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Julikrise

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Julikrise

In diesem Artikel geht es um die Julikrise 1914. Wir erklären dir den genauen Ablauf des Julis 1914 und somit auch den Weg in den Ersten Weltkrieg. Dabei erfährst du alles zur kritischen Ausganglage der Großmächte und ihren imperialistischen Bestrebungen. Dieser Text hilft dir die Ereignisse nach dem Attentat von Sarajevo besser zu verstehen.

Die Zusammenfassung gehört zum Fach Geschichte und ist Teil des Themas Imperialismus und Erster Weltkrieg, sowie Teil des Unterthemas Erster Weltkrieg (1914-1918).

Julikrise

Mit der Julikrise von 1914 wird oft auch der Weg in den ersten Weltkrieg beschrieben, doch nicht die Julikrise an sich war der direkte Weg in den Krieg. Bereits zuvor entstand zwischen den europäischen Großmächten ein Spannungsfeld, welches sich dann in der Julikrise zu entleeren drohte und schließlich mit dem ersten Weltkrieg explodierte.

Ausgangslage

Insgesamt kann man sagen, dass das Verhältnis der europäischen Staaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts angespannt war. Zum einen ist die veränderte Außenpolitik im deutschen Kaiserreich ein entscheidender Faktor in der europäischen Beziehung. Denn mit der Abdankung Bismarcks 1890 löste sich auch das Bündnissystem allmählich auf und die Triple Entente stand nun im Gegensatz zum Dreibund.

Zur Triple Entente gehörten die drei Mächte Frankreich, Großbritannien und Russland. Der Dreibund setzte sich aus den beiden Mittelmächten Deutschland und Österreich-Ungarn, sowie Italien zusammen.

Außerdem betrieben die Großmächte ein Wettrüsten, was wiederum zum Empfinden von Stärke und Bedrohung führte. Auch Krisen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wie z.B. die Marokkokrise sorgten für ein angespanntes Verhältnis zwischen den Großmächten. Daher wurde der Krieg von ihnen zunehmend als Notwendigkeit gesehen.

Pulverfass Balkan

Im Kontext der Julikrise solltest du von dem Pulverfass Balkan wissen, denn auch die Geschehnisse auf dem Balkan sind letztendlich relevant für den Ersten Weltkrieg. Die Konfliktlage auf dem Balkan stand im direkten Bezug zum Kriegsausbruch und zum Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn.

Das Verhältnis der Balkanstaaten war zunächst durch den Zerfall des Osmanischen Reiches Anfang des 20. Jahrhunderts angespannt. Allgemein führte der Zerfall zu einem veränderten Kräfteverhältnis.

Zusätzlich wollte Serbien zu einem souveränen Staat werden und Bosnien-Herzegowina annektieren. Da der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn jedoch Angst vor einem zu starken Serbien hatte, annektierte Österreich-Ungarn im Jahr 1908 Bosnien-Herzegowina. Zudem setzte Österreich-Ungarn die Unabhängigkeit Albaniens durch und pfuschte somit ein weiteres mal in die Interessen Serbiens ein. Denn eigentlich wollte Serbien sich einen Zugang zur Adria durch Albanien verschaffen.

1912 kam es zum ersten Balkankrieg in dem es den Balkanstaaten gelang das Osmanische Reich zurückzudrängen. Im Jahr 1913 kam es zum zweiten Balkankrieg, aus dem Serbien mit einem verdoppelten Staatsgebiet hervorging. Fortan wurde Serbien von Russland unterstützt. Dadurch erhoffte sich Russland Macht über die türkischen Meere zu erlangen.

Attentat von Sarajevo

Die eigentliche Julikrise begann in Sarajevo Juli 1914.

Bei einem Staatsbesuch des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo wurde dieser von einem Attentäter ermordet. Der Attentäter war Anhänger des Panslawismus, eine übersteigerte Form des Nationalismus in Serbien. Das Attentat von Sarajevo am 28. Juni war Auslöser der Julikrise im Jahr 1914.

In Folge dieses Ereignisses kam es zu einer ganzen Kette von Reaktionen der Großmächte. Während Großbritannien auf diplomatischem Wege versuchte einen Weltkrieg abzuwenden machten alle weiteren Großmächte hektisch strategische Züge und stürzten sich somit immer weiter ins Unglück.

Abb1: "Kettenreaktion", Karikatur aus einer amerikanischen Zeitschrift 1912.

Quelle: https://www.mediathek.at/der-erste-weltkrieg/der-erste-weltkrieg-ausgabe-2/das-ultimatum/die-julikrise/

Ereignisse der Julikrise

Die Ereignisse der Julikrise folgten sehr rasch aufeinander und bezogen sich direkt auf das Attentat. Denn das Attentat hatte weitreichende Konsequenzen auf die europäischen Beziehungen. Der ermordete Prinz Franz Ferdinand war schließlich der einzige Thronfolger Österreich-Ungarns und Österreich forderte Vergeltung.

Der Vielvölkerstaat sah durch das Attentat von Sarajevo einen Grund Serbien den Krieg zu erklären und gleichzeitig die Chance, die immer größer werdende Macht des Königreichs Serbiens, einzudämmen.

Doch für einen Krieg war die Ausgangslage nicht unbedingt optimal, da Russland als große Macht, als Serbiens Schutzmacht fungierte. Österreich-Ungarn würde nicht allein gegen diesen großen Gegner vorgehen können.

Mission Hoyos

Daher wurde am 5. Juli 1914 der österreichische Legationsrat Alexander Hoyos nach Berlin entsand, um die deutsche Rückendeckung im Falle eines Krieges abzuchecken. Man wollte auch im militärischen Vorgehen gegen Serbien die deutsche Unterstützung erlangen.

Blankoscheck

Als Blanoscheck versteht man einen Check, der ohne Inhalt ausgefüllt wird, d.h. vom Emfänger selbst ausgefüllt werden kann. Kaiser Wilhelm der II. verkündet am 5. bzw. 6. Juli 1914:

„im Einklang mit seinen Bündnisverpflichtungen und seiner alten Freundschaft treu an der Seite Österreich-Ungarns [zu] stehen“

Also wurde am 5. bzw. 6. Juli 1914 ein solcher Blankoscheck von Deutschland ausgefüllt. Mit ihm wurde die deutsche Treue und Rückendeckung für ein militärisches Vorgehen bestätigt und Österreich konnte selbst entscheiden, welche Form der Hilfe es von der deutschen Macht brauchte.

Österreich-Ungarn hatte also die bedingungslose Hilfe Deutschlands im Krieg erhalten. Mission Hoyos hatte somit Erfolg.

Auf der anderen Seite bestätigte Frankreich sein Bündnis mit Russland bei einem Staatsbesuch des französischen Staatspräsidenten.

Ultimatum

Am 23. Juli stellte Österreich ein Ultimatum an die serbische Regierung, welches einen Forderungskatalog beinhaltete. Dies war die letzte Möglichkeit die Situation auf diplomatischem Wege zu entschärfen. Österreich-Ungarn wollte durch die Bedingungen des Katalogs Serbiens Macht zurückdrängen, da die Nation immer mehr zur Gefahr für den Vielvölkerstaat wurde.

Der Forderungskatalog sah unter anderem vor die Hintermänner des Attentats von Sarajevo zu bestrafen. Außerdem sollten österreichische Beamte fortan in Serbien eingesetzt werden.

Quelle: http://wk1.staatsarchiv.at/diplomatie-zwischen-krieg-und-frieden/oesterreich-ungarns-ultimatum-an-serbien-1914/#/?a=artefactgroup8

Das Bild zeigt einen Ausschnitt des Forderungskatalogs, welcher von Österreich an Serbien gestellt wurde. Dieser beinhaltet insgesamt 10 Punkte.

Während einige Punkte jegliche Äußerungen gegen die österreichische Monarchie zu unterdrücken forderten und allgemeine Propaganda gegen Österreich-Ungarn zu unterbinden sollten, sah Serbien allein den Einsatz österreichischer Beamter im eigenen Land kritisch.

Dennoch akzeptierte Serbien den Forderungskatalog zwei Tage später. Allerdings mit der einzigen Ausnahme, dass keine österreichischen Beamten in Serbien eingesetzt werden dürfen, da Serbien so keine Möglichkeit sah eine eigene Nation zu bilden.

Nach einem erneuten Blankoscheck der deutschen Regierung erklärte Österreich-Ungarn am 28. Juli Serbien den Krieg, genau einen Monat nach dem Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand. Bereits einen Tag später, am 29. Juli, begann Österreich mit der Beschießung Belgrads.

Russland begann mit der Generalmobilmachung am 30 Juli. Am 31. Juli forderte Deutschland die Neutralität Frankreichs im Falle eines Krieges, woraufhin Frankreich jedoch mit der Generalmobilmachung reagierte. Daraufhin erklärte Deutschland am 1. August erst Russland und dann am 3. August Frankreich den Krieg.

Als Deutschland am 4. August in Belgien einmarschierte, erklärte auch Großbritannien als Schutzmacht Belgiens Deutschland den Krieg. Am 6. August erklärte schließlich Österreich-Ungarn Russland den Krieg.

Julikrise - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 ist Auslöser der Julikrise
  • Österreich-Ungarn fordert Hilfe Deutschlands im Falle eines Krieges gegen Serbien durch die Mission Hoyos ein, es folgt der Blankoscheck Deutschlands
  • Ultimatum wird von Österreich-Ungarn an Serbien gestellt
  • Ultimatum wird nicht vollständig von Serbien akzeptiert, woraufhin Österreich-Ungarn Serbien den Krieg erklärt
  • Weitere Kriegserklärungen zwischen Triple Entente und Dreibund führen zum Ersten Weltkrieg

Häufig gestellte Fragen zum Thema Julikrise

Die Julikrise wurde durch das Attentat von Sarajewo am 28. Juni ausgelöst. Hier wurde der österreichish-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand von einem Anhänger das Panslawismus ermordet.

In der Julikrise spitzte sich die Konfliktlage zwischen den Großmächten zu. Mit der Hoyo-mission erlangt Österreich den Blankocheck Deutschlands. Zudem stellte Österreich-Ungarn nach dem Attentat von Sarajevo ein Ultimatum an Serbien, als diesem nicht zugestimmt wird folgt die Kriegserklärung an Serbien.

Am 6. Juli 1914 versicherte Deutschland Österreich die Treue im Falle eines Krieges in Form eines Blankoschecks.

Am 23. Juli 1914 stellte Österreich das Ultimatum an Serbien, welches einen Forderungskatalog beinhaltete. Dieses Ultimatum war eine Reaktion auf das Attentat von Sarajevo.

Finales Julikrise Quiz

Frage

Welche Auslöser gab es für die Julikrise?

Antwort anzeigen

Antwort

1. Das Attentat von Sarajevo 

2. Die angespannte Lage der Großmächte durch bspw. die Marokkokrise oder das massive Wettrüsten. 

Frage anzeigen

Frage

Wann fand das Attentat von Sarajevo statt?

Antwort anzeigen

Antwort

Am 28. Juni 1914

Frage anzeigen

Frage

Welche Forderung aus dem österreichischen Forderungskatalog wurde von Serbien abgelehnt?

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Antwort

Serbien lehnte den Einsatz österreichischer Beamter in Serbien ab, da es so keine Möglichkeit sah einen souveränen Staat aufzubauen. 

Frage anzeigen

Frage

Was ist das Resultat der beiden Balkankriege Anfang des 20. Jahrhundert?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Resultat ist das veränderte Kräfteverhältnis auf dem Balkan und der Zerfall das Osmanischen Reiches. Serbien konnte seine Macht im Balkan ausbauen und wurde geografisch verdoppelt. 

Frage anzeigen

Frage

Was ist der Panslawismus? 

Antwort anzeigen

Antwort

Eine übersteigerte Form des Nationalismus in den slawischen Bevölkerung, welche den Zusammenschluss in allen slawischen Völkern anstrebt. Diese Bewegung entfachte im 19. Jahrhundert und wandte sich gegen den Vielvölkerstaat Österreich, was zum Attentat in Sarajevo führte. 

Frage anzeigen

Frage

Wann fand das Attentat in Sarajevo statt?

Antwort anzeigen

Antwort

28. Juni 1914

Frage anzeigen

Frage

Wer wurde beim Attentat umgebracht?

Antwort anzeigen

Antwort

Das österreich-ungarische Thronfolgerpaar Franz Ferdinand und Sophie Chotek

Frage anzeigen

Frage

Wie viele Attentatsversuche gab es in Sarajevo 1914?

Antwort anzeigen

Antwort

Zwei

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Frage

Wie hießen die beiden Hauptattentäter? 

Antwort anzeigen

Antwort

Nedeljko Čabrinović

Gavrilo Princip

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Frage

Welcher Organisation gehörten die Attentäter an?

Antwort anzeigen

Antwort

Sie gehörten der serbisch-nationalistischen Organisation "Junges Bosnien" an. 

Frage anzeigen

Frage

Welches Ziel verfolgte "Junges Bosnien"?

Antwort anzeigen

Antwort

Ihr Ziel war es, Bosnien-Herzegowina aus der Hand Österreich-Ungarns zu befreien und ein gemeinsames Jugoslawien zu ermöglichen.  

Frage anzeigen

Frage

Welche Geheimorganisation war neben "Junges Bosnien" am Attentat von Sarajevo beteiligt?

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Antwort

Die serbische Geheimorganisation "Schwarze Hand", die für ein serbisches Großreich auf dem Balkan kämpfte. 

Frage anzeigen

Frage

Weshalb konnten die Attentäter ihr Vorhaben so gut planen?

Antwort anzeigen

Antwort

Das genaue Datum und das Besuchsprotokoll wurden in der Presse veröffentlicht. 

Frage anzeigen

Frage

Wie sah der erste Attentatsversuch aus?

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Antwort

Čabrinović warf eine Bombe auf das Fahrzeug des Thronfolgerpaares, verfehlte dieses aber. 

Frage anzeigen

Frage

Wie sah der zweite Attentatsversuch aus?

Antwort anzeigen

Antwort

Princip schoss auf das Thronfolgerpaar, als ihr Fahrzeug bei einem Wendemanöver in seiner Nähe zum Stehen kam. Franz Ferdinand und Sophie wurden tödlich verletzt. 

Frage anzeigen

Frage

Welche Folgen hatte das Attentat von Sarajevo 1914?

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Antwort

Julikrise

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Frage

In welchem Kriegsereignis mündete die Julikrise schließlich?

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Antwort

Erster Weltkrieg

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