳ Dies wird als "institutionalisierte Ohnmacht" bezeichnet.
  • Die fehlende Autorität sowie der geringe Einfluss des Völkerbundes wird besonders beim Ausbrechen des Zweiten Weltkrieges deutlich.
  • Die wichtigen Groß- und Mittelmächte waren zu keinem Zeitpunkt dauerhafte Mitglieder.
  • Die Mitglieder handelten häufig bloß im eigenen Interesse.


Bereits 24. Juni 1945 wurde die UNO (Vereinte Nationengegründet und hatten den Völkerbund im Grunde sowieso abgelöst.


Das Vetorecht (vom lateinischen Wort "veto", also "ich verbiete) wird vor allem im politischen Raum genutzt, um einen Einspruch einzulegen, der eine Entscheidung entweder ganz blockieren oder zumindest aufschieben kann.


Völkerbund - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Völkerbund wurde am 10. Januar 1920 als Teil des Friedensvertrags von Versailles gegründet.

  • Er hatte das Ziel auf internationaler Ebene für mehr Sicherheit und Frieden zu sorgen, internationale Kooperationen zu fördern und Konflikte zu vermeiden und zu schlichten.

  • Die wichtigsten Organe des Völkerbunds waren die Bundesversammlung und der Völkerbundrat.

  • Zu Beginn waren 32 Unterzeichnerstaaten des Versailler Vertrags sowie 13 neutrale Staaten seine Mitglieder.

  • Die USA hatten zwar die Gründung initiiert, waren selbst jedoch kein Mitglied, da der US-Senat die Ratifizierung des Versailler Vertrags ablehnte.

  • Deutschland trat am 14. Oktober 1933 unter der Herrschaft Hitlers aus dem Völkerbund aus.

  • Am 18. April 1946 löst sich der Völkerbund offiziell auf, nachdem sich bereits 1945 die UNO gegründet hat.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Völkerbund

Das Hauptziel des Völkerbundes war die Wahrung des Friedens und die Kontrolle über die Einhaltung von Friedensverträgen. Er sollte also für mehr Sicherheit und Frieden auf der Welt sorgen.

Der Völkerbund scheiterte und löste sich am 18. April 1946 auf, da seine Mitglieder häufig nur aus Eigeninteresse handelten und es schwer zum Treffen von Entscheidungen kommen konnte. Auch problematisch war, dass die Groß- und Mittelmächte nie alle dauerhafte Mitglieder waren und so viel Einfluss verloren ging. Die Machtlosigkeit während des Zweiten Weltkrieges und die Gründung der UNO brachten den Völkerbund schließlich dazu sich aufzulösen.

Der Völkerbund (engl.: League of Nations) war ein internationaler Zusammenschluss von Staaten aus beinahe allen Teilen der Welt, der am 10. Januar 1920 als Teil des Versailler Vertrags, gegründet wurde. Seinen Sitz hatte er in Genf.

Deutschland wurde am 10. September 1926, zur Zeit der Weimarer Republik, in den Völkerbund aufgenommen. Sieben Jahre später trat es jedoch wieder, unter der Herrschaft von Hitler, aus.

Finales Völkerbund Quiz

Frage

Nenne "Konstruktionsmängel" des Völkerbunds

Antwort anzeigen

Antwort

  • Völkerbund repräsentierte nie alle Großmächte, geschweige denn alle Staaten der Welt (zu keiner Zeit Beitritt der USA, Deutschland und Russland zunächst keine Mitglieder)
  • USA als Initiatoren des Völkerbunds fehlten als Unterstützer und Vermittler
  • Schwächung des Völkerbunds durch einzelne Bestimmungen der Völkerbundsatzung, z. B. keine grundsätzliche Ächtung des Kriegs, Prinzip der Ein- stimmigkeit, fehlende Armee zur Durchsetzung von Beschlüssen gegen Widerstand 
  • „Konstruktionsmängel“ verhinderten kollektive Friedenssicherung zunächst jedoch nicht und wurden erst in den 1930er-Jahren vor allem durch das Verhalten einzelner Mitgliedsstaaten zum Problem
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