Neurologische Untersuchung

In diesem Artikel für angehende Medizinische Fachangestellte dreht sich alles um die Neurologische Untersuchung. Dieses essentielle Verfahren in der medizinischen Praxis ermöglicht es, neurologische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Hierbei werden unter anderem die Grundlagen der neurologischen Untersuchung beleuchtet wie auch spezielle Anwendungen, zum Beispiel bei Depressionen oder bei Schlaganfall-Patienten. 

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsangabe

    Weiterhin werden Untersuchungen an Kopf und Augen, an den Beinen und der Hirnnerven thematisiert. Zur Vertiefung des Verständnisses gibt es zudem eine einfach verständliche Einführung in die Neurologische Untersuchung, sowie hilfreiche Tipps und Tricks für die Durchführung in der Praxis.

    Grundlagen der neurologischen Untersuchung

    Die neurologische Untersuchung ist ein essenzieller Bestandteil der medizinischen Diagnostik und ermöglicht es, den Zustand des Nervensystems sowie dessen mögliche Erkrankungen zu beurteilen. Die Untersuchung gliedert sich in verschiedene Teile und wird anhand von spezifischen klinischen Tests und Verfahren durchgeführt.

    Neurologische Untersuchung: Eine systematische Untersuchung des Nervensystems zur Beurteilung seiner Funktion und zur Identifizierung möglicher Erkrankungen.

    Neurologische Untersuchung bei Depressionen

    Depressionen zählen zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen und können viele verschiedene Ursachen haben. Bei der neurologischen Untersuchung von Patienten mit Depressionen liegt der Fokus auf dem Ausschluss anderer Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen können, sowie auf der Bestimmung der psychomotorischen Aktivität.

    • Ausschluss von Differentialdiagnosen: Schilddrüsenunterfunktion, neurodegenerative Erkrankungen, Tumore, Infektionen
    • Beurteilung der psychomotorischen Aktivität: Bradykinesie, Hyperkinesie, Agitation, psychomotorische Retardierung
    • Überprüfung der kognitiven Funktionen: Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen
    • Untersuchung von affektiven Symptomen: Anhedonie, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit

    Bei einem Patienten mit Depression liegt eine verlangsamte Bewegung ebenso wie eine verminderte Mimik vor. Durch weitere Tests können andere mögliche Ursachen der Symptomatik, wie beispielsweise eine Parkinson-Erkrankung, ausgeschlossen werden.

    Neurologische Untersuchung der Hirnnerven

    Die neurologische Untersuchung der Hirnnerven dient dazu, mögliche Läsionen und Erkrankungen dieser Nerven zu erkennen. Die Untersuchung umfasst zwölf Hirnnerven, die für verschiedene sensorische und motorische Funktionen verantwortlich sind.

    Jeder der zwölf Hirnnerven hat spezifische Funktionen und kann durch spezielle klinische Tests untersucht werden. Die Nervenfunktion wird dabei durch Beurteilung von Muskelkraft, Reflexen, Sensibilität und Koordination überprüft.

    NervErklärung
    I. Nervus olfactoriusRiechfunktion
    II. Nervus opticusSehfunktion
    III. Nervus oculomotoriusBewegung der Augen
    IV. Nervus trochlearisAugenbewegungen
    V. Nervus trigeminusEmpfindungen im Gesicht und Kaumuskulatur
    VI. Nervus abducensAugenbewegungen
    VII. Nervus facialisGesichtsmuskulatur und Geschmack
    VIII. Nervus vestibulocochlearisHör- und Gleichgewichtsfunktion
    IX. Nervus glossopharyngeusGeschmack, Empfindungen im Rachen und Schluckmuskulatur
    X. Nervus vagusHerz-, Atem- und Verdauungsfunktion
    XI. Nervus accessoriusSteuert Nacken- und Schultermuskulatur
    XII. Nervus hypoglossusZungenbewegungen

    Ablauf einer neurologischen Untersuchung

    Die neurologische Untersuchung besteht aus verschiedenen Testverfahren, die in einem systematischen Ablauf durchgeführt werden. Der Ablauf hilft dabei, die neurologischen Funktionen zu beurteilen und kann mögliche Störungen und Erkrankungen aufdecken.

    1. Anamnese: Erfassung von Vorgeschichte, Symptomen und Begleiterkrankungen
    2. Inspektion: Beurteilung von Haltung, Gangbild, Symmetrie und Muskeltonus
    3. Palpation und Perkussion: Tasten und Abklopfen von Muskulatur, Reflexen und Knochen
    4. Test der motorischen Funktionen: Kraft, Koordination und Gleichgewicht
    5. Test der sensorischen Funktionen: Berührung, Temperatur, Schmerz und Vibration
    6. Reflexprüfung: Tiefen- und Oberflächenreflexe
    7. Test der kognitiven Funktionen: Orientierung, Gedächtnis, Sprache und Exekutivfunktionen
    8. Spezielle Tests: z. B. neurologische Untersuchung der Hirnnerven oder Untersuchung bei Depressionen, wie oben beschrieben

    Ein Patient klagt über Schwindel und Kopfschmerzen. Die neurologische Untersuchung beginnt mit der Anamnese, in der der Arzt Fragen zur Dauer und Qualität der Symptome stellt. Anschließend untersucht der Arzt die motorischen und sensorischen Funktionen, bevor er die kognitiven Funktionen und Hirnnerven überprüft.

    Neurologische Untersuchung am Kopf und Augen

    Die neurologische Untersuchung des Kopfes und der Augen ist ein zentraler Bestandteil der Diagnostik, da sie wichtige Informationen über das Zusammenspiel von Hirnnerven sowie sensorischen und motorischen Funktionen liefert. Die Untersuchung bezieht sich auf Strukturen wie Gesichtsmuskulatur, Kiefer, Augen sowie den Sehnerv und verschiedene Aspekte des Sehvermögens.

    Neurologische Untersuchung der Beine

    Bei der neurologischen Untersuchung der Beine geht es vor allem darum, motorische, sensorische und koordinative Funktionen zu beurteilen. So können mögliche Störungen und Erkrankungen festgestellt werden, die die Funktion der Beine beeinträchtigen.

    • Inspektion: Beobachtung von Haltung, Gangbild und eventuellen Asymmetrien
    • Palpation: Tasten der Muskulatur und Gelenke auf Schwellungen, Druckschmerz oder Temperaturveränderungen
    • Motorische Funktion: Krafttest (Widerstand gegen Bewegungen) und Koordination (z. B. Beinwechsel)
    • Sensorische Funktion: Prüfung von Berührungsempfindlichkeit, Vibrationsempfindung und Schmerzempfindlichkeit
    • Reflexe: Prüfung der Muskeleigenreflexe (Knie- und Achillessehnenreflex) sowie von Hautreflexen (z. B. Bauchhautreflex)
    • Muskelspindelreflex: Dieser Reflex testet die Reaktion der Muskulatur auf eine schnelle Dehnung

    Ein Patient klagt über Schwierigkeiten beim Treppensteigen. Durch die neurologische Untersuchung der Beine kann der Arzt feststellen, ob dies auf eine mögliche Störung der motorischen Funktion, der Sensibilität oder der Reflexe zurückzuführen ist.

    Neurologische Untersuchung bei Schlaganfall-Patienten

    Ein Schlaganfall ist eine medizinische Notfallsituation, bei der schnelles Handeln entscheidend ist, um schwerwiegende oder dauerhafte Schäden zu verhindern. Die neurologische Untersuchung bei Schlaganfall-Patienten konzentriert sich auf die schnelle Erkennung zentraler neurologischer Defizite.

    Schlaganfall: Eine akute Durchblutungsstörung im Gehirn, die zu einer Sauerstoffunterversorgung von Nervenzellen führt und sich in verschiedensten neuralen Ausfällen äußern kann.

    • FAST-Test (Face, Arm, Speech, Time): Schnelle Bewertung von Gesicht (Asymmetrie, herabhängender Mundwinkel), Arm (Heben und Halten beider Arme), Sprache (Verständlichkeit) und Zeit (Zeitpunkt des letzten gesunden Zustandes)
    • Kognitive Funktionen: Prüfung von Orientierung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis
    • Hirnnerven: Untersuchung von Augenbewegungen, Pupillenreaktionen, Gesichtssensibilität und -motorik, Schluckfunktion und Sprache
    • Motorische Funktionen: Test auf Kraft und Koordination im Arm- und Beinbereich, Gangbild und Standfestigkeit
    • Sensorische Funktionen: Überprüfung von Sensibilität auf beiden Körperhälften, Vibrationsempfindung und Schmerzempfindlichkeit
    • Koordination: Test von Feinmotorik und Gleichgewicht, z. B. Finger-Nase-Versuch oder Romberg-Test (Stand mit geschlossenen Augen)
    • Reflexprüfung: Untersuchung von Muskeleigenreflexen, Hautreflexen und insbesondere der sog. pyramidalen Zeichen (Babinski-Reflex)

    Ein Schlaganfall-Patient zeigt eine Gesichtsasymmetrie, Schwierigkeiten bei der Sprachgebung und eine herabhängende rechte Arm. Mit einer schnellen neurologischen Untersuchung kann der Arzt feststellen, ob es sich tatsächlich um einen Schlaganfall handelt und weitere diagnostische Tests und gezielte Therapiemaßnahmen einleiten.

    Neurologische Untersuchung für MFA

    Die Durchführung einer neurologischen Untersuchung erfordert Präzision, Sorgfalt und gute Kenntnisse der neurologischen Testverfahren. Hier sind einige Tipps und Tricks, die dir als Medizinische Fachangestellte helfen können, die Untersuchung effektiv und patientenorientiert durchzuführen:

    • Vorbereitung: Stelle sicher, dass der Untersuchungsraum gut beleuchtet ist und alle notwendigen Instrumente und Materialien griffbereit sind. Auch eine angenehme Raumtemperatur trägt zum Wohlbefinden des Patienten bei.
    • Kommunikation: Erkläre dem Patienten den Ablauf der Untersuchung und welche Tests durchgeführt werden. Beantworte eventuelle Fragen und reduziere so mögliche Ängste oder Unsicherheiten.
    • Anamnese: Notiere während des Gesprächs mit dem Patienten alle wichtigen Informationen zu Vorgeschichte, Symptomen und Begleiterkrankungen, die für die anschließende Untersuchung relevant sein könnten.
    • Untersuchungstechniken: Übe die verschiedenen Untersuchungstechniken, um sie sicher und routiniert durchführen zu können. Achte dabei auf eine korrekte Handhabung der Instrumente und eine präzise Auswertung der Testergebnisse.
    • Patientenkomfort: Achte darauf, dass der Patient während der Untersuchung möglichst entspannt und bequem ist. Vermeide unnötige Wartezeiten und sorge für einen reibungslosen Ablauf der Tests.
    • Dokumentation: Protokolliere die Ergebnisse der Untersuchung übersichtlich und strukturiert, um dem behandelnden Arzt eine optimale Grundlage für die weitere Diagnose und Therapie zu bieten.
    • Hygiene: Beachte die geltenden Hygienevorschriften und achte darauf, dass sowohl deine Hände als auch die verwendeten Instrumente stets sauber und desinfiziert sind.

    Die neurologische Untersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Diagnostik und erfordert neben präzisen Kenntnissen der Testverfahren auch Einfühlungsvermögen und Kommunikationsgeschick. Durch kontinuierliche Weiterbildung und praktische Übung kannst du als Medizinische Fachangestellte dazu beitragen, die Qualität der neurologischen Untersuchung zu gewährleisten und den Patienten bestmöglich zu unterstützen.

    Neurologische Untersuchung - Das Wichtigste

    • Neurologische Untersuchung: Systematische Untersuchung des Nervensystems zur Beurteilung von Funktion und Identifikation möglicher Erkrankungen
    • Hirnnerven: Zwölf Nerven, die für verschiedene sensorische und motorische Funktionen verantwortlich sind, werden untersucht
    • Ablauf: Untersuchung besteht aus Anamnese, Inspektion, Palpation und Perkussion, Test der motorischen, sensorischen, kognitiven Funktionen und speziellen Tests
    • Neurologische Untersuchung bei Schlaganfall: Schnelle Erkennung zentraler neurologischer Defizite und Durchführung des FAST-Tests
    • Tätigkeit als Medizinische Fachangestellte (MFA): Unterstützung des Arztes bei der Durchführung von neurologischen Untersuchungen und Gewährleistung von Qualität und Patientenkomfort
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    Häufig gestellte Fragen zum Thema Neurologische Untersuchung
    Was macht ein Neurologe für Untersuchungen?
    Ein Neurologe führt Untersuchungen durch, um Erkrankungen oder Funktionsstörungen des Nervensystems und der Muskulatur zu diagnostizieren. Dazu gehören die klinische Untersuchung, Elektroenzephalographie (EEG), Elektromyographie (EMG), evozierte Potenziale und bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT).
    Was wird bei einer neurologischen Untersuchung gemacht?
    Bei einer neurologischen Untersuchung werden verschiedene Funktionen des Nervensystems überprüft, wie z.B. Sensorik, Motorik, Reflexe, Koordination und Gleichgewicht. Ziel ist es, mögliche Störungen oder Erkrankungen des Gehirns, Rückenmarks oder peripheren Nervensystems zu erkennen.
    Was ist eine neurologische Untersuchung?
    Eine neurologische Untersuchung ist eine medizinische Untersuchung, bei der das Nervensystem des Patienten - bestehend aus Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven - auf Funktion, Leistungsfähigkeit und mögliche Erkrankungen oder Störungen überprüft wird.
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